Hallo allerseits,
wie letzte Woche angekündigt, hier nun die vollständige Analyse des Billard-Paradoxons.
Ich wollte ja ursprünglich zeigen, dass es im Falle einer Billardkugel, die durch ein Wurmloch auf dem Spieltisch in die Vergangenheit reist und dort mit sich selbst wechselwirkt, es zwangsläufig zu Paradoxa kommt.
Nun habe ich allerdings eine Konstellation gefunden, die tatsächlich keinerlei Widersprüche aufweist und absolut selbstkonsistent ist:
Gegeben sind zwei sich gegenüberstehende Wurmlöcher. Eine Kugel, die in das rechte Wurmloch eintritt, reist 3 Sekunden in die Vergangenheit und tritt aus dem linken Wurmloch wieder heraus und zwar in die selbe Richtung, in die sie hinein gerollt ist.
Wenn man nun versucht eine Kugel durch diese beiden Löcher zu rollen, kann folgendes passieren:
Die Kugel rollt zunächst auf die Mitte der Löcher zu, aber sobald sich die Kugel zwischen den Löchern befindet, tritt plötzlich eine zweite Kugel aus dem linken Ausgang des Wurmloches aus, trifft die erste und lenkt diese dadurch in den Eingang des rechten Wurmloches ab, während die zweite in die ursprüngliche Geradeausrichtung weiterrollt.
Die erste Kugel fällt also nun in das rechte Wurmloch, reist 3 Sekunden in die Vergangenheit, tritt aus dem Ausgang des linken Wurmloches wieder heraus und trifft dann auf ihr jüngeres Selbst, lenkt diese in das rechte Wurmloch ab, während sie selbst in Geradeausrichtung weiterrollt.
Diese Entwicklung ist vollkommen selbstkonsistent und erfüllt die Gesetze der Klassischen Physik an jedem Punkt und zu jeder Zeit. Es gibt von der kausalen Seite somit tatsächlich Lösungen, die Zeitreisen zulassen.
Damit stellt sich allerdings ein neues Problem:
Die Kugel könnte nämlich nach den Gesetzen der klassischen Mechanik genauso gut einfach geradeaus zwischen den beiden Löchern durchrollen, ohne das was besonders passieren würde. Es gibt also für ein und die selbe Anfangsbedingung mindestens zwei mögliche Vorhersagen. Das kann nach den Gesetzen der klassischen Mechanik nicht sein, da die Lösung des sog. Anfangwertproblems eindeutig sein muss.
Einen Ausweg könnte möglicherweise die Quantenmechanik liefern, die ja bekanntlich keine Aussagen über die Bahn eines Teilchens macht, sondern nur über dessen Aufenthaltswahrscheinlichkeit.
Auf das Beispiel übertragen bedeutet das, dass wenn man den Versuch oft genug durchführt, eben nur in manchen Fällen plötzlich aus dem Loch eine Kugel austritt und die erste, makellose Kugel trifft und ablenkt, in anderen Fällen wird sie einfach weiter rollen.
Damit wäre das Problem m.E. vollständig aus der Welt geschafft - zumindest was das Kausalitätsproblem anbelangt.
Natürlich heißt das noch lange nicht, dass Zeitreisen auch wirklich möglich sind. Um das zu zeigen, müssten nämlich noch alle anderen Einflüsse, z.B. die Auswirkungen von Quantenfluktuationen, betrachtet werden.
Fazit:
Zeitmaschinen führen nicht grundsätzlich zu Paradoxien, es gibt Lösungen mit Zeitmaschinen, die vollkommen selbstkonsistent sind und nur diese können natürlich realisiert werden.
Gruß
Oliver

