Zivis

Hallo,

wenn die Bundeswehr demnächst möglicherweise abgeschaft wird, warum sollten die jungen Männer noch als Zivis dienen müssen? (Wenn ein junger Mann gleich nach seinem Schulabschluß eine Ausbildung oder ein Studium beginnen kann, warum sollte er 9 Monate lang erstmal etwas anderes machen müssen?)

Es gibt in Deutschland so viele (Millionen?) arbeitsfähige Hilfeleistungempfänger (Sozialhilfe- und Arbeitslosenhilfeempfänger, die keine Kleinkinder erziehen), daß es mir logisch scheint, erstmal diejenigen die Leistungen vom Staat bekommen die Arbeit als Zivildienstleistende zuzumuten. Warum sollten diejenigen, die gesund genug sind und noch keine sinnvolle Beschäftigung gefunden haben, nicht der Gesellschaft etwas zurückgeben? Es gibt bestimmt Tausende von Altersheimen und Kindergärten sowie behinderten und hilfsbedürftigen älteren Menschen die Hilfe gebrauchen könnten - und die Kommunen könnten bestimmt Hilfe beim Schneeschaufeln und Strassenkehren vor öffentlichen Einrichtungen gebrauchen. Warum kommen die Politiker nicht auf die Idee, diese Menschen zu gemeinnütziger Arbeit zu ‚verpflichten‘ - was weiß ich… ca. 15 Stunden pro Woche? Eine sinnvolle nützliche Beschäftigung würde vielen auch ein besseres Selbstwertgefühl geben.
Ist der organisatorische Aufwand zu groß für die Kommunen?

Sarah

sorry…ich meinte, eine Bundeswehr ohne Wehrpflicht…

Sarah

Dann möchte ich …
nicht im Altersheim leben, wenn Menschen zur Arbeit dort verpflichtet werden.

Hallo Sarah,

Warum kommen die Politiker nicht auf die Idee, diese Menschen
zu gemeinnütziger Arbeit zu ‚verpflichten‘ - was weiß ich…
ca. 15 Stunden pro Woche? Eine sinnvolle nützliche
Beschäftigung würde vielen auch ein besseres Selbstwertgefühl
geben.

die Politiker sollten lieber die Rahmenbedingungen für mehr Beschäftigung setzen, als über Zwangsarbeit nachzudenken.

Gruß, Joe

nicht im Altersheim leben, wenn Menschen zur Arbeit dort
verpflichtet werden.

also bei langzeitarbeitslosen, die sich weigern, jobs anzunehmen ist es abzulehnen, wenn -sagen wir mal- die stütze gekürzt wird, weil sie nichtmal so einen job annehmen wollen, obwohl soziale institutionen unter chronischem personalmangel leiden - aber bei schulabgängern oder gerade fertigen azubis ist das ok, dass sie für 400€ im monat eine 38,5-stunden-woche mit wochenend- und/oder schichtdienst schieben müssen?

gruß
lars

Hallo Lars,

also bei langzeitarbeitslosen, die sich weigern, jobs
anzunehmen ist es abzulehnen, wenn -sagen wir mal- die stütze
gekürzt wird, weil sie nichtmal so einen job annehmen wollen,
obwohl soziale institutionen unter chronischem personalmangel
leiden - aber bei schulabgängern oder gerade fertigen azubis
ist das ok, dass sie für 400€ im monat eine 38,5-stunden-woche
mit wochenend- und/oder schichtdienst schieben müssen?

Nein und habe ich auch nicht behauptet.

Mir geht es darum, alte Menschen nicht durch ev. Arbeitsverweigerer pflegen zu lassen. Wir werden schließlich alle mal alt.

Andererseits finde ich es ätzend, wenn heute die Arbeitslosen generell als zu faul zum arbeiten angesehen werden.
Wenn ich heute mit 50.000€ arbeitslos werde und einen Job für 30.000€ annehmen muss und dann wieder arbeitslos werde, sinkt mein Arbeitslosengeld weiter. Irgendwann muss ich dann noch Geld mitbringen um arbeiten zu dürfen :wink:

Gruß, Joe

Hallo,

Warum kommen die Politiker nicht auf die Idee, diese Menschen
zu gemeinnütziger Arbeit zu ‚verpflichten‘ - was weiß ich…
ca. 15 Stunden pro Woche?

was Du da forderst ist die Aufforderung zum Lohndumping.
das führt dazu, daß als Sparmaßnahme in den Gemeinden hauptsächlich unbezahlte Kräfte eingesetzt werden.
Die können dann auch gleich noch die Grünanlagen pflegen …
Dann macht die Gärtnerei zu, die das bisher gegen Bezahlung gemacht hat und die Leute, die da entlassen werden, bekommen ihren alten Job wieder. Aber erst, wenn sie pleite sind und Anspruch auf Sozialhilfe haben.

Ich kann einfach nicht verstehen, warum dauernd jemand die Leute bestrafen will, die ihren Job verloren haben, oder keinen bekommen. Diese Meinungen klingen immer so, als würden die Leute die vorhandene Arbeit nicht machen wollen. Tatsächlich ist es so, daß keine Arbeit da ist, die den Leuten angeboten werden kann. Wieso sollen die dann dafür mit unentgeltlicher Zwangsarbeit bestraft werden?

cu Rainer

Hi Rainer,

da stimme ich Dir prinzipiell voll zu, nur …

Hallo,

Warum kommen die Politiker nicht auf die Idee, diese Menschen
zu gemeinnütziger Arbeit zu ‚verpflichten‘ - was weiß ich…
ca. 15 Stunden pro Woche?

was Du da forderst ist die Aufforderung zum Lohndumping.

… findet genau das leider schon statt, denn …

das führt dazu, daß als Sparmaßnahme in den Gemeinden
hauptsächlich unbezahlte Kräfte eingesetzt werden.

die Gemeinden tun genau das - und zwar in zunehmendem Masse. Es ist keineswegs eine neue Idee, Sozialhilfeempfaenger zum Arbeiten heranzuziehen, sondern schon laengere Zeit Gesetz.

Ich kann einfach nicht verstehen, warum dauernd jemand die
Leute bestrafen will, die ihren Job verloren haben, oder
keinen bekommen. Diese Meinungen klingen immer so, als würden
die Leute die vorhandene Arbeit nicht machen wollen.
Tatsächlich ist es so, daß keine Arbeit da ist, die den Leuten
angeboten werden kann. Wieso sollen die dann dafür mit
unentgeltlicher Zwangsarbeit bestraft werden?

Genau so ist es. Vor einigen Wochen war in der „Zeit“ ein sehr schoener Artikel zum Thema, der herausstellte, dass besonders in Deutschland die Arbeitslosen stigmatisiert und ausgeschlossen werden. Ich frage mich, warum diese zum grossen Teil arbeitswilligen und hochmotivierten Menschen immer in die faule Ecke gestellt werden?

CU

Henning.

Hilfskräfte zwangsverpflichtet zur Pflege
Hallo Lars,

"nichtmal so einen job annehmen wollen" ,
obwohl soziale institutionen unter chronischem personalmangel
leiden

Warum leiden wohl Soziale Institutionen unter chronischem Personalmangel?
Wenn Deine Meinung repräsentativ ist - ist Das doch die Antwort!

Wie kann eine qualitativ bessere Pflege, die immer wieder gefordert wird, sich mit dem Einsatz von zwangsverpflichteten Hilfskräften vereinbaren lassen?

gruß
lars

Gruß
karin

Hallo Henning,

die Gemeinden tun genau das - und zwar in zunehmendem Masse.
Es ist keineswegs eine neue Idee, Sozialhilfeempfaenger zum
Arbeiten heranzuziehen, sondern schon laengere Zeit Gesetz.

Danke für die Info. Das wußte ich nicht, habe es immer für eine Hroorvision gehalten.

Genau so ist es. Vor einigen Wochen war in der „Zeit“ ein sehr
schoener Artikel zum Thema, der herausstellte, dass besonders
in Deutschland die Arbeitslosen stigmatisiert und
ausgeschlossen werden. Ich frage mich, warum diese zum grossen
Teil arbeitswilligen und hochmotivierten Menschen immer in die
faule Ecke gestellt werden?

Meine Meinung!

Na hoffentlich bleibt mein Job noch ne Weile erhalten. Mit über 50 und ner Ausbildung die nicht zum Job passt habe ich entweder nicht die richtige Qualifikation oder nicht genug Praxis um einen neuen Job zu finden.
Dann wäre ich der nächste, der seine ‚Bedürftigkeit‘ nachweisen muß um den Park fegen zu dürfen.

cu Rainer

Hallo Lars,

"nichtmal so einen job annehmen wollen" ,
obwohl soziale institutionen unter chronischem personalmangel
leiden

Warum leiden wohl Soziale Institutionen unter chronischem
Personalmangel?
Wenn Deine Meinung repräsentativ ist - ist Das doch die
Antwort!

weil es ein anstrengender job ist, der scheiße bezahlt wird.

Wie kann eine qualitativ bessere Pflege, die immer wieder
gefordert wird, sich mit dem Einsatz von zwangsverpflichteten
Hilfskräften vereinbaren lassen?

ich würde der ausgangsrednerin nicht darin zustimmen, dass man arbeitslos „zwangsverpflichten“ sollte. aber wie gesagt, die jobs werden gesucht, sie sollten angenommen werden; und wenn das nicht geschieht, sollte auch das geld gekürzt werden - aber das wird ja jetzt auch bald gesetzlich so geregelt sein.

gruß

Hallo Lars,

"nichtmal so einen job annehmen wollen" ,
obwohl soziale institutionen unter chronischem personalmangel
leiden

Warum leiden wohl Soziale Institutionen unter chronischem
Personalmangel?
Wenn Deine Meinung repräsentativ ist - ist Das doch die
Antwort!

weil es ein anstrengender job ist, der scheiße bezahlt wird.
ich würde der ausgangsrednerin nicht darin zustimmen, dass man
arbeitslos „zwangsverpflichten“ sollte. aber wie gesagt, die
jobs werden gesucht, sie sollten angenommen werden; und wenn
das nicht geschieht, sollte auch das geld gekürzt werden -
aber das wird ja jetzt auch bald gesetzlich so geregelt sein.

Also würdest Du, wenn Du arbeitslos wirst, ohne mit der Wimper zu zucken diesen Job, der Scheisse bezahlt wird und anstrengend ist annehmen, wenn Du sonst Leistungskürzungen erhalten würdest?

gruß

Gruß
karin

Wenn ich nach einem Jahr immer noch keine Arbeit fände, würde ich zumindest in Erwägung ziehen, etwas anderes zu machen und auch einen Beruf anzunehmen, der schlechter bezahlt ist als vielleicht andere Berufe.
Davon unabhängig sollte das Pflegepersonal besser bezahlt werden.
Wird aber eh alles nicht passieren, also was soll’s.

Gruß

Davon unabhängig sollte das Pflegepersonal besser bezahlt
werden.
Wird aber eh alles nicht passieren, also was soll’s.

…dann gibt’s halt mehr Stellen für die fleissigen aus Osteuropa - zum Glück werden demnächst die Grenzen nach Osteuropa geöffnet…
Arbeitslosigkeit bei den Deutschen bei 8 - 20%, aber Leute aus Osteuropa für die unbequemen Jobs nach D holen… hmmmmmm…

Wir können alle nur hoffen, daß wir *nie* pflegebedürtig werden…

Sarah

Hallo,

Wenn ich nach einem Jahr immer noch keine Arbeit fände, würde
ich zumindest in Erwägung ziehen, etwas anderes zu machen und
auch einen Beruf anzunehmen, der schlechter bezahlt ist als
vielleicht andere Berufe.

und davon gibt’s genug? Warum weiß in den Arbeitsämtern davon niemand was? Natürlich kannst Du für ein Einkommen arbeiten gehen, das nicht für die Miete reicht. Aber wenn Du von der Arbeit verhungern sollst, kannst Du ja auch Sozialhilfe beantragen und überleben, oder?

Wenn die Sozialhilfe mehr einbringt als Arbeit, zahlen die Unternehmer zu niedrige Löhne. DIE haben was falsch gemacht, nicht die Sozialhilfeempfänger.

cu Rainer

Davon unabhängig sollte das Pflegepersonal besser bezahlt
werden.
Wird aber eh alles nicht passieren, also was soll’s.

…dann gibt’s halt mehr Stellen für die fleissigen aus
Osteuropa - zum Glück werden demnächst die Grenzen nach
Osteuropa geöffnet…
Arbeitslosigkeit bei den Deutschen bei 8 - 20%, aber Leute aus
Osteuropa für die unbequemen Jobs nach D holen…
hmmmmmm…

ja, ist schon komisch oder? ich höre immer nur gejammer von gewerkschaften etc. - aber darüber, dass in pflegeberufen, müllabfuhr oder ähnlichem ein wasweissichwiehoher ausländeranteil und immer noch personalmangel herrscht, wundert sich niemand.
ich habe jedenfalls einen ziemlichen respekt vor den leuten, die sich als altenpfleger- oder krankenpfleger für lauen lohn den arsch aufreißen.

Wir können alle nur hoffen, daß wir *nie* pflegebedürtig
werden…

warum? die arbeiten nicht schlechter…

gruß

hi,

vielleicht habe ich ja da was falsches mitbekommen, aber wie schon unten geschrieben: pflegepersonal wird gesucht und es ist wohl kaum ein zufall, dass dort und in anderen unbeliebten, harten jobs ein großer anteil von ausländern arbeitet. weil sauviele (deutsche) leute einfach keinen bock mehr haben, hart und relativ schlecht bezahlt zu arbeiten, weil ihre ansprüche im laufe der zeit einfach viel zu stark gewachsen sind.

wow, mit dieser pauschalisierung werde ich eine protestwelle auslösen. also, hiermit noch einmal betont: dies ist eine pauschalisierung, die auf viele leute zutreffen mag; aber ich habe nicht gesagt, dass alle arbeitslosen faule, verwöhnte paschas sind, die in ihren villen im tessin fröhlich einen lenz schieben.

gruß

Hallo,

vielleicht habe ich ja da was falsches mitbekommen, aber wie
schon unten geschrieben: pflegepersonal wird gesucht und es
ist wohl kaum ein zufall, dass dort und in anderen
unbeliebten, harten jobs ein großer anteil von ausländern
arbeitet. weil sauviele (deutsche) leute einfach keinen bock
mehr haben, hart und relativ schlecht bezahlt zu arbeiten,
weil ihre ansprüche im laufe der zeit einfach viel zu stark
gewachsen sind.

wow, mit dieser pauschalisierung werde ich eine protestwelle
auslösen. also, hiermit noch einmal betont: dies ist eine
pauschalisierung, die auf viele leute zutreffen mag; aber ich
habe nicht gesagt, dass alle arbeitslosen faule, verwöhnte
paschas sind, die in ihren villen im tessin fröhlich einen
lenz schieben.

Nö, sieht nicht nach Protestwelle aus.
Ich würde in Deinem Text viele durch einige ersetzen, aber verlässliche Statistiken darüber gibt es wohl nicht.
Ich halte es auch nicht für sinnvoll, einen harten Job zu machen, wenn die Bezahlung so schlecht ist, daß das Einkommen nicht zum überleben reicht.
Arbeit muß ermöglichen, den Lebensunterhalt damit zu verdienen. Andernfalls liegt die Schuld am Personalmangel nicht bei den Leuten, sondern beim AG.
Die Einkommen im Gesundheitswesen kenne ich nicht, deshalb kann ich dazu nicht mehr sagen.
Was verdient das Pflegepersonal denn so? (Nur mal ne Größenordnung. Kann man davon leben?)
cu Rainer

Hi

Nö, sieht nicht nach Protestwelle aus.
Ich würde in Deinem Text viele durch einige ersetzen, aber
verlässliche Statistiken darüber gibt es wohl nicht.

Stimmt.

Ich halte es auch nicht für sinnvoll, einen harten Job zu
machen, wenn die Bezahlung so schlecht ist, daß das Einkommen
nicht zum überleben reicht.
Arbeit muß ermöglichen, den Lebensunterhalt damit zu
verdienen. Andernfalls liegt die Schuld am Personalmangel
nicht bei den Leuten, sondern beim AG.
Die Einkommen im Gesundheitswesen kenne ich nicht, deshalb
kann ich dazu nicht mehr sagen.
Was verdient das Pflegepersonal denn so? (Nur mal ne
Größenordnung. Kann man davon leben?)

Natürlich kann man davon leben. Die Pflegerinnen während meines Zivildienstes haben 17,50 mark bekommen, also um die 9 €. Macht bei 38,5-stunden-woche, ~1400 euro im Monat. Ich schätze, die älteren haben etwas mehr bekommen durch irgendwelche Zuschläge. Examinierte Schwestern und Stationsleiter/Pflegedienstleiter haben natürlich entsprechend ihrer Qualifikation mehr verdient, wieviel das war, weiß ich aber nicht. Einer in der Ausbildung meinte - wieder in DM - ab 3500 aufwärts.
Scheiße ist diese Arbeit aber vor allem wegen der Schichtwechsel, der daher geringen und schlecht einteilbaren Freizeit und sorry - es ist halt einfach ein Job, der mit unangenehmen Dingen zu tun hat, das fängt bei Fäkalien-Entsorgung an und hört beim Tod von Menschen, die man über Jahre betreut und vielleicht uach irgendwo liebgewonnen hat, auf. Daher sollte er besser bezahlt werden.
Aber diese „Pfleger werden? Ich? Warum denn? Ich leb doch gut von Stütze“ - Einstellung hab ich schon des öfteren mal mitbekommen, wobei du Pfleger durch andere nicht-9-to-5-jobs ersezten kannst.

gruss

Hallo,

Natürlich kann man davon leben. Die Pflegerinnen während
meines Zivildienstes haben 17,50 mark bekommen, also um die 9
€. Macht bei 38,5-stunden-woche, ~1400 euro im Monat.

da ist das Problem. Wenn ich von den 1400 mal 500 für Miete plus Nebenkosten anzeihe (ist ja eher niedrig angesetzt) und ne vierköpfige Familie voraussetze (sollte so sein, damit die Bevölkerung wenigstens stagniert)dann komme ich auf 225 Euro pro Nase. Der Sozialhilfesatz liegt ja wohl bei 345 Euro.
Nun erklär mir mal, warum jemand für minus 120 Euro arbeiten soll!
Nein, der Sozialhilfesatz ist nicht zu hoch! Er beschreibt das Existenzminimum. Der Lohn liegt unter dem Existenzminimum! … Ist zu niedrig. Du meinst, davon kann man leben? Du hast es nicht versucht! (Ich zum Glück auch nicht. :wink:)
Sieh Dir einfach mal Deine Kontoauszüge an und prüfe, was vermeidbar wäre. Nimm die unvermeidbaren Kosten und rechne die Lebensmittel, das Telefon und die Fernsehgebühren dazu. Du kommst sicher über 1400,- Euro. Das bedeutet dann, daß zum überleben eine Überschuldung unumgänglich ist.
Ich erlaube mir noch einmal, von mir persönlich zu ‚reden‘.
Ich habe mir vor 8 Jahren ein Haus gekauft, das 138TDM gekostet hat. das ist nun wirklich nicht teuer. Dafür zahle ich ~600 Euro monatlich an Raten. Ich fahre nie in Urlaub und kenne Kneipen nur von außen. Sonstige Laster habe ich außer Zigatretten, die ich mir von luxemburgischem Tabak à 10 Euro/200 Gramm selbst drehe, auch keine. Trotzdem mußte ich neulich 5500 Euro Kredit aufnehmen, um mein Konto auszugleichen. Mein, ich habe keine Fehler gemacht! Mein Gehalt bleibt bei allen Sparmaßnahmen unter meinen Ausgaben. … Ach ja, ich wollte ja nicht von mir, sondern allgemein reden. Wir waren bei 1400 Euro. Ich bekomme etwa 1800 Euro. :wink:

Scheiße ist diese Arbeit aber vor allem wegen der
Schichtwechsel, der daher geringen und schlecht einteilbaren
Freizeit und sorry - es ist halt einfach ein Job, der mit
unangenehmen Dingen zu tun hat, das fängt bei
Fäkalien-Entsorgung an und hört beim Tod von Menschen, die man
über Jahre betreut und vielleicht uach irgendwo liebgewonnen
hat, auf. Daher sollte er besser bezahlt werden.

Ja, meine Meinung. … Allerdings fragt beim bezahlen der Rechnungen niemand, woher das Geld kommt. Jeder Job sollte ein vernünftiges Leben ermöglichen.
Das ist mein Kernpunkt! Konnen wir uns nicht da treffen?
Wer alles, was seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechende für die Gesellschaft tut, hat ein ausreichendes Einkommen verdient!
(wow! Toller Satz! wer merkt sich den, wer hat was dagegen?(

Aber diese „Pfleger werden? Ich? Warum denn? Ich leb doch gut
von Stütze“ - Einstellung hab ich schon des öfteren mal
mitbekommen, wobei du Pfleger durch andere nicht-9-to-5-jobs
ersezten kannst.

Ne, Einkommen unter Existenzminimum? Für wen? Für die, die sich daran bereichern? Für die wirklichen Schmarotzer, die von der Arbeit anderer leben? Ne!!! Not erdulden, damit andere in unverdienten Überfluß leben können ist Dummheit!

… wenn Du wüßtest, was hier schon alles stand und gelöscht wude. …:wink:

cu Rainer

Hallo,

…dann gibt’s halt mehr Stellen für die fleissigen aus
Osteuropa

das funktioniert aber auch nut, so lange die nicht von den Einkommen ne mehrköpfige Familie, die in Deutschland wohnt ernähren sollen. Sonst übersteigen die Kosten nämlich den Gewinn!

Das klingt immer so, als wollte niemand ne sinnvolle Arbeit machen! Ist aber nicht so! Für 4 Euro Fünfzig kann niemand arbeiten und eine Familie ernähren, weil allein die Miete höher ist.
Erklär mir mal, warum und wann jemand so einen Job machen soll, und dann noch beim Sozialamt seine Bedürftigkeit begründen, weil das Einkommen nicht für die Mite reicht. Erstens klappt das zeitlich nicht, weil er ja arbeitet, wenn die Ämter geöffnet sind und zweitens muß er jede Mark an das Sozialamt abführen, weil er ja nichts verdient. :wink:

Das ist plumpe Polemik, um die Opfer zu Tätern zu machen!
Wenn Du das nicht wolltest, dann denke darüber nach!
Sieh Dir die offiziellen Statistiken an. Wie viele offene Stellen gibt es? (Leider ist da nicht ersichtlich, ob man davon eine Familie ernähren könnte) Wieviele Arbeitssuchende gibt es? (Nö, ist keine Floskel, die suchen wirklich! :wink:)

… Ich debnke, Du tust den Leuten Unrecht. Die sind hier mangels Masse schlecht vertreten. Ich habe Glück, nicht dazu zu gehören, vertrete aber mal deren Interessen, weil es ja sonst niemand tut.

cu Rainer