Hallo,
Ich befinde mich mit zwei weiteren Partnern im Aufbau einer
Werbeagentur.
Leider haben wir voreilig eine Gbr gegründet, ohen uns vorher
genau zu informieren.
Na ja, also das ist wirklich etwas „unglücklich“. Bei solchen Entscheidungen mit einer dermaßen weiten Tragweite sollte man sich vorher schon genauere Gedanken darüber machen. Hattet Ihr denn keinen Rechtsbeistand zu Beginn ?
Da wir schon einen Phantasie-Firmennamen erfunden haben und
jegliches design ebenfalls drauf angepasst haben , MÜSSEN wir
unseren Phantasie-Firmennamen presentieren dürfen.
Du meinst, da ihr bereits wirtschaftlich aktiv geworden sein, wird dies jetzt von Euren Kunden verlangt ?
Uns wurde geraten erstmal kleine Brötchen zu Backen bevor wir
direkt eine Ohg
anmelden. Soweit ich weiß muss eine Ohg beim amtsgericht
angemeldet werden und dafür ist ein Notar notwendig. Wie
siehts mit Kosten aus? (anmeldung und Notar)
Es ist eine Eintragung ins Handelsregister notwendig. Außerdem entsteht ein Hauptteil der Kosten durch die oben bereits erwähnte Rechtsberatung. Gerade bei einer OHG kann man nicht vorsichtig genug sein und es sollte keinesfalls an den Kosten für die Rechtsberatung gespart werden. Da in einer OHG alle alles machen dürfen, braucht ihr auf jeden Fall einen Gesellschaftsvertrag (im Innenverhältnis) um Euch untereinander bzw. gegeneinander abzusichern. Es wäre ja zu Schade, wenn Du für die Fehler Deiner „Freunde“ mit dem Privatvermögen haften müsstest.
Was wäre die einfachste möglichkeit um seinen
Phantasie-Firmennamen zu nutzen und so wenig umständen und
Kosten wie möglich zu haben.
Generell kommt es immer darauf an. Sicherlich spielen viele Faktoren eine Rolle. In erster Linie muss man sich über den Umfang der Geschäftstätigkeit im Klaren sein.
Dann ist die steuerliche Komponenten nicht zu vernachlässigen. Diese spricht in Deutschland im Wesentlichen für die Personenhandels-gesellschaften, also sprich die OHG.
Thema Haftung. Gerade bei einer Werbeagentur kann es mitunter zu größeren Problemen kommen, etwa dann, wenn man nicht richtig recherchiert und Werbemaßnahmen der Konkurrenz verwendet. Ich kenne einen Fall, da hat so ein „Versehen“ schon zum Ende der ganzen Agentur geführt. Von daher wäre eine Kapitalgesellschaft (GmbH oder Ltd.) sicherlich besser. Allerdings spielen hier dann auch wieder komplexere steuerliche Vorgaben eine Rolle.
Mit den von Dir hier gemachten Angaben, kann man allenfalls nur oberflächlich zu etwas raten oder eben von etwas abraten. Wenn es sich um einen kleineren „Tante-Emma-Laden“ handelt, okay … aber in Deinem Fall wäre es wohl ratsamer, sich im Vorfeld etwas genauer zu überlegen, „was man mit wem wie“ erreichen will.
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Wieviel vertrauen hast Du zu Deinen Partnern ? Hier musst Du absolut ehrlich zu Dir selbst sein und vor allem auch möglichst objektiv urteilen.
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In welchem Umfang wollt ihr Geschäfte treiben und mit wem. Wollt ihr es anfangs etwas ruhiger angehen lassen und sind die Risiken überschaubar, könnte u.U. eine OHG zu Beginn ausreichen.
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Wenn ja zur OHG, wie gut lassen sich die Aufgaben und Verantwortlichkeiten delegieren und wie wahrscheinlich ist es, dass es deswegen nicht irgendwann mal Streit gibt ?
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Wie hoch wäre der Kapitaleinsatz ? Wer bringt wieviel ein und was sind die langfristigen Ziele der Geschäftstätigkeit ?
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Letztlich müsst ihr auch die Folgen der Besteuerung im Auge haben. Wenn es so wäre, dass das Privileg der Haftung (Kapitalgesellschaft) nur teuer durch höhere Steuern erkauft werden kann, sollte man sich das überlegen.
Hinweis zur Limited an dieser Stelle: Das wird irgendwie immer genannt, wenn es um die Gründung von Unternehmen geht. Oftmals wird aber dabei vergessen, dass sie keines eine vollständige Haftungsbegrenzung bedeutet. Außerdem ist eine Gründung nicht so leicht wie einem immer gesagt wird.
Hinzu kommt, dass das Image dieser Rechtsform noch sehr „kritisch“ gesehen wird. Dies sollte gerade in einer Branche wie der Werbung aber bedacht werden.
VG
TraderS