Azubi zur Arbeitsentlastung

Hallo,

seit einigen Monaten bewältigen meine Kollegin und ich den Bürokram von zwei Arztpraxen (was sich so schön Praxisgemeinschaft nennt), und wir können den Arbeitswust schlichtweg nicht schaffen. Kommenden Mittwoch haben wir ein Treffen mit unseren Chefs, um Vorschläge vorzutragen, wie wir die Ablauforganisation verbessern können. In einem sind wir uns alle einig, wir brauchen eine zusätzlich Hilfskraft für die zeitraubenden Routine-Arbeiten. Der eine Chef stellt sich eine Studentin vor, die Abends kommt, und z.B. Ablage und Post erledigt, der andere Chef hätte gerne einen Azubi, und ich stelle mir eine Teilzeitkraft auf Geringverdienerbasis vor.
Vor einem Azubi graut es mir, da bin ich erfahren, weil sie immer Betreuung brauchen, viel Zeit und Muse zum Erklären…usw. Das wird für mich nie und nimmer eine Arbeitsentlastung. Aber mit diesen Einwänden im Vorfeld beiße ich auf Granit.
Sehe ich schwarz oder habe ich recht mit meiner Befürchtung? Über jede Antwort freue ich mich, weil ich Argumente, Erfahrungen und Fakten bis Mittwoch sammeln will.
Danke im voraus
und viele Grüße
claren

Vor einem Azubi graut es mir, da bin ich erfahren, weil sie
immer Betreuung brauchen, viel Zeit und Muse zum
Erklären…usw. Das wird für mich nie und nimmer eine
Arbeitsentlastung. Aber mit diesen Einwänden im Vorfeld beiße
ich auf Granit.

Hi,

du warst wohl nie Azubi?

gruss

Hi Claren,

irgendwie kann ich dir Recht geben, auch wenn local anderer meinung ist und ich auch Azubi war: Azubis können ganz schön lästig sein…

ich hatte/habe auch eine; die macht in zwei wochen mündliche und ist somit eigentlich fertig - AAAA BBB EEEE RRRR: drei jahre lang, musste ich für die sch… die sie gebaut hat, den kopf hinhalten und werd ich auch nach ihrer Ausbildung noch machen müssen…

Das Mädel hat null interesse, hat keinen draht zum chef (obwohl mit dem direkt zusammen gearbeitet werden muss), gibt keine infos, redet nix, gibt morgens ihr hirn vor der Tür ab (mitdenken ist für sie ein fremdwort) …

Du kannst Glück haben und eine/n super Azubi bekommen; macht alles, kapiert schnell, sonst auch ganz umgänglich - oder halt auch danebengreifen…

Probierts doch - wenn Azubi - dann erstmal als Praktikum! Meistens merkt man Arbeitseifer und interesse schon in ein, zwei Wochen…

Viel Glück
Kat

Hallo Claren!

seit einigen Monaten bewältigen meine Kollegin und ich den
Bürokram von zwei Arztpraxen (was sich so schön
Praxisgemeinschaft nennt), und wir können den Arbeitswust
schlichtweg nicht schaffen. Kommenden Mittwoch haben wir ein
Treffen mit unseren Chefs, um Vorschläge vorzutragen, wie wir
die Ablauforganisation verbessern können. In einem sind wir
uns alle einig, wir brauchen eine zusätzlich Hilfskraft für
die zeitraubenden Routine-Arbeiten.

Das ist doch schon mal ein guter Ausgangspunkt.

Der eine Chef stellt sich eine Studentin vor, die Abends kommt,
und z.B. Ablage und Post erledigt,

Und das ganz alleine und ohne Anleitung, nur einfach so ein Heinzelmänchen das alles wegarbeitet. Sowas gibt es leider nicht.

der andere Chef hätte gerne einen Azubi,

Ich schließe mich an. Gebt unserem Nachwuchs Chance.

und ich stelle mir eine Teilzeitkraft auf Geringverdienerbasis vor.

Und die arbeitet dann ohne Anleitung und schmeißt den Laden.

Vor einem Azubi graut es mir, da bin ich erfahren, weil sie
immer Betreuung brauchen, viel Zeit und Muse zum
Erklären…usw. Das wird für mich nie und nimmer eine
Arbeitsentlastung.

Schade das du solche Erfahrungen machen mußtest, ich kenne viele Azubies die sind einfach nur genial. Ich denke wir haben da unterschiedliche Erfahrungen gesammelt aber gib ihnen einfach nochmal eine Chance. Vieleicht läßt sich ja auch dein Chef darauf ein, das du mitaussuchen kannst.

Aber mit diesen Einwänden im Vorfeld beiße ich auf Granit.

Würdest du bei mir auch.

Sehe ich schwarz oder habe ich recht mit meiner Befürchtung?

Ich denke du siehst das zu schwarz. Egal ob es ein Student(in) ist oder eine Teilzeitkraft oder ein Azubi(ne) du kannst immer Pech haben. Die Verantwortung über einen Azubi(ne) zu tragen ist allerdings schon etwas mehr. Die Bereitschaft deines Chefs einen Azubi(ne) einzustellen finde ich schon mal toll. Ich weiß das Cheffes gelegentlich (öfter) dazu neigen auch Azubis als vollwertige Arbeitkraft zu sehen aber das kann man denen freundlich und bestimmmt auch ausreden.
Mal unabhängig von allen Vorurteilen wer besser ist, Student, Teilzeitkraft oder Azubi wir müssen unserer Jugend doch eine Perspektive geben. Ich habe mit vielen Azubis zusammen gearbeitet und habe dabei eigentlich noch nie wirklich negative Erfahrungen gemacht.

Wie oben schon gesagt rede doch mit deinem Chef, dass du den/die Azubi(ne) mit aussuchen kannst. Dann bist du sozusagen deines Glückes eigener Schmied.

Über jede Antwort freue ich mich, weil ich Argumente,
Erfahrungen und Fakten bis Mittwoch sammeln will.

Die waren wohl nicht ganz so wie du dir das gedacht hast. :frowning:

Überleg dir vieleicht auch mal, dass du einem (gerade der Pupertät entwachsenen) Mensch ein Chance für die Zukunft geben kannst.

Gruß
Stefan

Hallo Claren

was Kat schreibt ist insofern richtig, dass Azubis - wenn sie denn
interessiert sind - schon nach kurzer Zeit eine Entlastung für
Routinearbeiten sind.

Im Sinne des Erfinders ist es jedoch nicht, jemanden über Jahre in
Ablage oder Postversand „auszubilden“. Zu einer vernünftigen
Ausbildung gehört ja etwas mehr und das fordert auch die
Vorgesetzten.

Jemanden zu finden, der für wenig Geld nur die „idiotischen“
Tätigkeiten, aber das mit grossem Engagement, ausübt, halte ich
jedoch für genauso problematisch. Stell Dir einfach vor, wie oft Du
jemand Neuen wieder einarbeiten musst, wenn es nicht so klappt, wie
gewünscht.

Im Zweifelsfall bin ich für die Variante Azubi.

Viel Erfolg beim Überlegen und Diskutieren.

Gruss
Heinz

Hi,

du warst wohl nie Azubi?

nicht nur das, ich habe auch schon Azubis ausgebildet, was mir übrigens viel Spaß macht(e). Und es macht dann Spaß, wenn ich mich um einen Lehrling kümmern kann, ihn in seinen Stärken zu fördern und ihn bei seinen Schwächen zu helfen. Aber das würde für mich bedeuten, einen Lehrling immer im Augenwinkel zu haben und auf all seine Fragen einzugehen, denn mangels Berufserfahrung gibt es recht viel zu erklären und zu überwachen.
Doch bei uns klingelt das Telefon im 10 Minuten Takt, wir bekommen ca 10/15 Mails am Tag, wir haben täglich Besprechungen mit den Therapeuten zu absolvieren, und schleusen alle 20 Minuten einen Patienten mit all dem dazu gehörigen Schreibarbeiten durch. So habe ich keine Zeit für einen Azubi, denn den müßte ich zum Neger machen, damit er uns die Doofi-Arbeit erledigen kann, um uns zu entlasten und um ihn mit Aufgaben zu beschäftigen, bei dem nicht viel schief gehen kann. Das halte ich für verantwortungslos. Sollten wir einen Lehrling einstellen, kann er meiner Unterstützung als Kollegin sicher sein, aber nicht als Ausbilderin. Denn erste Priorität ist für mich die Arbeitsbewältigung nicht eine gute Ausbildung. Es geht nur das eine oder das andere, die „mach-mal-alles“-Idee meines Chefs kann ich nicht schaffen, und sie macht mich so richtig sauer.

es grüßt dich freundlich
claren

vielen Dank für alle Antworten samt * :smile:

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