Zwei Klassen ?

Hallo zusammen,

das haut mich doch glatt vom Hocker !
Meine Lebensabschnittspartnerrin sucht einen Gyn. Ich also los.
Mal hier gefragt mal da gefragt, bis ich so wußte wo in unserem sprengel sich Gyn’s niedergelassen haben.
In der ersten Praxis erlebe ich dann folgendes: Sind sie privat oder kassenpatient ?
privat nimmt der Dr. kasse nehmen wir nicht mehr auf.
der mann ist ein ganz normal niedergelassener kassenarzt !
Ist das nun erlaubt oder nicht ?
Ich finde das diskriminierend. und überlege mir einen offenen Brief an die Frau gesundheitsministerin über meine lieblingspostille die BILD.
Wie seht Ihr das ?
t.

Hallo,

Ich finde das diskriminierend. und überlege mir einen offenen
Brief an die Frau gesundheitsministerin über meine
lieblingspostille die BILD.
Wie seht Ihr das ?

So ganz laienhaft würde ich eher empfehlen, die Kasse deiner Lebensabschnittspartnerin zu informieren. Die dürfte das eher interessieren.

Gruß,
Salzmann

Hallo!

Ein Selbständiger darf sich seine Kundschaft aussuchen, wenn er meint, sich solche Vorgehensweise leisten zu können/zu müssen. Von akuten Notfällen abgesehen gilt das natürlich auch für Ärzte.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

das scheint ein übliches Verhalten der Ärzte zu sein. Ende letzten Jahres hat irgendein Magazin im TV 2 Mädels mit verst. Kamera begleitet, die wg. Kopfschmerzen zum Arzt gingen, eine als Privatpatientin die andere mit einer ges. Krankenversicherung. Die Arzthelferin fragte beide als erstes nach ihren Kärtchen.
Die gesetzlich Versicherte bekam keinen Termin und wurde sogar abgewiesen!
5 min. kam dann die Privatpatientin und siehe da… hatte sie nicht nur einen Termin sondern saß 2 Minuten später schon direkt beim Doc!

Gruß
Maja

Hi,

leider ist das völlig normal! Es liegt daran, daß der Arzt von den Kassen ein Budget bekommt und quasi ab einer bestimmten Anzahl Patienten kaum mehr Geld verdient (quasi fast umsonst arbeitet). Nimmt er noch zusätzlich Privatpatienten dann bekommt er die Einnahmen aber zusätzlich, also lohnt sich das für ihn.

Prinzipiell muß jeder Arzt nur Notfälle annehmen, den Rest seiner Kunden kann er sich auch aussuchen. Das dieser Arzt keine Kassenpatienten mehr annimmt kann auch ein Vorteil sein, er hat schon genügend Kunden und würde seine neuen Kassenpatienten nur schnell durch die Praxis duchschleusen (mangels Interesse). Also sucht Euch einen anderen Arzt, der arbeiten will und sich dann auch Mühe gibt.

Mir ist beim Frauenarzt was ähnliches passiert. Ich war erst Privatpatientin und bekam Rechnungen, die ich immer sofort bezahkt habe. Dann habe ich zu einer normalen Kasse gewechselt und schon wollte der Frauenarzt mich nur noch per Vorkasse behandeln! Also alle Extras vorher bar bezahlt haben! Als ob man sein Auto in die Werkstatt bringt und vorher schon die Reperatur bezahlt. Naja, der Arzt hat mich nie wieder gesehen und jetzt habe ich einen guten neuen Arzt.

Gruß Julia

Hi,

so wie es die freie Arztwahl gibt, kann auch der Arzt die freie Patientenwahl nutzen. (Ausnahme Notfallbehandlung)

Und dann bleibt noch die Frage: Was willst du eigentlich? Da ist ein Arzt der auf Privatpatienten umstellt, weil die Kassen seine Kosten nicht mehr erstatten wollen. Ja und? Warum willst du dem ans Bein pinkeln?

gruss
winkel

Meine Lebensabschnittspartnerrin sucht einen Gyn. Ich also
los.
Mal hier gefragt mal da gefragt, bis ich so wußte wo in
unserem sprengel sich Gyn’s niedergelassen haben.

Habt ihr keine gelben Seiten?
Und wenn nicht, du hast doch Internet! Warum gehst du nicht auf Arztsuche.de oder ähnliche Seiten.

Und warum sucht „Mann“ einen Gyn für eine Frau? Sollte sie das nicht selbst tun, da da ja auch ne gewisse (An)Vertrauensbasis dasein sollte?

winkel

Und dann bleibt noch die Frage: Was willst du eigentlich? Da
ist ein Arzt der auf Privatpatienten umstellt, weil die Kassen
seine Kosten nicht mehr erstatten wollen. Ja und? Warum willst
du dem ans Bein pinkeln?

Damit der den Eid nicht vergisst, den er mal geleistet hat. Und Einem kannst du dir gewiss sein: Ärzte verhungern sicher nicht, trotz Kassendesaster und Notstandsbeteuerungen. Ich seh den Lebensstil einfacher Hausärzte … keine Angst ! Ärzte sind keine Dienstleister wie Schlüsseldienste, Klempner oder Taxifahrer !

HM

Meine Zahnärztin meinte übrigens, dass sie eigentlich lieber Kassenpatientin behandele, weil die Kasse wenigstens zahle, bei Privatpatienten sähe es mit der Zahlungsmoral überhaupt nicht zahnfleisch-rosig aus.

keiner arbeitet umsonst
hallo!

für den der hilfe braucht ist es natürlich besch…
wir sind eben in deutschland noch vollkasko gewohnt.

man muss sich auch in die lage des anderen versetzen: ewig lange ausbildung, schuldenberg und erstattungssätze von der kasse für die ein anderer nichtmal morgens aufsteht.
und umsonst arbeiten muss ja nun wirklich nicht sein.

die schuld trägt nicht der arzt sondern die liebe politik die es immer noch nicht fertig gebracht hat das system grundlegend zu ändern (und das auch nicht schaffen wird).

tschüss

matthias

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Ich seh den Lebensstil einfacher Hausärzte … keine Angst ! Ärzte
sind keine Dienstleister wie Schlüsseldienste, Klempner oder
Taxifahrer !

Hallo,

Frage am Rande: Meinst Du mit „Schlüsseldienste“ den Mister-Minit-Service oder jene Unternehmen, die sich gerne unter dem Namen „AAAAAAAAAAA-Schlüsseldienst“ niederlassen, um im Telefonbuch ganz oben zu stehen?

Gruss,
Andreas
(AAAAAAAAAsoterik-Fachmarkt W.)

Hallo!

Ich seh den Lebensstil :einfacher Hausärzte …

Ärzte sind Freiberufler wie viele andere. Sie müssen zusehen, daß sie über die Runden kommen. Sicher verarmen nur wenige Ärzte, aber es ist gewiß kein Beruf mit eingebautem Reichtum. Die Bandbreite durchschnittlicher Einkommens ist sehr groß und reicht vom Landtierarzt bis zum Schickimicki-Doc, der nur gegen frei vereinbartes Honorar die Hintern überfressener Leute in Form bringt. Mancher Klempner stellt für das Honorar eines niedergelassenen Artes nicht einmal den Wecker.

Ärzte sind keine Dienstleister wie :Schlüsseldienste, Klempner :oder Taxifahrer!

Aber selbstverständlich sind das alles Dienstleister. Im Zwang, unternehmerisch und wirtschaftlich sinnvoll zu handeln, gibts jedenfalls keine Unterschiede. Allerdings guckt mancher Arzt zunächst erstaunt, wenn er von seinem Auftraggeber gefragt wird, was diese und jene Untersuchung außer Gebührenpositionen bringen soll.

Ich halte es für sinnvoll, daß die Menschen die Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen tatsächlich als Dienstleister betrachten und sich der Kosten der in Anspruch genommenen Dienstleistung bewußt sind. Eine der Ursachen für steigende Kosten im Gesundheitswesen liegt darin, daß im Verhältnis von Kassenpatient und Behandler über Geld nicht gesprochen wird.

Gruß
Wolfgang

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mal ein Beispiel
Mein Zahnarzt nimmt derzeit (noch) Kassenpatienten. Als ich das letzte mal bei ihm war, so gegen 19 Uhr (!) als letzter Patient, haben wir uns ein wenig unterhalten, genauer: Er hat sich richtig schön ausgekotzt.

Er erhält für eine Füllung einen Fixbetrag (die Rede war von irgendwas um die 40 Euro), unabhängig davon, wie lange er dafür braucht. Also ob groß oder klein, ob hinten oder vorne. Manchmal, so sagte er, wäre es einfacher und für ihn finanziell besser, er würde den betreffenden Zahn gleich ziehen (gäbe um die 80 Euro), aber er macht sich dann halt ans Werk.

Nun macht sich das Patientenbudget bemerkbar, d.h. er darf pro Patient und Quartal einen Betrag von x berechnen, unabhängig davon, was er bei dem Patient als einzelnem bzw. seinen Patienten als Ganzes berechnet hat. An dem Tag hatte eine Rückzahlungsaufforderung von 7.000 Euro bekommen, weil er das Budget überschritten hatte.

Er hat bei mir noch nie irgendetwas veranstaltet, was unnötig gewesen wäre (ich habe nicht viel zu veranstalten, außer nachschauen und Zahnreinigung und außerdem bekomme ich die Rechnung (privat versichert)). Er hat mir den Vorschlag gemacht, zwei Weisheitszähne ziehen zu lassen und mir dafür einen Kieferchirurgen empfohlen. Also auch hier nicht der Versuch, abzuzocken. Die Weisheitszahnsache habe ich bisher - nebenbei bemerkt - nicht machen lassen.

Tja, das ist jetzt ein Einzelfall, kann man sagen. Aber allein die Tatsache mit den Standardsätzen für die Füllung sollte einem zu denken geben. Mal abgesehen von den Folgen (z.B. gezogene Zähne, weil schneller gemacht und es kommt mehr Geld bei rum) ist das einfach Unfug: Wenn erbrachte Leistung und Vergütung derart unabhängig voneinander sind, kann das nur zu dem führen, was wir derzeit haben, nämlich ein gänzlich ineffizientes und teures weil überreguliertes System bar jeder Marktwirtschaft.

Gruß
Christian

Hallo,
du hast vollkommen recht !!!
Dieserf Arzt hat einen Vertrag mit allen Krankenkassen -
und dieser Vertrag verpflichtet ihn Kassenpatienten zu behandeln.
Das ist Fakt !!
Wenn ihm das nicht passt (zu wenig Geld), dann soll er seine
Kassenzulassung doch zurückgeben.
Er wird aber einen Teufel tun, denn ohne die Kassenpatienten
kann er wahrscheinlich bald seine Praxis schliessen.
Ergänzend muss ich einen Irrtum aufklären -
Der Arzt selbst bekommt z,Zt. kein Budget von der oder den Kassen,
sondern von der Kassenärztlichen Vereinigung - ein kleiner, aber
feiner Unterschied.
Die Kassen zahlen sog. Kopfpauschalen und Vergütungen nach den
entsprechenden Veträgen (übrigens die Ersatzkassen mehr als die
AOKén oder die BKKén), d.h. die KV bekommt einen Betrag X und
die KV errechnet die berühmt-berüchtigen Budgets für ihre Ärzte.
Zugegebenermaßen argumentiere ich als Krankenkassenmensch, aber
das mit einer mehr als 35jährigen Berufserfahrung.
Es gibt leider inzwischen in Deutschland eine „Zweiklassenmedizin“,
das aber doch nur, weil die Ärzte und Zahnärzte in der Hitparade
der Grossverdiener nicht mehr die Plätze 1. und 2. einnehmen.

Günter Czauderna

Nur mal so nebenbei gefragt…
Hallo Tamansari,

hast Du jemals in einer Arztpraxis gearbeitet? Nein? Ich schon - und das war noch zu Zeiten, als es den Ärzten - im Vergleich zu heute - noch gut ging.

Ist das nun erlaubt oder nicht ?

Ein niedergelassener Vertragsarzt (die Bezeichnung ‚Kassenarzt‘ gibt es seit 10 Jahren nicht mehr) besitzt die Zulassung, Leistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung zu erbringen. Nicht mehr und nicht weniger. Du täuschst Dich also, wenn Du davon ausgehst, daß er verpflichtet sei, neue ‚Kassenpatienten‘ anzunehmen. Das ist nicht der Fall: der Junge ist Unternehmer und kann sich seine Kundschaft selbst aussuchen. Und glaub gar nicht, daß jeder Hanswurst soooo einfach den ‚begehrten‘ Job als Vertragsarzt antreten kann - nein, nein… Da könnte ja jeder kommen! Trotz der katastrophalen Lage gibt es strenge Zulassungsvoraussetzungen; sogar die persönliche Eignung als Vertragsarzt mußt Du mitbringen (§§ 20, 21 Arzte-ZV)… Auf der anderen Seite ist es so, daß Du die KV-Zulassung jederzeit zurückgeben kannst.

Ich will jetzt keine Grundsatzdiskussion über die Zwei-Klassen-Medizin anzetteln, aber das System der GKV gehört meines Erachtens schleunigst eingestampft.

Ich finde das diskriminierend.

Nein, das ist freie Marktwirtschaft. Ich als Selbständige würde auch keinen Auftrag von einer maroden Bude annehmen - warum sollte also ein Arzt dazu gezwungen werden? Und seien wir doch mal ehrlich: die meisten gesetzlichen Krankenkassen sind wegen Mißmanagement sowas von marode, daß einem schlecht wird.

Abschließend zur Klarstellung: selbstverständlich ist auch ein Arzt, der ausschließlich Privatpatienten annimmt, dazu verpflichtet, in einem Notfall - und zwar auch dann, wenn der Mensch überhaupt nicht versichert ist - die Erstversorgung sicherzustellen. Tut er es nicht, drohen neben den strafrechtlichen auch standesrechtliche Konsequenzen und die sind nicht ohne…

Viele Grüße

Tessa

Dieserf Arzt hat einen Vertrag mit allen Krankenkassen -
und dieser Vertrag verpflichtet ihn Kassenpatienten zu
behandeln.

Hallo Guenter!

Wenn der Arzt erklärt, ausgelastet zu sein, wird keine KK etwas einwenden können. Die kassenärztliche Zulassung beinhaltet gewiß keine Verpflichtung, Kassenpatienten in beliebiger Anzahl behandeln zu müssen. Verträge ändern nun einmal nichts daran, daß der Tag nur 24 Stunden hat.

Man kann dem Arzt Öffnungs- und Arbeitszeiten nicht vorschreiben. Wenn man diese Zeiten nicht vorschreiben kann, kann man auch nicht verhindern, daß der Arzt einen bestimmten Teil seiner Zeit den Kassenpatienten und einen anderen Teil den Privatpatienten vorbehält. Und schon haben wir die Situation, daß der Arzt sagen kann, Privatpatienten nimmt er noch, Kassenpatienten aber nicht.

Der Arzt muß einerseits unternehmerisch denken, andererseits mit der Budgetierung leben. Das ist ein glatter Widerspruch. Wenn er von früh bis spät in den Zähnen von Kassenpatienten bohrt, wird er einen Teil seiner Arbeit letztlich unbezahlt leisten müssen. So ist es nahe liegend, daß der Arzt den Praxisumsatz optimiert, indem er mit den Kassenpatienten das erforderliche „Grundrauschen“ so weit erzeugt, bis das Budget erschöpft ist. Jeder weitere über die KV abgerechnete Aufwand führt zu nichts. In der Zeit kann der Arzt lieber spazieren gehen oder Privatpatienten behandeln. So läuft es eben, wenn ein Beteiligter marktwirtschaftliche Prinzipien über Reglementierungen aushebelt und der andere Beteiligte aber zwingend marktwirtschaftlich handeln muß, wenn er mit Praxiskosten, Krediten und Angestellten überleben will.

Gruß
Wolfgang

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Hallo,
ich denke das es den Ärtzen gar nicht so schlecht gehen kann, wenn diese es sich Leisten können Patienten (welcher Art auch immer versichert) weg zuschicken.

Aber ich denke das Problem der 2-Klasse Medizin ist ein anderes, nämlich das man sich ab einer gewissen Gehaltsgrenze von der geseztlichen (sozialen) Versicherung freikaufen kann.

Eigentlich sollten wir in einem Sozialstaat doch alle an einem Strang ziehen, wenn sich aber gerade die die mehr verdienen abkapseln können ist doch logisch das die Kassen auf keinen grünen Zweig kommen.
Es sollte zwar auch nicht so sein das die die wirklich sehr viel Verdienenden unendlich viel Geld in die Kassen einzahlen, da sollte es schon eine Grenze geben ansonsten wäre es auch nicht fair.

Und wenn das so wäre das alle in die gleiche Soziale-Krankenkasse einzahlen, gebe es keine 2-Klassen Medizin (zumindest nicht eine so weit auseinanderklaffende) weil es ja keine Privatpatzienten (in diesem Sinne)mehr gäbe.

Was meint Ihr?

gruß Sandra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Planwirtschaft
Hi,

ich denke das es den Ärtzen gar nicht so schlecht gehen kann,
wenn diese es sich Leisten können Patienten (welcher Art auch
immer versichert) weg zuschicken.

warum sollten sie Patienten nicht wegschicken, an denen sie nichts verdienen? Daimler verkauft seine Autos ja auch nicht für 5.000 Euro, um sie besser zu verkaufen.

Das Stichwort lautet „Kostendeckung“. Derjenige, der die Leistung erbringt, hat die Preise festzulegen und nicht irgendwelche Verwaltungsfuzzies, die von der Sache keine Ahnung haben. Seltsamerweise glaubt man, daß gerade das Gesundheitswesen per Planwirtschaft geregelt werden kann, die in allen anderen Bereichen erwiesenermaßen versagt hat. Das Gesundheitssystem ist nur ein weiteres Beispiel dafür.

Gruß
Christian

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Hallo,
wenn der Arzt die Preise festlegt, wäre es doch nicht anders als es jetzt sowieso schon ist. Der eine kann sich die Behandlung leisten der andere nicht.
Wie soll es anders (gerecht) funktionieren als das wirklich alle in die gleiche Kasse bezahlen ?

gruß Sandra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

wenn der Arzt die Preise festlegt, wäre es doch nicht anders
als es jetzt sowieso schon ist. Der eine kann sich die
Behandlung leisten der andere nicht.

wieso das? Ich wollte damit sagen, daß der Arzt je nach Aufwand mit der Krankenkasse abrechnen sollte und nicht irgendeinen willkürlichen Fixbetrag.

Gruß
Christian

Wie soll es anders (gerecht) funktionieren als das wirklich
alle in die gleiche Kasse bezahlen ?

Hallo Sandra,

im Moment zahlen die Versicherten an einige hundert(!!) gesetzliche Krankenkassen mit hunderten Verwaltungen und hunderten Direktoren. Etliche dieser Krankenkassen betätigen sich nebenbei als Immobilienunternehmen und versenken Beiträge in Objekten, die sich nicht wie geplant vermieten lassen. Die Krankenkassen haben nicht die blasseste Ahnung, wieviel Geld sie für einzelne Leistungen des einzelnen Patienten bezahlen. Sie bezahlen nämlich nicht an die Ärzte, sondern an die kassenärztliche Vereinigung, die ihrerseits den Praxen ein Maximalbudget zuordnet. Hat der Arzt das Budget ausgeschöpft, bekommt er weitere Leistungen kein Geld mehr.

Das System ist kranker als die Patienten. Politiker, Verwaltungsleute und Ideologen haben es kaputt reglementiert und gleichzeitig werden abertausende Menschen vom System ernährt, die keinerlei Dienstleistung für die Versicherten erbringen.

Ein Arzt, der einfach nur treudoof seine Patienten betreut, wird sehr bald merken, daß er für einen Teil der Behandlungen kein Geld bekommt. Die Bank will aber Tilgungsraten pünktlich sehen, die Angestellten wollen ihr Gehalt haben und der Vermieter die Praxismiete. Der auf Existenzerhalt bedachte Arzt wird also nur genau so viele Kassenleistungen erbringen, wie auch bezahlt werden. Jeder Handschlag darüber hinaus kostet ihn bares Geld, bringt aber nichts. Dann kann er lieber zu Hause die Füße hoch legen oder, falls vorhanden, Privatpatienten behandeln. Handelt er anders, wird der Arzt zum Opfer des Systems und keiner hilft ihm, wenn er mit seiner Praxis in Not gerät.

Unser GKV-System trägt die typischen Züge der Planwirtschaft. Ein Füllhorn angeblich sozialer Leistungen wird über die Menschen gekippt, aber es wird systematisch verheimlicht, wo das Geld bleibt. Ein Patient kann theoretisch täglich einen anderen Arzt mit immer dem gleichen Leiden aufsuchen, es wird restlos alles bezahlt. Bei Dreckwetter und Langeweile kann man seine Zeit in Wartezimmer verbringen und sich von früh bis spät untersuchen lassen. Politiker beschäftigen sich mit Piepfax-Beträgen der Zuzahlung. Auf die Idee, dem Patienten die Kosten in Euro und Cent offen zu legen, ihn prozentual zu beteiligen, ihn aber auch an Einsparungen teilhaben zu lassen, will keiner kommen. Statt dessen halten wir es für sozial, wenn über Geld und seinen Verbleib nicht gesprochen wird.

Gruß
Wolfgang

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