Zusammentreffen Ritterarmee Samuraiarmee

Hallo!

Dank N24 kommt es mir eine Frage immer wieder in den Sinn:

Gibt es ein Buch oder allgemein eine Untersuchung, die sich damit beschäftigt, was passiert wäre, wenn sich eine hochmittelalterliche Ritterarmee und eine japanische Samuraiarmee begegnet wären, wer wahrscheinlich den Sieg davongetragen hätte?

Es wäre interessant zu wissen, ob die „harte“ westliche Panzerung der Ritter oder die flexible und leichteren Rüstungen effektiver gewesen wäre.

Vielleicht gibt´s ja auch ein Computerspiel, dass man dazu mißbrauchen könnte. :smile:

Hallo !

Stellt sich diese Frage denn überhaupt?
Die Ritter sind doch an ihren eigenen flexiblen, ungerüsteten Untertanen kaputtgegangen. Mist Mistgabeln und Sensen.
Da hätten die Japaner sehr leichtes Spiel gehabt.

mfgConrad

Hallo

Gibt es ein Buch oder allgemein eine Untersuchung, die sich
damit beschäftigt, was passiert wäre, wenn sich eine
hochmittelalterliche Ritterarmee und eine japanische
Samuraiarmee begegnet wären, wer wahrscheinlich den Sieg
davongetragen hätte?

Möglicherweise hätte die Technik entschieden, wenn
die reine Samurai-Armee (die es so nicht gab), einem
Ehrenkodex folgend, einer Armee schwerer Panzerreiter
(die es so auch nicht gab) entgegengestanden hätte.

Beide Ausgänge wären möglich gewesen. Obwohl, eine
‚battle hardened‘ Gruppe Kreuzritter-Panzerreiter
hätte, entsprechende Zahl vorausgesetzt, eine Samurai-
armee und deren Fussvolk vielleicht einfach niedergeritten.

Es gibt so viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen
und ich bin sicher, dass es vergleichbare Treffen gab,
vielleicht mit Eliten arabischer oder mamelukischer
Krieger. Muesste man wieder mal den „Runciman“ wälzen :wink:

Grüße

CMБ

Hallo !

Tach

Stellt sich diese Frage denn überhaupt?
Die Ritter sind doch an ihren eigenen flexiblen, ungerüsteten
Untertanen kaputtgegangen. Mist Mistgabeln und Sensen.
Da hätten die Japaner sehr leichtes Spiel gehabt.

Das möchte ich sehen, wie ein Bauer mit Mistgabel/Sense einen Ritter auf Schlachtroß mit 40 kg Rüstung besiegt. Bisher habe ich immer gelernt, dass die Feuerwaffen das Ende der Ritter bedeuteten. Davor waren schon Langbogen und Armbrust in der Lage die Rüstung zu knacken. Auch schweizer Söldner mit ihren Lanzen und Hellebarden waren harte Gegner. Aber ein Bauernheer? Hast du da Quellen dazu?

mfgConrad

Gruß
Christoph

Hi
Dazu folgendes Essay
(auf Englisch)
http://www.thearma.org/essays/knightvs.htm

Gruß
Mike

http://www.thearma.org/essays/knightvs.htm

Danke, ein sehr interessanter Artikel, wie auch die ganze Webseite.

Möglicherweise hätte die Technik entschieden, wenn
die reine Samurai-Armee (die es so nicht gab), einem
Ehrenkodex folgend, einer Armee schwerer Panzerreiter
(die es so auch nicht gab) entgegengestanden hätte.

Das stimmt natürlich, die Ausrüstung und Taktik ist ja extrem davon abhängig, gegen wen man kämpft bzw. gegen wen man in der Vergangenheit bereits gekämpft hat.
Aber die Strukturieren der Armeen mit recht wenigen „Rittern“ und mehr „Fußvolk“ ist ja einigermaßen ähnlich.

Beide Ausgänge wären möglich gewesen. Obwohl, eine
‚battle hardened‘ Gruppe Kreuzritter-Panzerreiter
hätte, entsprechende Zahl vorausgesetzt, eine Samurai-
armee und deren Fussvolk vielleicht einfach niedergeritten.

Es gibt so viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen
und ich bin sicher, dass es vergleichbare Treffen gab,
vielleicht mit Eliten arabischer oder mamelukischer
Krieger.

Da habe ich auch schon dran gedacht, vielleicht könnte man auch die asiatischen Reitervölker mit in Betracht ziehen.

Muesste man wieder mal den „Runciman“ wälzen :wink:

Welches Buch meinst Du?
„Geschichte der Kreuzzüg“? Kannst Du das Buch empfehlen?

Hm, so ich weiß waren die Rüstungen gar nicht sooo schwer und unhandlich wie man immer vermutet, oder?

Das möchte ich sehen, wie ein Bauer mit Mistgabel/Sense einen
Ritter auf Schlachtroß mit 40 kg Rüstung besiegt.

Phalanx dürften schon eine Bedrohung gewesen sein, oder man nahm des Rittern ihre Bewegungsfreiheit und konzentrierte sich auf die wenigen noch verwundbaren Stellen oder die Schwächen in der Panzerung.
Aber mit einer Mistgabel oder einem Dreschflegel dürfte das IMHO wirklich schwer gewesen sein.

Bisher habe
ich immer gelernt, dass die Feuerwaffen das Ende der Ritter
bedeuteten. Davor waren schon Langbogen und Armbrust in der
Lage die Rüstung zu knacken.

Vor allem Langbögen mit ihren speziellen „panzerbrechenden“ Pfeilen (dünne Spitzen anstatt breite mit Widerhacken) und die Technik des extrem indirekten Beschusses, so dass die Pfeile fast senkrecht auf die Ritter trafen, sollen sehr wirkungsvoll gewesen sein.

Hallo !

Z.B. machten während des Hundertjährigen Krieges in Frankreich die Bauern Jagd auf Ritter. Die Ritter waren unfähig sich gegen die Bauern mit ihren langen Äxten und Sicheln auf ihren Pferden zu wehren.
Während der Kreuzzüge war deutlich zu erkennen, dass Ritter in ihren eisernen Rüstungen den schnellen Truppen der Moslems kaum gewachsen waren.

Die Samurai, als Berufsoldaten und viel beweglicher als die europäischen Panzertruppen, wären diesen ganz bestimmt überlegen gewesen. Zusätzlich hatten sie eine Waffe, die den Rittern überhaupt nicht paßte, nämlich die Fernwaffe Pfeil und Bogen.
Das Ende der Ritter kam ja nicht mit Einführung von Feuerwaffen, sondern mit Einführung der Armbrust. Diese Pfeile durchschlugen mit Leichtigkeit jede Panzerung.

mfgConrad.

Hallo !

tach

Z.B. machten während des Hundertjährigen Krieges in Frankreich
die Bauern Jagd auf Ritter. Die Ritter waren unfähig sich
gegen die Bauern mit ihren langen Äxten und Sicheln auf ihren
Pferden zu wehren.

Wenn ich auf der einen Seite eine Armee von bauern habe und auf der anderen Seite eine Armee von Rittern setzte ich mein Geld auf die Ritter…

Während der Kreuzzüge war deutlich zu erkennen, dass Ritter
in ihren eisernen Rüstungen den schnellen Truppen der Moslems
kaum gewachsen waren.

Kommt auf die Situation drauf an. Es gibt zahlreiche Darstellungen von Kreuzrittern, deren Rüstungen von Pfeilen gespickt waren und trotzdem nicht verwundet wurden. Beides hat Vorteiel und man nicht pauschal sagen das war jetzt besser…

Die Samurai, als Berufsoldaten und viel beweglicher als die
europäischen Panzertruppen, wären diesen ganz bestimmt
überlegen gewesen. Zusätzlich hatten sie eine Waffe, die den
Rittern überhaupt nicht paßte, nämlich die Fernwaffe Pfeil und
Bogen.

Ritter waren auch Berufssoldaten. Also von daher sehe ich keinen Vorteil für die Samurai. Ausserdem schätze ich, dass die Samurai mit ihrem Katana arge Probleme hätten, eine Ritterrüstung zu durchschlagen. Ein Katana ist sehr scharf, um eine leichte Rüstung schnell zu durchdringen. Aber bei Eisen schaut das dann doch anders aus. Nicht zuletzt haben sich deshalb bei den Rittern schwere Waffen wie Streiaxt/kolben und Breitsschwert durchgesetzt.
Eine Waffe richtet sich immer nach dem Ziel. Die Samurai mußten nie massive Metall Rüstungen durchschlagen können daher haben sie auch nichts in dieser Richtung entwickelt…

Das Ende der Ritter kam ja nicht mit Einführung von
Feuerwaffen, sondern mit Einführung der Armbrust. Diese Pfeile
durchschlugen mit Leichtigkeit jede Panzerung.

Eine Armbrust ist schwer, ungenau, hat eine kurze Reichweite und man braucht viel Kraft und Zeit um sie zu laden. Ausserdem erfordert es einige Übung und Technik, um damit effektiv gegen Ritter vorzugehen.

Und zu der Zeit, als die Ritterrüstung entgültig aufgegeben wurden (Mitte 17. Jahrhundert) hatten die Schusswaffen sowohl Bogen als auch Armbrust schon längst abgelöst…

mfgConrad.

Gruß
Christoph

Die Samurai, als Berufsoldaten und viel beweglicher als die
europäischen Panzertruppen, wären diesen ganz bestimmt
überlegen gewesen. Zusätzlich hatten sie eine Waffe, die den
Rittern überhaupt nicht paßte, nämlich die Fernwaffe Pfeil und
Bogen.

Ritter waren auch Berufssoldaten. Also von daher sehe ich
keinen Vorteil für die Samurai. Ausserdem schätze ich, dass
die Samurai mit ihrem Katana arge Probleme hätten, eine
Ritterrüstung zu durchschlagen. Ein Katana ist sehr scharf, um
eine leichte Rüstung schnell zu durchdringen. Aber bei Eisen
schaut das dann doch anders aus. Nicht zuletzt haben sich
deshalb bei den Rittern schwere Waffen wie Streiaxt/kolben und
Breitsschwert durchgesetzt.

Richtig. Dagegen allerdings ist es auch ein arges Problem, mit einer schweren Waffe sowie durch die Rüstung behindert den Samurai überhaupt zu treffen. Übrigens ist der Ritter auch fast völlig auf das Pferd angewiesen und kampfunfähig, falls dieses schwer verwundet ist.

Das Ende der Ritter kam ja nicht mit Einführung von
Feuerwaffen, sondern mit Einführung der Armbrust. Diese Pfeile
durchschlugen mit Leichtigkeit jede Panzerung.

Eine Armbrust ist schwer, ungenau, hat eine kurze Reichweite
und man braucht viel Kraft und Zeit um sie zu laden. Ausserdem
erfordert es einige Übung und Technik, um damit effektiv gegen
Ritter vorzugehen.

Das trifft aber auf die ersten Handfeuerwaffen noch in weit höherem Maß zu. Wieso soll überhaupt die Arm(b)rust keine hohe Reichweite haben und ungenau sein?
Übrigesn ist das ja für die Frage auch egal, weil die Arm(b)rust sowieso in Japan nicht vorhanden war.

Und zu der Zeit, als die Ritterrüstung entgültig aufgegeben
wurden (Mitte 17. Jahrhundert) hatten die Schusswaffen sowohl
Bogen als auch Armbrust schon längst abgelöst…

So ganz aufgegeben wurde sie zumindest in Italien noch im 1. Weltkrieg nicht (falls man dem Film „Bataillon der Verlorenen“ als authentisch ansehen kann).

Grüße
Ostlandreiter

Hallo !

Z.B. machten während des Hundertjährigen Krieges in Frankreich
die Bauern Jagd auf Ritter. Die Ritter waren unfähig sich
gegen die Bauern mit ihren langen Äxten und Sicheln auf ihren
Pferden zu wehren.

Das kann schon sein, aber wahrscheinlich war dies bei 20:1 zahlenmäßiger Überlegenheit der Fall.

Während der Kreuzzüge war deutlich zu erkennen, dass Ritter
in ihren eisernen Rüstungen den schnellen Truppen der Moslems
kaum gewachsen waren.

Ja, im heißen Kleinasien, wo man mit der Rüstung beinah schon an der Hitze einging, und mit Heimvorteil für die Mohammedaner. Hätten sie im Herbst in Schottland oder in der Eifel kämpfen sollen.

Die Samurai, als Berufsoldaten und viel beweglicher als die
europäischen Panzertruppen, wären diesen ganz bestimmt
überlegen gewesen.

Das traf ja auch auf die Araber in den Kreuzzügen zu, also kann man dies vielelicht vergleichen.

Zusätzlich hatten sie eine Waffe, die den
Rittern überhaupt nicht paßte, nämlich die Fernwaffe Pfeil und
Bogen.

Die hatten die Araber auch und auch die Truppen aus Europa.

Das Ende der Ritter kam ja nicht mit Einführung von
Feuerwaffen, sondern mit Einführung der Armbrust. Diese Pfeile
durchschlugen mit Leichtigkeit jede Panzerung.

Da stand aber die Blütezeit der Plattenharnische noch bevor. Das Ende des Rittertums war die zunehmende Bedeutung der von den Fürsten bezahlten Söldnerheere. Ritter wurden einfach nur nicht mehr gebraucht.

Richtig. Dagegen allerdings ist es auch ein arges Problem, mit
einer schweren Waffe sowie durch die Rüstung behindert den
Samurai überhaupt zu treffen. Übrigens ist der Ritter auch
fast völlig auf das Pferd angewiesen und kampfunfähig, falls
dieses schwer verwundet ist.

Nicht ganz richtig. Es gab sehr wohl auch Tuniere in dem Ritter zu Fuß kämpften bzw Ritter waren sehr wohl in der Lage einen zweikampf zu Fuß zu führen. Da hatten sie dann andere Rüstungen. Ein richtig gut ausgerüsteter Ritter hatte eine Rüstung mit mehreren Dutzend Einzelteieln, die man bei Bedarf auswechseln konnte. Je nachdem welchen Zweck die Rüstung erfüllen muss wurde sie dann zusammengestellt. Schon klar, dass ein Ritter, der mti einer Reiterrüstung vom Pferd fliegt ziemliche Probleme hat. Aber es gab auch genug Fußtruppen die eine Rüstung hatten.

Das trifft aber auf die ersten Handfeuerwaffen noch in weit
höherem Maß zu. Wieso soll überhaupt die Arm(b)rust keine hohe
Reichweite haben und ungenau sein?
Übrigesn ist das ja für die Frage auch egal, weil die
Arm(b)rust sowieso in Japan nicht vorhanden war.

Weil die Armbrust in erster Linie eine Maschine ist. Beim Bogen habe ich erstens den Pfeil in meiner Hand dh. ich kann ihn gut fixieren. Zweitens spanne ich die Sehe selbst und kann so besser auf verschiedene Entfernungen zielen und schiessen.

Bei der Armbrust wird die Sehne gespannt und von einem Haken gehalten. Hier habe ich keine Kontrolle. Ausserdem liegt der Bolzen quasi auf der Armbrust auf und wird nicht so git fixiert wie ein Pfeil. Ausserdem ist der Bolzen kürzer und massiver als ein Pfeil was ihm schlechtere Flugeigenschaften gab. Ein guter Langbogenschütze musste innerhalb von 1 Minute ein 200m entferntes Ziel 12 Mal treffen. Mit der Armbrust kannste froh sein, wenn die 2 Mal pro Mintuen schiessen kannst und etwas auf 100m triffst…

So ganz aufgegeben wurde sie zumindest in Italien noch im 1.
Weltkrieg nicht (falls man dem Film „Bataillon der Verlorenen“
als authentisch ansehen kann).

Lies bitte genauer. Ich rede von der ‚Ritterrüstung‘. Teilrüstungen wie den Kürassier gab es noch bis in den ersten Weltkrieg. Auch bei den Deutschen die damit ihre Sturmtruppen ausrüsteten…

Grüße
Ostlandreiter

Gruß
Christoph

Schiessen und Ziele treffen

Weil die Armbrust in erster Linie eine Maschine ist.

Und was ist ein Scharfschützengewehr?
Wo liegt der Nachteil einer Maschine?

Beim
Bogen habe ich erstens den Pfeil in meiner Hand dh. ich kann
ihn gut fixieren. Zweitens spanne ich die Sehe selbst und kann
so besser auf verschiedene Entfernungen zielen und schiessen.

Die Sehne wird immer genausostark gespannt, unabhängig von der Entfernung. Die Reichweite ergibt sich aus dem Elevationswinkel.
100 % identisch zu Armbrust.

Ausserdem die Spannung beim Bogen muß vom Schützen während des ganzen Zielens aufgebracht werden, was der Genauigkeit abträglich ist.

Und der Pfeil ist zwar hinten an der Sehne fixiert, dafür aber vorne und während des Schusses kaum.

Bei der Armbrust wird die Sehne gespannt und von einem
Haken
gehalten. Hier habe ich keine Kontrolle.

Kontrolle von was? Wo ist der Nachteil?
Ich sehe eher den Vorteil - keine Kraftanstrengung während des Zielens und der Schussabgabe.

Ausserdem liegt der
Bolzen quasi auf der Armbrust auf und wird nicht so git
fixiert wie ein Pfeil. Ausserdem ist der Bolzen kürzer
und
massiver als ein Pfeil was ihm schlechtere
Flugeigenschaften
gab.

Geschosse von Feuerwaffen sind noch kürzer und massiver. Prinzipiell schlechtere Flugeingenschaften lassen sich nur aus dem einen Parameter nicht ableiten.

Ein guter Langbogenschütze musste innerhalb von 1
Minute
ein 200m entferntes Ziel 12 Mal treffen.

Nur wenn das Ziel mindesten in Kompaniestärke vorhanden war.

Mit der Armbrust
kannste froh sein, wenn die 2 Mal pro Mintuen

Kommta auf die Bauart an.

schiessen kannst
und etwas auf 100m triffst…

Nicht unbedingt.

MfG

C.

Ritter: 1 - Samurai: 0
Mein Tip für eine militärische Auseinandersetzung Ritter gegen Samurai auf einem freien Schlachtfeld wäre ein Sieg für die Ritter. Der Ritter ist, militärgeschichtlich gesehen, eine Weiterentwicklung des Samurai. Während der Ritter darin geübt war, leichtgepanzerte Fußsoldaten mit Lanze und Pferd zu jagen, war der Samurai eher für den Kampf mit seinesgleichen konzipiert. Der lange Bestand des Samurai in Japan ist eigentlich nur mit der isolierenden Insellage zu erklären. Ihnen fehlte es vor allem an Kavallerie, Hellebarden o.ä. um den Ritter vom Pferd zu trennen und „panzerbrechende“ Waffen (Armbrust, Zweihänder usw.)

Nicht ganz richtig. Es gab sehr wohl auch Tuniere in dem
Ritter zu Fuß kämpften bzw Ritter waren sehr wohl in der Lage
einen zweikampf zu Fuß zu führen. Da hatten sie dann andere
Rüstungen. Ein richtig gut ausgerüsteter Ritter hatte eine
Rüstung mit mehreren Dutzend Einzelteieln, die man bei Bedarf
auswechseln konnte. Je nachdem welchen Zweck die Rüstung
erfüllen muss wurde sie dann zusammengestellt. Schon klar,
dass ein Ritter, der mti einer Reiterrüstung vom Pferd fliegt
ziemliche Probleme hat. Aber es gab auch genug Fußtruppen die
eine Rüstung hatten.

Ja, und meinst du, in der Schlacht Ritter - Samurai hätte der Ritter 3 verschiedene Rüstungen dabei und noch groß Gelegenheit, sie zu wechseln?

Das trifft aber auf die ersten Handfeuerwaffen noch in weit
höherem Maß zu. Wieso soll überhaupt die Arm(b)rust keine hohe
Reichweite haben und ungenau sein?
Übrigesn ist das ja für die Frage auch egal, weil die
Arm(b)rust sowieso in Japan nicht vorhanden war.

Weil die Armbrust in erster Linie eine Maschine ist.

Maschinen haben das Potenial, genauer zu sein als die bloße Hand.

Beim
Bogen habe ich erstens den Pfeil in meiner Hand dh. ich kann
ihn gut fixieren.

Wieso soll der Bolzen nicht auch gut fixiert sein? Die Führungsrinne ist auch nicht schlechter als die Auflage auf einem Bogen.

Zweitens spanne ich die Sehe selbst und kann

so besser auf verschiedene Entfernungen zielen und schiessen.

ja. für das indirekte Schießen ist das vielleicht relevant, aber da kann man auch nie so genau sein.

Bei der Armbrust wird die Sehne gespannt und von einem Haken
gehalten. Hier habe ich keine Kontrolle. Ausserdem liegt der
Bolzen quasi auf der Armbrust auf und wird nicht so git
fixiert wie ein Pfeil.

Er liegt in einer Rinne.

Ausserdem ist der Bolzen kürzer und
massiver als ein Pfeil was ihm schlechtere Flugeigenschaften
gab.

Dafür war er auch langsamer als der Bolzen.

Ein guter Langbogenschütze musste innerhalb von 1 Minute

ein 200m entferntes Ziel 12 Mal treffen. Mit der Armbrust
kannste froh sein, wenn die 2 Mal pro Mintuen schiessen kannst
und etwas auf 100m triffst…

Langsamer ist sie, das stimmt.

So ganz aufgegeben wurde sie zumindest in Italien noch im 1.
Weltkrieg nicht (falls man dem Film „Bataillon der Verlorenen“
als authentisch ansehen kann).

Lies bitte genauer. Ich rede von der ‚Ritterrüstung‘.
Teilrüstungen wie den Kürassier gab es noch bis in den ersten
Weltkrieg. Auch bei den Deutschen die damit ihre Sturmtruppen
ausrüsteten…

Die Ritterrüstung als solche gab es nie, weil sie sich im Laufe der Jahrhunderte stark veränderte und je nach Gebeit sehr verschieden war.

Hast Du den Artikel gelesen?
http://www.thearma.org/essays/knightvs.htm

Wenn nicht:
Grob ist Mr. Clements auch dieser Meinung.
Ich schliesse mich an, vor allem, da die Katanas primär Hiebwaffen sind, also gerade das, was einer Plattenrüstung recht wenig ausmacht.

Aber man kann die Stile praktisch wohl wirklich kaum vergleichen…

Geschosse von Feuerwaffen sind noch kürzer und massiver.
Prinzipiell schlechtere Flugeingenschaften lassen sich nur aus
dem einen Parameter nicht ableiten.

In diesem Fall IMHO schon.
Natürlich fliegen Geschosse von Feuerwaffen schlechter als Pfeile.
Die alten Kugeln aus Vorderladern wurden sehr leicht ablenkt (Hoher Luftwiderstand, viele Wirbel), konnten dies aber (vor allem kurz nach dem Abschuss) durch ihre hohe Geschwindigkeit wieder wett machen.

Moderne, langliche Geschosse sind prinzipiell sehr instabil, sie taumeln und drehen sich leicht. Abhilfe schaffte hier der gezogene Lauf, der den Geschossen ein Drehmoment und damit Stabilität verschafft. Gibt´s aber erst relativ kurz.

Im Fernsehen hab es mal den Versuch, mit einer Armbrust und einer Pistole in einem Winkel von ca. 50 Grad ins Wasser zu schiessen. Die Pistolenkugel wurde sofort gestoppt, der Armbrustpfeil drang aufgrund seiner Masse aber fast ungehindert ein.
(Das, dass ist jetzt ein anderer Punkt, aber immerhin. :smile:)

Der größte Vorteil von Gewehren ist IMHO, dass man damit nicht, oder kaum, ballistisch schiessen musste, sondern direkt auf´s Ziel halten konnte -> sehr viel schnelle Elernbarkeit.

Ja, und meinst du, in der Schlacht Ritter - Samurai hätte der
Ritter 3 verschiedene Rüstungen dabei und noch groß
Gelegenheit, sie zu wechseln?

Du hast geschrieben:
‚Richtig. Dagegen allerdings ist es auch ein arges Problem, mit einer schweren Waffe sowie durch die Rüstung behindert den Samurai überhaupt zu treffen. Übrigens ist der Ritter auch fast völlig auf das Pferd angewiesen und kampfunfähig, falls dieses schwer verwundet ist.‘

Das ist aber falsch weil Ritter sehr wohl im Zweikampf zu Fuß ausgebildet waren. Kämpfen ein berittener Samurai und ein berittener Ritter gegeneinander ist es egal wer runterfliegt denn in beiden Fällen wäre derjenige sehr schnell tot.

Zur restlichen Diskussion:

Bogen und Armbrust kann man schwer vergleichen. Im Mittelalter war ein Bogenschütze ein Spezialist, der ein langes und teures Training hinter sich hatte. Dafür war er in der Lage in schneller Folge und weit zu schießen. Je nach Bogen konnte er auch Rüstungen auf respektable Entfernungen durchschlagen.

Der Armbrustschütze war meist ein Amateur da das schießen mit der Armbrust viel einfacher war. Die Armbrust war auf kurze Entfernungen dem Bogen an Durchschlagskraft überlegen aber mit der Reichweite und Zielgenauigkeit war es nicht weit her.

Das sind in groben Zügen die Vor und Nachteile der beiden Waffen. Alles andere ist reine Spekulation.

Gruß
Christoph

Hi,

die Samurai kämpften auch - im Gegensatz zum Ritter - mit dem Langbogen.
Zwar haben japanische Bögen nicht ganz die Durchschlagkraft der türkischen Reflexbogen oder engl. Langbogen. Aber man kann auf große Entfernung mit hoher Zielsicherheit eine recht hohe Schussfolge erreichen, dh. der Ritter fliegt vom Pferd oder sitzt auf einem toten Pferd, bevor er überhaupt nur in die Nähe des Samurai kommt.

Zum den Nakampf ist der verlinkte Artikel eigentlich genügend.

Deshalb möchte ich nur auf einen taktischen Nachteil der Samurai gegenüber einem Ritterheer hinweisen. Die Ritter ritten i.a. in geschlossener Formation an, die Samurai suchten eher den Einzelkampf mit einem angemessenen Gegner. Die Samurai hatten durch diese Unterschiede arge Probleme und Verluste, als die ebenfalls in taktischen Verbänden kämpfenden Mongolen die zweite Invasion der Inseln versuchten.

a.

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