Zivilcourage

Hallo,

die Bundesregierung ruft zu mehr Zivilcourage beim Kampf gegen den Rechtsextremismus auf. Dass das Problem nicht verharmlost werden dar, zeigt ein Blick auf die Statistik (Quelle: Verfassungsschutzbericht 1999):

Rechte Gewalttaten in Deutschland

1998:

Straftaten gesamt 1998: 11.049 / 199: 10.037
davon schwere Übergriffe 1998: 708 / 1999: 746
davon leichtere Übergriffe 1998: 792 / 1999: 593
davon sonstige Straftaten 1998: 9.549 / 1999: 8.698

Rund 60% der Straftaten waren 1999 fremdenfeindlich motiviert.

Zum Vergleich:

Linke Straftaten in Deutschland

Straftaten gesamt 1998: 3.201 / 1999: 3.055

Rund 50% der Straftaten richteten sich gegen Rechtsextremisten.

Das macht also deutlich, dass es auf beiden Seiten des extremen Spektrums ein grosses Gewaltpotential gibt; allerdings ist es auf der rechten Seite deutlich grösser.

Die Frage für mich ist eigentlich nur, wie man als Bürger reagieren kann bzw. soll. Für die meisten Menschen ist es wahrscheinlich keine Frage, in ihrem eigenen Umfeld (Familie, Freunde, Arbeitsplatz) gegen extreme Tendenzen zu agieren bzw. zu deeskalieren.

Wie soll man aber „in der freien Wildbahn“ agieren? Es kann ja nicht ernsthaft gemeint sein, dass der Bürger Gefahr für Leib und Leben in Kauf nimmt und sich einer randalierenden Skinhead-Truppe in den Weg stellt??

Was also können wir tatsächlich tun, um Extremismus - wohlgemerkt von beiden Seiten - entgegenzuwirken und ein normales Zusammenleben Aller zu ermöglichen?

Gruss
Peter

Die eigenen Knochen hinhalten, mit dem Schaden leben und die Täter bekommen einen Klaps auf den Hintern.
Dafür wohl kaum
Lukas

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Zivilcourage
Hi
Zivilcourage bedeutet nicht nur seine Knochen hinzuhalten!

Im Falle eines Falles mal die Polizei anzurufen…
Im Falle eines Falles mal als Zeuge zur Verfügung stehen…
Wenn einer rechten bzw linken Unsinn redet, wiedersprechen…
Zur Anti-Gewalt Demo gehen…
usw

Deine Ansicht ist leider in der Bevölkerung weit verbreitet. Nichts sehen Nichts hören Nichts sagen.

Und dann sind die wieder am Ruder, Deutschland erwacht, aber es ist zu spät!

Einfach mit den Mitteln gegenhalten, die man selber hat. Sobald die Typen spüren, dass sie gesellschaftlich geächtet werden, wird die Gewalt nachlassen. Völlig verschwinden wird sie nicht.
(Vollidioten gibt es immer)

Oder möchtest DU in einem Staat leben, in denen Rechtsradikale herrschen?
Ich nicht.

Gruss
Mike

P.S. Ich müsste dann auf mein Thailändisches Restaurant verzichten.
mkl

perspektivische Korrektur

die Bundesregierung ruft zu mehr Zivilcourage beim Kampf gegen
den Rechtsextremismus auf. Dass das Problem nicht verharmlost
werden dar, zeigt ein Blick auf die Statistik (Quelle:
Verfassungsschutzbericht 1999):

Das Problem darf aber auch nicht überbewertet oder besser perspektivisch verzerrt aufgenommen werden. Eine solche Verzerrung, wie sie häufig auch in der medialen Berichterstattung zu beobachten ist, tritt ein, wenn Zahlen wie die folgenden, die in ihrer absoluten Höhe durchaus interessant sein mögen, aus ihrem Zusammenhang gerissen und damit der Vergleichbarkeit entzogen werden.

Rechte Gewalttaten in Deutschland

1998:

Straftaten gesamt 1998: 11.049 / 199: 10.037
davon schwere Übergriffe 1998: 708 / 1999: 746
davon leichtere Übergriffe 1998: 792 / 1999: 593
davon sonstige Straftaten 1998: 9.549 / 1999: 8.698

Zur Ergänzung daher folgendes: Im Jahre 1999 hat die Polizei insgesamt 6.302.316 (in Worten: sechsmillionendreihundertundzweitausenddreihundertundsechzehn) mutmaßliche Fälle strafbarer Handlungen bearbeitet (Quelle dieser und aller folgenden Angaben: PKS 1999). Dabei entfallen beispielsweise auf

  • Diebstahl 3.133.418 Fälle = 49,7 %
  • Betrug 717.333 Fälle = 11,3 %
  • Rauschgift 226.563 Fälle = 3,6 %
  • Gewaltdelikte 186.655 Fälle = 3,0 %

Auf „rechtsextrem veranlaßte“ Taten dagegen entfallen - die von Ihnen angegebenen Zahlen zugrundegelegt - ebenfalls im Jahre 1999

  • rechtsextreme
    Taten 10.037 Fälle = 0,16 %

Unter 1.000 Straftaten sind daher noch nicht einmal zwei (!) mutmaßlich rechtsextremer Natur. Diese Relationen dürfen bei der Beurteilung rechtsextremer Gewalt nicht übersehen werden. Mit vereinfachenden alarmierenden Statements wie demjenigen, daß

… es auf beiden Seiten des
extremen Spektrums ein grosses Gewaltpotential gibt

ist daher Zurückhaltung geboten.

Rund 60% der Straftaten sind fremdenfeindlich motiviert.

Ich hoffe, daß Sie damit 60% der mutmaßlich rechtsextremen Straftaten meinen und nicht etwa 60% aller Straftaten, was grob falsch wäre.

Mit freundlichen Grüßen

A. Tillmann

Hallo,

Das Problem darf aber auch nicht überbewertet oder besser
perspektivisch verzerrt aufgenommen werden. Eine solche
Verzerrung, wie sie häufig auch in der medialen
Berichterstattung zu beobachten ist, tritt ein, wenn Zahlen
wie die folgenden, die in ihrer absoluten Höhe durchaus
interessant sein mögen, aus ihrem Zusammenhang gerissen und
damit der Vergleichbarkeit entzogen werden.

Wenn ich der Aussage auch prinzipiell zustimme, muss man natürlich auch die richtige Basis für Vergleiche verwenden.

Rechte Gewalttaten in Deutschland

1998:

Straftaten gesamt 1998: 11.049 / 199: 10.037
davon schwere Übergriffe 1998: 708 / 1999: 746
davon leichtere Übergriffe 1998: 792 / 1999: 593
davon sonstige Straftaten 1998: 9.549 / 1999: 8.698

Zur Ergänzung daher folgendes: Im Jahre 1999 hat die Polizei
insgesamt 6.302.316 (in Worten:
sechsmillionendreihundertundzweitausenddreihundertundsechzehn)
mutmaßliche Fälle strafbarer Handlungen bearbeitet (Quelle
dieser und aller folgenden Angaben: PKS 1999). Dabei entfallen
beispielsweise auf

  • Diebstahl 3.133.418 Fälle = 49,7 %
  • Betrug 717.333 Fälle = 11,3 %
  • Rauschgift 226.563 Fälle = 3,6 %
  • Gewaltdelikte 186.655 Fälle = 3,0 %

Auf „rechtsextrem veranlaßte“ Taten dagegen entfallen - die
von Ihnen angegebenen Zahlen zugrundegelegt - ebenfalls im
Jahre 1999

  • rechtsextreme
    Taten 10.037 Fälle = 0,16 %

Unter 1.000 Straftaten sind daher noch nicht einmal zwei (!)
mutmaßlich rechtsextremer Natur. Diese Relationen dürfen bei
der Beurteilung rechtsextremer Gewalt nicht übersehen werden.

Im Verfassungsschutzbericht werden Straftaten wie Diebstahl, Betrug oder Rauschgiftdelikte nicht aufgeführt (warum auch, so etwas gilt nicht als staatsgefährdend). Aus der zugegebenermassen sehr beeindruckenden Polizeistatistik sind also nur die Gewaltdelikte als Vergleichsbasis interessant. Das Verhältnis stellt sich also wesentlich anders dar:

Gewaltdelikte gesamt: 186.655
rechtsextreme Gewalt: 10.037 = 5,377 %
linksextreme Gewalt: 3.055 = 1,637 %

Das heisst dann, dass immerhin jede 14. Gewalttat in Deutschland in irgendeine Richtung politisch motiviert war.

Weiterhin sollte man berücksichtigen, dass bei den polizeilich untersuchten schweren Gewaltdelikten (Quelle PSK 1999) gut 50% im familiären Bereich passiert sind, nur rund 30% der Fälle (also etwa 60.000) waren ohne persönliche Beziehung zum Täter. Da extremistische Gewalt fast ausschliesslich ausserhalb der persönlichen Beziehungen entsteht (sprich: völlig Unbeteiligte trifft), erhöht sich das Gefahrenpotential für den „Normalbürger“ immerhin auf 21,82 %.

Mit vereinfachenden alarmierenden Statements wie demjenigen,
daß

… es auf beiden Seiten des
extremen Spektrums ein grosses Gewaltpotential gibt

ist daher Zurückhaltung geboten.

Für mich ist es denn doch recht bedrohlich, dass in der BRD rund 90.000 Verfassungsschutz-bekannte potentielle Gewalttäter herumlaufen, die es in ihrer Gesamtheit immerhin auf 13.092 Übergriffe gebracht haben.

Rund 60% der Straftaten sind fremdenfeindlich motiviert.

Ich hoffe, daß Sie damit 60% der mutmaßlich
rechtsextremen
Straftaten meinen und nicht etwa 60%
aller Straftaten, was grob falsch wäre.

Nachdem diese Bemerkung unter der Rubrik „rechtsextreme Gewalttaten“ stand (sie stammt übrigens auch aus dem Verfassungsschutzbericht 1999) sind selbstverständlich nur eben jene durch den Verfassungsschutz eindeutig als ausländerfeindlich erkannten Straftaten gemeint.

Gruss
Peter

Hi
Zivilcourage bedeutet nicht nur seine Knochen hinzuhalten!

Im Falle eines Falles mal die Polizei anzurufen…
Im Falle eines Falles mal als Zeuge zur Verfügung stehen…

Wenn einer rechten bzw linken Unsinn redet, wiedersprechen…

mit einem ist das kein problem… die treten aber leider nicht einzehln auf und da ist eine diskusion nicht mehr möglich.

Zur Anti-Gewalt Demo gehen…
usw

Deine Ansicht ist leider in der Bevölkerung weit verbreitet.
Nichts sehen Nichts hören Nichts sagen.

weil sich doch nichts ändert, wir haben doch in D. einen täterschutz, bestehende gesetze werden nicht richtig angewand.

Und dann sind die wieder am Ruder, Deutschland erwacht, aber
es ist zu spät!

Einfach mit den Mitteln gegenhalten, die man selber hat.
Sobald die Typen spüren, dass sie gesellschaftlich geächtet
werden, wird die Gewalt nachlassen. Völlig verschwinden wird
sie nicht.

(Vollidioten gibt es immer)

immer und überall

Oder möchtest DU in einem Staat leben, in denen Rechtsradikale
herrschen?

weder in einem rechten noch in einem linkenstaat

Ich nicht.

Gruss
Mike

P.S. Ich müsste dann auf mein Thailändisches Restaurant
verzichten.
mkl

Wenn ich der Aussage auch prinzipiell zustimme, muss man
natürlich auch die richtige Basis für Vergleiche verwenden.
… Aus der
zugegebenermassen sehr beeindruckenden Polizeistatistik sind
… nur die Gewaltdelikte als Vergleichsbasis interessant.

Die Entscheidung über die Auswahl der Vergleichsbasis ist keine Entscheidung, die in den hier interessierenden Alternativen einer Beurteilung nach „falsch“ oder „richtig“ zugänglich wäre. Ihre Auswahl ist vielmehr - ebenso wie meine eigene - eine wertende, nicht zuletzt durch das gewünschte Ergebnis gelenkte Entscheidung.

Das Verhältnis stellt sich also wesentlich anders dar:

Gewaltdelikte gesamt: 186.655
rechtsextreme Gewalt: 10.037 = 5,377 %
linksextreme Gewalt: 3.055 = 1,637 %

Das heisst dann, dass immerhin jede 14. Gewalttat in
Deutschland in irgendeine Richtung politisch motiviert war.

Die Feststellung, daß jede 14. Gewalttat „irgendwie politisch motiviert“ ist, gibt aber für die Frage nach dem Bedrohungspotential rechtsextremer Gewalt nichts mehr her. Im übrigen ändert diese Rechnung nichts an der Tatsache, daß Gewaltdelikte nach wie vor lediglich 3 % der gemeldeten Straftaten ausmachen.

Weiterhin sollte man berücksichtigen, dass bei den polizeilich
untersuchten schweren Gewaltdelikten (Quelle PSK 1999) gut 50%
im familiären Bereich passiert sind, …

Das ist nicht richtig, wie sich der Polizeilichen Kriminalstatistik 1999 ohne weiteres entnehmen läßt:

http://www.bmi.bund.de/publikationen/pks99/pk991008.htm

Da extremistische Gewalt fast ausschliesslich ausserhalb der
persönlichen Beziehungen entsteht (sprich: völlig Unbeteiligte
trifft), erhöht sich das Gefahrenpotential für den
„Normalbürger“ immerhin auf 21,82 %.

Der Prozentsatz von 21,82 % bezeichnet nicht das Risiko des „Normalbürgers“, Opfer der Gewalttat eines Unbekannten zu werden, sondern lediglich denjenigen Bruchteil aller Gewalttaten, der unter Zugrundelegung Ihrer Zahlen außerhalb persönlicher Beziehungen begangen wird. Ihre Behauptung ist daher leider schon nach mathematischen Gesichtspunkten eine Fehlinterpretation.

Mit freundlichen Grüßen

A. Tillmann

Hallo,

gut (bzw. nicht gut), die Welt ist schlecht. Es gibt viele viele Straftaten, von denen die meisten (Gott sei Dank) nicht Leib und Leben bedrohen, sondern eben Eigentum. Oft auch nicht das private Eigentum, sondern das des Staates oder das von Unternehmen. Nach rein subjektivem Empfinden fühle ich mich, trotz der beeindruckenden Anzahl von über 6 Mio. Straftaten in der BRD, gerade in meiner süddeutschen Heimat nur in sehr geringem Umfang durch „konventionelle“ Straftaten bedroht.

Anders hingegen fühle ich mich durchaus (und - leider durch persönliche Erfahrungen - zu Recht) durch die selbst in meinem furchtbar kleinen Heimatdorf und auch in der nächstgelegenen Stadt, durch die stets präsenten Kahlgeschorenen bedroht, durch die Schmierereien von Hakenkreuzen und faschistischen Parolen gestört, durch das nächtliche Herumgegröle belästigt.

Bedauerlich, meiner Meinung nach, wenn gerade jemand wie Sie, der sich auf seiner Homepage als Rechtswissenschaftler ausweist, versucht zu Verharmlosen und zu relativieren.

Selbst wenn die Anzahl der politisch motivierten Verbrechen in der BRD relativ zur Gesamtzahl aller Verbrechen nur einen kleinen Prozentsatz ausmacht (andererseits richtet sich diese Art von Verbrechen auch nur gegen einen relativ kleinen Anteil der Gesamtbevölkerung) sehe ich mit meinem zugegebenermassen nicht-juristischen Menschenverstand doch einen gelinden Unterscheid zwischen einem Totschlag im Affekt und einem Brandbombenanschlag aus tiefem Hass gegen Ausländer/Assoziale/Schwule/Behinderte etc.

Eigentlich würde ich mir gerade von juristisch gebildeten Menschen wünschen, dass sie sich den Grund- und Menschenrechten verpflichtet fühlen - vor Allem dem Schutz der Schwächeren und nicht mit (und seien sie noch so richtig) Zahlenspielereien beweisen wollen, dass „doch alles gar nicht so schlimm sei“.

Weiterhin sollte man berücksichtigen, dass bei den polizeilich
untersuchten schweren Gewaltdelikten (Quelle PSK 1999) gut 50%
im familiären Bereich passiert sind, …

Das ist nicht richtig, wie sich der Polizeilichen
Kriminalstatistik 1999 ohne weiteres entnehmen läßt:

http://www.bmi.bund.de/publikationen/pks99/pk991008.htm

Darf ich aus genau diesem Link folgende Passage posten:

"Bei Mord (vollendet und versucht) fand jede zweite Tat unter Verwandten**) (27,4 Prozent, 1998: 23,4) oder näheren Bekannten (26,4 Prozent, 1998: 28,0) statt. Bei 18,0 Prozent (1998: 20,8) der Mordopfer gab es keine Vorbeziehung, und bei 14,4 Prozent (1998: 14,8) blieb das Verhältnis zum Opfer ungeklärt.

Bei Totschlag (vollendet und versucht) lag der Anteil enger Vorbeziehung (Verwandtschaft: 26,3 Prozent [1998: 25,7], Bekanntschaft: 30,8 Prozent [1998: 30,7]) ähnlich hoch wie bei Mord. Fast zwei Fünftel der Totschlagsopfer (18,1 Prozent, 1998: 18,9) hatten keine Vorbeziehung zum Tatverdächtigen.

auch bei den Opfern angezeigter gefährlicher und schwerer Körperverletzungen überwog der Anteil fehlender (38,8 Prozent, 1998: 38,5) oder ungeklärter Vorbeziehungen (14,0 Prozent, 1998: 14,6). Bei jedem dritten Opfer wurde Bekanntschaft zu den Tatverdächtigen (24,4 Prozent, 1998: 24,1) oder flüchtige Vorbeziehung (12,8 Prozent, 1998: 12,3) festgestellt."

Vieleicht finden Sie ja doch noch Gelegenheit, auf meine eigentliche Frage - nämlich was man als Bürger tun kann, damit eben keine Obdachlosen zu Brei getreten werden, weil sie „nicht in dieses Gesellschaft passen“ (wer passt hier eigentlich nicht in diese Gesellschaft?), Asylantenheime nicht mehr brennen, Menschen anderer Hautfarbe nicht mehr erschlagen oder zu Tode gehetzt werden, behinderte Menschen nicht mehr gequält werden?

Und sei es nur ein „da kann man nichts machen“. Dann weiss ich wenigstens, dass dieser Staat mittelfristig am Ende ist.

Mit freundlichen Grüssen
Peter Zeitler

Die Frage für mich ist eigentlich nur, wie man als Bürger
reagieren kann bzw. soll. Für die meisten Menschen ist es
wahrscheinlich keine Frage, in ihrem eigenen Umfeld (Familie,
Freunde, Arbeitsplatz) gegen extreme Tendenzen zu agieren bzw.
zu deeskalieren.

Wie soll man aber „in der freien Wildbahn“ agieren? Es kann ja
nicht ernsthaft gemeint sein, dass der Bürger Gefahr für Leib
und Leben in Kauf nimmt und sich einer randalierenden
Skinhead-Truppe in den Weg stellt??

Was also können wir tatsächlich tun, um Extremismus -
wohlgemerkt von beiden Seiten - entgegenzuwirken und ein
normales Zusammenleben Aller zu ermöglichen?

Gruss
Peter

soso, die damen und herren politiker wünschen also, dass wir bürger uns engagieren - komisch, als herr fischer noch bei der apo war, hieß das denunziant und böll sprach davon, dass ein verfaulendes politisches system mit rattenhafter wut verteidigt würde. bei jedem anschlag auf banker und bonzen gab es bei joschka, danny und der kanzlei von herrn ströbele die bekannte „klammheimliche freude“.
heute sitzen joschka, danny und herr ströbele an den wohlgefüllten fleischtöpfen und die bürger sollen sich engagieren.
das ist eine feine idee: der mutige bürger trinkt dann den rest des lebens aus der schnabeltasse und lebt von sozialhilfe, während der skinhead einen sozialpädagogischen segeltörn durch die ostsee macht.
daher mein appell: grüne und sozialpädagogen vor!
mfg frank aus köln (habe noch nie einen neonazi hier gesehen)

soso, die damen und herren politiker wünschen also, dass wir
bürger uns engagieren - komisch, als herr fischer noch bei der
apo war, hieß das denunziant und böll sprach davon, dass ein
verfaulendes politisches system mit rattenhafter wut
verteidigt würde. bei jedem anschlag auf banker und bonzen gab
es bei joschka, danny und der kanzlei von herrn ströbele die
bekannte „klammheimliche freude“.
heute sitzen joschka, danny und herr ströbele an den
wohlgefüllten fleischtöpfen und die bürger sollen sich
engagieren.

ich glaube echt, dass der joschka sich von den nazis in die fresse hätte treten lassen, um das mal klar zu formulieren, wenn er sie einen ausländer hätte schlagen sehen.
auch zum steinewerfen gehört mut, oder? ich finde es auch falsch, immer wieder dieses „steinewerfer“-geschrei bezüglich seiner person zu erheben.

das ist eine feine idee: der mutige bürger trinkt dann den
rest des lebens aus der schnabeltasse und lebt von
sozialhilfe, während der skinhead einen sozialpädagogischen
segeltörn durch die ostsee macht.
daher mein appell: grüne und sozialpädagogen vor!

das ist zwar schon ganz lustig, was du da schreibst, aber mit polemik ändert man auch nicht grade viel.

mfg frank aus köln (habe noch nie einen neonazi hier gesehen)

ich schon. auf der domplatte, der fing dann an, sich mit 2 punks anzulegen, woraufhin die polizei kam und der ganze spuk nach weniger als 1 minute vorbei war.

eine typisch deutsche worthülse, die nach der allgemeinen betroffenheitsleier losgelassen wird.
„es tut mir sehr leid für die opfer des verbrechens -
ich fordere mehr zivilcourage!“

so zieht man sich elegant aus der affäre.
im prinzip heisst
„ich fordere mehr zivilcourage“ nur soviel wie „ich find verbrechen sehr unschön, und es wäre schon gut, wenn da jemand was gegen tun würde. ich selber bin jetzt nicht so wirklich mutig, aber es gibt mutige bürger, und die sollen das gefälligst machen. naja, sich die nase brechen lassen soll er auch nicht, aber schon was tun. gell?“

sehr treffend formuliert (o.T.)

Hi Frank
Brauchst Du, um Zivilcourage zu demonstrieren, erst die Aufforderung der Politiker.

Naja, Du kannst den Leuten ja nicht verwehren, dass sie irgendwann mal schlauer werden.
Ausserdem sind mir Leute in der Regierung lieber, die mal irgendwann Anno Schnee ein paar Steine geschmissen haben, als Jungs, die sich ach so staatstragend geben und mafiaähnlich Gelder verschieben.

Mir wurde es übrigens auch etwas übel, als ich (in der TAZ) las, dass Teile der Grünen mit der (linken) APO zusammen gegen Rechtsradis vorgehen wollen.

Es reicht doch, im Kleinen dagegenzuhalten. Wenn genügend Leute das Machen, dann geht auch was vorwärts.
Dann demonstrieren unsere pp. Politiker endlich mal nicht nur Betroffenheit, sondern auch Entschlossenheit und Härte.
Wenn man heute gegen die Rechtsradikalen genauso vorgehen würde wie damals 1977 gegen die Linksradikalen, dann wäre der Spuk m.E. bald vorbei.

Gruss
Mike

Hi Lukas

mit einem ist das kein problem… die treten aber leider nicht
einzehln auf und da ist eine diskusion nicht mehr möglich.

Würde ich auch nicht (Angst essen Seele auf *g*)
Es gibt aber oft genug einzelne, die derartigen Quatsch von sich geben, denen sieht man es zum Teil gar nicht an

Deine Ansicht ist leider in der Bevölkerung weit verbreitet.
Nichts sehen Nichts hören Nichts sagen.

weil sich doch nichts ändert, wir haben doch in D. einen
täterschutz, bestehende gesetze werden nicht richtig angewand.

Aber wenn man nichts tut, ändert sich auch nichts. Und hinterher ist dann wieder das Geschrei gross.

Gruss
Mike

Wenn ich all diese Artikel hier lese überkommt mich schon ein sehr eigenartiges Gefühl. Es gibt keinen Politiker der von einem Bürger fordert sich das Nasenbein einschlagen zu lassen. Es muss aber doch zwischen dem Wegschauen und dem sich zusammenschlagen lassen einen Mittelweg geben. Unser Volk sieht doch auch schon weg wenn ein älterer Mann auf der Straße liegt, nicht erschlagen, nee einfach altersschwach. Diese Mentalität sehe ich hier schon ein bisschen in den Artikeln bestätigt. Warum Zivilcourage? Weil es um die rechte Anderer geht, die nur von einer nicht wegschauenden Mehrheit geschützt werden können.
Was hilft es denn wenn hier recht wissenschaftlich mit irgendwelchen Zahlen herumgeschmissen wird, wenn irgendwo in Deutschland wieder jemand um sein Leben bangen muss und wir dann danach sagen, ich konnte nichts tun, das geht mich nicht an.
Die Aussage ich habe noch keinen Nazi in D. gesehen finde ich eine Unverschämtheit, mache doch einfach die Augen auf.

Entschuldigung wenn ich etwas heftig bin, aber das musste raus

MFG
Eberhard

Simbabwe oder Rhythmus im Blut

Die Aussage ich habe noch keinen Nazi in D. gesehen finde ich
eine Unverschämtheit, mache doch einfach die Augen auf.

Entschuldigung wenn ich etwas heftig bin, aber das musste raus

MFG
Eberhard

Lurchi hat auch noch keinen Nazi gesehen, denn in unserer Stadt ist es so:

Lurchi lebt in einer deutschen Großstadt und fuhr im April dieses Jahres mit einem öffentlichen Verkehrsmittel in die City. In den letzten Monaten bin ich nur noch selten mit der Straßenbahn unterwegs und daher nicht mehr so „am Puls der Zeit“ wie ehedem.

Als ich auf dem Rückweg auf den Bahnsteig der Straßenbahn kam, war dort ein kleiner Menschenauflauf, und in der Mitte ein betrunkener (oder betrunken wirkender) junger Mann, der laut, lebhaft und temperamentvoll auf einen etwa 13-jährigen Jungen einredete. Der Junge ließ sich auf die Diskussion ein (es war nicht festzustellen, worum es ging), und alles unter interessierter Beobachtung der Menge.

Nun bin ich der Meinung, daß sich ein unbegleiteter Jugendlicher (Kind?) dieses Alters in der City grundsätzlich von fremden Betrunkenen fernhalten sollte, habe ihn deshalb leicht am Arm berührt und gesagt, er solle nachhause gehen. Der Betrunkene hat mich angesprochen und gefragt, ob ich Zeit hätte (zum Reden). Ich habe ihm geantwortet, daß ich gerne mit ihm reden würde, wenn er einmal nüchtern wäre und dem Jungen nochmal bedeutet, er möge nachhause gehen.

Da trat ein junger Mann auf mich zu (Antifa-Look - aber fragen Sie bitte jetzt nicht, was diesen Look ausmacht!) und fragte mich irgendetwas. Es ist mir entfallen, denn es wirkte ganz leicht bedrohlich auf mich. Von solchen Leuten halte ich mich grundsätzlich fern. Gleichzeitig fiel mein Blick auf zwei Wachmänner der Verkehrsbetriebe, die beide die Situation schon vorher ebenfalls beobachtet hatten. (Die Verkehrsbetriebe der Stadt haben seit einigen Monaten einen privaten Sicherheitsdienst eingerichtet, um die Sicherheit der Fahrgäste zu erhöhen.)
Die beiden Security-Männer haben dann ihrerseits den Jungen angewiesen, sich zu entfernen, was er auch getan hat.

Nun wird sich vielleicht der eine oder andere Leser fragen, was es zu bedeuten habe, daß der junge Mann mich offensiv angesprochen hat, und warum ich dies als bedrohlich empfunden habe. - Ja, ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß der betrunkene (oder angetrunkene?) junge Mann ein - ahämm *räusper*, also es war ein Neger, mit einer geöffneten Bierflasche in der Hand, die er immer wieder hoch durch die Luft schwenkte.

Nun mußte ich noch einige Zeit auf die Straßenbahn warten, und der junge Neger fing an, den Bahnsteig entlang zu gehen und rief - besser gesagt - er sang dabei: „Man-de-la - MandelaMandela Man-de-la.“ Und wieder „NelsonMandela Nelson Man-de-la.“ Und wieder „Johannesburg in South-Africa, Simbabwe ist the same, Man-de-la - Mandelamandelamandela.“ Es war eine großartige Performance, und eine Gratisvorstellung dazu. Hin und wieder blieb er bei Passanten stehen, lachte sie an und machte weiter seinen rhythmischen Singsang. Vielleicht hatte er karibisches Blut in den Adern … schließlich stand eine ältere Frau von einer Bank auf, trat an den jungen Mann heran, hielt ihm eine Banane entgegen und sah zu ihm hoch (denn er war groß gewachsen): „Hier haben Sie eine Banane, die kommt aus dem Land, aus dem Sie auch kommen, vielleicht mögen Sie die.“

Mir stockte kurz der Atem.

Der junge Mann nahm mit einem breiten Lachen die Banane in die Hand und rief laut: „Danke, danke“. Die Frau setzte sich wieder auf die Bank mit den Worten: „Das ist so ein netter Mann.“

Der Neger schwenkte in der einen Hand die geöffnete Bierflasche, in der anderen hielt er die Banane, sein Gesicht war so braun wie dunkler Kakao, und das Weiße in seinen Augen blitzte, während er seinen Singsang fortführte: „Mandela-Mandela-Man-de-la“.

Und dann kam meine Straßenbahn. Schade. Ich habe einen Moment lang ernsthaft überlegt, ob ich auf die nächste Bahn warten soll … Ich liebe nämlich karibische Rhythmen und leidenschaftliche, engagierte, ungewöhnliche Menschen.

Die Menschen in unserer Stadt haben ihre Ausländer lieb. Sie lassen niemals zu, daß einem von ihnen ein Leid geschieht. Selbst wenn es nur den Anschein hat, daß ein Ausländer angegriffen werden könnte, und sei es auch nur verbal oder gesinnungsmäßig, dann sind Freunde da, die ihnen zur Seite stehen.

Kölle alaaf! alaaf! alaaf!

mfg frank aus köln (habe noch nie einen neonazi hier gesehen)

ich schon. auf der domplatte, der fing dann an, sich mit 2
punks anzulegen, woraufhin die polizei kam und der ganze spuk
nach weniger als 1 minute vorbei war.

Sensation!
Lars hett sojar den einzijen Neonazi gesinn, der mol in Kölle zo luure wor! Dat jitt et doch nit! Der däd da up de Domplatt brülle „russ mit de Nigger“, so dat eens de Polizei kumme tät und ihn aafgeführt hätt - Kölle alaaf, alaaf, alaaf …

Bitte übersetzen
Hi Salamanderlurchi

Liebes und wertes Amphibium
da ich, als bayerische Schwabe, des „Kölsch“ nur sehr begrenzt mächtig bin, möchte ich Dich freundlich bitten, deine Aussagen in das Hochdeutsche zu übersetzen. Aufgrund meiner unzureichenden sprachlichen Fähigkeiten gewann ich bedauerlicherweise den Eindruck, dass Deine Aussage völliger Unsinn ist, was mir jedoch nur schwer vorstellbar ist

Gruss und Danke im voraus

Mike

Amphibiums Gschichterl´n
Hi salamanderlurchi

Und was soll mir deine wenig amüsante Story sagen?
Das angetrunkene Schwarze bei Euch nicht sofort und auf offener Bühne ohne doppelten Boden zerstückelt werden?
Das sich bei euch 13-Jährige alleine (SKANDAL) in der Öffentlichkeit bewegen können, und sich sogar mit Angetrunkenen unterhalten?
Wieso musste ein Sicherheitsdienst in den Öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt werden? Waren die vorher unsicher?

Wieso erschreckte dich der „Linke“ wenn Du dich an nichts mehr erinnern kannst (war er so einschüchternd?)

Ein etwas verwirrter

Mike

Hi Salamanderlurchi
mir geht es wie dem Michael, was willst Du durch Deine Geschichte zum Ausdruck bringen. Soll es etwas heißen, nur weil eine ältere Dame einem Schwarzen eine Banane schenkt haben wir keine Fremdenfeindlichkeit im Land und wir bilden uns die anderen Verprügelten und auch getöteten Ausländer nur ein! Desshab sage ich nochmal macht doch mal die Augen auf und schaut evt. auch mal über die Dorfgrenze hinweg. Es ist ja schön wenn es bei Euch noch nicht so ist.
Vielleicht hilft ja auch ein Blick in die Vergangenheit, vor ca. 60 Jahren hat auch alles nicht so dramatisch angefangen und wo es hingeführt hat haben wir ja dann gesehen.

MFG
Eberhard