Ein paar Gedanken zu Jobebenen und Geld

Hallo Sebastian,

Allerdings. Ich habe viele Dinge während meiner Zivi-Zeit
gelernt, die Du in keiner Ausbildung in der Wirtschaft
vermittelt bekommst.

Leider war ich im falschen Verein und habe meine Schulbildung damit versaut. Hat mich viel Arbeit gekostet, wieder studierfähig zu werden.

Grüsse

Sven

Hallo,

Stimmt, aber ich kenne die Fakten nicht. Ist es tatsächlich
so, dass viele sich nicht engagieren müssen/dürfen?

es liegt am Verfahren der Auswahl:
Die Bundeswehr lässt so viele Leute zum Eignungstest antanzen, wie sie als Wehrpflichtige benötigt, wobei der Prozentsatz, der sich für Zivi entscheidet schon mit einkalkuliert wird. Früher war das kein Problem, weil die Bundeswehr so groß war, dass auch bei starken Jahrgängen jeder mal ran musste.

Heute ist die Bundeswehr viel kleiner und trotz geburtenschwacker Jahrgänge werden so einfach nicht mehr alle erwischt.

Meiner Meinung nach sollte man umstellen und erstmal alle zum Eignungstest schicken. Danach sollte es nicht heissen Wehrdienst oder Ersatzdienst, sondern alle Dienste (Katastrophenschutz, soziale Dienste, Umweltschutz und Bundeswehr) sollten gleichwertig sein.

Grüsse

Sven

Damit hast Du allerdings gezeigt, dass Du „am konkreten
Produkt“ und nicht im Büro arbeitest.

Wieso, es kann doch auch einfach meine Meinung sein? Ich
arbeite an beidem.

Das heisst, dass Du Deine eigene Arbeit am Schreibtisch nicht schätzst

Nein, betrachte doch jede Arbeit für sich. Es kann immer von
einem „Produkt“ gesprochen werden, wenn auch abstrakt. Z.b.
das Produkt Gehaltsüberweisungen.

Das wollte ich eigentlich die ganze Zeit sagen und hatte bei Dir immer das Gefühl, dass Du bei abstrakten Produkten keine Arbeit siehst (siehe Software-Diskussion weiter oben).

Macht das einen nicht müde? Und wieso hast du aufgehört?

Es macht mich wesentlich weniger müde, körperlich zu arbeiten, als mir den Kopf über ein millionenschweres Problem zu zerbrechen.

Warum ich aufgehört habe ? weil ich einer geistigen Verblödung rechtzeitig vorbeugen wollte und mir vorgestellt habe, wie oft ich diesen Handgriff noch bis zur Rente machen müsste. Nachdem wir den größten Teil unserer verfügbaren Zeit mit Arbeit verbringen, wollte ich einfach etwas machen, was mir Spass macht.

Übrigens gibt es nicht nur für Bandarbeiter eindeutige
Benchmarks, die gibt’s auch für Angestellte.

wie diese erstellt werden ist mir ein Rätsel.

Bei einer Buchhhaltung z.B. ganz einfach. Man schaut, wie viele Rechnungen von einer Person bearbeitet werden und vergleicht dies mit anderen Firmen (muß nicht unbedingt die Konkurrenz sein, ein Autositzhersteller kann sich ja auch mit einem Stoßstangenhersteller vergleichen). Dann merkt man schon, wie effektiv die eigene Buchhaltung ist.

Übrigens gibt’s dafür auch Methoden wie Zeitaufnahmen und MTM-Analysen (letztere jedoch nicht für geistige Arbeit einsetzbar)

Grüsse

Sven

Hallo,

Das ist interessant. Auch die Pro-Kopf-Leistung mit 160.000
DM…

wenn Du den Wert ohne Material meinst, dann ist das für ein Industrieunternehmen eher die untere Grenze (abhängig vom Produkt, der Fertigungstiefe usw.).

Zum Beispiel dadurch, dass eine in der Vergangenheit gewährte
Gehaltserhöhung in der Industrie nicht mehr rückgängig gemacht
werden kann (Kündigung unmöglich, Gehalt fix).

Ich halte Kündigung für möglich, wieso nicht? Abfindung? Egal
besser als dauernd bluten. Schutz? Gilt nur in bestimmten
Fällen.

Naja, Du hast wohl noch nie eine Kündigung aussprechen müssen. Der Schutz in Deutschland ist immerhin so hoch, dass viele Fälle vor Gericht landen und dort wird sehr MA-freundlich geurteilt. Die Abfindung ist dann übrigens mind. 0,5 Bruttogehälter je Arbeitsjahr.

Und wenn sie eine Gruppe sind, dann gilt es nicht für den
einzelnen, oder eben nur anteilig.

Das ist der Nachteil der Teamarbeit z.B. in Projekten.

Übrigens gehen die meisten Handwerker nicht aufgrund
mangelndem Arbeitswillen oder fachlicher Unfähigkeit zugrunde,
nein, sie haben vielmehr Probleme, das „nicht Greifbare“ zu
bewältigen.

Ursachen?

Ausbildung: frag mal einen Malergesellen nach dem Preis für das Tapezieren eines Zimmers: er wird Dir nur einen Daumenwert nennen, da er auf der Berufsschule nicht gelernt hat, wie man z.B. einen Stundensatz kalkuliert (siehe auch Handwerker-Milchmädchenrechnung). Früher (50er/60er-Jahre) war das auch nicht nötig, da hier die Nachfrage so gross war, dass jeder Handwerker Aufträge bekommen hat. Heute ist der Wettbewerb ungleich höher und da ist halt schon unternehmerisches Handeln gefragt, was viele Handwerker halt einfach nicht können.

Ausserdem ist den meisten Handwerkern ihre fachliche Arbeit wichtiger als der „Papierkrieg“, mit dem viele nicht umgehen können (wie auch, wenn sie’s nicht gelernt haben ?)

Ich empfehle Dir mal ein Praktikum in einer
Entwicklungsabteilung, dann wirst Du feststellen, wie viel
Arbeit hinter einem solchen Produkt (oder einer
Dienstleistung) steht.

Und trotzdem bleibt es für den Käufer nicht greifbar.

Wenn ich Dir neben einem PC mit Intel P4 / AMD Athlon XP einen alten C64 hinstelle, dann ist die Entwicklungsleistung für den Kunden sehr schnell greifbar.

Nein, viele Leute mit hohem IQ bringen sowas nicht zustande,
es ist vielmehr der unternehmerische Geist, etwas bewegen zu
wollen.

Ah ok die Risikofreude usw. Also ein ganz spezieller
Charakter.

Nicht nur Risikofreude, sondern auch Handlungsfähigkeit / Entscheidungsfähigkeit, sowie Durchsetzungsfähigkeit und soziale Kompetenz.

Grüsse

Sven

Natürlich ist die Arbeit eines Angestellten schwieriger zu
beurteilen, als die eines Arbeiters, aber auch hier setzen die
Unternehmen schon an (Gemeinkosten-Wertanalyse, Business
Reengineering, Prozesskostenrechnung). Natürlich gibt man
manchmal dem Angestellten zu viel Zeit und manchmal dafür
etwas zu wenig Zeit. Der MA hat jedoch bei den MA-Gesprächen
Möglichkeit, im zweiteren Fall Argumente vorzubringen.

Das klingt nach einem gut laufenden Betrieb. Wenn es immer so laufen würde, gäbe es wohl viele Probleme nicht.

Es ist eine Frage der Definition von Arbeitszeit. Wer sich
genau an die 35 Stundenwoche hält, braucht sich nicht zu
wundern, wenn er beruflich nicht vom Fleck kommt. Ich verlange
nicht, dass man grundsätzlich Überstunden macht, aber wenn es
die Aufgabe verlangt, dann sollte man auch mal länger in der
Firma bleiben. Natürlich wird derjenige, der mehr leistet (und
die Arbeitsdauer bzw. Quantität bestimmt neben der Qualität
halt einfach den Output) auch eher bei einer Beförderung
berücksichtigt, was aber so manchem MA nicht unbedingt klar
ist.

Ok, soweit ok. Aber soll man danach nicht darauf pochen, die Überstunden in lockereren Zeiten abzufeiern oder ausbezahlt zu bekommen? Oder trifft deine Aussage nur zu, wenn man die Mehrarbeit stillschweigend annimmt.

Genau DAS meine ich, zumindest für den, der etwas erreichen
will, was nicht unbedingt nur eine Beförderung, sondern auch
die Zuteilung sehr interessanter Aufgaben dazu gehören kann
(man verbringt schließlich die meiste Zeit des Tages mit
Arbeiten, dann sollte es auch interessant sein).

Ok, das beantwortet teilweise meine Frage oben.

Ich bin auch der Meinung, dass wir einen gewissen Schutz der
MA benötigen (dazu gehört meiner Meinung auch Betriebsrat und
Gewerkschaft), lediglich die Perversion dieser Institutionen,
die u.a. durch die starre (geistige) Haltung erfolgt macht mir
für die Zukunft unseres Standortes Angst.

Andererseits schützt das auch ein wenig vor Willkür.

Zur Sekretärin: Natürlich kann sie einen „normalen“ Brief
schreiben, jedoch mit eingeschränkter Formatierung. Aber
sobald eine Tabelle eingefügt werden sollte oder ein
Inhaltsverzeichnis erstellt werden sollte, wurden dann wir
(die anderen MA, die meisten davon Ingenieure) gefragt (und
vom Arbeiten abgehalten).

Aber das frägt die nur 1mal, und dann weiss sies oder schreibt sichs auf. Also nicht wirklich schlimm.

In Betrieben > 5 Mitarbeitern gibt es Kündigungsschutz. Es
gibt nur 3 Möglichkeiten, MA zu kündigen: 1. mit grosser
Abfindung und Gerichtsprozess (viele Leute klagen sich sogar
an den alten Arbeitsplatz zurück) oder 2. mit
betriebsbedingter Kündigung => Sozialplan oder 3. fristlos.
Die 3. Möglichkeit ist jedoch ein Hürdenlauf und es muß schon
was Extremes vorgefallen sein (ein „einfacher“ Diebstahl
reicht nach aktueller Rechtssprechung schon gar nicht mehr
aus).

Hab ich mir nie Gedanken drum gemacht, ist man echt so abgesichert? Fast wie Beamte… Kann nicht immer ein betriebsbedingter Grund vorgeschoben werden? Es fällt mir schwer zu glauben das man derart gesichert ist. Wo liegt denn dann der Vorteil der Beamten?

Die MA in unserer Firma waren auch zur Fortbildung
(Warenkenntnisse). Ergebnis: Sie kennen jetzt einige
Sachbearbeiter mit Vornamen, duzen sich und wissen, was
derjenige am liebsten trinkt. Ergo: Sie haben sich beim
Lieferanten jegliche Autorität verbaut. Warenkenntnisse sind
immer noch recht rudimentär. Ich habe da deutlich mehr zu
bieten. Schliesslich will ich den Kunden am Telefon auch
vernünftig beraten können. Diese Kollegen sehen in ihren Job
nur die Erledigung der Ihnen übertragenen Aufgaben, mehr
nicht.

Soll das jetzt ein Beispiel sein, wie Fortbildung schaden kann?
Scheint ja eine lustige Truppe zu sein.

Nicht mal unbedingt, kann aber die Ressourcen besser einsetzen
und dadurch Potentiale besser nutzen.

Ja das auch. Aber im Vordergrund stehen die Kosten, denke ich.
Gehört auch beides irgendwie zusammen.

Na klar, nicht umsonst habe ich des öfteren schon den
Arbeitsplatz gewechselt. Ein guter AG bietet einem MA auch
Perspektiven. Ich selbst habe auch in Firmen gearbeitet, bei
denen ich feststellen musste, das Übernahme von Verantwortung,
Eigeninitiative und Einsatz sich nicht lohnen.

Nie mit der Angst gewechselt, auch positive Sachen zu verlieren? Z.b. bezahlte Überstunden, oder einfach bessere Arbeitskonditionen?

Das zeigt sich daran, ob man verantwortungsvollere Aufgaben
von seinem Vorgesetzten bekommt, man mehr persönliche
Freiräume bei der Gestaltung seiner Arbeit hat. Auch kann man
in bestimmten Bereichen mehr Mitbestimmung erreichen und
dadurch auch seinen eigenen Arbeitsplatz evtl. ganz anders
gestalten. Was wiederum die Arbeit angenehmer machen kann.

Das klingt angenehm.

Nun, der Kollege stellte relativ schnell fest, das er dem
Anspruch der Firma nicht gerecht wird. Anstatt sich aber
fortzubilden und dazuzulernen, erledigte er bestimmte Dinge
(die nicht sofort auffallen) nicht, sondern stopfte
unerledigte Arbeit in irgendwelche Schubladen. Als er kürzlich
4 Wochen in Urlaub war, kamen natürlich jede Menge „Leichen“
zum Vorschein.
Z.B. das wir feststellen mussten, das Zollformulare nicht an
den Zoll zurückgegeben wurden,

die Ablage nicht abgelegt wurde
Genau diesen Aufgaben gewachsen zu sein, kann doch nicht so schwer sein oder?

sondern in einer Kiste unter seinem Schreibtisch

gebunkert wurde etc. Es gibt eben einfach Menschen, die sich
selbst und Ihren Arbeitsplatz nicht organisieren können. Hast
Du diesen Leuten aber einen eigenverantwortlichen Bereich
zugeteilt, merkst Du oft erst sehr spät, das da was
schiefläuft.

Natürlich bei grösstmöglichem Gehalt und geringstmöglichem
Aufwand. Übrigens hatte ich als Einkäufer ein paar Klauseln im
Arbeitsvertrag, die zur unmittelbaren Abmahnung / fristlosen
Kündigung geführt hätten: Privatadresse darf dem Lieferanten
nicht bekannt sein, keine (!) Geschenke dürfen angenommen
werden (nicht mal ein Bleistift), keine abendlichen
Arbeitsessen mit Lieferanten usw.

Habe ich für sehr gut gehalten und hat den (vor meiner Zeit)
sehr korrupten Einkauf zum Mustereinkauf gemacht.

Also ich muss sagen, das ich das auf den ersten Blick garnicht so toll finde. Fast als würde man dir was unterstellen mit den Verboten. Und das sind Verbote, die meiner Meinung nach unnötig sind. (Ok über die Adresse kann man streiten)

Doch, zum Beispiel wenn die Firma Pleite geht (oder
umstrukturiert oder verkauft wird) und als Möglichkeit, einen
besseren Job innerhalb der Firma zu bekommen.

Eigentlich nicht soo wahrscheinliche Fälle. Darauf hinzuarbeiten finde ich irgendwie nicht so erstrebenswert.

Nein, durch die Abschaffung der alten „Königreiche“ (das Wort
Abteilungen kommt schließlich von Abteilen) fühlt sich nur
plötzlich derjenige kontrolliert, der bisher nichts getan hat.

Aber auf solche Posten streben manche hin, und arbeiten bis dahin sehr produktiv. Und wenn das wegfällt ist die Motivation auch weg.

Ich sehe das mal so: Wer mehr verdienen will, muss sich das
erstmal verdienen. Wenn ich Leistung zeige, kann ich auch
erwarten (oder aber fordern), das ich besser bezahlt werde.
Vorher nicht. Aber genau so denken eben viele („Für die paar
Mark mach ich mich doch nicht krumm“). Aber mit der
Einstellung wirds nie was mit der Gehaltserhöhung, aufgrund
welcher Basis auch? Spätestens wenn der Laden über die Wupper
geht, habe ich als qualifizierter Mitarbeiter, der sich auch
fortbildet, einen unumstrittenen Vorteil. Meine Devise heisst:
Immer am Ball bleiben.

Aber diese Fortbildungen von denen alle reden, worin bestehen die? Welche Firma bezahlt Seminare usw? Ist mir recht selten untergekommen.

Das ist sicher auch gut so. Wobei ich schon genau wüsste, wie
ich von meinen Leuten im Lager beurteilt würde. Als
Vorgesetzter, der für einen Bereich verantwortlich ist, macht
man sich nunmal nicht immer beliebt :wink:

Das frage ich mich auch oft, wie geht man mit den Mitarbeitern um, damit es am besten klappt?

Nein, nicht totale Kontrolle. Aber immer wieder alles neu
überdenken, Mitarbeitergespräche, gemeinsame Zieldefinitionen
mit Zeitrahmen. Meine Kollegen findens klasse, wenn ich mal
wieder alle abends zum Essen einlade, um konkrete Probleme im
Team zu besprechen und die Mitarbeiter auch auffordere aktive
Problemlösungsansätze zu bringen. Sie fühlen sich dann viel
verantwortlicher.

Fühlen sich nur oder sind es auch? Und gehen diese Treffen auf die Freizeit oder Arbeitszeit? (Sorry aber das muss ich einfach fragen)

Darüber haben sich schon etliche Leute Gedanken gemacht, z.B.
beim „360°-Feedback“ und in Form von Fragebögen, die dann mit
Aussagen des Vorgesetzen verglichen werden, anschliessend
kommt es dann im Zweifelsfall zu einem gemeinsamen Gespräch
beim Personaler.

Soll man sich eigentlich generell nicht schlecht bewerten? wer sich selber schwach bewertet hat von vornherein verloren,nicht?
Ist es nicht das Ziel genau das stehen zu haben was der Vorgesetze auch hat, oder ein wenig besser?

…und auch viel ernster genommen als beim Führungsstil „per
Order de Mufti“

Eigentlich erleichtert das auch die Arbeit der Vorgesetzen oder?

Allerdings. Ich habe viele Dinge während meiner Zivi-Zeit
gelernt, die Du in keiner Ausbildung in der Wirtschaft
vermittelt bekommst.

Erzähl doch ein wenig darüber. Kann man dieses Wissen auch heute einsetzen? In welchen Fällen?

Das heisst, dass Du Deine eigene Arbeit am Schreibtisch nicht
schätzst

Doch schon, aber nur als Bestandteil, als „Hilfe“ für ein konkretes Produkt.

Das wollte ich eigentlich die ganze Zeit sagen und hatte bei
Dir immer das Gefühl, dass Du bei abstrakten Produkten keine
Arbeit siehst (siehe Software-Diskussion weiter oben).

Doch es ist schon Arbeit, aber die Tatsache das man nicht danach greifen kann, macht diese schwer beurteilbar in Quantität und Qualität.

Es macht mich wesentlich weniger müde, körperlich zu arbeiten,
als mir den Kopf über ein millionenschweres Problem zu
zerbrechen.

Ich werde noch ein paar Leute dazu befragen, mal sehen wie das Ergebnis ausfällt.

Warum ich aufgehört habe ? weil ich einer geistigen Verblödung
rechtzeitig vorbeugen wollte und mir vorgestellt habe, wie oft
ich diesen Handgriff noch bis zur Rente machen müsste. Nachdem
wir den größten Teil unserer verfügbaren Zeit mit Arbeit
verbringen, wollte ich einfach etwas machen, was mir Spass
macht.

Angesichts der Menge, die man an Arbeit immer bekommt, ist es mit dem Spass oft schnell vorbei.

Bei einer Buchhhaltung z.B. ganz einfach. Man schaut, wie
viele Rechnungen von einer Person bearbeitet werden und
vergleicht dies mit anderen Firmen (muß nicht unbedingt die
Konkurrenz sein, ein Autositzhersteller kann sich ja auch mit
einem Stoßstangenhersteller vergleichen). Dann merkt man
schon, wie effektiv die eigene Buchhaltung ist.

Und der Projektleiter? Derjenige der eine Anlage in Betrieb hält? Der Prozessingenieur? …

wenn Du den Wert ohne Material meinst, dann ist das für ein
Industrieunternehmen eher die untere Grenze (abhängig vom
Produkt, der Fertigungstiefe usw.).

Kennst du den Durchschnitt?
Ist es eigentlich so, dass je grösser das Unternehmen ist, desto mehr der Mitarbeiter für die gleiche Arbeit bekommt? Generell meine ich. Siehe z.B. DaimlerChrysler, wieso können die besser bezahlen als alle anderen?

Naja, Du hast wohl noch nie eine Kündigung aussprechen müssen.
Der Schutz in Deutschland ist immerhin so hoch, dass viele
Fälle vor Gericht landen und dort wird sehr MA-freundlich
geurteilt. Die Abfindung ist dann übrigens mind. 0,5
Bruttogehälter je Arbeitsjahr.

Dann wird eine Firma den Mitarbeiter echt nur durchs Pleitegehen los, oder garnicht? Jedenfalls nicht ohne erheblichen Schaden.
Betriebsbedingt kann man doch viel erfinden. Und klagen tun doch die mit den Rechtschutzversicherungen, die können sich das leisten. Und das sind nicht die meisten.

Bei der Teamarbeit tut man also gutes dran, sich dem Tempo der Kollegen anzupassen?

Heute ist der

Wettbewerb ungleich höher und da ist halt schon
unternehmerisches Handeln gefragt, was viele Handwerker halt
einfach nicht können.

Klingt nach einem Wachstum der Arbeitslosenzahlen…

Ausserdem ist den meisten Handwerkern ihre fachliche Arbeit
wichtiger als der „Papierkrieg“, mit dem viele nicht umgehen
können (wie auch, wenn sie’s nicht gelernt haben ?)

Man sollte meinen diese sei auch „solider“

Wenn ich Dir neben einem PC mit Intel P4 / AMD Athlon XP einen
alten C64 hinstelle, dann ist die Entwicklungsleistung für den
Kunden sehr schnell greifbar.

Fast schon erschreckend, moderne PCs können ja mehr als sie sollen. Ist die Rechenleistung nicht mittlerweile überall genug? dann vergleiche mal den P4 von jetzt mit dem P8 in ein paar Jahren.

Nicht nur Risikofreude, sondern auch Handlungsfähigkeit /
Entscheidungsfähigkeit, sowie Durchsetzungsfähigkeit und
soziale Kompetenz.

Also lieber probieren, auch wenns schiefgehen kann? Diese Einstellung in etwa?

Hallo Roby,

Ok, soweit ok. Aber soll man danach nicht darauf pochen, die
Überstunden in lockereren Zeiten abzufeiern oder ausbezahlt zu
bekommen? Oder trifft deine Aussage nur zu, wenn man die
Mehrarbeit stillschweigend annimmt.

Sorry, aber abgefeierte Überstunden sind meiner Meinunng nach keine Überstunden. Erst dann, wenn einige Stunden verfallen, kann man von zusätzlichem Engagement sprechen. Natürlich feiere auch ich gelegentlich ein paar Überstunden ab (so wie jetzt z.B.), es verfallen jedoch auch einige am Monatsende.

Ich bin auch der Meinung, dass wir einen gewissen Schutz der
MA benötigen (dazu gehört meiner Meinung auch Betriebsrat und
Gewerkschaft), lediglich die Perversion dieser Institutionen,
die u.a. durch die starre (geistige) Haltung erfolgt macht mir
für die Zukunft unseres Standortes Angst.

Andererseits schützt das auch ein wenig vor Willkür.

Deshalb bin ich ja auch für die Existenz dieser Institutionen, aber immer wenn ich Frau Engelen-Kefer sprechen höre, dann kommt’s mir hoch. Ich denke einfach, die alten Grabenkämpfe mit Klassendefinitionen sind meiner Meinung nach veraltet. Wir stecken bei manchen Problemen bis zum Hals in der Scheisse und da wird mit Parolen gekämpft, die manchmal so billig sind, dass ich mir denke, warum merken das die AN eigentlich nicht auch ?

Aber das frägt die nur 1mal, und dann weiss sies oder schreibt
sichs auf. Also nicht wirklich schlimm.

Sagst Du ! Meine Praxiserfahrungen sind da manchmal etwas anders (es gibt Leute, die fragen regelmäßig, wie man einen neuen Ordner im Explorer anlegt…)

Hab ich mir nie Gedanken drum gemacht, ist man echt so
abgesichert? Fast wie Beamte… Kann nicht immer ein
betriebsbedingter Grund vorgeschoben werden? Es fällt mir
schwer zu glauben das man derart gesichert ist. Wo liegt denn
dann der Vorteil der Beamten?

Nein, ein betriebsbedingter Grund muß angemeldet werden (soweit ich weiss, auch beim Arbeitsamt). Ausserdem achten da schon Gewerkschaften und Betriebsräte drauf, dass es sich wirklich um einen betriebsbedingten Grund handelt (meiner Meinung nach sind Betriebräte übrigens z.T. mit schuld, denn sie sind in den Aufsichtsräten oder mindestens im Wirtschaftsausschuss vertreten).

Der Vorteil des Beamten liegt darin, dass er nicht mal betriebsbedingt kündbar ist und es auch (fast) keine fristlose Kündigung gibt (lediglich Suspendierung mit Weiterzahlung des Lohns, gem. Bund der Steuerzahler manchmal über Jahrzehnte hinweg).

Grüsse

Sven

Soll das jetzt ein Beispiel sein, wie Fortbildung schaden
kann?
Scheint ja eine lustige Truppe zu sein.

Nein, es ist die übliche Vorgehensweise von vielen AN. Hingehen, Spaß haben und hinterher nicht mal eine Zusammenfassung über das Gelernte bringen können (vielleicht, weil man sich nichts gemerkt hat ?)

Nie mit der Angst gewechselt, auch positive Sachen zu
verlieren? Z.b. bezahlte Überstunden, oder einfach bessere
Arbeitskonditionen?

Jeder Wechsel ist ein Risiko, wobei man das mit den Überstunden vorher weiss (gehört zur Verhandlung des Gehalts dazu). Wo man daneben liegen kann, ist das Betriebsklima, wobei man bei sorgfältigem Prüfen auch hier oftmals die Ungereimtheiten beim Vorstellungsgespräch merkt.

Das zeigt sich daran, ob man verantwortungsvollere Aufgaben
von seinem Vorgesetzten bekommt, man mehr persönliche
Freiräume bei der Gestaltung seiner Arbeit hat. Auch kann man
in bestimmten Bereichen mehr Mitbestimmung erreichen und
dadurch auch seinen eigenen Arbeitsplatz evtl. ganz anders
gestalten. Was wiederum die Arbeit angenehmer machen kann.

Das klingt angenehm.

Bedeutet aber auch, nicht immer auf die Uhr zu schauen, sondern auch mal ein paar Stunden der Firma schenken.

Genau diesen Aufgaben gewachsen zu sein, kann doch nicht so
schwer sein oder?

Bei manchen Leuten schon und das zeigt mir manchmal schon sehr viel über das strukturierte Arbeiten dieser Personen.

Grüsse

Sven

Hallo Roby,

Also ich muss sagen, das ich das auf den ersten Blick garnicht
so toll finde. Fast als würde man dir was unterstellen mit den
Verboten. Und das sind Verbote, die meiner Meinung nach
unnötig sind. (Ok über die Adresse kann man streiten)

Wenn ich mir den Einkauf in so manchen Firmen anschaue (sowohl bei Automobilherstellern als auch bei -zulieferern), dann beschleicht mich schon das Gefühl, dass hier „persönliche“ Beziehungen zum einen oder anderen Lieferanten vorliegen.

Noch schlimmer ist es, wenn Konstrukteure oder Produktionsplaner bereits im Vorfeld Einfluss auf die Lieferantenauswahl haben. „Sage mir, welcher Produktionsplaner den Auftrag vergeben hat und ich sage Dir, wer der Lieferant ist“.

Solche Maßnahmen sind meiner Meinung nach also sehr wichtig !

Denn wer Geschenke von Lieferanten bekommen hat, ist oftmals sehr viel milder gestimmt, als der, der Geschenke ablehnt.

Grüsse

Sven

Doch, zum Beispiel wenn die Firma Pleite geht (oder
umstrukturiert oder verkauft wird) und als Möglichkeit, einen
besseren Job innerhalb der Firma zu bekommen.

Eigentlich nicht soo wahrscheinliche Fälle. Darauf
hinzuarbeiten finde ich irgendwie nicht so erstrebenswert.

Meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich. Frage mal einen Bänker, wie viele Stellen dort z.Zt. abgebaut werden oder wie oft ein Standort eines Industrieunternehmens verlagert wird. Dann schau mal ins Handelsregister unter Insolvenzen und anschließend im TV die neuesten Pleitenachrichten (Cargolifter, Enron, Phenomedia usw.).
Und wie bereits gesagt: auch mir ist es schon passiert. Mein damaliger Arbeitgeber SKF hat einfach das Werk in Stuttgart geschlossen (es hat sich bereits seit längerem nicht mehr gelohnt) und wir sind auf der Strasse gestanden.

Aber auf solche Posten streben manche hin, und arbeiten bis
dahin sehr produktiv. Und wenn das wegfällt ist die Motivation
auch weg.

Eben deshalb sollte das Gehalt leistungsorientiert sein ! Und eine Kontrolle der Leistung (Zielerreichung) sollte auch erfolgen. Nur dann bleibt ein Unternehmen auch auf längere Zeit innovativ und verfällt nicht in Leichenstarre (was in solchen Fällen oftmals passiert).

Grüsse

Sven

Hallo Roby,

Aber diese Fortbildungen von denen alle reden, worin bestehen
die? Welche Firma bezahlt Seminare usw? Ist mir recht selten
untergekommen.

Natürlich wird nicht immer einfach eine Weiterbildung bezahlt, oftmals sollte man schon argumentieren können, dass einem die Weiterbildung was bringt (sonst geht es so, wie Sebastian weiter oben beschrieben hat: der Erfolg ist gleich null).

Aber warum soll immer die Firma die Weiterbildung bezahlen ? Man investiert schließlich in sich selbst und erhöht dadurch seinen Marktwert (frag mal Deinen inneren Shareholder bzgl. Deiner Vorgehensweise beim Shareholder Value).
Was ich natürlich nicht mache, ist arbeitsplatzbezogene Weiterbildung selbst finanzieren. Aber in berufliche Allgemeinbildung (Verhandlungstechniken, Rhetorik, betriebswirtschaftliches Allgemeinwissen usw.) investiere ich auch privat, denn langfristig bekommst Du das Geld durch bessere Jobs wieder zurück.

Das frage ich mich auch oft, wie geht man mit den Mitarbeitern
um, damit es am besten klappt?

Ich versuche hier, immer Coach zu sein, den Mitarbeitern aber auch die Schranken zu zeigen (sofern es nötig ist).

Fühlen sich nur oder sind es auch? Und gehen diese Treffen auf
die Freizeit oder Arbeitszeit? (Sorry aber das muss ich
einfach fragen)

Also, wenn ich das Essen privat für die MA zahle, dann zähle ich es zur Freizeit, zumal der geschäftliche Teil nicht erzwungen wird, sondern oftmals von alleine kommt, da es eine gute Gelegenheit ist, beim Chef auch mal konstruktive Kritik anzubringen. Ausserdem kommt oft ein Brainstorming zustande, wie es im Büro wohl kaum möglich wäre.

Bei einigen Firmen ist das übrigens Teil des Programms (z.B. bei IKEA). Der AG zahlt das Essen, der AN bringt die Freizeit. Inhalte werden keine vorgegeben. Sinn und Zweck ist es, die Zusammenarbeit in der Firma zu verbessern, oftmals kommt man schon von alleine ganz zwanglos auf geschäftliche Themen (neben viel Privatem).

Grüsse

Sven

Hallo Roby,

Soll man sich eigentlich generell nicht schlecht bewerten? wer
sich selber schwach bewertet hat von vornherein
verloren,nicht?
Ist es nicht das Ziel genau das stehen zu haben was der
Vorgesetze auch hat, oder ein wenig besser?

Es geht nicht um die Selbstbewertung des MA, sondern um die Bewertung des Vorgesetzten durch den MA. Das schlichtende Gespräch beim Personaler sollte es geben, wenn der Vorgesetzte sich selbst ganz anders sieht, als es seine MA tun.

…und auch viel ernster genommen als beim Führungsstil „per
Order de Mufti“

Eigentlich erleichtert das auch die Arbeit der Vorgesetzen
oder?

Ja, es erfordert aber auch erheblich mehr soziale Kompetenz, da man sich den Argumenten der MA stellen muß. Und viele haben diese Kompetenz einfach nicht.

Grüsse

Sven

Das heisst, dass Du Deine eigene Arbeit am Schreibtisch nicht
schätzst

Doch schon, aber nur als Bestandteil, als „Hilfe“ für ein
konkretes Produkt.

Ohne die ein konkretes Produkt nicht herstellbar wäre ? Dann ist es Bestandteil des Produkts.

Bei Software ist die Produktentwicklung ebenfalls Bestandteil der Herstellung (=CD brennen / pressen), der Anteil ist nur wesentlich höher als bei einem „konkreten“ Produkt (wenn man die Produkte für Edelkarossen mit kleiner Stückzahl betrachtet, dann ist die Entwicklung auch der Hauptteil).

Es macht mich wesentlich weniger müde, körperlich zu arbeiten,
als mir den Kopf über ein millionenschweres Problem zu
zerbrechen.

Ich werde noch ein paar Leute dazu befragen, mal sehen wie das
Ergebnis ausfällt.

Würde mich auch interessieren. Wahrscheinlich wird aber herauskommen, dass viele Führungskräfte so denken wie ich und viele Arbeiter das Gegenteil denken.

Warum ich aufgehört habe ? weil ich einer geistigen Verblödung
rechtzeitig vorbeugen wollte und mir vorgestellt habe, wie oft
ich diesen Handgriff noch bis zur Rente machen müsste. Nachdem
wir den größten Teil unserer verfügbaren Zeit mit Arbeit
verbringen, wollte ich einfach etwas machen, was mir Spass
macht.

Angesichts der Menge, die man an Arbeit immer bekommt, ist es
mit dem Spass oft schnell vorbei.

Es kommt darauf an, wie man es sieht. Wenn man jede Aufgabe als Pflicht ansieht, dann hat mein ein Problem. Wenn man hinter den Aufgaben den motivierenden Erfolg sieht, dann bleibt der Spass erhalten.

Bei einer Buchhhaltung z.B. ganz einfach. Man schaut, wie
viele Rechnungen von einer Person bearbeitet werden und
vergleicht dies mit anderen Firmen (muß nicht unbedingt die
Konkurrenz sein, ein Autositzhersteller kann sich ja auch mit
einem Stoßstangenhersteller vergleichen). Dann merkt man
schon, wie effektiv die eigene Buchhaltung ist.

Und der Projektleiter? Derjenige der eine Anlage in Betrieb
hält? Der Prozessingenieur? …

Beim Projektleiter könnte ich den Erfolg des Projektes, die erforderlichen Arbeitsstunden der Teammitglieder usw. jeweils im Vergleich zu ähnlichen Projekten betrachten, ausserdem den Stundeneinsatz des Projektleiters bezogen auf die Projektgrösse und die Anzahl der Projekte, die ein Projektleiter zum Erfolg führt.

Grüsse

Sven