Entführte Flugzeuge zum Abschuß freigeben

Hallöchen,

Mal davon abgesehen, daß auch rein technische Probleme zu
solch einem Verhalten führen können ohne einen kriminellen
Hintergrund.

darauf wollte ich hinaus („Nur, weil ein Flugzeug auf einen Wohnblock zusteuert, wurde es nicht zwangsläufig entführt.“).

Im Brett Luft und Raumfahrt gibts den Thread
„Entführungschutz“. Der würde teilweise hier gut reinpassen.

Ja, leider. Will sagen: der technische Apsekt ist da - wie auch schon Moderator bemerkt - relativ schnell abhanden gekommen.

Gruß,
Christian

Hallo!

Daß man in der bitteren Realität jetzt auch in Deutschland
angekommen ist. Es hat ja nie jemand geglaubt!

Das mag für Herrn Schäuble zutreffen, auf mich zumindest allerdings nicht . Und was man als Realität bezeichnen mag, ist wohl auch eine andere Frage. Die Realität, die mir in diesem Zusammenhang einfällt, ist die Deutsche Verfassungswirklichkeit. Und die verbietet es schlicht und einfach - und nicht nur, wie man manchmal den Eindurck bekommt, weil die Polizei keine Kampfflugzeuge hat - eine Anzahl von Menschen zu töten, um eine andere Anzahl von Menschen zu retten. Nichteinmal Dein Ansatz von der Drohenden „Erpressbarkeit“ (wobei ich mich frage, ob die Terroristen nicht einfach nur Terror erreichen wollen, statt irgendwelche Forderungen zu realisieren) ist es meiner Meinung nach Wert, auch nur einen Menschen durch die Hand des Staates zu Tode kommen zu lassen.

Gruß,

Florian.

Das Problem ist, wenn der Abschuss der Maschine selbst schon
das Ziel der Entführung sein könnte. Ein Automatismus bei
Entführungen wäre da sicher nicht sinnvoll.

Das ist richtig.

Deswegen war vom automatischen Abschießen ja auch nicht die Rede. Das moralische Dilemma einerseits und das konkrete Vorgehen und die Entscheidungsfindung im Einzelfall stellen enorme Anforderungen dar, die normalerweise nur im militärischen Kontext vorkommen. Es wird eine Kriegssituation dem zivilen Leben aufgezwungen - das muß man sich vor Augen halten.

Vom automatischen Abschießen halte ich sicher nichts, aber diese Möglichkeit kategorisch abzulehnen halte ich ebenso für falsch.

Gruß
d.

Was sagt Ihr dazu??

Zu dem Thema habe ich schon in Luft&Raumfahrt einiges geschrieben, bevor ich diesen Thread hier entdeckte (sonst hätte ich den armen MOD dort auch nicht strapaziert :wink: sorry an dieser Stelle)

Daß man in der bitteren Realität jetzt auch in Deutschland
angekommen ist. Es hat ja nie jemand geglaubt!

Die gesamte Fragestellung hängt nicht davon ab, ob man es (die Möglichkeit solcher Anschläge) glaubt oder nicht. Die Spielräume der Sicherheitsorgane werden durch unsere Werteordnung definiert und nicht durch das reale oder vorstellbare Ausmaß der Konfrontation.

Warum man eine entführte Maschine abschießt? Einerseits um
noch größeren Schaden abzuwenden

Man kann versuchen, größeren Schaden auf Grundlage statistisch fundierter Entscheidungen abzuwenden, wenn es sich um Intervention zugunsten der Opfer handelt. Es ist für Juristen völlig klar, wo in diesem Fall die Opfer sitzen, nämlich im Flugzeug. Das potentielle Opfer gibt es nicht und seine imaginäre Existenz kann in der operativen Tätigkeit nicht über das tatsächliche Opfer gestellt werden.

und zweitens, und um das geht
es hauptsäcnlich, um sich nicht erpressen zu lassen. Eine
Entführung darf NIE, NIEMALS zum Ziel führen. Ein Terrorist
darf nie Erfolg haben. Man darf nie nachgeben, nie verhandeln.

Erstens hat das Wort Erpressung in diesem Zusammenhang nichts zu suchen und dient nur dazu ein fragwürdiges Argument zu zimmern. Kein Szenario, für welches das LSG vorgesehen ist, entspricht einer Erpressung.
Zweitens: Lass Dir aus der Praxis berichten, dass mit Erpressern immer verhandelt wird und man in der mehrzahl der Fälle nicht um das teilweise Nachgeben herumkommt. Ich frage mich, auf welchem Planeten sich die Realität befindet, in der Du dich angkommen siehst.

Sonst wird ein Präzendenzfall geschaffen, der das Leben nicht
nur von 300 Passagieren sondern von sämtlichen Staatsbüger
dieses Landes zum Abschuß freigibt.

Eine absurde Logik. Ich kann mir die Polemik nicht verkneifen, dass man durch solch eine Prioritätensetzung geradezu gezwungen sein muss, nach Israel auszuwandern. Nicht ein einziges Menschenleben kann irgendeiner Sache untergeordnet werden, nicht dem Prinzip, nicht einer größeren Anzahl von Leben und schon garnicht einer Vermutung.

Nur so kann man Terrorismus
bekämpfen.

Wenn Du meinst. Mir ist die Szene in Erinnerung geblieben, als ein US-Senator die CIA- und NSA-Vertreter vor dem Untersuchungsausschuss fragte: „Why do they hate us?“. Beantwortet wurde diese Frage mit betretenem Schweigen. Nicht aus Unwissenheit sondern aus Scham. Wir wollen garnicht wissen, wie man Terrorismus bekämpft. Sich in die Tasche zu lügen ist die eine Sache, zur Ablenkung Unschuldige vom Himmel zu schießen ist etwas anderes.

Übrigens: Durch konsequentes Profiling kann das Übel meistens
im Vorfeld schon verhindert werden.

Man spürt richtig, wie diese Aussage aus dem Alltag des Staatsschutzes gegriffen ist. Kein Kommentar.
(tipp’ doch „Profiling“ mal bei google ein)

Aber da schreit man ja
gleich nach den Menschenrechten.

Diese dummen Menschenrechte funken jeder effizienten Tätigkeit dazwischen. Das fängt mit dem Verbot von Kinderarbeit an und geht mit dem Schutz von Leben weiter, die man so sinnvoll verheizen könnte.

Also was denn nun - lieber
300 Passagiere abschießen als jene ein wenig gründlicher zu
durchsuchen, von denen man weiß, daß sie am ehesten in Frage
kommen?

Das fragen wir am Besten jene, die sich schon mal fragen mussten: Hitler oder Stalin?

Was für eine Doppelmoral.

gut beobachtet.

Deswegen war vom automatischen Abschießen ja auch nicht die
Rede. Das moralische Dilemma einerseits und das konkrete
Vorgehen und die Entscheidungsfindung im Einzelfall stellen
enorme Anforderungen dar, die normalerweise nur im
militärischen Kontext vorkommen. Es wird eine Kriegssituation
dem zivilen Leben aufgezwungen - das muß man sich vor Augen
halten.

Vom automatischen Abschießen halte ich sicher nichts, aber
diese Möglichkeit kategorisch abzulehnen halte ich ebenso für
falsch.

Einverstanden.
Die Frage ist, ob man dafür ein explizites Gesetz braucht. Eine Standardsituation für Flugzeugabschüsse dürfte sich wohl kaum definieren lassen. In Ausnahmefällen, wie z.B. die Absicht der Entführer ein Kernkraftwerk explodieren zu lassen, würde sicher das Ausrufen des Verteidigungsfalls rechtfertigen und so auch den Abschuss des Flugzeugs ermöglichen.

Grüße,

Ptee

Das potentielle Opfer gibt es nicht und seine
imaginäre Existenz kann in der operativen Tätigkeit nicht über
das tatsächliche Opfer gestellt werden.

Dann gäbe es nicht den Begriff der Notwehr. Der Begriff ist in jüngster Geschichte missbraucht worden („Preemptive Strikes“, die eigenlich keine waren) - nichtsdestotrotz ist „echte“ Notwehr meiner Meinung nach gerechtfertigt.

Nicht ein
einziges Menschenleben kann irgendeiner Sache untergeordnet
werden, nicht dem Prinzip, nicht einer größeren Anzahl von
Leben und schon garnicht einer Vermutung.

Schöne Maxime, praktisch leider nicht immer anwendbar. Wie entscheidest Dich bei einer Einer-tot/Viele-tot - Alternative?

Wenn Du meinst. Mir ist die Szene in Erinnerung geblieben, als
ein US-Senator die CIA- und NSA-Vertreter vor dem
Untersuchungsausschuss fragte: „Why do they hate us?“.
Beantwortet wurde diese Frage mit betretenem Schweigen. Nicht
aus Unwissenheit sondern aus Scham. Wir wollen garnicht
wissen, wie man Terrorismus bekämpft. Sich in die Tasche zu
lügen ist die eine Sache, zur Ablenkung Unschuldige vom Himmel
zu schießen ist etwas anderes.

Das Thema nur deswegen abzulehnen, weil man „Terroristenbekämpfung“ mit Lügen assoziiert und deshalb nicht mag, erscheint mir nicht gerade rational.

Ein super Argument !! 3 Sterne!!

Claudia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Die
Spielräume der Sicherheitsorgane werden durch unsere
Werteordnung definiert und nicht durch das reale oder
vorstellbare Ausmaß der Konfrontation.

Ja, theoretisch.

Das potentielle Opfer gibt es nicht

D.h. du lehnst das Prinzip der Notwehr in jeder Hinsicht ab?

Kein Szenario, für welches das LSG vorgesehen ist,
entspricht einer Erpressung.

Terror IST Erpressung. Es ist sein Wesen.

Eine absurde Logik. Ich kann mir die Polemik nicht verkneifen,
dass man durch solch eine Prioritätensetzung geradezu
gezwungen sein muss, nach Israel auszuwandern.

Deine Beleidigungen und Angriffe ad hominem zeugen von schwacher Argumentation.

Wenn Du meinst. Mir ist die Szene in Erinnerung geblieben, als
ein US-Senator die CIA- und NSA-Vertreter vor dem
Untersuchungsausschuss fragte: „Why do they hate us?“.
Beantwortet wurde diese Frage mit betretenem Schweigen.

Du weißt wahrscheinlich die Antwort: „Weil wir es verdient haben“ oder „weil die sich wehren“ so etwas (Brauchst nicht antworten - es interessiert mich nämlich nicht.)

Man spürt richtig, wie diese Aussage aus dem Alltag des
Staatsschutzes gegriffen ist.

Wir sprechen hier von der Flughafenkontrolle! Das nennt man auch Profiling.

(tipp’ doch „Profiling“ mal bei google ein)

Ja, und?

Diese dummen Menschenrechte funken jeder effizienten Tätigkeit
dazwischen. Das fängt mit dem Verbot von Kinderarbeit an und
geht mit dem Schutz von Leben weiter, die man so sinnvoll
verheizen könnte.

Sinnloses Verheizen von Menschenleben sehe ich eher da, wo auf Prinzipien herumgeritten wird, anstatt Leben zu schützen (eben z.B. durch Profiling am Flughafen).

Gruß
d.

Das potentielle Opfer gibt es nicht

D.h. du lehnst das Prinzip der Notwehr in jeder Hinsicht ab?

Das ist doch ein völlig unsachlicher Vergleich. Notwehr richtet sich gegen den Täter und nicht seine Opfer oder unbeteiligte Personen.

Man spürt richtig, wie diese Aussage aus dem Alltag des
Staatsschutzes gegriffen ist.

Wir sprechen hier von der Flughafenkontrolle! Das nennt man
auch Profiling.

Das nennst Du Profiling und niemand sonst.

Diese dummen Menschenrechte funken jeder effizienten Tätigkeit
dazwischen. Das fängt mit dem Verbot von Kinderarbeit an und
geht mit dem Schutz von Leben weiter, die man so sinnvoll
verheizen könnte.

Sinnloses Verheizen von Menschenleben sehe ich eher da, wo auf
Prinzipien herumgeritten wird, anstatt Leben zu schützen (eben
z.B. durch Profiling am Flughafen).

Diese Rumreiterei ist die Grundlage unser Gesellschaft, nämlich der Umstand, daß nicht Menschenleben gegeneinander abgewogen werden. Hinzu kommt, daß ein fliegendes Flugzeug keine Menschen tötet und man erst beim Einschlag in ein wie auch immer geartetes Ziel sicher ist, daß es dazu kommt. Bei Deiner Argumentation müßte man jeden Besoffenen am Steuer eines Fahrzeuges inklusive seiner Beifahrer erschießen, nur weil etwas passieren könnte.

C.

Hallo Richard!

Vergiss es. Du bist erfolgreicher wenn du mit einer Mauer redest.
Data ist vom isr. System überzeugt. Es ist auch das erfolgreichste. Schliesslich wird der Konflikt so schon Jahrzehnte am Leben gehalten.

Grüße
Dusan

Hallo!

Dann gäbe es nicht den Begriff der Notwehr. Der Begriff ist in
jüngster Geschichte missbraucht worden („Preemptive Strikes“,
die eigenlich keine waren) - nichtsdestotrotz ist „echte“
Notwehr meiner Meinung nach gerechtfertigt.

Natürlich ist Notwehr gerechtfertigt, steht ja auch so im Gesetz. Die Situation mit dem Flugzeug hat aber mit Notwehr nichts zu tun.

Nicht ein
einziges Menschenleben kann irgendeiner Sache untergeordnet
werden, nicht dem Prinzip, nicht einer größeren Anzahl von
Leben und schon garnicht einer Vermutung.

Schöne Maxime, praktisch leider nicht immer anwendbar. Wie
entscheidest Dich bei einer Einer-tot/Viele-tot - Alternative?

Bei der Alternative wird man sich für den einen im Flugzeug entscheiden müssen, weil er nicht durch die Hand des Staates (!) getötet werden darf, um hundert zu retten. Ein Leben ist ebenso viel Wert wie 2, 3 oder 200. Das gilt auch wenn der eine 99 1/2 Jahre alt und Demenzkrank ist. Die Verfassung hat dafür gesorgt, dass man sich eben diese Alternativen nicht überlegen braucht, weil sie jede Abwägung nach Zahl, Güte, Hautfarbe, Bildungsstand oder sonstwas schlicht verbietet.

Gruß,

Florian.

Du bist unsachlich, offtopic und argumentierst ad hominem.

Gruß
d.

Du bist unsachlich, offtopic und argumentierst ad hominem.

Und wenn schon. Er hat mit jedem Buchstaben seines Artikels recht.

C.

Moin,

da man die alternative Entwicklung nicht kennt, lässt sich das nicht sagen: Vielleicht wäre jetzt Frieden, aber aufgrund der Analysen zum Kalten Krieg vermute ich eher, dass eine Nachgiebigkeit Israels der Existenz dieses Landes nicht genutzt hätte. Aber das ist eben nur eine Vermutung.

Gruß

ALex

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Die
Spielräume der Sicherheitsorgane werden durch unsere
Werteordnung definiert und nicht durch das reale oder
vorstellbare Ausmaß der Konfrontation.

Ja, theoretisch.

Die Unterscheidung von theoretischem und praktischem Recht ist - wenn man sich bei der Betrachtung auf vermeintliche Rechtsstaaten beschränkt - ein nahezu spezifisches Problem Israels. Daher habe ich „ad hominem“ argumentiert.

Das potentielle Opfer gibt es nicht

D.h. du lehnst das Prinzip der Notwehr in jeder Hinsicht ab?

Recht, das Du offenbar nicht im Ansatz verstehst, solltest Du nicht versuchen zu verdrehen.

  1. Notwehr ist dann Notwehr, wenn bereits ein Tatbestand vorliegt (z.B. die Bedrohung mit einer Waffe), der auf das Opfer gerichtet ist, mit dessen Notsituation die Maßnahme gerechtfertigt wird. Du rechtfertigst den Abschuss eines Flugzeuges mit dem Leben von Insassen eines Gebäudes, gegen die zum Zeitpunkt des Abschusses kein Tatbestand vorliegt. Auf Vermutungen kann man sich nicht stützen.
  2. Die Maßnahme richtet sich gegen den Täter. Das wäre beim Abschuss auch der Fall, aber:
  3. Eine Maßnahme, bei deren Durchführung die unangemessen hohe Gefahr besteht oder sogar vorherzusehen ist, dass sie zu Ungunsten eines Opfers endet, darf nicht durchgeführt werden. Maximal ist ein begrenztes Risiko in Kauf zu nehmen, kein sicherer Verlust.

Terror IST Erpressung. Es ist sein Wesen.

Es ging um die Anwendbarkeit eines Gesetztes und seiner Handlungsmaßstäbe entweder auf Geiselnahme oder auf Erpressung. Jetzt geht es offenbar um Philosophie. Schlaf eine Nacht drüber und leg Dich dann fest, in welche Richtung Du dich bei deiner Argumentation verrennst.

Deine Beleidigungen und Angriffe ad hominem zeugen von
schwacher Argumentation.

Beleidigung? Naja, für ein Sensibelchen vielleicht.
Angriff ad hominem (ich hatte auch Latein in der Schule)? Selbstverständlich. Es ist bei diesem Thema schwer, die Sachlichkeit zu bewahren. Du hast dich schon im ersten Absatz des ersten Beitrags davon verabschiedet mit der Unterstellung, alles von deiner Meinung abweichende entspräche nicht der Realität. Es ist menschlich und auch gerechtfertigt hier emotional zu argumetieren. Warum sollte ich mich dann nicht mal zur Entspannung auf dein Niveau einlassen?

Du weißt wahrscheinlich die Antwort: „Weil wir es verdient
haben“ oder „weil die sich wehren“ so etwas (Brauchst nicht
antworten - es interessiert mich nämlich nicht.)

Das Forum ist öffentlich und somit dein Interesse für meine Antwort nicht ausschlaggebend.
Ich kenne die Antwort nicht. Ich fordere nur, dass all jene, die die Antwort auch nicht kennen, einen Moment zögern bevor sie die Waffen anlegen. Denn aus dem Sachverhalt, dass wir die Antwort nicht kennen, kann man berechtigt das Risiko ableiten, dass eine ergriffene Gegenmaßnahme fundamental falsch ist. Dieses Risiko kann man ignorieren, wenn man Kameras in eine Fußgängerzone montiert. Aber wenn man tötet kann man es nicht mehr ignorieren.
Was die von Dir vorgeschlagenen Antwortmöglichkeiten angeht, möchte ich lediglich darauf hinweisen, dass man davon Abstand nehmen sollte, eine moralische Wertung der beiden Seiten vorzunehmen. Legitime Terrorbekämpfung hat das garnicht nötig, weil sie sich gegen die Tat richtet und nicht gegen einen Feind. „Die“ wehren sich weder, noch haben „wir“ es verdient. Aber was auf diesem Globus geschieht, ist Konsequenz auch unseres Handelns.

Wir sprechen hier von der Flughafenkontrolle! Das nennt man
auch Profiling.

Scherzkeks. Ich hab zwar meine ViKa wieder gelöscht, aber dass Du gleich so reinfällst. Ich kenne jedenfalls keinen Flugahafen, wo das so wäre.

(tipp’ doch „Profiling“ mal bei google ein)

Ja, und?

Jetzt musst Du Enter drücken und die Ergebnisse lesen.

Sinnloses Verheizen von Menschenleben sehe ich eher da, wo auf
Prinzipien herumgeritten wird, anstatt Leben zu schützen (eben
z.B. durch Profiling am Flughafen).

Die Möglichkeiten des Hmmm am Flughafen sind begrenzt, solange das Flugzeug als Verkehrsmittel dienen soll.

Abschließend noch ein paar Bemerkungen zu unserem Rechtsstaat (ich hoffe Du kannst Dich da etwas hineinfühlen):
Man kann Menschenleben nicht abzählen wie Äpfel und Birnen. 5 Leben sind nicht mehr wert als 3. Doch da das scheinbar so nicht aus manchen Köpfen zu bekommen ist, will ich es mal für die folgenden paar Zeilen gelten lassen. Nehmen wir also an, es bestünde ein Wertunterschied zwischen dem Kollektiv der Flugzeuginsassen und dem der Gebäudeinsassen. Durch welche ethische Verränkung leitest Du daraus das Recht zu töten ab? Man fragt mich hier, wie ich mich zwischen einem Anschlag mit 200 und einem mit 2000 Opfern entscheiden würde. Diese Entscheidung ist leicht. Aber es ist nicht leicht, das Heft in die Hand zu nehmen und 200 Menschen den Garaus zu machen. DIESE Entscheidung kann niemand treffen.
Ist Dir schon aufgefallen, dass in Deutschland „nichteinmal“ ein Mensch getötet werden darf, der selbst schon eine Handvoll Kinder auf dem Gewissen hat? Man darf Menschen „nichteinmal“ in einer Situation, die Du als Notwehrsituation verstehst, damit bedrohen, dass man ihnen Schmerzen zufügen könnte. Kurz gesagt: Die Möglichkeit, dass ein Mensch A einem Menschen B legal das Licht auspustet, ist über die eindeutig abgegrenzte Situation der Notwehr hinaus nicht vorgesehen.

Und zuletzt noch eine Bemerkung ad hominem, jedoch nicht zwangsläufig auf Dich bezogen. Es ist erstaunlich: In Israel hat man die Möglichkeit, mehr als genug sinnlose Tote zu sehen, um nachdenklich zu werden. Warum merkt man das kaum jemandem an, der von dort kommt?
Ich arbeite in einer Brache, die teilweise auch die Terrorismusbekämpfung einschließt. Ich bin 1995 nach Israel geflogen, um im Schießen weitergebildet zu werden, der Fähigkeit, die ich in 20 Berufsjahren am wenigsten gebraucht habe. Ich hatte den Eindruck, das Schießen ist auch das Einzige, was ich dort lernen kann.

Fazit

Hallo alle zusammen!

Nachdem ich hier die wirklich guten Argumente gegen den Abschuß von entführten Passagierflugzeugen (danke Datafox,du hast alle zum Denken aktiviert!)gelesen habe, komme ich zu folgendem Schluß:
Was kann die größte Befriedigung eines Terroristen sein?
Dass er oder sein Netzwerk eine Regierung dazu treibt ihre eigenen unschuldigen Leute vom Himmel zu schießen!!
Wenn das passiert wird nie hinterher die Rede davon sein ob oder wievielen anderen Menschen dadurch das Leben gerettet wurde.Es wird einfach nur weltweit einen Aufschrei der Empörung geben, dass eine Regierung ihre eigenen Leute ermordet hat,zu Recht.
Wodurch unterscheidet sich diese Regierung dann noch von den Terroristen?
Wenn du entführt wirst hoffst du darauf,dass dich deine Regierung rettet und nicht,dass sie dich abknallt.
In dem Sinne,
alles Gute,
Claudia

Hallo,

Natürlich ist Notwehr gerechtfertigt, steht ja auch so im
Gesetz. Die Situation mit dem Flugzeug hat aber mit Notwehr
nichts zu tun.

Insofern schon, dass es auch hier potentielle Opfer gibt, deren Interessen berücksichtigt werden müssen.

Bei der Alternative wird man sich für den einen im Flugzeug
entscheiden müssen, weil er nicht durch die Hand des Staates
(!) getötet werden darf, um hundert zu retten. Ein Leben ist
ebenso viel Wert wie 2, 3 oder 200. Das gilt auch wenn der
eine 99 1/2 Jahre alt und Demenzkrank ist. Die Verfassung hat
dafür gesorgt, dass man sich eben diese Alternativen nicht
überlegen braucht, weil sie jede Abwägung nach Zahl, Güte,
Hautfarbe, Bildungsstand oder sonstwas schlicht verbietet.

Töten durch unterlassene Hilfeleistung ist auch töten.

Abschließend noch ein paar Bemerkungen zu unserem Rechtsstaat
(ich hoffe Du kannst Dich da etwas hineinfühlen):

Deine herablassenden Kommentare sind mir zu viel. Du spielst dich hier auf als der über allem stehende Richter, der hier seinen Urteilsspruch über mich herabregnen läßt.

ICH soll mich in DICH hineinfühlen, daß ich nicht lache!

Ich schließe hier ab wegen Off topic. Du willst doch gar nicht über (deutsche!) Inlandspolitik diskutieren.

EOD

Gruß
d.

Was sagt Ihr dazu??

Dass dies absoluter Schwachsinn ist:
a)
Deutschland ist dermaßen dicht besiedelt, dass du IMMER innerhalb von 5 Minuten ein schönes Stadtzentrum findest, um dort das Flugzeug zu versenken. Wird also ein Flugzeug entführt, um dieses als Waffe zu mißbrauchen, dann wird der Entführer nicht damit noch stundenlang rumfliegen und warten, bis der Abfangjäger neben ihm ist.
Außerdem wird ein Attentäter das Flugzeug gleich nach dem Start entführen, denn zu diesem Zeitpunkt ist das meiste Kerosin im Flugzeug. Da große Flughäfen immer in Großstadtnähe sind, befindet er sich also sofort nach Übernahme der Maschine über einer Vielzahl von lohnenden Zielen (u.a. dem Flughafen selbst).

b)
Der Entführer wird die Maschine sofort über besiedeltes Gebiet bringen (falls dies nicht ohnehin schon der Fall ist). Ein Abschuss einer Maschine über einer Großstadt bringt aber ebenfalls sehr viele Opfer am Boden mit sich, denn es wird in einem großen Umkreis eine gigantische Zahl an brennendem Kerosin und Flugzeugteilen niedergehen. Eine Vielzahl von Bränden etc am Boden sind die Folge. Ein Abschuss des Flugzeuges führt daher ebenfalls zu einer Vielzahl von Opfern am Boden.

Die Überlegungen aus a) und b) zeigen daher, dass es zum einen sehr unrealistisch ist, dass ein Abfangjäger überhaupt in der nötigen Zeit vor Ort ist. Denn erstens muss eine Entführung erstmal erkannt werden, dann müssen die Meldungen darüber erstmal die nötigen Stellen erreichen, die dann erst die Piloten informieren, die dann erstmal ihre Flugzeuge starten müssen und die dann auch noch erst zu der betroffenen Maschine hinfliegen müssen. Seien wir realistisch: Unter 15min wird das kaum ablaufen. In dieser Zeit kann das Flugzeug locker 150km fliegen, also ein Umkreis, in dem man ohne weiteres immer ein Großstadium, ein Hochhaus oder ein Atomkraftwerk finden wird.
Und selbst wenn der Jäger noch rechtzeitig kommt: ein Abschuss direkt über einer Großstadt fordert ebenfalls unzählige Opfer. Ein Abwägen verschiedener Opferzahlen ist daher gar nicht möglich, da man weder das Ziel des Entführers kennt noch weiß, ob er sein Ziel überhaupt „treffen“ wird.

Daher halte ich die Diskussion eigentlich für irrelevant, weil ein Szenario, wo sich die Frage eines Abschusses überhaupt erst stellt, absolut unwahrscheinlich ist. Meiner Ansicht nach ist das ganze nicht mehr verhinderbar, sobald die Maschine als entführt erkannt wurde.
Ein Gesetz, den Verteidigungsfall im Inneren auszurufen geht dabei zum einen komplett an der Sache (Flugzeugentführung) vorbei und dient deshalb nicht der Sache sondern sie dient lediglich der Bestrebung des Innenministers die Bundeswehr im Inneren einsetzen zu können (wogegen und wozu auch immer).

Das Augenmerk sollte daher nicht darauf gerichtet sein, dass man versucht, Schaden durch eine Flugzeugentführung abzuwenden (weil dies praktisch nicht möglich ist) sondern man sollte verhindern, dass eine Flugzeugentführung überhaupt erst möglich wird. Und dazu gibt es wirkungsvolle und einfache Konzepte, die weder Grundrechtseingriffe noch Abschüsse benötigen:
Man macht das Cockpit einfach unzugänglich.
Diese Praxis wird afaik schon seit Jahren von der israelischen Fluggesellschaft El Al durchgeführt. Die Cockpittüren sind mit Stahl verstärkt, bruch- sowie schusssicher. Sie sind vor dem Boarden der Passagiere bereits verschlossen und bleiben dies, bis der letzte Passagier von Board geht. Ein Attentäter hat also erst gar keine Möglichkeit, die Kontrolle des Flugzeugs zu übernehmen.

Hallo,

Man macht das Cockpit einfach unzugänglich.
Diese Praxis wird afaik schon seit Jahren von der israelischen
Fluggesellschaft El Al durchgeführt. Die Cockpittüren sind mit
Stahl verstärkt, bruch- sowie schusssicher. Sie sind vor dem
Boarden der Passagiere bereits verschlossen und bleiben dies,
bis der letzte Passagier von Board geht. Ein Attentäter hat
also erst gar keine Möglichkeit, die Kontrolle des Flugzeugs
zu übernehmen.

ich gebe Dir im Grunde recht (gilt im übrigen für den gesamten Artikel), allerdings läßt Du dabei die menschliche Seite außen vor. Es ist kaum anzunehmen, daß die Cockpitbesatzung bei verschlossener Tür zuschaut, wie hinten Passagiere und Besatzung nach und nach dezimiert werden bzw. glaubhaft mit der Sprengung des Flugzeugs gedroht wird.

Gruß,
Christian