Hallo,
Natürlich kann man davon leben. Die Pflegerinnen während
meines Zivildienstes haben 17,50 mark bekommen, also um die 9
€. Macht bei 38,5-stunden-woche, ~1400 euro im Monat.
da ist das Problem. Wenn ich von den 1400 mal 500 für Miete plus Nebenkosten anzeihe (ist ja eher niedrig angesetzt) und ne vierköpfige Familie voraussetze (sollte so sein, damit die Bevölkerung wenigstens stagniert)dann komme ich auf 225 Euro pro Nase. Der Sozialhilfesatz liegt ja wohl bei 345 Euro.
Nun erklär mir mal, warum jemand für minus 120 Euro arbeiten soll!
Nein, der Sozialhilfesatz ist nicht zu hoch! Er beschreibt das Existenzminimum. Der Lohn liegt unter dem Existenzminimum! … Ist zu niedrig. Du meinst, davon kann man leben? Du hast es nicht versucht! (Ich zum Glück auch nicht.
)
Sieh Dir einfach mal Deine Kontoauszüge an und prüfe, was vermeidbar wäre. Nimm die unvermeidbaren Kosten und rechne die Lebensmittel, das Telefon und die Fernsehgebühren dazu. Du kommst sicher über 1400,- Euro. Das bedeutet dann, daß zum überleben eine Überschuldung unumgänglich ist.
Ich erlaube mir noch einmal, von mir persönlich zu ‚reden‘.
Ich habe mir vor 8 Jahren ein Haus gekauft, das 138TDM gekostet hat. das ist nun wirklich nicht teuer. Dafür zahle ich ~600 Euro monatlich an Raten. Ich fahre nie in Urlaub und kenne Kneipen nur von außen. Sonstige Laster habe ich außer Zigatretten, die ich mir von luxemburgischem Tabak à 10 Euro/200 Gramm selbst drehe, auch keine. Trotzdem mußte ich neulich 5500 Euro Kredit aufnehmen, um mein Konto auszugleichen. Mein, ich habe keine Fehler gemacht! Mein Gehalt bleibt bei allen Sparmaßnahmen unter meinen Ausgaben. … Ach ja, ich wollte ja nicht von mir, sondern allgemein reden. Wir waren bei 1400 Euro. Ich bekomme etwa 1800 Euro. 
Scheiße ist diese Arbeit aber vor allem wegen der
Schichtwechsel, der daher geringen und schlecht einteilbaren
Freizeit und sorry - es ist halt einfach ein Job, der mit
unangenehmen Dingen zu tun hat, das fängt bei
Fäkalien-Entsorgung an und hört beim Tod von Menschen, die man
über Jahre betreut und vielleicht uach irgendwo liebgewonnen
hat, auf. Daher sollte er besser bezahlt werden.
Ja, meine Meinung. … Allerdings fragt beim bezahlen der Rechnungen niemand, woher das Geld kommt. Jeder Job sollte ein vernünftiges Leben ermöglichen.
Das ist mein Kernpunkt! Konnen wir uns nicht da treffen?
Wer alles, was seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechende für die Gesellschaft tut, hat ein ausreichendes Einkommen verdient!
(wow! Toller Satz! wer merkt sich den, wer hat was dagegen?(
Aber diese „Pfleger werden? Ich? Warum denn? Ich leb doch gut
von Stütze“ - Einstellung hab ich schon des öfteren mal
mitbekommen, wobei du Pfleger durch andere nicht-9-to-5-jobs
ersezten kannst.
Ne, Einkommen unter Existenzminimum? Für wen? Für die, die sich daran bereichern? Für die wirklichen Schmarotzer, die von der Arbeit anderer leben? Ne!!! Not erdulden, damit andere in unverdienten Überfluß leben können ist Dummheit!
… wenn Du wüßtest, was hier schon alles stand und gelöscht wude. …
cu Rainer