Zensuren in Sport?!

Hallo,
ist das Fach Sport bei euch auch eher ein Fach, in dem ganz sozial nur die Noten von 1-4 verteilt werden, oder kann es da auch schon mal eine 5 geben?
Ich habe gerade das Problem, dass ein Vater nicht einsehen will, dass seine Tochter (Klasse 9/Realschule NRW) aufgrund ihrer gezeigten Leistungen eine „3“ bekommt. Sie möchte sich nämlich irgendwo im Bereich Sport beruflich bewerben.
Sie hat turnerische Qualitäten, die ich nicht abstreiten kann und möchte, doch war dies in diesem Halbjahr nicht gefragt.
Was meint ihr dazu?
Gruß,
Aragorn.

Hardline
Hallo, Aragorn!

Ich gehe im nun folgenden Artikel einfach mal davon aus, dass Du Lehrerin bist und zwar die Sportlehrerin des von Dir genannten Mädels. Dazu: Mit meinem Zeugnis des letzten Freitags habe ich in Sport jetzt die Bandbreite von einer schlechten Vier bis zu einer Zwei gehabt und ich muss sagen, dass ich gerade in diesem Halbjahr sehr eine gewisse Form von Gerechtigkeit genossen habe. Unser angestammter Sportlehrer war lange krank, fehlte endlos und wir hatten nur sehr kurze Zeit bei einem anderen jungen Sportlehrer Unterricht, der unseren Kurs nicht kannte. Wir mussten schwimmen. Ergebnis war, dass all diejenigen, die sich bisher hauptsächlich mit dem – als freundliches Zugeständnis vom Lehrer gedachten – Herumgebolze in der Halle nach Abschluss des eigentlichen Unterrichts profilierten, nichts Bedeutendes leisteten. Ich, der ich sonst immer mit Mühe eine schlechte Drei geschafft hatte, landete plötzlich im Zweier-Bereich. Soviel enttäuschte Hoffnung, nicht einfach seines sonstiges sportlichen Engagements und seines durchtrainierten Körpers wegen eine gute Note zu bekommen, habe ich in der Schule lange nicht mehr gesehen.

ist das Fach Sport bei euch auch eher ein Fach, in dem ganz
sozial nur die Noten von 1-4 verteilt werden, oder kann es da
auch schon mal eine 5 geben?

Ich finde, es kann durchaus auch einmal eine Fünf geben. Üblicherweise finde ich es durchaus korrekt, einem Schüler, der sich normal und umgänglich verhält, aber unbeweglich oder ungeschickt ist, eine Vier zumindest zu geben. Doch selbstverständlich gibt es auch Fälle, in denen ein sich in der Gruppe asozial verhaltender Schüler nicht einmal befriedigende Leistungen im rein sportlichen Teil bringt. Was soll man da bitteschön geben außer einer Fünf? Es ist in der Tat selten, aber gerade in einem Fach wie Sport, in dem man als Lehrer(in) erklärterweise die Chance hat, neben den Leistungen auch das Sozialverhalten in die Note miteinzubeziehen, sollte man diese Gelegenheit nutzen.

Ich habe gerade das Problem, dass ein Vater nicht einsehen
will, dass seine Tochter (Klasse 9/Realschule NRW) aufgrund
ihrer gezeigten Leistungen eine „3“ bekommt. Sie möchte sich
nämlich irgendwo im Bereich Sport beruflich bewerben.
Sie hat turnerische Qualitäten, die ich nicht abstreiten kann
und möchte, doch war dies in diesem Halbjahr nicht gefragt.
Was meint ihr dazu?

Um Gottes Willen – bleib hart! Ich finde es absolutes Unding, der Meinung zu sein, man habe sich mit jahrelangen Leistungen in einem Bereich, meinetwegen auch mit außerschulischem Engagement (alles schön und gut), in allen artverwandten Gebieten Anerkennung und gute Noten verdient. Ich finde es schon geradezu dreist vom Vater, eine solche Note anzuzweifeln, ohne anscheinend Tacheles mit seinem Töchterchen geredet zu haben, was sie auf dem im Halbjahr geforderten Gebiet draufhat. Wenn sie sich im Bereich Sport bewerben möchte, dann soll ihr zukünftiger Arbeitgeber auch wissen, wie gut im Moment sie ist und wie sie mit Aufgaben umgehen kann, die ihr nicht von der linken Hand flutschen. Wir hatten unlängst einen Fall in meinem Englischkurs, in dem ein Schüler von 13 Punkten (also einer 1-) auf vier Punkte, also eine (4-) abgerutscht ist. Er hatte sich vorher bemüht, aber bei einem Thema völlig abgeschaltet und ich finde, das muss sich in der Note widerspiegeln. In anderen Fächern ist es weniger verbreitet, aber in Sport habe ich bisweilen das Gefühl, dass Lehrer, die eine Klasse in diesem Fach länger unterrichten, sich mit der Zeit einen Eindruck bilden, wer in der sportlichen Gesamtbetrachtung wie etwa einzuschätzen ist und entsprechend ohne große Rücksicht auf den Verlauf des Schuljahres ihre Noten verteilen. Wenn Du Dich von diesen undifferenziert handelnden Kollegen absetzt, hast Du meine Zustimmung.

Beste Grüße!
Christopher

Hallo Aragorn.
Die Frage ist: Was wird eigentlich benotet? Die tatsächliche Leistung?D.H. der wirklich elastische,körperbegabte Schüler bekommt eine eins, der dicke,ungelenkige bekommt eine 5? Ich denke, jedem ist klar, dass es das nicht sein kann. Sport ist ohnehin sehr schwer zu zensieren. Vielleicht geht der 80kg/14-jährige mit seiner ganzen Leistungssfähigkeit an die Arbeit und gibt sein letztes und heraus kommt dann dabei günstigenfalls eine 4. Mein Sohn betreibt Leistungssport und hat in diesem Jahr (8.KL) erstmals eine 1. Du siehst, das die Zensur in diesem Fach wirklich nur ungerecht sein kann.
Du hast dir bei der Vergabe der Note an diese Schülerin sicher irgendwas gedacht. Es muss also Gründe geben, dass es „nur“ eine 3 ist. Sich von einem Elternteil weichklopfen zu lassen, halte ich für falsch, weil sowas die Runde macht und im nächsten Jahr sind dann schon zwei da, die was geändert haben wollen.
Ich hätte gern, das die Sportzensuren in „teilgenommen“ etc. geändert werden. Dann könnte man auch unbegabteren, aber eifrigen Schülern gerechter werden.
Grüße
T

P.S. Kleine Anekdote am Rande:
Mein ältester Sohn, der wirklich nicht besonders sportlich ist und auch nicht motiviert, hatte bisher immer eine 3, auch schon mal eine 4. Letztens hat der Sportlehrer die Noten gemacht:
„Tilman, was hattest du im letzten Zeugnis in Sport?“ „Eine Zwei, Herr S.!“. " Na, dann sollst du auch wieder eine Zwei bekommen!" *g*

Servus Aragorn !

Bin zwar kein Sportlehrer, habe aber mein Leben lang Sport gemacht und auch als Lehrer (in meinen Fächern) Noten geben müssen. Nach meinem Dafürhalten gibt es für eine Leistungsbeurteilung im Sport 3 Kriterien:
1.) Meßbarkeit: z.B. 100m unter 11 Sekunden = sehr gut, zwischen 11,1 und 11,5 = gut (Zeiten willkürlich von mir gesetzt) usw. --> nachvollziehbar und transparent.
2.) Beurteilbarkeit: z.B. Haltungsnoten beim Turnen, stilistisches Können beim Schwimmen etc. --> schon schwieriger nachvollziehbar und weniger transparent.
3.) Einrechenbarkeit: z.B. Leistungsbereitschaft, Einsatzwillen, sozial integratives Verhalten etc. --> kaum nachvollziehbar.

Zwei Beispiele aus eigener Erfahrung. Im Sport immer 1 oder 2 gehabt, nur mein Schwimmstil war unter aller Sau. Satte 4 im Zeugnis. Im Nachhinein betrachtet: gerechtfertigt unter Anlegung aller obigen 3 Kriterien. Leichtathletik 4-Kampf: Nach 3 Disziplinen die Punkte für eine 1 zusammen. Beim abschließenden 1000m Lauf nach 400 Metern Zuckeltrab keine Lust mehr gehabt und die letzten 600m gelatscht. Lehrer beurteilt das als Leistungsverweigerung, Ergebnis: Doch nur eine 2. Wiederum von heute aus gesehen gerechtfertigt.

Der oft zitierte, personifizierte „Unsport“, der über 1000 m zwar nicht die Norm für eine 4 schafft, aber sich quält und zerreißt und damit dokumentiert, daß er alles daran setzt, um den Leistungsanforderungen gerecht zu werden, wird vermutlich mehr hinsichtlich Kriterium 3 beurteilt werden als der Vollprofi. Hier ist es Deiner pädagogischen Zielsetzung anheim gestellt, die Anstrengung des einen zu belohnen und ihn damit im Sinne positiver Verstärkung zu motivieren. Dies ist ob Deiner fachlichen Kompetenz und pädagogischen Verantwortung dein gutes und alleiniges Recht !!
Im konkreten Fall heißt das für mich (und vielleicht auch für Dich): Wenn das Mädchen gut turnen kann, ihr aber im letzten Halbjahr z.B. Basketball gespielt habt, sie vielleicht dabei außerordentlich grazil zum Rebound gegangen ist aber ansonsten eher brav und weniger erfolgreich den Ball durch die Luft geschmissen hat, gibt es m.E. keinen Grund, Deine Beurteilung, die Du ja im Sinne oben erwähnter Fachkompetenz abgegeben hast, zu revidieren.
Und das Argument, sie möchte später 'mal 'was sportliches machen…
„… unser Sohn hat zwar Mathe und Physik 5, aber als Kind hat er so toll gebastelt und er wird bestimmt ein guter Ingenieur, geben sie ihm doch einfach 'ne 3…“

Ich hoffe, das hilft Dir weiter.
Grüße aus Wien
Helmut

Hallo,

ich versteh die Aufregung speziell über die Sportnoten nicht so recht!

Wenn ein Schüler sich im Aufsatz richtige Mühe gibt, aber das Thema verfehlend eine 4 oder gar 5 kriegt, macht man da kaum ein Aufhebens, ist nun mal so, daß der Aufsatz nichts war.

Wenn nun im Sport ein Ungelenk nicht die Leistung bringt wie ein Supersportler und mit ner 4 oder gar 5 zufrieden sein muß ist das ungerecht.

Es gibt nur wenige, die in allen Bereichen gute bis sehr gute Leistungen erbringen und spätestens im Berufleben ist das Reservat der Gleichbehandlung vorbei. Für das Leben, nicht für die Schule lernen wir (auch wenn Seneca genau das Gegenteil gesagt hat).

Gandalf

derimsportmeistnevierhatte

Rückfrage
Hallo, Tritonus!

Mein Sohn betreibt Leistungssport und hat in diesem Jahr (8.KL) erstmals eine

  1. Du siehst, das die Zensur in diesem Fach wirklich nur ungerecht sein kann.

Was ist denn das für ein Beispiel? Nur, weil Dein Sohn jetzt – sagen wir mal – Handball spielt, heißt das doch nicht, dass er gleichzeitig auch ein Händchen für Badminton, Turnen und Fußball hat – oder? Nur weil er sich außerhalb der Schule sportlich betätigt und einen gestählten Körper hat, rechtfertigt das doch keine Eins in Sport *kopfschüttel*. Ich kann doch auch keine Eins in Englisch einfordern, nur weil ich die in Latein, Deutsch und Französisch, und somit in verwandten Fächern (da auch Sprachen), erreicht habe.

Genau diese Argumentation „Mein Sohn/meine Tochter macht aber doch … außerhalb der Schule und hat deswegen Note XY verdient“ sorgt meines Erachtens dafür, dass die Sportnote noch weniger ernst genommen wird, als es ohnehin der Fall ist. Ich kriege ja auch in Deutsch nicht angerechnet, wenn ich schon ein Buch geschrieben habe oder in Musik, wie viele CDs ich besitze *g* (erfundene Beispiele).

Beste Grüße!
Christopher

Huch…

Hallo Christopher!
Nein, natürlich nicht. Das Beispiel war ungenau oder sagen wir mal, nicht genug ausgeführt. Er ist tatsächlich ein guter, ausdauernder, engagierter und auf den meisten im Schulsport relevanten Gebieten guter Sportler. Konntest du nicht wissen, sorry!
Wenn nicht er eine Eins verdient hat, dann weiß ich nicht wer sonst. Mir ging es darum, dass man im Schulsport nicht nur die sportliche Leistung sehen kann, sondern auch das persönliche Engagement. Damit kann auch ein dickes Kind eine gute Note bekommen, obwohl der Leistungs-oder Freizeitsportler vielleicht auf den ersten Blick viel besser zu sein scheint.
Grüße
T

Ach so :wink:
Hallo, Tritonus!

Nein, natürlich nicht. Das Beispiel war ungenau oder sagen wir
mal, nicht genug ausgeführt. Er ist tatsächlich ein guter,
ausdauernder, engagierter und auf den meisten im Schulsport
relevanten Gebieten guter Sportler. Konntest du nicht wissen, sorry!

Dann verstehe ich Dein Beispiel schon viel besser. Danke für die Ausführungen!

Damit kann auch ein dickes Kind eine gute Note
bekommen, obwohl der Leistungs-oder Freizeitsportler
vielleicht auf den ersten Blick viel besser zu sein scheint.

Das finde ich ein sehr diffiziles Thema. Dicksein ist manchmal schlichtweg eigene Schuld, also mit Desinteresse am Thema (Sport, Körperbewusstsein, Gesundheit) in anderen Fächern vergleichbar, oder eben Veranlagung/Krankheit. In Physik kriege ich ja auch keine Eins, nur weil ich mich trotz fehlender Begabung für dieses Fach sehr bemühe. Dort werden objektive Kriterien angelegt und wenn ich nicht soundsoviel Punkte erreiche, kriege ich eben eine Vier. Wie soll man denn feststellen, ob ein Kind sich nur vollfrisst und den ganzen Tag vor der Glotze liegt oder nichts für sein hohes Gewicht kann?

Beste Grüße!
Christopher

Hallo,

Die Frage ist: Was wird eigentlich benotet? Die tatsächliche
Leistung?D.H. der wirklich elastische,körperbegabte Schüler
bekommt eine eins, der dicke,ungelenkige bekommt eine 5?

Wenn man überhaupt in dem Fach eine Note verteilen will, dann doch wohl genau so. Wenn die Mühe allein schon die Note ausmachen würde, dann wärst Du auch dafür, dass Schüler, die einfach unbegabt oder vielleicht sogar zu dumm sind, in Mathematik eine Eins bekommen sollten, wenn sie sich nur immer ordentlich Mühe geben? Das kann’s ja wohl nicht sein. Denn das Argument, Zensuren im Stile 1-6 überhaupt zu benötigen, ist doch die vermeintliche Objektivität und Vergleichbarkeit.

Mich würde aber mal der Sinn des Schulsports interessieren und ob man in dem Fach überhaupt Zensuren braucht[1]. Sollte der Sportunterricht nicht der Abwechslung zum ewigen stillen rumsitzen in der Klasse dienen? Dafür, dass sich die Schüler mal richtig austoben können und über die Minimalmotorik des „Füller über Papier schubsen“ hinaus kommen?

Dem wurde zumindest mein Sportunterricht regelmäßig überhaupt nicht gerecht. Dort wurde gandenlos an so lächerlichen Konzepten wie „Jugend trainiert für Olympia“ festgehalten; als ob aus dem bereits zitierten 80 kg 14 jährigen Jungen durch zweimal in der Woche exerziertes Lächerlichmachen vor allen Mitschülern ein Olypiatauglicher Sprinter würde. Der Sportbegeisterung des Jungen wird es auch nicht Vorschub leisten.

Wenn ein Schüler für bestimmte Sportarten besonders begabt und/oder begeistert ist, dann wird er sich der Sache doch eher in einem entsprechenden Verein widmen. Auf zwei oder drei Stunden zusätzliches „Training“ in der Schule könnte locker verzichtet werden.

Aber wo kämen wir da hin, wenn Schüler plötzlich Spass an der Schule hätten …

Gruß

Fritze

[1] Ähnliche Überlegungen könnte man übrigens auch für Fächer wie Musik und Kunst anstellen.

Hallo,
Sportunterricht ist viel mehr als bloßes Laufen, Spielen, Rennen, Werfen etc. bzw. sollte es sein.
Der junge Mensch soll nicht nur die verlangten Bewegungen ausführen sondern vor allem den Sport mit all seinen Facetten verstehen. Z. B. sollte er wissen wie er seine Ausdauer verbessert, warum Bewegung und Stärkung verschiedener Muskelgruppen gesund ist, welchen Einfluss Bewegung auf das Herz-Kreislaufsystem hat…
Darüber hinaus sollten Bewegungsabläufe nicht nur motorisch klar sein.
Diese zu erbringenden Leistungen ergeben dann eben die mündliche Beteiligung im Sportunterricht. Und wenn ein „Dicker“, der aufgrund seines Übergiwichts nie messbare ausreichende Leistungen erbringen kann, diese Aspekte verbalisieren kann, wird er eben auch eine „3“ bekommen können.
Begabungen und Vorteile gibt es in jedem Fach, auch im Sport. Und Bewegung selbst und das Wissen um und über Sport lassen sich sehr wohl gerecht benoten.
In der Hoffnung, dass Sportunterricht für alle Kollegen mehr ist, als nur Rennerei, die den sportlichen Menschen vorbehalten ist,
Aragorn.

Hallo Christopher.
Nur noch ein Satz…

Dicksein ist manchmal
schlichtweg eigene Schuld,

…eigentlich auch mehr der Eltern, die das Kind zu falscher Ernährung angehalten haben

also mit Desinteresse am Thema
(Sport, Körperbewusstsein, Gesundheit)

…umso wichtiger ist, dass der Sportunterricht wirklich zum Bewegen motiviert und nicht irgendwelchen oberwichtigen Leistungskriterien unterliegt.

in anderen Fächern
vergleichbar, oder eben Veranlagung/Krankheit. In Physik
kriege ich ja auch keine Eins, nur weil ich mich trotz
fehlender Begabung für dieses Fach sehr bemühe.

Aber deine mündliche Beteiligung und dein Interesse am Unterricht wird auch bei mangelnder Begabung durchaus bei Vergabe der Note honoriert. Sollte jedenfalls so sein.

Dort werden
objektive Kriterien angelegt und wenn ich nicht soundsoviel
Punkte erreiche, kriege ich eben eine Vier. Wie soll man denn
feststellen, ob ein Kind sich nur vollfrisst und den ganzen
Tag vor der Glotze liegt oder nichts für sein hohes Gewicht
kann?

Wenn ein Kind von zuhause zu nichts anderem angeleitet wird, als der Einfachheit halber vor der Glotze mit der chipstüte zu liegen. Woher sollen Kinder das wissen? Guck dich doch mal im Schwimmbad um, wieviel dicke Kinder es gibt. Denen muss man die Bewegung erst wieder oder erst mal beibringen.
Leistungsstress gibts in der Schule genug, muss der sich auch noch so massiv in den Sportunterricht einschleichen?

Beste Grüße!

Dir auch! und schöne Ferien!!
Tritonus

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Unterschied Sportnote - Mathenote
Hallo,

mal abgesehen von ganz wenigen Berufen und Studienfächern ist die Sportnote im späteren Leben ja wohl nicht besonders wichtig. Die Noten der Hauptfächer dagegen sollten den tatsächlichen Stand des Schülers wiederspiegeln (dass sie das oft nicht tun, ist ein anderes Thema).

Sinn des Schulsports ist meiner Meinung nach, einen Ausgleich zu schaffen zum stundenlangen Sitzen. Idealerweise würde ich mir wünschen, dass die Schüler die Möglichkeit hätten, verschiedene Sportarten anzutesten, um für sich privat vielleicht ein Hobby zu entdecken, aber das ist nur ein naiver Wunsch :wink:

Schlechte Noten im Sport können lebenslang demotivieren (ich weiß, wovon ich rede !). Die meisten Sportlehrer rechnen eben auch die Anstrengung eines unsportlichen Schülers nicht wirklich an, sicher können einige auch gar nicht beurteilen, wie schwer es einem Kartoffelsack fällt, einen popeligen Handstand hinzukriegen.

Ein anderer Punkt ist die Wertigkeit von Sportlichkeit. Schlechte Sportler werden auch heutzutage vorgeführt (beispielsweise bei den unsäglichen Bundesjugendspielen - sollen gute und ehrgeizige Kinder gerne teilnehmen, aber wer weiß, wie es sich anfühlt, als einziges Kind der Klasse nicht mal eine Siegerurkunde bekommen zu haben, versteht, was ich meine). In Teamspielen wird die Mannschaft noch immer gewählt, die schlechten bleiben bis zum Schluß als Ausschuß auf der Bank. Es gibt gute Sportlehrer, die dem entegenwirken, andere bekommen gar nicht mit, wie sehr so manches Kind, egal ob offensichtlich durch Übergewicht benachteiligt oder einfach nur linkisch, darunter leidet.

Mich würde aber mal der Sinn des Schulsports interessieren und
ob man in dem Fach überhaupt Zensuren braucht[1]. Sollte der
Sportunterricht nicht der Abwechslung zum ewigen stillen
rumsitzen in der Klasse dienen? Dafür, dass sich die Schüler
mal richtig austoben können und über die Minimalmotorik des
„Füller über Papier schubsen“ hinaus kommen?

Eben. Deshalb wäre ich für die Abschaffung von Sportnoten.

Dem wurde zumindest mein Sportunterricht regelmäßig überhaupt
nicht gerecht. Dort wurde gandenlos an so lächerlichen
Konzepten wie „Jugend trainiert für Olympia“ festgehalten; als
ob aus dem bereits zitierten 80 kg 14 jährigen Jungen durch
zweimal in der Woche exerziertes Lächerlichmachen vor allen
Mitschülern ein Olypiatauglicher Sprinter würde. Der
Sportbegeisterung des Jungen wird es auch nicht Vorschub
leisten.

Eben.

Aber wo kämen wir da hin, wenn Schüler plötzlich Spass an der
Schule hätten …

Leider, leider, in manchen Dingen staune ich auch, dass sich so gar nichts geändert hat (sogar die Turnmatten sind noch immer blau *g*).

Gruß,

Sylvia-Insel (die gerne zur Schule ging, aber noch nie einen Handstand konnte obwohl nicht dick)

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Zustimmung!!
Hi,

ich kann dir nur in allen Punkten zustimmen

Sinn des Schulsports ist meiner Meinung nach, einen Ausgleich
zu schaffen zum stundenlangen Sitzen. Idealerweise würde ich
mir wünschen, dass die Schüler die Möglichkeit hätten,
verschiedene Sportarten anzutesten, um für sich privat
vielleicht ein Hobby zu entdecken, aber das ist nur ein naiver
Wunsch :wink:

genau das finde ich auch.
Im Sportunterricht habe ich auch nicht wirklich etwas gelernt. Ich fände zum Beispiel Selbstverteidigung bzw Kampfsport eine gute und sinnvolle Disziplin. Oder Tanzen etc
Aber rumrennen und über Böcke springen…ich weiss nicht

Schlechte Noten im Sport können lebenslang demotivieren (ich
weiß, wovon ich rede !). Die meisten Sportlehrer rechnen eben
auch die Anstrengung eines unsportlichen Schülers nicht
wirklich an, sicher können einige auch gar nicht beurteilen,
wie schwer es einem Kartoffelsack fällt, einen popeligen
Handstand hinzukriegen.

genau. Ich erinnere mich noch an einen Jungen der eine leichte körperliche Behinderung hatte. Er strengte sich immer im Sport an und bekam dann doch eine vier. Ich fand das ungerecht.

Ein anderer Punkt ist die Wertigkeit von Sportlichkeit.
Schlechte Sportler werden auch heutzutage vorgeführt
(beispielsweise bei den unsäglichen Bundesjugendspielen -
sollen gute und ehrgeizige Kinder gerne teilnehmen, aber wer
weiß, wie es sich anfühlt, als einziges Kind der Klasse nicht
mal eine Siegerurkunde bekommen zu haben, versteht, was ich
meine).

So ist es. Wenn man schlecht im Sport ist wird man von den anderen Klassenkameraden nicht so sehr geachtet. Bei Mathe oder Deutsch Noten ist das doch piepegal.
Man bekommt Minderwertigkeitskomplexe.
Ich war auch nie besonders gut im Sport obwohl gross und schlank. Sport habe ich gehasst, später angefangen so oft wie möglich zu fehlen, besonders bei diesen besch… Bundesjugendspielen.
Ich war nicht die einzigste. Es gab sogar Mädchen, die sich allen Ernstes überlegt haben sich lieber den Arm zu brechen als da hin zu gehen.
Es ist einfach demütigend im Wettkampf zu unterliegen und überhaupt nicht vergleichbar mit anderen Noten.

In Teamspielen wird die Mannschaft noch immer gewählt,
die schlechten bleiben bis zum Schluß als Ausschuß auf der
Bank.

Das fand ich auch immer furchtbar. Diejenigen bleiben sitzen, die entweder keine Freunde in der Klasse haben oder die nicht gut im Sport sind.
Eine absolute Demütigung!

Eben. Deshalb wäre ich für die Abschaffung von Sportnoten.

Ja und Nein. Ich wäre für die Abschaffung von leistungsbezogenen Sportnoten. Es sollte eher eine Note für Anwesenheit und Engagement geben.

vg jima

Anwesenheit und Engagement
Hallo jima,

auch ich finde die Noten, wie sie im Moment im Sportunterricht vergeben werden, nicht gut. Wegen mir kann die Art des Unterrichts gerne so bleiben (also mit Basketball, Bodenturnen, Leichtathletik etc.), aber wenn Noten bleiben sollten, dann für Anwesenheit und Engagement. Obwohl das sicher ziemlich schwer zu beurteilen ist - ich meine, den superengagierten Schüler und die lustlose Tranfunzel zu unterscheiden ist nicht schwer, aber Schulnoten bestehen nun mal auch aus Zwischenstufen.
Musik- und Kunstunterricht sind doch ebenfalls Fächer, bei denen viel von der Begabung der Schüler abhängt. Es wäre doch vielleicht eine Möglichkeit, dass man die Noten zwar lässt, wie sie sind, aber der Schüler kann 1 oder 2 der Fächer „streichen“ lassen - er muss teilnehmen, aber die Note wird nicht im Zeugnis stehen und auch nicht im Durchschnitt eingerechnet. Was haltet ihr von dieser Idee?

Gruß, Annegret
*dieauchimmerinsportihrevierhatte*

Hallo,

auch ich finde die Noten, wie sie im Moment im Sportunterricht
vergeben werden, nicht gut. Wegen mir kann die Art des
Unterrichts gerne so bleiben (also mit Basketball,
Bodenturnen, Leichtathletik etc.)

Gerade deshalb habe ich den Schulsport gehasst, wie die Pest. Warum soll man (junge) Menschen dazu zwingen, eine bestimmte Sportart zu betreiben, wenn vollkommen offensichtlich ist, dass Null Interesse besteht und durch Zwangsübungen von 45min/Woche auch überhaupt kein Fortschritt erzielt werden kann. Ich hatte insbesondere mit Turnübungen jeder Art so meine liebe Not und war stets mit einer 4- dabei. Bis ich für ein Jährchen in die USA durfte. Dort war der Sportunterricht völlig anders. Ich konnte mir aussuchen, welchen Sport ich betreiben wollte und wurde dort (ein völlig neues Gefühl!) von den Lehrern tatsächlich motiviert, mich zu verbessern. Durch die häufigen nachmittäglichen Aktivitäten in dem Bereich war das auch möglich. Die Schule ersetzt dort den Sportverein.

Gleiches galt dort für Musik und andere künstlerische Fächer. Mag ja sein, dass ich dort enormes Glück gehabt habe. Die Schulen in den USA sind häufig komplett katastrophal. Aber nicht in den reichen Gegenden, dort übertreffen sie das miefige deutsche Gleichmaß bei weitem, auch im akademischen Sinne!

Ich wünsche deutschen Schülern motivierende, helfende und nicht ständig drohende und strafende Lehrer. Wozu das führt, kann man an Erfurt aber auch an Littleton sehen.

Ich bin ganz entschieden gegen Benotung von Sport- Musik- und Kunstunterricht. Lass die Kiddies doch auch mal ein paar Stunden einfach nur Spass haben in der Schule!

Gruß

Fritze

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Hallo Fritze,

Ich … war stets mit einer 4- dabei.

du Glücklicher!

Ich wünsche deutschen Schülern motivierende, helfende und
nicht ständig drohende und strafende Lehrer. Wozu das führt,
kann man an Erfurt aber auch an Littleton sehen.

Das kann man nicht laut genug sagen!

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Moin,

Gerade deshalb habe ich den Schulsport gehasst, wie die Pest.
Warum soll man (junge) Menschen dazu zwingen, eine bestimmte
Sportart zu betreiben, wenn vollkommen offensichtlich ist,
dass Null Interesse besteht und durch Zwangsübungen von
45min/Woche auch überhaupt kein Fortschritt erzielt werden
kann. Ich hatte insbesondere mit Turnübungen jeder Art so
meine liebe Not und war stets mit einer 4- dabei.

Mal davon abgesehen, daß es besonders beim Turnen bei mir sehr ähnlich aussah (Hab es sogar mal geschafft, mir beim RAD einen Arm zu brechen :frowning:), wüßte ich nicht, wo der Unterschied zu anderen Fächern sein sollte.
Wieso sollte man junge Menschen dazu zwingen, über irgendwelche Funktionen zu integrieren, wenn offensichtlich ist, daß sie das nicht interessiert und sie es letztlich auch nicht raffen?
Und wieso ist Sport kein Fach wie jedes andere?

Bis ich für
ein Jährchen in die USA durfte. Dort war der Sportunterricht
völlig anders. Ich konnte mir aussuchen, welchen Sport ich
betreiben wollte und wurde dort (ein völlig neues Gefühl!) von
den Lehrern tatsächlich motiviert, mich zu verbessern. Durch
die häufigen nachmittäglichen Aktivitäten in dem Bereich war
das auch möglich. Die Schule ersetzt dort den Sportverein.

So was ähnliches habe ich auch schon von niedersächsichen Schulen gehört - bei uns (RPL) war das allerdings auch nicht so.

Gleiches galt dort für Musik und andere künstlerische Fächer.

Also wir mußten im Musikunterricht eigentlich nicht vorrangig Musik machen! Der Unterricht befaßte sich überwiegend mit Musikgeschichte und in ganz groben Zügen auch mit Musiktheorie - Beides hat NICHTS mit Begabung zu tun, zumindest ersteres ist aber imho für eine vernünftige Allgemeinbildung unerläßlich!
Der Kunstunterricht, das gebe ich zu, ist zu praktikumslastig. Meiner Meinung sollte ein ganz normal benoteter Kurs über mindestens ein Schuljahr zumindest im Gymnasium über Kunstgeschichte, Architektur etc. unterrichten!

Mag ja sein, dass ich dort enormes Glück gehabt habe. Die
Schulen in den USA sind häufig komplett katastrophal. Aber
nicht in den reichen Gegenden, dort übertreffen sie das
miefige deutsche Gleichmaß bei weitem, auch im akademischen
Sinne!

Ich glaub nicht, daß es in Deutschland nur Gleichmaß gibt. Selbst in einer mittelgroßen Stadt wie Koblenz (100.000 Ew.) gibt es schon enorme Unterschiede zwischen den Gymnasien (ich denke mal, bei den anderen Schulen auch).

Ich wünsche deutschen Schülern motivierende, helfende und
nicht ständig drohende und strafende Lehrer. Wozu das führt,
kann man an Erfurt aber auch an Littleton sehen.

Ständig drohende und strafende Lehrer? Im Sportunterricht?
Mein letzter Sportlehrer war was die Notengebung anbelangt absolut fair. Es gab vorher Listen, auf denen die Leistung, die für eine bestimmte Note zu erbringen ist, objektiv festgelegt war (Bspw. 1 Punkt für je 3 Liegestütz, oder 100m Freistil-Schwimmen in x min…).

Ich bin ganz entschieden gegen Benotung von Sport- Musik- und
Kunstunterricht. Lass die Kiddies doch auch mal ein paar
Stunden einfach nur Spass haben in der Schule!

Einfach nur Spaß heißt nicht ernst nehmen, heißt nicht beteiligen und letztlich nicht erscheinen!

Gruß

L.

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Hi!

Musik- und Kunstunterricht sind doch ebenfalls Fächer, bei
denen viel von der Begabung der Schüler abhängt.

Kunst OK, aber was für einen Musikunterricht hast du bitte abgekriegt??
So wie ich das sehe hat Musikunterricht mit Begabung genausoviel zu tun wie Mathe

Gruß
Cornel

Hallo Aragon,

Sportunterricht ist viel mehr als bloßes Laufen, Spielen,
Rennen, Werfen etc. bzw. sollte es sein.

Davon habe ich nie was gemerkt. Beim Turnen wurde eine Übung einmal vorgemacht und dann mußte sie nachgemacht werden oder Du hast Pech gehabt. Eine Sportlehrerin, die hatte ich vier Jahre lang und es war der pure Kasernenhofton. Eine Woche hatten wir Turnen eine hatten wir Schwimmen. Nach der Turnwoche hatte ich regelmässig eine Sportverletzung, weil es keine anständige Hilfestellung gab.

Nachdem die Frau uns vier Jahre gehabt hatte, wußte sie nur von den drei besten die Namen, obwohl wir sie zwischendurch auch noch zwei Jahre in Steno hatten. Wer bei ihr in Sport schlecht war, hatte auch schlechte Stenonoten. Sport- und Stenonote waren bei ihr identisch.
Sofort als ich sie nicht mehr in Steno hatte, hatte ich da durchgehend eine eins - bei ihr eine vier.

Der junge Mensch soll nicht nur die verlangten Bewegungen
ausführen sondern vor allem den Sport mit all seinen Facetten
verstehen. Z. B. sollte er wissen wie er seine Ausdauer
verbessert, warum Bewegung und Stärkung verschiedener
Muskelgruppen gesund ist, welchen Einfluss Bewegung auf das
Herz-Kreislaufsystem hat…

Sowas gab es bei uns nie. Es gab nie irgendwelche Erklärungen oder wie man bei bestimmten Bewegungsabläufen sich etwas vereinfachen kann. Und im Winter immer wochenlang dieses Scheißzirkeltraining für die paar Leute, die Skifahren gingen.

Darüber hinaus sollten Bewegungsabläufe nicht nur motorisch
klar sein.

Das würde aber auch voraussetzen, daß es weitergehende verbale Ausführungen des Sportlehrers gibt als Kommandos.

Diese zu erbringenden Leistungen ergeben dann eben die
mündliche Beteiligung im Sportunterricht.

In meinem Sportunterricht wurde außer „guten Morgen“, „Schluß für heute“ und den erwähnten Kommandos nichts geprochen.
Absoluter Höhepunkt bei einer anderen Sportlehrerin, die ich ein Jahr hatte, die aber auch nicht groß geredet hat, aber im Ton wenigstens freundlicher war, war eine eins, weil ich auf dem Trampolin einen Salto konnte.

Ich hatte nie den Eindruck, daß Sportlehrer sowas wie Didaktik oder Umgang mit Schülern lernen.

Und wenn eine Lehrkraft bei den angeblich objektiven Leistungen beim Stoppen der Zeit manipuliert, dann kannst Du auch nix machen.
Ist es etwa glaubhaft, daß man bei Beginn einer Ferienmaßnahme beim 50-Meter-Schwimmen gestoppt wird, was man regelmäßig im Schulsport machen mußte, bei der Ferienmaßnahme 57,8 sec hat und beim Schulsport immer unter einer Minute liegt?

Sport war für mich das mit Abstand frustrierendste Fach und hat mir viel was mit Freude an der Bewegung zu tun haben könnte, versaut

viele Grüße

Iris

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Hallo Iris,
das ist natürlich ärgerlich und traurig, dass solche kollegen überhaupt Sport unterrichten dürfen, viele tun es auch fachfremd, weil es ja „so einfach zu unterrichten“ ist.
Aber es sind nicht alle so, ich lege jedenfalls Wert auf die von mir genannten Dinge. Und falsche Zeiten notiere ich erst recht nicht! Gerechtigkeit und Fairness sind für mich Grundlagen jeder Leistungsbeurteilung. Da bekommt auch mal das nette Mädchen eine „vier“ und der nervige Junge eine „eins“ (reine Leistung, ohne mdl. Beteiligung und Sozialverhalten).
In der Hoffnung, dass es viele gute Sportkollegen gibt, und da bin ich mir sicher,
Aragorn