hallo eckard,
Meine Frau ist Lehrerin (Grundschule) und aus dieser Quelle
und aus eigener Beobachtung sind mir diese Symptome natürlich
allzu bekannt.
schön dass dir diese symotome aus erzählungen deiner frau bekannt sind. mir sind sie auch bekannt, denn ich bin betroffene mutter. und glaub mir, ich weiß genau wie hilflos sich manchmals lehrer fühlen, wenn sie einem gegenüberstehen. DAS geht mir und vielen anderen betroffenen nicht anders.
Wo sie über das normale Maß hinausgehen (wobei man sicher das
Stichwort „Reizüberflutung“ bei der Beurteilung der
„Normalität“ mit heranziehen muß) sind sie sicherlich
behandlungsbedürftig.
sie sind es nicht nur sicherlich, sondern auf jeden fall. und das nicht nur, um nicht mehr negativ in der gesellschaft aufzufallen, sondern um sich selbst zu verstehen und damit angepasst leben zu können.
Nur frage ich mich, was ist bei diesen Kindern im Vorfeld
schief - oder wenigstens anders - gelaufen als bei ihren
ruhigeren Altersgenossen?
bei „normalen“ kindern scheint das gehirn besser zu arbeiten, zumindest im bereich der filterung und verarbeitung der einfliessenden umwelteinflüsse.
Treten diese Symptome bei bestimmten
Familienkonstellationen, bei bestimmten
Elternpersönlichkeiten, bei bestimmten Lebensläufen
signifikant häufiger auf?
ich habe bei den besuchen unseres sohnes in der kjp einige eltern kennengelernt und man kann sagen, dass alle schichten vertreten sind. es hielt sich so ziemlich die waage. also ist es nicht nur ein problem der scheidungskinder,die von der alleinerziehenden mutter von sozialhilfe lebend,erzogen werden.
das kommt doch sicherlich nicht aus
blauem Himmel. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass darüber
nicht eingehende Untersuchungen angestellt werden.
es kommt auch nicht vom blauen himmel und ganz plötzlich, es ist ein schleichender prozess ( s.a. mein posting unten). oft fällt es garnicht allzusehr auf oder wird mit „der/die ist halt ein sehr wildes kind“ abgetan. leider auch oft von kinderärzten.
ich denke, es werden auch viele untersuchungen angestellt, aber vielleicht nicht ganz so anerkannt.
Doch noch einmal zurück zu Raymonds eingehendem Statement.
Wird nicht auch oft vorschnell einfach das Label „AD(H)S“
vergeben, weil man ja Eltern schlecht sagen kann, was sie in
ihrer Erziehung und in ihrem Beispiel unterlassen und
versäumen?
ich kann dir versichern, wir wurden auf unsere fehler in gegenwart und vergangenheit von den behandelnden ärzten hingewiesen.
Zumal dies ja auch sicher eine eingehendere
Untersuchung der gegenwärtigen und vergangenen
Familiensituation verlangen würde, etwas, was der Hausarzt mit
Sicherheit nicht leisten kann und auch viele Eltern mangels
eigener Einsicht nicht zulassen würden. Da kriegt dann eben
lieber das Kind das Ritalin und die Mutter das Valium.
ein guter kinder- oder hausarzt überweist eltern mit dem kind zu einem psychologen, der dann entweder ambulant eine therapie mit medikamentöser unterstützung anfängt oder den betreffenden stationär einweisen lässt um ursachenfindung und therapie einzuleiten.
ganz so einfach geht das dann doch nicht mit ritalin oder dergleichen. denn diese medikamente fallen unter das betäubungsmittelgesetz und benötigen gesonderte rezepte.
ausserdem suchen eltern mit wirklichen ads/adhs-kranken kinder auf kurz oder lang professionelle hilfe, weil es eben nur mit medikamenten ohne begleittherapie dann doch nicht geht. ein kind ändert sich durch ritalin,etc. nicht von heut auf morgen von grund auf.
aber vielleicht sollte ich mir auch transquilizer verschreiben lassen, denn mittlerweile hab ich keine nerven mehr…
(Das kommt mir dann so vor wie die Behandlung einer Diarrhoe
mit Beruhigungsmitteln. Man macht sich zwar immer noch in die
Hose, aber es stört einen nicht mehr)
du hast recht, und was die gesellschaft denkt ist dann auch egal…wenn das so einfach wäre…
gruß tanja

