Die
Spielräume der Sicherheitsorgane werden durch unsere
Werteordnung definiert und nicht durch das reale oder
vorstellbare Ausmaß der Konfrontation.
Ja, theoretisch.
Die Unterscheidung von theoretischem und praktischem Recht ist - wenn man sich bei der Betrachtung auf vermeintliche Rechtsstaaten beschränkt - ein nahezu spezifisches Problem Israels. Daher habe ich „ad hominem“ argumentiert.
Das potentielle Opfer gibt es nicht
D.h. du lehnst das Prinzip der Notwehr in jeder Hinsicht ab?
Recht, das Du offenbar nicht im Ansatz verstehst, solltest Du nicht versuchen zu verdrehen.
- Notwehr ist dann Notwehr, wenn bereits ein Tatbestand vorliegt (z.B. die Bedrohung mit einer Waffe), der auf das Opfer gerichtet ist, mit dessen Notsituation die Maßnahme gerechtfertigt wird. Du rechtfertigst den Abschuss eines Flugzeuges mit dem Leben von Insassen eines Gebäudes, gegen die zum Zeitpunkt des Abschusses kein Tatbestand vorliegt. Auf Vermutungen kann man sich nicht stützen.
- Die Maßnahme richtet sich gegen den Täter. Das wäre beim Abschuss auch der Fall, aber:
- Eine Maßnahme, bei deren Durchführung die unangemessen hohe Gefahr besteht oder sogar vorherzusehen ist, dass sie zu Ungunsten eines Opfers endet, darf nicht durchgeführt werden. Maximal ist ein begrenztes Risiko in Kauf zu nehmen, kein sicherer Verlust.
Terror IST Erpressung. Es ist sein Wesen.
Es ging um die Anwendbarkeit eines Gesetztes und seiner Handlungsmaßstäbe entweder auf Geiselnahme oder auf Erpressung. Jetzt geht es offenbar um Philosophie. Schlaf eine Nacht drüber und leg Dich dann fest, in welche Richtung Du dich bei deiner Argumentation verrennst.
Deine Beleidigungen und Angriffe ad hominem zeugen von
schwacher Argumentation.
Beleidigung? Naja, für ein Sensibelchen vielleicht.
Angriff ad hominem (ich hatte auch Latein in der Schule)? Selbstverständlich. Es ist bei diesem Thema schwer, die Sachlichkeit zu bewahren. Du hast dich schon im ersten Absatz des ersten Beitrags davon verabschiedet mit der Unterstellung, alles von deiner Meinung abweichende entspräche nicht der Realität. Es ist menschlich und auch gerechtfertigt hier emotional zu argumetieren. Warum sollte ich mich dann nicht mal zur Entspannung auf dein Niveau einlassen?
Du weißt wahrscheinlich die Antwort: „Weil wir es verdient
haben“ oder „weil die sich wehren“ so etwas (Brauchst nicht
antworten - es interessiert mich nämlich nicht.)
Das Forum ist öffentlich und somit dein Interesse für meine Antwort nicht ausschlaggebend.
Ich kenne die Antwort nicht. Ich fordere nur, dass all jene, die die Antwort auch nicht kennen, einen Moment zögern bevor sie die Waffen anlegen. Denn aus dem Sachverhalt, dass wir die Antwort nicht kennen, kann man berechtigt das Risiko ableiten, dass eine ergriffene Gegenmaßnahme fundamental falsch ist. Dieses Risiko kann man ignorieren, wenn man Kameras in eine Fußgängerzone montiert. Aber wenn man tötet kann man es nicht mehr ignorieren.
Was die von Dir vorgeschlagenen Antwortmöglichkeiten angeht, möchte ich lediglich darauf hinweisen, dass man davon Abstand nehmen sollte, eine moralische Wertung der beiden Seiten vorzunehmen. Legitime Terrorbekämpfung hat das garnicht nötig, weil sie sich gegen die Tat richtet und nicht gegen einen Feind. „Die“ wehren sich weder, noch haben „wir“ es verdient. Aber was auf diesem Globus geschieht, ist Konsequenz auch unseres Handelns.
Wir sprechen hier von der Flughafenkontrolle! Das nennt man
auch Profiling.
Scherzkeks. Ich hab zwar meine ViKa wieder gelöscht, aber dass Du gleich so reinfällst. Ich kenne jedenfalls keinen Flugahafen, wo das so wäre.
(tipp’ doch „Profiling“ mal bei google ein)
Ja, und?
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Sinnloses Verheizen von Menschenleben sehe ich eher da, wo auf
Prinzipien herumgeritten wird, anstatt Leben zu schützen (eben
z.B. durch Profiling am Flughafen).
Die Möglichkeiten des Hmmm am Flughafen sind begrenzt, solange das Flugzeug als Verkehrsmittel dienen soll.
Abschließend noch ein paar Bemerkungen zu unserem Rechtsstaat (ich hoffe Du kannst Dich da etwas hineinfühlen):
Man kann Menschenleben nicht abzählen wie Äpfel und Birnen. 5 Leben sind nicht mehr wert als 3. Doch da das scheinbar so nicht aus manchen Köpfen zu bekommen ist, will ich es mal für die folgenden paar Zeilen gelten lassen. Nehmen wir also an, es bestünde ein Wertunterschied zwischen dem Kollektiv der Flugzeuginsassen und dem der Gebäudeinsassen. Durch welche ethische Verränkung leitest Du daraus das Recht zu töten ab? Man fragt mich hier, wie ich mich zwischen einem Anschlag mit 200 und einem mit 2000 Opfern entscheiden würde. Diese Entscheidung ist leicht. Aber es ist nicht leicht, das Heft in die Hand zu nehmen und 200 Menschen den Garaus zu machen. DIESE Entscheidung kann niemand treffen.
Ist Dir schon aufgefallen, dass in Deutschland „nichteinmal“ ein Mensch getötet werden darf, der selbst schon eine Handvoll Kinder auf dem Gewissen hat? Man darf Menschen „nichteinmal“ in einer Situation, die Du als Notwehrsituation verstehst, damit bedrohen, dass man ihnen Schmerzen zufügen könnte. Kurz gesagt: Die Möglichkeit, dass ein Mensch A einem Menschen B legal das Licht auspustet, ist über die eindeutig abgegrenzte Situation der Notwehr hinaus nicht vorgesehen.
Und zuletzt noch eine Bemerkung ad hominem, jedoch nicht zwangsläufig auf Dich bezogen. Es ist erstaunlich: In Israel hat man die Möglichkeit, mehr als genug sinnlose Tote zu sehen, um nachdenklich zu werden. Warum merkt man das kaum jemandem an, der von dort kommt?
Ich arbeite in einer Brache, die teilweise auch die Terrorismusbekämpfung einschließt. Ich bin 1995 nach Israel geflogen, um im Schießen weitergebildet zu werden, der Fähigkeit, die ich in 20 Berufsjahren am wenigsten gebraucht habe. Ich hatte den Eindruck, das Schießen ist auch das Einzige, was ich dort lernen kann.