Ein paar Gedanken zu Jobebenen und Geld

Damit hast Du allerdings gezeigt, dass Du „am konkreten Produkt“ und nicht im Büro arbeitest.

Natürlich ist die Arbeit eines Angestellten nicht unbedingt sofort messbar, wenn man mal von „Fliessbandarbeit“ z.B. in der Buchhaltung beim Rechnungsprüfen absieht.

Aber wer würde den Arbeitsplatz eines Bandarbeiters einrichten, wenn nicht der Ingenieur / Techniker in der Arbeitsvorbereitung ?
Wer würde dafür sorgen, dass die Teile von Zulieferern rechtzeitig, in der richtigen Qualität und in der richtigen Menge am Arbeitsplatz des Bandarbeiters stehen ?
Wer würde für die Überweisung des Lohns sorgen, wenn nicht die Damen und Herren des Personalbüros ?
Wer bringt das Produkt an den Mann / Frau, wenn nicht der Verkäufer ?

Sorry, aber da machst Du Dir’s ein wenig zu einfach.

Nebenbei bemerkt: auch ich habe früher mal am Band gearbeitet und war noch nie so erholt wie in dieser Zeit (man hat’s am Anstieg der ausserberuflichen Aktivitäten in dieser Zeit bemerkt). Es ist halt schon recht einfach, morgens am Eingang das Hirn abzugeben, den ganzen Tag ohne große Hirnaktivität etwas zu machen und abends mit Hirn die Fabrik wieder zu verlassen.

Übrigens gibt es nicht nur für Bandarbeiter eindeutige Benchmarks, die gibt’s auch für Angestellte.

Grüsse

Sven

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Ein paar Fragen zu Jobebenen (bzw.-aufteilungen)
Hallo Roby,

an diesem Stand der Diskussion würden mich einfach mal ein paar gedankliche Positionierungen von Dir interessieren:

Wie sollte ein Unternehmen Deiner Meinung nach strukturiert sein ? Was sollte anders sein, als es bei den meisten Unternehmen z.Zt. ist ?

Wieviel Lohn / Gehalt sollte man Deiner Meinung nach in den verschiedenen Jobpositionen verdienen (und bei welcher Arbeitszeit) ?

wie würdest Du Prozesse, wie z.B. die Produktentwicklung in einem Unternehmen gestalten (Konstruktion, Produktionsplanung, Einkauf, Verkauf usw.) ? Und wer sollte Deiner Meinung nach diese Aufgaben übernehmen ?

Welche Kompetenzen / Kenntnisse / Fähigkeiten sollten die jeweiligen Angestellten mitbringen ?

Grüsse

Sven

Und was viele AN nicht sehen (wollen): der Preis des Produkts
ergibt sich auch aus vielen materiellen Aufwendungen, die das
Unternehmen zu tragen hat (siehe
Handwerker-Milchmädchenrechnung bzgl. Stundensatz weiter
oben).

Das ist halt nunmal komplex. Aber trotzdem versucht man das
auch irgendwie mit reinzukalkulieren.

So komplex ist das gar nicht, man kann sich auch recht einfach und schnell darüber im Internet informieren, z.B. hier:

http://www.rghandwerk.de/

oder auch hier:

http://www.lgh.de/

Wähle doch einfach mal die Bereiche Maler oder Raumausstatter, dann hast Du zwei sehr praxisnahe Beispiele, die Du analysieren kannst und hast sehr schnell einen Vergleich mit dem „steuerlich optimierten, negroiden“ Stundensatz des Freundes um die Ecke.

Sofern der AN nicht überbezahlt ist :smile:

Wie oft kommt denn so etwas schon vor? Und wodurch vor allem?

Zum Beispiel dadurch, dass eine in der Vergangenheit gewährte Gehaltserhöhung in der Industrie nicht mehr rückgängig gemacht werden kann (Kündigung unmöglich, Gehalt fix).

Nicht nur die Menge des produzierten Schweisses ist
Gehaltsrelevant, sondern auch der Einsatz des Köpfchens
(Intelligenz, Wissen, Sozial- und vor allem
Entscheidungskompetenz).

Ja, aber das ist irgendwie nicht greifbar. Woran sieht man den
Erfolg?

Bei Managern und vor allem Selbstständigen dadurch, dass das Unternehmen floriert, bei „niedrigeren Dienstgraden“ dadurch, dass sie etwas bewegt haben. Dabei ist der Zeitraum natürlich nicht in Minuten, sondern in Monaten zu sehen.

Übrigens gehen die meisten Handwerker nicht aufgrund mangelndem Arbeitswillen oder fachlicher Unfähigkeit zugrunde, nein, sie haben vielmehr Probleme, das „nicht Greifbare“ zu bewältigen.

Und da die geistige Arbeit von

Software-Entwicklern nicht geschätzt wird, gibt es so viele
Raubkopien (mal abgesehen davon, dass MS mit seinem
Office-Paket trotzdem viel Schrott produziert im Gegensatz zu
SUN mit Star-Office).

Ist halt wieder etwas nicht greifbares…

Ich empfehle Dir mal ein Praktikum in einer Entwicklungsabteilung, dann wirst Du feststellen, wie viel Arbeit hinter einem solchen Produkt (oder einer Dienstleistung) steht.

Im Übrigen ist meiner Meinung nach die wahre unternehmerische
Leistung des Herrn Gates nicht in seinen Produkten, sondern
vielmehr im Ausbau seiner Monopolstellung zu sehen

Was durch Intelligenz begründet werden kann.

Nein, viele Leute mit hohem IQ bringen sowas nicht zustande, es ist vielmehr der unternehmerische Geist, etwas bewegen zu wollen.

Grüsse

Sven

Zustimmung
Hallo Sven,

da zeigt sich mal wieder der Stellenwert von Dienstleistungen
in Deutschland. Immer dann, wenn kein „greifbares“ Produkt
hergestellt wird, wurde nach Meinung vieler auch nichts
gearbeitet.

in diesem Punkt muss ich Dir voll zustimmen.
Pflegearbeit ist auch Dienstleistung und wie wird sie honoriert?

Gruß
vom haploid

Hallo haploid,

leider wird sie beschissen honoriert und was noch viel schlimmer ist (off topic):

statt junge Leute hier einzusetzen, schickt man sie immer noch zum Wehrdienst und weil hier die Leute nicht gebraucht werden, beruft man sie erst gar nicht ein =>Wehr-un-gerechtigkeit.

Dabei könnte man die Leute so schön für Umweltschutz, Pflege, Betreuung, usw. einsetzen. Würde dann auch in vielen Fällen die Sozialkompetenz der Leute steigern.

Grüsse

Sven

Ich weiss jetzt zwar nicht, wie Du auf „beleidigt“ kommst, mir
ging es eigentlich nur um Winkel’s Aussage, dass er übergangen
werde und Du Dich scheinbar nur mit mir unterhalten würdest.
Beim Blick auf den Thread wäre Winkel aber sicherlich
aufgefallen, dass Du mit den anderen ebenfalls kommuniziert
hast. Du scheinst hier also etwas in den falschen Hals
bekommen zu haben.

Hat sich so angehört, wegen dem „jetzt habe ich keine Lust mehr“.

z.B. auf den Gehaltsvergleich Arbeiter-Ingenieur

Waren wir uns da nicht einig? Oder was meinst du speziell?

Nachdem Deine Vika auch nichts hergibt, scheinst Du Dich in
der Anonymität sicherlich wohl zu fühlen. Ich schätze jedoch
eher Menschen, die Ihre Meinung nicht hinterm Berg halten (by
the way: Grüsse an den Betriebsrat in unserer Firma !).

Naja ich denke garnicht weiter nach über Anonym oder nicht. Es gehört meiner Meinung nur nicht überall hingeschrieben.

Ich sage ja nicht, dass Du uns unbedingt den Firmennamen
einschl. Anschrift mitteilen sollst, aber etwas zum
beruflichen Hintergrund wäre nicht schlecht (übrigens hast Du
Deinen Namen gar nicht angegeben, insofern bist Du mit Deiner
Tätigkeitsbeschreibung kein offenes Buch für Deinen Chef,
ausser Dein Job ist einmalig in Deutschland).

Nein ist ja schon gut. Ein Zulieferer der Automobilbranche, der eher Manpower als Produkte liefert. Ich bin eine verliehene Manpower.

Wobei Du hier zwei grundsätzlich unterschiedliche Dinge
miteinander vermischst.

Ja, Gefühle strikt trennen ist doch nicht immer ganz leicht…

Wenn man also Interesse zeigt aber faul ist fällt das viel
weniger auf als manche denken,

Vorläufig ja, aber im Laufe der Zeit merkt man es dann doch,
wenn die freiwillig übernommenen Aufgaben nicht abgearbeitet
werden.

Aber andererseits weiss man nie genau welchen Umfang eine Aufgabe hat, wenn man sie nicht selbst bearbeitet. Wenn man dann ein paar „Highlights“ einstreut wirds wiederum schwieriger. (Nein das soll jetzt keine Anleitung zum Faulenzen sein, aber stimmts nicht?)

Was hat das jetzt mit Deinem vorigen Satz zu tun ?
Natürlich sollte man nicht alle Aufgaben der gesamten Firma an
sich reissen, denn irgendwann kann man die Aufgaben gar nicht
mehr erledigen.

Sollte man also nur die Aufgaben nehmen, die man während der Arbeitszeit schafft, oder sich doch mit mehr belasten, obwohl überstunden anfallen. Mit der Aussicht auf entsprechenden Erfolg?

Aber ein gewisses Interesse an Mehrarbeit sollte bei einem MA
dann doch da sein, es wird sich vielleicht nicht unbedingt
kurzfristig lohnen („Cheffe, was krieg ich, wenn ich heute 1/2
Stunde länger bleibe“), i.A. wird es jedoch langfristig „nach
oben“ gehen.

Also ein JA zu verfallenden unbezahlten Übrstunden, mit Hoffnung auf Belohnung in der Zukunft?

Kommt drauf an, manche würden gerne wechseln (man merkt es an
der inneren Kündigung), können es aber aufgrund ihres Alters
nicht (das sind dann u.a. die negativen Auswirkungen des
Kündigungsschutzes).

Von der Seite habe ich es nie betrachtet. Trotzdem denke ich dass es meistens doch zum Schutze der Arbeiters geht.

einer Werksschliessung betriebsbedingt gekündigt wird (ICH und
einige ältere Kollegen haben wieder einen Job, da wir mit den
Kenntnissen auf dem aktuellen Stand waren, andere, wie z.B.
Sekretärinnen ohne MS Office-Kenntnisse sind immer noch
arbeitslos).

Da ist was dran, gibt es noch Sekretärinnen ohne Office Kenntnisse? Briefe schreiben bekommt eigentlich jeder hin. Ok manche wollen vielleicht auch nicht.

Wie bereits gesagt, nach der Probezeit und da kriegt
man eine Flasche aus einem Grossbetrieb nicht mehr raus.

Doch, die kriegt man raus. Dauert halt die Frist, aber nach 3 Monaten o.ä. ist der auch weg. Oder vergesse ich was?

Warum muß man immer das höhere Gehalt „verlangen“ ? Der Lohn
von Weiterbildung, Interesse, Fleiss kann auch sein, dass man
am Arbeitsmarkt (wieder) gefragt ist und auch zukünftig
Chancen auf einen guten Job hat (siehe Posting weiter unten
bzgl. meiner Ex-Kollegen, die z.T. heute - nach 4 Jahren -
immer noch arbeitslos sind)

Weil, wenn es einem in der Firma gefällt, hat er nichts greifbares davon.

Oftmals ist auch der Vorgesetzte einfach unfähig („der Fisch
fängt am Kopf an zu stinken“). Wenn bei ein und demselben
Vorgesetzten die Leute 1. immer wenig leisten und 2. sehr
schnell sich einen neuen Job suchen, dann würde ich als
Personaler hier mal einhaken. In modernen Unternehmen werden
daher nicht nur die MA, sondern auch die Vorgesetzten
beurteilt.

Man kommt einfach nicht drumrum kritisch beäugt zu werden…

Das „moderne Unternehmen“ klingt wie die totale Kontrolle und Beurteilung jedes Mitarbeiters auf allen Schritten,Worten,usw.

Dabei könnte man die Leute so schön für Umweltschutz, Pflege,
Betreuung, usw. einsetzen. Würde dann auch in vielen Fällen
die Sozialkompetenz der Leute steigern.

Stimmt, aber ich kenne die Fakten nicht. Ist es tatsächlich so, dass viele sich nicht engagieren müssen/dürfen?

Damit hast Du allerdings gezeigt, dass Du „am konkreten
Produkt“ und nicht im Büro arbeitest.

Wieso, es kann doch auch einfach meine Meinung sein? Ich arbeite an beidem.

Aber wer würde den Arbeitsplatz eines Bandarbeiters
einrichten, wenn nicht der Ingenieur / Techniker in der
Arbeitsvorbereitung ?
Wer würde dafür sorgen, dass die Teile von Zulieferern
rechtzeitig, in der richtigen Qualität und in der richtigen
Menge am Arbeitsplatz des Bandarbeiters stehen ?
Wer würde für die Überweisung des Lohns sorgen, wenn nicht die
Damen und Herren des Personalbüros ?
Wer bringt das Produkt an den Mann / Frau, wenn nicht der
Verkäufer ?

Sorry, aber da machst Du Dir’s ein wenig zu einfach.

Nein, betrachte doch jede Arbeit für sich. Es kann immer von einem „Produkt“ gesprochen werden, wenn auch abstrakt. Z.b. das Produkt Gehaltsüberweisungen.

Nebenbei bemerkt: auch ich habe früher mal am Band gearbeitet
und war noch nie so erholt wie in dieser Zeit (man hat’s am
Anstieg der ausserberuflichen Aktivitäten in dieser Zeit
bemerkt). Es ist halt schon recht einfach, morgens am Eingang
das Hirn abzugeben, den ganzen Tag ohne große Hirnaktivität
etwas zu machen und abends mit Hirn die Fabrik wieder zu
verlassen.

Macht das einen nicht müde? Und wieso hast du aufgehört?

Übrigens gibt es nicht nur für Bandarbeiter eindeutige
Benchmarks, die gibt’s auch für Angestellte.

wie diese erstellt werden ist mir ein Rätsel.

So komplex ist das gar nicht, man kann sich auch recht einfach
und schnell darüber im Internet informieren, z.B. hier:

http://www.rghandwerk.de/

oder auch hier:

http://www.lgh.de/

Das ist interessant. Auch die Pro-Kopf-Leistung mit 160.000 DM…

Wähle doch einfach mal die Bereiche Maler oder Raumausstatter,
dann hast Du zwei sehr praxisnahe Beispiele, die Du
analysieren kannst und hast sehr schnell einen Vergleich mit
dem „steuerlich optimierten, negroiden“ Stundensatz des
Freundes um die Ecke.

Tja, ich will keine Diskussion über den Sinn von Organen wie Firmen und Staat usw. aufmachen.

Zum Beispiel dadurch, dass eine in der Vergangenheit gewährte
Gehaltserhöhung in der Industrie nicht mehr rückgängig gemacht
werden kann (Kündigung unmöglich, Gehalt fix).

Ich halte Kündigung für möglich, wieso nicht? Abfindung? Egal besser als dauernd bluten. Schutz? Gilt nur in bestimmten Fällen.

Ja, aber das ist irgendwie nicht greifbar. Woran sieht man den
Erfolg?

Bei Managern und vor allem Selbstständigen dadurch, dass das
Unternehmen floriert, bei „niedrigeren Dienstgraden“ dadurch,
dass sie etwas bewegt haben. Dabei ist der Zeitraum natürlich
nicht in Minuten, sondern in Monaten zu sehen.

Und wenn sie eine Gruppe sind, dann gilt es nicht für den einzelnen, oder eben nur anteilig.

Übrigens gehen die meisten Handwerker nicht aufgrund
mangelndem Arbeitswillen oder fachlicher Unfähigkeit zugrunde,
nein, sie haben vielmehr Probleme, das „nicht Greifbare“ zu
bewältigen.

Ursachen?

Ich empfehle Dir mal ein Praktikum in einer
Entwicklungsabteilung, dann wirst Du feststellen, wie viel
Arbeit hinter einem solchen Produkt (oder einer
Dienstleistung) steht.

Und trotzdem bleibt es für den Käufer nicht greifbar.

Nein, viele Leute mit hohem IQ bringen sowas nicht zustande,
es ist vielmehr der unternehmerische Geist, etwas bewegen zu
wollen.

Ah ok die Risikofreude usw. Also ein ganz spezieller Charakter.

Wie sollte ein Unternehmen Deiner Meinung nach strukturiert
sein ? Was sollte anders sein, als es bei den meisten
Unternehmen z.Zt. ist ?

Es gibt kein Rezept das für alle gilt. Je nach Branche und Auftragslage anpassen. Also gilt für alle schnell anpassungsfähig zu sein. Müsste also die Folge sein, dass kleine Betriebe da besser sind.

Wieviel Lohn / Gehalt sollte man Deiner Meinung nach in den
verschiedenen Jobpositionen verdienen (und bei welcher
Arbeitszeit) ?

Auch wieder unterschiedlich. Aber die Arbeitszeit würde ich für alle gleich gestalten.

wie würdest Du Prozesse, wie z.B. die Produktentwicklung in
einem Unternehmen gestalten (Konstruktion, Produktionsplanung,
Einkauf, Verkauf usw.) ? Und wer sollte Deiner Meinung nach
diese Aufgaben übernehmen ?

Jeder übernimmt eine Aufgabe. Hierarchie ziemlich flach, die Mitarbeiter so selbständig wie möglich.

Welche Kompetenzen / Kenntnisse / Fähigkeiten sollten die
jeweiligen Angestellten mitbringen ?

Die jeweils notwendigen für die Aufgabe. Und selbständig zu arbeiten, fast wie wenn es die eigene Firma wäre.

Das zeigt sich auch sehr stark, wenn es um die Weiterbildung
geht. Viele MA sind da nicht gerade auf dem laufenden.

Das verstehe ich nicht. Weiterbildung bedeutet weniger
Eigenaufwand (besser als selber Leistung abgeben…) Da müssten
die doch scharf drauf sein?

Die MA in unserer Firma waren auch zur Fortbildung (Warenkenntnisse). Ergebnis: Sie kennen jetzt einige Sachbearbeiter mit Vornamen, duzen sich und wissen, was derjenige am liebsten trinkt. Ergo: Sie haben sich beim Lieferanten jegliche Autorität verbaut. Warenkenntnisse sind immer noch recht rudimentär. Ich habe da deutlich mehr zu bieten. Schliesslich will ich den Kunden am Telefon auch vernünftig beraten können. Diese Kollegen sehen in ihren Job nur die Erledigung der Ihnen übertragenen Aufgaben, mehr nicht.

Jüngere Unternehmen haben meist erkannt, wie wichtig die
Motivation ist. Sie bieten daher umfangreiche
Qualifikationsmaßnahmen an, bieten Prämien oder eben einen
Firmenwagen. Genau darum mache ich momentan ein Seminar mit,
bei dem es um genau diese Punkte geht. Wer ersteinmal erkannt
hat, das es eben nicht mehr nur um Arbeitszeiten und Verdienst
allein geht, hat da schon die besseren Karten und hat klare
Vorteile bei der Erkennung und Förderung von potentialen bei
den einzelnen Mitarbeitern. Moderne Unternehmen haken genau
hier ein.

Weil das Unternehmen hier einfach Kosten sparen kann!

Nicht mal unbedingt, kann aber die Ressourcen besser einsetzen und dadurch Potentiale besser nutzen.

Ein MA, der evtl. in seinem Bereich nicht die

gewünschte Leistung bringt, ist vielleicht in dem Bereich, in
dem er tätig ist, falsch eingesetzt. Oft kann man durch
interne Umstrukturierung eine Menge erreichen. Sicherlich gibt
es hierfür keinerlei Garantien, aber wer nicht mal darüber
nachdenkt, kommt bestimmt nicht weiter. Allein durch das
Aufbrechen veralteter Strukturen und das tägliche hinterfragen
der Situation wird man eine Verbesserung erreichen können.

Da stimme ich voll zu.

Na klar, nicht umsonst habe ich des öfteren schon den
Arbeitsplatz gewechselt. Ein guter AG bietet einem MA auch
Perspektiven. Ich selbst habe auch in Firmen gearbeitet, bei
denen ich feststellen musste, das Übernahme von Verantwortung,
Eigeninitiative und Einsatz sich nicht lohnen.

Woran zeigt sich ob es sich lohnt, ausser am Gehalt?

Das zeigt sich daran, ob man verantwortungsvollere Aufgaben von seinem Vorgesetzten bekommt, man mehr persönliche Freiräume bei der Gestaltung seiner Arbeit hat. Auch kann man in bestimmten Bereichen mehr Mitbestimmung erreichen und dadurch auch seinen eigenen Arbeitsplatz evtl. ganz anders gestalten. Was wiederum die Arbeit angenehmer machen kann.

trotz Firmenwagen und Prämien unseren Ansprüchen nicht gerecht
wird. Nach ca. einem Jahr stellten wir bei diesem MA fest, das
er trotz beruflicher Qualifikation nicht imstande ist, seinen
Arbeitsbereich selbständig zu organisieren.

Was genau meinst du damit?

Nun, der Kollege stellte relativ schnell fest, das er dem Anspruch der Firma nicht gerecht wird. Anstatt sich aber fortzubilden und dazuzulernen, erledigte er bestimmte Dinge (die nicht sofort auffallen) nicht, sondern stopfte unerledigte Arbeit in irgendwelche Schubladen. Als er kürzlich 4 Wochen in Urlaub war, kamen natürlich jede Menge „Leichen“ zum Vorschein.
Z.B. das wir feststellen mussten, das Zollformulare nicht an den Zoll zurückgegeben wurden, die Ablage nicht abgelegt wurde, sondern in einer Kiste unter seinem Schreibtisch gebunkert wurde etc. Es gibt eben einfach Menschen, die sich selbst und Ihren Arbeitsplatz nicht organisieren können. Hast Du diesen Leuten aber einen eigenverantwortlichen Bereich zugeteilt, merkst Du oft erst sehr spät, das da was schiefläuft.
Gruss Sebastian

Warum muß man immer das höhere Gehalt „verlangen“ ? Der Lohn
von Weiterbildung, Interesse, Fleiss kann auch sein, dass man
am Arbeitsmarkt (wieder) gefragt ist und auch zukünftig
Chancen auf einen guten Job hat (siehe Posting weiter unten
bzgl. meiner Ex-Kollegen, die z.T. heute - nach 4 Jahren -
immer noch arbeitslos sind)

Weil, wenn es einem in der Firma gefällt, hat er nichts
greifbares davon.

Ich sehe das mal so: Wer mehr verdienen will, muss sich das erstmal verdienen. Wenn ich Leistung zeige, kann ich auch erwarten (oder aber fordern), das ich besser bezahlt werde. Vorher nicht. Aber genau so denken eben viele („Für die paar Mark mach ich mich doch nicht krumm“). Aber mit der Einstellung wirds nie was mit der Gehaltserhöhung, aufgrund welcher Basis auch? Spätestens wenn der Laden über die Wupper geht, habe ich als qualifizierter Mitarbeiter, der sich auch fortbildet, einen unumstrittenen Vorteil. Meine Devise heisst: Immer am Ball bleiben.

Oftmals ist auch der Vorgesetzte einfach unfähig („der Fisch
fängt am Kopf an zu stinken“). Wenn bei ein und demselben
Vorgesetzten die Leute 1. immer wenig leisten und 2. sehr
schnell sich einen neuen Job suchen, dann würde ich als
Personaler hier mal einhaken. In modernen Unternehmen werden
daher nicht nur die MA, sondern auch die Vorgesetzten
beurteilt.

Das ist sicher auch gut so. Wobei ich schon genau wüsste, wie ich von meinen Leuten im Lager beurteilt würde. Als Vorgesetzter, der für einen Bereich verantwortlich ist, macht man sich nunmal nicht immer beliebt :wink:

Man kommt einfach nicht drumrum kritisch beäugt zu werden…

Das „moderne Unternehmen“ klingt wie die totale Kontrolle und
Beurteilung jedes Mitarbeiters auf allen Schritten,Worten,usw.

Nein, nicht totale Kontrolle. Aber immer wieder alles neu überdenken, Mitarbeitergespräche, gemeinsame Zieldefinitionen mit Zeitrahmen. Meine Kollegen findens klasse, wenn ich mal wieder alle abends zum Essen einlade, um konkrete Probleme im Team zu besprechen und die Mitarbeiter auch auffordere aktive Problemlösungsansätze zu bringen. Sie fühlen sich dann viel verantwortlicher.
Gruss Sebastian

Hallo Sven,

Dabei könnte man die Leute so schön für Umweltschutz, Pflege,
Betreuung, usw. einsetzen. Würde dann auch in vielen Fällen
die Sozialkompetenz der Leute steigern.

Allerdings. Ich habe viele Dinge während meiner Zivi-Zeit gelernt, die Du in keiner Ausbildung in der Wirtschaft vermittelt bekommst.
Gruss Sebastian

Hallo Roby,

Hat sich so angehört, wegen dem „jetzt habe ich keine Lust
mehr“.

sorry, aber das war nicht ich, sondern Winkel, der dieses geschrieben hat (und sich seither natürlich auch nicht mehr gemeldet hat). Leider hast Du da den falschen erwischt.

z.B. auf den Gehaltsvergleich Arbeiter-Ingenieur

Waren wir uns da nicht einig? Oder was meinst du speziell?

Na ja, eigentlich kam es mir eher so vor, dass Du der Ansicht bist, der Ingenieur hat bereits nach sehr kurzer Zeit (Du hast was mit 25 / 30 Jahren angebracht) den Arbeiter wieder eingeholt, während ich eher von Ende 30 / Anfang 40 (je nach Studiendauer und Gehalt) ausgehe.

Naja ich denke garnicht weiter nach über Anonym oder nicht. Es
gehört meiner Meinung nur nicht überall hingeschrieben.

Vielleicht, weil es nicht viel zu schreiben gibt ?

Nein ist ja schon gut. Ein Zulieferer der Automobilbranche,
der eher Manpower als Produkte liefert. Ich bin eine
verliehene Manpower.

Aha, daher auch der Nebenkriegsschauplatz mit den Leiharbeitern.

Grüsse

Sven

Hallo Roby,

Aber andererseits weiss man nie genau welchen Umfang eine
Aufgabe hat, wenn man sie nicht selbst bearbeitet. Wenn man
dann ein paar „Highlights“ einstreut wirds wiederum
schwieriger. (Nein das soll jetzt keine Anleitung zum
Faulenzen sein, aber stimmts nicht?)

Natürlich ist die Arbeit eines Angestellten schwieriger zu beurteilen, als die eines Arbeiters, aber auch hier setzen die Unternehmen schon an (Gemeinkosten-Wertanalyse, Business Reengineering, Prozesskostenrechnung). Natürlich gibt man manchmal dem Angestellten zu viel Zeit und manchmal dafür etwas zu wenig Zeit. Der MA hat jedoch bei den MA-Gesprächen Möglichkeit, im zweiteren Fall Argumente vorzubringen.

Sollte man also nur die Aufgaben nehmen, die man während der
Arbeitszeit schafft, oder sich doch mit mehr belasten, obwohl
überstunden anfallen. Mit der Aussicht auf entsprechenden
Erfolg?

Es ist eine Frage der Definition von Arbeitszeit. Wer sich genau an die 35 Stundenwoche hält, braucht sich nicht zu wundern, wenn er beruflich nicht vom Fleck kommt. Ich verlange nicht, dass man grundsätzlich Überstunden macht, aber wenn es die Aufgabe verlangt, dann sollte man auch mal länger in der Firma bleiben. Natürlich wird derjenige, der mehr leistet (und die Arbeitsdauer bzw. Quantität bestimmt neben der Qualität halt einfach den Output) auch eher bei einer Beförderung berücksichtigt, was aber so manchem MA nicht unbedingt klar ist.

Also ein JA zu verfallenden unbezahlten Übrstunden, mit
Hoffnung auf Belohnung in der Zukunft?

Genau DAS meine ich, zumindest für den, der etwas erreichen will, was nicht unbedingt nur eine Beförderung, sondern auch die Zuteilung sehr interessanter Aufgaben dazu gehören kann (man verbringt schließlich die meiste Zeit des Tages mit Arbeiten, dann sollte es auch interessant sein).

Von der Seite habe ich es nie betrachtet. Trotzdem denke ich
dass es meistens doch zum Schutze der Arbeiters geht.

Ich bin auch der Meinung, dass wir einen gewissen Schutz der MA benötigen (dazu gehört meiner Meinung auch Betriebsrat und Gewerkschaft), lediglich die Perversion dieser Institutionen, die u.a. durch die starre (geistige) Haltung erfolgt macht mir für die Zukunft unseres Standortes Angst.

Da ist was dran, gibt es noch Sekretärinnen ohne Office
Kenntnisse? Briefe schreiben bekommt eigentlich jeder hin. Ok
manche wollen vielleicht auch nicht.

Na ja, wenn ein Betrieb mal > 100 Jahre existiert, dann gibt es auch Mitarbeiter, die länger als 30 Jahre dabei sind und manchmal starke Wissensdefizite aufweisen, aber aufgrund Ihrer langjährigen Stellung darüber hinwegspielen können (z.B. Leute mit internationalen Kontakten und mangelhaften Englisch-Kenntnissen, was unter den MA > 50J sehr verbreitet ist, weil man’s in der Schule kaum gelernt hat und hinterher keine Weiterbildung gemacht hat).

Zur Sekretärin: Natürlich kann sie einen „normalen“ Brief schreiben, jedoch mit eingeschränkter Formatierung. Aber sobald eine Tabelle eingefügt werden sollte oder ein Inhaltsverzeichnis erstellt werden sollte, wurden dann wir (die anderen MA, die meisten davon Ingenieure) gefragt (und vom Arbeiten abgehalten).

Doch, die kriegt man raus. Dauert halt die Frist, aber nach 3
Monaten o.ä. ist der auch weg. Oder vergesse ich was?

In Betrieben > 5 Mitarbeitern gibt es Kündigungsschutz. Es gibt nur 3 Möglichkeiten, MA zu kündigen: 1. mit grosser Abfindung und Gerichtsprozess (viele Leute klagen sich sogar an den alten Arbeitsplatz zurück) oder 2. mit betriebsbedingter Kündigung => Sozialplan oder 3. fristlos. Die 3. Möglichkeit ist jedoch ein Hürdenlauf und es muß schon was Extremes vorgefallen sein (ein „einfacher“ Diebstahl reicht nach aktueller Rechtssprechung schon gar nicht mehr aus).

Grüsse

Sven

Hallo Sebastian,

Diese Kollegen sehen in ihren Job
nur die Erledigung der Ihnen übertragenen Aufgaben, mehr
nicht.

Natürlich bei grösstmöglichem Gehalt und geringstmöglichem Aufwand. Übrigens hatte ich als Einkäufer ein paar Klauseln im Arbeitsvertrag, die zur unmittelbaren Abmahnung / fristlosen Kündigung geführt hätten: Privatadresse darf dem Lieferanten nicht bekannt sein, keine (!) Geschenke dürfen angenommen werden (nicht mal ein Bleistift), keine abendlichen Arbeitsessen mit Lieferanten usw.

Habe ich für sehr gut gehalten und hat den (vor meiner Zeit) sehr korrupten Einkauf zum Mustereinkauf gemacht.

Grüsse

Sven

Hallo Roby,

Warum muß man immer das höhere Gehalt „verlangen“ ? Der Lohn
von Weiterbildung, Interesse, Fleiss kann auch sein, dass man
am Arbeitsmarkt (wieder) gefragt ist und auch zukünftig
Chancen auf einen guten Job hat (siehe Posting weiter unten
bzgl. meiner Ex-Kollegen, die z.T. heute - nach 4 Jahren -
immer noch arbeitslos sind)

Weil, wenn es einem in der Firma gefällt, hat er nichts
greifbares davon.

Doch, zum Beispiel wenn die Firma Pleite geht (oder umstrukturiert oder verkauft wird) und als Möglichkeit, einen besseren Job innerhalb der Firma zu bekommen.

Das „moderne Unternehmen“ klingt wie die totale Kontrolle und
Beurteilung jedes Mitarbeiters auf allen Schritten,Worten,usw.

Nein, durch die Abschaffung der alten „Königreiche“ (das Wort Abteilungen kommt schließlich von Abteilen) fühlt sich nur plötzlich derjenige kontrolliert, der bisher nichts getan hat.

Grüsse

Sven

Hallo Sebastian,

Das ist sicher auch gut so. Wobei ich schon genau wüsste, wie
ich von meinen Leuten im Lager beurteilt würde. Als
Vorgesetzter, der für einen Bereich verantwortlich ist, macht
man sich nunmal nicht immer beliebt :wink:

Darüber haben sich schon etliche Leute Gedanken gemacht, z.B. beim „360°-Feedback“ und in Form von Fragebögen, die dann mit Aussagen des Vorgesetzen verglichen werden, anschliessend kommt es dann im Zweifelsfall zu einem gemeinsamen Gespräch beim Personaler.

Nein, nicht totale Kontrolle. Aber immer wieder alles neu
überdenken, Mitarbeitergespräche, gemeinsame Zieldefinitionen
mit Zeitrahmen. Meine Kollegen findens klasse, wenn ich mal
wieder alle abends zum Essen einlade, um konkrete Probleme im
Team zu besprechen und die Mitarbeiter auch auffordere aktive
Problemlösungsansätze zu bringen. Sie fühlen sich dann viel
verantwortlicher.

…und auch viel ernster genommen als beim Führungsstil „per Order de Mufti“

Grüsse

Sven