Gutster Frank,
warum bist du nur so gemein zu Axel?
Er hat viel Zeit und sicher noch mehr Geduld investiert, um dir wirklich gute Antworten zu geben und er artikuliert seine Verständnisprobleme (deiner Interpretationen) durch konkrete Fragen:
Was meinst Du mit Bewegungsgesetzen? (wichtige Frage!)
Soweit, so gut. Jetzt machte Axel eine Aussage:
Wir leben ein einer vierdimensionalen Welt. Bewegung ist ohne
Zeitbetrachtung nicht möglich.
die er nicht groß erklärt und begründet, weil das ja - im Gegensatz zu deinem Weltbild - ja state-of-the-art ist und man das ganze Konzept ja in vielen Quellen nachlesen kann. Dir soll aber hier diese Definition weiterhelfen:
v = ds/dt
Bewegung heißt: Ortsänderung IN DER ZEIT. Die Bewegungsgröße ist die Geschwindigkeit (oder der Impuls), und diese Größe setzt sich zusammen aus Ort(sänderung) UND Zeit(änderung) (zzgl. der Masse, wenn du den Impuls betrachtest). Läßt du sie Zeit weg, bleibt die Ortsänserung übrig, also der „Unterschied“ zwischen „Punkt A“ und „Punkt B“. Das ist eine STRECKE, und KEINE Geschwindigkeit.
Nun sagst du, begründend:
Nein, umgekehrt. Bewegung ist die Daseinsweise der Materie,
was leider wieder eine Behauptung ist, die - ohne daß sie in eine Modell integriert ist, in welchem das verstehbar wird - weder etwas bringt noch jemandem dein Weltbild begreiflicher macht.
dadurch ergibt sich erst eine Erkennbarkeit der Zeit.
Was außer dir hier keiner versteht, weil s.o.: Def. v=ds/dt
In einem
hypothetischen Zweiteilchenuniversum gäbe es keine Zeit, aber
Bewegung. Du könntest nicht sagen, was vor oder nach dem Stoß
wäre, es wäre beliebig wendbar.
Zwei Teilchen bewegen sich aufeinander zu, treffen sich, prallen voneinander ab und fliegen wieder auseinander. Allein die Reihenfolge ist in meinen Augen doch schon eine ABFOLGE, die ohne Zeitbegriff gar nicht denkbar ist (zumindest für mich). Darüber hinaus kann ich nach jeder beliebigen Zeitspanne einen anderen Abstand der Teilchen zueinander messen.
Wäre nur ein einziges Teilchen da (das sich in keiner Eigenschaft ändert), hätte ich ein Problem. Denn EIN Teilcen kann sich nicht bewegen - denn es muß sich ja RELATIV zu irgendwas bewegen. Ohne Bewegung (oder eine andere ÄNDERUNG) kann ich keine Zeit feststellen. Nun ist es ein philosophisches Problem, ob man in einem solchen Universum eine Zeit hat/haben möchte - ganz sicher wird aber ein Zeitbegriff in den (naturwiss.) Modellen zur Beschreibung dieses Universums nicht vorkommen.
Das einzige, was da aber
immernoch gilt, wäre der historische Zeitbegriff. Du könntest
eine Gleichzeitigkeit beider Teilchen stets feststellen.
Was ist eine „Gleichzeitigkeit beider Teilchen“ ? Heißt das, das beide zur selben Zeit „existieren“ ? Der Begriff „Gleichzeitigkeit“ wird nämlich von den anderen hier nur in bezug auf EREIGNISSE verwendet!
Es freut mich, daß du Axels Frage nach den Bewegungsgesetzen beantwortet hast. Ich dummes Ding habe von diesen Gesetzen noch nichts gehört, aber Unwissenheit schützt ja vor Strafe nicht. Bitte, gib mir eine konkretes Anwendungsbeispiel dieser Gesetze, damit ich ihre Vorhersagekraft mal ausprobieren kann:
das Gesetz des Umschlagens von Quantität in Qualität und
umgekehrt;
das Gesetz von der Durchdringung der Gegensätze;
das Gesetz von der Negation der Negation.
Dann noch eine Frage:
Das deckt sich mit der Chaosforschung und ist
allegemeingültig.
Warum führst du hier immer die Chaosforschung als „Referenz“ an? Diese Forschung unterucht das Verhalten KOMPLEXER, RÜCKKOPPELNDER und NICHTLINEARER Systeme. Bewegung zB kann man auch an nicht-komplexen Systemen zeigen. Dazu dein Zitat:
In einem hypothetischen Zweiteilchenuniversum gäbe es keine Zeit,
aber Bewegung
Also sind wir uns doch einig, daß wir mit der Chaostheorie erst anfangen brauchen, wemnn wir unsere Probleme mit der Bewegung gelöst haben.
Ach ja, und dann sagst du:
…und ist allegemeingültig.
Nix ist allegemeingültig, nur weil es eine Theorie behauptet. Ein Naturwissenschaftler, der behauptet, etwas sei allegemeingültig (ohne einen „Definitionsbereich“ anzugeben, disqualifiziert sich selbst. Die einzigen, die derart absolute Aussagen machen dürfen, sind Mathematiker - und das sind Philosophen und keine Naturwissenschaftler.
Jochen