Zeitsymmetrisch?!

Hallo!

Ich habe mal darüber nachgedacht, dass die meisten Naturgesetze angeblich zeitsymmetrisch sein sollen und folglich der Zeitpfeil eines physikalischen Systems genauso gut in die andere Richtung zeigen könnte. Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen, das sich aus der Heisenbergschen Unschärferelation ergibt: Im Prinzip kann man die HUR ja so verstehen, dass man im Prinzip nie weiß was im nächsten Moment genau geschehen wird - man kann es nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit voraussagen. Es gibt also eine gigantische Anzahl möglicher Zukünfte, wobei man nicht weiß, welche Zukunft Realität sein wird. Aus dieser Tatsache ergibt sich ja im Grunde genommen die komplette Quantenphysik und eine Unzahl von physikalischen Phänomenen, die unser Universum erst zu dem machen was es ist - ein Universum ohne diese Eigenart müßte vollkommen anders aussehen.
Diese „Unschärfe“ gilt doch aber nur für die Zukunft! Man weiß nie was im nächsten Moment geschehen wird aber im Rückblick existiert diese Unschärfe nicht mehr, da ich ja weiß, was früher gewesen ist. Mit anderen Worten: Gebe es in einem physikalischen System in dem der Zeitpfeil in die falsche Richtung - also in die Vergangenheit - läuft überhaupt eine Unschärfe?! Ich zweifle daran! Wenn aber die HUR ein so wesentlicher Bestandteil unserer Realität ist, wie kann man dann davon reden, dass die Naturgesetzte zeitsymmetrisch sein sollen. Schließlich ist nun das wohl bedeutenste Naturgesetz einach außer Kraft gesetzt worden. Im „Rückblick“ erscheint einem Beobachter das Universum also in einem vollkommen anderen Licht ( mal davon abgesehen das der Beobachter dann rückwärts denk :smile: ).

Was meint ihr dazu?

Florian

Hallo Florian

Ich bin nicht ganz Deiner Meinung, die Unschärfe gilt auch rückblickend, nämlich in der Frage, durch welche Konstellationen ein Messergebnis hervorgerufen wird. Diese Frage wird relevant, wenn man in der Vergangenheit gerade nicht den Ausgangszustand festgestellt hat.

Deine Aussage, in der Vergangenheit wüsste man doch, welcher Zustand Ausgangspunkt war, entspricht nicht der Praxis. Oft weiss man dies gerade nicht.

Gruss
Thomas

Hallo!

Ich habe mal darüber nachgedacht, dass die meisten
Naturgesetze angeblich zeitsymmetrisch sein sollen und
folglich der Zeitpfeil eines physikalischen Systems genauso
gut in die andere Richtung zeigen könnte. Dabei bin ich auf
ein Problem gestoßen, das sich aus der Heisenbergschen
Unschärferelation ergibt: Im Prinzip kann man die HUR ja so
verstehen, dass man im Prinzip nie weiß was im nächsten Moment
genau geschehen wird - man kann es nur mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit voraussagen. Es gibt also eine gigantische
Anzahl möglicher Zukünfte, wobei man nicht weiß, welche
Zukunft Realität sein wird. Aus dieser Tatsache ergibt sich ja
im Grunde genommen die komplette Quantenphysik und eine Unzahl
von physikalischen Phänomenen, die unser Universum erst zu dem
machen was es ist - ein Universum ohne diese Eigenart müßte
vollkommen anders aussehen.
Diese „Unschärfe“ gilt doch aber nur für die Zukunft! Man weiß
nie was im nächsten Moment geschehen wird aber im Rückblick
existiert diese Unschärfe nicht mehr, da ich ja weiß, was
früher gewesen ist. Mit anderen Worten: Gebe es in einem
physikalischen System in dem der Zeitpfeil in die falsche
Richtung - also in die Vergangenheit - läuft überhaupt eine
Unschärfe?! Ich zweifle daran! Wenn aber die HUR ein so
wesentlicher Bestandteil unserer Realität ist, wie kann man
dann davon reden, dass die Naturgesetzte zeitsymmetrisch sein
sollen. Schließlich ist nun das wohl bedeutenste Naturgesetz
einach außer Kraft gesetzt worden. Im „Rückblick“ erscheint
einem Beobachter das Universum also in einem vollkommen
anderen Licht ( mal davon abgesehen das der Beobachter dann
rückwärts denkt :smile: ).

hihi
Willkommen im Klub! Das werfe ich hier allen Leuten vor. Denk mal hier drüber nach: http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/zeitbegriff.htm

Gruß
Frank

Hallo Thomas

Ich bin nicht ganz Deiner Meinung, die Unschärfe gilt auch
rückblickend, nämlich in der Frage, durch welche
Konstellationen ein Messergebnis hervorgerufen wird.

Ich verstehe deinen Ansatz: Du meinst, wenn wir uns in irgendeiner Zukunft befinden und uns in die Vergangenheit bewegen können wir nicht vorhersagen, welche Vergangenheit uns erwartet, weil wir nicht wissen, durch welche Konstellation genau unsere Zukunft zustandegekommen ist… . Vielleicht hast du Recht aber ich möchte dazu doch noch einen Gedanken einwerfen: Wenn wir uns aus der Zukunft in die Vergangenheit bewegen wissen wir nur deshalb nicht, welche Vergangenheit uns erwartet, weil wir die Ausgangskonstellation nicht kennen - gut. Das Problem dabei ist: Es steht trotzdem die ganze Zeit schon fest, welche Vergangenheit uns erwartet - wir können nur nicht verifizieren, welche es sein wird. D.h., die INFORMATION darüber, welche Vergangenheit uns erwartet steht fest und ist nur nicht einsehbar - NICHT aber etwa unscharf!!! Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied, denn meines Wissens wurden versteckte Variablen als Grund für die HUR bereits ausgeschlossen und hier liegt mit dieser Information eine versteckte Variable vor. Wenn also für einen Lauf von Vergangenheit zur Zukunft versteckte Variablen keine Rolle spielen dürfen, dürften sie es in anderer Richtung auch nicht tun ( also von Zukunft zu Vergangenheit ) - ansonsten wären die Naturgesetze wieder nicht zeitsymmetrisch. Somit ist deine Erklärung keine mögliche Lösung für das Problem… schätze ich :smile:.

Florian

Hallo,

ich würde sagen, wenn man den Zeitpfeil umkehrt wird eine andere Vergangenheit Realität.

Hallo,

ich würde sagen, wenn man den Zeitpfeil umkehrt wird eine
andere Vergangenheit Realität.

HÄ?
Vergangenheit hat es an sich, dass sie vorüber ist. Wie definierst du
„Zeit“?

fragt ernsthaft:
Frank

Vergangenheit hat es an sich, dass sie vorüber ist.

Aber nicht mehr, wenn ich den Zeitpfeil umkehre. Dann liegt die Vergangenheit nämlich noch vor mir.

Wie
definierst du
„Zeit“?

Als der negativ definite Unterraum im Minkowsky Raum.
Wie definierst du Zeit?

Gruß
Oliver

Hallo Olli,

Vergangenheit hat es an sich, dass sie vorüber ist.

Aber nicht mehr, wenn ich den Zeitpfeil umkehre. Dann liegt
die Vergangenheit nämlich noch vor mir.

Nein, nicht DEN ZEITPFEIL. Du kannst sämtlicher Prozesse prinzipiell auch rückwärts ablaufen lassen. Als Teil eines geschlossenen Systems könntest du aber selbst nicht feststellen, wierum sie verlaufen.

Wie
definierst du
„Zeit“?

Als der negativ definite Unterraum im Minkowsky Raum.
Wie definierst du Zeit?

Historisch. Der Minkowskiraum ist keine korrekt-reale Darstellung der Abläufe im Universum, sonst gäbe es noch nicht mal ne ART. Siehe das Original: http://kds-nano.dyndns.biz/moderne%20oekonomie/relat…
Was ist nun Gleichzeitigkeit? So, wie es in der RT definiert ist, funzt es auch nicht. Wenn du heute jegliche Bewegung im Universum anhalten könntest und kurz Gott spielst, dann könntest du rumfliegfahren und dir anschauen, was derzeit alles gleichzeitig passiert. Nach ART so nicht möglich, obwohl die Mathematik darin dennoch richtig ist. Zur Zeit meine Gedanken: http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/Zeitbegriff.htm
Zeit ergibt sich aus dem Ablauf von Prozessen. ermittelt werden kann sie aber nur für einen vorzüglichen Punkt (dem Ort der Uhr z.B.). Mein historischer Zeitbegriff umfasst die gesamte Entwicklungsgeschichte - ein riesiger Unterschied. Obwohl das in näherer Umgebung recht gut passt (erdnaher Raum), ist es eigentlich unsinnig, Zeit so mit der Uhr zu messen. Interessant sind doch nur die Abläufe, welche stattfanden und die daraus gewinnbaren Erkenntnisse, welche stattfinden werden.

Gruß
Frank

Hallo,

Ich habe mal darüber nachgedacht, dass die meisten
Naturgesetze angeblich zeitsymmetrisch sein sollen und
folglich der Zeitpfeil eines physikalischen Systems genauso
gut in die andere Richtung zeigen könnte.

Soweit ich das als Nichtphysiker verstanden habe, bedeutet zeitsymmetrisch eigentlich nur, daß JEDER physikalische Vorgang (z.B. auch ein Atomzerfall) entgegengesetzt ablaufen könnte (also eine Rekombination zweier Atomkernteile und etwas Energie zu einem Atomkern). Wenn man also einen ‚Film‘ davon ansehen würde, könnte man diesen genausogut vorwärts wie rückwärts zeigen, beide Ereignisabläufe sind möglich.

Dabei bin ich auf
ein Problem gestoßen, das sich aus der Heisenbergschen
Unschärferelation ergibt: Im Prinzip kann man die HUR ja so
verstehen, dass man im Prinzip nie weiß was im nächsten Moment
genau geschehen wird - man kann es nur mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit voraussagen.

Seh ich auch so. Man kann nicht vorhersagen, WANN ein Kernzerfall genau eintritt. Man kann nur eine Wahrscheinlichkeit dafür angeben.

Es gibt also eine gigantische
Anzahl möglicher Zukünfte, wobei man nicht weiß, welche
Zukunft Realität sein wird.

Scheint mir auch logisch.

Aus dieser Tatsache ergibt sich ja
im Grunde genommen die komplette Quantenphysik und eine Unzahl
von physikalischen Phänomenen, die unser Universum erst zu dem
machen was es ist - ein Universum ohne diese Eigenart müßte
vollkommen anders aussehen.

Dito.

Diese „Unschärfe“ gilt doch aber nur für die Zukunft! Man weiß
nie was im nächsten Moment geschehen wird aber im Rückblick
existiert diese Unschärfe nicht mehr, da ich ja weiß, was
früher gewesen ist. Mit anderen Worten: Gebe es in einem
physikalischen System in dem der Zeitpfeil in die falsche
Richtung - also in die Vergangenheit - läuft überhaupt eine
Unschärfe?! Ich zweifle daran! Wenn aber die HUR ein so
wesentlicher Bestandteil unserer Realität ist, wie kann man
dann davon reden, dass die Naturgesetzte zeitsymmetrisch sein
sollen.

Die Zeitsymmetrie gilt auch für die Wahrscheinlichkeit, wenn alles rückwärts abläuft. Das heißt, auch jetzt kann man keine genauen Vorhersagen treffen. Das, was in der Vergangenheit passiert ist, ist nämlich in der neuen Blickrichtung wieder unbekannt und damit nicht genau vorhersagbar.

Schließlich ist nun das wohl bedeutenste Naturgesetz
einach außer Kraft gesetzt worden. Im „Rückblick“ erscheint
einem Beobachter das Universum also in einem vollkommen
anderen Licht ( mal davon abgesehen das der Beobachter dann
rückwärts denk :smile: ).

Das mit dem Rückwärtsdenken ist genau der Punkt. Die neue Richtung ist für den Beobachter nämlich jetzt die Zukunft und nicht etwas schon passiertes. Und damit ist es für ihn wieder genauso genau vorhersagbar, wie es die HUR erlaubt/verbietet.
Aber, wie gesagt, ich bin kein Physiker. Vielleicht hab ich es auch nicht richtig verstanden. :wink:

Axel

Hallo!

Les’ mal was ich Thomas Millack als Antwort geschrieben habe - das gleiche würde ich hier jetzt auch schreiben, um dir zu widersprechen -es bringt nur nix wenn ich mich wiederhole :wink:.

Florian

Als Teil eines
geschlossenen Systems könntest du aber selbst nicht
feststellen, wierum sie verlaufen.

Doch. Ich berechne einfach die Entropie von zwei Zeitpunkten. Dort wo die Entropie größer ist, ist die spätere Zeitpunkt.

Was ist nun Gleichzeitigkeit? So, wie es in der RT definiert
ist, funzt es auch nicht.

Warum nicht??

Wenn du heute jegliche Bewegung im

Universum anhalten könntest und kurz Gott spielst, dann
könntest du rumfliegfahren und dir anschauen, was derzeit
alles gleichzeitig passiert. Nach ART so nicht möglich, obwohl
die Mathematik darin dennoch richtig ist.

Natürlich geht, in der ART ist doch sauber definiert, was gleichzeitigkeit bedeutet.

Gruß und Schluss mit der Diskussion von mir aus. (Sorry, aber bei deinen Gesprächen kommt nie was raus, weil du immer nur rumlaberst und nie konkret wirst.)

Oliver

1 „Gefällt mir“

Doch. Ich berechne einfach die Entropie von zwei Zeitpunkten.
Dort wo die Entropie größer ist, ist die spätere Zeitpunkt.

Lol, wie vergleichst du diese? Der Prozess, der schneller abläuft, ist dann also prinzipiell im späteren Zeitpunkt?

Was ist nun Gleichzeitigkeit? So, wie es in der RT definiert
ist, funzt es auch nicht.

Warum nicht??

Weil eine Wirkung als Ursache definiert wurde. Kein Prozess --> keine Zeitmessung möglich. Mit der dx/dp als Ausgang könnte ich beruhigt schlafen.

Wenn du heute jegliche Bewegung im

Universum anhalten könntest und kurz Gott spielst, dann
könntest du rumfliegfahren und dir anschauen, was derzeit
alles gleichzeitig passiert. Nach ART so nicht möglich, obwohl
die Mathematik darin dennoch richtig ist.

Natürlich geht, in der ART ist doch sauber definiert, was
gleichzeitigkeit bedeutet.

Du hast es hoffentlich mal gelesen: „Um diese mit der Gleichwertigkeit der Inertialsysteme (spezielles Relativitätsprinzip) in Einklang zu bringen, muß der absolute Charakter der Gleichzeitigkeit aufgegeben werden“
Nach dieser Aussage wäre das Universum verschwunden, wenn ich es anhalten würde, besser, es existiert nur, wenn ich mich darin bewege. Da sind wir wieder bei dem Problem, dass die ART soooo allgemein ist, dass sie immernoch einen vorzüglichen Punkt, einen Massepunkt, hat, von welchem aus die Welt betrachtet wird. Das ist nicht allgemein sondern Unfug. Das Ergebnis ist dann so, dass sie logischerweise nie vollständig erfasst werden kann.

Gruß und Schluss mit der Diskussion von mir aus. (Sorry, aber
bei deinen Gesprächen kommt nie was raus, weil du immer nur
rumlaberst und nie konkret wirst.)

Klar, du müßtest ja nachdenken dabei und nicht nur nachplappern. Was war daran unkonkret?

Gruß und Schluß
Frank

Hallo,
hab noch was interessantes entdeckt, das vielleicht (nach stundenlangem Lesen, ist etwas länglich, der Text) einen Denkansatz bietet:
http://www.on-line.de/~u.skirke/2_4.html
Darin geht es darum, daß eben NICHT überall Zeitsymmetrie herrscht. Jedenfalls nicht in chaosbehafteten Systemen. Danach müsstest Du Dir auch keine Gedanken mehr um die Zeitumkehr machen…

Axel

Hallo,

Doch. Ich berechne einfach die Entropie von zwei Zeitpunkten.
Dort wo die Entropie größer ist, ist die spätere Zeitpunkt.

Lol, wie vergleichst du diese? Der Prozess, der schneller
abläuft, ist dann also prinzipiell im späteren Zeitpunkt?

was hat Entropie mit Geschwindigkeit zu tun? Oliver meint hier den 2. Hauptsatz der Thermodynamik. In der aktuellen Diskussion über Zeitsymmetrie wird dieser als Widerspruch zur Zeitsymmetrie gesehen und damit die Entropie als Merkmal eines gerichteten ‚Zeitverlaufs‘ (vielleicht ein wenig quer ausgedrückt).

Axel

1 „Gefällt mir“

Hallo Axel,

was hat Entropie mit Geschwindigkeit zu tun?

Sehr viel. Ohne Bewegung keine Entropie.

Oliver meint hier
den 2. Hauptsatz der Thermodynamik. In der aktuellen
Diskussion über Zeitsymmetrie wird dieser als Widerspruch zur
Zeitsymmetrie gesehen und damit die Entropie als Merkmal eines
gerichteten ‚Zeitverlaufs‘ (vielleicht ein wenig quer
ausgedrückt).

Da kommen wir doch der Sache schon näher, aber welche Zeit ist hier wieder gemeint? Die der Kinematik der Punktmass oder der historische Zeitbegriff eines Prozessablaufes? Ich hatte meine Gedanken dazu zur Diskussion gestellt: http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/Zeitbegriff.htm
Ist aber auch noch nicht ganz das gelbe vom Ei - der Sinn stimmt aber, den ich ausdrücken wollte.

Gruß
Frank

Hallo,

was hat Entropie mit Geschwindigkeit zu tun?

Sehr viel. Ohne Bewegung keine Entropie.

Klar. Aber die ‚systemimmanente‘ Geschwindigkeit (die der Entropie) hat nichts mit der Geschwindigkeit des Prozessablaufs zu tun.

Oliver meint hier
den 2. Hauptsatz der Thermodynamik. In der aktuellen
Diskussion über Zeitsymmetrie wird dieser als Widerspruch zur
Zeitsymmetrie gesehen und damit die Entropie als Merkmal eines
gerichteten ‚Zeitverlaufs‘ (vielleicht ein wenig quer
ausgedrückt).

Da kommen wir doch der Sache schon näher, aber welche Zeit ist
hier wieder gemeint? Die der Kinematik der Punktmass oder der
historische Zeitbegriff eines Prozessablaufes? Ich hatte meine
Gedanken dazu zur Diskussion gestellt:
http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/Zeitbegriff.htm
Ist aber auch noch nicht ganz das gelbe vom Ei - der Sinn
stimmt aber, den ich ausdrücken wollte.

Es geht hier nicht um einen philosophischen Zeitbegriff, sondern um einen physikalischen. Also darum, ob überhaupt wirklich alle bisher bekannten Naturgesetze zeitsymmetrisch sind. Der 2.Hauptsatz würde dem widersprechen, da die Entropieverschiebung eben NICHT zeitsymmetrisch abläuft.
Über Philosophie kannst Du reden, bis Du schwarz wirst, ohne daß da irgendwelche physikalischen Erkenntnisse bei rauskommen. Das ist eben der Unterschied zur Wissenschaft: es wird durch Philosophie kein Wissen geschaffen. Unter Wissenschaft verstehe ich:
Beobachtung -> Theorie -> Experiment zur Überprüfung der Theorie.
Letzteres fehlt bei der Philosophie, weshalb ich sie nicht als Wissenschaft ansehe (übrigens verschiedene andere ‚Wissenschaften‘ auch nicht, wie zum Beispiel die Rechtswissenschaft. Die heißen nur so). Man kann in der Philosophie zu jeder These eine Antithese entwickeln; ohne Beweis in Form eines Experiments sind beide genauso wahr oder falsch. Übrigens heißt das natürlich nicht, daß die bisher gefundenen ‚Naturgesetze‘ allgemeingültig und absolut sind. Wenn man irgendwo Sonderfälle findet, muß man die Formeln evt. erweitern oder ganz ersetzen. Ist schon oft genug passiert. Das ist ja grade das spannende in der Physik: es gibt immer wieder neue Erkenntnisse. Aber IMMER gehen diese neuen Theorien von beobachteten Phänomenen aus und MÜSSEN durch Experimente gestützt werden. Sonst ist eben eine Theorie so gut wie die andere. Man kann verdammt lange drüber dikutieren, ob eine Wand blau oder weiß sein muß, ohne zu einer endgültigen Lösung zu kommen. Erst wenn man es ausprobiert und das gewünschte Ergebnis erzielt wird (oder auch nicht), gewinnt man neue Erkenntnisse.
Also kann man auch lange darüber reden, was Zeit nun eigentlich ist oder sein könnte - erst, wenn man geeignete Experimente dazu durchführt , wird man die entsprechenden Theorien überprüfen können. Vorher ist es eben nur Gerede.

Axel

2 „Gefällt mir“

Hi Florian :smile:

Im Prinzip kann man die HUR ja so
verstehen, dass man im Prinzip nie weiß was im nächsten Moment
genau geschehen wird - man kann es nur mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit voraussagen.

Nein, das ist so nicht richtig! Die Heisenberg’sche Unschärfe-Relation (HUR) gilt nur im Zusammenhang mit zwei Messvorgängen!

Um eine Größe an einem quantenmechanischen System zu messen, muss man dieses System verändern! Willst du z.B. den Spin eines Teilchens messen, so kannst du von außen ein Magnetfeld anlegen und messen, wie sich das Teilchen an diesem äußeren Magnetfeld ausrichtet! Die Messung verändert also den Zustand des Teilchens! In diesem Fall hat sich die Drehachse des Spins geändert! Jede Messung beeinflusst den Zustand des gemessenen Teilchens! Physikalisch gesprochen: Jede Messung zwingt das System von einem Mischzustand in einen reinen Zustand.

Wenn du 2 Messungen machen möchtest, etwa die Geschwindigkeit und den Ort eines Teilchens, bekommst du ein Problem! Die Messung der Geschwindigkeit verändert den Zustand des Teilchens. Die nachfolgende Messung des Ortes verändert den Zustand des Teilchens ebenfalls! Daher ist das Ergebnis der ersten Messung nicht mehr exakt gültig!!! Das Ergebnis der ersten Messung ist nur noch ein Näherungswert!

Es gibt Messgrößen, die den Zustand des Teilchens in derselben Weise beeinflussen. Das heißt, die erste Messung zwingt das Teilchen in einen bestimmten Zustand und die zweite Messung zwingt es in denselben Zustand. In diesem Fall sind die Ergebnisse beider Messungen genau!

Daher gilt die Heisenberg’sche Unschärfe-Relation auch nicht für beliebige Paare von Messgrößen. Die bekanntesten Paare, bei denen sie gilt, sind wohl:

Ort - Impuls (Geschwindigkeit)
Energie - Zeit

Es gibt also eine gigantische
Anzahl möglicher Zukünfte, wobei man nicht weiß, welche
Zukunft Realität sein wird.

Es gibt exakt eine Zukunft! Die Welt befindet sich in einem quantenmechanischen Mischzustand. Und wenn du etwas von dieser Welt beobachtest, tackerst du das Beobachtete in einem reinen Zustand fest. Von da ab entwickelt sich das Beobachtete wieder „ungestört“ weiter.

Mit anderen Worten: Gebe es in einem
physikalischen System in dem der Zeitpfeil in die falsche
Richtung - also in die Vergangenheit - läuft überhaupt eine
Unschärfe?!

Ja, weil du auch bei rückwärtslaufender Zeit ständig Messungen machst bzw. die Welt „beobachtest“.

Wenn aber die HUR ein so
wesentlicher Bestandteil unserer Realität ist, wie kann man
dann davon reden, dass die Naturgesetzte zeitsymmetrisch sein
sollen.

Weil die HUR nichts mit der Zeit zu tun hat. Die HUR beschreibt nur, dass eine Messung das Ergebnis einer vorhergegangenen Messung ungültig machen kann.

Viele Grüße

Stefan.

Hallo Axel,

was hat Entropie mit Geschwindigkeit zu tun?

Sehr viel. Ohne Bewegung keine Entropie.

Klar. Aber die ‚systemimmanente‘ Geschwindigkeit (die der
Entropie) hat nichts mit der Geschwindigkeit des
Prozessablaufs zu tun.

Schon klar - aber das kam von Olli, nicht von mir.

http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/Zeitbegriff.htm
Ist aber auch noch nicht ganz das gelbe vom Ei - der Sinn
stimmt aber, den ich ausdrücken wollte.

Es geht hier nicht um einen philosophischen Zeitbegriff,
sondern um einen physikalischen. Also darum, ob überhaupt
wirklich alle bisher bekannten Naturgesetze zeitsymmetrisch
sind. Der 2.Hauptsatz würde dem widersprechen, da die
Entropieverschiebung eben NICHT zeitsymmetrisch abläuft.
Über Philosophie kannst Du reden, bis Du schwarz wirst, ohne
daß da irgendwelche physikalischen Erkenntnisse bei
rauskommen. Das ist eben der Unterschied zur Wissenschaft: es
wird durch Philosophie kein Wissen geschaffen. Unter
Wissenschaft verstehe ich:
Beobachtung -> Theorie -> Experiment zur Überprüfung der
Theorie.

Was, bitteschön, hat das mit d/hM zu tun?
Selbstverständlich geht es hier um den philosophischen, gleichsam auch physikalischen Zeitbegriff. Der wird in der Physik nämlich ungeachtet lustig durcheinandergeworfen. Einmal ein periodischer Ablauf - eignet sich nur zur Betrachtung punktförmiger Massen, eine echte Gleichzeitigkeit, die es so lt. ART garnicht gibt, benötige ich aber bei der Betrachtung von Bewegungsabläufen. Das liefert mir durchaus eine Philosophie auf wissenschaftlicher Basis (auch Physik stammt ehemals aus der Philosophie).

Letzteres fehlt bei der Philosophie, weshalb ich sie nicht als
Wissenschaft ansehe (übrigens verschiedene andere
‚Wissenschaften‘ auch nicht, wie zum Beispiel die
Rechtswissenschaft. Die heißen nur so). Man kann in der
Philosophie zu jeder These eine Antithese entwickeln; ohne
Beweis in Form eines Experiments sind beide genauso wahr oder
falsch. Übrigens heißt das natürlich nicht, daß die bisher
gefundenen ‚Naturgesetze‘ allgemeingültig und absolut sind.

Das sind sie nun aber mal. Da ich genau so denke, kann ich dir versichern, dass da noch nirgends ein Sonderfall von mir erkannt wurde. Für Logik goibts nunmal keine Ausnahmeregelungen - die brauchst du nur, wenn das Fundament des Wissens schon durch falsch gesetzte Axiome von Haus aus untauglich ist.

Wenn man irgendwo Sonderfälle findet, muß man die Formeln evt.
erweitern oder ganz ersetzen. Ist schon oft genug passiert.

Klar, logisch. Behaupte gar kein Gegenteil. Noch nicht mal zu Ostzeiten war es anders. Und woran liegt es?
Denk mal nach: actio=reactio wußte schon Newton. Aber dass ein sich bewegendes System prinzipiell den Wunsch hat, auseinanderzudriften und es dafür bislang nicht mal den Ansatz für eine Gegenkraft gibt, stört keinen. Nein, man erklärt lieber eine Wirkung, die Zeit, axiomatisch als Ursache und entwickelt daraus Theorien.
Das sind Spinner, die sowas machen, weil sie sich irgendwie finanzieren müssen und schon im Förderantrag neue Theorien „erfinden“. Erzähl mir nix.

Das ist ja grade das spannende in der Physik: es gibt immer
wieder neue Erkenntnisse. Aber IMMER gehen diese neuen
Theorien von beobachteten Phänomenen aus und MÜSSEN durch
Experimente gestützt werden. Sonst ist eben eine Theorie so
gut wie die andere.

Sags doch klar: unterm Strich sind sie alle nur unfunktionale Teilaspekte. Ich sag nur Higgs-Boson und CERN. Genauso wie lego & Co. vergeblich dunkler Materie hinterherjagt.

Man kann verdammt lange drüber dikutieren,
ob eine Wand blau oder weiß sein muß, ohne zu einer
endgültigen Lösung zu kommen. Erst wenn man es ausprobiert und
das gewünschte Ergebnis erzielt wird (oder auch nicht),
gewinnt man neue Erkenntnisse.

Die Erkenntnisse auf die Logik ihrer Zusammenhänge hin zu überprüfen, reicht schon vielfach.
Aber irgendwie kommt mir das hier immer so vor, als wenn ich über Bäume rede und dann zur Antwort bekomme, dass dies nicht richtig sei, denn Kühe sind nicht grün.

Also kann man auch lange darüber reden, was Zeit nun
eigentlich ist oder sein könnte - erst, wenn man geeignete
Experimente dazu durchführt , wird man die
entsprechenden Theorien überprüfen können. Vorher ist es eben
nur Gerede.

Experiment für zuhause: Greif in den Kühli und hole etwas heraus. Fertig isses.
Jetzt Überprüfung anhand ART: stelle die Bewegungsabläufe anhand jedes einzelnen teilnehmenden Objektes untereinander dar (also von dir aus, dem Ei bspw. und dem Kühli). Du wirst sehen, dass dabei nur Unsinn heraus kommt, wenn du stets die Bewegung dreier Objekte darstellen willst.
Schlussfolgerung: Du hast entweder keinen Kühli oder kein Ei ist drin. So der Physiker :smile:

Gruß
Frank

Hallo,

Schon klar - aber das kam von Olli, nicht von mir.

Nein, das kam von Dir:
Olli:

Doch. Ich berechne einfach die Entropie von zwei Zeitpunkten. Dort wo :die Entropie größer ist, ist die spätere Zeitpunkt.

Frank:

Lol, wie vergleichst du diese? Der Prozess, der schneller abläuft, :ist dann also prinzipiell im späteren Zeitpunkt?

Was, bitteschön, hat das mit d/hM zu tun?

Frag ich mich auch.

Selbstverständlich geht es hier um den philosophischen,
gleichsam auch physikalischen Zeitbegriff.

Philosophisch (= nicht wissenschaftlich) ist eben nicht das gleiche wie physikalisch (= wissenschaftlich).

Der wird in der
Physik nämlich ungeachtet lustig durcheinandergeworfen. Einmal
ein periodischer Ablauf

periodisch im Sinne von ‚sich immer wiederholend‘? Oder im Sinne von ‚nacheinander ablaufend‘? Ich dachte, Deine Philosophie würde Wert auf eindeutige Begriffe legen :wink: ?

  • eignet sich nur zur Betrachtung punktförmiger Massen,

Warum das denn? Man kann nicht das Große erklären, ohne das Kleine darin. Aber man kann doch das Große erklären DURCH das Kleine darin (unter Berücksichtigung evt. zusätzlicher Einflüsse). Oder entspricht es nicht Deiner Logik, vom Kleinen aufs Große, vom Einzelnen auf Alle zu schließen?

eine echte Gleichzeitigkeit, die es so
lt. ART garnicht gibt, benötige ich aber bei der Betrachtung
von Bewegungsabläufen.

Die ‚Betrachtung‘, die Du hier meinst, ist nur Theorie. Und da reicht eine theoretische Gleichzeitigkeit. Die Ergebnisse aktueller Experimente lassen sich aber trotzdem vorhersagen. Wenn die Theorie stimmt. Wenn nicht, ist entweder die Theorie falsch oder es gibt irgendwelche Einflüsse im Experiment, die untersucht werden müssen. So lange, bis Theorie und Praxis (Experiment) übereinstimmen. Du solltest das übrigens nicht verwechseln mit ‚Experimente anpassen, bis die Theorie stimmt‘. Das machen die Philosophen: Nebenbedingungen anpassen, bis die Praxis zur Theorie passt. In der Physik müssen auch die Störeinflüsse genau gefunden/festgehalten/erklärt werden.
Btw., warum erlaubt die ART keine Gleichzeitigkeit?

Das liefert mir durchaus eine
Philosophie auf wissenschaftlicher Basis.

Natürlich kannst Du, ausgehend von der Physik, anfangen zu philosophieren. Aber das bringt die Physik nicht weiter. Weil eben
philosophisch (= nicht wissenschaftlich) nicht das gleiche ist wie physikalisch (= wissenschaftlich). Es fehlt der Philosophie die Überprüfung des (logisch aufgebauten) Gedankenwerks durch den Versuch.

(auch Physik stammt ehemals aus der Philosophie).

Du sagst es: ehemals. Inzwischen haben wir aber dazugelernt. Seit Galileo machen Physiker Experimente, um ihre Theorien zu überprüfen. Philosophen eben nicht. Was dabei rauskommten kann, sieht man an der wissenschaftsfeindlichen Einstellung der Kirche im Mittelalter eben zu Zeiten Galileos, als behauptet wurde, die alten Griechen hätten eben schon alles theoretisch und philosophisch durchdacht und deshalb könne man keine neuen Erkenntnisse mehr gewinnen. Auch, wenn die Tatsachen gegen die Philosophische Lehre sprachen.

Übrigens heißt das natürlich nicht, daß die bisher
gefundenen ‚Naturgesetze‘ allgemeingültig und absolut sind.

Das sind sie nun aber mal.

Du redest von den tatsächlichen Naturgesetzen. Ich rede von den uns bekannten Naturgesetzen. Siehst Du den Unterschied? Was heute noch offensichtlich ist, kann unter Berücksichtigung weitere Einflüsse morgen schon der Erweiterung bedürfen.

Da ich genau so denke, kann ich dir
versichern, dass da noch nirgends ein Sonderfall von mir
erkannt wurde.

Du machst ja auch keine Experimente. Also, wo willst Du dann Sonderfälle entdecken? Die eben nicht zu den (bzw. Deinen) geltenden Naturgesetzen passen?
Denk an ein einfaches Pendel: ein Gewicht, das an einer Feder hängt. Der Versuch aus dem Schulunterricht. Man zieht am Gewicht, läßt es dann los, und beobachtet die Schwingung. Und dann kommt der Physiklehrer mit einer einfachen Formel mit zwei Konstanten und schon ist das Pendeln erklärt und berechnet. Aber bei näherem Hinsehen ist es auf einmal gar nicht mehr so klar. Wie ist z.B. die Auswirkung eines elektromagnetischen Feldes auf das System? Und der Einfluß einer geänderten Schwerkraft oder Temperatur? Was passiert, wenn ich zu stark ziehe oder das Gewicht anhebe? Was ist mit der Luftreibung oder gar Luftdruckschwankungen und Wind? Wohin geht die Energie verloren (irgendwann hört das Pendel nämlich auf zu pendeln)? Wo finde ich denn das alles in meinen einfachen Gleichungen wieder? Logisch konnte ich doch alles herleiten, sogar mit komplizierten Differentialgleichungen, wo ist also der Fehler?
Analog zu diesem Versuch kannst also auch Du evt. falsche oder zumindest nicht ausreichende Schlüsse aus den Beobachtungen der Natur gezogen haben. Und trotz aller Logik ist dann Dein Weltbild leider etwas daneben. Auch wenn Du persönlich die ‚Sonderfälle‘ nicht gesehen hast.

Für Logik goibts nunmal keine
Ausnahmeregelungen - die brauchst du nur, wenn das Fundament
des Wissens schon durch falsch gesetzte Axiome von Haus aus
untauglich ist.

Genau das ist der Punkt: wenn das Fundament falsch ist (oder unvollständig), kann das ganze Haus (Naturgesetz) einstürzen. Oder wenigstens weitere Stützen (Erweiterung der Gleichungen) benötigen.

Wenn man irgendwo Sonderfälle findet, muß man die Formeln evt.
erweitern oder ganz ersetzen. Ist schon oft genug passiert.

Klar, logisch. Behaupte gar kein Gegenteil. Noch nicht mal zu
Ostzeiten war es anders. Und woran liegt es?
Denk mal nach: actio=reactio wußte schon Newton.

Und Newton lag nicht nur einmal falsch. Er kannte eben nicht die Ergebnisse aus den aktuellen Experimenten. Und konnte nicht alle Störeinflüsse berücksichtigen. Einfach mangels Messinstrument. Aber können wir denn heute schon alles messen?

Aber dass ein
sich bewegendes System prinzipiell den Wunsch hat,
auseinanderzudriften und es dafür bislang nicht mal den Ansatz
für eine Gegenkraft gibt, stört keinen.

IMMER, wenn etwas durch die bisher bekannten Gleichungen nicht erklärbares passiert, beginnen Physiker darüber nachzudenken. (Nicht darüber zu philosophieren.) Es ist sogar gradezu der Lebensinhalt eines Physikers, ungeklärten Fragen nachzugehen. Die neuen, ungeklärten Dinge sind interessant, nicht das schon bekannte. Es werden dann neue Theorien entworfen, darüber diskutiert (natürlich nicht im ‚PM‘) und Experimente entwickelt, um der Sache auf die Spur zu kommen. Manchmal dauert es aber etwas, bis neue Formeln dabei rauskommen, die auch Bestand haben. Die meisten Physiker werden sogar niemals das Glück haben, ein neues ‚Gesetz‘ zu entdecken. Anders als bei der Philosophie. Da bekommt man innerhalb von Stunden ein neues Ergebnis. Nur hat das nicht unbedingt einen Sinn. Auch wenn es noch so logisch erscheint.
Btw., seit wann haben Systeme ‚Wünsche‘? Und welche Kräfte meinst Du?

Nein, man erklärt
lieber eine Wirkung, die Zeit, axiomatisch als Ursache und
entwickelt daraus Theorien.

Von irgend einer Theorie muss man ausgehen. Sonst ist das Ganze Experimentieren nur ein Stochern im Nebel und sinnlose Spielerei. Allerdings wird in der Physik jede Theorie durch das Experiment überprüft. Im Gegensatz zur Philosophie, der die Logik als Beweis genügt. Sowas nennt man dann ‚auf Sand gebaut‘, wenn man irgendwann (zufällig, weil nicht darauf hinarbeitend) feststellt, daß leider die Grundüberlegung nicht richtig war.

Das sind Spinner, die sowas machen, weil sie sich irgendwie
finanzieren müssen und schon im Förderantrag neue Theorien
„erfinden“.

Nicht jeder theoretische Physiker ist ein Spinner. Aber jeder hat das Problem, dem Laien zu erklären, wofür das ganze Geld eigentlich verbraten wird. Du solltest nicht jede Begründung für einen Förderantrag gleich mit sensationellen neuen Theorien verwechseln. Wenn wir (‚das Volk‘ bzw. ‚der Staat‘) auch ohne ‚Gegenleistung‘ Gelder zu Verfügung stellen würden, könnten die Physiker auch auf diesen Unsinn verzichten. Aber die Welt ist nunmal so. Denk auch mal über die Hintergründe nach, nicht nur über das Offensichtliche.

Erzähl mir nix.

Ich erzähl nix. Ich versuch Dir was zu erklären.

Das ist ja grade das spannende in der Physik: es gibt immer
wieder neue Erkenntnisse. Aber IMMER gehen diese neuen
Theorien von beobachteten Phänomenen aus und MÜSSEN durch
Experimente gestützt werden. Sonst ist eben eine Theorie so
gut wie die andere.

Sags doch klar: unterm Strich sind sie alle nur unfunktionale
Teilaspekte.

Wenn man einen Teilaspekt richtig verstanden hat, kann man (u.U.) auch auf andere (Teil-) Aspekte schließen. Willst Du allen Ernstes behaupten, NUR ein Experiment, das ALLE NATURGESETZE GLEICHZEITIG überprüft und beweist und zeigt, hätte eine Daseinsberechtigung? Wie willst Du denn in einem solchen Experiment alle Störeinflüsse eliminieren bzw. berücksichtigen, die Dein Messergebnis beeinflussen?
Btw.- was, bitte, ist unfunktional?

Ich sag nur Higgs-Boson und CERN. Genauso wie
lego & Co. vergeblich dunkler Materie hinterherjagt.

Bitte keine Polemik. Die führt nicht weiter. Weder in der Physik noch in der Philosophie. Und die subjektive Wahrscheinlichkeitzuweisung zu einer Theorie sagt nichts über ihren späteren objektiven Wahrheitsgehalt aus. Wobei ich mir hier keine Wertung zutraue.

Man kann verdammt lange drüber dikutieren,
ob eine Wand blau oder weiß sein muß, ohne zu einer
endgültigen Lösung zu kommen. Erst wenn man es ausprobiert und
das gewünschte Ergebnis erzielt wird (oder auch nicht),
gewinnt man neue Erkenntnisse.

Die Erkenntnisse auf die Logik ihrer Zusammenhänge hin zu
überprüfen, reicht schon vielfach.

Natürlich müssen neue Theorien logisch sein. Weil sie so kompliziert sind und viele Fragezeichen beinhalten, kommt es eben zu so langwierigen Diskussionen. Theoretische Physik hat aber trotzdem NICHTS mit Philosophie zu tun. Weil sie Ergebnisse nur akzeptiert werden, wenn sie auch in Experimenten überprüfbar sind, das heißt eine (vielleicht auch ungenaue) Vorhersage des Ergebnisses liefern können. Aber trotz Logik sind sie nicht notwendigerweise richtig. Wenn nämlich die Grundannahme nicht stimmt. Eben das wird ja in der Physik überprüft durch immer neue Experimente. Im Gegensatz zur Philosophie. Reine Logik reicht ABSOLUT NIE!

Aber irgendwie kommt mir das hier immer so vor, als wenn ich
über Bäume rede und dann zur Antwort bekomme, dass dies nicht
richtig sei, denn Kühe sind nicht grün.

Dein Problem ist, daß Du Philosophie mit (theoretischer) Physik verwechselst. Da führt jede Diskussion ins Nirwana, weil man irgendwann anfängt, aneinander vorbei zu reden. Und den Boden unter den Füßen (den Kontakt zur Realität) verliert.

Experiment für zuhause: Greif in den Kühli und hole etwas
heraus. Fertig isses.

Was soll mit diesem Experiment bewiesen werden?

Jetzt Überprüfung anhand ART: stelle die Bewegungsabläufe
anhand jedes einzelnen teilnehmenden Objektes untereinander
dar (also von dir aus, dem Ei bspw. und dem Kühli).

Was würde die ART denn als Ergebnis voraussagen?

Du wirst
sehen, dass dabei nur Unsinn heraus kommt, wenn du stets die
Bewegung dreier Objekte darstellen willst.
Schlussfolgerung: Du hast entweder keinen Kühli oder kein Ei
ist drin. So der Physiker :smile:

Physik versucht, die Natur zu verstehen und zu erklären. Man kann die Gesetzmäßigkeiten aber AUSSCHLIESSLICH überprüfen, wenn man sie unter genau kontrollierten Bedingungen ablaufen läßt. Ansonsten könnten unbekannte (nicht wahrgenommene) äußere Einwirkungen zu völlig falschen Schlüssen führen! Wenn man aber das Verhalten im kleinen einmal erkannt und erklärt hat, kann man Rückschlüsse auf das Verhalten ‚in freier Wildbahn‘ machen. Insofern ist JEDES Experiment der Physik nur ein Idealbild, läßt aber Voraussagen auf das Verhalten unter anderen Umständen zu. Wie kommst Du also darauf, daß irgendein physikalisches Gesetz nur für zwei Körper gelten würde, aber nicht für drei? Nur, weil es keiner ausdrücklich erlaubt hat? Hast Du denn noch nichts von Superposition gehört, die die Addition verschiedener Einflüsse erlaubt (jeweilige Randbedingungen müssen natürlich beachtet werden, z.B. Linearität)?

Axel

1 „Gefällt mir“

Unterschiede
hallo Axel,

wir reden hier tatsächlich von verschiedenen Dingen. d/hM ist nunmal eine wissenschaftlich Art, sich die welt zu betrachten, im Gegensatz zu Idealisten und Metaphysikern. aber den Unterschied scheint noch nicht mal Thomas Miller verstanden zu haben.
Im Gegensatz zu genannten betrachte ich damit die Verkettung von „antagonistischen Widersprüchen“ anhand ihrer Bewegung und kann damit sehr hervorragend Abläufe in komplexen Systemen darstellen. Das ist rein mathematisch garnicht möglich. Siehe dazu Gedanken unter: http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/der%20antago…
Leider hat Engels seine Naturphilosophie nie fertiggestellt. Zur Betrachtungsweise:
Es gibt keine separate Zeit als solches, diese ist nur die Wirkung aus Bewegung (belegt und sogar so definiert, in Physik nicht so verwendet, auch ART nicht). Es gibt lediglich eine Gleichzeitigkeit von Prozessen. Nämlich der Prozesse (-zustände), welche mit Lichtgeschwindigkeit voneinander entfernt sind, also an meinem Ereignishorizont. Dieser Ereignishorizont ist z.B. in 3 m Entfernung vor einer hundertmillionstel Sekunde vom Meßobjekt. Räumlich ist dieser Ereignishorizont überall, nämlich gleichzeitig. Und dies findest du so definitiv nicht in der ART: http://kds-nano.dyndns.biz/moderne%20ökonomie/relati…

Ich hab im mom wenig Zeit, wir diskutieren vielleicht am besten gezielt mal Beispiele durch. Gravitation als repulsiv wirkender Impuls, so wie es in dieser Formel auch steht: E/c=mc, wäre ein schöner Aufhänger.
Sei nicht böse, wenn ich auf den Rest nicht eingehe, interessante Anhaltspunkt und Gedanken stehen unter Natur und Kosmos im Antidühring.

Gruß
Frank