HI
Du hast den Nagel mit dem Hammer auf den Kopf getroffen.
nicki
HI
Du hast den Nagel mit dem Hammer auf den Kopf getroffen.
nicki
Hallo Marion,
leider wirfst du hier nur mit relativ inhaltslosen
Pauschalisierungen herum. Wenn das das Ergebnis von den vielen
Büchern zum Thema ist, die du gelesen hast, dann frag ich mich
doch, um welche Bücher es sich dabei gehandelt haben mag.
Mit diesem Argument gleich am Anfang, vergeht mir sofort die Lust, weiter zu diskutieren:
Da ich eine unbequeme Meinung habe, wird mir Ignoranz unterstellt.
Ich kann dir versichern, meine Lektüren über das Thema waren und sind durchaus vielseitig.
Weißt du, was ich denke? Dass die Meisten einfach nicht akzeptieren können, dass ich als in Deutschland lebende Ausländerin, als „Gast“ des Landes sozusagen, mir erlaube, kritische Worte über dieses Land zu sprechen.
Ich kann dich und die anderen übrigens hierzu beruhigen: Zum einen halte ich mich nicht für einen Gast, da ich Steuer für diesen Staat bezahle (über mein Geld wird übrigens von Politikern entschieden, für die ich nicht gewählt habe, da ich nicht wählen darf); zum anderen bin ich gegenüber Italien oder den USA oder Swaziland genauso kritisch.
Mir ist es auch klar, dass die meisten Deutschen nicht mehr über die Vergangeheit reden wollen - die Wenigsten werden darüber keine Scham empfinden. Ich bin und bleibe trotzdem der Meinung, dass eine Wiederholung der Ereignisse der Zeit 1933-1945 nur damit zu vermeiden ist, wenn man sie sich diese Eregnisse ständig vor Augen hält und sich immer wieder damit auseinandersetzt.
Sie sind übrigens viel zu gravierend gewesen, dass man sie jemals wieder vergessen kann/darf.
Es kann auch sein, dass ich eine einseitige Meinung habe. Das bestreite ich gar nicht, persönliche Meinung sind doch immer einseitig, nicht? Ich bitte dich aber, Marion, diese Meinung nicht der Ignoranz zuzuschreiben, denn für ignorant über dieses spezielle Thema (wenn ich es sonst über viele andere bin) halte ich mich wahrlich nicht. Gerade weil ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, habe ich diese Meinung. Die ich behalten werde, ob sie meinen „Gastgebern“ passt oder nicht.
Gruß
Camilla
Hi!
ich frage mich: wann fangen sie an, mir zur abwechslung auch
mal mussolini um die ohren zu werfen. ich stamme nämlich zu
einem guten teil von italienern ab. der teil ist groß genug
für eine staatsbürgerschaft.
Sie sind mit der Tatsache viel zu beschäftigt, dass du in Israel lebst. Damit bietest du eine noch größere Angriffsfläche… 
(dieser teilthread ist zum ko…)
Wem sagst du das!
Lieben Gruß
Camilla
Moin Camilla,
leider wirfst du hier nur mit relativ inhaltslosen
Pauschalisierungen herum. Wenn das das Ergebnis von den vielen
Büchern zum Thema ist, die du gelesen hast, dann frag ich mich
doch, um welche Bücher es sich dabei gehandelt haben mag.Mit diesem Argument gleich am Anfang, vergeht mir sofort die
Lust, weiter zu diskutieren:
Obiges war kein Argument, sondern eher eine Behauptung. Begründet (mit Argumenten) hatte ich diese Behauptung im Folgenden, worauf du jedoch nicht eingehet, entweder weil du nicht willst (weil du, wie behauptet keine Lust hast) oder weil du nicht kannst.
Da ich eine unbequeme Meinung habe, wird mir Ignoranz
unterstellt.
Nichts ist leichter zu entkräften als der Vorwurf der Ignoranz. Alles was man dazu braucht, ist Wissen.
Ich kann dir versichern, meine Lektüren über das Thema waren
und sind durchaus vielseitig.
Kann sein, kann auch nicht sein.
Weißt du, was ich denke? Dass die Meisten einfach nicht
akzeptieren können, dass ich als in Deutschland lebende
Ausländerin, als „Gast“ des Landes sozusagen, mir erlaube,
kritische Worte über dieses Land zu sprechen.
Ja, das mag schon sein. Ähnliches habe ich auch erlebt, als ich im Ausland gewohnt habe. Dennoch solltest du dich deshalb nicht von der Anforderung befreit sehen, Behauptungen (Kritik) auch zu begründen. Ansonsten wirkt es eher wie reine Motzerei ohne Substanz. Als Ausländer tappt man dabei auch schnell in die Pauschalisierungsfalle, ganz einfach, weil man in solchen Fällen automatisch immer ausgenommen ist. Ein Beispiel: Wenn ich sage „die Deutschen“, dann schließe ich mich als Deutsche damit automatisch ein, in sofern werde ich mit solcher einer Formulierung vorsichtig sein. In den GB war mich mit der Formulierung „die Engländer“ auch schneller zur Hand…und wunderte mich dann, warum „die Engländer“ das dann nicht so witzig fanden 
Allerdings…ich gehe jede Wette ein, dass dir auch der Hut hochgeht, wenn Deutsche über „die Italiener“ reden und du das Gefühl haben musst, du seist damit ebenfalls gemeint.
Ich kann dich und die anderen übrigens hierzu beruhigen: Zum
einen halte ich mich nicht für einen Gast, da ich Steuer für
diesen Staat bezahle (über mein Geld wird übrigens von
Politikern entschieden, für die ich nicht gewählt habe, da ich
nicht wählen darf); zum anderen bin ich gegenüber Italien oder
den USA oder Swaziland genauso kritisch.
Für mich ist kein Mensch hier „Gast“ der dauerhaft hier wohnt und nicht nur als Tourist seinen Urlaub hier verbringt. Kritikfähigkeit zeichnet sich nicht durch die Staatsangehörigkeit aus. Ich habe im Ausland schon Menschen sehr kritisch und kompetent bspw. zur deutschen Geschichte Stellung nehmen sehen, die nie auch nur einmal in D waren.
Mir ist es auch klar, dass die meisten Deutschen nicht mehr
über die Vergangeheit reden wollen - die Wenigsten werden
darüber keine Scham empfinden.
Wie soll das gehen? Jeder, der hier aufwächst, redet zumindest in der Schule über die deutsche Vergangenheit. Ansonsten hat darüber hinaus natürlich nicht jeder Interesse an geschichtlichen Themen. Und ganz ehrlich Camilla, ich kenne niemanden, der sich wegen der deutschen Geschichte schämt. Man kann angesichts der geschichtlichen Ereignisse schockiert oder entsetzt sein, aber so ergeht es Deutschen und Nicht-Deutschen gleichermaßen. Weswegen sollte sich wer schämen ?
Ich bin und bleibe trotzdem der
Meinung, dass eine Wiederholung der Ereignisse der Zeit
1933-1945 nur damit zu vermeiden ist, wenn man sie sich diese
Eregnisse ständig vor Augen hält und sich immer wieder
damit auseinandersetzt.
Eine Wiederholung der Ereignisse der zeit 1933-1945 wird es in D schon allein deshalb nicht geben, weil die geschichtliche Konstellation nicht wiederholbar ist. Was sich jedoch wiederholen kann, sind Einstellungen in jedem Einzelnen, die Urmenschlich und International sind. Wenn mich heute einer fragt, wie die Gräuel des Hitler-Regimes überhaupt möglich waren, dann sehe ich eine zentrale Bedeutung in der Gleichgültigkeit derjenigen, die selbst nichts zu befürchten hatten und nicht betroffen waren (dazu zähle ich im Übrigen auch das Ausland). Diese Gleichgültigkeit jedoch lässt sich heute noch genau so beobachten überall auf der Welt, mit erschreckenden Folgen für Millionen von Menschen die massakriert werden, auf der Flucht sind oder an Hunger und Krankheiten krepieren.
Sie sind übrigens viel zu gravierend gewesen, dass man sie
jemals wieder vergessen kann/darf.
Keine Sorge, andere geschichtliche Ereignisse hat die Welt auch nicht vergessen. Aber vielleicht sollte man sich doch ein wenig mehr um die Lebenden bemühen.
Es kann auch sein, dass ich eine einseitige Meinung habe. Das
bestreite ich gar nicht, persönliche Meinung sind doch immer
einseitig, nicht? Ich bitte dich aber, Marion, diese Meinung
nicht der Ignoranz zuzuschreiben, denn für ignorant über
dieses spezielle Thema (wenn ich es sonst über viele andere
bin) halte ich mich wahrlich nicht. Gerade weil ich
mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, habe ich diese
Meinung.
Ok, nur warum begründest du dann deine Meinung nicht? Ich erinnere mich, dass wir ein ähnliches Problem schonmal an anderer Stelle hatten. Dies ist doch grade der Sinn von Diskussion. Meinungen stehen hier nunmal nicht isoliert im sinnfreien Raum, sondern wer sich hier äußert, der stellt automatisch seine Meinung zur Diskussion.
Die ich behalten werde, ob sie meinen „Gastgebern“
passt oder nicht.
Ja, fein. Und ? Was bringt dir das dann hier ?
Mich erinnert das sehr an Leute, die hier Fragen stellen, aber keine Antworten wollen, sondern nur Bestätigung. Letzteres kann man aber nicht einklagen.
Gruss
Marion
.
Tatsächlich ? Hier herrscht Antisemitismus ? Er ist
also in Deutschland dominierend ?
hallo,
ich finde daß weder umfragen noch das übliche politisch korrekte theater à la hohmannrauswurf darüber auskunft geben. bei meinem letzten aufenthalt in österreich (vor einem jahr) habe ich aus spaß ein kleines experiment gemacht. ich habe unbekannte leute in der straßenbahn, an haltestellen usw. in smalltalk-gespräche verwickelt „über den letzten urlaub“ (ich war im september dort). ich sagte immer sowas wie: „ich komme grade von einem zweiwöchigen urlaub in israel. wahnsinn wie es dort zugeht! und es war alles so teuer!“ mehr als die hälfte der leute konnte ich nach einigen sätzen - nachdem sie sich „sicher“ fühlen durften - zu antisemitischen aussagen provoziert werden. als solche gewertet habe ich nicht aussagen, die zb. scharons politik kritisieren, sondern eindeutige inhalte aus klassisch judenfeindlicher mythologie: juden als weltbeherrscher, geheimbündler, verschwörer, die hinter den kulissen die fäden ziehen, geldgierige abzocker, religiöse fanatiker durch die bank, rachsucht, die in der religion begründet ist usw usf. insofern kann man durchaus sagen, „antisemitismus ist vorherrschend“. sonst wäre es nicht möglich, so einfach menschen zu provozieren. man stelle sich vor ich hätte gesagt „ich komme grade aus prag. wahnsinn wie es dort zugeht.“ oder „ich komme grade aus der schweiz. alles war so teuer!“ die antworten wären völlig anders. gäbe es keinen antisemitismus, würde man ähnliche antworten erwarten, nämlich entrüstung darüber, daß ich rassistische gedanken à la „die schweizer zocken alle nur ab“ überhaupt nur „andenken“ könnte. mal sehen, ich könnte ein nächstes mal ein diktiergerät verwenden und das ernsthaft auswerten.
gruß
datafox
würde man mir wohl auch die Heimreise empfehlen und da
wäre bestimmt keiner böse drüber.interessant. camilla ist kritisch gegenüber dem land in dem
sie lebt. und sie kriegt eins über die rübe. mir wirft man
vor, ich wäre zu sehr politisch assimiliert! ich lach mich
tot.
Was würde man denn in Israle zu Dir sagen, wenn Du Dich da in der gleichen Art äußern würdest wie Kamilla hier?
Wenn Du z.B. lauthals gegen die Palästinapolitik motzen würdest. Ich glaube die Heimreiseempfehlung käme noch schneller als hier.
M.
toll!
Ich glaube die Heimreiseempfehlung käme noch
schneller als hier.
Hallo Mike,
das ist aber ein toller Wettlauf! In welchem Land werden die Ausländer eher dazu getrieben, das Land zu verlassen, wenn sie ihre Meinung laut sagen?
Ich bin gespannt, wer gewinnt.
Camilla
Moin,
bei meinem letzten aufenthalt in österreich (vor einem jahr)
habe ich aus spaß ein kleines experiment gemacht. ich habe
unbekannte leute in der straßenbahn, an haltestellen usw. in
smalltalk-gespräche verwickelt „über den letzten urlaub“ (ich
war im september dort). ich sagte immer sowas wie: „ich komme
grade von einem zweiwöchigen urlaub in israel. wahnsinn wie es
dort zugeht! und es war alles so teuer!“ mehr als die hälfte
der leute konnte ich nach einigen sätzen - nachdem sie sich
„sicher“ fühlen durften - zu antisemitischen aussagen
provoziert werden.
Mit diese Art „Umfragen“ beweis ich dir so ziemlich alles, was du möchtest, und das nicht nur in Österreich , wobei mich schon interessieren würde, welche Unterschiede es diesbezüglich zwischen Österreich und D gibt.
Es kommt schießlich nicht von ungefähr, dass solche Umfragen gewissenhaft und nach strengen Anforderungen durchgeführt werden müssen.
man stelle sich
vor ich hätte gesagt „ich komme grade aus prag. wahnsinn wie
es dort zugeht.“ oder „ich komme grade aus der schweiz. alles
war so teuer!“ die antworten wären völlig anders.
Sicher, schließlich sind die Vorurteile, die man gegenüber Schweizern oder Tschechen hegt, anders als Vorurteile, die man gegenüber Juden hat. Aber ist jedes Vorurteil bereits ein Anti- ?
gäbe es
keinen antisemitismus, würde man ähnliche antworten erwarten,
nämlich entrüstung darüber, daß ich rassistische gedanken à la
„die schweizer zocken alle nur ab“ überhaupt nur „andenken“
könnte.
Vorurteile und Klicheevorstellungen gegenüber anderen Gruppen sind nunmal das normalste auf der Welt. Im Allgemeinen wird so gut wie gar nicht differenziert. Es sind fast immer die Amis, die Deutschen, die Katholiken, die Hundehalter, die Juden, die Sozialhilfeempfänger, die Beamten, die Frauen etc.
Ich könnte dir zu jeder beliebigen Gruppe einen ganzen Satz negativer Klichees runterrattern, die in der allgemeinen Bevölkerung vorhanden sind. Aber was hast du damit bewiesen ? Das es sie gibt ? Ja klar. Und ?
Gruss
Marion
Wenn Du z.B. lauthals gegen die Palästinapolitik motzen
würdest.
woher kennst du meine haltung bei der diskussion mit israelis? das ist ein deutsches, nichtjüdisches, deutschsprachiges forum. man kommt hier erst gar nicht dazu palästinapolitik zu kritisieren, weil man damit aufgehalten wird, selbstverständlichkeiten wie die rechtmäßigkeit der staatsgründung, das recht auf selbstverteidigung usw. rechtfertigen zu müssen.
datafox
hallo,
Ich könnte dir zu jeder beliebigen Gruppe einen ganzen Satz
negativer Klichees runterrattern, die in der allgemeinen
Bevölkerung vorhanden sind.
Was ist deiner Meinung nach dann überhaupt Antisemitismus? Existiert er überhaupt oder ist es nur eine weitere Klasse von Vorurteilen?
Ich sehe das ein wenig anders. Die Klischees über Hundehalter, Schweizer und Schwule haben alle bestimmte Eigenschaften: Sie sind zeitabhängig, ortabhängig, sie kommen nur dann vor, wenn es auch tatsächlich Schwule Schweizer in der Umgebung gibt, sie betreffen nur die Gruppe selbst, sie entstehen durch unrichtige Verallgemeinerung. Schweizer sind pedantisch, Schwule sind künstlerisch begabt, Hundehalter sind aggressiv. Das sind typische Vorurteile.
Es gibt aber eine andere Kategorie von „Meinungen über bestimmte Gruppen“. Diese würde ich als „xy-feindliche Mythologie“ bezeichnen. Es sind Wahnideen und Chimären, die diese Gruppe als Protagonisten haben. Diese Märchen sind zeitlos, weltumspannend und unausrottbar wie die Urban Legend, die besagt Spinat sei gesund oder die chinesische Mauer sei das einzige von Menschenhand geschaffene Werk, das man aus dem Weltall sehen könnte. Diese Haltungen beziehen sich nicht auf die Gruppe allein sondern auf die gesamte Welt. „Die xy ziehen die Fäden der Weltpolitik.“ Es sind Verschwörungstheorien. Sie beruhen nicht auf Verallgemeinerung, sondern auf purer Einbildung.
Prominentester Vertreter dieser Märchenlegenden ist der Antisemitismus. Aber es gibt noch andere ähnlich gelagerte Wahnideen, die zb. Zigeuner oder Freimaurer zum Inhalt haben. In letzter Zeit populär geworden ist Scientology als die „organisierten Unterwanderer von Wirtschaft und Politik“. Die Zeugen Jehovas kommen auch immer wieder in ähnlicher Rolle ans Tageslicht. Ganz modern ist der Islam in der Rolle der Weltbeherrscher.
Das sind keine Vorurteile, das ist weit mehr. Wenn jemand meint, Juden wären intelligent, laut und polyglott, dann ist das eine Verallgemeinerung und ein Vorurteil. Antisemitisch ist es jedoch noch nicht.
Gruß
datafox
Hallo Marion,
Es kommt schießlich nicht von ungefähr, dass solche Umfragen
gewissenhaft und nach strengen Anforderungen durchgeführt
werden müssen.
Ich finde, die Umfrage von datafox ist doch ziemlich aussagekräftig. Aber es gibt auch andere Umfragen:
http://www.ndrtv.de/panorama/20031113/umfrage_presse…
Oder ist die ARD auch tendenziös?
Ich könnte dir zu jeder beliebigen Gruppe einen ganzen Satz
negativer Klichees runterrattern, die in der allgemeinen
Bevölkerung vorhanden sind. Aber was hast du damit bewiesen ?
Das es sie gibt ? Ja klar. Und ?
Darum geht es eben.
Gruß
Camilla
P.S.: Übrigens, noch ein interessanter Link:
http://www.hagalil.com/archiv/2003/11/hohmann-7.htm
Hallo Camilla!
Es kommt schießlich nicht von ungefähr, dass solche Umfragen
gewissenhaft und nach strengen Anforderungen durchgeführt
werden müssen.Ich finde, die Umfrage von datafox ist doch ziemlich
aussagekräftig. Aber es gibt auch andere Umfragen:
http://www.ndrtv.de/panorama/20031113/umfrage_presse…
Oder ist die ARD auch tendenziös?
Ist man, nur weil man seine Rede nicht für antisemitisch hält, gleich selber einer? MMn nun wirklich nicht. Dumm formuliert ja, antisemtisch nein. Das Wort wird sowieso zu oft verwendet, dadurch wird wirklicher Antisemitismus verharmlost.
MfG,
Car
Moin
Ich finde, die Umfrage von datafox ist doch ziemlich
aussagekräftig.
Da weisst du mehr als ich. Aus den hier angegebenen Hinweisen kann man nämlich nicht schließen, wie die Umfrage von „datafox“ aussah.
Aber es gibt auch andere Umfragen:
http://www.ndrtv.de/panorama/20031113/umfrage_presse…
Oder ist die ARD auch tendenziös?
In welcher Hinsicht ? Und was soll die hier von dir verlinkte Umfrage beweisen ?
Ich könnte dir zu jeder beliebigen Gruppe einen ganzen Satz
negativer Klichees runterrattern, die in der allgemeinen
Bevölkerung vorhanden sind. Aber was hast du damit bewiesen ?
Das es sie gibt ? Ja klar. Und ?Darum geht es eben.
Na dann bin ich ja beruhigt.
Gruss
Marion
Moin,
Ich könnte dir zu jeder beliebigen Gruppe einen ganzen Satz
negativer Klichees runterrattern, die in der allgemeinen
Bevölkerung vorhanden sind.Was ist deiner Meinung nach dann überhaupt Antisemitismus?
Existiert er überhaupt oder ist es nur eine weitere Klasse von
Vorurteilen?
Keine Ahnung. Ich habe mich das auch öfters schon gefragt und trotz vieler kluger links keine befriedigende Antwort gefunden (wenn man mal vom „klassischen“ historischen Antisemitismus absieht, der bis heute ja auch noch den ein oder anderen Anhänger findet). Ein Beispiel: In einem Artikel bei hagalil war von einer Studie die Rede, bei der sich 76% der männlichen Jugendlichen aus Brandenburg nicht vorstellen können, mit Juden befreundet zu sein.
http://israel-live.de/klick-nach-rechts/antisemitism…
Zeigt sich da nun Antisemitismus oder nicht ?
Mal angenommen, diese gleichen Jugendlichen geben an, dass sie weder mit Juden, noch mit Vietnamesen, noch mit Wessis, noch mit Gehörlosen irgendwelche näheren Kontakte hatten. Wenn bei der Umfrage nun herausgekommen wäre nein bei: Juden (78%), Vietnamesen (12%), Wessis (23%), Gehörlosen (10%), dann würd ich mir in der Tat gedanken machen (warum ist die Vorstellung von jüdischen Freunden im Vergleich zu vietnamesischen Freunden so abwegig ?). Hier müsste man nachhaken. Fallen aber die Antworten mehr oder weniger gleich aus, würde ich nicht weiter drüber nachdenken, da ich davon ausgehen würde, dass es in diesem Fall den Jugendlichen schwerfällt, sich Freundschaften mit Gruppen von Menschen vorzustellen, mit denen sie bislang keine Kontakte hatten, den sogenannten „Fremden“ also.
So, wie die Studie da zitiert ist, empfinde ich sie als ziemlich inhaltsleer.
Ich sehe das ein wenig anders. Die Klischees über Hundehalter,
Schweizer und Schwule haben alle bestimmte Eigenschaften: Sie
sind zeitabhängig, ortabhängig, sie kommen nur dann vor, wenn
es auch tatsächlich Schwule Schweizer in der Umgebung gibt,
sie betreffen nur die Gruppe selbst, sie entstehen durch
unrichtige Verallgemeinerung. Schweizer sind pedantisch,
Schwule sind künstlerisch begabt, Hundehalter sind aggressiv.
Das sind typische Vorurteile.
Klar, wobei jemand auch nicht unbedingt einen Schwulen oder z.B. eine Emanze persönlich kennen muss, um jede Menge Vorurteile zu haben. In Fällen, wo es an persönlichen Kontakten mangelt, werden Vorurteile häufig durch Personen begründet, die im Licht der Öffentlichkeit stehen. Je differenzierter dieses Bild, desto schwerer können sich Vorurteile halten. So dürften z.B. die schwulen Bürgermeister von Berlin und Hamburg bei den Vorurteilen vieler Leute gegenüber Schwulen so einiges ins Wanken gebracht haben.
Prominentester Vertreter dieser Märchenlegenden ist der
Antisemitismus. Aber es gibt noch andere ähnlich gelagerte
Wahnideen, die zb. Zigeuner oder Freimaurer zum Inhalt haben.
In letzter Zeit populär geworden ist Scientology als die
„organisierten Unterwanderer von Wirtschaft und Politik“. Die
Zeugen Jehovas kommen auch immer wieder in ähnlicher Rolle ans
Tageslicht. Ganz modern ist der Islam in der Rolle der
Weltbeherrscher.
Ok, das würde ich quasi als Fortsetzung des „klassischen“ Antisemitismus ansehen. Allerdings kann ich mich nicht damit anfreunden, dass jemand grundsätzlich als Antisemit angesehen wird, weil er meint, die Juden würden die Weltwirtschaft beherrschen. Die meisten Menschen sind recht einfach gestrickt. Wenn man ihnen nur oft genug sagt, dass der Herr XY Jude sei, und die Herren Wirtschaftsbosse z und R ebenfalls, und natürlich die jüdische Lobby und der Bankchef sowieso, dann kann dem schlichten Geist tatsächlich der Eindruck erstehen, hier seien besonders viele Juden am Werk. Gleicher Eindruck würde entstehen, wenn man bei jedem Wirtschaftsfuzzi dabei sagt, er sei Katholik. Lange genug runtergeleiert würden diese „Informationen“ irgendwann den Vatikan in die Mitte der weltwirtschaftlichen Verschwörung stellen. Wo ich aber eindeutig antisemitisches erkenne ist bei den Leuten, die dererlei Informationen oder auch mal Falschinformationen immer weider runterleiern. Denn hier werden Informationen eindeutig mit dem Ziel verbreitet, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe in ein schlechtes Licht zu rücken.
Aus ähnlichem Grund steht ja auch die Berichterstattung in der Presse über Straftaten immer wieder im Zwielicht, wenn als Täterkreis „Ausländer“ angegeben wird. Hier wird argumentiert, dass eine solche Art der Berichterstattung Ausländerfeindlichkeit fördern kann.
Das sind keine Vorurteile, das ist weit mehr. Wenn jemand
meint, Juden wären intelligent, laut und polyglott, dann ist
das eine Verallgemeinerung und ein Vorurteil. Antisemitisch
ist es jedoch noch nicht.
Und wenn ein Jugendlicher sagt, er könne sich nicht vorstellen, mit Juden befreundet zu sein ? Das dürfte mit Weltverschwörungstheorien wenig zutun haben, Also…Antisemitismus ? Vorurteile ? Allgemeine Fremdenfeindlichkeit ?
Gruss
Marion
Wenn Du z.B. lauthals gegen die Palästinapolitik motzen
würdest.woher kennst du meine haltung bei der diskussion mit
israelis?
Die kenn ich nicht - das ist konjunktiv… und als Beispiel gekennzeichnet…
das ist ein deutsches, nichtjüdisches,
deutschsprachiges forum. man kommt hier erst gar nicht dazu
palästinapolitik zu kritisieren, weil man damit aufgehalten
wird, selbstverständlichkeiten wie die rechtmäßigkeit der
staatsgründung, das recht auf selbstverteidigung usw.
rechtfertigen zu müssen.
Du sollst das ja nicht hier machen, sondern in Israel. Ist nur ein Beispiel und ich glaube auch Du verstehst im Prinzip was ich meine.
M.
das ist aber ein toller Wettlauf! In welchem Land werden die
Ausländer eher dazu getrieben, das Land zu verlassen, wenn sie
ihre Meinung laut sagen?
Ich bin gespannt, wer gewinnt.
Nö, es geht nur darum, dass es in jedem anderen Land normal ist, dass die Einwohner sagen:„Hau doch ab wenns Dir hier nicht passt.“ wenn man an den Leuten rummeckert.
Nur in D ist das gleich rassistisch.
M.
[snip wegen zustimmung]
Und wenn ein Jugendlicher sagt, er könne sich nicht
vorstellen, mit Juden befreundet zu sein ? Das dürfte mit
Weltverschwörungstheorien wenig zutun haben,
Also…Antisemitismus ? Vorurteile ? Allgemeine
Fremdenfeindlichkeit ?
man müßte eben nachfragen wieso nicht. eigentlich ganz einfach. oder eine fragestellung bringen, die die sache auf den punkt bringt, zb. fragen nach einfluß. „hat die kirche zuviel einfluß? haben juden zuviel einfluß?“
gruß
datafox
Du sollst das ja nicht hier machen, sondern in Israel.
mhhh. woher weißt du, daß camilla nicht in italienischsprachigen foren darüber schreibt, daß das leben in deutschland toll ist?
ist sie denn nun vorbild als kritische ausländerin oder ist sie ein undankbarer gast? mir deucht, daß die wertung immer anders ausfällt, je nachdem um welches land es geht.
datafox
Hallo Car!
Ist man, nur weil man seine Rede nicht für antisemitisch hält,
gleich selber einer? MMn nun wirklich nicht. Dumm formuliert
ja, antisemtisch nein. Das Wort wird sowieso zu oft verwendet,
dadurch wird wirklicher Antisemitismus verharmlost.
Kannst du dir für eine Minute vorstellen, daß du auf diese Weise genau den Fehler begehst, von dem du warnst?
Gruß