Um was geht es denn eigentlich?
Hallo Eencockniedo,
ich würde gerne mal Eure Meinung hören.
Meine bekommst Du jetzt auch noch.
Nachdem ich Deine Frage und die Antworten von Anfang an verfolgt habe, schreibe ich jetzt das, was ich von Anfang an im Kopf hatte…
Meine Frau, sowie ich, haben von verschiedenen Betreuerinnen
gehört, dass unsere Tochter lebhaft wäre und sich auch nichts
gefallen lässt. So richtig toll hört sich so eine
Beschreibung nicht an.
Warum nicht? Ich finde, so eine Beschreibung hört sich rein von dem, was Du schreibst, sogar sehr positiv an!
Ich höre wirklich etwas ganz anderes, und zwar wertfrei bis positiv formuliert.
Denn, sag mir,
was ist an der Bezeichnung „lebhaft“ für ein Kind (gleich welchen Geschlechts!) bitte negativ?
Was ist an der Bezeichnung „sich nichts gefallen lässt“ negativ?
Ich höre bei beiden Äußerungen der Erzieherinnen offenbar etwas ganz Anderes als Du. (Elbin schrieb dies auch bereits mehrfach)
Mein Eindruck ist, dass Du, warum auch immer, diese Meinung einfach nicht als positive Äußerung zulassen kannst.
Da mag man jetzt gewillt sein, nach Ursachen forschen wollen, das lasse ich, logo, es steht mir nicht zu…
Gestern hatte Sie ein geschwollenes Auge, weil Ihr Wohl ein
Junge eine gepfeffert hat (nachdem sie, laut Aussage der
Betreuerin, ihn wohl „angegriffen“ hat, was durchaus der Fall
sein kann).
Das kann überall und jedem Kind passieren. Leider 
Zu Hause ist sie ab und zu (1x pro Woche) auch rabiat,
meistens, wenn Sie überfordert ist bzw. auch mal zu
vernachlässigt.
Versteh mich jetzt bitte richtig
aber das würde mir persönlich eher zu denken geben, als zu überlegen, ob die Erzieherinnen unfähig sind oder nicht.
Mein Problem ist jetzt, wie ich die Leistung der Betreuerinnen
im Kindergarten bewerten kann, bzw. ob ein anderer
Kindergarten evtl. besser wäre?
Warum?
Glaubst Du wirklich, die Leistung der Betreuerinnen bewerten zu können?!
Wenn Deine Tochter lebhaft ist und sich zu wehren weiß, wird sie sich auch anderswo (hoffentlich!) so verhalten.
Einen Kindergartenwechsel zu erwägen, obwohl eure Tochter sich ja, wie Du schriebst, dort wohl fühlt, solltet ihr aus diesem Grund nun wirklich lassen.
Neben der für ein so kleines Kind sehr langen Trennung von den Hauptbezugspersonen muß man jetzt nicht noch einen weiteren Wechsel zumuten.
(Bitte! Ich will Dir damit jetzt nicht ein noch mieseres Gefühl machen, es geht ja offenbar nicht anders… Das dies alles nicht so prickelnd ist für Kleinkinder (meine hiermit: Bindungsfähigkeit fördernd, etc.) weißt du ja selber) Aber manchmal muss es eben sein.
Die Betreuerinnen scheinen
mir sehr eingeschränkte Denkweisen zu haben, da ich Sie so
verstehe, dass sie sich eher wundern, dass sich ein Mädchen so
verhält, wie meine Tochter es tut.
Hier schreibst Du erstmalig, dass DU sie so verstehst. DU!
Woher willst Du wissen, das sie sich „wundern“?
Ich verstehe es nicht, bitte sprich mit den Erzieherinnen, frag sie, wie sie die Äußerungen gemeint haben.
Sage, dass Du den Eindruck hattest, dass sie das Verhalten Deiner Tochter „schwierig/ problematisch“ wie auch immer finden.
Frag sie bitte, wie es gemeint war.
Nur so könnt Ihr zukünftig vertrauensvoll miteinander umgehen.
Es scheint sich bei dem von Dir beschriebenen Problem um ein „einfaches“ Kommunikationsproblem zwischen euch Erwachsenen zu handeln. (Es mag sein, das da noch ganz andere Probleme sind. Du benennst aber dieses und darauf beziehe ich mich.
Was mache ich nur? Erziehe ich sie tradtioneller - Mädchen
geht zur Betreuerin und beschwert sich, dass Junge sie
geschlagen hat, worauf Junge grossen Ärger bekommt
oder moderner - Mädchen wehrt sich bei körperlichen Angriff
direkt?
Woher hast Du Diese Vorstellungen von Erziehung?
(Schrieb unten schon mal jemand, ist eigentlich nicht nötig, zu wiederholen, habe aber den Eindruck, es könnte für Dich wichtig sein, es wiederholt zu lesen)
Für Dich ist „Mädchen geht zur Betreuerin und beschwert sich“, gleichzusetzen mit petzen.
Ich sehe das anders:
Wenn ein Mensch, ob Kind oder Erwachsener, sich beschwert, dann ist es erst mal sein gutes Recht und kein Petzen. Es kommt-wie so oft-auf die Art an, wie es geschieht.
Dazu kann man seine Kinder erziehen…
Ich finde z.B. sinnvoll, wenn einem Kind (inhaltlich) vermittelt wird:
„Wenn Du etwas nicht möchtest, sag es dem Betreffenden.
Sag, was Du fühlst!
Hört der nicht zu, sag es nochmal.
Hört der immer noch nicht oder macht in dem, was dich stört, weiter, hol Dir Unterstützung bei anderen, Kindern oder Erwachsenen!“
Das mal so in Kurzform.
Und im Notfall vertrete auch ich die Meinung, dass zurückhauen O.K. ist.
Und zu guter Letzt:
wenn ein Kind zu einer Erzieherin geht, um sich Hilfe zu holen, dann bekommt das andere Kind nicht unbedingt „großen Ärger“.
Eigentlich 
sollte es so sein, dass der Konflikt zwischen den Kindern mit Unterstützung der Erwachsenen geklärt wird.
So ist zumindest meine Vorstellung von Umgang mit kindlichen Streitigkeiten…
…und ehrlich gesagt: glücklicherweise auch meine Erfahrung im wirklichen Leben.
Manchmal gibt es dann als Ergebnis einer Konfliktlösung auch mal `nen „Riesen-Ärger“ …
Und das ist manchmal halt auch einfach richtig so.
Ich glaube, bei Eurer Tochter ist schon alles O.K., und im KiGa aus der Ferne zumindest von dem, was ich lese, erst mal auch.
Das ungute Gefühl, was Dich bedrückt, kommt m.E. von woanders.
Alles Gute für Euch Drei,
wünscht Finjen