Moin,
Weil da das Meldesystem (meine eigene Wortkreation) des
Körpers nicht mehr funktioniert. Klar gibt es Leute die essen
können, was sie wollen, und sie werden nicht dick - hab auch
so ne Freundin, das ist entsetzlich was die zusammenfuttert,
an Menge
Nicht hypergesund, aber abwechslungsreich, und
viel. Nur das funktioniert eben nicht für alle. Ich finde
solche Ernährungsregeln gefährlich. Ja, ich habe das Buch
nciht gelesen - aber schon die Zusammenfassung ist
abschreckend.
Vielleicht solltest du das Buch mal lesen
Wenn bei dir der Eindruck entstanden ist, dass das Buch propagiert, jeder soll doch einfach soviel wie er will oder egal was in sich hineinstopfen, dann ist das nicht richtig. Tatsächlich werden in dem Buch die Hintergründe beleuchtet, die mit Gewichstzunahme und Abnahme zusammenhängen. Und diese Hintergründe sind eben wesentlich komplexer, als die gängigen „Mach mehr Sport und ess weniger“ Platitüden vermitteln.
Hab immer die Leute vor Augen, die sich nicht
bewegen, nur Fastfood und Süßes in sich reinstopfen und dann
sagen „Ja ich bin halt krank, ich hab Fettsucht“ oder eben
„Was anderes schmeckt mir nicht“ und dann als neue Erklärung
„Mein Körper sagt mir, dass er das braucht, ich bin mit was
anderem nicht glücklich“.
Nichts von dem wird in dem Buch vermittelt. Ganz im Gegenteil. Das Buch ist einfach nur etwas intelligenter, als die üblichen platten Abnehmratschläge.
Nehmen wir einmal das Beispiel unserer Ausgangsposterin, die zwar plötzlich viel Ausdauersport macht, aber trotzdem nicht abnimmt. Ich kenn übrigens diese Vorstellung recht gut, man müsse sich ja nur mehr bewegen…Ich bin mal einen ganzen Sommer über mehrmals die Woche 1-2 Stunden mit einem Freund Inline-Skaten gefahren. Mir ging es wie der Ausgangsposterin, ich habe nicht abgenommen sondern tatsächlich etwas zugenommen. Was war passiert? Körperliche Betätigung regt z.B. den Appetit an. Nach dem Inline-Skaten haben wir uns immer noch auf einen kleinen Plausch in ein Café gesetzt. Meine regelmäßige Bestellung: eine heiße Schokolade mit Sahne. Sonst nichts. Ich dachte, das hätte ich mir nach 2 Stunden Inline-Skaten wohl „verdient“. Später habe ich errechnet, dass diese eine heiße Schokolade mit Sahne mehr Kalorien hatte, als ich mir durch das Inlineskaten abgestrampelt haben. Kein Wunder, dass mein Gewicht nicht runterging.
Jetzt kann man natürlich sagen „Ja aber“ man soll ja auch nicht nur Sport machen, sondern auch gleichzeitig Kalorien zählen. Sicher mag das bei einigen Leuten so funktionieren. Aber ich möchte nicht bis ans Ende meines Lebens alles was ich esse in Kalorien aufaddieren. Für mich ist das ein größerer Verlust an Lebensqualität, als die paar Kilo, die ich vielleicht (aus rein persönlicher Eitelkeit betrachtet) zuviel auf den Rippen habe.
Ein weiterer Punkt, der in dem Buch in Verbindung mit Ernährung und Sport angesprochen wird ist, dass Menschen, die sich nicht einfach aus Freude an der Bewegung bewegen, sondern weil es Pflichtteil eines „Abnehmprogramms“ ist, dazu tendieren, sich in dem Moment, wo sie nicht mehr im Sportstudio sind, weniger zu bewegen als sie sich vor Teilnahme an dem Pflichtprogramm bewegt haben. Insbesondere bei Kindern hat man diese Beobachtung gemacht. Warum sollte das bei Erwachsenen nicht auch der Fall sein? Zudem wird Sport von diesen Menschen (und somit auch von ihrem Körper) weniger als schöne Freizeitentspannung betrachtet, sondern mit Abnehmstress verbunden. Und wenn er Körper Stress verspürt, dann neigt der Stoffwechsel dazu, eher Fett einzlagern, als wenn der Mensch zufrieden und entspannt ist.
Dieses Buch richtet sich auch nicht unbedingt an sehr stark übergewichtige (adipöse) Menschen, sondern an die große Mehrzahl der Leute mit einem BMI von bis zu 30, die sich in die „Diät-Sport“-Mühle aus kosmetischen Gründen begeben, weil sie meinen, sie müssten irgendwie schlanker aussehen, um attraktiver zu sein.
Gruß
Marion