Hallo Gandalf,
ich vermute mal, daß Du Raketentechniker und -wissenschaftler
meinst.
Auch aber gewiß nicht nur! Leider im Fall der „Gentechnik“ und
„Biologie“ geht es auch im Buch…
Hallo ich bin nicht sicher wie ich das „Leider“ hier interpretieren soll, aber ich tipp wohl richtig, dass es im Buch auch um Genetik, Bio (evtl nicht nur Erbbio?) und Medizin geht. Du also das „Leider“ nicht im Sinne von „den unschönen Kapiteln der Wissenschaft“ meinst sondern eher „leider geht es grad nicht um Raketen“ sondern um Biologie. Lieg ich da richtig?
Denn allgemein für Naturwissenschaften galt das nicht.
??? Echt?
Also für Medizin kann ich sagen, dass auch da die deutschen Weltklasse waren, Deutsch war in der Medizin und vermutlich auch in der Biologie, zumindest in der Genetik Wissenschaftssprache, sprich viele aus anderen Ländern haben zugesehen ,dass sie ihre Arbeiten auf Deutsch veröffentlichten, damit sie gelesen werden. Und zwar bereits ab 1860 rum bis eben zum 2. Wk (ok, der erste Wk hat auch schon einige Sympathiepunkte gekostet, aber noch nicht soo doll)
Da ist ein Gutteil der Elite schon in den 30ern ausgewandert.
Und das von dir Gandalf… Ja einige der Elite mussten zusehen, dass sie ihre Haut retten, aber das Vorurteil, dass die wirklich prominenten / wissenschaftlich hochkarätigen Stellen alle von Juden „Besetzt“ waren, war und ist Schwachsinn. Es gab einige (durchaus eine MEnge) wirklich gute Wissenschaftler, die Jüdisch, homosexuell, Kommunisten oder sonstwie gefährdet waren und auswanderten oder abserviert wurden, aber genausogut gab es Wissenschaftler die unbehelligt weitermachen konnten, da sie eben arisch und/oder sonstwie genehm waren.
Und nicht die gesamte Medizin bestand aus der „Ausmerzung lebensunwerten Lebens“, sondern durchaus auch noch aus anderen Bereichen, die jedoch bisher erst wenig Beachtung fanden in der Medizingeschichtsschreibung.
Ich hab da grad so einen Chirurgen am Wickel, der durchaus eine Musterkarriere hinlegte, immer schön mitlief, ab und an mal aufmuckte und dafür Ärger kassierte, aber seine Forschung nicht weiter riskierte, und heute wird seine Kriegsbedingte Forschung sogar im damaligen Feindesland hochgelobt. (ich bin noch dran, aber eine Arbeitshypothese derzeit ist, dass seine Methode, die er in Finnland erforschen durfte, aus damaliger Sicht durchaus als ebenso grenzwertig anzusehen ist, wie Versuche mit irgendwelchen Kampfstoffen auf künstlich zugefügten Wunden, nur dass seine Methode dann doch besser war als die bisherigen, was ihm den Ruhm einbrachte, sogar von seinen Versuchskaninchen, darunter einige US-Kriegsgefangene; jepp und die USA wollten hinterher ihn auch gerne haben, angeblich…)
Sprich die Wissenschaftsgeschichte guckt natürlich intensiv auf jene die vertrieben wurden und schaut verächtlich darauf, was einige an Experimenten getan haben, aber andere fallen einfach durchs Raster, da sie weder Buhmann noch Opfer waren und damit erstmal uninteressant erscheinen. Dass manch einer durch die Vertreibung der „Kollegen“ natürlich auch Karrierevorteile erlangte, wird meist eher unpersönlich abgehandelt, sprich es wurde nach dem Krieg gerne auch mal unter den Tisch gekehrt.
Ok, kommen wir zurück zum Thema, Genetik hat eher Buhmann-Qualitäten…
Ja aber in diesem Buch steht (vielleicht ist es ja nur
erfunden), daß die Amis an die „Erbgut-Experimente“ (und ich
entschuldige mich sofort und ausdrücklich an dieser Stelle für
dieses schreckliche Wort), die manche Nazis in KZs in diesen
unsäglichen Jahren gemacht haben, Interesse gehabt haben
könnten…
ja das kann ich mir durchaus vorstellen. Zu jener Zeit war Genetik noch in den Kinderschuhen.
Erst kurz vorm Krieg kam man drauf, WIE Mutationen entstehen. Und was da eigentlich anders ist zwischen Gesund und Krank (eben die Gene) und dass womöglich alle Krankheiten sich irgendwie in den Genen niederschlagen (vorher galt noch die Zelllehre von Virchow als Hipp, dass Krankheiten primär aus veränderten Zellen kommen, nun konnte man ja annehmen, dass es eine Stufe kleiner ähnlich ist).
Dadurch kam man zT erst auf die Idee Mutationen verhindern zu wollen, hat dann allerdings nicht weit genug geguckt, bzw. die falschen Schlüsse gezogen. Und hinsichtlich zB. schwerst Geistig Behinderten unterschieden sich die Ansichten der einzelnen Nationen nicht wirklich.
Ein Beispiel, was nach dem Krieg passieren konnte http://www.uni-kiel.de/ns-zeit/allgemein/catel-werne…
Und in manchen Bereichen scheint man selbst heute nicht weiter zu sein (Abtreibungen wegen erhöhtem Trisomie 21 Risiko, was nicht unbedingt heissen muss, dass das Kind am Ende wirklich Down hat).
Auf der anderen Seite gabs ja auch die ZWillingsstudien, die bei GEnetikern heute noch beliebt sind, denn da hat man 2 vollkommen identische MEnschen, die man unterschiedlichen Bedingungen aussetzen kann und dann schauen kann ob etwas genetisch ist (bei beiden sich ändert) oder doch Umweltbedingt (nur bei einem ne Veränderung)ist.
Wenn du das mit 2 unterschiedlichen MEnschen (selbst bei Geschwistern) versuchst, hats du immer irgendwelche Störvariablen dabei, die du irgendwie wegdiskutieren musst.
Und ja, die Experimente in den KZs und sonstigen Stellen wurden ja nicht nur gemacht, weil man Spass daran hatte, Menschen zu quälen, sondern weil man sich da wirklich Erkenntnisse draus erhoffte.
Es fällt manchmal schwer das im Hinterkopf zu behalten, insbesondere wenn man vom heutigen Standpunkt aus auf diese Versuche guckt, wo uns heute viele davon unsinnig erscheinen.
Allerdings wurde dort vieles untersucht, was auch andere Nationen interessierte, die nur nicht die Möglichkeiten hatten oder schaffen konnten (achtung das folgende hört sich sarkastisch an, ist es aber eigentlich nicht) große Versuchspersonengruppen unter Kontrollierten Bedingungen von hochspezialisierten Expertenteams (das Team dahinter wird auch gern übersehen) zu Einzelfragen (ohne Störvariablen durch weitere Versuche zu anderen Themen) zu erforschen.
Sprich nüchtern betrachtet waren es einfach ideale Studienbedingungen, die sich so schnell nicht wieder finden liessen.
Aus der Sicht der USA oder sonstiger Siegermächte, weshalb sollte man sich solche Erkenntnisse entgehen lassen, was andere erforschten, muss man dann selbst nicht mehr tun.
Gruß Susanne