Zu alt für Kinder?

Ich möchte mir hier mal ein paar Meinungen und Argumente holen:

Ich bin 42 und seit 6 Jahren Single. Ich hatte mir schon in meiner
letzten Beziehung Kinder gewünscht, aber bei meinem deutlich jüngeren Partner wenig Interesse dafür gefunden. Abgesehen davon, dass es nicht leicht ist, so lange allein zu sein, sehe ich bezüglich des Kinderwunsches meine Felle davon schwimmen. Immer wieder versuche ich, mit dem Thema abzuschließen, es kommt aber immer wieder hoch.

Es ohne Mann zu machen traue ich mir nicht zu, da ich weder Familie habe, die mich unterstützen könnte, noch Freunde, die ich dafür in Anspruch nehmen könnte. Das traue ich mir kräftemäßig nicht zu. Außerdem wünsche ich mir vielmehr eine Familie, nicht nur ein Kind.

Was spricht dafür oder dagegen, auch jenseits der 40 noch Mutter zu werden? Wo ist die absolute Höchstgrenze? Geena Davis ist - als pominentes Beispiel - mit 45 zum erstenmal Mutter geworden und hat mit 48 noch Zwillinge bekommen. Macht mir Hoffnung, aber fühlt sich trotzdem seltsam an.

Ich bin dankbar für ernsthafte Antworten!

Hallo,

wann man zu alt für Kinder ist, ist wohl sehr individuell.

Mit 42 finde ich das absolut noch nicht zu alt. Allerdings, wenn Du erst noch den geeigneten Partner finden musst, könnte es doch problematisch werden, da ja ungewiss ist, wann er sich einfindet.

Abgesehen davon, dass es nicht leicht ist, so lange allein zu sein, sehe ich bezüglich des Kinderwunsches meine Felle davon schwimmen.

Ich kann das sehr gut verstehen. Die innere Uhr tickt irgendwie lauter. Dennoch würde ich mich davon nicht unter Druck setzen lassen. Und wenn es denn so sein soll, musst Du es wohl irgendwann als Gegebenheit hinnehmen.

Wenn Du auch alleine ein Kind erziehen wollen würdest, wäre es ja, zeitlich gesehen, einfacher. So musst Du wohl erst noch das entsprechende Pendant, sprich zukünftigen Vater, dazu finden. Dieser Faktor ist unberechenbar und ungewiss.

Ich würde aber deshalb nicht etwas tun, was Du später bereuen wirst, weil Du jetzt schon weißt, dass Du alleine und ohne Familienhintergrund es nicht schaffen kannst.

Derzeit häufig in der Presse…
eine 64jährige Frau aus Aschaffenburg, die ihr erstes Kind bekam. Es war eine Eispende, und das ganze wurde im Ausland gemacht, da es in DE nicht erlaubt ist.

Ob das nun gut ist, möchte ich nicht kommentieren, aber möglich ist es.

Also… gehe alles der Reihenfolge nach an. Sonst gibt es irgendwann Probleme, die Du ja jetzt schon siehst.

Grüße

Sarah

Hallo,

Ich antworte jetzt individuell auf dieses eine Posting, also kann nur darauf eingehen, was Du hier geschrieben hast.

Was spricht dafür?

Du möchtest ein Kind und siehst Dich in der Lage (wenn auch mit Unterstützung) dieses aufzuziehen und ins Erwachsenenalter zu begleiten.

Was spricht dagegen?

Du hast keinen Partner, aber Du möchtest ein Kind nicht allein aufziehen, Du möchtest eine Familie.

Somit wäre es für Dich am sinnvollsten, erst einmal einen Partner zu finden, der idealerweise die gleichen Wünsche und Pläne wie Du hast.

Wenn das *geklärt* ist, kannst Du dir konkrete Gedanken machen, ob du dich zu alt fühlst, ein Kind aufzuziehen.

Nicolle

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Hallo Twinga,

meine Mutter bekam mit 20 und 22 ihre ersten, mit 40 und 42 ihre letzten Kinder. Sie selbst hat dieses späte Doppelpack nie bereut, doch sie merkt nun mit 47, dass sie die Kraft nicht mehr hätte für ein Kleinkind (mein Sohn).

Man wächst in die Rolle rein, man wächst mit den Ansprüchen der Kinder. Aber du musst dir bewusst machen, dass du damit die nächsten 20 Jahre gebunden bist. Das benötigt viel Energie und Nerven.

Wenn du der Meinung bist, das noch aufbringen zu können (hat nichts damit zu tun, dass man sagt, derjenige sei alt, um HImmels Willen, aber man ist nunmal keine 20 mehr) dann ist es für dich noch nicht „zu spät“.

Solange du die Energie und Kraft aufbringen kannst für Jahre, dann finde ich sollte es dir überlassen sein, wann und wie du deine Familie gestaltest. Und es geht (wenn auch nicht so leicht) auch ohne drumrum. Es ist natürlich (unbestritten) für Kind und dich besser, ein stabiles soziales Umfeld zuhaben/schaffen.

lg, und alles Gute,

Dany

Hi,

mal so doof gefragt ( du weißt ja, Männer machen das manchmal). Gibt es denn nicht unter den vielen Singles vielleicht einen allein erziehenden Vater der dich anlächelt oder muss es ein eigenes Kind sein. Ich meine vielleicht schlägst du ja so zwei Fliegen mit einer Klappe.

Viele Grüße
Me

Achso, ansonsten finde ich nicht das du zu alt bist allerdings denke ich auch immer ein bisschen and die Kinder die „soooo“ alte Eltern haben, von wegen werden vielleicht gehänselt oder so.

Hallo

Es ohne Mann zu machen traue ich mir nicht zu, da ich weder
Familie habe, die mich unterstützen könnte, noch Freunde, die
ich dafür in Anspruch nehmen könnte. Das traue ich mir
kräftemäßig nicht zu. Außerdem wünsche ich mir vielmehr eine
Familie, nicht nur ein Kind.

Da du ja vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher sagen kannst, ob das klappt mit der Familie, würde ich empfehlen, irgendwas zu machen, wobei du mit Kindern zu tun hast, und was auch immer weiter gehen kann. - Falls du also nicht sowieso beruflich mit Kindern zu tun hast, könntest du eventuell eine Kinderbetreuung samstags vormittags (eventuell mit Thema: Zooausflüge für Kinder, oder musikalische Kinderbetreuung oder sowas) anbieten.

Weitere Einzelheiten möchte ich hier nicht schreiben, weil ich ja garnicht weiß, ob das für dich ein Thema sein könnte.

Ich denk nur, dass sowas auf jeden Fall besser ist als gar kein Kontakt mit Kindern, und wenn man erst 50 ist, dann wird man von jungen Eltern auch nicht mehr so gerne engagiert, wenn man nicht schon langjährige Erfahrungen damit hat. -

Was spricht dafür oder dagegen, auch jenseits der 40 noch
Mutter zu werden?

Was dagegen spricht, liegt ja auf der Hand: Dass einem die Kräfte und die Nerven fehlen könnten für so ein Energiebündel von einem Kind. Und dass man dann wohl bereits in der Menopause ist oder reinkommt, wenn das Kind in die Pubertät kommt.

Außerdem steigen die Wahrscheinlichkeit auf Unregelmäßigkeiten an: Mehrlingsgeburten und Behinderungen (insbesondere Down-Syndrom).

Wo ist die absolute Höchstgrenze?

Keine Ahnung.

Viele Grüße
Simsy

Hallo,

42 ist zu Kinderkriegen bestimmt nicht zu alt -es ist alles eine Frage
wie man sich fühlt und lebt.

Die Gründe die dagegen sprechen hast Du ja bereits selbst geschrieben:
kein Partner, keine Familie, keine Freunde. Das sind insgesamt keine
guten Voraussetzungen um dem Kind ein soziales Leben zu bieten.

Zumindest ein Punkt der o.g. sollte vorhanden sein - will heissen - man
braucht nicht unbedingt eine Familie, aber dann sollten Wahlverwandte
an diese Stelle treten. Ein Kind braucht ein soziales Netzwerk um zu
gedeihen. Nicht umsonst heißt es: Man braucht ein ganzes Dorf um ein
Kind groß zu ziehen…

Rein vom medizinischen her solltest Du am besten mit Deinem Gynäkologen über
dieses Thema sprechen. Er kann Dir am besten sagen, wie die Risiken aussehen. Wie
bereits erwähnt wurde, ist das Risiko einer Behinderung beim Kind etc. in dem
Alter höher.

Hallo,
…und gerade beim behinderten Kind brauchst Du Unterstützung. Wenn Du
als Alleinerziehende ein Kind erfolgreich in die Spur bringen willst,
brauchst Du ein Netzwerk von Helfern. Bist Du berufstätig? Wenn ja, was
machst Du wenn das Kind krank ist? Was machst Du wenn Du selbst krank
wirst?

Hallo Twinga,
biologisch gesehen, sicherlich nicht zu alt. Aber alles andere spricht gegen den Kinderwunsch.

Ich bin 42 und seit 6 Jahren Single.

Ich bin 49 Jahre, seit 24 Jahren verheiratet.

Ich hatte mir schon in
meiner letzten Beziehung Kinder gewünscht,

Ich habe zwei, 17 und 19 Jahre alt. Sie werden flügge. Sind noch nicht selbständig, aber in 3-5 Jahren sind sie soweit.

Abgesehen
davon, dass es nicht leicht ist, so lange allein zu sein,

gibt es keinen Grund, daß ein Kind als Ersatz für verpaßte Familie und unglückliches Singledasein jetzt herhalten muss. Du wirst ca. 20 Jahre (du bist dann über 60) für das Kind mit Haut und Haaren sorgen müssen, alleinerziehend vermutlich. Du wirst dich in vielen, vielen Situationen nicht weniger einsam und alleine gelassen fühlen als jetzt. Du wirst keinen Deut zufriedener und glücklicher sein.
Und das Kind ?

Ich bin dankbar für ernsthafte Antworten!

Ich hoffe, du wertest meine als solche.
Grüße
BW

Hallo Twinga,
Du hast hier schon viele Antworten erhalten.
Ein Aspekt sollte aber noch angesprochen werden, den ich in den bisherigen Artikeln vermisse (habe ihn vielleicht überlesen).
Hast Du mal daran gedacht, wie sich das Kind/die Kinder irgend wann fühlen?
Meine Eltern waren, als ich kam, 38 und 48. Ich habe meine Eltern bewußt immer nur als alte Menschen erlebt. Speziell meine Mutter hatte in vielerlei Hinsicht verstaubte Ansichten, die für mich in der Schulzeit zum Teil zu erheblichen Problemen führten.
Beim Einkaufen kam dann immer der Spruch: „Ach, das ist ja schön, dass der Opa mit Dir einkaufen geht.“ „Nein , das ist nicht mein Opa, das ist mein Papa.“ Und mein Vater starb plötzlich, als ich 16 war.

Ich selbst habe meine Kinder mit 20 und 22 bekommen. Das war zu dieser Zeit fast schon „SPÄT“, in meiner Lehrausbildung - 2 Klassen a 28 Damen - war bei Lehrabschluß die Hälfte schwanger. Nach meiner damaligen und heutigen Meinung viel zu früh. Ich habe die Kinderzeit genossen, aber ich freue mich jetzt, dass meine Kinder ihren Weg gehen (jetzt 23 und fast 25). Aber beide stecken noch in der Ausbildung, beide studieren. Zwar ist zumindest bei der Älteren ein Ende in Sicht. Aber noch sind beide sowohl auf mentale als auch monitäre Unterstützung ihrer Altvorderen angewiesen.

Ein Kind ist nicht dazu dazu, einem Erwachsenen Halt und Lebenssinn zu geben. DAS ist egoistisch und kurzsichtig. Ein Kind kann zu Höchstleistungen motivieren. Aber es ist für eine lange Zeit PFLICHT, PFLICHT, PFLICHT und FREUDE, FREUDE, FREUDE.

MFG BM

Hallo Twinga,

eine interessante Frage, die du da stellst. Ich kann dich ganz gut verstehen, da ich selber nach vieler Leute Meinung spät dran bin mit dem Kinder bekommen (bin jetzt 33).

Meine Eltern sind jetzt 57. Sie sind nicht mehr die fittesten, sind teilweise etwas altbacken in ihrer Einstellung, tun sich mit Neuerungen schwer, usw. Seit ein paar Jahren hat sich unser Verhältnis Eltern-Kind umgekehrt. Ich nehme jetzt eher die Elternrolle ein und sie die Kinderrolle, da ich sie in vielen Dingen des aktuellen Lebens beratschlage.

Wenn ich nun darüber nachdenke, dass ein 15 jähriger Teenager mit solchen Eltern klar kommen müsste, wird mir Angst und Bange. Das wäre ein ziemliche Bürde für einen so jungen Menschen - und es wird ja nicht besser, im Gegenteil. Ein paar Jahre weiter gedacht, kann es sein, dass der junge Erwachsene im Alter von z.B. 25 Jahren zwei pflegebedürftige Eltern hat - auch kein schöner Gedanke.

Ich weiß, es ist schwer, aber man sollte manchmal etwas weniger egoistisch sein. Sicher hängt es teilweise auch von der eigenen Lebenseinstellung ab, wie fit man mental und körperlich im Alter noch ist - aber fair ist es meiner Meinung nach trotzdem nicht.

Du solltest trotzdem nicht den Kopf hängen lassen. Wer weiß was das Leben für dich noch schönes bereit hält. Vielleicht findest du deinen Traumparnter, deinen Traumpartner der alleinerziehender Vater ist. :smile:

Jetzt habe ich dir von meiner Meinung berichtet. Du kannst dir diese diversen Meinungen durchlesen - aber entscheiden wirst letztendlich du.

Viele Grüße

Samira

Meine Eltern waren, als ich kam, 38 und 48. Ich habe meine
Eltern bewußt immer nur als alte Menschen erlebt.

Hallo Bommelmops,
sicherlich auch ein Argument. Ich möchte das aber etwas entschärfen. Das Kinderkriegalter hat sich doch deutlich nach hinten verschoben, dh der Großteil der heutigen Kinder muß sich mit älteren Eltern (von den Jahren her)auseinandersetzen.
Ich habe gerade meine Tochter mit 34 bekommen, das ist so der Schnitt im Freundeskreis. Ne Freundin von mir hat ihr Kind mit 25 bekommen und war der Exot, als Jüngste in den Kursen.
42 ist sicherlich etwas älter als der Durchschnitt, aber lange nicht jenseits von Gut und Böse, so wie es in Eurer Generation der Fall war.

Gruß
PP

Kaum was spricht dagegen, ausser das Du noch keinen festen Partner / Ehemann hast.

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Hallo,

wir sind auch mit knapp 40 zum ersten Mal Eltern geworden und genießen dies jetzt seit 20 Monaten sehr. Wenn ich mich so in unserem sozialen Umfeld umschaue, dann ist dies auch bei den Akademikern/Selbständigen/beruflich erfolgreichen eine recht normale Situation. Erst mal Ausbildung, dann beruflich Fuß fassen (oft mit viel Reisetätigkeit), sich eine Existenz aufbauen. Viele haben da keine Zeit/Gelegenheit für festere Beziehungen gehabt. Die kamen dann erst so mit Mitte 30, und die Kinder dann mit entsprechendem Versatz dazu.

Sicherlich bringt das höhere Alter gewisse Nachteile mit sich, es hat aber auf der anderen Seite auch Vorteile. Perfekte Eltern gibt es ohnehin nur im Fernsehen. In der Realität sind Eltern zu jung, zu alt, zu arm, beruflich zu engagiert, krank, behindert, leben mitten in der Großstadt oder am A… der Welt, … und haben trotzdem Spaß daran Eltern zu sein, und ziehen gesunde und erfolgreiche Kinder groß.

Allerdings - nenn mich altmodisch - habe ich immer etwas Probleme damit, wenn Kinder geplant und mit Absicht in nicht existente/nicht vorhandene Familienstrukturen gezeugt werden sollen. Ich will Alleinerziehenden ganz sicher nicht absprechen, auch einen guten Job zu machen, und habe selbst einige davon im Bekanntenkreis, aber sie haben alle genug damit zu kämpfen gehabt, unfreiwillig und entgegen aller Wünsche und Vorstellungen in so eine Situation geraten zu sein. Ich weiß nur von einem Fall im Umfeld, wo eine Frau absichtlich eine solche Situation herbei geführt hat, und dies ist furchtbar in die Hose gegangen. Die ganzen naiven Vorstellungen, wie einfach und problemlos sich so ein Leben führen lassen würde, waren nach sechs Wochen ein Trümmerhaufen, und schon waren Job und Wohnung gekündigt, und Madame schlüpfte bei den glücklicherweise noch vorhandenen Eltern 500 km weit weg unter.

Gruß vom Wiz

Hallo Pat,
danke für Deine Antwort. Meine Argumente gegen das Kinderkriegen im späteren Lebensabschnitt resultieren aus persönlichen ERfahrungen. Diese möchte ich natürlich niemand aufzwingen.
Jedes Lebensalter hat Argumente für und gegen Kinder. Heute dauert die Ausbildung einfach länger, die finanzielle Seite ist nicht wegzudiskutieren, ebenso die schlechte Vereinbarkeit von Ausbildung/Beruf und Kind.
Ich bin auch der Meinung, dass das Alter, in dem ich die Kinder bekam,
noch zu früh war. Als Mensch ist man noch gar nicht richtig fertig/reif und trägt bereits Verantwortung für zwei, drei oder mehr Personen. Aber in diesem Alter geht man viele Probleme auch optimistischer, weniger abwägend (nicht negativ gemeint) an und löst diese entsprechend.
Man macht sich weniger Gedanken, was wäre, wenn …
Absoluter Vorteil bei Müttern im reiferen Alter ist, dass diese meist gelassener reagieren.

Eigentlich gibt es kein OPTIMALES ALTER/keinen OPTIMALEN ZEITPUNKT für Kinder.

Mein Mann und ich wollten 2 Kinder. Beide waren zum jeweiligen Zeitpunkt nicht „geplant“, aber als klar war, sie sind unterwegs, waren wir überglücklich und wollten und wollen keines von beiden missen. Der Norddeutsche würde vermutlich sagen: Et kümmt wie et kümmt, auch wenn ich nicht im norddeutschen Raum beheimatet bin, das trifft es jedenfalls voll und ganz.

Ein schönes Wochenende wünscht BM

Hallo bommelmops,

Meine Eltern waren, als ich kam, 38 und 48. Ich habe meine
Eltern bewußt immer nur als alte Menschen erlebt. Speziell
meine Mutter hatte in vielerlei Hinsicht verstaubte Ansichten,
die für mich in der Schulzeit zum Teil zu erheblichen
Problemen führten.

Meine Mutter hat mich bekommen, als sie 35 war, 1978 war das auch schon „sehr alt“. Ich kann mir keine entspanntere, modernere, geistig junggebliebene Mutter vorstellen. Sie ist jetzt 64 und immernoch geistig mobiler als so manche 40Jährige. Und im Vergleich mit den (zum Teil deutlich jüngeren) Müttern meiner Freundinnen höre ich sowieso immer nur, wie cool, junggeblieben und genial meine Mutter ist. Und nein, sie ist nicht unangebracht pseudojung, sondern hat sich einfach gut gehalten und ist geistig flexibel. Und wenn ich mir ihre 91jährige Mutter ansehe, liegt das wohl in der Familie.
Demgegenüber hatte ich auch mal eine Freundin mit junger Mutter, und die war eine absolut bevormundende Glucke, extrem unangenehm, hat ihrer Tochter nie was zugetraut und sie aus Angst, sie könne auch früh schwanger werden, von allem ferngehalten (was natürlich Ausbruchsversuche der Tochter geradezu provoziert hat).
Was ich damit sagen möchte: Es kommt immer auf die Individuen an. Es gibt nicht DIE/ DEN 35jährige/n oder DIE/ DEN 20jährige/n.
Das Argument „wenn das Kind 18 ist, ist die Mutter dann 55 und kurz vor scheintot“ zählt für mich auch nicht wirklich, denn heutzutage lebt man ja desöfteren locker bis 70 bei guter Gesundheit, und andererseits kann man auch wunderbar mit 35 sterben und nicht mehr für die Kinder da sein können. Sowas weiß man meines Wissens nicht im voraus.
Und mal ehrlich: bei diesen „Ich bin eine junge Mutter, ich kann mit meinem Kind in die Disco gehen, wenn es groß ist“-Müttern frage ich mich immer, ob die Kinder das dann auch wollen. Ich hätte es nicht gewollt, auch wenn meine Mama 20 Jahre jünger gewesen wäre. Jetzt würde ich sie aber durchaus mit ihren 64 auf Rockkonzerte mitnehmen, wenn es gesundheitsbedingt (altersunabhängiger Schaden) noch ginge.

Beim Einkaufen kam dann immer der Spruch: „Ach, das ist ja
schön, dass der Opa mit Dir einkaufen geht.“ „Nein , das ist
nicht mein Opa, das ist mein Papa.“

Das kenne ich auch, hat mich aber nie gestört, weil meine Mama eh die Tollste war (ok, bis auf ein paar Pubertätsphasen).

Und mein Vater starb
plötzlich, als ich 16 war.

Meiner starb als ich 23 war. Ich hatte aber auch einige verwaiste Klassenkameraden, seltsamerweise waren die verstorbenen Elternteile recht früh verstorben, kein Einziger war ein ‚altersangemessen spät verstorbenes Elternteil‘.
Gruß

Claudia

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Hallo,

Meine Eltern waren, als ich kam, 38 und 48. Ich habe meine
Eltern bewußt immer nur als alte Menschen erlebt. Speziell
meine Mutter hatte in vielerlei Hinsicht verstaubte Ansichten,
die für mich in der Schulzeit zum Teil zu erheblichen
Problemen führten.
Beim Einkaufen kam dann immer der Spruch: „Ach, das ist ja
schön, dass der Opa mit Dir einkaufen geht.“ „Nein , das ist
nicht mein Opa, das ist mein Papa.“ Und mein Vater starb
plötzlich, als ich 16 war.

Willst Du damit sagen, dass es Dir lieber wäre, nicht geboren zu sein?

Ein Kind ist nicht dazu dazu, einem Erwachsenen Halt und
Lebenssinn zu geben. DAS ist egoistisch und kurzsichtig.

Nur Halt für einen Erwachsenen sollte nicht der Grund sein, Lebenssinn darf es natürlich sein. Jeder hat das Recht sich fortzupflanzen und sich dafür einzusetzen. Jedes Kind ist ein Gewinn.

Etwas anderes war es bei der 64-jährigen aus Aschaffenburg, das war je nicht mal ihr eigenes Kind, was sie ausgetragen hat. Die ist wirklich egoistisch.

Gruß
Tilo

Es muß natürlich

Ich kann mir keine entspanntere,
modernere, geistig junggebliebeneRE Mutter vorstellen.

heißen…

Etwas anderes war es bei der 64-jährigen aus Aschaffenburg,
das war je nicht mal ihr eigenes Kind, was sie ausgetragen
hat. Die ist wirklich egoistisch.

Das ist nicht nur egoistisch sondern auch noch verantwortungslos. Mag sein, dass es die ersten paar Jahre gut geht, aber dann? Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Eltern „wegsterben“ wenn das Kind in die Pubertät kommt. Was das bedeuten kann, darf sich jeder selbst ausdenken.

Gruß, Bernd

P.S. Erzählstunde in der ersten Klasse. „Was habt ihr denn tolles am Wochenende erlebt?“ - „Ich habe meinen Vater im Krankenhaus besucht, er hatte seinen 3. Herzanfall. Meiner Mutter musste ich beim Baden helfen, da sie nicht mehr alleine aus der Wanne kommt…“

Wer Sarkasmus findet darf ihn behalten. :wink: