Weißt Du, ich denke, du gehst relativ großzügig mit der
definition wunder um. Ich halte mich da eher an den ansatz
„alles was erklärbar ist, kann kein wunder sein“. umgekehrt
gilt das natürlich nicht, da es einige phänomene gibt, die
(noch) nicht erklärbar ist. ob der urknall (wenns den
überhaupt gab) ein wunder ist oder nicht, kann ich also nicht
sagen.
Aber wenn du schon den begriff wunder weiter ausdehnst (also
zb das urwerk als ein wunder ansiehst), frage ich sogleich,
warum dann nicht alles als wunder ansiehst. gleichberechtigt
sozusagen. ein wunder ists, daß du morgen aufstehen kannst,
deinen finger bewegen, den videorecorder programmieren, oder
deine freundin schlagen kannst (dies rein als besonders
krasses beispiel!!)
Ok, ich hab mal bei „Wissen.de“ nachgeschaut:
Wunder ist/sind: ein Ereignis in Raum und Zeit, das menschlicher Erfahrung und den Gesetzlichkeiten von Natur und Geschichte widerspricht.
Trotzdem ist es für mich nicht selbstverständlich, dass ich meinen Finger bewegen kann - er kann ja auch mal steif sein. Man nimmt viele Dinge für selbstverständlich hin, für mich steckt da aber mehr dahinter. Deshalb sehe ich das als Wunder an (entgegen der Definition).
Zufälligerweise habe ich mir gerade The Stand - Das letzte
Gefecht von Stephen King angesehen. Der Kampf zwischen gut und
böse, zwischen Gott und dem Teufel. In einer Szene sagt einer
„er glaube nicht an gott“, „das macht nichts“, erwiderte eine
andere, „aber gott glaubt an dich!“ Dies hat mir sehr gut
gefallen…
Kann ich verstehen - das heißt aber noch lange nicht, dass du deshalb in den Himmel kommst oder so. Dazu braucht man eine persönliche Beziehung zum Gott der Bibel (und das geht auch!!).
Ja, die Welt ist komplexer als jede uhr, aber genauso wie man
erkannt hat, daß sich nicht alles um die erde dreht, sonder
sicht die erde um die sonne dreht und es milliarden weiterer
sonnen gibt, so ist es auch durchaus vorstellbar, daß es sich
nicht alles um den menschen dreht, oder?
Jain, es dreht sich schon alles um den Menschen, die „Krone der Schöpfung“. Nicht jedoch steht der Mensch im Mittelpunkt (des Weltalls). 
wenn du glaubst, alles ist so komplex, damit du lebst, ist das
doch recht arrogant. das leben an sich hatte unendlich viel
zeit, sich zu entwickeln und als folge NICHT als Ursache, hat
sich der mensch entwickelt.
Das verstehe ich nicht. Du sagst einerseits, dass ich wenn ich glaube, dass alles komplex ist, damit ich lebe, arrogant bin, aber gleichzeitig sagst du, dass ja das Leben viel Zeit hatte. Also egal, wie wir das jetzt bezeichnen - das Leben ist komplex (egal ob erschaffen oder „geworden“). Und wenn man sich alles mal so betrachtet, dann kann man eigentlich nicht auf den Gedanken kommen, das die Natur vom Zusammenspiel der Dinge einfach wäre, oder?
Was oder wer ist denn eigentlich „das Leben“? Und genausowenig hat „die Evolution“ Intelligenz, um irgendetwas zu schaffen - und so, dass es auch noch Überlebenschancen hat. Die einfachste (aber am meisten verurteilte) Möglichkeit ist und bleibt: da ist einer der uns geschaffen hat (komplett und ohne „missing Link“). Oder glaubst du, dass man nur verschiedene Teile in die Luft werfen müsste und wenns runter kommt, ist ne Uhr drausgeworden (egal wieviel Zeit man sich dazu nimmt). Schwachsinn.
Wenn irgendetwas anders gelaufen wäre, dann wäre es eben
anders gelaufen und wir müßten uns nicht den kopf zerbrechen
(weil es uns dann gar nicht gäbe). ich glaube, daß gott nicht
nur uns menschen liebt, sondern alles leben!
Da hast du recht. Aber Gott hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen und über alle anderen Lebewesen gesetzt.
Ich glaube nicht, daß ich irgendwem, auch nicht gott,
rechenschaft schuldig bin.
Ich brauche keinen gott dazu, ein schlechtes gewissen zu
haben. das kommt allein durch erziehung und durch die
vernunft. ob sichs damit einfacher lebt, kann ich nicht sagen,
zumindest brauche ich nicht gott die schuld in die schuhe
schieben.
Nein, ich schiebe Gott keine Schuld in die Schuhe. Dafür muss ich allein geradestehen. Und: es ist egal, was du glaubst oder nicht. Die Wahrheit ist, dass irgendwann das Gericht kommt, in dem Gott uns zur Rechenschaft zieht. Dort wird ja auch kein Urteil gesprochen - das sprechen wir uns selber (so wie wir leben).
darwinismus ist keine religion, sondern eine theorie, eine
vermutung. falls du einen begründeten zweifel daran hast, dann
ist die theorie eben falsch oder zumindest nicht ganz richtig.
Wenn es keine Religion ist, warum werden dann die Leute, die nicht daran „glauben“ immer wieder niedergemacht und als bissel blöd angesehen? Und das obwohl es nur eine Theorie ist. Doch wenn Beweise!! aufkommen, an der feststeht, dass der Darwinismus falsch sein muss, dann kann ich auch gleich alles nicht glauben. Warum wird trotzdem noch daran festgehalten an dieser Theorie?
Ich geb dir recht, dass ich (oder andere) früher für solche Aussagen durch die Katholische Kirche getötet worden wäre. Aber: wer hat denn gesagt, das die kath. Kirche recht hat? Es geht ja auch letztendlich nicht um eine Kirche, sondern um Gott (und auch nicht, was die Kirche aus dem Gott der Bibel gemacht hat).
Warum sagt uns deiner meinung nach gott nicht alles? du
meinst, weil wir das nicht fassen könnten. Andererseits meinst
du, daß gott uns geschaffen hat (sogar nach seinem ebenbild).
WArum hat er uns aber nicht so geschaffen, DASS wir alles
verstehn können?
Frag Gott, warum er uns so und nicht anders (zb mit grüner Hautfarbe) geschaffen hat. Er wird es dir sagen, wenns wirklich sooo wichtig ist.
Könnten wir vielleicht das thema wechseln (vielleicht sollte
ich einen neuen thread eröffnen) mich würde brennend
interessieren: Wenn du mal so darüber nachdenkst, wie es auf
der welt so zugeht, wie meinst du, wird sich die menschheit
weiterentwickeln? Wird gott eingreifen, wenn es zu „brenzlig“
wird?
Ich würde sagen, dass Gott schon genug eingreift. Aber: er hat uns (als Mensch) zum Herrscher über diese Welt gemacht. Durch den Sündenfall haben wir diesen Anspruch dem Teufel gegeben. Dadurch ist er der Herrscher der Welt (berechtigt leider). Damit Gott jetzt auf unserer Erde handeln kann, benötigt er uns als Christen, in dem wir ihn bitten Dinge zu veränden. Und dann passiert das auch. Ich höre zb erstaunliche (wunderbare?) Berichte aus Uganda. Dort geht die Kriminalität gegen 0, die Kneipen machen dicht, Aids wird weniger, die Wirtschaft besser etc. - weil die Regierung gesagt hat, dass die ein christlicher Staat sein wollen (bitte nicht mit den ach so „christlichen“ Staaten in Europa vergleichen. Dort steht nur noch das Wort, aber mehr ist da nicht dahinter).
Doch wenn wir ihn nicht fragen: nein, dann greift Gott nicht ein. Dennoch ist der Erde ein Schlusspunkt gesetzt. Und darin lässt sich Gott widerum nicht reinreden.
Gruß