Es gibt einen Unterschied zwischen Kompliment und Lob.
Ein Lob ist eine Anerkennung, die eine Leistung des Gelobten und ein gewisses Gefälle zwischen Lobenden und Gelobten voraus setzt. Dieses Gefälle kann durch einen höheren Rang und / oder durch eine höhere Kompetenz entstehen, so, wie es bspw. bei einem Erziehungsberechtigten oder einem Vorgesetzten der Fall ist. Anerkennung auf einer Augenhöhe sieht anders aus.
„Wow, siehst du heute toll aus“ ist ein Kompliment. Wenn es ein Lob wäre, wäre es eine Katastrophe. Denn das würde implizieren, dass der Gelobte erst mal eine Leistung hat vollbringen müssen, um überhaupt dahin zu kommen, gut auszusehen. Insofern wäre diese „Lob“ alles andere als ein Kompliment.
Lob ist genau in diesem Fall bspw. eine Verarschung. Auch das von mir genannte Beispiel mit dem Mülleimer fällt darunter. Wenn ich jemanden nämlich Sachen lobe, die keine Leistung sind, dann verkehrt sich das Lob ins negative.
Was man machen kann: Man kann sich bspw. dafür bedanken. Das ist ein Unterschied.
Kommt dann noch der Punkt dazu, den Elke angesprochen hat. Dein Vorschlag zur Situation: Ich mag den Duft nicht. Sage das aber nicht direkt - sondern warte, bis derjenige anders riecht, um ihm dann (ich sag es jetzt mal positiver - nicht zu loben, sondern um ihm dann) ein Kompliment zu machen… Dann tue ich das mit dem Hintergedanken eine subtilen Botschaft, die man sonst bspw. in der Hundeerziehung anwendet: Macht Wuffi was schlechtes, dann ignoriert man das, macht Wuffi was gutes - dann lobt Herrchen ausgiebig. (Siehe das o.a. Machtgefälle)
Sorry. Mein Verständnis von Partnerschaft ist ein ganz anderes!
LG Petra