Zwangseinweisung

Hallo!

Ich habe ein ziemlich großes Problem.

Meine Schwester (verheiratet, 2 Kinder 9 und 5 Jahre alt), ist psychisch krank. Ein entsprechendes Wortgutachten vom Gesundheitsamt liegt dem Jugendamt vor. Was meine Schwester alles „anstellt“ würde hier den Rahmen sprengen. Jedenfalls hat sie Wahnvorstellugen; besonders dass ihr Mann fremd geht, dass bei sämtlichen Frauen mit Babies die sie sieht die Babies von ihrem Mann sind. Sie schmeißt ihr ganzes Geld raus und wir wissen noch nicht mal für was sie es aus gibt. Sie hat inzwischen schon 2 x ihren Mann geschlagen (hinterher hat sie behauptet er hätte sie geschlagen) und ihm das Hemd regelrecht vom Körper gerissen. Sie hat auch regelrechten Verfolgungswahn, denkt immer jeder und alle würden ihr mit Absicht schaden wollen.

In Absprache mit dem Jugendamt haben wir dann meinen Schwager und die beiden Kinder bei mir und meinem Mann zu Hause aufgenommen. Mein Schwager hat einen vorläufigen Bescheid über das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das Jugendamt hat uns eindringlich davor gewarnt meiner Schwester den Aufenthaltsort der Kinder und ihres Mannes zu sagen, zur Not sofort die Polizei zu holen.

Mein Schwager hat in Anwesenheit eines Amtsarztes meiner Schwester eröffnet, dass er auszieht und hat seine Sachen gepackt. Natürlich hat meine Schwester erwartungsgemäß aufgeführt, was natürlich im Beisein des Arztes für unsere Position sehr gut war.
Und jetzt geht es natürlich rund. Meine Schwester geht zu sämtlichen Polizeidienststellen, behauptet, dass ihre Kinder entführt wurden, macht Terror beim Jugendamt usw. Natürlich kommt sie nicht damit durch, da der vorläufige Bescheid da ist.

Sie telefoniert sämtliche Familienmitglieder ab, droht mit allem möglichen. Sie war sogar gestern Abend vor meiner Haustüre gestanden; war sehr aggressiv und hat wieder mit allem mögliche gedroht, behauptet es gäbe keinen vorläufigen Bescheid. Ich war froh, dass die Kinder schon im Bett waren und mein Schwager sich gleich verdrückt hat; wenn sie gemerkt hätte, dass alle bei mir sind wäre es wahrscheinlich ganz eskaliert.

Mir ist klar, das ein Richter meine Schwester erst dann einweisen kann, wenn sie gewalttätig wird bzw. Selbstmord ankündigt. Der Amtsarzt ist sehr nett versucht uns zu unterstützen, sagt, dass wir sämtliche Vorfälle ihm Faxen sollen, damit er vielleicht die Möglichkeit bekommt genügend Beweise zu haben, dass er dann auch bei einem Einspruch ihrerseits die Sache wasserdicht ist und vor einem Richter die „Zwangseinweisung“ aufrechterhalten wird.

Mir tut meine Schwester so leid! Es muss schrecklich für sie sein; es muss auch schrecklich sein in ein BKH zwangseingewiesen zu werden. Aber wir sehen keine andere Lösung mehr, vor allem weil sie so aggressiv wird. Bei einer Frau, der man die Kinder weggenommen hat erwarte ich eigentlich nur Verzweiflung, Angst und Trauer, aber davon sieht man bei meienr Schwester gar nichts. Sie ist nur aggressiv.

Hat jemand Erfahrung mit so einem ähnlichen Fall? Reicht denn nicht schon die Tatsache, dass sie ihren Mann bereits in der gemeinsamen Wohnung geschlagen hat und bereits zwei Selbstmordversuche gemacht hat? Diese Infos liegen dem Gesundheitsamt sowie dem Jugendamt alle vor. Ist es nur noch eine Frage der Zeit bzw. der Formalitäten bis sie eingewiesen wird, oder muss tatsächlich noch was passieren. Ich habe wirklich Angst, dass sie sich was antut, wenn sie alleine in der Wohnung ist, oder dass sie noch mal zu uns nach Hause kommt und rausbekommt, dass die Kinder bei mir sind. Da habe ich Angst um die Kinder und auch um mich.

Vielen Dank für Eure Antworten!

Hallo moni,

das, was Du schreibst, kommt mir alles sehr, sehr bekannt vor! Ist keine Hilfe, aber vielleicht ein kleiner Trost!
Mein Bruder hat Schizophrenie mit allem Drum und Dran und verhält sich ähnlich in den schlimmen Phasen. Das geht dann vom Zerstören des eigenen Mobiliars, Fernseher aus dem fenster werfen, Leute vom Balkon aus lauthals beschimpfen (mit heftigen Ausdrücken) bis hin zum Axt in einen Türrahmen schlagen. In ihm kämpft dann die zweite Person gegen ihn bzw. er ist nicht er selbst!
Seine Frau hat ihn vor Jahren verlassen, die Kinder haben selbst schon Familie, versuchen aber den Kontakt zu halten.
Meine Mutter und meine Schwester und ein Pflegedienst kümmern sich- ich wohne 670 km entfernt!! Opfern sich auf. Aber es nützt nix, wenn er seine Medikamente nicht einnimmt und ganz allmählich in die schlimme Phase rutscht.
Die behandelnde Ärztin kann angeblich nicht viel machen- er ist MÜNDIG!
Meine Eltern können nicht viel machen- er ist MÜNDIG!
Er hat per Gericht einen Betreuer gestellt bekommen, doch der kann auch nur in extremen Situationen helfen, indem er das Gericht einschaltet und es dann zur Zwangseinweisung kommt. Mein Bruder wehrt sich dann auch schon mal degegen, dann muß er sogar mit Polizei in die Klinik gebracht werden- alles schon vorgekommen! Es ist einfach schrecklich!!!
Wir sagen uns immer: das ist er nicht selbst! Wir sind machtlos!
Er kauft Dinge, für die er eigentlich kein Geld hat- mein Vater versucht es dann auszubügeln!
Er hatte schon Sektenbesuch- weil die sich Zeit nehmen, mit ihm reden, ihm Verständnis vorgaukeln- und dann Geld haben wollen!!!

Ich könnte Romane schreiben, was in den letzten 25 Jahren alles vorgefallen ist- ohne daß man eine Handhabe hat!

Aber ich denke, gut war, die Kinder und den Mann dort herauszunehmen!
ABER, ich würde zusehen, daß sie woanders unterkommen! Sollte Deine Schwester dahinter kommen, daß sie bei Dir sind, dann könnte vielleicht was passieren! Und das würde ich schon den Kindern nicht zumuten wollen! Deine Schwester kann das in dieser Situation gar nicht richtig einschätzen geschweige denn verstehen!! Du hättest ihr Vertrauen mißbraucht und wirst eventuell niewieder Zugang zu ihr finden!!

Und offensichtlich ist es wirklich so: Es muß erst was passieren, bevor es zu einer Zwangseinweisung kommt!!

Vielleicht gibt es jemanden, mit dem sie zur Zeit gut kann!? Der könnte ganz vorsichtig das Gespräch auf einen Klinikaufenthalt bringen, von wegen so Art Kur- sich von dem Streß mal zu erholen und Abstand zu gewinnen! Dann wäre sie vielleicht bereit, von sich aus dorthin zu gehen. Man darf ihr nur nicht sagen, sie wäre psychisch krank, halt nur die Nerven zur Zeit! Alles vage halten!
Manchmal klappts bei meinem Bruder!

Ich wünsche Euch allen viel Kraft für die nächste Zeit! Wird bestimmt nicht einfach!

Du kannst auch direkt per Mail Kontakt zu mir aufnehmen, wenn Du das möchtest!

LG Doreen

Hallo Moni
Meiner Erfahrung nach werden viel zu selten Leute zwangsuntergebracht. Von jungen, unerfahrenen Richtern habe ich da schon die unglaublichsten Sachen erlebt.
Kürzlich habe ich erst einer jungen Richterin versucht, zu erklären, dass eine manische Patientin sich um ihr ganzes Vermölgen bringt, wenn man sie nicht sofort für geschäftsunfähig erklärt. Die Richterin meinte: Die hat doch genug Geld zum Ausgeben. Und erklärte sie für geschäftsfähig. Ob die Patientin noch lebt, der sich in der nachfolgenden depressiven Phase umbrachte, weiß ich nicht.
Als ich vor 20 Jahren noch als Arzt beim Sozialpsychiatrischen Dienst tätig war, habe ich aber auch oft erlebt, dass sich die Richter der Erfahrung des Psychiaters unterordneten, was sicherlich meistens der weisere Weg war.
Gruß,
Branden

Ich habe ja, bis auf meine Schwester, mit Zwangseinweisungen noch nicht viel Erfahrung, aber ich bin definitiv auch der Meinung, dass es zu schwierig ist kranke Menschen einweisen zu lassen.

Natürlich verstehe ich, dass man sämtliche Umstände genau prüfen muss, aber gerdas das Finanzielle ist ein großes Problem. Meine Schwester verjubelt ihr ganzes Geld. Sie hat zusammen mit ihrem Mann (damals hat er noch nicht erkannt, dass sie krank ist) noch eine Eigentumswohnung gekauft obwohl die erste Wohnung noch nicht mal abbezahlt ist.
Inzwischen können sie sich diese 2. Wohnung, die zwar vermietet ist nicht mehr leisten. Mein Schwager hat immer versucht sie zu überreden die Wohnung endlich zu verkaufen; die Banken haben sogar zugestimmt, dass der Kredit dann vorzeitig getilgt werden kann. Nein, sie weigert sich mit Hänen und Füßen.
Wenn die Wohnung nicht verkauft wird, stehen sie vor dem finanziellen Ruin. Wenn nun die Einweisung und leider auch die Entmündigung nicht durchgeht, so dass mein Schwager die Wohnung alleine verkaufen kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich einen Anwalt zu nehmen und zu versuchen eine Härtefallscheidung durchzuboxen um wenigstens noch ein weinig Kapital vor ihr in Sicherheit zu bringen. Und das obwohl er sich eigentlich nicht scheiden lassen will, da er trotzt ihrer Krankheit und dem ganzen Ärger zu ihr steht! Sobald sie sich behandeln lassen würde, würde er versuchen ob nicht doch eine Fortführung der Ehe möglich ist.

Meine Schwester ist außerdem ab dem 30.06 abrbeitslos (zumindest hoffen wir das es stimmt, was sie sagt; sie arbeitet nämlich schon länger nicht mehr) Sie weigert sich aber strikt sich beim Arbeitsamt arbeitslos zu melden. Wie können wir sie denn anders zur Vernunft bringen, als durch eine Zwangseinweisung und durch einen gesetzlichen Vormund, der sich dann um solche Dinge kümmert. Wenn sie sich nicht arbeitslos meldet verfällt schließlich nach 30 Tagen auch ihr Krankenversicherungsschutz? Und dann?!!!

Alles Punkte bei denen uns der Amtsarzt zustimmt; ich habe slebst den Eindruck, dass es ihn unheimlich ärrgert, dass er sie nicht „einfach so“ einweisen kann. Zu mir hat er gesagt: „Für einen Richter gelten nur harte Beweise; erst wenn ich nachweisen kann dass Ihre Schwester sie mit einem Messer angegriffen hat und die Messrklinge einen Zentimeter tief in die Heut eingedrungen ist, dann erst ist das für den Richter Grund genug eine Zwangseinweisung zu erlassen.“
Das ist doch echt traurig!!!

Ich hoffe aber weiter, vielleicht tut sich diese Woche noch etwas.

Hallo,

Meine Schwester ist außerdem ab dem 30.06 abrbeitslos
(zumindest hoffen wir das es stimmt, was sie sagt; sie
arbeitet nämlich schon länger nicht mehr) Sie weigert sich
aber strikt sich beim Arbeitsamt arbeitslos zu melden.

warum? Wie begründet sie das?

Wie
können wir sie denn anders zur Vernunft bringen, als durch
eine Zwangseinweisung

Habt ihr mal in Ruhe mit ihr geredet? Ist das möglich?
Könntest du dich also mal in Ruhe mit ihr hinsetzen und ihr erklären, dass sie ihre Kinder nur dann wiedersieht, wenn sie sich behandeln lässt? Egal, ob sie denkt sie sei gesund, „die Ämter“ verlangen es so.

‚Die Ämter verlangen auch schon mal 12€ für die Kopie einer Urkunde, das sind halt Ämter, das ist halt so. Kann man nichts gegen machen.‘ Und jetzt verlangen „die Ämter“ eben von ihr, dass sie sich einige Monate in einer Klinik behandeln lassen muss, weil die Ämter eben glauben, sie wäre krank. Sie kann nichts anderes tun als die Forderungen der Ämter zu erfüllen, wenn sie ihre Kinder wiedersehen will.

Erklär ihr also - auf für sie verständliche Art - dass ihr keine andere Wahl bleibt, als sich behandeln zu lassen, damit sie wieder ein normales Leben mit ihrem Mann und ihren Kindern führen kann. Und sag ihr, dass du sie dabei unterstützen wirst so gut es dir möglich ist. Du könntest zB versprechen, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder sie mindestens X mal pro Monat besuchen werden, dass du zwischen ihr und ihrem Mann vermittelst o.ä.

Vielleicht hilfts, ich wünsch euch viel Glück,
Sue

Hallo Sue,

sorry, wenn ich mich da dazwischenklinke

Habt ihr mal in Ruhe mit ihr geredet? Ist das möglich?
Könntest du dich also mal in Ruhe mit ihr hinsetzen und ihr
erklären, dass sie ihre Kinder nur dann wiedersieht, wenn sie
sich behandeln lässt? Egal, ob sie denkt sie sei gesund, „die
Ämter“ verlangen es so.

aus eigener Erfahrung kann sagen, das bringt NIX.
In Ruhe reden, „totstreicheln“, Schmusekurs, der ganze Verständniskram, usw. kannst du vergessen.
es hilft nur handeln, Grenzen setzen und sich aus der „Schussbahn“ bringen.
Mir hat der Amtrichter gesagt: „damit müssen WIR halt leben“ (der Scherzkeks, ihn betrifft es ja nicht)

Das ganze Blabla verstärkt meines Erachtens nur den Schub, die Person fühlt sich „wichtig“ und macht munter weiter. Einsicht ist bei dieser Form der Erkrankung nicht erkennbar. (ohne Behandlung sowieso nicht)

Erklär ihr also - auf für sie verständliche Art - dass ihr
keine andere Wahl bleibt, als sich behandeln zu lassen, damit
sie wieder ein normales Leben mit ihrem Mann und ihren Kindern
führen kann. Und sag ihr, dass du sie dabei unterstützen wirst
so gut es dir möglich ist. Du könntest zB versprechen, dafür
zu sorgen, dass ihre Kinder sie mindestens X mal pro Monat
besuchen werden, dass du zwischen ihr und ihrem Mann
vermittelst o.ä.

Darf ich dich fragen, ob du das schon mal versucht hast?
wenn es geklappt hat, bitte teile mir mit, wie es geht.
Dann probiere ich deinen Vorschlag gerne aus.
(das soll jetzt nicht sarkastisch sein, aber nach Jahren des Terrors sieht man das Ganze etwas nüchterner)

Vielleicht hilfts,

Schön wärs…

ich wünsch euch viel Glück,

das können alle Betroffenen wahrlich brauchen

Schöne Grüße

Lahela

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Hallo,

Meine Schwester ist außerdem ab dem 30.06 abrbeitslos
(zumindest hoffen wir das es stimmt, was sie sagt; sie
arbeitet nämlich schon länger nicht mehr) Sie weigert sich
aber strikt sich beim Arbeitsamt arbeitslos zu melden.

warum? Wie begründet sie das?

Wie sie das begründet?! Sie lächelt nur vielsagend und meint: „Da laufen so viele Verhandlungen im Hintergrund… da brauche ich mich nicht beim Arbeitsamt melden. Die können mich da nicht brauchen.“ Wenn man genau nachfragt, welche Verhandlungen da laufen, was da genau los ist reagiert sie nicht, blockt einfach wird wütend und schimpft wieder dass die ganze Familie sie fertig machen will.

Wie
können wir sie denn anders zur Vernunft bringen, als durch
eine Zwangseinweisung

Habt ihr mal in Ruhe mit ihr geredet? Ist das möglich?

Was denktst Du wie oft wir versucht haben in Ruhe mit ihr zu reden, sie dazu zu bewegen eine Familientherapie zu machen weil ihr Man ja „so krank ist“?! Wenn man nur andeutet, nur die kleinste Vermutung äußert, dass es ihr besser gehen würde, wenn sie sich helfen lassen würde; nur mal zum Hausarzt zu gehen und mit ihm ihre Probleme zu besprechen rastet sie völlig aus; beschimpft uns wieder, sagt, dass sie nicht krank ist sondern alle anderen.
Es ist einfach kein normales Gespräch mehr möglich!

Könntest du dich also mal in Ruhe mit ihr hinsetzen und ihr
erklären, dass sie ihre Kinder nur dann wiedersieht, wenn sie
sich behandeln lässt? Egal, ob sie denkt sie sei gesund, „die
Ämter“ verlangen es so.

Die Ämter sind meiner Schwester x-egal. Im Judendamt wurde mir gesagt, dass sie an den höchsten Stellen im Amt anruft und die Leute aufs übelste beschimpft und sonst was für Sachen androht.
Aber… wenn meine Schwester nicht mit einem Messer im Amt oder sonstwo auftaucht kann man nichts machen. Sie muss entweder äußern, dass sie sich umbringt, oder sie muss jemanden tätlich angreifen bevor man was machen kann.

‚Die Ämter verlangen auch schon mal 12€ für die Kopie einer
Urkunde, das sind halt Ämter, das ist halt so. Kann man nichts
gegen machen.‘ Und jetzt verlangen „die Ämter“ eben von ihr,
dass sie sich einige Monate in einer Klinik behandeln lassen
muss, weil die Ämter eben glauben, sie wäre krank. Sie kann
nichts anderes tun als die Forderungen der Ämter zu erfüllen,
wenn sie ihre Kinder wiedersehen will.

Erklär ihr also - auf für sie verständliche Art - dass ihr
keine andere Wahl bleibt, als sich behandeln zu lassen, damit
sie wieder ein normales Leben mit ihrem Mann und ihren Kindern
führen kann. Und sag ihr, dass du sie dabei unterstützen wirst
so gut es dir möglich ist. Du könntest zB versprechen, dafür
zu sorgen, dass ihre Kinder sie mindestens X mal pro Monat
besuchen werden, dass du zwischen ihr und ihrem Mann
vermittelst o.ä.

Ich habe und meine ganze Familie hat es schon so versucht; wir kommen nicht an sie ran. Sie ist so extrem in ihrem Verfolgungswahn verstrickt, dass sie nicht mehr raus kommt. Zum Beispiel hat sie behauptet, dass Sie genau gesehen hat dass der PC von dem Amtsarzt bei meinen Eltern im Haus steht und dass wir mit den ganzen Behörden unter einer Decke stecken.

Vielleicht hilfts, ich wünsch euch viel Glück,
Sue

So wie es aussieht muss es eskalieren, damit etwas passiert. Danke aber für Deine gut gemeinten Ratschläge; das Glück können wir wirklich gerade gebrauchen.
Grüße,
Moni

Hallo Moni,

Hat jemand Erfahrung mit so einem ähnlichen Fall? Reicht denn
nicht schon die Tatsache, dass sie ihren Mann bereits in der
gemeinsamen Wohnung geschlagen hat und bereits zwei
Selbstmordversuche gemacht hat? Diese Infos liegen dem
Gesundheitsamt sowie dem Jugendamt alle vor.

Nein, das reicht nicht. Es ist ein ärztliches Gutachten nötig und das werdet ihr nur schwer organisieren können.
Idealerweise findet ihr eine „Vertrauensperson“ (Freunde, Pfarrer, etc.) die sie davon überzeugt, dass eine Behandlung notwendig ist. Das braucht evtl Zeit und ne Menge Geduld… aber allemal besser als eine Zwangseinweisung.
Es ist durchaus möglich, dass deine Schwester für Argumente zugänglich ist und man ihr die Konsequenzen einer Nichtbehandlung bewußt machen kann.

eine Frage der Zeit bzw. der Formalitäten bis sie eingewiesen
wird, oder muss tatsächlich noch was passieren.

Dafür gilt:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Erfahrungsgemäß sieht es so aus, dass du als Familienangehörige erst reagieren kannst, wenn akut etwas vorliegt.

Mit Grüßen
Simone

offtopic
Hallo Branden,

Meiner Erfahrung nach werden viel zu selten Leute
zwangsuntergebracht.

Naja… so pauschal kann man das wohl nicht sagen. Es ist schon ganz gut, dass sich in 20 Jahren diesbezüglich einiges geändert hat.
Mehr Versorgungseinrichtungen, Akzeptanz und ein gut funktionierendes soziales Netz könnte so manch eine Zwanseinweisung verhindern.

Mit Grüßen
Simone

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Psychologen
Hallo Moni

Ich an deiner Stelle würde einen Psychologen zur Hilfe mit einbeziehen.

Er soll sich doch einmal deine Schwester genau ansehen und sich ein Bild machen von ihr.

Wie das mit der Krankenkassenzahlung mit dem Psychologen ist weiss ich nicht genau.

Ich kenne einen Fall da kam auch ein Psychologe mit dazu weil die Mutter bei ihren Sohn auch nicht weiterkam.

Folge Zwangseinweisung und Entmündigung.Er hat bis heute einen Vormund und ist ganz brav und artig.

Er weiss ja was ihm wieder blüt wenn er wieder unartig ist.

Erkundige dich einmal wegen einen Psychologen.
Ist auch für dich selbst ganz wichtig denn er kann auch dir und deiner Familie zur Seite stehen.

Also ein Beratungsgespräch zahlt die Kasse auf jeden Fall.

Freundliche Grüsse das geht auch vorbei vom Zitronenfalter

Hallo,

ich kenne einen ähnlichen Fall und auch da war es notwendig, dass die gute Frau zum Psychiater geht, zwecks ärztliches Gutachten. Das wurde so erreicht, dass der Frau eingeredet wurde, sie müsse wegen ihrer Nieren (oder ähnlich) zum Arzt, und das hat sie dann auch gern geglaubt, nämlich dass sie körperlich krank ist. So ging sie freiwillig zum Arzt, der sich aber dann als Psychiater entpuppte.

Heute (nach zwei Klinikaufenthalten) ist sie gesund (frei von akuten Schizophrenieschüben).

Alles Gute

Pooh

Hallo Moni,

ich kann gut verstehen, dass deine Schwester aggressiv wird. Sie soll zwangseingewiesen werden, weil sie ihren Mann zweimal geschlagen hat? … Nur zur Erinnerung: Viele Männer schlagen ihre Frau regelmäßig und nichts dergleichen passiert.

Und du fühlst dich im Recht, weil sie nicht wie gewünscht mit Trauer und Verzweiflung, sondern mit „Aggression“ auf die Entführung ihrer Kinder reagiert? - Kann ja nicht sein, denn eine „normale“ Frau wird nicht so aggressiv, nicht wahr? Frauen dürfen zwar weinen, aber nicht schreien.

Irgendwas an dieser Geschichte gefällt mir ganz und gar nicht. Und das ist der Umgang mit deiner Schwester.

Schöne Grüße

Petra

hallo petra,
hast du einen anderen beitrag gelesen als ich petra?

irritierte grüsse

nina

Hallo Petra,

vielleicht überlegst du dir nochmals, ob du sie wirklich verstehen kannst: aus Monis Schilderungen ist offensichtlich, dass ihre Schwester die Grenze, an der man auf tatsächliche Gegebenheiten wahlweise aggressiv (stat halt passiv) reagiert, längst überschritten hat. Die Dämonen, die sie jetzt ankämpft, sind in ihr selbst (Wahnvorstellungen usw.). Das ist auch aus dem Gesamtbild ihres Verhaltens erkennbar, es geht nicht nur um das zwei-Mal-den-Mann-geschlagen. Es geht darum, dass sie jemandem (Mann, Kinder, sich selbst) wirklich noch mehr physisches und psychisches Leid antun könnte/wird, ohne dass die Opfer es „verdient hätten“ und ohne, dass sie dasselbe gewollt hätte, wäre sie gesund - also nicht als Reaktion auf tatsächliche Gegebenheiten, wo man dann sagen könnte, na ja, die Frau wehrt sich halt bisschen dynamischer, sondern aufgrund der eigenen inneren Antriebe, die man als Außenstehender sogar als egoistisch beschreiben könnte, weil sie diesen Eindruck erwecken, in Wirklichkeit jedoch Dränge sind, die man selbst nie im Leben besiegt. Aber mit ärztlicher Hilfe vielleicht schon. Und danach kommt dann die richtige Zeit, „als Frau“ auf tatsächliche Verletzungen auch mal aggressiv zu reagieren.

Viele Grüße
P.

Hallo Petra!
Du wirst mir vielleicht nicht glauben, wenn ich das hier schreibe, aber einerseits kann ich Deine Reaktion fas verstehen. Wenn Du tatsächlich noch nie mit jemandem zu tun hattest der Wahnvorstellungen hatte, dann ist es schwer nachzuvollziehen, was das für Stress und für Sorgen für die Angehörigen sind. Man kann sich das selbst wirklich nicht vorstellen, wenn man das noch nie gesehen und miterlebt wie sich von Wahnvorstellunen gepeinigte Meschen verhalten.

Deswegen habe ich mir auch die Mühe gemacht Dir ganz genau zu antworten.

ich kann gut verstehen, dass deine Schwester aggressiv wird.
Sie soll zwangseingewiesen werden, weil sie ihren Mann zweimal
geschlagen hat?

Nein, sie soll nicht eingewiesen werden, weil sie meinen Schwager zweimal geschlagen hat, sondern weil wir ihr helfen wollen. Wir wollen ihr helfen, dass sie ihre Kinder wieder sehen darf. Das Jugendamt hat definitiv festgelegt, dass die Kinder nicht zu ihr dürfen, weil sie sehr große Bedenken haben, dass sie den Kindern etwas an tut.
Wenn mein Schwager ohne die Kinder ausgezogen wäre weil er es nicht mehr bei ihr aushält und hätte die Kinder bei ihr gelassen, dann hätte das Jugendamt sofort die Kinder geholt und in einer Pflegefamilie untergebracht.
Also noch mal, sie soll nicht eingewiesen werden, weil sie ihren Mann geschlagen hat, sondern weil sie Wahnvorstellungen hat und sich selbst schadet. Wir haben auch bedenken, dass sie sich selbst etwas antut, da sie schon 2 Selbstmordversuche hinter sich hat. Wir haben eben gehofft, dass es für einen Richter genügen würde sie einzuweisen, wenn sie bereits gegenüber dem Mann gewalttätig geworden ist.

Außerdem ist meine Schwester nicht aggressiv, weil sie zwangseingewiesen werden soll. Sie weis gar nicht, dass wir uns mit dem Jugendamt und dem Gesundheitsamt über dieses Thema besprechen. Wir hoffen ja auch immer noch, dass sie von selbst merkt, dass sie Hilfe braucht.

… Nur zur Erinnerung: Viele Männer schlagen

ihre Frau regelmäßig und nichts dergleichen passiert.

Ich finde Männer die ihre Frauen schlagen (es gibt übrigens tatsächlich auch immer mehr Frauen die ihre Männer schlagen) oder in der Ehe vergewaltigen oder sonst wie Gewalt ausüben sind nicht mit einem echten psychisch Kranken zu vergleichen. Natürlich haben diese Gewalttäter psychische Probleme, „ticken“ nicht ganz richtig, aber die Täter haben keine Wahnvorstellungen. Ich habe in Zusammenhang mit solchen Fällen zumindest noch nie gehört, dass solche Menschen behaupten, dass sie im Fernsehen sehen könne, dass ihr Partner mit „allen anderen unter einer Decke steckt“, oder dass Kameras in der Wohnung installiert sind mit denen sie ausspioniert werden.
Bei Gewalttätigen Ehemännern schreitet die Polizei sehr wohl sehr schnell ein; ist sofort in der Wohnung wenn ein Nachbar anruft und sagt, dass der Nachbar seine Frau verprügelt oder wenn die Frau selbst anruft (bei meiner Schwester sind sie schließlich sofort vor der Tür gestanden). Die Polizei kann, wenn die Frau eine Anzeige erstattet, den Mann sofort mitnehmen, ihm verbieten die Wohnung für einen gewissen Zeitraum zu betreten; letzteres sogar auch, wenn die Frau keine Anzeige erstattet.
Bei solcher Art von Gewalt in der Ehe ist es auch leider so, dass die misshandelten Frauen sich nicht helfen lassen, sich nicht trauen sich endgültig von ihrem Mann zu trenne und neu anzufangen. Viele Frauen nehmen Anzeigen in solchen Fällen auch wieder zurück.
Zwangseinweisen kann man solche Gewalttäter natürlich nicht, aber wenn die Opfer sich Hilfe holen, stark bleiben alles zur Anzeige bringen kann man die Täter sehr wohl ins Gefängnis bringen oder zumindest den Umgang mit dem Opfer gerichtlich untersagen.

Aber um Gewalt in der Ehe geht es ja hier auch nicht; es geht darum, dass wir befürchten, dass sich meine Schwester total ruiniert und wir glauben, dass in dem Fall eine Zwangseinweisung um ihr zu helfen das geringere Übel wäre. Denkt jetzt nicht, dass ich mir sicher bin; ich schwanke immer hin und her, was denn nun richtig ist. Aber ich sehe auch, dass sich meine Schwester mit ihren Wahnvorstellungen selbst zerstört, dass es immer schlimmer wird und ich kann anscheinend nichts anderes machen als zusehen und warten bis sie zusammenbricht.

Und du fühlst dich im Recht, weil sie nicht wie gewünscht mit
Trauer und Verzweiflung, sondern mit „Aggression“ auf die
Entführung ihrer Kinder reagiert?

Ich, wir, meine ganze Familie, das Jugendamt, die Psychologen vom sozial-psychjatrischen Dienst, die Psychologen vom Gesundheitsamt und ihr Hausarzt… wir fühlen uns alle im Recht, wenn Du das so formulieren willst. Aber nicht, weil sie mit Aggression reagiert, sondern weil sie Wahnvorstellungen hat und definitiv krank ist. Und weil die Kinder darunter leiden.
Außerdem wurden die Kinder nicht „entführt“, wie meine Schwester auch immer behauptet. Die ganze Aktion lief in enger Absprache mit dem Jugendamt und dem Gesundheitsamt ab; es liegt ein richterlicher Beschluss vor der eindeutig festlegt, dass mein Schwager das alleinige Sorgerecht hat.
Der Psychologe hat an das Jugendamt seinen Bericht geschickt aus dem zu entnehmen war, dass meine Schwester definitiv nicht erziehungsfähig ist und dringend angeraten, dass mein Schwager mit den Kindern auszieht, da es durchaus sein kann, dass es bei einer Kurzschlussreaktion meiner Schwester zu einem „Familiendrama“ kommen kann.
Die Kinder haben so sehr unter der Situation zu Hause gelitten, dass sie, seitdem sie mit dem Vater ausgezogen sind regelrecht aufblühen und noch nicht ein mal nach ihrer Mutter gefragt haben! Mein Schwager spricht sie aber selbst auf die Mutter an, versichert immer wieder, dass die Mama sie sehr lieb hat, nur dass sie eben leider sehr krank ist und sie deswegen manchmal „so komisch“ ist.
Selbst das Jugendamt ist von der extremen Verbesserung der Kinder in so kurzer Zeit erstaunt. War es dann richtig meiner Schwester die Kinder „zu entführen“ oder nicht?!

  • Kann ja nicht sein, denn

eine „normale“ Frau wird nicht so aggressiv, nicht wahr?
Frauen dürfen zwar weinen, aber nicht schreien.

Denkst Du denn wirklich, dass das meine Meinung ist? Natürlich dürfen Frauen sich wehren, schreien, aggressiv sein! Natürlich gestehe ich das auch meiner Schwester zu in jeglicher Form und auch besonders deswegen, weil sie krank ist.
Für uns Angehörige ist es nur schwierig, weil wir immer mit ganz anderen Reaktionen von ihr rechnen als dann tatsächlich kommen. Das ist auch das größte Problem an ihrer Krankheit, dass sie nicht mehr einschätzbar ist, dass man nicht weiss, was als nächstes kommt, ob sie nicht doch mal das Küchenmesser nimmt und sich „die Leute vom Hals schafft, die sie beobachten und fertig machen wollen“.
Wenn ich schreibe, dass ich geschockt oder verwundert war, dass meine Schwester nur mit Aggression auf die „Kindesentführung“ reagiert liegt das nur daran, dass ich mir vorstelle, was ich machen würde, wie ich mich fühlen würde wenn man mir meine Kinder weg nimmt. Und meine Reaktion wäre eben absolute Verzweiflung; ich würde nur noch heulen, wäre wahrscheinlich zu nichts mehr fähig. Natürlich „dürfen“ andere Menschen auf ein und die selbe Reaktion verschieden reagieren, aber mich irritiert das eben wie meine Schwester reagiert; so sachlich-aggressiv und aufgebracht, wie als würde sie bei der Polizei mitteilen, dass ihr Auto gestohlen wurde. So empfinde ich das eben, fühle ich und dafür dass mich über die Art und Weise wie meine Schwester reagiert verwundert bin, brauche ich mich weder zu entschuldigen oder zu schämen.

Irgendwas an dieser Geschichte gefällt mir ganz und gar nicht.
Und das ist der Umgang mit deiner Schwester.

Schreibe bitte was an dem, wie wir mit meiner Schwester umgehen nicht in Ordnung ist. Wir versuchen seit 10 Jahren ihr zu helfen, ihr zu erklären, dass sie sich Hilfe holen soll. Aber sie streitet mit jedem Arzt und mit jedem Psychologen, bei dem sie bis jetzt war und das sind nicht nur 2 oder drei Ärzte gewesen.
Wenn Du mir sagen kannst was da in so einem Fall hilft, dann sag es mir bitte; ich werde es sofort versuchen. Der sozial-psychatrische Dienst und das Gesundheitsamt rät uns sie „auflaufen“ zu lassen, ihr keinerlei Hilfestellung mehr zu geben, weder finanziell noch in sonst einer Weise. Sie haben uns erklärt, dass man mit ihr umgehen muss wie mit einem Drogensüchtigen; erst wenn solche Leute völlig zusammenbrechen, weil von keiner Seite Hilfe kommt dann lassen sie sich helfen.
Wir wollten ihr eigentlich mit einer Zwangseinweisung diesen totalen Zusammenbruch ersparen, ihr helfen zu erkenne, dass dies extrem beängstigenden Wahnvorstellung nicht der Realität entsprechen; aber anscheinend ist das durch unser Rechtssystem eben nicht möglich.
Wie ich schon geschrieben habe finde ich es natürlich sehr, sehr wichtig, dass solche Einweisungen sehr scharf kontrolliert werden, aber bei so einem Fall wie meiner Schwester fände ich es durchaus angebracht.

Ich hoffe immer noch, dass meine Schwester von selbst zur Vernunft kommt und nichts passiert.

Liebe Grüße,
Moni

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ärztliches Gutachten liegt vor
Hallo Pooh!

Danke erst mal für Deine Verteidigung!

Ein ärztliches Gutachten von dem Amtsarzt liegt ja bereits vor. Es liegt auch ein Schreiben von ihrem Hausarzt (mit dem sie natürlich auch gestritten hat) vor, dass das Gutachten noch zusätzlich unterstreicht.

Wir können jetzt nur abwarten und die Kinder schützen. Mehr bleibt uns wohl nicht übrig.

Liebe Grüße,
Moni

Hallo Zitronenfalter!

Danke für Deine Tips.

Das mit dem Psychologen (vom Gesundheitsamt) ist eigentlich schon alles am laufen. Er unterstützt uns wirklich sehr gut und kümmert sich auch um meine Schwester. Er will jetzt regelmäßige Hausbesuche bei meiner Schwester machen.

Entmündigen wollen wir meine Schwester eigentlich nicht; nur im aller äußersten Notfall. Der Arzt hat uns nämlich versichert, dass ihre Krankheit eigentlich mit Tabletten sehr gut behandelbar ist. Die Medikamente müsste sie zwar ihr ganzes Leben lang nehmen, aber wenn sie das tut kann sie eigentlich ein ganz normales Leben führen, wie jeder andere „normale“ Mensch auch.
Aber es fehlt ihr durch die Wahnvorstellungen einfach an der Krankheitseinsicht!

Grüße,
Moni

Hallo Moni,

gern geschehen.

Die Frau, von der ich erzählt habe, musste auch zwei Mal ins Krankenhaus (Nervenanstalt). Das zweite Mal war es leider ungefähr so, wie bei deiner Schwester; erst nachdem man sie, auf 38 Kilo abgemagert, in einer stinkigen Bude halb-bewusst aufgefunden hat, „durfte“ sie ins Krankenhaus eingeliefert werden. Aber sie hat es überlebt und ist „gesund“. Und wiegt 80 Kilo :smile:

Die Abmagerung war eine Folge eines Vergiftungswahns (man will mich vergiften) und eines Eitelkeitswahns (sich schön machen wollen für die Personen im Kopf). Wenn ich mir die Möglichkeiten vorstelle, die deine Schwester hat, so würde ich fast meinen, drastische Gewichtsabnahme wäre noch gar nicht so übel, als Selbstmordversuch, der noch gut gehen kann…

Oje, ist das traurig, oder? Jeder Tag, an dem man ihr nicht helfen will, ist dann doch ein wenig verloren.

offtopic
in den vorangegangenen Beiträgen kommt immer wieder durch,
dass es sehr schwierig ist, Angehörige zwangseinzuweisen.

Das ist richtig, und ich weiß wie hart das ist
diese Krankheiten mitzuerleben und mitzuleben.

Allerdings ist die Zwangseinweisung ein
Eingriff und eine Beschränkung unserer Grundgesetze und Menschenrechte.
Viel zu lange und viel zu oft wurde mit Zwangseinweisungen schindluder getrieben. Fälschlicherweise Zwangseingewiesen zu werden… ich glaub, ich brauch nicht erklären was das für einen bedeutet.
Hinzu kommt ein auf den ersten Blick weniger wichtiger Punkt: Geld.
Mit zunehmender Gesetzteslockerung nimmt die Zahl der Einweisungen stark zu. Und es ist weder ausreichend Raum noch Personal da diese Patienten zu versorgen. Ausbau ist kaum zu finanzieren.
Herzlich Willkommen bei der Gesundheitsreform. Die betrifft auch die psychiatrischen Einrichtungen.

Das alles hilft einem gar nicht, wenn man mittendrin steckt.
Aber es ist ein ähnliches Kapitel, wie das der Selbstjustiz-
wir alle kennen die Situation oder können es uns vorstellen.
Und doch ist es gut und richtig, dass wir es nicht dürfen.

Ich empfehle sich an das zuständige Krankenhaus und eine Angehörigen-Gruppe zu wenden, um Erfahrungen auszutauschen und Ratschläge einzuholen.

Die Sicht der Dinge
Hallo,

eine fiktive Reaktion auf ein fiktives Schwestern-Gegenüber:

  • würdest du mir meine Kinder wegnehmen, würde ich einen Veitstanz aufführen, der sich gewaschen hat - von wegen Trauer …

  • würdest du mich einweisen wollen, würde ich dir an die Gurgel gehen, denn ich hätte das Gefühl, du sprächest mir meine Würde ab

  • du unterstellst mir Wahnvorstellungen, anstatt meine Ängste WAHR zu nehmen und ERNST zu nehmen. Wahn kommt von „wähnen“, eine Ahnung haben … woher willst du wissen, dass meine Ahnung nicht wenigstens ein Körnchen Wahrheit in sich birgt? Und wenn die Wahrheit ist: ich habe Angst?

  • du schiebst mich in die Klinik ab, nur weil du mir nicht helfen kannst, magst, willst, es dir zu anstrengend ist, dich mit mir auseinanderzusetzen, weil ich vielleicht „anders“ bin als du, stressanfälliger, empfindsamer, cholerischer vielleicht sogar?

  • Willst du dich an mir für Vergangenes rächen, oder warum machst du es dir so einfach? Bist du zu kurz gekommen? Neidest du mir die Aufmerksamkeit, die ich durch mein „Anderssein“ von der Umwelt bekomme? Fühlst du dich zurückgesetzt?

  • Nimmst du mir übel, dass ich „anders“ bin als du?

Dann frage ich dich:

  • warum nimmst du mich nicht ernst, ich habe Sorgen, ich habe Ängste, um meinen Mann, um meine Kinder. Ich habe vielleicht einen „Kontroll-/Sicherheitszwang“, den haben viele und landen trotzdem nicht in der Klapsmühle, wo du mich haben willst …

  • warum bemühst du dich nicht, mich zu überzeugen, dass ich einmal einen Psychotherapeuten aufsuche - ganz zwanglos, nur einmal … damit ich sehen kann, dass jemand auf MEINER Seite ist, denn mein Mann und DU als meine Schwester bist es nicht …

  • dir traue ich nicht mehr - warum „organisierst“ du mir nicht, wenn du es wirklich ernst mit mir meinst, einen „Profi“, der - ohne dein für mich ersichtliches Zutun - mich einmal aufsucht, zu einer ambulanten, freiwilligen Therapie einlädt?

  • warum gönnst du mir nicht die Freiheit, meine Ängste und Zwänge in den Griff zu bekommen? Hilf mir DABEI, meine Freiheit zu behalten, denn einmal „zwangseingewiesen“ zu sein, wird mir mein Leben lang als Makel anhaften, dafür sorgt unsere Gesellschaft schon.

Bist du dir dessen bewusst??

Weißt du, wie einsam man sich da fühlt?

Weißt du, wie aggressiv es macht, wenn die eigene Schwester einen abschiebt?

Noch dazu der Mann auch noch?

Ich denke, das ist genug Denkanstoß, sich auch mal in Menschen zu versetzen, die vielleicht sich - SCHEINBAR - nicht ganz so „normal“ verhalten als andere …

Christina