Der grosse Käse (Brandbrief)

hallo eckard,

Meine Frau ist Lehrerin (Grundschule) und aus dieser Quelle
und aus eigener Beobachtung sind mir diese Symptome natürlich
allzu bekannt.

schön dass dir diese symotome aus erzählungen deiner frau bekannt sind. mir sind sie auch bekannt, denn ich bin betroffene mutter. und glaub mir, ich weiß genau wie hilflos sich manchmals lehrer fühlen, wenn sie einem gegenüberstehen. DAS geht mir und vielen anderen betroffenen nicht anders.

Wo sie über das normale Maß hinausgehen (wobei man sicher das
Stichwort „Reizüberflutung“ bei der Beurteilung der
„Normalität“ mit heranziehen muß) sind sie sicherlich
behandlungsbedürftig.

sie sind es nicht nur sicherlich, sondern auf jeden fall. und das nicht nur, um nicht mehr negativ in der gesellschaft aufzufallen, sondern um sich selbst zu verstehen und damit angepasst leben zu können.

Nur frage ich mich, was ist bei diesen Kindern im Vorfeld
schief - oder wenigstens anders - gelaufen als bei ihren
ruhigeren Altersgenossen?

bei „normalen“ kindern scheint das gehirn besser zu arbeiten, zumindest im bereich der filterung und verarbeitung der einfliessenden umwelteinflüsse.

Treten diese Symptome bei bestimmten

Familienkonstellationen, bei bestimmten
Elternpersönlichkeiten, bei bestimmten Lebensläufen
signifikant häufiger auf?

ich habe bei den besuchen unseres sohnes in der kjp einige eltern kennengelernt und man kann sagen, dass alle schichten vertreten sind. es hielt sich so ziemlich die waage. also ist es nicht nur ein problem der scheidungskinder,die von der alleinerziehenden mutter von sozialhilfe lebend,erzogen werden.

das kommt doch sicherlich nicht aus

blauem Himmel. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass darüber
nicht eingehende Untersuchungen angestellt werden.

es kommt auch nicht vom blauen himmel und ganz plötzlich, es ist ein schleichender prozess ( s.a. mein posting unten). oft fällt es garnicht allzusehr auf oder wird mit „der/die ist halt ein sehr wildes kind“ abgetan. leider auch oft von kinderärzten.
ich denke, es werden auch viele untersuchungen angestellt, aber vielleicht nicht ganz so anerkannt.

Doch noch einmal zurück zu Raymonds eingehendem Statement.
Wird nicht auch oft vorschnell einfach das Label „AD(H)S“
vergeben, weil man ja Eltern schlecht sagen kann, was sie in
ihrer Erziehung und in ihrem Beispiel unterlassen und
versäumen?

ich kann dir versichern, wir wurden auf unsere fehler in gegenwart und vergangenheit von den behandelnden ärzten hingewiesen.

Zumal dies ja auch sicher eine eingehendere

Untersuchung der gegenwärtigen und vergangenen
Familiensituation verlangen würde, etwas, was der Hausarzt mit
Sicherheit nicht leisten kann und auch viele Eltern mangels
eigener Einsicht nicht zulassen würden. Da kriegt dann eben
lieber das Kind das Ritalin und die Mutter das Valium.

ein guter kinder- oder hausarzt überweist eltern mit dem kind zu einem psychologen, der dann entweder ambulant eine therapie mit medikamentöser unterstützung anfängt oder den betreffenden stationär einweisen lässt um ursachenfindung und therapie einzuleiten.
ganz so einfach geht das dann doch nicht mit ritalin oder dergleichen. denn diese medikamente fallen unter das betäubungsmittelgesetz und benötigen gesonderte rezepte.
ausserdem suchen eltern mit wirklichen ads/adhs-kranken kinder auf kurz oder lang professionelle hilfe, weil es eben nur mit medikamenten ohne begleittherapie dann doch nicht geht. ein kind ändert sich durch ritalin,etc. nicht von heut auf morgen von grund auf.
aber vielleicht sollte ich mir auch transquilizer verschreiben lassen, denn mittlerweile hab ich keine nerven mehr…

(Das kommt mir dann so vor wie die Behandlung einer Diarrhoe
mit Beruhigungsmitteln. Man macht sich zwar immer noch in die
Hose, aber es stört einen nicht mehr)

du hast recht, und was die gesellschaft denkt ist dann auch egal…wenn das so einfach wäre…

gruß tanja

4 „Gefällt mir“

Antwort:
Eine Fehldiagnose.

Falsch!

Es ist das Regelfall-Kind von w-w-w Teilnehmern.

:wink:

Gruß ivo

4 „Gefällt mir“

(

Ob man „so ein“ Kind dann nicht richtig lieb hat?

Wenn es deins ist, sind die Chancen richtig grosse,
dass du es lieb hast, dass du es immer lieb hast, auch
wenn es sich gerade nicht liebens-wuerdig benimmt.
(NB: ‚deins‘ ist nicht biologisch definiert)

Wer sagt denn, dass deins/deine so werden?
Und weisst du was? Auch schwierige Kinder machen Freude.

Gruesse
Elke

liebe elke,

du sprichst mir aus der seele…

hier werden ads/adhs-kids als monster hingestellt, die nur sch… im hirn haben und dementsprechend auch solche bauen. sorry, ist aber inzwischen mein eindruck, nach den ganzen postings hier.

selbst mein sohn, auch so ein mode-diagnosen-kind kann ein ganz lieber kerl sein, der auch durchaus höflich, freundlich,hilfsbereit und kompromissfreudig sein kann. wenn er einen guten tag hat auch einmal mehr von diesen guten eigenschaften.

alle,die ihn kennen,ja auch die lehrerin und ärzte halten ihn für sehr liebenswürdig, es sei denn er klinkt gerade aus. aber wir sind dafür schon dankbar.

nur leider ist die akzeptanz in unserer gesellschaft nicht gerade sehr groß, denn selbst wenn er einen guten tag hat und ich zufrieden bin,schütteln andere immer noch den kopf und halten ihn für schrecklich unartig und unerzogen.leider. wir wissen es besser, aber junior kann damit einfach noch nicht umgehen und versteht diese reaktionen nicht so richtig. er hat immer das gefühl alles falsch zu machen und das entmutigt ihn so sehr. und wir müssen doppelt so hart arbeiten und ihm das gegenteil klar zu machen.

ich/wir lieben unseren sohn genauso wie seine geschwister,sind dankbar für jeden tag, denn die tage sind nicht nur schlecht.auch wenn ich an manchen tagen total fertig bin.

schade,dass viele leute nur genervt sind, keine hintergründe hinterfragen und ihre vorurteile pflegen.

liebe grüße

tanja

2 „Gefällt mir“

hallo ray,

ich beneide dich ein stück weit, dass du deine kinder ohne größere probleme groß gezogen hast.

ich möchte nicht ausschließen,dass manche eltern einfach zu der begründung ads/adhs greifen, weil es nun mal bequemer ist. aber meinen erfahrungen nach sind das eher wenigere,als solche die sich die füße wundlaufen,um hilfe zu finden.

und die,die es nicht tun haben m.e. etwas zu verbergen oder schämen sich. nur indem ich professionelle hilfe suche und auch bereit bin sie anzunehmen,helfe ich meinem kind wirklich. und in dem moment,wo mein kind verhaltensauffällig ist möchte ich ihm doch helfen. dass es allen beteiligten besser geht.
ich kann aber auch eltern nur zu gut verstehen, dass sie sich schämen. denn die vorurteile sind ja so groß. wie man ja an manchen postings unten ganz klar erkennen kann.

selbst in unserer eigenen familie gibt es leute,die es als „gibts nicht“ abtun. aber die denken darüber auch nicht nach, leben nach dem motto, das kind ist doch gesund,wie kann es da was an der psyche haben.

ich würde dir den rat geben, wenn du den eltern und dem kind helfen willst, rede erst mal mit ihnen und mach ihnen klar, dass wenn ads/adhs besteht, das auf jeden fall ein guter psychologe diagnostizieren und auch therapieren sollte. nicht nur medikamentös.

leider ist es ein irrglaube, dass mit medikamentöser unterstützung keine psychologische therapie erforderlich ist. denn ziel ist es mit medikamenten leichteren zugang zu haben,um besser an das kind ranzukommen. eine verhaltenstherapie sollte möglichkeiten geben,eine selbsteinschätzung zu bekommen und irgendwann ohne medikamente ein annähernd normales leben zu führen.

betroffenen eltern nützt es mehr,wenn sich andere gedanken machen und verständnis für die situation zeigen.allerdings sollten sie dann auch alles versuchen um das bestmöglichste an therapie für ihr kind herauszuholen.

liebe grüße

tanja

ps. dein posting über meinem stecke ich in die kiste " zufall" und bin weder böse noch unangenehm berührt. denn wie elke schon schrieb, habe ich das alles schon zur genüge gehört und gelesen. mein bericht sollte ja auch nicht auf die kritische beäugung von ads/adhs zielen, wie leider so mancher falsch verstand, sondern hatte eher den zweck des erfahrungsaustausches von betroffenen.

Auch in unserer Verwandtschaft gibt es ein deutlich
verhaltensgestörtes Kind.

Klar dass die leidgeprüften Eltern eine
Entschuldigung/Freibrief suchen – die Schuld/Ursache
irgendwoanders, als bei sich selbst zu finden ist bequemer
und, dem Himmel sei Dank (ironisch), inzwischen scheinbar auch
gesellschaftlich akzeptiert.

Wie günstig, dass es seit ein paar wenigen Jahren eine neue
Modeerkrankung gibt, deren „nebulöse“ Erscheinungsform so gut
wie auf jede Verhaltensstörung passt = ADS (auch AHDS und
andere Bezeichnungen, das Internet ist voll davon).

Ein Kind entspricht nicht dem üblichen Verhaltensmuster = ADS
Eltern kommen mit ihrer Verantwortung nicht klar = Kind hat
ADS
Kommunikationsprobleme Allgemein und im Besonderen = ADS
Unzureichende Erziehungsziele = ADS
usw usw.

Leute, ich will die Existenz einer solchen Erkrankung nicht
unbedingt und gänzlich in Abrede stellen aber was da so läuft
passt auf keine Kuhhaut mehr. Es ist meiner Aufmerksamkeit
nicht entgangen, dass diese neue Krankheit aus den USA
importiert wurde. Ich stelle mal, leicht abschweifend, kühn
die Behauptung auf, dass nicht alles was so aus USA kommt von
Segen ist.

Aber:
Kinder/Heranwachsende brauchen Ziele.
Kinder/Heranwachsende brauchen Grenzen.
Kinder/Heranwachsende brauchen Orientierungspunkte.
Kinder/Heranwachsende brauchen Vorbilder.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Ziele gesetzt werden – dann
braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau diese
Kinder/Heranwachsenden „ziellos“ zeigen.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Grenzen gesetzt werden –
dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau
diese Kinder/Heranwachsenden „grenzenlos“ zeigen.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Orientierungspunkte gesetzt
werden – dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben
genau diese Kinder/Heranwachsenden „orientierungslos“ zeigen.

Wenn aber den Kindern/Heranwachsenden von den dafür
Zuständigen/Verantwortlichen keine Vorbilder gesetzt werden –
dann braucht sich niemand zu wundern, dass sich eben genau
diese Kinder/Heranwachsenden „vorbildlos“ zeigen.

Zuständigkeiten/Verantwortlichkeiten:
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den
Kindern/Heranwachsenden Ziele zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den
Kindern/Heranwachsenden Grenzen zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den
Kindern/Heranwachsenden Orientierungspunkte zu setzen!
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, den
Kindern/Heranwachsenden Vorbilder zu geben!

Nicht die Kindern/Heranwachsenden sind therapiebedürftig – die
Eltern sind es!
Nicht die Kinder und Heranwachsenden.
Nicht die Lehrer.
Nicht die Gesellschaft als Ganzes.
Die Eltern und nur die Eltern!

Steinigt mich, aber so sehe ich das und wenn immer das
Gesprächsthema darauf kommt (und dies ist zunehmend der Fall –
ich schliesse daraus, dass nicht alle blind sind) bekunde ich
unverhohlen meine Meinung dazu. Erschreckenderweise erfahre
ich Zustimmung auf breiter Linie – noch erschreckender, dass
auch die betroffenen Eltern zustimmen – unter gleichzeitiger
Anführung des Argumentes: „…Ja, aber das ist so
anstrengend…“ (mir bricht das Herz).

Wir, d.h. meine Frau und ich – und zwar zusammen und bewusst –
haben auch Kinder grossgezogen und auch wir haben die
verschiedensten Phasen durchgemacht. Aber nie kam es uns in
den Sinn aufzugeben oder gar auch nur einen Deut zurück zu
stecken. Klar wissen wir nur zu gut, wie unsagbar anstrengend
und mühsam die bewusste und verantwortungsvolle „Aufzucht“ der
Kleinen sein kann.
Es hat sich gelohnt und (so ganz nebenbei, für uns stellt sich
die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht – es sind die
Kinder!) wir sind stolz auf unsere Kinder. Und nun haben wir
nochmal Zeit für uns :smile:

Auf interessante Beiträge freut sich
Anonym

PS: Ich hoffe, dieses, zugegeben, etwas provokante, Posting
ist Einigen hilfreich.

Es ist das Regelfall-Kind von w-w-w Teilnehmern.

Das gefällt mir fast noch besser, Ivo!
Ich sehe, wir bverstehen uns!
Gruss, Branden

Klar - für denjenigen, bei dem es immer nur zum Mittelmaß
reicht, schon.

Umgekehrt wird ein Schuh draus:
Wer aus dem Mittelmaß und dem Defizit etwas Größeres machen will, unterliegt der intellektuellen Schwäche.

Gute Frage, Eckard!

Wird dieses Syndrom so benannt, weil der Patient selbst seiner
Umwelt zu wenig Aufmerksamkeit widmen kann, oder aufgrund der
Hypothese, dass seine Störung sich entwickelte, weil ihm zu
wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde?

Hallo Eckard,
da Oliver Deine Frage offenbar nicht beantworten konnte, springe ich hier ein.
Deine Frage ist nicht nur berechtigt, sondern ausgesprochen klug. Sie nimmt die Antwort fast vorweg: Beides hängt dermaßen zusammen (ist sozusagen verschmolzen), dass man Henne und Ei hier kaum trennen kann.
Wie ich schon in einem der vorigen Postings sagte, kommen hier konstitutionelle Faktoren mit Eltern-Unterversorgung zusammen. Hierin unterscheidet sich meines Erachtens das sogenannte ADS nicht von anderen Persönlichkeitsstörungen, welche ja großenteils in dem zarten Alter („frühe Störung“) gesetzt werden.
Es grüßt Dich
Branden

Nochmal Einmischung

(Das kommt mir dann so vor wie die Behandlung einer Diarrhoe
mit Beruhigungsmitteln. Man macht sich zwar immer noch in die
Hose, aber es stört einen nicht mehr)

So ist es, Eckard.
Und wieder ist Deine Frage bzw. Dein Statement nicht ganz verstanden worden, wie mir scheint. Diesmal gibt statt Oliver Walter nun Tanja die Nicht-Antwort. :wink:
Wenn die Leute doch ein bißchen zuhören bzw. zulesen könnten, dann würden sie nicht immer über die Nuancen und wirklichen Fragestellungen hinweg argumentieren oder hinweg dozieren.
Gruß, Branden

1 „Gefällt mir“

Herrlich
Ich

bin schonungslos offen

Das erinnert mich an den Politiker KOCH, der von „brutalstmöglicher Aufklärung“ sprach, ohne diese wirklich im Sinne zu haben.

‚Heilung‘ ist das Thema!!
Viele

Krankheiten treten ja auch weiterhin auf, obwohl wir sie
heilen können.

RITALIN-Gaben sind eben keine HEILUNG, genauso wenig wie z.B. Neuroleptika Psychosen „heilen“.

HAllo Ivo,
so giftig kenne ich dich gar nicht.
Mhm… was nervt dich da so?
Und was bringt (dir) das?

Gruesse
Elke

die ein ADS-Kind hat, der ein tolles Kind ist
(soll er mal nicht, ist ja meiner!), aber auch bei
der weitgestecktesten Definition nicht als hoch-
begabt gelten kann

hallo an alle fachleute,

mir faellt in diesem zusammenhang der begriff der ‚wohlstandsverwahrlosung‘ ein. dieses phaenomen sehe ich erschreckend haeufig schon allein in meiner nachbarschaft.
kleinkinder, die mit dem fernseher als ‚ruhigsteller‘ aufwachsen muessen und teilweise noch um zehn uhr am abend davor hocken.
kinder, deren kreativitaet durch die eltern nicht gefoerdert wird, weil es aufwaendig und bisweilen anstrengend ist, sich echt und intensiv mit seinen kindern zu beschaeftigen.
da habe ich manchmal den eindruck, leute ‚halten sich‘ kinder als aushaengeschild fuer die entsprechende gesellschaftliche reputation und sind nicht willens oder in der lage mit dieser aufgabe richtig und verantwortungsvoll umzugehen.

solchen kindern fehlt echte aufmerksamkeit durch ihre eltern, sie spueren keine wirksamkeit (wie auch, die glotze reagiert nicht, computerspiele sind nicht reel). und sie werden durch uebermaessigen fernsehkonsum zunehmend unfaehig, selber ausdauernd aufmerksamkeit und konzentration fuer was auch immer aufzubringen (alles, was wir im fernsehen sehen, ist in kurze happen geschnitten und ich bin mir sicher, das wir dadurch in unserer wahrnehmungsfaehigkeit konditioniert werden).

ich denke, es liegt an uns eltern, uns mehr auf kinder einzulassen und ihnen und ihren beduerfnissen wirklich gerecht zu werden. vielleicht sinkt dann die haeufigkeit, mit der ads (fehl)diagnostiziert wird…

en gruess,
matti.

Hallo Martin,

ich kann Dir Deine Meinung über die Klotze und PC betreffend nur zustimmen. Ob das mit ADS zusammenhängt weiß ich nicht, da ich kein Kind kenne, daß darunter leidet. Daß aber die Kinder immer öfters vor der Klotze geparkt werden, ist jedenfalls sicher. Das höre ich schon bei meinem Sohn heraus, wenn er nach der Schule (1. Klasse) erzählt, welche Kinder wieder was vor der Klotze gucken durften und er eben nicht und wieviele Kinder in seinem Alter eine Playstation besitzen, was ich für absolut zu früh halte. Es ist als Elternteil schon manchmal einen Kampf, den Kindern klarzumachen, daß TV und PC nicht die Tagesfüller sein dürfen.

Liebe Grüße

Sabine

1 „Gefällt mir“

Hi Raymond

zuerst, ich habe nicht alle Antworten gelesen.
Meiner Meinung nach liegt das daran, das die Menschen mittlerweile eine viel zu grosse Anspruchshaltung haben. Wer ist denn noch bereit etwas von sich aus zu geben, ohne gleich etwas dafür zu bekommen.
Die Kinder haben zu funktionieren, bzw, Schule, Kiga und Fernseher müssen die eigentliche Aufgabe der Eltern übernehmen, anstatt das sich die Eltern mal hinsetzten und was tun. Die Kinder werden in alle möglichen Gruppen geschickt, aber kaum jemand setzt sich mehr hin und mahlt und bastelt oder lernt zuhause mit seinen Kindern. Das wäre ja anstrengend. UNd was kriegt man schon dafür… Es gibt ja Pcs mit denen man die Kiddis beschäftigen kann.
Ich bin jetzt 24 und hatte das grosse Glück, das meine Mutter sich noch mit mir beschäftigt hat, und wirklich Mama war. Mein Vater natürlich auch.Wir hatten z.B privates Fernsehen erst als ich 16 war, davor hab ich halt gelesen. Diese entwicklung die jetzt stattfindet finde ich gelinde gesagt schrecklich. Und das die Schuld auf alles geschoben wird, aber die Eltern sich ihrer Verantwortung, und das sie wirklich ausschlaggebend sind für die Entwicklung ihrer Kinder, nicht bewusst sind. Lieber schiebt mans auf irgendwelche Krankheiten.

Ich freu mich schon, bei meinen Kindern alles besser zu machen :wink:

LG

Julia

Hallo Elke,

so giftig kenne ich dich gar nicht.

Interessant was da gleich wieder von dir in meine Aussage hineininterpretiert wird. Ich würde das nicht als giftig ansehen…

Mhm… was nervt dich da so?

Mich nervt gar nichts. Mir fällt nur auf das ADS eine sprunghafte Verbreitung vollzieht. Ich will gar nicht wegdiskutieren, dass es dieses Krankheitsbild gibt.

Aber überspitzt ausgedrückt:
In diesem Brett geht jedes 2. Posting plötzlich um ADS mit 1000 Varianten, bzw. jedes 3.Posting um angebliche Hochbegabung.
(Im Psychologiebrett kommt dann noch dazu dass jeder 4. am Borderline-Syndrom leidet.)

Ich stelle nicht in Abrede, dass dies hier im Brett wohl auch gehäuft auftritt, weil
a) jeder hier schon mal was dazu gelesen hat
b) Es für die betroffenen ein Problem ist, dass sie hier gerne zur Sprache bringen möchten
c) Leute ohne Problem nichts zu schreiben haben

Soweit so gut.

Aber immer mehr schwingen sich hier Mammis zu selbsterklärenden Experten auf, die ADS oder Hochbegabung oder beides bei Ihren Kindern feststellen - ohne Diagnose vom Profi.
Die suchen hier dann den tausendsden Beweis für Ihre Theorie und sind dann auch davon überzeugt immer richtig zu liegen.

Sollten diese dann mal professionelle Hilfe in Anspruch nehmen ist es ja natürlich klar, dass man demjenigen gleich erklärt was das Kind hat und untermauert es gleich mit den übereinstimmenden Symtomen. Wie soll derjenige also zu einem anderen Urteil kommen, wenn Mutter schon weiss was sie hören will? Unvoreingenommenheit in den meisten Fällen passé.
Und kommt er doch mit was anderem sucht man den nächsten Experten auf, bis einem die sowieso vorhandene Meinung endlich bestätigt wir. Denn was richtig sein soll muss auch richtig sein??

Ich bestreite nicht dass dies ADS ein Problem ist, das aufgrund der Untersuchungsmöglichkeiten heute einfach öfter diagnostieziert wird. Es ist so ein bischen wie beim Heuschnupfen. Den gab es auch schon immer… nur hatte man vor 100 Jahren eben nicht die Methoden ihn zu diagnostizieren.

Ich habe Respekt vor jeder Mutter die mit so einem Kind „gesegnet“ ist und das Beste gibt damit zurecht zu kommen.

Aber es gibt nun mal auch einen hohen Fall von Missbrauch dieser Diagnose. Daher kann hier Kritik keine Respektlosigkeit gegenüber den Betroffenen sein.
Als Respektlos betrachte ich den leichtfertigen Umgang mit der Diagnose selbst.

Und was bringt (dir) das?

Was mir mein Posting gebracht hat? Eine nicht unerhebliche Befriedigung, die ich am grinsen in meinem Gesicht gestern durchaus messen konnte.

Liebe Grüße

Ivo

2 „Gefällt mir“

Hallo Ivo,

Interessant was da gleich wieder von dir in meine Aussage
hineininterpretiert wird. Ich würde das nicht als giftig
ansehen…

Sondern? Wohlmeinend war der Kommentar nicht, oder?

Aber überspitzt ausgedrückt:
In diesem Brett geht jedes 2. Posting plötzlich um ADS mit
1000 Varianten, bzw. jedes 3.Posting um angebliche
Hochbegabung.

Ist das selektive Wahrnehumg?
In diesem Brett sehe ich 2 Threads, die
sich mit ADS bzw. ADHS beschaeftigen.
Daran nehmen 3 betroffene Muetter teil,
von denen eine nach eigenen Aussagen zwei(oder drei,
ich weiss es nicht mehr) ADHS-Kinder mit Hochbegabung hat.
Zugegeben, alle drei sind in den Threads sehr
engagiert, zumindest Inselchen kenne ich auch aus
anderen Diskussionen, in denen es um das Thema geht.

Auf den Rest geh ich mal nicht ein, es wurde von
allen schon so oft gesagt, dass eine serioese, glaubhafte
Diagnose wichtig ist.

Und was bringt (dir) das?

Was mir mein Posting gebracht hat? Eine nicht unerhebliche
Befriedigung, die ich am grinsen in meinem Gesicht gestern
durchaus messen konnte.

Das sei dir nicht genommen. Aber das dir diese Befriedigung
auf Kosten von wirklich Betroffenen holst, ist dir schon klar?
Ich will dir gar nicht in Abrede stellen, dass du dir
mehr Gedanken gemacht hast, als dein erstes Posting vermuten
laesst, aber leider ist es halt eine Bestaetigung fuer diejenigen,
die sich nicht damit auseinander setzen und nur Parolen raus-
posaunen.

Gruesse
Elke

Hallo Elke,

Was mir mein Posting gebracht hat? Eine nicht unerhebliche
Befriedigung, die ich am grinsen in meinem Gesicht gestern
durchaus messen konnte.

Das sei dir nicht genommen. Aber das dir diese Befriedigung
auf Kosten von wirklich Betroffenen holst, ist dir schon klar?
Ich will dir gar nicht in Abrede stellen, dass du dir
mehr Gedanken gemacht hast, als dein erstes Posting vermuten
laesst, aber leider ist es halt eine Bestaetigung fuer
diejenigen,
die sich nicht damit auseinander setzen und nur Parolen raus-
posaunen.

wenn ich an die Vergangenheit hier denke, so ist durchaus zu überlegen ob nicht ein separates Brett für diese Themen sinnvoll wäre. Sowohl „Psychologie“ als auch „Eltern-Kind“ wären massiv entlastet. Du kannst das Archiv hierzu gerne durchwühlen.

Mache ich mich über wirklich betroffene lustig?? - Das sehe ich nicht so!!
Ich reagiere nur zwischenzeitlich ziemlich zynisch, wenn es mal wieder sofort ADS heißt - oftmals ohne wirklichen Hintergrund. Darum habe ich diese Posting auch an "Ray"s Thread gehängt und nicht weiter unten.

Interessant finde ich allerdings dass sich tatsächlich Betroffene immer gleich massivst angegriffen fühlen, obwohl dies bei näherer Betrachtung aus (m)einem Posting gar nicht hervorgeht.
Gibt es da einen Zusammenhang? Haben ADS Kinder immer Mütter, die sofort alles auf sich beziehen?

Ich will es nicht hoffen…

Gruß Ivo

2 „Gefällt mir“

keine expertenmeinung sondern meinungsäusserung
…freie meinungsäusserung ist okay. dass man mit vielen meinungen -und seien sie noch so wenig hilfreich- nicht alleine dasteht, ist sicher.

genauso sicher ist es, dass polarisierte meinungen („nur die eltern“) nie weit reichen können, sie sind eben zu ein-fach!

vielen dank für deine meinung. kennst du eigentlich die modernen elterntrainings und verhaltenstherapeutischen maßnahmen von psychologen, die zu tausenden in deutschland die eltern befähigen wollen, ihren kindern das zu sein, was sie brauchen, ohne schuldzuweiseungen zu gebrauchen?

informieren lohnt sich.

gruss

hoi sabine,

richtig, ich sage auch nicht, dass alle diese kids unter ads leiden (daher (fehl)diagnose). aber sie gebaerden sich mitunter so:wink:)

gruess,
matti.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Die Mütter

Gibt es da einen Zusammenhang? Haben ADS Kinder immer Mütter,
die sofort alles auf sich beziehen?

Das finde ich einen spannenden Gedanken, Ivo…
Gruß, Branden