Zukunft des Religionsunterrichts

Hallo!
Ich studiere in Münster kath. Religion für das Lehramt Sek.I und beginne nun mit meiner Examensarbeit. Das Thema geht in die Richtung „Zukunft des RU unter Berücksichtigung politischer Einflüsse und der sich verändernden Lehrerrolle -->Konsequenzen für Lehrer und Unterricht“. Das ganze wurde angeregt durch die aktuelle Diskussion in Berlin und Brandenburg, wo der RU durch das Fach LER ersetzt werden soll. Wer kann mir interessante Links zu diesem Thema nennen und wie denkt ihr selbst über den Sinn und die Zukunft des RU etc? Ich bin für jede ernste Antwort dankbar!

Schöne Grüße
Anne

hallo anne,
ich halte gar nichts vom Unterricht auf Schulen. Da hat das überhaupt nichts zu suchen.
Religion hat mit Glauben zu tun, es wird etwas vermittelt das so sein kann …oder auch nicht. Hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Es ist jedem sein eigenes Bier, ob er sein Kind in die „Sonntagsschule“ schickt. Diese Stunden sollten gewinnbringender mit Mathematik oder meinetwegen Grundzüge der Philosophie verwendet werden. Zu diesem Thema gehört auch, dass die mittelalterliche Zwangsabgabe (Kirchensteuer) einem modernen Staat, der sich Demokratie nennt sehr schlecht zu Gesicht steht.
Ein freiwilliger Beitrag zu einer Kirchengemeinde würde die Kirchen zu mehr Anstrengungen annimieren. Ich weiß, die Kirche hat eine soziale Aufgabe (KH, Kindergärten…). Doch erstens zahlt das meiste der deutsche Staat und nicht die Kirchen und zweitens: warum gibt es in anderen Staaten, die keine Kirchensteuer haben trotzdem konfessionelle Kindergärten und KHs?
Also: vollkommene Trennung von Kirche und Staat: keinen Unterricht in der Schule und keine Kirchensteuer.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

nein… ich verfolge dich nicht durch alle boards.

aber hier stimme ich die 200% zu. darum stern.

mfg ivo

hallo Ivo, ich feue mich, dass Du auch überall mitschischst. Das zeigt, dass Du nicht einseitig bist :smile:))))!
Und dass wir nicht immer gleicher Meinung sind… das ist gut so! Stell Dir mal vor, ich poste auf ein Schreiben von Dir: gleicher Meinung, du zurüch danke, auch gleicher Meinung…usw. katastrophal!!!
Übrigens: wo ist das Sternchen???
Tschüß
Raimund

…naja… Ich weiß nicht… Für mich zählt das Argument, Rel. sei keine Wissenschaft und gehöre deswegen nicht an die Schule, nicht. Sport ist auch keine Wissenschaft, Kunst auch nicht… Die Schulen sind ja nicht nur für Wissenschaft da… Das wäre schlimm, finde ich!

Heidi

hallo Raimund,

das ist unter deinem Artikel als hilfreich, da ich das für eine zukunft für dieses fach als hilfreich empfinde *g*

mfg ivo

Hallo Heidi,
wenn Religion an Schulen ihre Berechtigung hat, dan plädiere ich auch für Astrologie, Alchemie, SiFi, Magie, Esotherik,Voodoo,…
Dies Fächer haben genausoviel Wahrgheitsgehalt wie die Religion. Man kann daran glauben… oder auch nicht.
Grüße
Raimund

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Hallo Anne!
Die gegenwärtige Stellung des RU in deutschen Schulen geht von einem von breiter Mehrheit getragenen christlichen Grundkonsens (unter Respektierung der „Dissenter“) aus. Er dient der Information über und Reflexion von praktizierter Religiosität, und zwar aus der „Innensicht“ (=konfessionell).
Dieser Grundkonsens schwindet derzeit ziemlich rasant, und auch der Gegenstand (praktizierte Religion) verliert seine Konturen (Religion wird „privat“, individuell, „patchwork“).
Die Rahmenbedingungen wirst du als Lehrerin nicht ändern können, weder in die eine noch in die andere Richtung. Aber wenn es dir gelingt, indivuelle Religiositäten und Wertsetzungen zu den überindividuellen überlieferten religiösen Riten, Symbolen und Lebensbildern in Beziehung zu setzen, hast du, glaube ich, etwas pädagogisch Wesentliches geschafft.
Gruß,
Pietro

Man kann daran glauben… oder auch nicht.

und deswegen nicht nur „meinetwegen“ sondern UNBEDINGT: „grundzüge der philosophie“ statt staatlichem religionsunterricht!

gruß!

hallo, lehitraot,
pass´ auf, dass Dich nicht der Rabbi erwischt!
Aber ich glaube, der ist Kummer gewöhnt. Die Juden sind heutzutage der gleiche Schandfleck beim Chlerus (sagt man das auch bei Euch zu den Religions"führern"?) wie die Chisten.
da fällt mir ein: gibt es im Judentum inzwischen auch weibliche Rabbis? ich glaube es wurde mal hier darüber diskutiert. doch gefunden habe ich es nicht.

Grüße
Raimund

hallo!

pass´ auf, dass Dich nicht der Rabbi erwischt!

*lol*
nein du, in den staatlichen schulen in israel gibts keinen vergleichbaren religionsunterricht. der wird von den religioesen schulen uebernommen. geschichtsunterricht ja, aber keine glaubensinhalte. manche lesen auch die bibel, aber im rahmen des sprachunterrichtes. wenn eltern religieos sind, schicken sie ihre kinder in spezielle schulen.

Aber ich glaube, der ist Kummer gewöhnt. Die Juden sind
heutzutage der gleiche Schandfleck beim Chlerus (sagt man das
auch bei Euch zu den Religions"führern"?) wie die Chisten.

nein, klerus sagt man nicht. es gibt naemlich keine priester oder aehnliche geweihte subjekte. und dass es unter juden religieose schandflecke gibt, verwundert nicht, ist das schliesslich auch nur eine glaubens- und menschengemeinschaft mit allen ihren guten und schlechten seiten.

da fällt mir ein: gibt es im Judentum inzwischen auch
weibliche Rabbis?

ja, bei den reformern gibt es die.

gruss und schalom *g*!

hallo lehitraot, danke für die Antwort,
siehst Du so schön ist das Internet: gerade habe ich eine kleine Diskussion mit Saudi Arabien gehabt und jetzt mit Israel. Klasse!
Grüße
Raimund
Bei Euch ist jetzt wohl tiefste Nacht, oder? Bei uns gerade 20.15 Uhr.

Hi, Raimund, so total kannst du die Religion nicht aus unserem Sozialen Umfeld verbannen, dazu ist die Religion zu sehr in vielen sozialen Bereichen integriert, und hier finden viele wechselseitige kummunikative Handlungen statt, also ist der Umkehrschluß so, daß es so gesehen ne moralische Verpflichtung der Kirchen ist aufgrund der Alimentation durch den Staat, Rel. Unterr. anzubieten und auch durchzuführen.
und im Sozialgesetzbuch werden die Kirchen angehalten, ihre Fürsorgepflicht auszuüben, dies ist ne ethische religiöse Angelegenheit die auch den Religionunterr. in öffentlichen Räumen betrifft.
Tschüß

Hi Raimund, es gib immer mal welche, die sind immer deiner Meinung und wenn du nicht der Meinung bist, sind sie auch nicht der Meinung und wenn einer mal keine Meinung hat, hat der andere auch keine, und wenn der andere…usw.
( ist jetzt nur n kleiner Ulk)
Tschüß

hallo aaron,
klar hat die Kiche eine soziale Aufgabe.
Nur, warum muss deswegen in der Schule kostbare Zeit für so etwas verschwendet werden? Wie gesagt, dann könnte man auch sagen, ab nächstem Jahr wird Astologie gelehrt. hat die gleiche Berechtigung.
Die zwangsweise Eintreibung der Kollekte ist einmalig auf der Welt. So viel ich weiß gibt es das nur in D.
Soll das also heißen, dass in anderen Ländern die Kirche sich nicht sozial betätigt? Oder meint die Kirche, die bösen Deutschen lassen sie dann verhungern?
Schau mal, was die Kirchen in den USA alles können und wie reich die sind. Müssen sich halt anstrengen!
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Du machst zunächst einen entscheidenden Fehler. Du meinst, daß Wissenschaft ALLES ist.
Das ist es aber nicht. Wir haben einen Verstand (Logik) und ein Herz (Intuition). Beide widersprechen sich, bilden aber zusammen eine EINHEIT.
Was willst Du mit NUR Arbeitgebern??? Wer soll dann noch arbeiten??? Also gehört der Arbeitnemer als GEGENPOL zum Arbeitgeber.
So gehört auch die Intuition als Gegenpol zur Logik.
Religion ist Intuition - auch wenn Du davon vielleicht nicht viel verstehen magst. Selbstverständlich ist Intuition NICHT zu BEWEISEN. Aber es gibt sie.
Die größten Künstler und Philosophen haben danach gehandelt.

Weiter gibt es auch fundamentale Moral - oder Ethik - Prinzipien, die nicht abzustreiten sind. Wenn diese nicht mehr vermittelt werden (wie es ja fast schon ist), dann wird nichts gescheites mehr aus unserer Jugend hervor gehen.

LEIDER ist es natürlich so, daß selbst die Kirchen keine Ahnung mehr haben von wirklicher Religion. Wie wollen sie diese also weiter geben.

Und mit der Kirchenabgabe, bin ich Deiner Meinung. Bin schon längst ausgetreten (steht ja auch jeden FREI - oder) Wenn es DIR nicht paßt, geh raus!!!

Was aber nichts daran ändert, daß der Jugend gewisse Moralprinzipien vermittelt werden MÜSSEN!!!

Die Schule ist kein Wissenschaftsinstitut. Die Schule ist VORBEREITUNG für das LEBEN!!! Und dazu gehört natürlich Wissen, aber auch eine gewisse MORAL, Anstand, Zucht und Ethik.

Von mir aus UNGEACHTET einer Glaubensrichtung. Oder besser: ALLE Glaubensrichtungen.

Das Schlimme ist, daß die Lehrer SELBST von Religion keine Ahnung haben. BEGRÜNDE mal, warum nicht getötet werden darf??? In unserer EGOISTISCHEN Gesellschaft, in der NUR das EGO zählt???
Wir müsse LOGISCHE Begründungen für RELIGIÖSE Prinzipien finden.
Dazu gehört aber ein echtes VERSTÄNDNIS von Religion.

MfG,

Demetrius

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Hallo Raimund,

Du machst zunächst einen entscheidenden Fehler. Du meinst, daß
Wissenschaft ALLES ist.

Wo macht Raimund diesen Fehler? Die Schule hat sich aber nun mal daruaf spezialisiert, in erster Linie Wissen zu vermitteln und keinen Glauben!

Weiter gibt es auch fundamentale Moral - oder Ethik -
Prinzipien, die nicht abzustreiten sind. Wenn diese nicht mehr
vermittelt werden (wie es ja fast schon ist), dann wird nichts
gescheites mehr aus unserer Jugend hervor gehen.

So, und warum bietet die Schule dann nicht Ethik und Philosophie an (in Sachsen gibt es das übrigens bereits!)? Es hat auch kein Mensch etwas dagegen, wenn in der Schule im Rahmen des Geschichtsunterrichtes Religionsgeschichte und im Rahmen von Ethik selbstverständlich auch die Rolle der Religionen (wohlgemerkt aller!)für unsere heutige Auffassungen von Moral behandelt werden. Ich empfinde dies sogar als notwendig, denn wir müssen woher wir kommen um zu entscheiden wohin wir gehen. Aber dazu muß ich nicht beten lernen!

Und mit der Kirchenabgabe, bin ich Deiner Meinung. Bin schon
längst ausgetreten (steht ja auch jeden FREI - oder) Wenn es
DIR nicht paßt, geh raus!!!

Klar kann man austreten, aber das Prinzip ist nicht stimmig, wieso muß man dem Staat gegenüber eine Erklärung über die Religion abgeben, wo diese doch eigentlich ein eher privates Bekenntnis sein sollte? Kirchensteuern gehören von den Kirchen eingezogen. Darüber sollte es in einem modernen Staat nicht mal eine Diskussion geben!

Was aber nichts daran ändert, daß der Jugend gewisse
Moralprinzipien vermittelt werden MÜSSEN!!!

Stimmt! Aber eben nicht über einseitige Sichtweisen.

Die Schule ist kein Wissenschaftsinstitut. Die Schule ist
VORBEREITUNG für das LEBEN!!! Und dazu gehört natürlich
Wissen, aber auch eine gewisse MORAL, Anstand, Zucht und
Ethik.

LOL, nun aber! Ich würde ganz gerne mal eine Reihe von Lebensbereichen aufzählen, die auch nicht in der Schule behandelt werden, aber da sprengen wir den Rahmen!
Moral kann man übrigens auch ohne Religionszugehörigkeit haben und Religionszugehörigkeit hat noch wenig Leute vor Unmoral bewahrt, im Gegenteil, wenn ich so an die Funktionsweise der Beichte denke…sorry, aber das mußte ich jetzt mal sagen :wink:)!
Ähem…was ist eigentlich Zucht in diesem Zusammenhang?

Von mir aus UNGEACHTET einer Glaubensrichtung. Oder besser:
ALLE Glaubensrichtungen.

Ja, das ist aber doch, was viele meinen, Religionsunterricht soll ja nicht einfach abgeschafft sondern ERSETZT werden. Durch einen unanbhängigen Unterricht, der die Werte der Gesellschaft vermittelt, nicht die einer einzelnen Religion. Und noch mal, Religion als jahrhundertealter Träger der Kultur von Völkern muß ja nicht negiert werden, aber Kinder sollen sie ruhig als frei wählbar ansehen.

BEGRÜNDE mal, warum nicht getötet werden darf???

Ja, das würde mich schon mal interessieren, weißt Du es zu begründen? Weil es in den Geboten steht? Das ist nun keine hinreichende Begründung…finde ich!

Gruß Heike

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Tja, weißt Du, dazu kommt natürlich, dass ich aus Bayern komme und der christl. Glaube dort mehr gesetzlich verankert ist, als es Voodoo jemals sein wird. Hätte sich Magie etc. gesellschaftlich über Jahrhunderte hinweg entwickelt, würde das jetzt sicher in den Satzungen des Lehrplans auf staatlicher Basis zu finden sein.
Dennoch: Die Religionsfreiheit bleibt Dir ja gewährt, und Du musst Deine Kinder ja nicht in den Religionsunterricht schicken.
Wo ist also das Problem?

Okay. Dann stell Dir mal vor, Religion würde beispielsweise von Gemeindearbeitern in religiösen Sondersitzungen gelehrt.
DANN hättest Du noch viel eher das Problem, dass diese Unterrichtungen nicht staatlich „kontrolliert“ wären. Daher aber eben gibt es die Verbindung Staat-Kirche auf Unterrichtsbasis an öffentlichen, staatlichen Schulen.
Ob das nun „Nachwuchssicherung“ ist oder nicht - jedenfalls soll im Religionsunterricht den SchülerInnen die Gelegenheit gegeben werden, Antworten zu finden auf Sinnfragen.
Das gibt die Philosophie auch, in begrenztem Maße. In jeder Epoche würden wir da andere Antworten finden.
ABER der Religionsunterricht will nicht nur Theorien und Gedanken großer Philosophen weitergeben, sondern einen Schritt weitergeben. Wer christlich ist, kann die im Unterricht (falls er gut gestaltet ist) finden, wenn er will. Muss er ja aber nicht.
Es ist also ein Angebot.
Philosophieunterricht allgemein würde diese „Lebenshilfe“ ein wenig zu kurz greifen lassen.
So wird zumindest religionspädagogisch argumentiert.
Man könnte jetzt diskutieren, ob es eine philosophische Schule gibt, die Sinnantworten bereithält. Vielleicht gibt Dir das Religion nicht; aber dann musst Du ja das „Angebot“ des Religionsunterrichts auch nicht annehmen, das ist Dir ja frei. Also, ich weiß immer noch nicht, wo Du das Problem siehst.

hallo Heidi,
Du überbewertest den Religionsunterricht. Die Schüler gehen in den Unterricht, weil sie müssen. Weil sie Noten dafür bekommen, die mit dem Weiterkommen zusammenhängen.
Ich habe noch einen Sohn, der zur Schule geht. Ich sehe, wie ihm und seinen Mitschülern der Unterricht lästig ist. Seltenst wird „Lebenshilfe“ angeboten.
Wenn dieser Unterricht ein freiwilliges Angebot im Rahmen der Schule wäre, ohne Noten, ohne Beeinflussung des Weiterkommens, dann wäre gegen ein Angebot dieser Art an den Schulen nichts einzuwenden.
Fairerweise sollte aber dann auch der Religionsunterricht für den islamischen Glauben, für den jüdischen, für Methodisten, Calvinisten und welche …isten noch alle im Angeot sein.
Grüße
Raimund

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