Hallo,
ich wüsste gerne Rat von euch, da ich mit meiner Lage total überfordert bin.
Bin in Deutschland geborener Türke.Habe 2 Kinder (8 und 11).Von Anfang an wollte ich, dass die beiden mit beiden Sprachen aufwachsen.Auch wenn ich mich meiner Umgebung angepasst habe, sehe ich es als wichtig an, meine Herkunft nicht zu vergessen und sie zu pflegen.Ich denke , dass man somit auch sensibilisiert wird auf die Themen Verständnis und Toleranz.Ich bin mit einer deutschen Frau verheiratet, werden uns aber trennen.
Nun habe ich seit der Geburt der Kinder mit ihnen türkisch gesprochen,die Mama auf deutsch.Die Kinder tun sich schwer die Sprache zu lernen.Es ist inzwische soweit, dass sie die Sprache ablehehnen, da diese ja „unnötig“ ist und sie sich somit „umsonst“ belasten.
Leider habe ich neben meinen Eltern und Geschwistern keine weiteren türkischen Bekannten, sodass hier einfach der Umgang fehlt.Ich möchte sie aber auch nicht einem Zwang aussetzen, unbedingt diese Sprache zu lernen.Sie sollen es selber wollen.Aber welche Möglichkeiten ich auch wähle,ich komme einfach nicht weiter.Wenn ich mit den beiden deutsch rede, komme ich mir fremd vor, so als ob ich nicht meinen eigenen Kindern reden würde, was mich auch mental belastet.Da ich mit ihnen von Anfang an türkisch gesprochen habe, sind sie die Sprache gewohnt,jedoch wird sie nicht gebraucht.Habt Ihr vielleicht Ideen ,wie ich aus dieser Sackgasse rauskomme ? Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
erwin
Hallo Erwin,
Ob es viel bringt, weiss ich nicht. Aber wie wär’s wenn Du die Kinder mal für einen längeren Urlaub (3 - 4 Wochen) in die Türkei mitnimmst. Mal nicht ins Hotel, sondern wirklich zur türkischen Verwandtschaft. Ich nehme jetzt mal an, dass Du in der Türkei mehr Verwandte hast als hier. Am besten jemanden, der Kinder im Alter von deinen Kindern hat. Wäre das möglich?
Viele Grüsse
Klaus Bernstein
MOD: Überflüssiges Vollzitat gelöscht.
Hallo Erwin!
Vorab ich denke diese Frage wäre besser bei Eltern-Kind aufgehoben. Ich weiß daß dort dieses Thema mehrmals angesprochen wurde.
Das gesagt, nun meine Lage: Ich bin spanierin, mein Lebensgefährter Deutscher und unser Sohn zweisprachig (weder hier in Deutschland, noch in Spanien, merkt man seine Zweisprachigkeit nicht an. Jeder denkt er ist einsprachig des jeweiligen Landes!)
Leider habe ich nicht mitbekommen in wie weit Deine Kinder Türkisch können.
Und nun ein paar Tipps:
-
Du muß streng darauf achten, mit denen NUR Türkisch zu reden. Egal was Du sagst, bitte auf Türkisch.
-
Für mich sehr wichtig: Versuche denen das Stolzgefühl zu vermitteln, Türke zu sein.
-
Bring denen Eure Kultur näher (erzähle denen Geschichten wo Türken großartig waren, zB)
-Wenn sie sich was wünschen (zB ein tolles Buch, eine spielkonsole, …) ja, aber ebenfalls NUR auf Türkisch.
-
Versuche soviel Kontakte mit Türken in Deienr umgebung herzustellen, möglichst Gleichaltrigen
-
Sooft wie möglich in die Türkei fliegen und dort so lange bleiben wie es nur machbar. Selbstverständlich nur bei Menschen, die auch Türkisch rden (also keine Hotelanlage voller Deutsche!)
-
Gibt denen Belohnungen (und wenn diese noch so klein sind) wenn sie von sich aus etwas in dieser Richtung getan haben.
-
Verbringe so viel Zeit mit denen wie möglich und rede ausschließlich Türkisch.
Das sind nur ein paar Beispiele, die mir so auf die schnelle einfallen. Ich weiß, daß ich mal darüber einen psoting geschrieben habe. Ich werde diesen suchen und wenn ich es finde, poste ich den Link. Alelrdings es war nicht hier, sondern im Brett „Eltern und Kinder“.
Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg in Deinen sehr löblichen Vorhaben!
Schöne Grüße,
Helena
Nachtrag
Hallo Erwin!
Hier einen der angedeuteten Links:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
(Es gibt aber noch mehr!)
Schöne Grüße,
Helena
Hallo Erwin
Hier noch ein neuerer Link zum Thema:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Vielleicht sind dort ein paar Ideen fuer Dich dabei. Allerdings betreffen die meisten der Beitraege Kleinkinder, was ja bei Dir nicht mehr der Fall ist.
Vielleicht koenntest Du versuchen, ihnen ueber ihre Interessen die tuerkische Kultur nahezubringen (Literatur, Musik, Malerei, Sport oder was auch immer sie interessiert).
Noch eine Moeglichkeit waeren deutsch-tuerkische
Kindergruppen, ich meine jetzt Gruppen, wo deutsche und tuerkische Kinder zusammen was machen.
Urlaub usw. wurde ja schon angesprochen.
Dass wichtigste aber ist, dass Du ein Beispiel fuer sie bist, also einen tuerkischen Bekanntenkreis aufbauen, vielleicht auch mit Leuten, die aehnliche Probleme haben.
Hoffe, das hilft dir etwas weiter.
Gruss
Wolf
Servus,
wie ist es, wenn Du abwartest, bis die Kinder so 15…17 sind und (möglicherweise) Lust verspüren, ihre Wurzeln zu erforschen - und auch zu pflegen? Wenn sie die Sprache passiv kennen, werden sie schnell aktiv damit umgehen können.
Nachbarn von uns sind gerade in Kroatien, um dort ihre Tochter zu verheiraten: Genau die in der Geschwisterreihe, die lange Jahre „die bessere Deutsche“ sein wollte und ihrer Mutter, die als nicht berufstätige Hausfrau auch nach dreißig Jahren noch Schwierigkeiten mit dem Deutschen hat, deswegen heftige Gefechte geliefert hat; auch lange Zeit, auch in der Familie, ausschließlich Deutsch und Kurpfälzisch geredet hat. Und jetzt will sie, wenn sichs vermeiden lässt, möglichst nie wieder nach D…
Schöne Grüße
MM
Hallo Erwin,
ich bin Deutsche, mein Mann Türke. Diesen Monat sind wir 25 Jahre verheiratet. Mein Mann ist mit 19 Jahren nach Deutschland gekommen, ich hatte vorher praktisch nur Deutsche gekannt - in unserer Altersgruppe ja nichts Ungewöhnliches. Mit anderen Worten: Zwei Welten prallten aufeinander, ungebremst…
Wir haben zwei Söhne, 16 und 24. Beide haben türkische, deutsche und andere Freunde, der Große spricht gut Türkisch, der kleine mäßig, ich kann sogar türkische Bücher ins Deutsche übersetzen.
Wir haben mit den Kindern eigentlich immer beides durcheinander gesprochen: Ich habe mit ihnen deutsch gesprochen, auf türkisch geschimpft…
Hast Du keine Möglichkeiten, in der Türkei Verwandte zu besuchen, die den Kindern ein Familiengefühl vermitteln können, wo sie Lust haben, Kontakt mit denen aufzubauen und zu erhalten? Wo sie etwas von der dortigen Kultur mitbekommen?
Hast Du Deinen Kindern gesagt, wie Du Dich fühlst, wenn Du mit ihnen deutsch sprichst? Ich denke, sie sind alt genug, das zu verstehen.
Außerdem kannst Du vielleicht ein wenig Ahnenforschung betreiben und vielleicht ihre Neugierde auf ihre Herkunft väterlicherseits wecken. Die Vorfahren meines Mannes brachen z.B. vor 2000 Jahren aus der Zentralmongolei als Nomaden auf und siedelten vor ca. 150 Jahren in der Westtürkei. Das Ganze hat mich monatelange Nachforschungen gekostet, deren Ergebnis in eine Homepage mündete - worüber sich auch unsere Neffen und Nichten freuen, erfahren sie doch viel Neues. Die türkische Geschichte ist ja nun wirklich nicht langweilig, und Nachfahren von Dschingis Khan o.ä. zu sein, finden Deine Kinder vielleicht sehr spannend…
Gruß, Susanne
PS: Bist Du sicher, dass ein Gang zur Eheberatung Euch nicht mehr weiterhilft? Wie oft trennen sich Leute, weil sie nicht offen miteinander reden… Ich will mich ja nicht einmischen, tut mir nur Leid. Uns hats jedenfalls sehr geholfen, wir haben auch jede Menge Höhen und Tiefen erlebt!
Hallo Erwin,
sprich einfach mit Ihnen weiterhin auf turkisch. Es ist normal, dass sie die Sprache, die nicht auf dem Land gesprochen wird, nicht sprechen. Das heisst längst nicht, dass sie sie nicht lernen.
ich kenne viele Fälle davon. Irgenkdwann fliegst Du mit ihnen in der turkei und da werden sie merken, dass sie die Sprache brauchen. Bist jetzt sehen sie nicht, das sie die sprache brauchen. Das ist keine Belanstung für die Kinder. Kinder lernen einfach ohne es zu merken. Sie haben bis jetzt dich auf turkisch gehort, dann mach es weiter. Su tuts ihnen einen großen Gefallen: sie haben eine Fremdesprache weniger zu lernen.
Viel Gluck,
a,
Hallo,
also eine spontane Idee von mir wäre, falls machbar, ein Urlaub in der Türkei - eben damit die Kinder sehen, dass diese Sprache keineswegs „unnötig“ ist, sondern dass man sich so mit Menschen unterhalten kann, die einen sonst nicht verstehen würden.
Ansonsten denke ich, dass es ein großer Vorteil ist, zweisprachig aufzuwachsen. Es kommt hier meiner Meinung nach gar nicht so sehr darauf an, welche beiden Sprachen das sind, denn keine Sprache ist „unnötig“. Und Türkisch schon gar nicht. Das mit dem EU-Beitritt ist zwar jetzt noch nicht entscheiden, aber ich denke nicht, dass Türkisch in 10 Jahren oder so - also wenn deine Kinder ins Berufsleben einsteigen - weniger wichtig ist als jetzt.
Ob es schon etwas hilft, einmal darauf hinzuweisen? Dass man bei einer Bewerbung größere Chancen hat, wenn man eben zufällig auch noch fließend Türkisch spricht, als wenn man nur Englisch kann? (Denn das ist sowieso eine Selbstverständlichkeit geworden.)
Schöne Grüße und viel Erfolg bei der „Überzeugungsarbeit“ 
Petra
Hi
Du sagst du bist in Deutschland GEBOREN, daher verstehe ich nicht ganz, wo das Problem liegt, daß du Deutsch mit den Kindern sprichst. Ich kann es nachvollziehen, daß man mit den Kindern in der Muttersprache bzw. ersten Sprache spricht, weil alles andere „künstlich“ ist (außer wieder in der Öffentlichkeit, wo alle die Landessprache sprechen, egal ob sie erste oder spätere Sprache ist), aber wenn du seit Geburt in Deutschland bist, ist das doch auch deine erste Sprache (bzw. eine davon), zumindest liest du dich sehr danach. Wahrscheinlich empfinden sie deswegen das Türkische als aufgesetzt, als etwas, das in der Vergangenheit liegt. Du bist bereits zweite Einwanderergeneration, deine Kinder die dritte. Da muß man wirklich nicht eine Sprache auf Biegen und Brechen weiterführen, wenn schon die Eltern mit der neuen Sprache aufwuchsen. Sowas kenne ich jedefalls nicht. Sie froh, daß die Kinder perfekt Deutsch können und sich integrieren WOLLEN.
Gruß
d.
Tach Datafox,:
Sie froh, daß die
Kinder perfekt Deutsch können und sich integrieren WOLLEN.
Deine Abneigung gegen alles arabisch/muslimische in Ehren, aber das war nicht die Frage.
Es gibt sicher noch einige Verwandte und Freunde in der Türkei und es wäre doch schade, bzw. nicht erstrebenswert, wenn sie mit denen nicht mehr kommunizieren könnten.
Wäre die Frage von einem Italiener oder Spanier gekommen, hättest Du sicher nicht diese Antwort gegeben.
Gandalf
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Hallo Erwin,
bisher hat glaube ich noch keiner nach der Ursache gefragt, warum die Kinder die Sprache ablehnen.
Das ist nämlich eigentlich untypisch für Kinder, die von klein an zweisprachig aufwachsen.
Auch das Argument, dass sie sich mit der Sprache „umsonst belasten“,
klingt nich kindertypisch.
Deshalb ein paar Fragen:
Hast du mit deinen von Anfang an türkisch gesprochen? Wenn du erst später (also als die Kinder z.B. schon im Schulalter waren) damit angefangen hast, könnte ich ihre Ablehnung eher verstehen. Kinder lernen dann schon nicht mehr so automatisch Sprachen wie im Kleinkindalter, und es könnte ihnen wirklich eine Belastung sein.
Kann es sein, dass es Spannungen zwischen dir und deiner Frau gibt (oder anderen Familienmitgliedern), die die Kinder mitbekommen - und dass sie durch die Ablehnung der Sprache ihre Verunsicherung ausdrücken?
Oder dass die Kinder eine Trennung ihrer Eltern befürchten, vielleicht Angst haben, du gehst in die Türkei zurück (also weit weg), und deshalb ihre Ablehnung ausdrücken?
Bitte sei nicht gekränkt über meine Fragen, ich weiß ich stochere im Dunkeln, aber vielleicht liegt ja hier ein wichtiger Hinweis. Ansonsten, rein lerntechnisch, meine ich auch:
rede weiter türkisch mit ihnen, zwinge sie aber nicht, auch so zu antworten. Reisen in die Türkei werden ihrer Spachfähigkeit schon „Beine machen“.
liebe Grüße,
Ina
Wäre die Frage von einem Italiener oder Spanier gekommen,
hättest Du sicher nicht diese Antwort gegeben.
Wäre meine Antwort nicht von mir gewesen, hättest du diesen Kommentar nicht geschrieben.
Eigetlich antworte ich nicht auf derartige Angriffe, aber es muß sein. Meine Meinung basiert auf Kontakt mit dutzenden Einwanderern dritter Generation, zwar keine Spanien und Italiener, aber das ist doch egal. Keiner von denen hat starke Ambitionen, die Sprache der Großeltern nochmal reingedrückt zu bekommen, obwohl beide Eltern bereits als Muttersprache die Landessprache sprechen, sondern sind froh, sich einigermaßen integriert zu haben.
Gruß
d.
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ein neuer Gesichtspunkt
Hallo Gandalf,
wir Lehrer raten all diesen Kindern dringend, ihre Heimatsprache zu pflegen, denn es vergrößert doch zumindest die Mannigfaltigkeit ihrer Berufsaussichten.
Was für ein Unsinn, nein eigentlich fast schon ein Verbrechen, einem Kind, das zwei Sprachen spricht, eine davon abgewöhnen zu wollen. Mit Integration hat es nichts zu tun. Man macht damit diesem Kind nur das Leben unnötig schwer, denn dann ist ein Zurück in das alte Land noch viel schwerer möglich. Und wer wagt es, sich als Prophet aufzuspielen und eine solche Rückkehr als nie wünschenswert hinzustellen? Zumal, wie Du richtig schreibst, gerade bei Türken viele Familienbindungen existieren.
Ich denke auch an viele meiner SchülerInnen,die in Deutschland als Türken beschimpft werden, in der Türkei hingegen gesagt bekommen, sie wären keine Türken mehr und sollten gefälligst zurück nach D Land.
Es sind Kinder zwischen zwei Welten. Unklar, wie es mit vielen von ihnen weitergeht.
Was gäbe ich übrigens darum, wäre ich französisch oder russisch zweisprachig aufgewachsen (am liebsten dreisprachig:smile:).
Nun muss ich mir das mühsam selbst beibringen. Das dauert endlos …
MFG
Henning
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Hallo
wir Lehrer raten all diesen Kindern dringend, ihre
Heimatsprache zu pflegen, denn es vergrößert doch zumindest
die Mannigfaltigkeit ihrer Berufsaussichten.
Bei einigen Sprachen stimmt das natürlich wegen den Berufsaussichten.
Aber bei „Heimatsprache“ werde ich stutzig. Für dich hat ein Kind, dessen Vater bereits in Deutschland geboren wurde, Türkisch als „Heimatsprache“? Was du damit unterschwellig ausdrückst ist, daß dieses Kind seine Heimat woanders hat, also nicht integriert ist und es auch nicht sein kann - und das als DRITTE Generation!? Das empfinde ich als das exakte Gegenteil dessen, was Einwanderern und ihren Nachkommen tatsächlich NUTZEN würde, nämlich akzeptiert zu werden als Gleicher unter Gleichen. Alles was diese Kinder wollen ist eine Heimat, und nicht ständig gesagt zu kriegen, XZY wäre ihre „Heimatsprache“, weil von daher die Großeltern stammen. Kein Wunder, daß sie sich weigern sie zu sprechen!
Dabei würde mich interessieren, ob du dasselbe von einem Kind sagen würdest, dessen Großmutter aus Italien stammt. Nur aus Interessse, damit ich weiß, wo meine Heimatsprache ist. 
(Bei Einwanderen selbst, d.h. Menschen mit anderer Mutterpsrache, und deren Kindern, sieht es leicht anders aus. Da wird nämlich tatsächlich die Muttersprache an das Kind weitergegeben, mangels einer anderen!)
Gruß
d.
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Nicht immer, liebe Datafox
Hallo Datafox!
Immer wieder ein Genuß Deine Postings zu lesen.
Allerdings bei:
(Bei Einwanderen selbst, d.h. Menschen mit anderer
Mutterpsrache, und deren Kindern, sieht es leicht anders aus.
Da wird nämlich tatsächlich die Muttersprache an das Kind
weitergegeben, mangels einer anderen!)
…mMn. stimmt das nicht zu 100%. Es ist so, daß manche einwanderer doch die Landessprache sprechen. Nur diese wollen die Kultur des Herkunftslandes wach halten und als sehr wichtigen Teil eines Selbst, an das eigene Kind weitergeben. So sehe ich das bei mir.
Auf den anderen Seite kenne ich viele Menschen die auf Biegen und Brechen versuchen die Landessprache mit den Kindern zu reden, obwohl die eigene Muttersprache eine andere ist und die Landessprache nur bruchstückhaft können. Und das kann mMn. nur verherlichen Folgen haben. Ausserdem ist das in meinen Augen eine unnötige Verarmung für alle Beteiligten. Und dann ist es nur möglich dank andere Mitteln, dem Kind die Landessprache richtig beizubringen. Das ist für mich sehr schlimm und aufgrunddessen würde ich mir nie anmaßen, mein Kind auf Deutsch zu erziehen.
Schöne Grüße,
Helena
Deine Art zu denken ist mir fremd.
Ich finde es grausig, sich an ein neues Land anpassen zu müssen und die Wurzeln zu vergessen.
Was hat das mit Integration zu tun?
Ich kann doch mein Brauchtum / das meiner Vorfahren hüten und gleichzeitig ein guter voll integrierter Bürger des neuen Landes sein.
K e i n e r meiner SchülerInnen nimmt Anstoß, dass Kinder die Sprache ihrer Eltern oder auch Großeltern lernen/pflegen.
Ich habe für jemanden, der sich, wie Deine Bekannten, sklavisch an das neue Land anpasst und die Sprache und Bräuche seiner Vorfahren nicht hegt, nur Verachtung übrig.
Du warst noch nie in NY, stimmts?
Adieu
HG
Hallo,
also ich habe von Anfang an mit ihnen türkisch gesprochen.Bis vor ca. 1-2 Jahren waren sie auch bereit zu lernen.Sie sprachen zwar gebrochen , aber man konnte ein Bemühen erkennen.In der letzten Zeit zeigt sich nur noch Ignoranz.Die Gründe weiss ich selbst nicht genau.Ich habe zuerst natürlich mich hinterfragt, ob ich vielleicht nicht zu streng war oder dass ich zu wenig Zeit für sie hatte.Jedoch bin ich der Meinung, dass ich in der gleichen Art und Weise gewesen bin.Das macht die Sache für mich leider umso schwerer.Auf direktes Anfragen meiner Tochter (11 Jahre)erhalte ich die gleiche Anwort, dass sie diese Sprache nicht lernen will.Punkt,keine weitere Erklärung.Sicher meine Frau hatte es leichter bei der Erziehung.Sie war damals im Erziehungsurlaub und danach arbeitslos und somit immer zuhause.Ich bin voll berufstätig und mir bleiben da nur die wenigen Augenblicke nach Feierabend.Dass meine Arbeit der Grund ist vermag ich nicht zu glauben, da ich schon seit ihrer Geburt berufstätig war und sie sich bereits darauf eingestellt hatten.
Ich habe den Eindruck,dass ich nicht mehr an sie herankomme und erreiche.Dies ist aber nur in diesem einen Punkt der Fall.In allen erziehungstechnischen Angelegenheiten kann ich sie immerzu erreichen und bin der Meinung ich gebe ihnen auch etwas an Positivem für ihr Leben.
Ich weiss nicht, wo ich ansetzen soll, da die ganze Sache wie ein ewiger Kreislauf wirkt und ich einfach nicht weiterkomme.
Übrigens:Von der bevorstehenden Trennung erfahren die Kinder sehr wenig.Da bin ich mit meiner Frau einig.Wir sind denke ich immer noch „gute“ Eltern und würden nie etwas tun, was sie mental belasten würde.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi
Immer wieder ein Genuß Deine Postings zu lesen.
Ohoo danke 
die Muttersprache an das Kind
weitergegeben, mangels einer anderen!)
…mMn. stimmt das nicht zu 100%. Es ist so, daß manche
einwanderer doch die Landessprache sprechen.
Uups das war schlecht formuliert! Mangels einer anderen *Muttersprache* war gemeint, nicht mangels einer anderen Sprache.
Nur diese wollen
die Kultur des Herkunftslandes wach halten und als sehr
wichtigen Teil eines Selbst, an das eigene Kind weitergeben.
So sehe ich das bei mir.
So sehe ich das auch. Es ging hier aber um Leute, die bereits im Land geboren sind, also gar keine Einwanderer sind, sondern Kinder solcher.
Auf den anderen Seite kenne ich viele Menschen die auf Biegen
und Brechen versuchen die Landessprache mit den Kindern zu
reden, obwohl die eigene Muttersprache eine andere ist und die
Landessprache nur bruchstückhaft können.
Das ist völlig verkehrt, wird dir jeder bestätigen. Darum ging es hier aber nicht, da der Vater ja in Deutschland geboren ist.
Gruß
d.
Ich finde es grausig, sich an ein neues Land anpassen zu
müssen und die Wurzeln zu vergessen.
Das verlangt ja auch keiner. Es ging um einen, der *in Deutschland geboren* wurde. Was für ein neues Land soll das sein?
Was hat das mit Integration zu tun?
Integreation ohne Anpassung funktioniert nicht.
Ich kann doch mein Brauchtum / das meiner Vorfahren hüten und
gleichzeitig ein guter voll integrierter Bürger des neuen
Landes sein.
Beides geht nicht zu 100%, es ist immer ein Kompromiß. Die erste Generation geht dabei anders vor als die zweite, und die dritte andeers als die zweite. Hier ging es um die DRITTE.
Du warst noch nie in NY, stimmts?
Du bist noch nie ausgewandert stimmts?
Gruß
d.
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