Hallo Expert
Ich habe einige Fragen.
- Warum sagt man „Ich bin zu Hause“, nicht „Ich bin im Hause“?
- Warum „an der Uni“, aber „in der Schule“?
- Warum nicht „auf der Stadt“ sondern „in der Stadt“?
- Warum „die Schweiz“, „der Iran“?
Danke im Voraus.
SC
Hallo Expert
Ich habe einige Fragen.
Danke im Voraus.
SC
hi,
zunächst und summarisch: weil sich das jeweils so eingebürgert hat. es könnte auch anders sein, ist aber so.
- Warum sagt man „Ich bin zu Hause“, nicht „Ich bin im
Hause“?
„im hause“ ist drin, „zu hause“ muss ja nicht immer drin sein. „zu“ war ursprünglich ungefähr „bei“, nicht „in“.
- Warum „an der Uni“, aber „in der Schule“?
vermutlich, weil eine uni auch gedanklich nicht ein gebäude, sondern ein komplex, ein campus ist. das ist „in“ nicht angebracht.
- Warum nicht „auf der Stadt“ sondern „in der Stadt“?
städte werden im gegensatz zu dörfern nicht als punkte, sondern als räume wahrgenommen.
- Warum „die Schweiz“, „der Iran“?
reine tradition.
m.
Hallo
zu 1 und 2:
- Warum sagt man „Ich bin zu Hause“, nicht „Ich bin im
Hause“?
„Zu Hause“ kann auch im Garten sein, ja endlich wieder in der Stadt, wenn Du lange verreist warst. Du sagst, ich bin „im Haus“, wenn Dich jemand auf Deinem Grudstück sucht.
- Warum „an der Uni“, aber „in der Schule“?
„In der Uni“ bist Du, wenn Du Dich in einem bestimmten Gebäude befindest, Du gehst auch „in die Uni“, wenn Du Dich auf den Weg machst, studierst aber „an der Uni“. Ein Lehrer ist auch „an der Schule“ angestellt, jeden Morgen geht er „in die Schule“.
- Warum nicht „auf der Stadt“ sondern „in der Stadt“?
- Warum „die Schweiz“, „der Iran“?
Gruß vom Vieux
off topic
Hallo,
nicht, dass es nicht sonst auch nervt, aber auf eine Anfrage eines Deutschlernenden im Brett „Deutsche Sprache“ ohne Groß- und Kleinschreibung zu antworten, grenzt meiner Ansicht nach an Körperverletzung 
Nichts für Ungut,
Myriam
Hallo Michael,
Frage:
Wie würdest Du als Deutschlehrer einen Aufsatz oder ein Diktat bewerten, wenn sie in konsequenter Kleinschreibung abgegeben würden?!
Find ich ganz schön schräg.
Gandalf
Hallo SC,
- Warum sagt man „Ich bin zu Hause“, nicht „Ich bin im
Hause“?- Warum „an der Uni“, aber „in der Schule“?
Man kann jeweils beides sagen, mit unterschiedlicher Bedeutung, manche Präpositionen haben eine übertragene Bedeutung. Das Thema hatten wir hier vor einigen Monaten schon einmal:
/t/zug-haelt/4273994/8
- Warum nicht „auf der Stadt“ sondern „in der Stadt“?
Weil es eine übertragene Bedeutung von Stadt im Unterschied zu „Land“ nicht gibt. Du kannst „ auf dem Land leben , d.h. „ nicht in der Stadt “. Aber egal, ob du „ auf dem Land “ oder „ in einer Stadt “ wohnst, lebst du immer in einem Land, vielleicht in Deutschland, den USA oder Vietnam.
- Warum „die Schweiz“, „der Iran“?
„weil diese Länder eben auf Deutsch mit diesen jeweiligen Artikel gebraucht werden; Feminine Länder werden immer mit bestimmtem Artikel gebraucht, maskuline mit oder ohne: „(der) Iran, (der) Irak, (der) Libanon“.
Gruß Gernot
hi gandalf,
Frage:
Wie würdest Du als Deutschlehrer einen Aufsatz oder ein Diktat
bewerten, wenn sie in konsequenter Kleinschreibung abgegeben
würden?!Find ich ganz schön schräg.
schräg find ich (oft) schön.
und zur frage: kommt (beim aufsatz) auf die textsorte drauf an. diktat isses hier nicht. (find ich gut so.)
ich schreib auch nicht immer klein, sondern sehr oft „normal“. aber in foren generell schon. das hat ganz bestimmte gründe.
ich hab übrigens in bezug auf kleinschreibung große vorbilder & vorgänger: jakob und wilhelm grimm z.b.
erst(best)es zitat:
„A, der edelste, ursprünglichste aller laute, aus brust und kehle voll erschallend, den das kind zuerst und am leichtesten hervor bringen lernt, den mit recht die alphabete der meisten sprachen an ihre spitze stellen. a hält die mitte zwischen i und u, in welche beide es geschwächt werden kann, welchen beiden vielfach es sich annähert. Vorgeschichte und geschichte unserer sprache verkünden solche übergänge allenthalben: […]“
m.
Tach Michael,
ich hab übrigens in bezug auf kleinschreibung große vorbilder
& vorgänger:
nun ja, Hauptsache man hat gute Gründe (für sich) 
Gandalf
ich schreib auch nicht immer klein, sondern
sehr oft „normal“. aber in foren generell schon. das hat ganz
bestimmte gründe.
Welche Gründe, außer der eigenen Bequemlichkeit, hast Du denn noch?
Die Groß- und Kleinschreibung hat den Sinn, den Text besser lesbar zu machen. Darauf zu verzichten ist unhöflich dem Leser gegenüber. Gegenüber einem Deutschlernenden, von einem Deutschlehrer, ist es eine Unverschämtheit, IMHO.
Gruß,
Myriam
liebe myriam!
ich schreib auch nicht immer klein, sondern
sehr oft „normal“. aber in foren generell schon. das hat ganz
bestimmte gründe.Welche Gründe, außer der eigenen Bequemlichkeit, hast Du denn
noch?
Die Groß- und Kleinschreibung hat den Sinn, den Text besser
lesbar zu machen. Darauf zu verzichten ist unhöflich dem Leser
gegenüber. Gegenüber einem Deutschlernenden, von einem
Deutschlehrer, ist es eine Unverschämtheit, IMHO.
ich kenne das argument; ich glaub nicht ganz an ie nachweisbarkeit des effekts, obwohl das argument durchaus seine logik hat.
ich akzeptiere, dass das für dich als unverschämtheit rüberkommt und muss damit leben. ich finde das herumreiten auf der deutschen recht-, klein- und großschreibung … naja: wie finde ich es? kleinlich? deutsch? altmodisch? nein, sagen wir: perspektivisch eng.

m.
Hi Michael,
ich finde das herumreiten auf
der deutschen recht-, klein- und großschreibung … naja: wie
finde ich es? kleinlich? deutsch? altmodisch? nein, sagen wir:
perspektivisch eng.
bei Dir möchte ich Deutschuntericht haben, denn da hätte ich in jedem! Diktat eine eins.
Alles andere wäre _kleinlich? deutsch? altmodisch? nein, sagen wir:
perspektivisch eng._
Die Leute, die sich Regeln audenken müssen ziemlich dumm sein, zumindestens unkreativ.
Gandalf
hi gandalf,
ich will die diskussion nicht in die länge ziehen, finde sie aber recht interessant …
Die Leute, die sich Regeln audenken müssen ziemlich dumm sein,
zumindestens unkreativ.
dummheit unterstelle ich nicht. ich weiß aber nicht, inwieweit „regeln ausdenken“ an sich eine kreative beschäftigung ist. naja: bei spieleerfindern wohl schon. aber sonst?
wichtiger ist mir folgender punkt: gibt es jemand, der sich die regeln einer sprache (einer rechtschreibung z.b.) „ausdenkt“? ich glaube eher, dass die regeln einer sprache wachsen und die „ausdenker“ (das wären die normativen linguistInnen) hinterherhinken. manchmal stemmen sie sich auch gegen die übermacht des faktischen, manchmal länger erfolgreich, manchmal nicht, aber gegen die macht der sprachgemeinschaft stehen sie letztlich wohl immer auf verlorenem posten.
m.
hi,
nicht, dass es nicht sonst auch nervt, aber auf eine Anfrage
eines Deutschlernenden im Brett „Deutsche Sprache“ ohne Groß-
und Kleinschreibung zu antworten, grenzt meiner Ansicht nach
an Körperverletzung
ich gratuliere zu den (derzeit) 5 sternen und find das ganze toll … ich schreibe schnell und bewusst klein und tatsächlich funzt auch die sprachpolitische provokation und rentiert sich für dich in sternen. so haben alle was davon. super!
m.
ich gratuliere zu den (derzeit) 5 sternen
Da kann ich ja nun wirklich nix dafür.
Oder anders formuliert: „Geisterfahrer? Einer? Hunderte!“
tatsächlich funzt auch die sprachpolitische provokation
Ich werde Deinen Schülern mitteilen, dass sie - wenn Du ihnen Schreibfehler anstreichst - sich einfach darauf berufen sollen, dass es sich hier nicht um mangelnde Rechtschreibkenntnisse sondern selbstverständlich um sprachpolitische provokation (sic!) handelt.
Hätte ich das bloß zu meiner Schulzeit schon gewusst, da hätte ich den reaktionären Rechtschreibopis so richtig eins reinwürgen können.
Gruß,
Myriam
Deutsch
Hallo Michael,
tatsächlich funzt auch die sprachpolitische provokation
es ist schade, dass du eine sprachpolitische provokation in diesem Sinne für notwendig hältst. Besser wäre eine Provokation, die uns alle dazu bringt, ein größeres und selbstverständliches Sprachbewusstsein zu entwickeln, unsere Sprachkultur zu pflegen und für eine erstklassige sprachliche Bildung zu sorgen. Stattdessen wird vielerorts die deutsche Sprache mit Füßen getreten und der Geringschätzung auf vielfältige Weise Ausdruck verliehen.
rentiert sich für dich in sternen. so haben alle was davon.
Letztlich haben nur die etwas davon, die die Bedeutung ihrer Sprache in der Welt nicht dem Zufall überlassen; denn Sprachräume sind auch Wirtschaftsräume.
Gruß
Birgit
hallo birgit,
tatsächlich funzt auch die sprachpolitische provokation
es ist schade, dass du eine sprachpolitische
provokation in diesem Sinne für notwendig hältst.
Besser wäre eine Provokation, die uns alle dazu bringt, ein
größeres und selbstverständliches Sprachbewusstsein zu
entwickeln, unsere Sprachkultur zu pflegen und für eine
erstklassige sprachliche Bildung zu sorgen.
das ist mein anliegen. irgendwie hast du mich verstanden.
m.