Zwangsarbeiter

hallo,
welche Partei/Organisation hat den Vorschlag erarbeitet das jeder arbeitende Bundesbürger auffordert 20DM in den
Zwangsarbeiterfong einzuzahlen?
also
(auf welches konto soll ich meine 20 DM überweisen?)
danke
Friedrich

Hi,
was soll das?
Du weißt nicht, wer das gefordert hat und fragst dennoch nach der Bankverbindung, damit Du Geld überweisen kannst?
Willst Du nicht zuerst einmal prüfen, was an der Sache dran ist, wer dahinter steckt usw.?
Dein Verhalten ist merkwürdig. Es riecht schon fast wie eine Suggestionsfalle.

Hallo,

doch, den Aufruf gab es tatsächlich. Die Initiative wurde von Günter Grass, Carola Stern und Harmut v. Hentig gestartet, um schnellstmöglich eine Entschädigungssumme zusammenzubringen.

Wer mag, kann den ganzen Aufruf und die Spendenkontonummer nachlesen: http://www.spd-dresden.de/ub/aufruf.html

Ehrlich gesagt finde ich diesen Aufruf eine ziemliche Dummheit. Es ist für mich nicht einzusehen, warum wir als Bürger der Wirtschaft, die von den Zwangsarbeitern profitiert hat, die Verantwortung abnehmen sollen. Es ist Pflicht und Schuldigkeit all derer, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben - auch der katholischen Kirche, die sich jetzt elegant drumrum manövrieren möchte.

Falls Euch die Sache am Herzen liegt - stellt doch mal in Euren Betrieben, z. B. via Betriebsrat, eine freundliche Anfrage, wie das im 3. Reich so war mit Zwangsarbeitern (mein Arbeitgeber ist erfreulicherweise vorn dabei im Stiftungsfond).

Gruss
Peter

Hi,
was soll das?

keine Falle sondern;
ich finde ein guter Vorschlag um endlich das
nötige Geld aufzubringen sodas die alten Menschen
die in Deutschland unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften mußten noch entwas davon haben.
nur weiss ich leider nicht wer diesen Vorschlag in die Öffentlichkeit gebracht hat.
cu
Friedrich

Hi Peter,
solch einen Aufruf sollte man wirklich nicht unterstützen.
Den betroffenen ehemaligen Zwangsarbeitern geht es doch nicht um die läppischen 10.000 DM Entschädigung, die jeder einzelne bekommen soll. Denen geht es verständlicherweise um die Anerkennung ihres Leids durch die deutsche Wirtschaft.
Die meisten sind in den letzten Jahren gestorben, weil - auch das ist eine wirtschaftlich elegante Taktik - die Wirtschaftsbosse die Entscheidung immer weiter verzögert haben. Nun sind die ehemaligen Zwangsarbeiter, man denke, dass sie zum Ende des Krieges mindestens 20 Jahre alt waren, im Schnitt zwischen 75 und 100 Jahre alt, wenn sie noch leben. Bei weiteren Verzögerungen wird irgendwann der Zeitpunkt da sein, dass keiner mehr lebt. Dann braucht auch keiner mehr entschädigt zu werden. Das Thema hat sich von selbst erledigt. Toll gemacht, liebe deutsche Wirtschaft!
Wenn die Privatbürger aufgrund einer Initiative die Zahlungen übernehmen, geht das an dem Sinn der Sache vollkommen vorbei.
Ich kann mir gut vorstellen, dass viele ehemalige Zwangsarbeiter solche Geldzuwendungen ablehnen werden. Die wollen kein Almosen von irgendwem, sondern eine Anerkennung durch diejenigen, die damals Ihnen das Leid zugefügt haben.
Besonders die katholische Kirche sollte sich hierzu Gedanken machen. Diese reaktionären Übermenschen und „Stellvertreter Christi“ verdienen die Verachtung aller rechtschaffenen Menschen. Die katholische Kirche hat vor und während des 2. Weltkrieges mit den Nazis gemauschelt und Zwangsarbeiter beschäftigt. Jetzt betrachtet sich genau diese Kirche selbst als Opfer der Naziherrschaft. Das ist Geschichtsverfälschung, die nicht akzeptiert werden darf. Die Bischöfe sollten sich schämen!

wohin kann ich geld ueberweisen, dass den deutschen soldaten die in kriegsgefangenschaft waren zugute kommt?

Hallo,

wohin kann ich geld ueberweisen, dass den deutschen soldaten
die in kriegsgefangenschaft waren zugute kommt?

Tsk tsk, das meinst Du jetzt nicht ernst, oder? Immerhin gab es bis 1993 Kriegsgefangenenentschädigung, bis 1992 Heimkehrerhilfe, Unterhaltsbeihilfe für Angehörige von Kriegsgefangenen, Kriegsopferrente.

Einzige Crux: das waren/sind Antragsleistungen (wie die Zwangsarbeiterentschädigung halt auch). Wer sich bis 31.12.1993 nicht gemeldet hat, ist halt selber schuld.

Wär ja nicht so, als ob man die armen Soldaten vergessen hätte…

Gruss
Peter

wohin kann ich geld ueberweisen, dass den deutschen soldaten
die in kriegsgefangenschaft waren zugute kommt?

an den verein deutscher kriegsgefangener oder so?
gibts bestimmt.
aber sonderlich nötig haben die das nicht, die haben schliesslich kriegsrente bekommen, oder nicht?

aber sonderlich nötig haben die das nicht, die haben
schliesslich kriegsrente bekommen, oder nicht?

Nötig haben es aber die heutigen Angehörigen der Opfer der Kriegsgefangen und Zwangsarbeiter in D?

Nur so ne Frage…

Bye

5 Miliarden kommen aus Steuergeldern, warum noch zusätzlich zahlen?

Besonders die katholische Kirche sollte sich hierzu Gedanken
machen. Diese reaktionären Übermenschen und „Stellvertreter
Christi“ verdienen die Verachtung aller rechtschaffenen
Menschen.

richtig
aber die Kirche bekommt immernoch Steuergelder (10% von der Lohnsteuer) was ein abkommen mit dem NS Regiem war.

Die katholische Kirche hat vor und während des 2.

Weltkrieges mit den Nazis gemauschelt und Zwangsarbeiter
beschäftigt. Jetzt betrachtet sich genau diese Kirche selbst
als Opfer der Naziherrschaft. Das ist Geschichtsverfälschung,
die nicht akzeptiert werden darf. Die Bischöfe sollten sich
schämen!

und endlich aus Weltlichen dingen raushalten!
cu
Lukas

Hallo Lars!

Wie kommst Du denn auf „Kriegsrente“ ? Ich kenne einige, die in Gefangenschaft waren, eine Rente bekommen sie deshalb nicht!
Du meinst sicher Kriegerwitwenrente und Waisenrente für die Kinder gefallener Soldaten.

Gruß Werner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

wohin kann ich geld ueberweisen, dass den deutschen soldaten
die in kriegsgefangenschaft waren zugute kommt?

Tsk tsk, das meinst Du jetzt nicht ernst, oder?

nicht sonderlich. wollt nur zum ausdruck bringen das die soldaten damals auch gelitten haben nicht nur die zwangsarbeiter… (beides ist natuerlich scheisse und soll nicht verharmlost werden…)

Hi Werner,
jeder der durch Kriegseinwirkungen verletzt und beschädigt worden ist, hat Anspruch auf Kriegsopferversorgung. Dafür hat Deutschland einen ungeheuren Verwaltungsapparat (Versorgungsämter) aufgebaut.
Gruß,
Francesco

Hallo Francesco!

Ganz richtig! Aber nicht jeder deutsche Soldat, der in Gefangenschaft war, bekommt zwangsläufig eine Rente. Um mehr geht es bei meiner Antwort nicht.

Gruß Werner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Friederich!

Sei vorsichtig mit Deinem Geld!
Ich weiß, ich setz mich jetzt gewaltig in die Nesseln, aber man muß doch schon Unterschiede bei der Bezeichnung Zwangsarbeiter machen. Es gab viele Fremdarbeiter (heute Zwangsarbeiter) die ausgebeutet und gequält wurden. Sicher hunderttausende oder auch Millionen, ich weiß es nicht.
Aber es gab auch viele, die ebenso schlecht und recht lebten und ernährt wurden, wie der deutsche Bürger damals.
Wir haben als Kinder mit Fremdarbeitern gespielt. Einer, der im Nachbarhaus lebte, „Polen-Jan“, hat für uns Spielzeug gebastelt und uns ist nicht bekannt, daß er gequält wurde.
Wie viele Zwangsarbeiter besuchten in den letzten Jahren ihre damaligen „Quäler“ und haben ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen!
Ein junger Pole kam auf einen Bauernhof, und wurde von den Leuten sehr schlecht behandelt. Auf Anweisung des Ortsgruppenleiters kam er auf einen anderen Hof und blieb dort bis weit nach Kriegsende. Er hatte Angst, zurück nach Polen zu müssen. In den 50ern wanderte er von hier nach Canada aus.
Ein junger Zwangsarbeiter wurde hier nach 45 von den Leuten, für die er arbeitete, adoptiert und lebt hier heute noch.

Ich weiß, daß sind alles nur Tropfen auf dem heißen Stein, aber nicht alle wurden schlecht behandelt. Sie wurden auch bezahlt, Lohnlisten existieren noch.
Wenn unser „Polen-Jan“ nicht gewesen wäre, wäre es unserem Ort im Frühling 45 sehr schlecht gegangen, weil die ersten Truppenteile zur polnischen Exilarmee gehörten, auf dem Marsch nach Wilhelmshaven.
Ich mußte das einfach mal aufschreiben, weil man jeden Tag hier und in den Medien nur von Zwangsarbeitern und Folterungen liest.
Ich glaube, viele dieser Zwangsarbeiter haben hier die schlimme Zeit überlebt, zu Haus wären viele von ihnen wahrscheinlich umgekommen.

Die Geschichte um die Zwangsarbeit ist ganz anders als bekannt.

Gruß Werner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

stimmt

Ganz richtig! Aber nicht jeder deutsche Soldat, der in
Gefangenschaft war, bekommt zwangsläufig eine Rente. Um mehr
geht es bei meiner Antwort nicht.

ich hab da was durcheinander geworfen.
andererseits haben die russen ja nicht mal geld für ihre eigenen soldaten, wie wollen sie da entschädigungen zahlen.
und ganz abgesehen davon sind WIR bei DENEN eingefallen, nicht andersrum.
somit hat sich das für mich erledigt.

Nötig haben es aber die heutigen Angehörigen der Opfer der
Kriegsgefangen und Zwangsarbeiter in D?

versteh deine frage nicht? meinst du die, die hier in deutschland noch leben?

nicht sonderlich. wollt nur zum ausdruck bringen das die
soldaten damals auch gelitten haben nicht nur die
zwangsarbeiter… (beides ist natuerlich scheisse und soll
nicht verharmlost werden…)

stimmt, haben sie. Wobei, wie gesagt, die soldaten es waren, die in andere länder einmarschiert sind und (teilweise) an der versklavung der bevölkerung beteiligt waren. selbst wenn sie kein geld bekommen hätten, würde mich das nicht sonderlich beeindrucken.
das hat nichts damit zu tun, dass sie jetzt deutsche soldaten waren. in anderen kriegen haben andere angefangen (s. vietnam), und da sieht das ganze eben anders aus.
Oder würde jemand ernsthaft eine Entschädigungzahlung Vietnams an die USA fordern?
soldaten sind in einem krieg nunmal zunächst täter, dann opfer. Auch wenn sie „nur“ Befehle entgegennehmen.
bei der zivilbevölkerung sieht das wohl anders aus, oder?

bis dann

PS: nein, ich möchte nicht alle soldaten über einen kamm scheren, es gab auch deutsche soldaten, die humanität praktiziert haben. war aber wohl - grad im osten- nicht so oft der fall, wie es hätte sein sollen.

Hi francesco,

üblicherweise wird die katholische kirche für alles leiden dieser welt verantwortlich gemacht. wieso fällst du darauf herein?
frag´ mal bei deinen großeltern nach, wie das früher war, wenn man lieber in die kirche als zu den pimpfen oder zum bdm ging. das war nämlich das soziale aus. klar, dass das nur eine persönliche dimension ist und ich will auch an einem beispiel nicht kirchenhistorische entschuldigungen oder verstrickungen diskutieren, aber du kannst dich, sofern es dein soziales umfeld zulässt, nach dem tenor der damaligen zeit erkundigen. der lautete nämlich: die katholiken sind die nächsten… ( muß ich nicht näher erklären). francesco, du musst dich, was die katholische kirche und ihre rolle im dritten reich angeht, besser informieren, bevor du dich dem verdacht nicht historisch fundierter urteile aussetzt.
grüße, martin

Hallo Martin!

frag´ mal bei deinen großeltern nach, wie das früher war, wenn
man lieber in die kirche als zu den pimpfen oder zum bdm
ging. das war nämlich das soziale aus. klar, dass das nur eine
persönliche dimension ist und ich will auch an einem beispiel
nicht kirchenhistorische entschuldigungen oder verstrickungen
diskutieren

Das solltest Du aber, bevor Du auf Grund dieser „persönlichen Dimension“ pauschalierst.

francesco, du musst dich, was
die katholische kirche und ihre rolle im dritten reich angeht,
besser informieren, bevor du dich dem verdacht nicht
historisch fundierter urteile aussetzt.

Ich denke nicht, dass Du Dir hier ein Urteil darüber erlauben darfst, wer nun hier nun informiert ist und wer nicht, da Du mit dieser Nachricht und jener an mich bereits zum zweiten Mal die Historie ansprachst, jedoch selbst allgemein geblieben bist. Aus einer solchen Position heraus lässt es sich „natürlich“ trefflich urteilen!
Die katholische Kirche, ob nun unter Pius XI. und Pius XII. oder bis zu den heutigen Tagen, ist letztendlich eine Institution, die sich jener Mittel bedient, mit denen sie zuvor die Identifikation durch ihre Anhänger erreicht hatte. Dass sich eine solche Identifikation u. a. auf Glauben und moralische Grundsätze stützt, darf man als ein perfides Mittel zur Beeinflussung und Kontrolle von Machtpositionen betrachten.
Es ist nicht so, dass, wie Du meintest, „die katholische Kirche für alles Leiden dieser Welt verantwortlich gemacht“ wird - das hatte Francesco von der Lent auch gar nicht behauptet -, aber sie trägt ihren Teil dazu bei.

Marco