Hi,
Ob ich einen Mechaniker, Elektroniker, eine Bürokraft oder
einen Ingenieur suche, ganz egal, qualifizierte Kräfte sind in
vielen Bereichen rar.
Aus eigener Erfahrung: insbesondere im Handwerk und den nicht so gross angesehenen Branchen. Auf ausgeschriebene Stellen als Lackierer oder Karosseriebauer meldet sich kein einziger deutscher Bewerber…
Dieses Problem ist aber nicht durch
Zuwanderer aus Kurdistan zu lösen. Es herrscht kein Mangel an
Menschen in diesem Land, nur ein Mangel an arbeitswilligen und
gut ausgebildeten Menschen.
Das ist der Punkt. Und ich würde als Unternehmer in jedem Fall einen arbeitswilligen ausländischen Facharbeiter einem arbeitsunwilligen deutschen Hilfsarbeiter vorziehen. Du nicht?
Mehrere Millionen Menschen sind arbeitssuchend gemeldet- eine
Reserve, die aktiviert werden könnte.
Nur mal am Beispiel Arbeitslose München: 36% sind älter als 55; 34% Langzeitarbeitslos; ca. 30% der Neuzugänge haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Hart gesagt: Was will ein Unternehmer mit solchen Leuten anfangen?
Kaum ein größerer Betrieb, der nicht in irgendeiner Form
Vorruhestandsregelungen zelebriert für Leute, die noch 10
Jahre im Erwerbsleben stehen könnten.
Nicht zu vergessen: von den Betroffenen meist mit Begeisterung angenommen, weil sie nicht noch 10 Jahre im Erwerbsleben stehen möchten. Allerdings wird sich das wohl bald ändern; die meisten Mitglieder meiner Generation dürften wissen, dass sie sich einen Vorruhestand einfach nicht leisten können…
Das Renten- und
Pensionsalter von 65 Jahren gibt es praktisch nur noch auf dem
Papier. Gleichzeitig werden die immer schwerer finanzierbaren
Rentenlasten zum Dauerthema.
Wofür es fast zwangsläufig irgendwann eine Lösung geben muss, selbst wenn die der Bevölkerung kaum gefallen dürfte. Immerhin der Faktor Arbeitslosigkeit dadurch sprübar verringert.
Ein nennenswerter Anteil aller Jugendlichen verfügt weder über
einen Schulabschluß noch über eine Berufsausbildung. Der
Anteil ausländischer Jugendlicher in dieser Problemgruppe ist
überproportional hoch.
Hast Du hier eine brauchbare Statistik zur Hand? Das Arbeitsamt gibt zu diesem Thema leider nichts her. Meine eigenen Erfahrungen als Ausbilder sind da eher anders gelagert. Die Bewerbungen mit den katastrophalsten Zeugnissen kommen meist von deutschen Jugendlichen.
Ein gewaltiger Verwaltungs-, Grenzschutz- und Polizeiapparat
ist mit unerwünschten Zuwanderern beschäftigt. Der Begriff
„Asylant“ ist zum Schimpfwort verkommen, das Grundrecht auf
Asyl ist durch Mißbrauch in Gefahr.
Bzw. de facto schon so gut wie abgeschafft. Das Problem mit den „illegalen“ Zuwanderern (unerwünscht finde ich ein bischen hart) wird ja durch die „Sichere Drittstaaten“-Regelung massiv verschärft, da sie eine legale Einreise quasi unmöglich macht. Schliesslich ist die BRD komplett von „sicheren“ Drittstaaten umgeben…
Wer sich diese Fakten vor Augen hält, muß bei der Forderung
nach Zuwanderung von allen guten Geistern verlassen und/oder
ideologisch verblendet sein.
Wer eine Politik der Abschottung und der Deutschtümelei fordert, ist meiner Meinung nach von allen guten Geistern verlassen und/oder ideologisch verblendet.
Wir haben Arbeitskräfte in ausreichender Zahl, wenn das
vorhandene Millionenheer Arbeitsloser teils ausreichend
qualifiziert und zum anderen Teil mit geeigneten Mitteln
motiviert wird, um einer Arbeit nachzugehen.
Da sich die deutsche Wirtschaft nicht als Sozialstation sieht und sich der deutsche Staat noch mehr soziales Engagement simpel nicht leisten kann, ist das wohl eher Wunschdenken. Wenn es denn so einfach wäre, aus ungelernten Fabrikarbeitern und arbeitslosen Einzelhandelskaufleuten hochqualifizierte IT-Spezialisten und Maschinenbauingenieure zu machen, hätten wir sicher keine Probleme. Leider kann halt nicht jeder ein Genie werden. Und die einzig wirksame Motivation wäre, das Niveau der Arbeitslosengelder deutlich unter Lohn-/Gehaltsbezüge zu senken. Die Auswirkungen auf den Sozialstaat kann sich jeder vorstellen.
Das ist eine
facettenreiche Aufgabe, die von der Ausbildung bis zur
Umgestaltung der Sozialhilfe reicht.
Entsprechende Initiativen laufen ja schon. Nur gibt es leider einen gewissen Anteil der Bevölkerung, der aus welchen Gründen auch immer nicht dazu in der Lage ist, eine bestimmte Qualifikationsstufe zu erreichen. Und für solche Leute werden die Jobs aufgrund der immer mehr fortschreitenden technologischen Entwicklung immer rarer.
Ferner ist es überhaupt
nicht einzusehen, einen Ingenieur mit 55 Jahren in die
Altersteilzeitarbeit zu schicken. Es gibt eine große Zahl
bestens ausgebildeter, erfahrener und lernfähiger Menschen,
die zu schade für Schrebergarten und Rentenbezug sind. Dazu
gehört bei den Betroffenen auch eine entsprechende
Bewußtseinsänderung, denn in breiten Schichten wird fest mit
dem faulem Lenz und Rundumversorgung spätestens ab Ende 50
gerechnet. Änderungen an den aufgezeigten Punkten würden
nebenbei eine spürbare Entlastung der Rentenkassen bringen.
Machen wir mal den Umkehrschluss: Der Ingenieur mit 55 Jahren hatte, wenn er nicht komplett blauäugig war, genügend Gelegenheit, sich eine Alterssicherung aufzubauen, seine Familie ist versorgt, das Eigenheim bezahlt, die Kinder sind selbst berufstätig und aus dem Haus. Ist es einzusehen und vertretbar, dass die jungen Studienabgänger, frisch verheiratet, Kind unterwegs, auf der Strasse stehen, weil die alten Herrschaften ihre Posten nicht räumen wollen?
Bleibt noch das Argument, daß die Qualifizierung der
vorhandenen Arbeitskraftreserven zu lange dauert, die
„IT-Fachleute“ aber sofort gebraucht werden. Deshalb bräuchte
man die Leute aus Indien oder sonstwo her. Ich halte das für
Gewäsch ahnungsloser Leute. Die Fachkräfte sind im eigenen
Land vorhanden, wenn man sie nicht in Rente schickt. Wer
früher mal Algol oder Fortran gelernt oder auf Assembler-Ebene
gearbeitet hat, braucht nicht mehr als ein paar Wochenenden,
um sich in jeder anderen Programmiersprache mindestens zurecht
zu finden. Und um Web-Seiten zu entwerfen, braucht man nun
wirklich keine Leute zu importieren.
Da nicht aus der Branche bin ich vieleicht wirklich ahnungslos. Ob sowas aber auch auf Herrn Henkel (der meines Wissens von IBM kam) oder Herrn Hundt gilt? Webseiten entwerfen kann mittlerweile jeder 16-Jährige (oder auch ich, als vollständiger Laie), dazu braucht´s wohl kein Studium. Irgendwie muss da doch mehr dahinter sein.
Wenn diese Hausaufgaben in Angriff genommen sind, ist auch
nichts mehr gegen Zuwanderung einzuwenden. Zuwanderung von
Leuten, die ohne staatliches Zutun hier einen Arbeitsplatz
gefunden haben und sich ernähren können.
Das können erstaunlicherweise die meisten Zuwanderer, von der Inanspruchnahme des Arbeitsamts bei der Stellensuche mal abgesehen. Die Arbeitslosenquote bei Ausländern ist nur unwesentlich höher als die der Deutschen.
Und es muß das
Problem des Asylmißbrauchs gelöst werden. Absolut
unerträglich, wenn ein Verfolgter abgewiesen wird.
Stimmt.
Es ist aber
auch nicht akzeptabel, Scharen von Wirtschaftsflüchtlingen
oder schlimmer noch, von Kriminellen auf Kosten der
Allgemeinheit durchzufüttern.
So grosse Scharen von reinen Asyl-Bewerbern gibt es doch gar nicht. Im Jahr 2000 sind nicht mal 100.000 Asylanträge in Deutschland gestellt worden.
Gruss
Peter
.