Ich kenne ein paar alte Leute, die noch immer wie früher kochen. Sie essen tonnenweise Marmelade, obwohl sie Diabetes haben. Sie essen tonnenweise Wurst, obwohl sie Übergewicht haben. Jegliche Erklärungsversuche scheitern bei diesen Leuten.
Kennt ihr vielleicht irgendeinen psychologischen Trick?
Hallo,
Kennt ihr vielleicht irgendeinen psychologischen Trick?
Wenn sie damit alt geworden sind, kann man sie vielleicht auch einfach tun lassen, was sie möchten?
Schöne Grüße,
Jule
Servus,
Kennt ihr vielleicht irgendeinen psychologischen Trick?
ja: Sich daran gewöhnen, daß andere nicht so sein müssen, wie man sie sich wünscht; auch nicht so, wie man selber ist oder gerne wäre; und tertio für sich selber verantwortlich sind.
Schöne Grüße
MM
Hallo
Ich glaube, es ist für solche Leute sehr schwer, sich umzustellen, selbst, wenn sie es selbst einsehen. Der Vorgang ist wahrscheinlich emotionell gesteuert, und man selbst versteht das niemals, solange man da selbst nicht von betroffen ist.
Eine griffige, nicht zu umfangreiche Broschüre halte ich für sinnvoll.
Eine Möglichkeit die ich sehe ist, das sie nicht mehr selbst kochen und dann andere darauf achten, was sie essen.
Man kann dann bei der Nahrungszusammenstellung darauf achten, das es trotzdem schmeckt und auch sättigt. Die meisten Menschen haben da nicht das volle Repertoir in der Küche.
Manche Leute können sich bei sowas auch gut gegenseitig helfen.
Praktische Hilfsmittel sind Personenwaage, Blutzuckermessgerät, erwähnte Broschüre oder ein kurzer Ernährungsleitfaden, eine Liste von Einkaufsmöglichkeiten(Shops, Märkte), oder auch direkt Ersatzangaben für bestimmte Lebensmittel, Heimtrainer(Rad) vielleicht auch noch.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein.
MfG
Matthias
Moin
Die Leute rauchen ja auch weiter, obwohl Todesdrohungen auf den Zigarettenpackungen stehen. Andere spritzen sich Heroin mit alten Kanülen, wieder andere werfen sich vor einen Zug - ein gewisses destruktives Moment hat wohl jeder von uns. Der eine mehr, der andere weniger.
Gruß,
Branden
Guten Tag!
Ich kenne ein paar alte Leute, die noch immer wie früher
kochen. Sie essen tonnenweise Marmelade, obwohl sie Diabetes
haben. Sie essen tonnenweise Wurst, obwohl sie Übergewicht
haben. Jegliche Erklärungsversuche scheitern bei diesen
Leuten.
Das kenne ich aus eigener Erfahrung: Meine Mutter hatte Diabetes, hat sich trotzdem nicht entsprechend ernährt. Sie hatte Polyneuropathien (sehr schmerzhaft), später wurden erst Zehen amputiert, später der halbe Fuß, der ganze, der Unterschenkel usw. Die Ernährung umzustellen gelang ihr trotzdem kaum
Der Zusammenhang zwischen manifesten Erkrankungen (die die von dir genannten Leute vielleicht noch gar nicht haben) mit der Ernährung, die seit Jahrzehnten gleich ist, ist für sie nicht begreifbar.
Abgesehen davon sind das oft diejenigen, die den Krieg und die Nachkriegsjahre erlebt haben. Von meinem Vater weiß ich, dass jemand, der mal hungern musste, nie nie wieder dieses Gefühl haben möchte und deshalb lieber viel isst und dann auch gern fettig und gehaltvoll.
Kennt ihr vielleicht irgendeinen psychologischen Trick?
Es geht, glaube ich, nicht nur um psychologische Tricks.
Meiner Mutter wurde damals vom Arzt nur gesagt „kein Fett, keinen Zucker“. Das umzusetzen ist schwierig. Wichtiger wäre gewesen, dass sie einen Kochkurs macht, wo sie Kochen neu lernt.
Auch wusste sie nichts über Broteinheiten und wie man sie zählt. Das hab ich ihr dann quasi beigebracht.
Ich hatte kleine Erfolge damit, dass ich meiner Mutter Tabellen in die Küche gehängt habe mit einer Übersicht über die Broteinheiten der Dinge, die sie typischerweise zum Frühstück, Mittag und Abendessen isst. Wir haben gemeinsam ihre Broteinheiten gezählt und festgestellt, dass sie täglich 18 statt 12 zu sich nahm. Dann haben wir gemeinsam versucht, Dinge umzustellen.
Das ging gut in der Zeit, wo ich vorübergehend wieder bei meinen Eltern wohnte. Ich versuchte, entsprechend zu kochen, Salate zu machen, viel Gemüse, das Essen nett herzurichten und den Tisch, damit dieses „Diätessen“ positiv erlebt wird. Das waren meine ‚psychologischen‘ Tricks.
Gewohnheiten zu ändern fällt besonders älteren Leuten schwer. Wenn kein Bewusstsein für die Problematik da ist und keine vernünftige Aufklärung stattgefunden hat, dann erscheint es mir aussichtslos.
Hoffe, das hilft dir weiter.
Grüße
von der
Flaschenpost
Hallo,
wie alt sind denn diese Menschen, und wieviel zusätzliche Lebenserwartung können sie durch entsprechende Maßnahmen realistisch rausholen? Und wie lebenswert werden sie diese zusätzliche Lebenszeit empfinden, wenn man sie entsprechend gängelt?
Mal zwei ganz praktische Beispiele: Tantchen wurde knapp 85 und nahm ihren Zucker nie so richtig ernst. Blutzuckermessung und Spritze ja, aber Brot und Kartoffeln abwiegen, sich den Keks oder auch mal das Stück Kuchen verkneifen kam nicht in Frage. Sie hat ihr Leben bis auf die letzten paar Wochen nicht übertrieben und exzessiv, aber doch gut gelebt und genossen. Vielleicht wäre es bei genauerer Beachtung ärztlicher Vorschriften noch ein Jahr länger gewesen. Aber um welchen Preis?
Ihre beste Freundin lebte asketisch und lief auch so durch die Gegend. Immer grau und leicht missmutig gönnte sie sich die Butter nicht aufs Brot, und schmierte sich statt dessen den vegetarischen Leberwurstersatz aus dem Reformhaus aufs Brot. Mit Ende 70 Magenkrebs, und ein Jahr später in der Kiste. Nicht nur, dass der ganze Zirkus nichts gebracht hat (das kann jedem passieren), aber sie hat ihr Leben bald mehr ertragen als genossen. Keine so richtig gute Perspektive.
Gruß vom Wiz
Wie alt bist du?
Du kennst gleich mehrere alte Leute, die kochen wie früher. Na und?
Was ist schlecht daran? Es wird seit Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen eine Sau oder eine ganze Schweineherde durchs Dorf getrieben mit der Aufschrift, was die gerade ganz sicher gesündeste Ernährungsweise ist. Teilweise erzählt man dann 10 Jahre später das Gegenteil von dem, was vorher galt. Mit den eindeutigen Zusammenhängen zwischen Krankheit und Ernährung ist es nicht sehr viel anders. Das heißt, schon die sachliche Ausgangslage deiner Position hat Risse.
Die alten Leute essen tonnenweise Wurst und Marmelade?
Ich finde nicht interessant, warum die alten Leute das tun. Interessant finde ich jedoch zu gucken, warum du meinst, dass dich das etwas angeht? Warum willst du bei diesen Menschen, offenbar ungefragt und augenscheinlich unerwünscht, missionieren? Woher kommt es, dass dein Missionierungseifer so groß ist, dass du zu völlig übertriebenen Mengenangaben wie „tonnenweise“ greifen musst? Was passiert / ist passiert bei dir, dass du so in den Lebenswandel anderer Menschen vehement eingreifen willst.
Dir reicht ja noch nicht einmal ein (einmaliger) gut gemeinter Rat, der schon grenzwertig ist, wenn er ohne Veranlassung ungefragt kommt. Auch die Wiederholung des ungefragten Rates reicht dir nicht. Du willst sogar zu psychologischen Tricks greifen. Das finde ich wesentlich bedenklicher als die Tatsache, dass sich jemand Leberwurst etwas dicker aufs Brot schmiert.
Hi,
Kennt ihr vielleicht irgendeinen psychologischen Trick?
Wenn sie damit alt geworden sind, kann man sie vielleicht auch
einfach tun lassen, was sie möchten?
Genau. Und von ihnen lernen, daß man nicht jeder Ernährungsmode hinterherhecheln muß.
Gruß S
Danke! Das ist ein sehr hilfreicher Kommentar.
Und was würdest du sagen, wenn sich diese Leute mit ihrer Ernährungsweise umbringen?
Hallo Janina; Zustimmung!
Solche dümmliche Anmache sollte man sich verbitten.
Etwas anderes ist es, wenn der Arzt (meinetwegen anhand von Röntgenaufnahmen) gewisse nachvollziehbare Empfehlungen gibt, die sich positiv in die eigene Lebensweise einbinden lassen. Meinetwegen Radtouren zu Gärtnereien oder Fischzuchten, wo man sich Appetit holt und danach lecker kochen kann, für sich und andere. „Kochen wie früher“, ich würde sagen bürgerliche Küche, ist übrigens eine ganz feine Sache. Schon allein die hunderttausend Kartoffelmöglichkeiten … [Schluß!] 
Und was würdest du sagen, wenn sich diese Leute mit ihrer
Ernährungsweise umbringen?
Antwort: Das geht dich nichts an.
Selbst wenn der Arzt schon konkret Warnung gegeben hat, geht es den anderen nichts an!
Wenn man eine nähere Bindung zu demjenigen hat, kann man das Thema mal ansprechen. (So wie der UP schreibt, klingt das aber noch nicht einmal nach einer engeren Bindung) Man kann auch denjenigen einladen und anders kochen, um jemanden vielleicht auf den Geschmack zu bringen.
Aber es gilt wie Wiz es schon geschrieben hat: Wenn jemand weiterhin Leberwurst und Erdbeermarmelade essen will, obwohl der Onkel Doc was anderes sagt, dann ist das eine souveräne Entscheidung eines Menschen, die respektiert gehört! Selbst wenn das Leben sich dadurch faktisch verkürzen würde.
Moin Grußloser,
Ich kenne ein paar alte Leute, die noch immer wie früher
kochen.
was ist alt?
Und sie essen nur Marmelade und Wurst? Nichts dabei?
Wenn sie mit dieser Ernährung so alt wurden, kann es für sie ja sooo ungesund nicht gewesen sein.
Als die Großmutter meiner Ex mit 89 wegen eines Herzinfarktes im Krankenhaus lag, kam eine (wenig jüngere) Nachbarin mit zwei Piccoloflaschen Sekt vorbei. Eine junge Assistenzärztin verbot mit großer Geste den Damen den Sekt. Ein paar Minuten später war Schichtwechsel und der dann diensthabende (ältere) Arzt meinte mit einem Augenzwinkern ‚Die Dame ist 89 Jahre alt und wenn der Sekt zu ihrem Wohlbefinden beiträgt, soll sie ihn trinken‘
Sie lebte dann noch fast ein Jahr.
Wer nicht genießt, ist ungenießbar.
Gandalf
Servus,
vielleicht möchten sie das? Mein Vater hat mir in seiner letzten Zeit als Ca-Patient einmal gesagt, es sei „bloß dieses blöde Kleinhirn“, das ihn daran hindere, ein Ende zu machen. Sonst spräche alles dafür.
Wenn die Patienten schlicht ungeeignete Ratschläge vom Arzt bekommen haben - Vorschriften, die sich nicht leben lassen, nur Verbotslisten statt Hinweise auf Möglichkeiten etc. -, läßt sich das freilich korrigieren. Aber nicht psychologisch, sondern internistisch. Und auch nicht durch einen Angehörigen, sondern bloß durch den dazu berufenen Medizinmann.
Schöne Grüße
MM
Selbst wenn der Arzt schon konkret Warnung gegeben hat, geht
es den anderen nichts an!
D’accord.
Wollte nur das Augenmerk darauf lenken, daß solche Verhaltensweisen nur von der Person selber ausgehen können, die sich dazu vielleicht auch Rat holt. Noch krasser: Man möchte auch eine gewisse Mitsprache über die Umstände seines Lebensendes haben, denke ich mal. mfG
Moin Gandalf,
Wer nicht genießt, ist ungenießbar.
Könnte von mir sein. 
„Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.“
mfG
Tach,
Wer nicht genießt, ist ungenießbar.
Könnte von mir sein.
ist aber von Konstantin Wecker
"Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein,
und das ist vom ollen Julius - oder?!
Gandalf
Hallo,
wie alt ist denn „alt“? Ich kenne auch einige sehr alte Leute, die nehmen mehr Zucker in die Tasse als Kaffee, trinken kaum Wasser, verabscheuen Gemüse und essen lieber schöne Hausmannskost mit Fleisch, Sosse und Kartoffeln - einige rauchen auch noch! Hey, sie sind über 80 - wer es bis dahin geschafft hat, der darf auch sündigen. Was willst Du da erziehen? Das ist quatsch - das kannst Du bei Kindern machen, sogar bei jungen Erwachsenen wird es schwer.
Psychologische Tricks gibt es: zeige Respekt vor dem Alter, gib ihnen Lektüre zu lesen und rede mit ihnen ohne sie zu belehren.
Bis Du Altenpfleger? Viele alte Menschen (und auch die Menschen hier im Forum) freuen sich über ein freundliches Hallo und eine Verabschiedung.
Viele Grüße
Chili