Hallo Peter,
Nicht zu vergessen: von den Betroffenen meist mit Begeisterung angenommen, weil sie nicht noch 10 Jahre im Erwerbsleben stehen möchten.
> Ja, die überwiegende Anzahl Vorruheständler sagt: „Was Besseres konnte mir nicht passieren!“
Allerdings wird sich das wohl bald ändern; die meisten Mitglieder meiner Generation dürften wissen, dass sie sich einen Vorruhestand einfach nicht leisten können…
> Woher weisst Du das? Es gibt einige Leute, die sagen: „Jetzt schon exakte Gesetze für die Zeit in 30 oder 40 Jahren zu machen, ist schlichter Schwachsinn. Kein Mensch weiss heute auch nur annähernd, wie die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dann sind.“ Lese mal das Buch „Die Globalisierungsfalle“ von den Spiegelredakteuren Hans-Peter-Martin und Harald Schumann. Danach steht uns eine „20:80-Gesellschaft“ ins Haus - 20% arbeiten/leisten was, 80% müssen mit durchgezogen, bei der Stange gehalten werden, z.B. mit Unterhaltung rund um die Uhr. Nun ja, letzteres haben wir ja schon, 50 und mehr TV-Programme, Fun-Parks, Jux- und Spaßgesellschaft total. Das haben die beiden sich nicht selbst ausgedacht, sondern ist das Ergebnis einer der hochkarätigst besetzten Diskussionen in den USA. Selbst wenn man das für übertrieben hält, zeigt es doch, wohin die Sache läuft.
Das Renten- und
Pensionsalter von 65 Jahren gibt es praktisch nur noch auf dem
Papier. Gleichzeitig werden die immer schwerer finanzierbaren
Rentenlasten zum Dauerthema.Wofür es fast zwangsläufig irgendwann eine Lösung geben muss, …
> … unter der Randbedingung, dass Arbeit immer knapper wird! Wer das nicht wahr haben will, ist ein Traumtänzer! Mit 58, spätestens 60 in den Ruhestand gehen nicht nur die Deutschen, das ist heute in den meisten Ländern so: NL, CH, A, … und auch in den USA! Nur die Deutschen jammern darüber. Warum nicht früher in Rente gehen und dafür längere wöchentliche Arbeitszeiten?
Wer eine Politik der Abschottung und der Deutschtümelei fordert, ist meiner Meinung nach von allen guten Geistern verlassen und/oder ideologisch verblendet.
> Das ist eine polemische und - gestatte mir den Ausdruck - diffamierende Antwort. Es ist doch nicht jeder, der Zuwanderung und Multikulti ablehnt, ein „Deutschtümler“ oder ideologisch verblendet!!
Machen wir mal den Umkehrschluss: Der Ingenieur mit 55 Jahren hatte, wenn er nicht komplett blauäugig war, genügend Gelegenheit, sich eine Alterssicherung aufzubauen, seine Familie ist versorgt, das Eigenheim bezahlt, die Kinder sind selbst berufstätig und aus dem Haus. Ist es einzusehen und vertretbar, dass die jungen Studienabgänger, frisch verheiratet, Kind unterwegs, auf der Strasse stehen, weil die alten Herrschaften ihre Posten nicht räumen wollen?
> Im Prinzip richtig. Hat nur einen Schönheitsfehler: Die Firmen haben Anfang bis weit über Mitte der 90er Jahre massiv abgebaut, aber kaum eingestellt! Warum wollte denn keiner mehr Ingenieur werden? Warum sind - ich sagte es schon - die E-Technik- und Maschinenbau-Studentenzahlen AUF 30% zusammengebrochen?
Manchen sind das wohl auch zu schwere Fächer - den Eindruck habe ich jedenfalls, wenn ich mit Schülern rede.
Wer
früher mal Algol oder Fortran gelernt oder auf Assembler-Ebene
gearbeitet hat, braucht nicht mehr als ein paar Wochenenden,
um sich in jeder anderen Programmiersprache mindestens zurecht
zu finden. Und um Web-Seiten zu entwerfen, braucht man nun
wirklich keine Leute zu importieren.Da nicht aus der Branche bin ich vieleicht wirklich ahnungslos. Ob sowas aber auch auf Herrn Henkel (der meines Wissens von IBM kam) oder Herrn Hundt gilt?
> Herr Henkel hat als BDI-Chef und Ex-Vorstand von IBM vielleicht andere Interessen …
Webseiten entwerfen kann mittlerweile jeder 16-Jährige (oder auch ich, als vollständiger Laie), dazu braucht´s wohl kein Studium.
> Das ist zu 5% richtig, für einfache Webseiten braucht man wirklich kein Studium. Aber darum geht es i.d.R. nicht. Aufwendige Seiten erfordern schon etwas mehr Kenntnis, da kann man keine Youngsters mit nach hinten gedrehten Baseballmützen gebrauchen. Oder stell Dir nur mal die Webseite(n) dieses wer-weiss-was-Forums vor. Da muss man schon gute Programmier- und Datenbank-Kenntnisse haben. Ausserdem werden nicht IT-Leute gesucht, die programmieren können, sondern Leute, die komplexe Systeme erstellen können, und da ist das Programmieren nur ein kleiner Teil! Der liebe Hans „concerto“ scheint da mit seinem „Programmieren von Programmen“ wirklich extrem ahnungslos und naiv zu sein.
Gruss Stucki
))