Auf die des reisenden Zwillings? Keine.
Darum ging es mir. Und selbst wenn es eine gäbe, es könnte
nie der Fall eintreten, dass sie den
Zwillingsparadoxoneffekt aufhebt. Sie könnte nie dazu führen,
dass beide Brüder bei Wiederkehr gleich stark gealtert sind,
weil man nur das Reiseprotokoll…
- gleichförmige Bewegung über Zeitspanne T in „Hin“-Richtung
- Beschleunigungsphase zwecks Umkehr
- gleichförmige Bewegung über Zeitspanne T in „Rück“-Richtung
…ändern müsste in…
1’. gleichförmige Bewegung über Zeitspanne k T in
„Hin“-Richtung
2’. Beschleunigungsphase zwecks Umkehr, identisch zu 2 von
oben
3’. gleichförmige Bewegung über Zeitspanne k T in
„Rück“-Richtung…mit genügend groß gewähltem k.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Die Beschleunigungsphasen 2 und 2’ können nicht identisch sein. Sie unterscheiden sich im Zeitpunkt zu dem sie stattfinden. Da die Wirkung der Beschleunigung auf den Altersunterschied wesentlich davon abhängt, wann (bzw. wo) sie stattfinden, ist Deine Argumentation unzulässig.
Ja. Man kann die Umkehr sogar weglassen, und den Reisenden
einfach bis „doppelt so weit“ reisen lassen. Wenn er dort auf
den Drilling trifft (wohnhaft im System der zurückfliegenden
Rakete), wird der auch „ziemlich alt aussehen“. Diese
„aufgeklappte Version“ des Zwillingsparadoxons ist dann nur
noch banale Zeitdilatation.
Dass das nichts mehr mit dem Zwillingsparadoxon zu tun hat, sieht man sehr leicht an der Tatsache, dass der Drilling am Start die ganze zeit jünger ist, als der Reisende und der am Ziel die ganze Zeit älter. Das für das Paradoxon wesentliche Phänomen, dass zwei Beobachter am Anfang gleich alt sind und am Ende nicht mehr, tritt hier gar nicht auf.
Bei identischer Beschleunigung kannst Du die Reise nicht
verlängern.Ich fürchte, wir haben da an unterschiedliche Versionen des
Gedankenexperiments gedacht
Nein, haben wir nicht. Ich von von genau der Version ausgegangen, die Du oben beschreibst.
Ich plädiere mittlerweile ohnehin dafür,
die Beschleunigung einfach wegzulassen. Der Reisende kann
doch instantan in die Rückrakete umsteigen.
Wenn Du die Beschleunigung unendlich kurz und unendlich hoch wählst, dann ist sie nicht einfach verschwunden, sondern einfach nur unendlich kurz und eunendlich hoch. Ihre Wirkung auf den Alterungsprozess des daheim gebliebenen Zwillings im Ruhsystem des Reisenden bleibt die gleiche: Vor dem Wendemanöver ist wer jünger als der Reisende und danach älter. Und weil der Altersunterschied proportional zur Entfernung ist, kann man ihn auch nicht durch eine Verlängerung der Reise wegzeubern.
Dann gilt
Altersänderung des Reisezwillings = 1/γ ·
Altersänderung des Daheimgebliebenen, und das ist doch mal
schön einfach.
Mit scheint, Du übersieht die ganze Zeit, worin das Paradoxon überhaupt besteht. Dass der Reisende im Ruhesystem des daheim gebliebenen am Ende älter sein muss, weil er sich dort bewegt, ist trivial. Darüber muss man nicht diskutieren. Das Problem besteht darin, dass sich der daheim gebliebene im Ruhesystem des Reisenden ebenfalls bewegt und deshalb dort der jüngere sein muss. Diesen Widerspruch bezeichnet man als Zwillingsparadoxon und das kann man ohne Berücksichtigung der Beschleunigungphase nicht lösen.
Gegen jemanden, der den Altersunterschied der Brüder bei Wiedertreffen auf der Erde mit (Kurzfassung) „weil der Bruder wegfliegt, umkehrt und wieder zurückfliegt“ begründet, könnte man den Einwand vorbringen, dass ja das Relativitätsprinzip gelte, d. h. dass man auch sagen kann, die Erde mit dem darauf verbleibenden Bruder entfernt sich, bleibt dabei jünger als er, und kehrt verjüngt zurück, im Widerspruch zum ursprünglichen Ergebnis." Das ist das Zwillingsparadoxon. Und das die Auflösung: Dieser Einwand ist nicht berechtigt, weil der Bruder auf der Erde stets in ein- und demselben Inertialsystem verbleibt, der Reisende aber bei seiner Umkehr in ein anderes wechselt, das sich gegenüber seinem ersten bewegt. Das macht die Situation asymmetrisch. Würde man das Experiment symmetrisieren, indem man beide Brüder mit gleichem v wegfliegen, nach derselben Zeitspanne umkehren etc. lassen würde, dann wären sie bei Wiederkehr auch gleich alt.