Hallo Viktor,
Zeitverlangsamung im Gravitationsfeld → Zeitdilatation
als _allgemein_relativistischer Effekt.
die „Zeitveränderung“ wird festgestellt bei einer
Veränderung der Beschleunigung.
nur Beschleunigung, nicht Veränderung der Beschleunigung. Die ART besagt, dass (z. B. durch Triebwerke im interstellaren Raum erzeugte) „richtige“ Beschleunigungen prinzipiell, d. h. durch kein denkbares Experiment, nicht von gleich großen Gravitationsfeldstärken (Rakete steht auf einem Stern) unterschieden werden können.
Dabei ist es egal woher diese Veränderung kommt, aus der
LAGEveränderung der „Messeinheit“ (Atomuhr !)
Eine Lageveränderung ist nicht hinreichend. Damit man eine Beschleunigung erhält, muss sich die Geschwindigkeit ändern.
(s.auch Einstein: Fahrstuhl-Gedanken-Experiment)
Ja.
Mit LAGE ist Fixierung gemeint, wie auch immer.
Lage = räumliche Koordinate in einem bestimmten, genau definierten Bezugssystem.
Die mit einer Atomuhr gemessene Veränderung der
„Schwingungen“ des Atoms bei Beschleunigungänderung ist
vergleichbar der Schwingungsänderung eines mechanischen
schwingenden Systems bei Änderung seiner Beschleunigung.
Ich meine hier nicht ein Pendel, welches seine
Schwingung auschließlich unter Beschleunigung aufrecht
erhält sondern eine „elastische“ Schwingung einer
entsprechenden mechanischen Konstruktion welche auch
ohne Beschleunigung (ungebremst !)schwingt.
(Beschleunigung in Schwingungsrichtung ?)
Ich kann darin keine Zeitdilatation erkennen weils eben
auch so in der „klassischen“ Physik funktioniert.
(mit vergleichbarer mathematischer Beschreibung)
Hm, und ich kann nicht erkennen, worin Deine Frage besteht.
Du denkst wohl eine Uhr der Bauart ###-/////-O-/////-### mit O = Massestück (Masse m), -/////- = Schraubenfeder (Federhärte D) und ### = sehr schwerer Trägerkörper, horizontale Anordnung. Diese Uhr schwingt dann nach 11.-Klasse-Rechnung mit der Frequenz ω = √(D/m) und ist damit unabhängig von der Gravitationsfeldstärke g am dem Ort, wo sie steht. Sie schwingt also auch auf der Zugspitze oder dem Mond oder im interstellaren Raum immer mit dem obigen ω.
Die ART sagt nun, dass ω auf der Zugspitze doch nicht exakt genauso groß ist wie auf Sylt. ω unterliegt (sehr geringen) Abweichungen, und zwar ist ω umso größer, je höher die Gravitationsfeldstärke g des Ortes der Uhr ist, d. h. sie läuft auf Sylt eine Winzigkeit langsamer als auf der Zugspitze. Entsprechend für eine äquivalente Beschleunigung im feldfreien Raum. Das ist aber kein Widerspruch zum Nicht-Vorkommen des g in der obigen Formel, weil es die Zeit selbst ist, die auf Sylt eine Winzigkeit langsamer vergeht als auf der Zugspitze. Das Langsamerlaufen der Uhr hat ausdrücklich nichts mit ihrer Konstruktionsmechanik zu tun. Der Effekt betrifft vielmehr alle Uhren; mechanische, elekronische, Atomuhren, Elementarteilchenzerfälle, biologische Alterungsprozesse etc. sind – und zwar auch quantitativ! – gleichermaßen davon betroffen.
Zielte Deine Frage darauf ab?
Meine Einlassung hier erfolgt deshalb, weil Du in Deinem
Betrag eine „tatsächliche“(nicht eine quasi zugewiesene)
Zeitveränderung gegenüber sonstwelchem Bezugssytem
bei Beschleunigung bzw. Relativbewegung dazu feststellst
Zum x-ten Mal: Eine relativ zu einem Bezugssystem bewegte Uhr geht langsamer im Vergleich zu den ruhenden (synchronisierten) Uhren des Bezugssystems, an denen sie vorbeikommt. Damit ist präzise, eindeutig und unmissverständlich definiert, was man in der SRT unter der Zeitdilatation versteht.
Bei der Bewertung des Haefele/Keating-Experiments
Mir schwant Schlimmes…
wurde bei der Extraktion des „relativistischen“ Effekts der
Zeitdilatation durch Relativbewegung eben übersehen,
daß außer der Lageänderung im Gravitationfeld auch
die Beschleunigungsänderung beim Wechsel der Umlauf-
richtung um die Erde (ich meine nicht die Beschleunigung
zum Aufbau der danach „konstanten“ Geschwindigkeiten)
berücksichtigt werden muß, welche dann, nicht ohne
grund, genau den Betrag ausmacht welcher mit „Hurra“
dem Beweis der Zeitdilatation der SRT zugerechnet wurde.
Ich kenne das HK-Experiment (Flug mit Linienmaschinen um die Erde, Atomuhren an Bord), aber auf die Frage, ob dabei was falsch gemacht wurde, ob das – wenn ja – trotz oder mangels besserem Wissen geschah, und ob es eventuell die Aussagekraft des Experiments antastet, das weiß ich nicht. Es juckt mich ehrlich gesagt auch nicht. Es gibt genug andere Experimente, deren Aussagen sich bestens mit den theoretischen Vorhersagen der SRT decken. Soweit mir bekannt liegt die derzeit maximal denkbare Abweichung für die Zeitdilatation bei 0.00008 % (Experiment von E. Grieser et. al., Li+-Ionen in Speicherring, Bestimmung der Spektrallinien mittels Laserspektroskopie, Variante des historischen Ives-Stilwell-Versuchs. Publiziert 1994).
Aber ich habe so eine Vorahnung, was jetzt vielleicht kommen könnte. Deshalb an dieser Stelle: Auf eine Diskussion, ob bei irgendwelchen Experimenten zur SRT jetzt hier oder da von allen ein winziges Detail übersehen wurde, aufgrund dessen der Versuch die SRT in Wirklichkeit gar nicht bestätigt (es soll Leute geben, die zu jedem Versuch eins kennen), werde ich mich garantiert nicht einlassen.
Gruß und schönes WE
Martin