Hi!
ich bin beeindruckt aber auch ein wenig enttäuscht wie wenig
du dich hast mitreißen lassen.
Vielleicht weil ich das Thema nicht als Witz empfinde.
Um das mal für mich abzuschließen noch ein Paar Worte ohne
„Scheiß“.
Keine Perspektive auf irgendein Problem liefert ein
vollständiges Bild. Weder die Gewerkschaften noch die
Arbeitgeber oder sonst eine Gruppe und bestünde sie aus dem
besten Fachleuten kennt die Wahrheit oder irrt sich nicht
auch.
Soweit, so nett, die Logik.
Faktisch ist es aber so, dass Fachleute auf allen Seiten mittlerweile recht genau wissen, was noch gehjt in D und was nicht, was getan werden muss und was die Folgen sind, wenn man dagegen handelt.
Du findest all das im Archiv, ich ahbe es 5 mal geschrieben in den letzten Jahren.
Von daher ist die demokratische Konstruktion, die an
gesellschaftliche Phänomene möglichst verschiedene Gruppen mit
verschiedenen Interessen heranlässt wohl die beste. Diesem
Ringen um die vollständigste Lösung funktionierende Regeln zu
geben ist auch wieder ein schwieriges Geschäft.
Genau diesen Prozess sehen wir hier gerade am Werke. Meiner
Meinung nach hat hier keine Seite Grund zu irgendwelcher
Entrüstung.
s.o.
Wer heute noch Forderungen stellt wie die GDL das tut, ist entweder dumm, was ich nicht glaube, oder handelt aus anderen Motivationen heraus, wie z.B. der Sicherung der Positionen für einzelne Protagonisten.
Verlieren werden dabei die „kleinen Leute“, die in 10-20 Jahren dann ernsthaft Problem,e bekommen. Der Funktionär hat bis dahin genug abkassiert und wird höchstens sein Dienstwagenprivileg aufgeben müssen.
Mein Herz schlägt allerdings doch etwas mehr für positive
soziale Utopien als für reine Ökonomie.
Meines auch.
Nur sagt mir mein Verstand, dass diese Ära vorbei ist.
Der träge Zug Deutschland hat nur noch nicht reagiert.
Okonomie ist ein wichtiges Instrument um unser Leben besser zu
machen, wenn auch nur in materieller Hinsicht. Ökonomie ist
aber kein Allheilmittel und erst recht nicht der Sinn der
Welt.
Wie nett.
Also back to the roots?
82 Mio. Deutsche leben von Land- und Viehwirtschaft?
Wer versucht alles unter Wirtschaftlichkeitsgesichtpunkten zu
betrachten macht Ökonomie zu einer Waffe im Kampf gegen
diejenigen die dabei nicht mitmachen wollen oder können.
Das ist, entschuldige, dummes Geschwätz.
Wer den Gesetzen der Ökonomie in Zeiten, wo wir im Wirtschaftskrieg mit China und in Konkurrenz zu den USA und Russland stehen, nichtz folgen will oder denkt zu müssen, hat schon verloren.
Wir sind nicht alleine auf der Welt. Entweder wir stellen uns den Aufgaben, oder unsere aktuelle Form der Wirtschaft und des Zusammenlebens geht unter.
So einfach ist das.
Ich gehe nun mal von abstrakten Forderungen an andere direkt auf mich persönlich: ich als kleiner Mensch hätte am meisten Lust, mir ein schönes Haus in Costa Rica am Strand zu kaufen und dort mit den Füssen im Sand zu sitzen und gute Bücher zu lesen, ab und zu mit einer hellbraunen Schönheit zu schlafen, ein paar Bier mit guten Freunden zu trinken, mit dem Jetski zu fahren und ansonsten ein wenig mit Euch hier im Web zu diskutieren. Arbeiten muss ich nicht mit Gewalt.
Blöderweise kostet das jedoch Geld, das ich nicht geerbt habe. Also sitze ich im nebligen München in meinem 25qm Dachbüro und arbeite von 7 - 20 Uhr im Schnitt. Auch o.k., ich mache das gerne.
Ich fordere aber von keinem, mit Geld dafür zu geben, dass ich weniger arbeite und mehr meckere. So realistisch bin ich.
Ich bezahle meine Steuern weil ich weiß, es gibt allgemeine Aufgaben, die ich dem Staat als Bürger gerne übertrage und es müüssen ein paar Schwache unterstützt werden. Ich bezahle sie aber nciht dafür, dass damit noch höhrere Kosten für mich generiert werden.
Warum nur kommt nun eine bestimmte Gruppe wie die GDL auf die Idee, sie könnte das anders machen und hätte auch noch das Recht dazu, bei der Durchsetzung dieser Forderungen das Leben von Millionen anderen Mitbürgern negativ zu beeinflussen, indem sie deren Infrastruktur lahmlegt?
Was bilden sich diese Leute überhaupt ein?
Ich würde an Mehdorns Stelle aussperren.
In 10-20 Jahren ist das deutsche System wie wir es heute kennen am Ende.
Warum bis dahin noch mit wehenden Fahnen alles verbraten?
Die riesigen Unterschiede im Reichtum und in den Lebenschancen
werden wahrgenommen und erzeugen Gefühle und Gefühle sind
immer Wahr. Ihre Ursache mag falsch, eingebildet oder
unbegründet sein, sie selbst sich absolut real und damit für
uns Wahrheit. Vielleicht sind sie die einzige Wahrheit, die
wir wirklich haben.
Amen.
Mein „Gefühl“ ist, dass es Zeit wird, dass der Deutsche die Verantwortung für sich selbst übernimmt.
Wenn sich also Teile der Gesellschaft ungerecht behandelt
fühlen, dann ist das eine Kraft die nach Ausgleich drängt.
Dies zu ignorieren wäre dumm und letztlich auch
unwirtschaftlich. Wenn Frustrationen ausweglos anwachsen
werden sie nämlich oft destruktiv.
Naja, ich bin auch manchmal frustriert. Dann halte ich zumeist die Klappe und ändere es selbst, sofern ich kann, oder lebe damit.
Natürlich ist eine gefrustete Lokführerschaft ein wirklich
unbedeutendes Phänomen, aber der Prozess des
gesellschaftlichen Ausgleiches findet hier wie an tausend
anderen Stellen immer wider statt.
Wie wird dieser Ausgleich aussehen, wenn diejenigen, die das alles bezahlen, irgendwann keine Lust mehr haben…?
Leider entdecke ich in der Rhetorik drum herum ein
bedenkliches Maß an Entmenschlichung und Respektlosigkeit.
So ist es.
Ich halte es für ausgesprochen „respektlos“, heute und morgen hunderttausende Leute von der Arbeit abzuhalten, somit einen volkswirtschaftlichen Millionenschaden zu generieren und es auch noch gut zu finden, dass der Obermufti zur Kur geht, wenn es spannend wird.
Auch in dem Auslöser für meine Satire glaubte ich ein
deutliches Maß an Verächtlichkeit gegenüber denen erkannt zu
haben, die doch nur das tun was ihnen hoffentlich angemessen
erscheint und gegenüber ihren Nöten die sie dazu motivieren.
Bitte?
Nach irgendwelchen ökonomischen Kriterien mag das was die
kleinen Lokführer antreibt unbedeutend sein, für diese
Menschen ist das bedrängende Wirklichkeit.
Weshalb verhandeln sie dann nicht so, wie jeder andere Arbeitnehmer das auch tun muss und akzeptieren dann die 6% mehr, die sonst nur noch ausgewählte Siemensianer fordern können?
Es dauert keine 10 Jahre mehr, dann gibt es Prügel auf offener Straße für Typen, die solche Schweinereien wie den GDL-Streik anzetteln. Das ist dann wirklich „undemokratisch“.
Ich kann schon jetzt keinem Familienvater, der als Facharbeiter bei einem KMU arbeitet, mehr verkaufen, dass er nicht zur Arbeit kommt, weil eine kleine Gruppe Arbeitnehmer 30% mehr Gehalt fordert, während er seit 4 Jahren auf Gehaltserhöhungen und sein Weihnachtsgeld verzichten muss, um die Firma zu stützen und nun deshalb auch noch seine Schichtzulage verliert.
So etwas geht einfach heute nciht mehr. Keine Ahnung, weshalb das so schwer zu verstehen ist.
Die Chinesen werden unseren Sozialquatscher - Laden hier schon sehr bald überrollen, wenn wir nicht an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten.
Redet doch mal mit Leuten aus KMUs, die mit China arbeiten. Diese Leute haben Angst. Und ich weiß, warum.
Grüße,
Mathias