Hallo,
Hallo Jessica.
Ist ja nett, dass das [TEAM] schreibt.
Es sollte eine
Qualitätskontrolle bei den Beiträgen geben, bevor sie
freigeschaltet werden.
du hast die Schwächen dieses Forums zwar sehr gut auf den
Punkt gebracht, allerdings nehmen wir diese gewissermaßen
wissentlich in Kauf. Weder unsere Moderatoren noch das Team
sind Universalgelehrte, die alle Beiträge fachlich überprüfen
könnten.
Das habe ich nicht infrage gestellt – und Universalgelehrte habe ich auch nicht gefordert, wie Du weißt, sondern jemanden, der sich in den Brettern Psychologie bzw. Medizin auskennt. Jemand mit Expertise als Moderator zu finden, ist so schwer doch nicht, oder? Man könnte z.B. einen Psychologen oder eine Psychologin darum bitten, im Psychologiebrett die Moderation aufzunehmen; bzw. einen Arzt im Medizinbrett. Es reichen vermutlich auch schon fortgeschrittene Studenten.
Wir behaupten auch an keiner Stelle, dass es anders
wäre.
Das habe ich nie angemahnt.
Andersherum sollte aber niemand niemals von der
hundertprozentigen Richtigkeit einer Information ausgehen, die
er in einem Forum (!) erhält, sondern sollte sie
selbstverständlich noch einmal überprüfen.
Aber das ändert nichts daran, dass es viele Menschen doch tun und nicht gegenprüfen. Und weil das so ist, hat www eben eine solche Schwäche, die, wie Du oben selbst schreibst, ich sie aufgezeigt habe. Sonst würden wir uns doch kaum darüber austauschen bzw. Du mir nicht schreiben.
Aber diesbezüglich
unterscheidet sich wer-weiss-was nicht von anderen Quellen.
Dass etwas bei anderen genauso schlecht ist, ist kein Argument dafür, es nicht bei sich zu beheben. Übrigens ist es auch nicht überall so, z.B. nicht in „privaten“ Foren.
Die Qualitätskontrolle obliegt also all unseren Nutzern, die
jede Aussage, die sie für falsch halten, gern korrigieren
können. Jede dieser Korrekturen kann wiederum von einem
anderen Mitglied korrigiert oder ergänzt zu werden.
Das ist genau das Problem: JEDER – ob Laie oder Experte – kann schreiben. Gedacht ist es ja nur in die eine Richtung, nämlich, dass eine falsche Aussage von einem Laien durch eine Korrektur durch einen Experten richtig gestellt wird. Aber leider ist es durch die geringe Anzahl echter Experten und hohe Anzahl von Pseudoexperten auch oft anders herum: eine richtige Expertenaussage wird durch einen Laien falsch korrigiert.
So
entsteht eine Diskussion, die insgesamt gesehen für alle
Mitlesenden viel gewinnbringender d. h. lehrreicher ist, als
wenn „falsche“ Antworten auf direktem Weg in den Orkus
befördert würden (und bei dem einen oder anderen noch
unkorrigiert in den Gedanken kreisen).
Wenn man dies so macht, bleiben falsche Ansichten nur bei einer Person und werden nicht über das Forum weitergetragen.
Deshalb halte ich die Qualitätskontrolle auch weiterhin bei
unseren Mitgliedern für sehr gut aufgehoben, weil sie nicht
von einer Person allein, sondern von allen abhängig ist, die
jederzeit eingreifen können und auch sollten, wenn es schlimm
wird.
Damit wird Wissen politisch: Die Mehrheitsmeinung zählt. Dies prangere ich an.
Und so ist es eben: wenn 12
Poster schreiben, dass ein Waldspaziergang und sich schöne
Gedanken machen eine Depression oder das, was sie dafür
halten, „heilen“, dann ist die tatsächliche Expertenmeinung
oft nur noch „überstimmt“.
Zeig ihnen auf, warum du ihnen widersprechen würdest, und
überstimm sie mit deinem Wissen.
Das wird dann unmöglich, wenn eine konstante Mehrheit sich gegen die Expertenmeinung ausspricht. Dabei ist es ja nun auch so, dass die Expertenmeinung, die „Wahrheit“, eben gleich jedem Leser als die absolut richtige erscheint, sondern dass gerade im Bereich Psychologie und Medizin ein breites Spektrum an Pseudowissen vorherrscht. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die große Mehrheit der Laien im Forum Einsicht hat. Das sieht man im aktuellen Thema sehr sehr deutlich.
Ggf. wird man als professioneller
Experte dann auch noch angemacht, weil die professionelle
Meinung eben nunmal nicht die der vielen Laien ist und auch
nicht sein kann.
„Angemacht“ werden sollte hier niemand, weder für seine
Laienmeinung noch für seine Expertenmeinung, und wenn doch: so
schreibe man dem Moderator, denn genau dafür ist er/sie da:
Dass sich die Diskussionen im Rahmen der Netiquette und der
AGB bewegen.
Das Problem liegt darin, dass dabei nicht unbedingt die Netiquette verletzt sein muss, siehe das Beispiel von Renate: /t/angst-vor-alkohol/4612379/25
Das ist ja edel gedacht und dagegen kann der Laie nun mal auch nichts haben – leider steht Renates Meinung diametral einer Expertenmeinung entgegen. Gleiches gilt für AnJabuschs Reaktion: /t/angst-vor-alkohol/4612379/30
Dagegen angehen mit einer Expertenmeinung ist dann bei der Masse an Laien wie der Kampf gegen Windmühlen.
Schlimm.
Es ist nur ein anderer Ansatz, der auf die Beteiligung durch
viele Experten setzt, und nicht von dem Wissen einer Person
abhängig ist. Zusammen wissen wir viel (oder so ähnlich).
Ein solcher Allgemeinplatz gilt nicht. Insbesondere nicht hier, denn damit wird die Wahrheit wieder demokratisch gewählt.
Ich
hoffe, es ist klar geworden, warum wir das Konzept so ist, wie
es ist, und wir auch weiterhin dahinter stehen.
Das ist mir schon völlig klar, sonst hättet ihr z.B. die Moderatoren durch tatsächliche Experten in den genannten Brettern ersetzt.
Viele Grüße
Jessica
Viele Grüße
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