Man kann vermutlich (bei aller Unterschiedlichkeit der Topologien) soweit gehen und sagen, dass das Selbst alle drei Einzelaspekte umfasst, auf jeden Fall aber w e i t mehr als nur das ES.
„auf jeden Fall“ wohl kaum, da Du als Sonderfall einst der Ansicht warst: „Deine Beispiele führen (…) zum ES (…).“ Nach Freud verkörpert das ES außerdem den konkreten Keim des Lebewesens, aus dem heraus sich mit diesem gemeinsame das ICH/Bewusstsein und das ÜBER-ICH zu entfalten beginnen. Und wenn Yedi, als der Autor des SELBST-Begriffes, in seinen anfänglichen Überlegungen Beispiele liefert, die sich sich auf die „Instinkte“ und den Hinweis, das dort das entfaltete ICH-Bewusstsein nicht wirke, beschränkten, dann darf ein Psychoanalytiker dies in diesem Sinne interpretieren: ‚Deine Beschreibungen des SELBST erlauben dessen Gleichsetzung mit Freuds ES‘ Wer hingegen meint „Deine Beispiele (zur Erhellung des Selbstbegriffes) führen eher zum ES als zum SELBST.“ , der scheint nicht zu merken, dass seine Meinung einen Aussagen-logischen Unsinn beinhaltet…
Ich hoffe, diese Frage nun endlich zu deiner Zufriedenheit geklärt zu haben
Deine Annahme „es ist ein schlimmer Fehler, das ES mit dem Selbst gleichzusetzen“, ist unsinnig - und das ist mitnichten von Dir geklärt worden. Du bist auch nicht der von Dir betonten „Pflicht“ nachgekommen, es als Psychoanalytiker klären zu sollen, dass sich der von Yedi anfänglich formulierte SELBST-Begriff schließlich - nach den ihn inhaltlich vertiefenden, weiteren Beispielen - sogar als Synonym der Freudschen „Libido“ setzen läßt. Dieses SELBST ist auch nicht „weit mehr“ als das ES, das ICH und das ÜBER-ICH: es ist etwas anderes. Und die Libido „umfasst“ desweiteren auch nicht alle 3 psychischen Instanzen (-das könnte erst ein 3-dimenionales Phänomen leisten), sondern bezeichnet sie das undimenionale POTENTIAL, das sich zu den 3 Instanzen „aufsplittet“, d.h. mit ihnen konkret wird. Wie Yedi sagte: Das SELBST ist das, was die 3 Instanzen „noch nicht“ darstellen, dadurch seinen anfänglich Hobby-psychologischen Beispielen eine metapsychologische Qualität gebend…
wir haben ja nun schon lange mitbekommen, dass du ein Hobby-Analytiker bist.
Ich weiß, mein Klügster. Dein demokratischer Verein Akademischer Analytiker (oder wie viele bist Du?) hat sich ja schon häufig genug in allen erdenklichen Variationen den Kopf darüber zerbrochen, warum ich der
einzige, der sich nicht belehren lassen will
bin. Ich hoffe aber, es wird Dir ein andermal gelingen, die dazu geeigneten Argumente zu entdecken. Bis dahin meinen Dank für die vielen Bemühungen, und gute Erholung!
J.
