ARGE-Mitarbeiter

Hallo,

mich würde mal interssieren was die ARGE-Mitarbeiter überhaupt für Leute sind. Es gibt ja denke ich mal keine Lehre zum ARGE-Mitarbeiter. Waren sie auf einer Verwaltungsfachhochschule oder wurden sie irgendwie anders angelernt? Und was sind die Inhalte dieser Ausbildung? Werden ARGE-Mitarbeiter in der Kenntnis verschiedener Berufsfelder geschult?

Hallo,
bei uns wird bei entsprechenden Stellenausschreibungen eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gefordert sowie Kenntnisse im Sozialrecht.

Beatrix

Hallo,

es wäre toll, wenn das überall so wäre.

Leider kenne ich jedoch auch ARGE-Mitarbeiter, die vorher Kassiererin im Supermarkt oder Beamte bei Post und Telekom waren. Schwer vorstellbar, dass unter diesen Voraussetzungen richtige Bescheide erstellt werden können.

Grüße
Florian

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Hallo Flo,
das mit der Kassiererin glaub ich nicht. In Berlin sind die Einstellungsvorraussetzungen unter anderem ein abgeschlossenes Hochschulstudium für die Arbeitsvermittlung.
Grüße
Almut

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Hallo

Das kommt erst mal darauf an, welcher Bereich dich interssiert… Leistungsabteilung? Fallmanagement? AG-Service? Empfangskraft? usw…

Gruß,
LeoLo

Nachtrag
Hallo,

ich hatte besonders die sog. Persönlichen Ansprechpartner der ARGE im Gedanken.

Von der Arbeitsagentur (was früher wohl das normale Arbeitsamt wahr?) weiß ich, dass die Mitarbeiter (nennt man die heute noch Arbeitsberater?) in Berufsgruppen aufgeteilt sind, z.B. gibt es auch ein spezielles Akademikerteam, die ausschließlich für Hochschulabsolventen zuständig sind. Andere wiederum nur für Sozialberufe wie Erzieherin, Kinderpflegerin, andere für Sekretärinnen und Fremdsprachenkorrespondenten (jetzt mal nur als Beispiel). Aber bei der ARGE scheint es so zu sein, dass ein und dieselbe PAP alle Berufsgruppen betreut, arbeitslose Fabrikarbeiter genauso wie arbeitslose Ingenieure. Und deshalb frage ich mich, ob sie denn überhaupt Kenntnisse in allen Branchen und Berufsgruppen haben, ob man erwarten kann, dass sie einem wirklich fach- und sachkundig bei der Stellensuche helfen können.

Hallo

Vor allen Dingen sollte man direkt am Anfang festhalten, daß man nicht alle über einen Kamm scheren kann. Es gibt intern immer unterschiedliche Fallgruppen, also auch - je nach interner Regelung - spezielle Fallmanager für Akademiker oder Leute über 50 Jahre oder unter 25 Jahre oder Immigranten oder oder oder…

Meiner persönlichen Meinung nach - ohne das despektierlich zu meinen (!) - ist den Leistungsträgern in den letzten Jahren zunehmends der Blick über den Tellerrand verloren gegangen. Die Einstellungsvoraussetzungen werden vermehrt am sozialpädagogischen Abschluss festgemacht. Das klingt auf der einen Seite zunächst sehr logisch und auch begründet, führt in der Praxis aber dazu, daß überforderte Pädagogen / Pädagoginnen auf einem Arbeitsplatz sitzen, den sie sich vorher ganz anders vorgestellt haben und mit einem Klientel zusammenkommen, daß sie gar nicht verarbeiten können. Das betrifft nicht nur die frischausgebildeten sondern auch berufserfahrene Pädagogen aus anderen Bereichen. Hinzu kommt, daß sie dieses Klientel einem Arbeitsmarkt zuführen sollen, den sie in der Praxis gar nicht kennengelernt haben. Die Fallmanager sind dann (ungewollt) überfordert und werden dabei dann auch noch intern alleine gelassen. Zu guter Letzt bekommen sie dabei vornehmlich befristete Arbeitsverträge, was vehement zur Demotivation beiträgt.

Es ist kein Geheimnis, daß intern bei den Leistungsträgern vieles im Argen liegt und Positionen aufgrund „höherer“ Vorgaben im Hinblick auf das zu erreichende Ziel unsinnig und mit Scheuklappenmethode besetzt werden.

Trotzdem darf man dabei nicht übersehen, daß es viele sehr engagierte und auch qualifizierte Fallmanager / Arbeitsvermittler gibt, die neben der pädagogischen auch die Lebens- und Markterfahrung mitbringen oder sich diese hart erarbeitet haben. Und man sollte bedenken, daß diese Fallmanager/innen manchmal mit einem Klientel arbeiten müssen, von dem sich manch einer kein Bild machen will…

Gruß,
LeoLo

Hallo,

i.d.R. wird ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt.
Sowohl in Mannheim als auch in Schwerin gibt es eigens von der Bundesagentur für Arbeit eingerichtete Fachhochschulen;
siehe auch hier: http://www.hdba.de/

Man kann aber auch nach der Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit (Fachangestellte für Arbeitsförderung) in der ARGE eingesetzt werden, wenn man dementsprechend gute Leistungen gezeigt hat.

Gruß

Hallo,

also das mit der Kassiererin als Sachbearbeiterin glaube ich dir niemals nicht.

Beamte von der Post/Telekom sind schon in der ARGE tätig. Nach der Privatisierung der Post/Telekom wurden viele Beamte in eine Beschäftigungsgesellschaft „Vivento personnel Services“ übernommen.

Diese Beamten werden an die ARGEn ausgeliehen. Da es sich zumeist um Verwaltungsbeamte handelt, die ein FH-Studium absolviert haben, ist es kein Problem, wenn sie jetzt in der ARGE eingesetzt werden.

Ein Jurist muss ja auch alles können: BGB, Strassen- und Verkehrsrecht, Sozialrecht, Strafrecht usw.
Ein Verwaltungsbeamter kann das auch.

grüße
miamei

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Hallo,

glauben ist eben nicht wissen. Sorry, aber ich werde es wohl wissen, wo und in welcher Position Bekannte von mir beschäftigt sind.

Grüße

Florian

Vielen Dank für den interessanten Link. Ich habe nicht gewußt, dass die BA für Arbeit eine eigene Hochschule hat. Hab ich wieder was gelernt :smile:

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Hi!

glauben ist eben nicht wissen.

In diesem Fall doch.

Sorry, aber ich werde es wohl wissen, wo und in welcher Position Bekannte von mir beschäftigt sind.

miamei schrieb ausdrücklich von Sachbearbeitern (SB)!
Auch wenn die Menschen beim Amt umgangssprachlich (fast) alle „Sachbearbeiter“ genannt werden (natürlich nur von Nicht-MAs :smile:, so ist jedoch richtig, dass die Tätigkeit „Sachbearbeiter“/„Arbeitsvermittler“ eine spezielle Bezeichnung im ÖD für MA im gehobenen Dienst (gD) ist (zumindest in den meisten Fällen * ) – und viele der nur sogenannten „SBs“ sind nun mal in Wirklichkeit „einfache“ (= mittlerer Dienst (mD)!) „Bearbeiter“ bzw. „Bürosachbearbeiter“ (zumindest bis vor wenigen Jahren; nun sind diese beiden Tätigkeitsbezeichnungen zusammengeführt worden zum „Fachassistenten“).
Für diese Tätigkeitsebene (mD) kann ich (aus eigener Erfahrung mit Kollegen) nicht ausschließen, dass dort auch ehemalige KassiererInnen sitzen, die (oftmals leider nur notdürftig) angelernt sind. Aber im gehobenen Dienst werden ausschließlich FH- oder Uni-Absolventen beschäftigt!

*) Es gibt einige wenige Ausnahmen, wo Sachbearbeiter/Arbeitsvermittler nicht dem gD zugeordnet sind (trotzdem aber dieselbe Arbeit verrichten wie SBs im gD) und auch kein Studium vorweisen können. Dies sind dann gelernte Fachangestellte für Arbeitsförderung (http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…) (v. a. in den AAs) bzw. Verwaltungsfachangestellte (http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…) (MAs in den ARGEn, die von der Kommune kommen), die nach Ihrer Ausbildung schon mehrere Jahre bei AA oder ARGE gearbeitet haben, dabei (sehr) gute Beurteilungen und deswegen ein Job auf SB-Ebene übertragen bekommen haben.
Aber das sind definitiv keine Kassierer oder andere „Externe“.

Gruß
Jadzia

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Hi!

ich hatte besonders die sog. Persönlichen Ansprechpartner der ARGE im Gedanken.

Ob der pAp nun auf SB-/Arbeitsvermittler- oder Fachassistentenebene steht (vgl. /t/arge-mitarbeiter/5952547/12

*) Nachschauen kann man sowas in unseren „TuK“ („Tätigkeits- und Kompetenzprofile“), was ich aber gerade nicht bei der Hand habe.

Sofern der pAp im gD (und nicht im mD) ist, hat er in den allermeisten Fällen entweder
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…,
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest… (bzw. deren Vorgänger-Studiengänge; denn die Studiengänge „AMM“ und BBF" (http://www.hdba.de/studium.htm) gibt’s unter diesem Namen noch nicht lange),
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest… (bei „Internen“) oder
– etwas Vergleichbares studiert (z.B. Sozialarbeit, Jura etc. bei „Externen“/Seiteneinsteigern).

Von der Arbeitsagentur (was früher wohl das normale Arbeitsamt war?)

Ja, nur die „Endung“ hat sich durch die Namensänderung geändert, nicht aber die Kompetenzen.

dass die Mitarbeiter (nennt man die heute noch Arbeitsberater?)

Nein. Schon früher gab es relativ wenige Arbeitsberater (viel weniger als Arbeitsvermittler); heute existiert der Begriff nicht mehr und auch kein identisches TuK mehr.

in Berufsgruppen aufgeteilt sind, z. B. gibt es auch ein spezielles Akademikerteam, die ausschließlich für Hochschulabsolventen zuständig sind.

Ein Hochschulteam hat jede AA.

Aber bei der ARGE scheint es so zu sein, dass ein und dieselbe PAP alle Berufsgruppen betreut, arbeitslose Fabrikarbeiter genauso wie arbeitslose Ingenieure.

Kann das ein Wahrnehmungsfehler sein, da ich mir ziemlich sicher bin, dass auch die ARGEn (nicht nur die AAs) alle über ein Hochschulteam verfügen?

Und deshalb frage ich mich, ob sie denn überhaupt Kenntnisse in allen Branchen und Berufsgruppen haben,

Nein, natürlich nicht. Deswegen ist ein Arbeitsvermittler (und m. W. analog dazu auch die pAps) in der Regel auch nur für eine bestimmte Berufsgruppe zuständig – innerhalb wie außerhalb der Hochschulteams. (Je nach örtlicher Organisationsform kann es auch heute noch vorkommen, dass die Arbeitslosen nicht nach Berufen, sondern nach Alphabet den Vermittlern zugewiesen werden; dies ist inzwischen aber die Ausnahme.)

LG
Jadzia

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Hallo,

manches wurde ja schon geschrieben. ARGE heißt Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Agentur für Arbeit und Land- bzw- Stadtkreis. Beide entsenden Personal in die ARGE. Beide haben eigene Ausbildungssysteme, nämlich 3-jährige Ausbildungen nach dem BBiG und FH-Studiengänge.

mich würde mal interssieren was die ARGE-Mitarbeiter überhaupt
für Leute sind.

Für die BA wurde dies schon vertieft und kann man hier nachlesen http://www.arbeitsagentur.de/nn_343602/Navigation/Di….
Für die Kreise bzw. Kommunen (mD)http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest… und gehD http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…
Da das interne Ausbildungssystem nicht so schnell auf politische Entscheidungen reagieren kann, politische Regelungen teilweise nicht auf Dauer angelegt sind, muß anderweitig Personal für die Fachaufgaben beschafft werden, sogenannte Seiteneinsteiger mit möglichst hochverwertbarem beruflichen Potential. Systembedingt zunächst befristet.

Es gibt ja denke ich mal keine Lehre zum
ARGE-Mitarbeiter.

Nein. Wie generell im Berusleben erfolgen die Spezialisierungen auf dem Wege der Einarbeitung, ergänzt durch interne Lehrgänge.

Waren sie auf einer
Verwaltungsfachhochschule oder wurden sie irgendwie anders
angelernt?

s.o.

Und was sind die Inhalte dieser Ausbildung?

s.o.a. Links

Werden
ARGE-Mitarbeiter in der Kenntnis verschiedener Berufsfelder
geschult?

ARGE-Mitarbeiter von den Kommunen: nein
ARGE-Mitarbeiter aus der BA: die älteren haben teilweise noch berufskundliche Ausbildungsinhalte erhalten.

Gruß
Otto

Häufig stellen Arbeitsagenturen und ARGEn aber auch schon Sozialpädagogen oder Sozialwissenschaftler etc. ein.
Ich habe mich selber mal nach dem dualen Studium bei der Arbeitsagentur erkundigt und bin dann auf die Hinweise gestoßen, dass eine Ausbildung dort danach eine Übernahme nicht garantiert, da heben häufig auch SoWis oder SoPäds (vermutlich für weniger Gehalt) eingestellt werden. Und wer nimmt einen dann mit diesem - doch sehr speziellen - Abschluss?
Zudem sollte man eine sehr gute (Fach)Abiturnote und Erfahrung durch ein Praktikum verfügen, um überhaupt zu den Einstellungstests eingeladen zu werden.

Das hat nich dann etwas abgeschreckt…

Also wie das mit der Übernahme bei dem dualen Studiengang ist, weiß ich nicht.
Bei der betrieblichen Ausbildung wird man jedenfalls für 24 Monate übernommen, i.d.R. aber unbefristet.
Die Ausbildung wird aber bei der Bundesagentur absolviert. Man arbeitet zwar auch in der ARGE mit, aber 75% der Ausbildung finden (noch) in der BA statt.

Der Hauptgrund für die Einstellung von Sozialpädagogen o.Ä. liegt darin, dass diese als Fallmanager fungieren und dabei besonders soziale Kompetenzen wichtig sind, um an die Menschen ranzukommen.
Das Gehalt ist u.a. gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit und Tätigkeitsgebiet. Externe bekommen daher nicht weniger!

„Zudem sollte man eine sehr gute (Fach)Abiturnote und Erfahrung durch ein Praktikum verfügen, um überhaupt zu den Einstellungstests eingeladen zu werden.“

Das setzen viele Arbeitgeber voraus, die ein duales Studium anbieten…