Hi,
eine Nachfrage, wirklich nicht böse gemeint:
Wenn sich offensichtlich aufgrund von geärgert werden nicht
wohl fühlen (und dies auch zeigen) ein „Verantwortung
aufladen“ ist - was ist dann mit „aua“ sagen wenn man vom Kind
gekniffen etc. wurde?
Für mich ist das nicht das Selbe. Es wäre ja auch in Ordnung wenn Du sagst, das Du traurig oder wütend bist, aber NICHT das es Dir jetzt nicht gut geht, Du Bauchschmerzen, Übelkeit etc. pp. hast, damit suggerierst Du dem Kind: Du warst nicht brav also geht es mir schlecht -> Du bist schuld wenn es mir schlecht geht.
Wenn ersteres unter „Verantwortung“ fällt, dann auch
letzteres, denn mit dem „aua, das tut weh!“ würde man
folgerichtig dem Kind die Verantwortung für das körperliche
Wohlbefinden aufbürden…
Nein, das finde ich nicht, denn Kinder sind ungeschickt, sie können ihre Kräfte noch nicht richtig dosieren. Ein Aua, das hat mir weh getan hält das Kind dazu an demnächst vorsichtiger zu sein, so lernen Kinder. Das eine ist physisch, das andere ist psychisch.
Ein Kind sollte doch auch merken, dass seine Aktionen was
bewirken, oder? Wäre etwas seltsam, _nicht_ zu zeigen, dass
mich angespuckt werden traurig (nein, nicht todtieftraurig,
nicht sterbenskrank, nicht untröstlich, aber eine gewisse Zeit
traurig und mich nicht gut fühlend) macht.
Glaubst Du ein fünfjähriges Kind weiß was „nicht gut fühlend“ bedeutet? Ich nicht. Wie ich oben bereits sagte, das das Verhalten traurig macht, man böse ist und dergleichen, ist doch vollkommen legitim. Dem Kind aber mit Vorhaltungen ein schlechtes Gewissen zu machen und dies mit „mir geht es nicht gut, ich habe Bauchschmerzen etc. und Du bist schuld“ überfordert eine Fünfjährige schlichtweg. Das finde ich verantwortungslos. Sie muß lernen Verantwortung für IHR handeln zu übernehmen und nicht die Verantwortung für DICH!
Warum kann man nicht ehrlich sagen: Dein Verhalten ärgert mich, ich möchte das Du Dich bei Tisch ordentlich benimmst. Wenn Du meinst weiter herumhampeln zu müssen, werde ich heute nicht mit Dir in den Zoo gehen.
Das ist doch eine klare Ansage, warum muß ich jetzt rumjammern: Mir geht es nicht gut, ich habe Bauchschmerzen (oder was auch immer) weil Du mich ärgerst und weil es mir nicht gut geht gehe ich nicht mit Dir in den Zoo. Ich möchte nicht in den Zoo gehen, weil das Kind mich geärgert hat und ich dies auch so gesagt habe und nicht weil ich Bauchschmerzen habe. Also sage ich das dem Kind auch so, fertig! Keine Lügengeschichten, kein um den heißen Brei herumreden.
Gruß
Tina