Zuviel Geld, zu wenig Zeit!

Das hier fand ich beim Blättern im hiesigen Blättle:

_Eltern gleichen Zeitmangel mit Geldgeschenken aus

Kinder sind so reich wie nie zuvor

Viele leben über ihre Verhältnisse / Handy als Schuldenfalle.

Frankfurt/Main (AP/dpa). Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise sind Deutschlands Jugendliche offenbar so reich wie nie zuvor. Ihre Einnahmen stiegen in diesem Jahr drastisch an. Einer Erhebung des Münchner Instituts für Jugendforschung (IJF) zufolge stehen den 13- bis 24-Jährigen dieses Jahr 62,1 Milliarden Euro aus Taschengeld, Jobs und Geldgeschenken zur Verfügung. Das seien fast zehn Milliarden Euro mehr als 2002.

Im Schnitt könnten die Jugendlichen 5 656 Euro im Jahr ausgeben. IJF-Leiterin Karin Fries erklärte den Zuwachs mit den Worten: „Geht’s den Erwachsenen schlecht, profitieren davon die Kids." Beruflich immer stärker belastete Eltern kompensierten mangelnde Zeit für ihre Kinder mit Geldgeschenken.

Die Studie ergab aber auch, dass viele Jugendliche trotz steigender Einnahmen über ihre Verhältnisse leben. Vor allem der sorglose Umgang mit dem Handy lockt immer mehr junge Menschen in die Schuldenfalle. Von 1999 bis 2002 stieg die Zahl der 20- bis 24-Jahrigen, die wegen einer eidesstattlichen Versicherung oder einer Privatinsolvenz bei der Schufa gemeldet waren, um fast ein Drittel auf rund 174000. Für den Schufa- Vorstandsvorsitzenden Rainer Neumann ist dies ein „alarmierender“ Trend.

Neumann führt diesen dramatischen Anstieg In erster Linie auf den „sorglosen Umgang der jungen Handybesitzer mit der Bezahlung ihrer Gebühren“ zurück. Die vielfältige Nutzung des Mobiltelefons mit teuren 0190er-Nummern für attraktive Klingeltöne, Witze, Logos oder SMS und der schnelle Anruf bei Freunden treibt die Kosten rasch in die Höhe. Der Gedanke an die Rechnung bleibt zunächst ausgeblendet.

Dieses Verhaltensmuster wird noch unterstützt, wenn bis zum 18. Lebensjahr Eltern oder Großeltern zunächst für die Jugendlichen das Handy finanzieren.

Auf der anderen Seite ziehen die Telefongesellschaften nun die Zügel schärfer an. Nach dem Boom der vergangenen Jahre gehen sie nach Meinung der Schufa jetzt dazu über, offene Rechnungen mit mehr Nachdruck einzufordern._

Da kann man doch froh sein, keine Kinder zu haben.
Fritz

Hallo Fritz

meine Kids sind leider nicht so reich. :frowning:(

Statistiken sind eh für die Katz, meine ich.
Man sollte auch mal schauen, wie viele Kinder hierzulande Sozialhilfeempfänger sind.

Wie will man messen, was Kinder ausgeben. Am Umsätzen der Spielwarenindurstie doch wohl kaum, denn es gibt genügend Spielzeug, das sich Erwachsene kaufen.

Zum Vermögen der Kids muss man bedenken, dass es jede Menge Eltern gibt, die ihr Geld auf den Konten der Kinder deponieren um an höhere Zinsen zu kommen und den steuerlichen Freibetrag der Kinder auszuschöpfen.

Selbständige stellen z.B. ihre Kinder als Bürohilfe an um das Taschengeld als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen zu können.

Dass Geschenke die Kinder für weniger Zuwendung durch die Eltern bekommen, kann man auch nicht pauschalieren. Vor allem würde mich interessieren, wie man das festgestellt haben will?

Vor allem muss man sich auch mal anschauen, wie teuer heute Spielzeug ist, - da sehen dann so manche Auswertungen etwas anders aus.

Dass junge Erwachsene finanzíelle Probleme haben, liegt an den Banken und den Händlern. Sie vergeben zu leicht Kredite - selbst schuld, wenn die Kunden dann irgendwann pleite sind. Wenn ich sehe, wie schlecht man bei manchen Banken beraten wird, wundert es mich ohnehin nicht. Wie kann ich einem jungen Menschen Aktien verkaufen wollen´- möglichst noch auf Kredit?

… und ganz ehrlich Fritz - mit Kindern glücklich zu sein, das liegt doch an einem selbst - oder?

Viele Grüße
Utemaus

Da kann man doch froh sein, keine Kinder zu haben.

verstehe ich nicht. Ich habe es immer als Herausforderung angesehen, etwas anders als die Masse zu machen, auch bei der Kindererziehung.

Gruß, Karin

der Indikator ist der Markt
hallo Ute,

Statistiken sind eh für die Katz, meine ich.
Man sollte auch mal schauen, wie viele Kinder hierzulande
Sozialhilfeempfänger sind.

von der Statistik habe ich schon vor einigen Jahren gehört, nämlich dass Kindern immer mehr Geld zur Verfügung steht - richtig Bares, das sie auf den Kopp hauen dürfen.
Und dem trägt die Werbebranche ungehemmt Rechnung mit allem, was dazu gehört. Und wenn das Kind etwas nicht kaufen kann, dann geben die Großeltern das Geld dafür aus, die gerne Enkelkinderwünsche erfüllen.
Das ist der Trend unserer Zeit, nachdem sich auch der Markt richtet.
Die Anzahl der Kinder unter den Sozialhilfeempfängern hat zwar leider enorm zugenommen. Aber es scheinen unter unseren Kindern immer noch genügend zu geben, denen kaufbare Wünsche nicht verwehrt werden.
Denke mal an die Zeit, als die Pokemons aktuell waren. Ich kenne einige, die locker 10 Euro für so eine Klitzer-Pokemon-Karte ausgegeben haben. Ein Pikatschu aus Plüsch hat auch über 10 Euro gekostet usw.
Hast du mal im Supermarkt die immer unübersichtliche Anzahl an Zeitschrifen gesehen, auf denen jeweils ein Give-away klebt: Armbänder, Schminke, Minitiere…? Wer kauft das denn?
Ich bin erstaunt, was es an Snacks, Knapperzeug, Getränken usw. zu kaufen gibt - und alles so gesund. Alles für die Kinder.

Aber das gravierende Problem ist die SMS-Schickerei per Handy. Da kenne ich auch in meinem Umfeld ein paar Leute, die sich über dieses Problem beklagten. Selbst 20jährige (Erwachsene), die ihre Handykosten von den Eltern bezahlt haben, scheuen sich nicht 150 Euro Telefongebühr zu vertelefonieren - egal wie knapp die Kasse der Eltern ist.

Ich will hier niemanden verteufeln, weder Eltern, noch Kinder irgendwelches Alters, noch die Werbe- oder sonstwas-produzierende Industrie.
In unserer Zeit hat das Denken „was nichts kostet, ist nichts wert“ Oberwasser, mit allem Wohl und Wehe. Und da muß halt jede Familie ihre Strategien entwickeln mit dem Wehe zurecht zukommen.

viele Grüße
grilla

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Da kann man doch froh sein, keine Kinder zu haben.

Also Fritz,

Deine Beiträge sind ja immer sehr fundiert und zeugen von einem enormen Allgemein- und vielfältigem Spezialwissen.
Aber Dein letzter Satz in diesem Posting zeigt doch, dass Du davon (vom Kinder haben) nicht die geringste Ahnung hast.

Elternschaft verändert einen Menschen grundsätzlich, aber d a s können nur Eltern nachempfinden, man kann es nicht Nichteltern nicht erklären, es ist kognitiv nicht zu erfassen. Denk Dir einfach, es ist wie Raupe, Puppe und Schmetterling: es ist alles dasselbe Tier und doch lebt es jeweils in völlig verschiedenen Welten.

Gruß
Michael

Der letzte Satz

Da kann man doch froh sein, keine Kinder zu haben.

Also Michael, aber auch Karin!

Aber Dein letzter Satz in diesem Posting zeigt doch, dass Du
davon (vom Kinder haben) nicht die geringste Ahnung hast.

Diese Äußerung halte ich - Verzeih! - für etwas anmaßend.

Elternschaft verändert einen Menschen grundsätzlich, aber d a
s können nur Eltern nachempfinden, man kann es nicht
Nichteltern nicht erklären, es ist kognitiv nicht zu erfassen.
Denk Dir einfach, es ist wie Raupe, Puppe und Schmetterling:
es ist alles dasselbe Tier und doch lebt es jeweils in völlig
verschiedenen Welten.

Diese Ansicht, dass man als Vater und Mutter ein neues „Elternschaftshormon“ oder ein neues „Nebenelternhirn“ ausbildet, das einem dann hilft, alles richtig zu machen und Erziehungsfehler verhindert, ist durch die alltägliche Praxis milliardenfach widerlegt.

So reden sonst nur ganz überzeugte Gläubige, denen der HEilige GEist die Wahrheit ins Ohr wispert.

Das gehört zu den modernen Mythen, wie der Mutterinstikt auch.

Gruß Fritz

Zuviel Geld, zuwenig Verantwortungsbewußtsein
Hallo,

meine Kids sind leider nicht so reich. :frowning:(

das kann ich nicht beurteilen, dennoch ist es so, daß die 14-20 jährigen die beliebteste Zielgruppe für die Werbung sind. Diese Altersgruppe hat Geld zur Verfügung, für das sie nicht arbeiten und für das sie keine Rechenschaft ablegen muß. Das Geld kommt im Monats- oder Wochenrhythmus ins Portemonnaie oder gar aufs Konto. Dieser Automatismus und die fehlende Verantwortung für sowohl das Erwirtschaften als auch für das Ausgeben des Geldes, macht Kinder und Jugendliche zu dankbaren „Opfern“ des Konsumterrors.

Von dem Riesenkuchen Taschengeld (nebst Sonderzuwendungen wie Geburtstags- oder Weihnachtsgeld), der in 2002 über 5 Mrd. Euro ausmachte, will sich jeder etwas abschneiden und wer das nicht versucht ist bescheuert. Alleine 1 Mrd. Euro des genannten Betrages ging 2002 in Richtung Süßwaren etc. Die Werbung für Mars, Snickers, Chubba Chups usw. ist nicht für uns alte Säcke gedacht, sondern für diejenigen, die das Zeug auch futtern bzw. zusätzlich den Nahrungsmittelbeschaffern eindeutig mitteilen, was sie abends beim Zocken zu futtern wünschen. (Exkurs: Kinder haben bei wesentlich mehr Dingen Mitspracherecht bzw. Einfluß, als man meinen sollte. Der Einfluß der Kinder bei der Anschaffung des nächsten Vierrads liegt inzwischen im zweistelligen Prozentbereich.) Weitere große Brocken sind - je nach Altersgruppe - Computer-/Konsolenspiele, Kino, Party, Klamotten usw.

Früher diente Tashcengeld dazu, den Kindern den Umgang mit Geld beizubringen. Als ich um 7 Jahre alt war, bekam ich je Woche 70 Pfennig Taschengeld. Daß ich das nicht in die neueste Kommunikationselektronik investierte, dürfte klar sein. Vielmehr lernt man mit solchen Beträgen recht schnell, daß es Freitag keine weißen Mäuse mehr am Kiosk gibt, wenn man am Sonntag ein Eis kauft.

Heute ist der Sinn von Taschengeld vielleicht der gleiche, zumindest mögen das die Eltern so glauben. Tatsächlich ist das Geld aber inzwischen fest einkalkuliertes Einkommen für die Kinder. Genauer gesagt: Die Beträge haben inzwischen schon im zarten Jugendalter Dimensionen angenommen, die ein langsames Heranwachsen an den richtigen Umgang mit Geld gar nicht mehr notwendig bzw. möglich machen.

Die Banken werfen mit Kundenkarten mit Dispomöglichkeit um sich, auch wenn sie riskieren das Geld nie wieder zu sehen. Hauptsache, die Kundenbindung ist erfolgt. Das sieht in anderen Ländern übrigens anders aus. Dummerweise ist unser Bankenmarkt immer noch so zersplittert, daß man meint, daß jede gefangene Seele zählt, um welchen Preis auch immer man sie erwischt hat.

Prepaid-Karten sind ne feine Idee, manche Eltern haben den Sinn davon aber noch nicht ganz begriffen. Wenn die Rechnung am 15. des nächsten Monats kommt, ist der Lerneffekt dahin. Der Rechnungsbetrag wird per Lastschrift vom Konto eingezogen und das einzige spürbare Resultat ist, daß auf irgendeinem Kontoauszug möglicherweise über einen Monat nach dem Download des neuesten Klingeltons eine dicke fette rote Zahl auftaucht.

Der Bezug zwischen Kontoumsatz und Tat wird solange nicht hergstellt, bis die Eltern den Vertrag kündigen. Wird dies angedroht, setzen Kinder die Waffe ein, die auch Frauen zur Genüge kennen und nutzen: Liebesentzug.

Kaum ein Elternherz, das da nicht schwach wird. Im Kollegenkreis höre ich die Geschichten immer wieder. Kreditmenschen mit 25 Jahren Berufserfahrung, die auch im Notfall mal einen Kredit fällig stellen oder bei Kontoüberziehungen ihrer Kunden einschreiten, zerfließen dem Wachse gleich, wenn Klein-Doofi zur Megazicke wird und den Familienfrieden einsetzt, um die blöde Klingelkiste wieder zum Laufen zu bekommen.

Das ganze Dilemma liegt u.a. daran, daß die Eltern das Kommunikationsbedürfnis ihrer Kleinen unterschätzen. Ein Elter meinte neulich, einen Riesencoup gelandet zu haben, als er einen Vertrag abschloß, bei dem monatlich 50 SMS inklusive sind. Was für ein Reißer. Dumm nur, daß die 50 SMS nach knapp 40 Stunden verballert waren und danach pro Stück dann 3x Eurocent kosteten.

Statistiken sind eh für die Katz, meine ich.
Man sollte auch mal schauen, wie viele Kinder hierzulande
Sozialhilfeempfänger sind.

Das ist das gute an unserem System: Sozialhilfeempfangende Kinder bekommen im Zweifel keinen Mobilfunkvertrag. Allerdings werden Eltern von mobilfunkenden Kindern schnell mal Sozialhilfeempfänger, wenn sie ihren Blagen das Quatschen nicht abgewöhnen können.

Der Ansatz von Fritz´ Artikel ist absolut der richtige: Mit Geld wird für die mangelnde Zuwendung im Alltag der Ablaß bezahlt. Dumm nur, daß die Kinder den Hintergedanken nicht begreifen, sondern die Kohle einfach und sinnfrei ausgeben.

Und da dreht sich die Spirale immer schneller: Je mehr Zeit sich die Eltern mit dem Geld erkaufen, desto mehr Zeit haben die Kinder, das von den Eltern mühsam erackerte Geld auf den Kopf zu hauen.

Gruß
Christian

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Da kann man doch froh sein, keine Kinder zu haben.

Also Michael, aber auch Karin!

Aber Dein letzter Satz in diesem Posting zeigt doch, dass Du
davon (vom Kinder haben) nicht die geringste Ahnung hast.

Diese Äußerung halte ich - Verzeih! - für etwas anmaßend.

Hallo Fritz,

ich habe nicht behauptet, Du hättest von Kindern keine Ahnung, sind „vom Kinder haben“ = Elternschaft. Und nachdem Du keine Kinder hast, trifft das wohl zu. Es gibt kein „Elternhormon“ oder etwas vergleichbares, es verändert sich schlichtweg der Blickwinkel auf das tägliche Leben. Man übernimmt Verantwortung und wächst damit (hoffentlich!). Es ist wie im Beruf: Wenn Du mehr Verantwortung übernimmst, auch über andere Leute und Abteilungen, dann verändert sich auch der Blickwinkel, mit dem Du deine Arbeit und deren Folgen auf Deine Umgebung betrachtest. Und so wie es im Beruf zuhauf Leute gibt, die mit der gewachsenen Verantwortung nicht fertig werden, so gibt es das leider auch unter den Eltern.

Aber, wie bereits erwähnt, das „Wesen“ von Elternschaft lässt sich kognitiv schwer begreifen. Das ist eine emotionale Geschichte.

Gruß
Michael

Das habe ich befürchtet,
dass dieses Beispiel kommt!

Es ist wie im Beruf: Wenn Du mehr Verantwortung übernimmst, auch über andere Leute und Abteilungen, dann verändert sich auch der
Blickwinkel, mit dem Du deine Arbeit und deren Folgen auf
Deine Umgebung betrachtest.

Mir hat ein höherer BMW-Manager mal einreden wollen, dass der Abteilungsleiter eine „kleine Verantwortung“ entwickelt, der Aussichtsratsvorsitzende aber ein „Großes Verantwortungsgefühl“!

Das ist auch so ein Unsinn, der durch die Praxis tausendfach widerlegt ist. Schau dir doch an, wieviel Mist die „Großen Verantwortlichen“ verbraten.
Angefangen bei Reuter bis zu Sommer und was der Namen mehr sind.

Ich sags nochmal: Mythen! Vorurteile! Einbildungen!

Die meisten Eltern basteln sich aus dem, was sie selbst erlebt haben und dem, was sie gehört oder gelesen haben einige unausgegorene Grundsätze zusammen, und nennen das dann ihre Prinzipien.
Es mag Ausnahmen geben, aber die wird man in Promille angeben können.

Aber ich mag hier nicht weiter streiten. Ich habe mich von Kindern frei gehalten! Jedenfalls von eigenen; als Lehrer habe ich genug mit anderer Leute Kinder zu tun. Das reicht mir! Es gibt dabei auch sehr angenehme Erlebnisse.

Beste Grüße Fritz

Hallo, Christian,

das sind klare Worte, denen ich - als erwiesener Außenstehender:wink: - rundweg zustimmen kann.

Als ich um 7 Jahre alt war, bekam ich je
Woche 70 Pfennig Taschengeld.

Du glücklicher Großverdiener! Ich war vierzehn, als ich erstmals Taschengeld bekam, und zwar 50 Pfennige auf vierzehn Tage!

Das waren Zeiten!

Gruß Fritz

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der Abgesang auf die Zukunft
Hallo Michael,

ich habe nicht behauptet, Du hättest von Kindern keine Ahnung,
sind „vom Kinder haben“ = Elternschaft. Und nachdem Du keine
Kinder hast, trifft das wohl zu. Es gibt kein „Elternhormon“
oder etwas vergleichbares, es verändert sich schlichtweg der
Blickwinkel auf das tägliche Leben. Man übernimmt
Verantwortung und wächst damit (hoffentlich!).

das „hoffentlich“ schein mir der entscheidende Ansatz zu sein. Daß sich ein Elter hinstellt und öffentlich bekundet, bei der ganzen Geschichte auf voller Linie versagt zu haben, ist eher unwahrscheinlich. Ebenso halten sich praktisch alle Männer für spitzenmäßige Liebhaber und sowieso alle Menschen für die perfekten Autofahrer.

Die Tatsache aber, daß es unbefriedigte Frauen, mehrere Tausend Verkehrstote, klauende oder verschuldete Kinder gibt, deutet auf eine andere Sachlage hin.

Natürlich wird niemand als Elter geboren und das ganze ist ein Lernprozeß. Genausowenig aber, wie eine Beziehung fnktioniert, wenn beide kompromißlos „ihr Ding“ machen, funktioniert die Kindererziehung „irgendwie so halt“.

Kinder, die den Umgang mit Geld, Menschen oder fremdem Eigentum beherrschen, sind anders als vielleicht vor 30 Jahren inzwischen eher die Ausnahme, zumindest in dem Teil des Landes, den ich kenne.

Gedankenlosigkeit ist ein wesentliches Element der heutigen Kultur in Deutschland. Das endet ganz sicher nicht bei der Kindererziehung. Natürlich gilt das nicht für jede Familie und im Zweifel auch nicht für Dich. Leider ist es trotzdem so, daß ihrerseits schon schlecht erzogene Menschen heute selber Kinder bekommen und all die Fehler, die bei Ihnen gemacht worden sind, erfolgreich ausbauen.

Die Zeiten, in denen Omma und Oppa im gleichen Haus wohnten, auf mitunter nervige Art und Weise ihre Lebenserfahrung unters kindererziehende Volk brachten, sind weitgehend vorbei. Wo wir gerade dabei sind: Allein schon der Umgang mit alten Menschen wird den Kindern vorgelebt. Im wesentlichen sind alte Menschen lästig, fungieren bestenfalls als Geldausgabeautomat zu Feiertagen oder bei Engpässen vor dem Wochenende und werden dann schließlich irgendwo zwecks Pflege abgelegt. Was den Kindern so vorgelebt wird, werden sie später sicher nicht anders machen und auch ihren Kindern so vermitteln. Letztlich zu ihrem eigenen Schaden.

Mit dem Geld ist es nicht anders. Früher gab es die sprichwörtliche Lohntüte, in der man sein in der Woche sauer verdientes Geld bar nachhause trug. Dem Fortschritt und den Gewerkschaften sei dank, kommt das Geld heutzutage aufs Konto, unabhängig davon, ob man gut oder überhaupt gearbeitet hat. Geld ist inzwischen nicht nur in seiner Funktion abstrakt, sondern auch in seinem Auftreten. Zwischen Leistung und Belohnung gibt es heutzutage praktisch keinen Zusammenhang mehr.

Ob das den Kindern aktiv vorgelebt wird oder sie es nur passiv mitbekommen, spielt letztlich für die Wirkung keine Rolle. Die Kinder bekommen ihr Taschengeld in nicht unerheblicher Höhe größtenteils wohl noch in bar, in steigendem Maße aber per Dauerauftrag aufs Konto überwiesen.

Das Taschengeld wird zu einer selbstverständlichen, inzwischen sogar einklagbaren Zuwendung der Eltern, mit dem sich das liebe Kindchen die tollsten Sachen kaufen kann. Den Eltern ist darüber weitgehend die Kontrolle entzogen. Was verstehen die Eltern schon von Computerspielen. Solange es aus dem Kinderzimmer nicht tönt wie aus dem Schlachthof, wird schon alles im Lot sein. Solange die Pornos nicht offen auf dem Tisch liegen, ebenfalls. Ob sich der 16jährige Filius im Pornokino rumtreibt, das Taschengeld in der Disse versäuft oder sich säckeweise Klingeltöne herunterlädt, um seine Freunde zu beeidrucken, weiß doch letztlich kaum ein Elter und interessieren tut es im Zweifelsfall wohl auch nur die wenigsten.

Um es übertrieben zu sagen: Die Eltern sind around the clock damit beschäftigt, genug Asche ranzuschaffen, um dem Kind den Urlaub, die bis zur Kniekehle runterhängenden Hosen und nicht zuletzt das Taschengeld raunzuschaffen.

Eine Erziehung im eigentlichen Sinne, bei der Werte vermittelt werden und „Gebrauchsanweisungen“ für das spätere Leben, ist ein Auslaufmodell. Interessanterweise erzielen diejenigen, die eigentlich die schlechtesten Karten haben, oft die besten Ergebisse, nämlich die alleinerziehenden Eltern. es scheint irgendetwas damit zu tun zu haben, daß sie a) wissen, daß sie die ganze Eziehungs"arbeit" alleine machen müssen und b) für alles im Leben hart arbeiten und da die Kindererziehung nicht als einzigen Selbstläufer sehen.

Aber, wie bereits erwähnt, das „Wesen“ von Elternschaft lässt
sich kognitiv schwer begreifen. Das ist eine emotionale
Geschichte.

Absolut und unbestritten. Aber ich mag nicht glauben, daß die Medien und die Gesellschaft daran schuld sein sollen, daß sich die Jugend so aufführt wie sie es tut. Das können nur die Eltern sein und im Zweifel deshalb, weil sie weder den Medienkonsum steuern,noch die Gesellschaft des Nachwuchses.

Gruß
Christian

Das ganze Dilemma liegt u.a. daran, daß die Eltern das
Kommunikationsbedürfnis ihrer Kleinen unterschätzen.

Sagte doch mein Sohn zu seiner Schwester, als er die entsprechende Meldung hörte:

Schade, daß Mama sich lieber mit uns unterhalten will.

Gruß Maid :wink:

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Hallo Fritz,

Da kann man doch froh sein, keine Kinder zu haben.

Was mich an diesem Satz verwirrt, ist deine Annahme, dass Verhaltensauswüchse von Kindern Schicksal ist.
Der Meinung bin ich nicht. Es gibt zwar die großen und kleinen Pannen, die alle Eltern kennen, die nicht mit Absicht passieren, aber wenn Kinder gedankenlos Geld ausgeben und mit der Haltung von Kindergartenkindern konsumieren, dann hat das eine lange Vorgeschichte.
Ich kenne eine Familie, die haben ein Marmeladenglas in der Küche, das der Papi immer schön mit Geld füllt. Ist keines mehr drin, dann kommt wieder eins rein. Das Geld steht allen zur Verfügung.
Das meine ich damit: Es geht bei dem Thema nicht um das bewußte Erziehen, sondern um Einstellungen, die von den Großen vorgemacht werden. Es ist immer Geld da, und damit kann sich jeder Wünsche erfüllen, die er hat. Handy ist eine feine Sache, worüber ich sehr froh bin. Ich wäre nicht damit einverstanden, wenn meine Kindern hohe Telefonkosten erzeugen. Bei anderen Eltern ist das kein wichtiges Thema, es wird beklagt, aber nicht verhindert. Da stecken keine höheren Absichten dahinter, um den Umgang von zu hohen Kosten zu verhindern, von der Wertschätzung der Leistungsbereitschaft der Erwachsenen, die Voraussetzung für das Geld ist, ganz abgesehen.
Es macht nach meiner Ansicht nach keinen Sinn über bestimmte Ziele von Kindererziehung zu diskutieren, wenn sie nicht mit gesellschaftlichen Werten vereinbar sind.
Was wir auch immer bei Kindern und Eltern zu beklagen gibt, trifft genauer betrachtet auch auf den Rest unserer Gesellschaft zu.

Ich möchte auch noch an dieser Stelle zwischen Eltern und Kinderlose vermitteln. Die meisten Kinderlose haben sehr wohl ein gutes Einschätzungsvermögen, was Kindererziehung anbetrifft. Aber eben eine andere, eine globalere. Diese Distanz hat den Vorteil, dass ihr Urteil nicht von Betriebsblindheit zeugt, aber auch den Nachteil, dass sie oft auch zu scharf verurteilen, und nicht immer gerecht sind, weil sie das Drumherum nicht kennen können. z.B. unsere Volksschullehrerin ist eine sehr gute Pädagogin. Hätte sie Kinder, dürften sie nicht mit Barbie-Puppen spielen. Wir haben trotzdem welche, weil wir diese Außenseiterposition in einer Kindergemeinschaft unseren Mädels nicht zumuten wollten. Es ginge auch ohne, da bin ich mir sicher. So kann man sich ausgiebig über den Sinn und Unsinn der Puppe austauschen. Wir Eltern stecken im Gegensatz zu den guten Pädagogen in bestimmte Mechanismen, denen man sich trotz besseren Wissens nicht entziehen kann oder mag. Sollen die Eltern ruhig für die Handykosten zahlen, was ihre Sache ist. Als Außenstehender (egal mit ohne ohne Kinder) kann man raten oder empfehlen. Der Rest sei den Betroffenen überlassen. Und damit sollte es gut sein.

viele Grüße
grilla

Lieber Fritz,
wenn Du recht hättest, würde ich Dir zustimmen…

Aber mal im ERnst: Die Gleichung Kinder haben = Kinder mit Händi haben = Kinder mit Schulden haben stimmt so schlicht natürlich nicht. Wenn ich davon ausgehen muß, daß mein Kind mit Geld so wenig umgehen kann, daß es über das Händi Schulden macht - tja, dann bekommt es kein Händi. Wenn ich andere gute Gründe habe, aus denen ich glaube, daß es für mein Kind besser ist, keins zu haben - tja, dann bekommt es auch keins. Dann gibt es auch noch eine ganz merkwürdige Sorte Nachwuchs - die will überhaupt kein Händi.

Also Fritz, ganz so schlimm ists wirklich nicht. Und Eltern haben in der Tat gewisse Interventionsmöglichkeiten. Bei uns läuft das unter Erziehung. Konkret: Der Große (16) hat keins und will keins (nein, das läuft jetzt unter „Glück gehabt“). Die Kleine (14) jammert seit zwei Jahren und darf sich jetzt eins kaufen. Heißt: selber was zum Geburtstagsgeld dazutun und laufende Kosten ganz alleine tragen.

Wo ist das Problem?

Gruß
Aia

Liebe Aia,

wenn Du recht hättest, würde ich Dir zustimmen…

Aber ich habe doch niemals den Anspruch erhoben, Recht zu haben oder es auch nur zu wollen.

Ich habe einmal mehr einen Lesefund unter die Leute gebracht und dann für mich das Fazit gezogen: Ich bin froh, keine Kinder zu haben.

Ich sehe darin übrigens eine Möglichkeit, die Weitergabe der Erbsünde zu unterbinden.

Also was?

Fritz

Hallo Aia!

Ich stimme Dir weitgehend zu.Auch ich habe Kids mit Handy.Aber die gab es nur zu meinen Bedingungen,D.h.:sie mußten dafür ihr eigenes Geld nehmen und es gab nur ein Prepaidhandy,das mit Karte funktioniert.Ist die Karte leer müssen sie eben ihr Taschengeld anlegen.Es würde mir nicht einfallen für sie Handyverträge abzuschließen.Das können sie selbst machen,wenn sie volljährig sind und selber Geld verdienen.Im übrigen denke ich,daß kids den Umgang mit Geld am besten durch learning by doing beigebracht bekömmen.Wenns Geld weg ist geht eben dies und jenes nicht mehr.Bei meinen hat das so geklappt.Ich habe ja keine Gelddruckmaschine im Keller stehen und muß auch mit dem auskommen,was reinkommt.
Allerdings habe ich öfter den Eindruck,daß es einigen Eltern an Konsequenz fehlt.Und da sehe ich ein großes Problem.Ich bin nicht für Erziehung mit der Peitsche-aber für klare Linien und Grenzen.Damit sbin ich ganz gut gefahren,auch wenns nervig ist wenn die Sprößlinge immer mal wieder testen,ob die Regeln noch gelten.
In diesem Sinne liebe Grüße
Andrea

wenn Du recht hättest, würde ich Dir zustimmen…

Aber mal im ERnst: Die Gleichung Kinder haben = Kinder mit
Händi haben = Kinder mit Schulden haben stimmt so schlicht
natürlich nicht. Wenn ich davon ausgehen muß, daß mein Kind
mit Geld so wenig umgehen kann, daß es über das Händi Schulden
macht - tja, dann bekommt es kein Händi. Wenn ich andere gute
Gründe habe, aus denen ich glaube, daß es für mein Kind besser
ist, keins zu haben - tja, dann bekommt es auch keins. Dann
gibt es auch noch eine ganz merkwürdige Sorte Nachwuchs - die
will überhaupt kein Händi.

Also Fritz, ganz so schlimm ists wirklich nicht. Und Eltern
haben in der Tat gewisse Interventionsmöglichkeiten. Bei uns
läuft das unter Erziehung. Konkret: Der Große (16) hat keins
und will keins (nein, das läuft jetzt unter „Glück gehabt“).
Die Kleine (14) jammert seit zwei Jahren und darf sich jetzt
eins kaufen. Heißt: selber was zum Geburtstagsgeld dazutun und
laufende Kosten ganz alleine tragen.

Wo ist das Problem?

Gruß
Aia

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Aber lieber Fritz,

solltest Du der Einzige sein, der hier Beiträge schreibt ohne den Anspruch, etwas aus seiner Sicht für richtig Gehaltenes an die Leserschaft zu bringen? Das würde mich jetzt wundern. Bei der großen Mehrheit der hier Schreibenden und auch bei Dir habe und hatte ich stets den Eindruck, daß es darum geht (und dies ja durchaus im Sinne des Forumstitels), Wissensvorsprünge mit anderen zu teilen - sprich: Sachverhalte darzustellen, von denen sie glauben, sie anderen mitteilen zu müssen, weil sie sie für richtig halten. Indem wir solche Sachverhalte darstellen, nehmen wir zunächst einmal doch wohl damit in Anspruch, recht zu haben, oder (was sich dann im Diskussionsverlauf gelegentlich als Fehleinschätzung erweist, aber das steht auf einem anderen Blatt) siehst Du das anders? Insofern verstehe ich Dein Argument, Du habest ja nie behauptet, recht zu haben, nicht. Oder habe ich da irgendwo etwas Kleingedrucktes der Marke „also Leute, ich hab hier was geschrieben, aber vermutlich stimmts gar nicht, damit müßt Ihr beim guten Fritz immer rechnen“ übersehen?

Manchmal stellen wir auch bewußt Sachverhalte dar, die wir für unrichtig halten, machen aber dann mit einem entsprechenden Kommentar deutlich, daß wir uns davon distanzieren und eine Diskussion wünschen. Distanziert hast Du Dich nicht - im Gegenteil. Denn Deinen Kommentar über das Nichthaben von Kindern konnte man nur ernst nehmen, und Du bestätigtst ja, daß er so gemeint war. Wenn Du jetzt ein Dutzend Blagen hättest, hätte man das in Frage stellen können. So aber war er eindeutig.

Ich vermute aber etwas ganz anderes. Ich vermute, mit „recht haben“ meinst Du „verallgemeinern“. Aber auch hier liegt ein gedanklicher FEhler. Genau das hast Du nämlich auch getan. Du hast nicht von Dir geschrieben, sondern davon, worüber „man“ froh sein kann. Das ist schon etwas anderes. Insofern spiegelt Deine Äußerung eben nicht nur Deine persönlich Entscheidung wider, sondern eine sehr allgemeine Feststellung. Also durchaus etwas, in dem man recht oder unrecht haben kann. Und da sagte ich, und dabei bleibe ich: Lieber Fritz, Du hast unrecht (was Deine persönliche Entscheidung und Lebenssituation angeht, würde ich mir niemals anmaßen, diese zu kommentieren und Dir auch niemals mit Recht und Unrecht kommen…).

Was die Erbsünde angeht, so können wir das gern bei Gelegenheit woanders weiterdiskutieren. Dafür ist hier wohl nicht der richtige Ort. Ich freue mich jedenfalls, daß Du an das Gute im Menschen glaubst. Oder habe ich jetzt an der verkehrten Stelle Ironie und Sarkasmus herausgelesen?

Gruß
Aia

Hallo Fritz,

Also Michael, aber auch Karin!

da Du mir hier implizit antwortest, muss ich doch protestieren:

Aber Dein letzter Satz in diesem Posting zeigt doch, dass Du
davon (vom Kinder haben) nicht die geringste Ahnung hast.

Diese Äußerung halte ich - Verzeih! - für etwas anmaßend.

Eine solche Äußerung habe ich unten nie getan.

Elternschaft verändert einen Menschen grundsätzlich, aber d a
s können nur Eltern nachempfinden, man kann es nicht
Nichteltern nicht erklären, es ist kognitiv nicht zu erfassen.
Denk Dir einfach, es ist wie Raupe, Puppe und Schmetterling:
es ist alles dasselbe Tier und doch lebt es jeweils in völlig
verschiedenen Welten.

Diese Ansicht, dass man als Vater und Mutter ein neues
„Elternschaftshormon“ oder ein neues „Nebenelternhirn“
ausbildet, das einem dann hilft, alles richtig zu machen und
Erziehungsfehler verhindert, ist durch die alltägliche Praxis
milliardenfach widerlegt.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Andererseits bin ich der - ganz persönlichen - Meinung, dass Du, so wie Du hier im w-w-w auftrittst, durchaus ein verantwortungsbewusster Mensch bist, dem ich auch die Verantwortung für Kinder zutrauen würde.

Mein Positng unten bezog sich daher eher darauf, dass auch Eltern nicht im „Mainstream“ mitschwimmen müssen, sondern eigene Wertvorstellungen an Kinder weitergeben können. Dieses „können“ ist nicht im Sinne von „naturgegeben, sobald sie Eltern werden, können“ sondern im Sinne: „Wenn Menschen schon vor der Zeugung/Empfängnis Wertvorstellungen hatten, dann ist die Chance groß, dass sie diese auch an ihre Kinder weiterreichen können. Ein gewisses Engagement bei der Kindererziehung ist dabei natürlich vorauszusetzen.“

Dass Zusammenliegen und Bumsen zwar notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung zur Elternschaft ist, habe ich hier schon vielfach (auch in F+F) gepostet.

Gruß, Karin

Aber liebe Aia,

solltest Du der Einzige sein, der hier Beiträge schreibt ohne
den Anspruch, etwas aus seiner Sicht für richtig Gehaltenes an
die Leserschaft zu bringen?

Das könnte tatsächlich der Fall sein!

Das würde mich jetzt wundern.

Mich nicht!

Wenn ich Fragen beantworte, tue ich das mit der Überzeugung, dass ich es weiß und oft besser weiß. Ich entsinne mich an nicht viele Fälle, wo ich im Nachhinein sagen musste: Sorry, mein Fehler!

Wenn ich aber solche Fundstellen bekannt gebe, so tue ich das sicher ohne den Anspruch, dass ich eine „Wahrheit“ gefunden hätte.
Ich unterscheide auch dadurch, wo ich die Trouvaillen poste. Die Gehgeschwindigkeit in verschiedenen Städten gehört ins Plauderbrett, die Friedwaldgeschichte in 50* und Religion und Ethik, die verschwenderischen Kids in Eltern-Kinder.

Ich habe meine Meinung dazu und die verberge ich nicht, aber den zitirten Text zitiere ich nur.

Bei der großen Mehrheit der hier Schreibenden und auch bei Dir
habe und hatte ich stets den Eindruck, daß es darum geht (und
dies ja durchaus im Sinne des Forumstitels), Wissensvorsprünge
mit anderen zu teilen - sprich: Sachverhalte darzustellen, von
denen sie glauben, sie anderen mitteilen zu müssen, weil sie
sie für richtig halten.

Das bestreite ich entschieden für mich.

Indem wir solche Sachverhalte
darstellen, nehmen wir zunächst einmal doch wohl damit in
Anspruch, recht zu haben, oder (was sich dann im
Diskussionsverlauf gelegentlich als Fehleinschätzung erweist,
aber das steht auf einem anderen Blatt) siehst Du das anders?

Freilich sehe ich das anders!

Insofern verstehe ich Dein Argument, Du habest ja nie
behauptet, recht zu haben, nicht.

Das bedaure ich, angesicht der Briefe, die wir schon gewechselt haben.

Oder habe ich da irgendwo
etwas Kleingedrucktes der Marke „also Leute, ich hab hier was
geschrieben, aber vermutlich stimmts gar nicht, damit müßt Ihr
beim guten Fritz immer rechnen“ übersehen?

Nochmals: Für das, was ich schreibe - als Antwort auf Fragen - erhebe ich den Anspruch, dass es korrekt ist. Sonst würde ich ja nicht antworten. Wenn in der Antwort Zitate vorkommen, so sollen sie meine Antwort stützen.

Aber ein Lesefund ist ein Fund, den ich nur bekannt gebe, um anderer Leute Meinug zu erfahren.

Der Rest deiner Argumentation macht mich bloß unwillig. Du biegst mich da in eine Ecke, in der ich nicht stehe. Darum lass ich das unbesprochen.

Das „man“ wird sehr oft als ein bescheideneres „ich“ oder ein weniger vorwurfsvolles „du“ verwendet. Man kennt da viele Beispiele. Man sollte darüber nachdenken.

Fritz

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Hallo, Karin!

da Du mir hier implizit antwortest, muss ich doch
protestieren:

Das wäre nicht nötig gewesen, da sich meine Antwort hauptsächlich am Michael richtete und ich weiß schon zu unterscheiden, was du und was er geschrieben haben.

Diese Äußerung halte ich - Verzeih! - für etwas anmaßend.

Eine solche Äußerung habe ich unten nie getan.

Schon klar, das geht aber eindeutig an Michael.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Andererseits bin ich der -
ganz persönlichen - Meinung, dass Du, so wie Du hier im w-w-w
auftrittst, durchaus ein verantwortungsbewusster Mensch bist,
dem ich auch die Verantwortung für Kinder zutrauen würde.

Das ist ein schönes Kompliment. Danke. Und es gibt tatsächlich Menschen, die mir ihre Kinder - auf Zeit zwar nur - anvertrauen.

Mein Positng unten bezog sich daher eher darauf, dass auch
Eltern nicht im „Mainstream“ mitschwimmen müssen, sondern
eigene Wertvorstellungen an Kinder weitergeben können. Dieses
„können“ ist nicht im Sinne von „naturgegeben, sobald sie
Eltern werden, können“ sondern im Sinne: „Wenn Menschen schon
vor der Zeugung/Empfängnis Wertvorstellungen hatten, dann ist
die Chance groß, dass sie diese auch an ihre Kinder
weiterreichen können. Ein gewisses Engagement bei der
Kindererziehung ist dabei natürlich vorauszusetzen.“

Das unterschreibe ich ohne Bedenken. Ich kenne ich meiner Umgebung mehr Eltern, die die Sache mit dem Händi voll im Griff haben, als solche, deren Kinder bereits bei der Schufa bekannt sind, viel mehr sogar.

Ein Kind gezeugt zu haben, berechtigt einen, dazu Elter zu sein. Das ist aber zugleich eine Verpflichtung und keineswegs ein Freischein!

Ich denke, da sind wir einer Meinung.

Gruß, Fritz