Zurück zum Diesel?

Hallo,

immer wieder kommen große Teile des Bahnverkehrs zum Erliegen wegen Störungen an den Oberleitungen, z. B. weil Bäume oder Äste auf die Leitungen gestürzt sind. Wäre es also sinnvoll, die Oberleitungen ganz abzubauen und wieder Diesel-Loks (natürlich mit leistungsfähigen Partikelfiltern) vor die Züge zu schnallen? Oder wären E-Loks mit Brennstoffzellen eine Alternative?

Freundliche Grüße

myrtillus

Würde kaum was nutzen.
Erstens würden die Bäume etc dann zwar nicht auf die Oberleitung fallen, aber dafür ins Gleis, wo sie dieses ebenfalls blockieren. Macht daher schonmal wenig Unterschied.
Außerdem sind Dieselloks deutlich weniger Leistungsfähig als Elektroloks, so daß die Züge langsamer wären, oder ähnliches. Zudem sind die Betriebskosten für Dieselloks deutlich höher als für Elektrische Lokomotiven, so daß die Kosten für eventuell in die Oberleitung gefallene Bäume immer noch deutlich niedriger sind, als die Kosten alles auf Diesel umzustellen und zu Betreiben.
Mit dem Risiko wird man wohl leben müssen, außer man rodet links und rechts vom Gleis jeweils 30 Meter komplett, das will wohl auch keiner…

Die werden im allgemeinen rechtzeitig gekürzt. Weshalb ich nicht verstehe, wie Du auf

kommst.
Die meisten Störungen haben völlig andere Ursachen. Siehe:


Gruß
anf

ich meine nicht die gewohnten Verspätungen sondern die kompletten Streckensperrungen, wenn nach stärkerem Wetter wieder mal die Oberleitungen defekt sind.

FG myrtillus

Hallo!

Der erste Zug mit Wasserstoff und Brennstoffzellen wurde gerade in Betrieb genommen http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Brennstoffzellenzug-absolviert-Jungfernfahrt,brennstoffzellenzug110.html.
Ist übrigens nicht dafür gedacht, Oberleitungen zu sparen.

Die brauchen zwar keine Oberleitung, vertragen aber auch keine auf die Gleise gestürzten Bäume. Bahngleise taugen nun mal nicht als Alleen. Übrigens handelt es sich bei Dieselloks zumindest im überregionalen Verkehr meistens um dieselelektrische Antriebe https://de.wikipedia.org/wiki/Dieselelektrischer_Antrieb#Schienenverkehr. Dabei treibt der Dieselmotor einen Generator, der den Strom für die elektrischen Antriebsmotoren liefert. Solche Antriebe sind auch bei großen Schiffen und schweren Lkw üblich. Was dabei unter „schwer“ zu verstehen ist, zeigt dieses Foto eines E-Autos:
https://www.carsbase.com/photo/Liebherr-T_282_B_mp591_pic_66964.jpg

Gruß
Wolfgang

das dürfte aber doch ein Unterschied sein, ob man nur einen umgestürzten Baum aus dem Weg räumen oder zusätzlich eine zerstörte Oberleitung flicken oder neu legen muss. Außerdem können Oberleitungen im Winter vereisen.

FG myrtillus

Hallo!

Jedes technische Konzept hat Stärken und Schwächen. Man muss den insgesamt zu treibenden technischen Aufwand, Zuverlässigkeit und Kosten betrachten, eben nicht nur den einzelnen Gesichtspunkt.

Gruß
Wolfgang

1 Like

Man brauchte doch nur die Schneisen verbreitern.

Mein Auto hat alle zwanzig Jahre einen Motorschaden. Soll ich jetzt wieder auf Kutsche umsteigen?

Angesichts der minimalen Problemfälle hat es genau gar keinen Sinn was Du hier vorschlägst.
Gruß
anf

Nein. Oberleitungsstörungen sind doch eher selten, zumal seit einiger Zeit vermehrt Vegetation entfernt wird, wo sie gefährlich werden könnte.

Dieselfahrzeuge sind keine Alternative, weil man damit zum Öl zurückkehrt (die dt. Stromerzeugung findet mit allem Möglichem statt, aber kaum mit Öl). Außerdem ist das Betanken eines Eisenbahnfahrzeuges recht zeitaufwendig, denn man muß erstmal zur Tankstelle rangieren (was je nach Bahnhof und Verkehrslage schon mal ne halbe Stunde oder mehr dauern kann), dann tausende von Litern Treibstoff tanken und wieder zum Abstellplatz bzw. Abfahrgleis rangieren. Brennstoffzellenfahrzeuge sind ebenfalls suboptimal, denn man müßte eine entsprechende Technik entwickeln und unterhalten (bei ähnlichem Aufwand für die Betankung). Am besten ist und bleibt die Oberleitung, weil sie Strom dort zur Verfügung stellt, wo er gebraucht wird, ohne Batterien, Ladesäulen, Diesel- oder Wasserstofftankstellen, etc. pp.

Dabei haben wir noch gar nicht über den erheblich geringeren Wartungsaufwand von elektrischen Fahrzeugen gesprochen.

Gruß T

30 Meter sind in Ermangelung 30 Meter hoher Bäume unnötig, und das ist an allen wichtigen Strecken mit elektrischem Zugbetrieb im Lauf der letzten zwanzig Jahre bereits geschehen.

Fahr mal wieder mit der Bahn!

Schöne Grüße

MM

LOL Mach ich Beruflich täglich… :smile:
Es sind zwar einige Strecken inzwischen ganz gut Freigeschnitten, aber keineswegs alle. Oder hab ich mir die Streckensperrung zwischen Roth und Georgensgmünd (Strecke-Nürnberg Treuchtlichen München, also keine unbedeutende Nebenstrecke) vor einem Monat nur eingebildet? War übrigens ein Oberleitungsschaden aufgrund eines Astes in der Oberleitung…

Das sind die Vorteile eines (entsprechenden) Elektroautos

Jain.
Wenn die Lok gut Strom zieht, erwärmt sich der Fahrdraht und das Eis schmilzt.

Ich erlebe dies hier öfters bei Eisregen, dass hier die Fahrdrähte vereisen. Ist eigentlich kein Problem, es wird aber jeder Gewitter neidisch dabei. :smile:
Ist aber, besonders bei Dunkelheit, ganz hübsch anzusehen, wenn hier der Zug durchs Tal fährt.

MfG Peter(TOO)

So eine Frage kann man aber auch nur in Deutschland stellen. :smile:

Hier in der Schweiz sind praktisch alle Strecken elektrifiziert, auch alle Nebenstrecken. Dieselloks gibt es hier eigentlich nur im Rangier-Betrieb und auf Werksgeländen.
Hier sind Fahrdraht-Störungen eher selten, unsere Bahn mehr Probleme mit Stellwerk-Störungen und Personenschäden. Da würden aber Dieseloks keinen Unterschied machen.

Die DB, wie auch die SBB, haben beim Unterhalt gespart, die DB aber mehr. Ich habe es bei der DB öfters erlebt, dass irgendwelche Aufhängungen des Fahrdrahtes gebrochen (durchgerostet) sind, als wirklich Äste die darauf gefallen sind.

Ein grosses Problem hat die DB im Fernverkehr, seit je her, schon mit dem Fahrplan an sich.
Schon bei den IC im Stundentakt und den garantierten Anschlüssen, konnte der Fahrplan nur unter idealen Bedingungen eingehalten werden. Ist irgendwo eine Baustelle, verschiebt es dann ganzen Fahrplan, weil die Anschlüsse abgewartet werden müssen. Das sieht man immer noch, wenn man heute das ICE Netz beobachtet. Morgens klappte noch einigermassen. Aber die Minuten addieren sich und Nachmittags hat man dann gegen eine Stunde zusammen, und zwar auf dem ganzen Netz.

Der Fahrdraht macht also nicht wirklich den Unterschied.

Zudem ist eine Diesellok wesentlich komplizierter und folglich anfälliger, bzw, aufwändiger im Unterhalt.
Ein E-Motor besteht heute meist aus einem einzigen sich drehenden Teil, dem Rotor (Asynchronmotor).
Ein Diesel hat da viel mehr bewegte Teile.
Und wie schon geschrieben wurde, sind die meisten Dieselloks diesel-elektrisch. Man hat also eine E-Lok und zusätzlich den Diesel welcher eine Generator betreibt. Also viel komplizierter.
Es gibt noch diesel-hydraulische Antriebe. Dabei treibt der Diesel eine Pumpe an und an den Achsen sitzen dann hydraulische Motoren.

Direkt mit dem Diesel angetriebene Züge kenne ich eigentlich nur als Schienenbus. Meist auf eingleisige Neben-Strecken in der Pampa zu finden. Das Fahrgefühl ist dann auch wie in einem Bus, die Dinger haben ein normales LKW-Getriebe.

MfG Peter(TOO)

Das macht nichts. Dann fliegen halt die Funken und man muß ein wenig vorsichtiger fahren, damit die Antriebssteuergeräte nicht aussteigen (was aber auch nicht wirklich ein Problem wäre).

Gruß T

da steht

und

kann von einem Baum abgerissen sein, der fünfzig Meter weiter steht.

Aber gut - ich seh schon ein, es ist halt viel schöner, wenn man ohne die blöde Oberleitung unterwegs sein kann. Schließlich muss es ja nicht jedem so pressieren, und 90 km/h sind ja auch schon ein ziemlich rasantes Tempo. Oder vielleicht nicht?

Schöne Grüße

MM

war bis in die 1980er Jahre ungefähr Jacke wie Hose. Dass das heute so ewig lange dauert, hat hauptsächlich damit zu tun, dass viel weniger Leute und Gerät verfügbar sind, um den Schaden in solchen Fällen sofort und schnell zu beheben. Der Eigentümer der Bahn wollte das aber nicht mehr haben, weil es Geld kostet. Dazu kommt, dass eine Oberleitung, unter der mit 80 km/h gefahren wird, ein bissel weniger fummelig zurechtzubasteln ist als eine, die für 250 km/h ausgelegt ist.

Vereiste Oberleitungen sind technisch überhaupt kein Problem. Überall, wo man sich eine funktionierende Bahn leisten will (war früher in D auch so), fährt bei vereisendem Regen auch während der nächtlichen Betriebsruhe öfter mal eine E-Lok (das waren die letzten Einsätze der E 44) auf der betroffenen Strecke, und es kommt nicht zu der Bildung isolierend dicker Eispanzer an der Leitung.

Schöne Grüße

MM

schönes Wort, kannte ich noch nicht.

keineswegs alle.

da steht

an allen wichtigen Strecken

Aha, die Strecke Nürnberg-München ist also völlig nebesächlich… Fahren ja nur ein Intercity pro Stunde, und dazwischen jede Menge Güterzüge, RE RB und so weiter…

kann von einem Baum abgerissen sein, der fünfzig Meter weiter steht.

Nö, kann er nicht, war ja selbst dagestanden, der war keine 10 Meter vom Gleis weg, wie die geschätzt 10 000 Bäume links und rechts daneben auch…