Zunge, belegt

„Oiropa - wie können wir mit einer Zunge sprechen?“

Mit einer belegten Zunge?

Was bedoitet eigentlich `belegte´ Zunge?

Bestimmt nicht, daß sie `bewiesen´ ist.
Das ist js auch in der Sprechwissenschaft schwierig.
Auch , weil keiner dabei war noch zu sein scheint.

Redewendungsmäßig bestimmt gleichbedoitend mit schwerer Zunge´. Aber womit belegt´?
Vielleicht mit klebriger Marmelade?
Hans Dittrichs: „Redensarten auf der Goldwaage“ führt diese Wendung leider gar nicht, hat also jemand eine andere Quelle?
Ist ja keine lingua sporca´ also versaute Sprache, pardon, Zunge. Oder auch eine bemäntelnde, coating tongue´, Sprache? Nur das frz. dic (Langenscheidt) führt kein pendant auf. Vielleicht garnicht lange?
Faszinierend, was man alles belegen´ kann! Bestellt´ man aber nicht eher eine These?

Was meint ihr, Froinde, in welcher Stimme `soll´ das Noie Oiropa sprechen? Die des Uhus ist ja die des Alten Europas!

moin, manni

nach NDR: belägt
Hi manni,

wir wollen doch alle der Logik der NDR folgen, die sich nach den Wortstämmen richtet. Du kennst bestimmt den Stengel, der zwar nie zu einer Stange wird, da kann er so lang wachen wie er will, aber dennoch heute Stängel heißt. Und alldieweil hier vom Belag die Rede ist und nicht vom Beleg, sollten wir ab jetzt nur noch schreiben (siehe oben).

Gruß Ralf

Hallo Ralf

wir wollen doch alle der Logik der NDR folgen, die sich nach
den Wortstämmen richtet. Du kennst bestimmt den Stengel, der
zwar nie zu einer Stange wird, da kann er so lang wachen wie
er will, aber dennoch heute Stängel heißt. Und alldieweil hier
vom Belag die Rede ist und nicht vom Beleg, sollten wir ab
jetzt nur noch schreiben (siehe oben).

Vorsicht!
Das Aufliegende ist der Belag, richtig! Aaaaaaber:
dieser wird gelegt. Und wenn etwas auf etwas gelegt wurde, dann ist es belegt!
So sehe ich das.
Gruß Alexander

Hallo, Manfred,

Was bedoitet eigentlich `belegte´ Zunge?

das bedeutet, dass sich ein Belag auf der Zunge befindet.

Redewendungsmäßig bestimmt gleichbedoitend mit `schwerer
Zunge´

Nein, eine schwere Zunge (lallende, undeutliche Sprache) kann zwar belegt sein, muß es aber nicht. Hier wird das Wort „Zunge“ in seiner übertragenen Bedeutung „Sprache“ verwendet. (Jetzt überlege ich nur dauernd, ob es nicht auch auf Schrift und Forumsbeiträge angewendet werden kann, aber das nur ganz nebenbei.)

Aber womit `belegt´?

Da schau mal hier nach: http://www.wdr5.de/leonardo/beitrag.phtml?zeige_datu…

in welcher Stimme `soll´ das Noie Oiropa sprechen?

polyglott wie es nun einmal ist.

Gruß Eckard.

auch nach NDR: belegt
Neenee, Ralf,

da bist du auf dem Holzweg. Wie schon Alexander schrieb, ist „belegt“ die auch nach der NDR korrekte Form.

Bei Stängel ist es so, dass er eine Verkleinerungsform zu Stange ist. Das -el ist die im Bairischen und auch Sächsischen übliche Verkleinerungsendung.
Darum ist „Stängel“ logischer als „Stengel“, welch letzteres wohl auf „fonetische Schreibung“ deutet.

Bei „belegt“ aber ist die Form, von der es abgeleitet ist, das Verb „legen“. Also auch „belegt“. Da „legen“ ein unregelmäßiges Verb ist und auch den Präteritums „lag-“ hat, ist das Nomen: „die Lage“ nach diesem gebildet.

Ich finde es übrigens schade, nein Schade, nein doch schade!, dass du mit so billigen Argumenten gegen die NDR polemisierst.

Gruß Fritz

Such-t
Beleg-los

Hallo, Froinde!

Es scheint wegen meiner kryptischen Redeweise nicht doitlich geworden:

Ich verstehe „mit belegter Zunge reden“, als irgendwie gehemmt reden, nicht zur Sache kommen, weil sie einem peinlich ist, die eigene Meinung, die „Wahrheit“, und die Ansichten der anderen umzu.
Oder weil man noch selber „Leichen im Keller hat“.
Eine Sprache, die auch keine (allzu) doitlichen Belweg liefert, weil deren Anführung von der Umwelt als Beweise für die Richtigkeit, ja bloße Vorhandenheit der Kritik (für die man vielleicht nicht einstehen/verantwortlich/faßbar sein möchte) möchte an ihr aufgefaßt werden könnte.

Dieses Nichtodernurschwer-faßbar-sein-wollen in Form der Gabe von bloßen Andoitungen, das Offenlassen zwecks Selbstfindenlassens von Zusammenhängen, da muß ich persönlich zun Bleistift noch durch.
Besser aber die Dinge offenlassen, als mit verkürzten „eindoitigen (falschen) Entscheidungen“ die weitere Suchfährten zuscheißen.

Finde ich jedenfalls!

„Finden“ aber nicht im Sinne der neuen Werbemasche: „Finden, nicht suchen!“
finden´ ist übergens etymologisch mit besuchen´ verwandt.
Maches willichnich besuchen, manches hätte ich auch lieber nicht besucht!

Oder hätte lieber wirklich be`sucht´!!!

Besucht mich mal einer?

Versuchen wirs?

Bis zum Zersuch?

Moin, Manni

P.S.: Lieber Fritz, auch ich habe früher (gleich nach Durchführung) ziemlich billich gegen die „NDR“ polemisiert.
Hauptsächlich aber (wie ich noch heute, und zunehmend finde), wegen der Art der Durchführung, „von oben“ mal wieder, wie in Deutschland scheinbar nur alles „funktioniert“.
Wo man Millionen für „Volksbefragungen“ ausgibt, warum nicht auch für eine Beteiligung von anfang an der sprechenden Menschen?
Also erstmal „Großes Palaver“ aucxh über die Sprache, dann Zusammenfassung und Analyse und Noisynthese - und dann macht auch Sprache allen wieder mehr Spaß.
Uns beiden ja_wohl immer schon.
Lehrer ist man immer nur, wenn mans zugleich als Schüler ist.
Und: genauso voice verginisa!

Lieber Manni,

Wo man Millionen für „Volksbefragungen“ ausgibt, warum nicht
auch für eine Beteiligung von Anfang an der sprechenden
Menschen?
Also erstmal „Großes Palaver“ auch über die Sprache, dann
Zusammenfassung und Analyse und Noisynthese - und dann macht
auch Sprache allen wieder mehr Spaß.

Welch eine Horrorvision! Volksabstimmung über Grammatik-, Komma-, und Rechtschreibregeln! *gruselschauder* Denk an all die Stammler und Laller im TV - TwingO hat einen gezeigt -, an die Sprachverhunzer in allen Bereichen, die dann hätten mitbestimmen dürfen.
Schon dass Politiker Einfluss nehmen konnten, ist und war von Übel.

Die noch vorhandenen und neu hinzugekommenen Mängel rühren daher, dass zu viele Köche an dem Brei rührten. Zwanzig Fachleute hätten genügt, wenn ich dabei gewesen wäre.

Lehrer ist man immer nur, wenn mans zugleich als Schüler ist.

Da stimme ich ab immo pectore zu. Das meiste habe ich nach Schule und Studium gelernt.

Deine Interpretation von „mit belegter Zunge sprechen“ ist schon richtig. Ein durch Krankheit verrsachter Belag hindert ebenso an einem freien, flüssigen Sprechen wie Unsicherheit, schlechtes Gewissen etc.

Gruß Fritz

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kleine Bedenken
Hallo Fritz,

keine Angst, ich will nicht wieder den Streit aufnehmen, den wir schon mal geführt haben, obwohl ich anderer Meinung bin bezüglich der neuen RS.

Beim Lesen deines Postings habe ich mir aber die Frage gestellt, ob es bei der neuen Schreibung nicht das erste Mal gewesen ist, dass es eben keine (indirekte) Volksbefragung gegeben hat. Zwar ist Herr Duden nicht durch die Lande getingelt und hat alle befragt, aber meiner Erinnerung nach ist die Rechtschreibung bis zur Einführung der neuen Schreibung immer den Gepflogenheiten angepasst worden, war also nie wirklich streng im überhistorischen Sinn. Zwar wurde bei konkurrierenden Möglichkeiten der einen oder anderen Form der Vorrang gegeben, aber in Summa war doch nach meinen Informationen immer der Gebrauch bindend (bzw. hat es aufgrund des Gebrauchs Anpassungen gegeben). Erst mit der neuen Schreibung wird ab ovo verordnet sozusagen. Oder siehst du das anders?

Das meiste habe ich nach Schule und Studium gelernt.

Klasse, das ist bei mir genauso gewesen!!!

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Striemensanmission

Lieber Fritz!
„Wissenschaft“ wird von „Wissenschaftlern“ (und anderen) also von fehlbaren und, viel schlimmer, von „unfehlbaren“ Menschen betrieben.
Und das wirkliche Grundprinzip der Sziamtik ist:
„Was nicht sein kann, darf nicht sein“ mur sehr kryptisch. Auch in Wirklichkeit leider:
„Es darf nicht (Gegenstand unserer Betrachtung) sein, was (nach inmho´, nach objektiver´ Erfahrung) nicht sein kann!“
Hier steht meine (tot-lebendige) Horrorvision!!!

Übergens: du bist doch einer der ersten, denen meine Sprachverhunzungskompetenz am auffallen ist. Angsmall.
Natürlich wäre es fatal, ließe „man“ über 1 + 2 abstimmen. Aber „abstimmen“ muß man sich doch!
Die Frage ist natürlich a u c h, w o die Sprache überhaupt ursprünglich entstanden/hervorgegangen ist, als intertribunales´ Kommunikationsmittel (zwischen Volk und Führer´, oder Stamm und Gott), Transmissionsriemen von oben nach unten, oder als intersubjektives solches innerhalb des tribes. (Vorsiecht!!!)
Was hat es aber mit irgendeiner Naturgesetzlichkeit zu tun (die von "Experten alleine exakt gefunden/gestaltet werden müßte), ob man in „richtigem Deutsch“ „Deutschland“ oder „Doitschland“ und „Europa“ oder „Oiropa“ schreiben tut? Außer, daß man auf Grampf die Kontinuität wahren will?
Wir alle, auch die Laller und Stotteler und Rammler „arbeiten“ permanent an der Sprache, natürlich mit genauso infinitesimaler Differentialwirkung.

Einst wird man sich vielleicht unter Philologen frage, woher „denn wohl diese Redewendung „ich habe fertig“ kommen mag, die alle wirklich Kompetenten so häufig verwenden“ tun.
Möglicherweise wird dieser „Aktiv“ sogar eines Tages in die „Deutsche Grammatik“ übernommen.

Hau! Ich bin gesprochen!

Krüßli, moin (und nie `meun´, jedenfalls nicht he_ute;
kommt von Heinz Ehrhard übergens, das he_ute, erinnerste dich?)

große Bedenken, zweimal erweitert
Hallo, Thomas,

Erst mit der neuen Schreibung wird ab ovo verordnet sozusagen. Oder siehst du das anders?

Ja, das sehe ich anders.

Die Kommission hat in allen europäischen Regionen, in denen Deutsch gesprochen wird*,

  • den Ist-Stand erfasst,
  • die Unstimmigkeiten verglichen,
  • versucht die verschiedenen Tendenzen so zu verbinden, dass eine von allen beteiligten Ländern akzeptable Regelung möglich wurde.

Diese musste von den Kultusministerien der Länder abgesegnet werden, wurde auch abgesegnet und

als dann das Ergebnis bekannt wurde, fiel plötzlich

  • unseren vergreisten Autoren (Jünger, Grass, Walser Reich-R. etc.)
  • und verhockten Gymnasialdeutschpaukern, die dann extra einen Anti-NDR-Verein gründeten,
  • und einigen völlig inkompetenten Politikern,
  • und einer Menge noch inkompetenteren Journalisten, die aus dem von ihnen halb oder nur viertels verstandenen Gesamtwerk ein paar Fitzelchen herauspickten, wo in der Tat Mist eingebaut war, und brachten dies unter die Leute,
  • unter die Leute. die - und da bin ich sicher - unter der alten Regelung litten und jetzt die neue als Erleichterung erleben, aber wegen des von mir schon oft in diesem Zusammenhang zitierten Grundsatzes: Wo mein Vater gebremst hat, bremse ich auch, und wenn es den Berg hinauf ginge! sich leicht gegen die NDR einnehmen ließen,

ein,

an der Arbeit von Jahren, wenn man den ersten gescheiterten Versuch dazurechnet, von Jahrzehnten

rumzunöhlen und mäkeln und meckern, und hängen immer an den selben drei unlogischen Sachen: dem Tollpatsch, dem Quäntchen und dem Tipp ihre fortgesetze Kritik auf …

und … Ich habe den Faden verloren.

Die Kommissionsmitglieder taten genau das, was die Dudenredaktion andauernd, fast hundert Jahre lang, tat, ohne dass irgend jemand daran Anstoß genommen hätte; an den albernen Regel wie Skifahren Autofahren Rad fahren Schlittschuh fahren und dem anderen Quatsch.

Welche Interessengruppe, welcher einflussreiche Chefredakteur, Verleger oder Druckereibesitzer da mitentschieden hat, wurde nie bekannt. Schon die Trennregeln: Trenne nie st, denn es tut ihm weh! geht auf Setzerfaulheit zurück.

Die Kommission aber hatte den Auftrag von demokratisch - naja, mehr oder weniger - gewählten Regierungen, ihre Arbeit war jederzeit einzusehen. Aber wer - außer mir und noch ein paar Fachleute, etwa der Herr Zimmer von der ZEIT - hat die doch recht regelmäßig erschienen Berichte überhaupt nur zur Kenntnis genommen.

Und grad zur Sprache wollen Leute gefragt werden, die doch sonst fast jeden Schwachsinn der Politiker hinnehmen, es sei denn, es gehe an ihren Geldbeutel.
Das kommt wohl daher, dass jeder, der wo was Deutsch redet, und sei es noch so ein verzweifeltes wie das Kohlsche oder das mancher bayrischen Politiker, damit sich auch schon als sprachkompetent betrachtet.

Nicht jeder, der pinkelt, ist Urologe! Verzeih die Entgleisung!

Aber die Kritiker werden aussterben, so wie die Sütterlinschreiber und die Konjunktivbenutzer - DAS wird von mir bedauert! - und dann hat die Sache ihre Ruhe.

Gruß Fritz

* Neben Deutschland, Österreich, der Schweiz auch die Nachbarländer mit deutschsprachigen Minderheiten (Elsass, Südtirol, Schlesien, Süddänemark, Ostniederlande, Luxemburg, Belgien), wenn ich recht erinnere, waren auch Leute aus den USA, Brasilien und der EX-UdssR dabei. Das lässt sich im Bericht der Kommission nachlesen.

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Lieber Manni,

tu und schreib und züchte die Sprache Not, wie du willst, soviel du willst, auch hier bei WWW. Du wirst auch stets Lacher finden.

Aber versuch bitte nicht, deine Schreibung anderen nahe zu bringen.

Für eine allgemeine, für alle tauglich Schreibregelung muss halt der kataleptische Imperfekt - ich korrigiere: der kategorische Imperativ Kants gelten:

Schreibe stets so, dass deine Schreibweise als Grundlage für eine allgemeine Ortografieregelung gelten kann.

Oder so!

Fritz

Oderzwo, odiderdrei?

Oderzwo, lieber Fritz.

Gegen das Katatopische Regiermiv
(oder heißt es „der Muff“?) bereichert sich die Sprache aber durch ihre kreatuerlichen Kreateure; und die Sprache scheint mir reich, die die Spannung am weitesten austragen kann. Aber eigentlich doch keine Dialektik, obwohl die ausser Sprache hergelt.
Auch die Sprache lebt vielmehr als Rhizom.
(Das ist übergens der Begriff, den zu verstehen mich von der Dialektik zu befreien annefangen hatt, vor ca 20 Jahren; nach einem Spiegelartikel über Deleuze, Guattari, u.a.).
Nu hab ich den faden (zum Glück wohl) verloren…
und liveleicht Ariadne funnen.

Hau, ich sich bin ausgesagt.

Maria haun ist nicht gut - tumalieber die Öhrrchen!

Krüßli, nahmt, manni

Ich „mißbrauche“ übergens diesen sprachwissenschaftlichen „Wettstreit“ außerhalb Nurembergs als ne Art `drive´ zwischen meinen Forschungen zur Zetafunktion und anderen mathematischen Fragen.
Als „Entspennung/Respannung“ geweiserwisse.
Damit das Spiel endlich in die Mathematik zurückkehren tun tut.
Mist, daß die Genauigkeitsgrenze meines Matheprogramms (MathcadVII) bei 10^[-15] liegt. Ich mach ja soviele Flüchtigkeitshelfer!!!
Und brauche gerade hier die Kontrolle des Rechenweges!
Kennst du vielleicht das Forum der „Bezirksregierung Düsseldorf“?
Da tapere ich auchnoch reistich gum.
Das dusselt da vielleicht!!!
Dabei isses Dorf so niedlich da unnen!

Was ist aber „Notzucht“? Issa ne Verwandtschaft mit Notsucht?

Okay, „Zucht“ ist das Nomen (???) zu „ziehen“.
Und ich drücke…
Intrucht!!!???

Stengel
Lieber Fritz,

Bei Stängel ist es so, dass er eine Verkleinerungsform zu
Stange ist. Das -el ist die im Bairischen und auch Sächsischen
übliche Verkleinerungsendung.
Darum ist „Stängel“ logischer als „Stengel“, welch letzteres
wohl auf „fonetische Schreibung“ deutet.

Das mit der verkleinerten Stange halte ich für angreifbar. Sicherlich gibt es so einen Diminuitiv von Böhmen bis Holland (Ranzen-Ränzel, Tasche-Teschel, Topf-Dippel, Bank-Bänkel), aber es könnte mindestens ebensogut eine Ableitung aus einem Werb (z.B. raten-Rätsel, werfen-Würfel, schneiden-Schnitzel) sein, wobei die Verwendung einer solch allgemein verbreiteten Flexionsform für so etwas elementares wie den Stengel wohl plausibler sein dürfte als der Rückgriff auf eine regionale Dialektform.

Da die Aussprache „e“ oder „ä“ verschieden ist, wird entsprechend verschieden geschrieben; warum im Einzelfall das eine oder das andere, läßt sich oft nicht ethymologisch begründen. Die NDR begeht nun mit z.B. dem „Stängel“ die Albernheit, in einigen Fällen Phonetik raus- und eine ethymologische Hypothese reinzuzwingen. Da man aber trotzdem weiterhin ein „ä“ als ein „ä“ liest, und ein „e“ als ein „e“, wird letztlich das Wort „Stengel“ abgeschafft und dafür ein anderes Wort eingeführt, das man anders ausspricht und das auch nicht ganz die gleiche Bedeutung hat.
Ein häßlicher, dummer Streich den man uns da gespielt hat, aber gottseidank nicht mehr.

Mänsch! Sonst könnte man der NDR-Kommission mit einem ächten Schlägel auf den Schedel hauen und ihr den Cella ancinden!

Gruß,

Wolfgang Berger

Also, lieber Wolfgang,

du machst es dir auch leicht und deine Argumente klingen nur bei flüchtiger Betrachtung gut.

aber es könnte mindestens ebensogut eine Ableitung aus einem
Verb sein

Welches Verb schwebt dir bei „Stengel“ vor?
stengen, stengte gestengt oder stingen stang gestungen ???
Also bitte nicht bloß Möglichkeiten aus den Fingern saugen, sondern Belege! Keine Beläge!

Da man aber trotzdem
weiterhin ein „ä“ als ein „ä“ liest, und ein „e“ als ein „e“,

Die Unterscheidung von"e" und „ä“, sowohl geschrieben als auch gesprochen, ist ein ungelöstes Problem. Denn keineswegs wird das fein säuberlich getrennt!
Wer sagt denn heute noch „Käääse“ und „Määäädchen“? Ich höre fast nur noch „Das Meeedschen mag keinen Keeeese.“ Und „Mehrarbeit“ klingt bei den meisten Politikern und Journalisten wie „Määrarbeit“. Nicht nur bei Süddeutschen.

Mänsch!Sonst könnte man der NDR-Kommission mit einem ächten*
Schlägel auf den Schedel hauen und ihr den Cella** ancinden**!

* Wurde bis Duden in einigen Regionen so geschrieben!

** C und c würde hier auf keinen Fall wie „k“ gesprochen, sondern „z“ wegen der folgenden Vokale.
„er“ am Ende wird im Noaadn „a“ gesprochen - Merksatz: main Vata wa Abeita in Haaburch!, aber keina - außa Männi natürlich - keme auf den Gedanken auch „a“ zu schreiben.
„i“ statt „ü“ ist dialektale Aussprache von Sachsen, Bayern und Schwaben, ist also für die Hochlautung irrelevant.

Und wie immer bei Kritikern der NDR: Scheinprobleme, falsche Ausgangspunkte, schlecht durchdachte Beispiele, an den Haaren herbeigezogene Polemik gegen falsch Verstandenes mit falschen Argumente, bloß weil man eiterhin bergauf bremsen will, wie der Opa schon.

Und niemand hindert dich, die alte Schreibung zu gebrauchen.
Und niemand wird dich von dem Schicksal aller Konservativen bewahren.

Nichts für ungut. Aber man wird müde über die Jahre ruhig und gelassen zu bleiben, wenn man immer die selben Vogelscheuchen verjagen muss.

Fritz

Welches Verb schwebt dir bei „Stengel“ vor?
stengen, stengte gestengt oder stingen stang gestungen
???

Also bitte nicht bloß Möglichkeiten aus den Fingern saugen,
sondern Belege! Keine Beläge!

Das mit den Belegen für vorschriftlichen Wortgebrauch ist nun mal so eine Sache, aber für den „Stengel“ scheint mir eine Analogie zum „Gang(el“ aus „gehen“ plausibel, natürlich heißt das Verb dann „stehen“. Auch beim „Stamm“ ist es plausibel, ganz tief in der Ahnenreihe das „stehen“ zu erahnen.
Die „Stange“ kann natürlich auch als Abkömmling von „stehen“ angesehen werden, allerdings ist sie i.ü. zumindest im ländlichen Bayern als Gegenstand viel zu selten, um als Usprung für den elementaren Pflanzenteil herangezogen zu werden. Ich kann mich nicht erinnern, daß mein Opa jemals „Stange“ gesagt hätte, sondern „Lattn“, „Stempn“, „Gartn“ oder allenfalls „Eisenstanga“, alles n.b. niemals im Diminuitiv.

Die Unterscheidung von"e" und „ä“, sowohl geschrieben als auch
gesprochen, ist ein ungelöstes Problem. Denn keineswegs wird
das fein säuberlich getrennt!
Wer sagt denn heute noch „Käääse“ und „Määäädchen“? Ich höre
fast nur noch „Das Meeedschen mag keinen Keeeese.“ Und
„Mehrarbeit“ klingt bei den meisten Politikern und
Journalisten wie „Määrarbeit“. Nicht nur bei Süddeutschen.

Nein, ich höre einen Unterschied zwischen „Käse“ und „Kegel“, zwischen „Mädchen“ und „mega-in“, zwischen „Mehrarbeit“ und „Böhmen und Mähren“. Manche Menschen machen wohl die Unterscheidung zwischen den beiden Möglichkeiten nicht, weil sie schlampig sind, aber die NDR sollte sich doch nicht deswegen herausnehmen, daß Menschen, die diese Unterscheidung treffen, plötzlich nicht mehr die richtige, sondern die falsche Möglichkeit nehmen sollen.

An anderer Stelle gibt es allerdings sehr wohl deutsche Wörter, deren „richtige“ Aussprache der deutschen Zunge unmöglich ist, wenn einer z.B. einen Ehrbeck geschmuckelt hat.

Mänsch!Sonst könnte man der NDR-Kommission mit einem ächten*
Schlägel auf den Schedel hauen und ihr den Cella** ancinden**!

* Wurde bis Duden in einigen Regionen so geschrieben!

Jawohl, und sollte wegen des offenbar beim „ä“ inselhaft geltenden Ethymologieprimats der NDR (welches i.ü. den „Delfin“ verbieten müßte, wenn es denn beim „Delfin“ gälte) als einzig richtige Schreibung ertrotzt werden.

** C und c würde hier auf keinen Fall wie „k“ gesprochen,
sondern „z“ wegen der folgenden Vokale.

Damit wirfst Du die Erinnerung an den lateinischen Ursprung zum Müll. Darf man denn das tun?

Und wie immer bei Kritikern der NDR: Scheinprobleme, falsche
Ausgangspunkte, schlecht durchdachte Beispiele, an den Haaren
herbeigezogene Polemik gegen falsch Verstandenes mit falschen
Argumente, bloß weil man eiterhin bergauf bremsen will, wie
der Opa schon.

Der „Stängel“ ist kein Scheinproblem, sondern - wie ich bereits ausführte - ein krauser Unfug. Die Hauptprobleme der NDR sind ihre falsche Zielgruppenorientierung und ihr Wille zu schaden.

Du argumentierst bei weitem polemischer als ich und mit schlechteren Beispielen. Den NDR-kritischen Menschen Unbeweglichkeit als einzigen Grund für ihre Position anzudichten, ist schon wieder hohle Polemik.

Und niemand hindert dich, die alte Schreibung zu gebrauchen.
Und niemand wird dich von dem Schicksal aller Konservativen
bewahren.

Selbstverständlich bleibe ich bei der bewährten Rechtschreibung. Andere schreiben NDR, der eine mehr, der andere weniger, manche extrapolieren die NRD sogar und kommen dabei fasst zum Orgassmuss.

Nichts für ungut. Aber man wird müde über die Jahre ruhig und
gelassen zu bleiben, wenn man immer die selben Vogelscheuchen
verjagen muss.

Die NDR ist häßlich (Eugraphie ist ihr fremd); die NDR ist die Vogelscheuche, neben ihr auf dem Feld das fesche Bauernmadl - und Du kündest allen von der Schönheit der Scheuche. Das frustet - kein Wunder.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Fritz,

entschuldige, aber unkommentiert will ich das nicht stehenlassen.

Die Kommission hat in allen europäischen Regionen, in denen

Die Kommission ist eine Kungelrunde von Pädagogen.

Diese musste von den Kultusministerien der Länder abgesegnet
werden, wurde auch abgesegnet und

… und diese damaligen Kultusminister meiden bis heute aus Scham dieses Thema.

als dann das Ergebnis bekannt wurde, fiel plötzlich

  • unseren vergreisten Autoren (Jünger, Grass, Walser Reich-R.

(…)

alten Regelung litten und jetzt die neue als Erleichterung

(…)
Wenn Dir wer zu alt oder unsymphatisch ist, dann ist das kein vollgültiger Ersatz für Argumente.

an der Arbeit von Jahren, wenn man den ersten gescheiterten
Versuch dazurechnet, von Jahrzehnten

…an dem Gestümpere von Jahren, Jahrzehnten…

rumzunöhlen und mäkeln und meckern, und hängen immer an den
selben drei unlogischen Sachen: dem Tollpatsch, dem Quäntchen
und dem Tipp ihre fortgesetze Kritik auf …

Na, mich kannste da aber nicht gemeint haben.

Die Kommissionsmitglieder taten genau das, was die
Dudenredaktion andauernd, fast hundert Jahre lang, tat, ohne
dass irgend jemand daran Anstoß genommen hätte; an den
albernen Regel wie Skifahren Autofahren Rad fahren
Schlittschuh fahren und dem anderen Quatsch.

Und stattdessen nun noch viel albernere Regeln?

Welche Interessengruppe, welcher einflussreiche Chefredakteur,
Verleger oder Druckereibesitzer da mitentschieden hat, wurde
nie bekannt. Schon die Trennregeln: Trenne nie st, denn es tut
ihm weh! geht auf Setzerfaulheit zurück.

Wer aber finanziell letztlich profitierte, das wurde durchaus bekannt.
Ligaturen entstammen nicht der Faulheit und haben was mit Eugraphie zu tun.

Die Kommission aber hatte den Auftrag von demokratisch - naja,
mehr oder weniger - gewählten Regierungen, ihre Arbeit war
jederzeit einzusehen. Aber wer - außer mir und noch ein paar
Fachleute, etwa der Herr Zimmer von der ZEIT - hat die doch
recht regelmäßig erschienen Berichte überhaupt nur zur
Kenntnis genommen.

Das ist ein Argument gegen den Parteienstaat, allah bonör!

oder das mancher bayrischen Politiker, damit sich auch schon
als sprachkompetent betrachtet.

Ein Kultusminister sollte i.d.T. über Sprachkompetenz verfügen. Den damaligen bayrischen Kultusminister Faltlhauser kann man heute scheuchen mit dem Thema NDR.

Aber die Kritiker werden aussterben, so wie die
Sütterlinschreiber und die Konjunktivbenutzer - DAS wird von
mir bedauert! - und dann hat die Sache ihre Ruhe.

Ihre Ruhe hat die Sache dann, wenn Deutsch zu einer toten Sprache geworden ist. Etliche Prozent ihrer Vitalität hat die NDR ja nun ausgeknipst.

* Neben Deutschland, Österreich, der Schweiz auch die

(…)

Bericht der Kommission nachlesen.

Na, hätten die sich mal lieber mit der Anglizismenflut befaßt!

Gruß,

Wolfgang Berger

Stengel zum Letzten!
Wolfgang,

wir kommen nie zusammen, ist auch gar nicht nötig.

Was dem einen seine Eule bzw. Vogelscheuche, ist dem andern sein(e) fesches Bauernmadl bzw. Nachtigall.

Denn, was dir plausibel erscheint, halte ich für leeres Stroh et vice versa.

Aber gut, um nur an EINER Sache nochmal, ein letztes Mal, weiter zu machen:

Du unterstellst, ich würde nach

Belegen für vorschriftlichen Wortgebrauch

verlangen.

Das tu ich nicht und habe es nie getan. Das ist nur deine Art, mich in einen Winkel zu stellen, um mich dann dort besser mit Papierkügelchen bewerfen zu können. Ich leide auch sehr darunter. Und im gleichen Atemzug wirfst du mir eben solches Verhalten vor. Ich hoffe, du leidest ebenso.

Also lass uns die Sache mal sine ira et studio betrachten:

Die Stange ist ahd. als stanga belegt.
Und aus eben der Zeit frage ich nach einem Verb.

Und du bietest stehen an und als Parallele gehen.

Ja, willst du denn wirklich für mich argumentieren?

Wie heißen denn die Nomen zu gehen und stehen?

Nach deiner Meinung wohl: der „Geng“ und der „Stend“, darum auch „gengeln, Gengelband, Genglein etc.“ und „Stender, Stendchen, Gestendnis etc“, ja?

Aber ich will dir ebenso beispringen, wie du mir und dir helfen, ein Verb zu finden. Ganz unpolemisch!

stanga hat nach dem großen Duden die Grundbedeutung:

_ Stange , die; -, -n [mhd. stange, ahd. stanga, eigtl. = die Stechende; Spitze]_

Kluge sagt dazu:

_ Stange

Substantiv Femininum Standardwortschatz (9. Jh.), mhd. stange, ahd. stanga, as. stanga Stammwort.
Aus g. *stango f. „Stange“, auch in anord. stong; daneben als i-Stamm ae. steng m.; abgeleitet aus g. *steng-a- Vst. „stechen“ in gt. usstigg (emendiert), anord. stinga, ae. stingan, ahd. stingen.
Außergermanisch vergleichen sich vielleicht mit lautlichen Abweichungen l. Instigare „anspornen“, gr. stízo „ich tätowiere, kennzeichne“ und ohne anlautendes s- ai. tigmá- „scharf, spitzig“.
Ebenso nndl. stang, ne. stang, nschw. stong, nisl. stöng; Stengel. _

Letztgenanntes „Stengel“ wird erklärt mit:

_ Stengel

Substantiv Maskulinum Standardwortschatz (10. Jh.), mhd. stengel, ahd. stengil, stingil, as. stengil Stammwort. Diminutiv zur Sippe von Stange._

Weiter gehört dazu:

_ Stachel , der; -s, -n [mhd. stachel, spätahd. stachil, ahd. stachilla, eigtl. = Stechendes, Spitzes, verw. mit Stich]:
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Als hierzu gehörige Verben bieten sich an:

stacheln , das wir hier wegen seiner Verwandtschaft mit Stachel nicht weiter betrachten müssen;

und

_ stechen [mhd. stechen, ahd. stehhan;_

Und nun wirst du mir vermutlich wieder klar machen wollen, dass das „e“ in „Stängel“ DAher rührt, weil ja bekanntlich das Nomen zu „stechen“ der Stech heißt; das iterative Verb dazu: stecheln; wir sagen ja auch „Da kommt ihr Stecher!“

Damit hast du klepp und kler bewiesen, dass „Stengel“ die einzig richtige, und ästhetisch allein befriedigende Form dieses Nomens ist.

Vielen Dank!

Fritz

Hallo Fritz,

Was dem einen seine Eule bzw. Vogelscheuche, ist dem andern
sein(e) fesches Bauernmadl bzw. Nachtigall.

Es gibt den objektiven Unterschied, daß das Bauernmadl* auf sein Äußeres achtet, und die Vogelscheuche nicht.

Du unterstellst, ich würde nach

Belegen für vorschriftlichen Wortgebrauch

verlangen.

Das war nicht meine Absicht. Ich wollte vielmehr andeuten, daß „Stengel“ sich in vorschriftlicher Zeit entwickelt haben könnte; dann würden Duden at al. lediglich ethymologische Hypothesen aus dem Mittelalter heranziehen.

Das ist nur deine Art,
mich in einen Winkel zu stellen, um mich dann dort besser mit
Papierkügelchen bewerfen zu können. Ich leide auch sehr
darunter. Und im gleichen Atemzug wirfst du mir eben solches
Verhalten vor. Ich hoffe, du leidest ebenso.

Ich habe Deine Argumentation als hohl und polemisch bezeichnet, darunter sollst Du ruhig leiden, weil es nämlich stimmt. Ich argumentiere nicht mit Unterstellungen, weil ich das nicht notwendig habe, leide aber bisweilen unter Unterstellungen der Gegenseite in anderen Brettern des WWW, und da sind es ganz andere Kaliber als Papierkügelchen, mit denen man mich bewirft.

Also lass uns die Sache mal sine ira et studio betrachten:

Die Stange ist ahd. als stanga belegt.

usw.

Ich beuge mich Deiner brillianten Analyse althochdeutscher Ethymologie am Beispiel „Stengel“. Ich kann nicht mit gleicher argumentativer Wucht die Schreibung „Stengel“ als ethymologisch korrekt vertreten.

Nur, als Reformprinzip ist das Ethymologieprimat der Rückschritt per se, öffnet allerley Weiterungen Thür und Thor und macht dem „Delfin“, dem Spagetti" und Konsorten gar raus!

Bei den singulären Neuschreibungen hupft die NDR herum wie der Schoaß auf der Reitte.

Gruß,

Wolfgang Berger

Kreißsaal
auffem Weg inne Ferien, lieber Fritz (nee, inne Mathe) noch ne Frage an die Weiberluder umzu:
oder auch:
„Pi mal ieberdieWummen“.

Wo kommt der Name „Kreißsaal“ her?
(ich will also nicht wisen, ob mit 1, 2 oder 3 s zu schreiben, nacher ADR und dem NDR).

Unnu is Paues!

Aber was ist das, „Paues“?

ciao, mäandering manni

Hallo, Männi!

Hier die Antwort:

Kreiß|saal, der [zu kreißen] (Med.): Entbindungsraum (im Krankenhaus).
krei|ßen [eigtl.= beim Gebären schreien; mhd. krîschen = gellend schreien, kreischen (lautm.)] (veraltend): in Geburtswehen liegen, gebären: die Kreißende (Med.; die Gebärende).
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001

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Fritz