Entscheidung Baby

Hallo Manuel,

bitte unterstell mir nicht das ich unmuendig bin

wo hab’ ich das getan? Da musst du mich wohl falsch verstanden haben. Gemeint war, dass ich der Meinung bin, dass jeder Partner seine Vorstellungen hat und mit diesen in die Beziehung hineingeht. Es kann sein, dass die Vorstellungen beider inkompatibel sind, vielleicht findet man dann Kompromisse oder es geht halt gar nicht und vielleicht trennt man sich.

Du hast mir vorgeworfen, ausschließlich von MEINER Meinung zu sprechen. Aber als mündiger Mensch habe ich nun mal eine Meinung! Und ich bezweifle, dass du vor deiner Partnerschaft völlig meinungsfrei und ahnungslos herumgelaufen bist und dir damals vorstellen konntest, die Kinder sofort nach ihrer Geburt fremdbetreuen zu lassen. Nein? Siehst du, also hattest und hast du auch DEINE Meinung.

nur weil ich
in dieser Beziehung einfach nich tnur egoistisch handle

Nee, natürlich äußerst altruistisch. *grins*

sondern WIR uns darueber abgesprochen haben wie es fuer ALLE
gut ist!

Ist ja ok, wer sagt denn was dagegen, dass ihr euer Konzept gefunden habt, mit dem ihr beide (oder auch ihr drei) leben könnt? Aber das bedeutet doch nicht, dass dieses Konzept für alle Familien allgemeine Gültigkeit besitzt!

Denn - eine Beziehung besteht UNSERES erachtens nun mal auch
aus Kompromissen!

Richtig. Aber Kompromisse kann man erst eingehen, wenn man zuerst einmal weiß, was man überhaupt will, also erst einmal eine eigene Meinung hat. Sonst bräuchte man keine Kompromisse und könnte sich gleich der Meinung des anderen fügen.

doch, natürlich, oder würdest du mit einer Frau Kinder
kriegen, die darauf bestehen würde, dass ihr beide Teilzeit
arbeitet? Willst du uns hier weismachen, du hättest keine
eigene Meinung zu dem Thema? Das stellt sich hier aber anders
dar.

Ich habe mit einer Frau Kinder - und ich brauche ihr nichts
weismachen da wir es GEMEINSAM so beschlossen haben - was
genau kapierst du daran ned?

Gar nichts, eher kapierst du nicht, dass niemand etwas gegen euren Lebensentwurf einwendet, aber genauso von euch Akzeptanz anderer Lebensentwürfe verlangt wird. Ihr müsst sie nicht übernehmen, aber du solltest akzeptieren lernen, dass der für dich beste Weg nicht automatisch der beste Weg für alle ist.

Wieso nimmst DU dir das Recht raus in einer Beziehung sowas
elemantares schon VORHER zu entscheiden!

Ich entscheide nicht, sondern habe meine eigene Meinung und glaube zu wissen, was MIR guttut. Ich habe meine Meinung, mein Partner wird vermutlich seine haben. Aber ich bin der Ansicht, dass man seine Meinung niemandem aufzwängen darf. Das bedeutet: Ich für mich möchte arbeiten. Mein Partner sollte sein Verhalten für sich entscheiden. Wenn er eine Fremdbetreuung nicht möchte, dann muss er die Konsequenzen dafür selbst ziehen und nicht von mir eine Unterordnung fordern.

Ich versuche das mal an deinem Beispiel zu verdeutlichen:

Stell dir vor, du gehst eine Beziehung mit einer Frau ein, die sich absolut unglücklich fühlen würde, müsste sie ihren Beruf aufgeben und eine Fremdbetreuung ok findet. Du bist aber der Meinung, dass ein Kind zu Hause betreut werden muss. Warum muss sie sich deinem Wunsch unterordnen? Es steht dir doch frei, DEINE Prioritäten zu setzen, nämlich zu entscheiden, ob DIR deine Arbeit oder eine häusliche Betreuung des Kindes wichtig ist. Die Frau hat ihre Prioritäten gesetzt und ich verstehe nicht, warum du von ihr verlangen willst, dass sie zu Hause bleibt, wenn du es doch genauso gut kannst. Bestenfalls könnte ein Kompromiss daraus bestehen, dass z.B. jeder ein Jahr zu Hause bleibt, man sich die Elternzeit also teilt.

Aber - vergiss es - is deine Sache!

Richtig. Und ich möchte mir kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Ist es zu viel verlangt, dass auch von dem eigenen abweichende Lebensentwürfe ohne Vorwürfe akzeptiert werden?

Gruß,
Anja

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Jetzt hab ichs grad gesehen - du bist ja schon 20!

Und was sagt uns das? *auf dem Schlauch steh*

Das schlechte Gewissen redet ihr euch doch selber ein! Keiner der den Standpunkt vertritt das es fuer die kinder besser is wenn ein elternteil daheim is verlangt das von ALLEN!

Und - sollte mein frau arbeiten wollen - dann wuerde ich ruckzug meinen job kuendigen und die kinder betreuen - ich pers finde es total geil mich um die kinder zu kuemmern - ich geniesse jede freie minute mit meine kindern (und die hoffentlich auch mit mir :wink:) und ich finde es gut wenn ich sehe das meine kinder von mir (ode eben jetzt hier von meiner frau) was lernen koennen.

da ich mehrere berufe habe taete dem sogar so nichts im wege stehen da ich von daheim aus arbeiten koennte!
meine frau weiss das - nur - sie ist halt daheim - wobei daheim bei zwei kinder wo einer in die schule geht und die andere in den kiga nicht ganz stimmt - den unter der woche sind sie staendig auf achse aber egal!

was mich ja ueberrascht is das du deine zukuenftige beziehung davon abhaengig machts ob dein mann/freund auf deine wuensche eingeht!

find ich schon mutig !

gruss manuel!

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Hallo Anja,

mit genau dieser Konstellation könnte ich dir nun Beispiele bringen, die nicht so idyllisch ausschauen wie deines. Mag sein, dass man sich da in einem gut situiertem Elternhaus da leichter tut. Vielleicht stecken die Probleme ja auch hinter der Fassade, wer weiß.

Komisch, so viele Frauen argumentieren damit, wie wichtig die (körperliche) Nähe zwischen Mutter (verm. auch Vater) und Kind ist, gerade beim Stillen, was auch durch Psychologen belegt ist. Sie binden sich die Kinder mit Tragtüchern um usw. Wie kommen die darauf? Spinner sag ich dir…:wink:

Ich bin der Meinung, die Eltern haben für die Bedürfnisse ihrer Kinder da zu sein, nicht umgekehrt. Gerade in der Anfangszeit und gerade für die grundlegenden Bedürfnisse. Meine verstaubte, antiquierte Meinung. Ich finde es nicht OK, sein Baby der Oma in die Hand zu drücken und es in der Mensa zu stillen. Oder samt Kinderwagen in der Kneipe stehen zu haben. Aber ich bin ja nur ein altmodischer Kerl aus Bayern. Die sind da so.

Natürlich ist es eine individuelle Frage, was anderes habe ich nie behauptet. Wie die Eltern sich die Erziehung aufteilen ist ihre persönliche Sache. Nur halte ich es eben für notwendig, dass zumindest einer fürs Kind auch da ist.

mfg
Jolly

Hallo Manuel,

Das schlechte Gewissen redet ihr euch doch selber ein! Keiner
der den Standpunkt vertritt das es fuer die kinder besser is
wenn ein elternteil daheim is verlangt das von ALLEN!

Nein?

Vieleicht versteh ich es ja falsch - aber zum „Muttersein“ finde ich :- gehoert nicht das Kind dann wieder abzuschieben

Das waren nicht deine Worte?

Und - sollte mein frau arbeiten wollen - dann wuerde ich
ruckzug meinen job kuendigen und die kinder betreuen - ich
pers finde es total geil mich um die kinder zu kuemmern - ich
geniesse jede freie minute mit meine kindern (und die
hoffentlich auch mit mir :wink:) und ich finde es gut wenn ich
sehe das meine kinder von mir (ode eben jetzt hier von meiner
frau) was lernen koennen.

Schön.

was mich ja ueberrascht is das du deine zukuenftige beziehung
davon abhaengig machts ob dein mann/freund auf deine wuensche
eingeht!

Ist es zu viel verlangt, dass ich mich nicht auf die Mutterrolle reduzieren lassen will? Ist es zu viel verlangt, dass man mir den Freiraum lässt, der Tätigkeit nachzugehen, die mir Spaß macht und auf die ich lange hingearbeitet habe? Wie gesagt, ich fordere von meinem zukünftigen Partner nicht, dass er unbedingt zu Hause bleiben oder unbedingt arbeiten soll, ich will ihm nichts vorschreiben. Aber ich will auch mir nichts vorschreiben lassen.

Wäre ich der Meinung, ein Kind müsse von den Eltern zu Hause betreut werden, dann müsste ich auch mit der Konsequenz leben, dass ich evtl. diejenige sein werde, die zu Hause bleibt. Warum soll das nicht für meinen Partner gelten?

Im Endeffekt hast du natürlich insofern Recht, als dass man eine Beziehung nicht einfach aufgibt, nur weil man verschiedene Ansichten in einem Punkt hat. Es hängt vieles auch von den Umständen ab: Werde ich einen Job haben, der mir Spaß macht? Wer von uns beiden verdient mehr? Ist der Job sicher, auch wenn ich ein Jahr aussetze? Wird das Kind gesund? Gibt es überhaupt die Möglichkeit einer qualifizierten Fremdbetreuung? Wie sieht es mit den Finanzen insgesamt aus? Und, und, und. Es gibt sehr viele Faktoren, die man nicht vorhersagen kann. Das ist aber imho kein Hindernis dafür, sich schon vorher Gedanken zu machen, wie man das sieht. Letztendlich wird man seine Vorstellungen sowieso den aktuellen Gegebenheiten anpassen müssen.

Gruß,
Anja

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Hallo Jolly,

mit genau dieser Konstellation könnte ich dir nun Beispiele
bringen, die nicht so idyllisch ausschauen wie deines.

mit der umgekehrten Situation (mind. ein Elternteil zu Hause) gibt es auch genügend negative Beispiele. Entscheidend ist, ob der jeweilige Lebensstil zu der jeweiligen Familie passt. Ein Elternteil, der zu Hause bleibt, ist noch lange kein Garant dafür, dass das Kind eine glückliche Kindheit verbringt.

Komisch, so viele Frauen argumentieren damit, wie wichtig die
(körperliche) Nähe zwischen Mutter (verm. auch Vater) und Kind
ist, gerade beim Stillen, was auch durch Psychologen belegt
ist. Sie binden sich die Kinder mit Tragtüchern um usw. Wie
kommen die darauf? Spinner sag ich dir…:wink:

„So viele Frauen“ - ich gehöre aber nicht dazu. Was nun?

Abgesehen davon schließt das Arbeiten die körperliche Nähe nicht aus.

Ich bin der Meinung, die Eltern haben für die Bedürfnisse
ihrer Kinder da zu sein, nicht umgekehrt.

Richtig.

Gerade in der
Anfangszeit und gerade für die grundlegenden Bedürfnisse.

Einverstanden.

Anscheinend haben wir unterschiedliche Ansichten, was diese „grundlegenden Bedürfnisse“ angeht.

Meine verstaubte, antiquierte Meinung. Ich finde es nicht OK,
sein Baby der Oma in die Hand zu drücken und es in der Mensa
zu stillen.

Was soll denn daran verwerflich sein? Das verstehe ich nicht. Was soll daran falsch sein, das Kind der liebevollen Oma zu überlassen, die ja auch schon reichlich Erfahrung im Umgang mit Kindern hat und sehr viel Liebe dem Kind gegenüber mitbringt?

Oder samt Kinderwagen in der Kneipe stehen zu
haben.

Mit der Kneipe habe ich ein Problem, was gesundheitliche Gründe angeht. Ich meine, einmal, ok. Aber nicht regelmäßig, weil Rauch auf Dauer dem Körper schadet (–> Krebs), sich die Kinder in der Kneipe nicht kindgerecht verhalten können etc.

Wie die Eltern sich die Erziehung aufteilen ist
ihre persönliche Sache. Nur halte ich es eben für notwendig,
dass zumindest einer fürs Kind auch da ist.

Diese zwei Sätze stehen im Widerspruch zueinander. Entweder ist das eine persönliche Sache oder du unterstellst den arbeitenden Eltern, dass sie nicht genug für ihr Kind tun. Es mag für deine Familie zutreffen, dass ihr für euch keine Möglichkeit seht, dem Kind genug zu geben, wenn ihr beide arbeitet. Es muss auf andere Familien aber nicht zutreffen. Und Vorwürfe an arbeitende Eltern finde ich absolut unangemessen. Euer Lebensmodell (das ein Elternteil zu Hause bleibt) muss nicht das für alle richtige sein.

Gruß,
Anja

Hallo woknap,

Ich mache dir deinen LEbensplan nicht streitig,
aber bitte: tu’s auch nicht umgekehrt, in dem du
indirekt die Wahl derer abwertest, die sich eben
anders entschieden haben / entscheiden mussten.

Ich finde es für Kinder nicht optimal, wenn sie in einer 1:1-
Betreuung über 3 Jahre aufwachsen. Nur Kinder starren einander
an und spielen auf gleicher Ebene miteinander. Einmal
Krabbelgruppe in der Woche ist zu wenig.

Damit disqualifizierst du andere Lebensentwürfe.
Nur weil ich zugunsten der Kinder auf
Berufstätigkeit außer Haus verzichtet habe, sind meine
Kinder nicht sozial beeinträchtigt aufgewachsen.

Grüße
Elke

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Hallo Manuel,

Das schlechte Gewissen redet ihr euch doch selber ein! Keiner
der den Standpunkt vertritt das es fuer die kinder besser is
wenn ein elternteil daheim is verlangt das von ALLEN!

Nein?

Vieleicht versteh ich es ja falsch - aber zum „Muttersein“ finde ich :- gehoert nicht das Kind dann wieder abzuschieben

Das waren nicht deine Worte?

Wenn du schon meine "alten"posts runterholst dann liess auch gefaelligst weiter - weiter unten hab ich eingesehen das „abschieben“ der falsche ausdruck is und mich dafuer entschuldigt - aber sowas ueberliest man dann halt leicht wenn man es einfach haben will!

Und - sollte mein frau arbeiten wollen - dann wuerde ich
ruckzug meinen job kuendigen und die kinder betreuen - ich
pers finde es total geil mich um die kinder zu kuemmern - ich
geniesse jede freie minute mit meine kindern (und die
hoffentlich auch mit mir :wink:) und ich finde es gut wenn ich
sehe das meine kinder von mir (ode eben jetzt hier von meiner
frau) was lernen koennen.

Schön.

das kannste wohl glauben!

was mich ja ueberrascht is das du deine zukuenftige beziehung
davon abhaengig machts ob dein mann/freund auf deine wuensche
eingeht!

Ist es zu viel verlangt, dass ich mich nicht auf die
Mutterrolle reduzieren lassen will? Ist es zu viel verlangt,
dass man mir den Freiraum lässt, der Tätigkeit nachzugehen,
die mir Spaß macht und auf die ich lange hingearbeitet habe?
Wie gesagt, ich fordere von meinem zukünftigen Partner nicht,
dass er unbedingt zu Hause bleiben oder unbedingt arbeiten
soll, ich will ihm nichts vorschreiben. Aber ich will auch mir
nichts vorschreiben lassen.

wieso reden eigentlich „manche“ frauen immer vom reduzieren??? es ist eine verantwortungsvolle keine allzuleichte und ausfuellende aufgabe kinder zu erziehen! das meines erachtens in diesem unserem lande zuwenig gewuerdigt wird! auch von der politik!

Wäre ich der Meinung, ein Kind müsse von den Eltern zu Hause
betreut werden, dann müsste ich auch mit der Konsequenz leben,
dass ich evtl. diejenige sein werde, die zu Hause bleibt.
Warum soll das nicht für meinen Partner gelten?

Im Endeffekt hast du natürlich insofern Recht, als dass man
eine Beziehung nicht einfach aufgibt, nur weil man
verschiedene Ansichten in einem Punkt hat. Es hängt vieles
auch von den Umständen ab: Werde ich einen Job haben, der mir
Spaß macht? Wer von uns beiden verdient mehr? Ist der Job
sicher, auch wenn ich ein Jahr aussetze? Wird das Kind gesund?
Gibt es überhaupt die Möglichkeit einer qualifizierten
Fremdbetreuung? Wie sieht es mit den Finanzen insgesamt aus?
Und, und, und. Es gibt sehr viele Faktoren, die man nicht
vorhersagen kann. Das ist aber imho kein Hindernis dafür, sich
schon vorher Gedanken zu machen, wie man das sieht.
Letztendlich wird man seine Vorstellungen sowieso den
aktuellen Gegebenheiten anpassen müssen.

jetzt wirds schoen langsam! :wink:

gruss manuel"!

Gruß,
Anja

mit der umgekehrten Situation (mind. ein Elternteil zu Hause)
gibt es auch genügend negative Beispiele. Entscheidend ist, ob
der jeweilige Lebensstil zu der jeweiligen Familie passt. Ein
Elternteil, der zu Hause bleibt, ist noch lange kein Garant
dafür, dass das Kind eine glückliche Kindheit verbringt.

Wenn ein Kind dann glücklich ist, wenn die Eltern nicht da sind, läuft IMHO irgendwas nicht ganz richtig.

Komisch, so viele Frauen argumentieren damit, wie wichtig die
(körperliche) Nähe zwischen Mutter (verm. auch Vater) und Kind
ist, gerade beim Stillen, was auch durch Psychologen belegt
ist. Sie binden sich die Kinder mit Tragtüchern um usw. Wie
kommen die darauf? Spinner sag ich dir…:wink:

„So viele Frauen“ - ich gehöre aber nicht dazu. Was nun?

Du bist der Ansicht, ein Baby braucht die körperliche Nähe der Mutter/des Vaters nicht?

Abgesehen davon schließt das Arbeiten die körperliche Nähe
nicht aus.

Ja, in Afrika binden sich Mütter ihre Kinder auf den Rücken/Bauch. Will ich sehen, wie du das als Vollzeit-Biologin machen willst.

Anscheinend haben wir unterschiedliche Ansichten, was diese
„grundlegenden Bedürfnisse“ angeht.

Sehe ich auch so. Wir haben auch unterschiedliche Ansichten, warum Eltern überhaupt ein Kind haben, wenn sie sich eh nicht darum kümmern wollen.

Meine verstaubte, antiquierte Meinung. Ich finde es nicht OK,
sein Baby der Oma in die Hand zu drücken und es in der Mensa
zu stillen.

Was soll denn daran verwerflich sein? Das verstehe ich nicht.
Was soll daran falsch sein, das Kind der liebevollen Oma zu
überlassen, die ja auch schon reichlich Erfahrung im Umgang
mit Kindern hat und sehr viel Liebe dem Kind gegenüber
mitbringt?

Sollte dann nicht lieber Oma noch ein Kind bekommen?
Warum willst du/ihr überhaupt ein Kind, wenn keiner gewillt ist, sich darum zu kümmern, wenn Omi liebevoller ist als Mutti?
Sollen jetzt alle Mütter ihre Kinder bei erfahrenen Betreuern abgeben? Was erwartest du eigentlich vom Muttersein, wenn du nicht für dein Baby da bist? Ich rede hier nicht von größeren Kindern, aber die ersten beiden Jahre sind nun mal sehr wichtig.

Wie die Eltern sich die Erziehung aufteilen ist
ihre persönliche Sache. Nur halte ich es eben für notwendig,
dass zumindest einer fürs Kind auch da ist.

Diese zwei Sätze stehen im Widerspruch zueinander.

Unsinn, du hast sie nicht verstanden.

Entweder
ist das eine persönliche Sache oder du unterstellst den
arbeitenden Eltern, dass sie nicht genug für ihr Kind tun. Es
mag für deine Familie zutreffen, dass ihr für euch keine
Möglichkeit seht, dem Kind genug zu geben, wenn ihr beide
arbeitet. Es muss auf andere Familien aber nicht zutreffen.

Wie willst du die 10 Stunden, die du auf Arbeit bist aufholen?
Gerade tagsüber.

Und Vorwürfe an arbeitende Eltern finde ich absolut
unangemessen. Euer Lebensmodell (das ein Elternteil zu Hause
bleibt) muss nicht das für alle richtige sein.

Ich habe nicht behauptet, dass unser Lebensmodell das einzig richtige ist. Ich stelle es nur in Frage, ob ein Paar, dass nicht gewillt ist, sich um ihr eigenes Kind zu kümmern unbedingt eines in die Welt setzen muss. Sie wollen eines, wollen sich aber nicht bzw. nur in der Freizeit darum kümmern…Sorry, ich verstehe es nicht. Kann man nicht für wenigstens die ersten beiden Jahre den persönlichen Egoismus hinten anstellen? Als Vater weiss ich, dass gerade in den ersten beiden Jahre unglaublich viel passiert, und ich weiss auch wie schlimm es ist, auch nur einen dieser Momente zu verpassen. Ihr raubt euch selbst mit eurer „Emanzipation vor den eigenen Kindern“ die schönsten Erfahrungen des Elternseins. Und nebenbei nehmt ihr es in Kauf, dass euer eigenes Kind größtenteils von anderen Aufgezogen wird.

mfg
Jolly

Ist es zu viel verlangt, dass ich mich nicht auf die
Mutterrolle reduzieren lassen will?

Du hast ein grundsätzliches Problem mit dem Muttersein.
Es ist keine Reduzierung sondern eine „Beförderung“. Mütter sind etwas ganz besonderes, ich habe extremen Respekt vor den meisten Müttern. Und wenn du hier den Eindruck erweckst, Mütter sind dumme, unintelligente, unselbständige Hausfrauen geht mir ehrlich gesagt der Hut hoch. Du sprichst ihnen ihren Lebensweg ab, verlangst aber, dass man deinen doch gefälligst akzeptiert.

Mir scheint auch, du glaubst, wenn man zuhause bleibt, dann 18 Jahre lang. Nein, du musst als Mutter nicht 18 Jahre zuhause sitzen mit Lockenwicklern im Haar.
Die ersten zwei Jahre sind IMHO eben besonders wichtig. Wenn ich aber lese, dass sich manche ihre geliebten Babys in die Uni zum Stillen bringen lassen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Ansonsten sehe ich auch kein Problem, wenn sich Papa um das Baby kümmert. Da Frauen die Kinder auf die Welt bringen, liegt nun mal leider fast automatisch diese Rollenverteilung nahe. Sie muss natürlich nicht so sein. Dass sie trotzdem oft so getroffen wird, müsst ihr den jeweiligen Paaren überlassen.

mfg
Jolly

Hallo! (

Hallo Jolly,

Darf ich fragen, warum ihr ein Kind wollt, wenn keiner sich
darum kümmern will?

darf ich dich fragen, warum du ein Kind wolltest, wenn sich anscheinend nur deine Frau drum kümmert? Du hast ja keine Zeit, du bist ja 10 Stunden am Tag in der Arbeit oder?

Gruß
Michaela

PS: Sorry, wenn ich mich einmische, aber solche Unterstellungen find ich einfach zu krass!

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Servus,

ich hab mit mal deine post durchgelesen - und was ich mir gestern auch schon gedacht habe - kann es sein das wir hier in bayern das ganz etwas anders sehen?

also - auch in meinem bekannten kreis is auch mind. einer beim kind daheim! mal mann mal frau

gruss manuel!

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Noch einmal: Leben und leben lassen!
Hei,

Aber drum kümmern will man sich nicht…?

Es stellt sich mir die Frage, ob „sich kümmern“ eine messbare Größe ist. Wenn ja, wie misst man dies deiner Meinung nach? Es gibt mehrere Möglichkeiten:
a) Quantität
b) Qualität
c) …(Fällt dir noch was ein?)
Du vertrittst die Ansicht, „sich kümmern“ bestünde aus Zeit, aus endlos viel Zeit. Dass ist deine Einschätzung der Dinge. Andere meinen, nicht die Zeit sei entscheidend, sondern die Qualität. Um eine gewisse Qualität des „sich kümmerns“ zu erreichen, bedarf es nicht 24h am Tag, sondern vielleicht „nur“ fünf, die aber umso intensiver genutzt werden. Alle wollen aber, dass am Ende ein „guter Mensch“ rauskommt. Keiner der Wege ist empirisch oder sonst wie wissenschaftlich be- oder widerlegt. Auf dieser Welt existieren beide Formen des „sich kümmerns“ sehr gut nebeneinander und keiner der beiden Vertreter hat unbedingt wahnsinnig gute oder schlechte Menschen hervorgebracht. Das ist das einzige, um was es mir geht.

Oh, ja und dazu ist natürlich der Kindergarten unbedingt
nötig, in dem sich eine Betreuerin um 25-35 Kinder kümmert.

Nein, es ist nicht unbedingt ein Kindergarten für eine optimale Entwicklung des Kindes nötig, aber er schadet auch nicht! Eine Betreuerin kümmert sich nicht um bis zu 35 Kinder, sondern um bis zu 25. Ihr steht eine weitere pädagogische Kraft zur Verfügung. Das ist zugegeben sehr viel. Es wird aber nicht geändert, wenn man nichts dafür tut.
In der Kinderkrippe ist in Bayern ein Betreuungsschlüssel von 1:6 vorgeschrieben.

Dir ist klar, dass du hier pauschalisierst? Du stellst
indirekt Kinder, die nicht im Kindergarten waren oder
anderweitig betreut werden als unsozial hin, weil eine
Mutter/ein Vater können ja anscheinend ihr Kind nicht fördern
und sozialisieren.

Ja, das ist mir klar. Nicht jedes Kind, das keinen Kindergarten von innen gesehen hat, wird ein Mutterkindchen, und nicht jedes Kind, das fremdbetreut wurde, hat einen psychischen Schaden!

Ich weiss ja nicht, woher du deine Wissen(?) hast,

Ich beziehe mein Wissen (!) über die bayerische Betreuungskatastrophe aus folgenden Quellen:

  1. Ich studiere Soziologie an der Uni Erlangen und habe eine Hausarbeit zum Thema „Familienpolitik in Frankreich und Deutschland im Vergleich“ geschrieben. Das macht mich nicht allwissend, öffnet mir aber den Blick auf bestimmte Zahlen, die nun einmal im Raum stehen.
  2. Der Radiosender Antenne Bayern hat eine Initiative gestartet, bei der es darum geht, massiv Betreuungsplätze für groß und klein zu schaffen. Finde ich klasse. Und wird nicht grundlos sein. (Erhält sogar Unterstützung von Länderseite)
  3. Ich habe zwei Jahre gegenüber einem Kindergarten gewohnt, der morgens um 9 öffnete, um 12 Uhr schloss, um 14 Uhr wieder öffnete und um 17 Uhr wieder schloss. Auch das heißt nicht, dass das bei allen Kindergärten so ist, aber wir befinden uns hier in einer recht jungen, modernen Stadt, in der die Nachfrage nach Plätzen massiv ist.
  4. Eine Kommilitonin von mir brachte ihr 5-jähriges Kind vergangenes Semester jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr mit in die Vorlesung, weil es um diese Zeit keine Betreuungsmöglichkeit mehr gibt. Zum Glück wissen unsere Dozenten darüber Bescheid, beziehen die Kids mit ein und stören sich nicht an Zwischenrufen.
  5. Eine Freundin von mir, gelernte Erzieherin, arbeitet in einer Kindertagesstätte in München. Dort kommen Eltern über ein Jahr, bevor sie ihre Kinder überhaupt planen betreuen zu lassen, um sich für diese begehrten Ganztagsplätze anzumelden.

Ist übrigens erstaunlich, wieviele Papis da so ihre Kinder
abholen. Da würde echt ein ganzes Schafkopfturnier
zusammengehen.

Ist das schlimm, wenn die Papis ihre Kinder holen? Es holt der sie, der eher zu Hause ist. Ist doch egal, ob das Mama oder Papa ist. So ein Schmarrn.

Ich weiss es nicht, frag doch mal nen Psychologen oder einen
Kinderarzt, warum ein fünf Monate altes Kind angeblich Eltern
braucht.

Es streitet doch überhaupt niemand ab, dass ein Säugling, ein Kleinkind, ja selbst ein Schulkind und ein Jugendlicher seine Eltern braucht! Wo wird das denn zu irgendeinem Zeitpunkt in dieser Diskussion abgestritten?
Du siehst es so, dass ein Kind für eine optimale Entwicklung die Mutter (oder den Vater) den ganzen Tag braucht. Ich sehe es so, dass ein Kind für eine optimale Entwicklung intensiv genutzte Zeit und eine zufriedene Mutter braucht. Wenn eine Mutter zufrieden damit ist, dass sie sich voll und ganz den ganzen Tag um ihr Kind kümmert, dann ist das doch schön! Aber nicht jeder ist damit zufrieden, tut etwas anderes zusätzlich. Und das ist doch auch schön. Ich verstehe ehrlich nicht, wo hier das Problem liegt. Nur weil du glaubst, dass Kinder bis zu einem bestimmten Alter ganztags von einem Elternteil erzogen werden müssen, heißt das doch noch lange nicht, dass das die absolute Wahrheit ist.

Darf ich fragen, warum ihr ein Kind wollt, wenn keiner sich
darum kümmern will?

Also, ich möchte dir kurz aus meinem Leben erzählen, auch auf die Gefahr hin, dass es dich nicht interessiert:
Ich habe meine ersten sieben Lebensjahre in einem Land verbracht, dass es heute nicht mehr gibt (und das ist auch gut so). Meine Eltern haben für heutige Verhältnisse früh geheiratet (knapp über 20) und sogleich ein Kind bekommen. Es war in der DDR nicht so, dass Frauen sofort nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten gehen mussten. Es bestand die Möglichkeit, dass man ein Jahr einen gewissen Betrag (70%, 80%? Ich weiß es nicht genau) des Einkommens bekam und zu Hause blieb. Also in etwa das, was die jetzige Regierung wieder einführen will.
Nach ihrem ersten Kind, meiner Schwester, blieb meine Mutter aber nur ein paar Wochen zu Hause, weil sie einen Beruf hat, der stark nachgefragt wurde. Zwei Jahre später kam ich, und meine Mutter blieb etwas länger daheim, ein paar Monate.
Meine Eltern haben uns immer vorgelebt, wie man Familie und Beruf unter einen Hut bringt. Da sie nun nicht den ganzen Tag mit uns zu Hause waren, wurden bestimmte Rituale eingeführt, die ein inniges Familienleben ermöglichten. Ich habe mich nie in meinem Leben zu wenig beachtet gefühlt, zu wenig geliebt, ich kann meinen Eltern keine Vorwürfe machen, weil es nichts gibt, was ich hätte anders haben wollen.
Meine Oma mütterlicherseits ist eher eine „Hausfrau“ gewesen. Sie blieb nach der Geburt meiner Mutter drei Jahre zu Hause und hat dann bis zu ihrem Schulabschluss halbtags gearbeitet. Sie ist auf Klassenfahrten mitgefahren und konnte meinen Vater nicht leiden, weil dessen Mutter, allein erziehend mit vier Kindern, es nicht so handhabte. Sie hat meine Mutter mit den schlimmsten Vorwürfen bedacht und ihre Tochter niemals loslassen können.
Du siehst, ich kenne durchaus beide Modelle, wenn auch eines nur in ihren Konsequenzen.
Aber weiter in der Geschichte.
Dann kam die Wende. Meine Eltern kommen aus etwas, was sich heute „bildungsferne Schicht“ nennt. Sie haben aber die Gunst der Stunde erkannt und alles menschenmögliche getan, damit wir eine ordentliche Schulausbildung bekommen. Wir besuchten einen Schulhort während der Grundschulzeit. Zu Hause wurde sich von Anbeginn an die Hausarbeit geteilt, und zwar nicht Mutter-Kinder, sondern Mutter-Vater-Kinder. Und das nicht nur am Wochenende, sondern jeden Tag. Das ist noch heute so.
Ein Jahr nach der Wende, in einer politisch und wirtschaftlich sehr schweren Zeit, kam „ausversehen“ mein Bruder. Zwar bestand nach aktuellem Recht die Möglichkeit, einige Zeit zu Hause zu bleiben, aber das konnte man sich gar nicht erlauben, weil der Job weg gewesen wäre. Und so kam es auch, dass meine Mutter, die zwar nur ein halbes Jahr zu Hause blieb, fortan von einer Einrichtung in die nächste geschickt wurde und sie zehn Jahre brauchte, um wieder Fuß zu fassen. Seit 2000 hat sie wieder eine Ganztagsstelle, bei der sie nicht mehr pendeln muss und von heute auf morgen irgendwohin versetzt werden kann.
Sie hat das erreicht, weil sie immer dafür gekämpft hat. Sie hat ein dreijähriges Abendstudium begonnen, nachdem mein Bruder geboren worden war. Mein Vater hat diese Abende mit uns verbracht und wir hatten trotzdem eine wunderschöne Zeit.
Meine Schwester und ich sind beide mit 18 ausgezogen und haben ein wunderbares Verhältnis zu unseren Eltern. Je nach Zeit fahren wir alle zwei bis drei Monate heim und telefonieren fast wöchentlich. Sie kommen uns besuchen und wir können stundenlang reden, diskutieren, uns erinnern.
Mich hat meine Kindheit sehr geprägt, wie das hoffentlich jede Kindheit tut, v.a. im positiven. Meine Eltern haben mir beiden eine Partner- und Elternschaft vorgelebt, die ich für erstrebenswert halte. Ich kann mit Fug und Recht sagen: Ich möchte es genauso machen wie meine Eltern.
Wahrscheinlich hast du eine andere Kindheit gehabt und findest diese als Modell für dich geeignet. Das ist doch auch gut! Aber jeder sollte aus seiner Geschichte, seinen persönlichen Einstellungen und Werten den für sich besten Weg finden. Und dafür bedarf es Unterstützung aller Kräfte einer Gesellschaft für die Kinder. Es geht nicht um den Egoismus der Frau, die wieder arbeiten will, weil sie sich sonst unterfordert fühlt. Es geht auch nicht um den Egoismus der Frau, die nicht wieder arbeiten geht und in der Kindererziehung ihre Erfüllung sieht. Es geht darum, dass beide Modelle je nach Persönlichkeit und persönlicher Situation eine Daseinsberechtigung haben. Ich war früher selbst so verbohrt wie du und habe Hausfrauen-Mütter verurteilt, habe gedacht, das seien alles faule Menschen, die es nicht managen können, Arbeit und Erziehung unter einen Hut zu bringen. Diese Ansicht hat sich geändert, auch durch eine Diskussion in diesem Forum im Frauenbrett. Ich maße mir nicht an zu sagen, das eine oder das andere Modell sei allheilbringend. Und wenn ich eines Tages merke, dass ich ohne mein Kind (welches es noch nicht gibt) nicht den Tag verbringen kann, dann schmeiße ich ohne schlechtes Gewissen meinen Job und bleibe zu Hause. Wenn ich aber der Ansicht bin, dass mein Kind versorgt ist, sich wohl fühlt und eine stundenweise Entfernung nicht zu einer Entfremdung führt, dann werde ich ohne schlechtes Gewissen halb- oder ganztags arbeiten.

Gönn’ es ihnen, bitte.

Ich glaube hier liegt ein regionales Sprachproblem vor. Bei uns heißt „vergönnen“ „es jemandem nicht gönnen“. Also gönne ich es jemandem nicht nicht, sprich: Ich gönne es ihm ;o)

Du sprichst mit deinen Aussagen jeder selbständig denkenden
und arbeitenden Frau die Existenzgrundlage ab.

Aha, Mütter, Väter, Hausfrauen, Hausmänner sind also nicht
selbständig denkend?

Doch, aber du vertrittst hier eine Meinung ohne wenn und aber. Du willst keine Alternativen zu deinem Lebensmodell zulassen und sprichst Paaren, Müttern und Vätern, die es anders machen als du, ab, ihre Kinder zu lieben, sich ausreichend um sie zu kümmern und gute Eltern zu sein.

Ich habe auch nie gesagt, das die Eltern 18 Jahre lang für die
Kinder zuhause bleiben müssen. Aber gerade in den ersten
beiden Jahren passiert soviel. Wer das nicht mitbekommt, hat
das Schönste schon mal verpasst…

Und warum in den ersten beiden Jahren? Was spricht denn dann dagegen, auch drei Jahre zu Hause zu bleiben? Schließlich kann da auch noch viel passieren? Oder bis zur Einschulung. Wenn das Kind die ersten Buchstaben liest, will man doch auch dabei sein. Oder bis zur Mittleren Reife. Da kann man dem Kind helfen, dass es gute schulische Leistungen erbringt. Oder bis zum Abitur. Das könnte nötig werden, denn das Kind braucht einen freien Rücken, wenn es um die Zukunft geht. Oder bis zum Ende des Studiums. Dreckige Wäsche will gewaschen werden. Oder, oder, oder.
Das ist jetzt nicht gegen dich gerichtet. Ich möchte dir nur zeigen, dass auch deine zwei Jahre nicht begründbar sind, zumindest nicht begründbarer als fünf Monate, ein Jahr oder eben 18.

Ja. Manche würden sich das zwar genauer überlegen, aber
grundsätzlich ja.
Gegenfrage: Würde sich die Form Ich-lass-mein-Kind-betreuen
halten, wenn Privilegien wie Kinderbetreuung usw. abgeschafft
würden und Omi bis 75 arbeiten müsste?
Ja, irgendjemand findet sich schon, der die Kinder nimmt.
Kostet dann vielleicht mehr, aber dafür arbeitet man ja.

Ich denke eher nicht, dass sich diese Form halten würde, würde das abgeschafft werden. Zurück in die DDR: Dort gab es kein Ehegattensplitting. Deshalb war es schon aus wirtschaftlicher Sicht notwendig, dass beide irgendwie Geld ranschaffen mussten. Das hat sich bis heue nicht großartig geändert. Spätestens wenn das Elterngeld ausläuft, ist es notwendig, irgendwie an Geld zu kommen. Ich habe durch meinen Bafögantrag das Einkommen meiner Eltern gesehen – sie hätten das, was sie erreicht haben, niemals mit nur einem Einkommen machen können, auch nicht heute und auch nicht mit Ehegattensplitting. Wenn mein Freund und ich heiraten würden, hätte er, auch ohne Kinder, einen hohen dreistelligen Betrag pro Monat mehr auf dem Konto! Dieser Betrag entspricht in etwa dem, was ein Betreuungsplatz im Monat kostet. Das „ungerechte“ ist nur, dass es viel einfacher ist, an das Ehegattensplitting zu kommen als an einen Ganztagsplatz.

Das führt mich zu der Frage, als was du Kinder überhaupt
siehst?

Ich sehe Kinder als Bestandteil und Vervollkommnung meines Lebens. Der Staat sieht Kinder als Grundlage der Bestandserhaltung der Bevölkerung und als potentielles Wirtschaftsgut. Kein Mensch wird ein Kind bekommen, weil der Staat sagt, wir brauchen welche. Wenn der Staat aber sagt, wir brauchen welche, dann muss er alles Menschenmögliche dafür tun, dass die Grundlagen dafür geschaffen sind. Ansonsten drücken immer mehr Frauen ihren Unmut über die Nicht-Anerkennung ihres Lebensplanes mit Kinderlosigkeit aus. Das ist ein Fakt, der sich schon seit vielen Jahren in Deutschland abzeichnet.

Das beste fürs Kind ist es, wenn die Eltern 10 Stunden nicht
zuhause sind? Erklärs mir bitte…

Habe ich oben getan. Ich bin trotz Sozialisierung im DDR-Kindergarten nicht dunkelrot, huldige nicht Marx oder habe die Kindergartentante lieber als meine Mama.
Aber ich kenne meine Kindergärtnerin noch, ich habe sie mal kurz vorm Abi in der Stadt getroffen und sie hat mich sogar noch zuordnen können. Meine Mutter ist selbst Erzieherin und hat zu dem ein oder anderen „Kind“ von früher noch Kontakt.

Ich möchte irgendwann dein Gesicht sehen, wenn dein Kind zu
dir sagt: „Mami, warum bist du und Papi nie da?“. Vermutlich
wird es aber zu Omi/der Betreuerin ein besseres Verhältnis
haben als zu dir…

Siehe oben.

Leben und leben lassen. Soweit sollten wir mittlerweile sein.

Liebe Grüße,
die Lidscha

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Hallo woknap,

Habe ich vergessen: Das mit deiner Studienrichtung…
Wahnsinn!
Dachte der Frauenanteil liegt hier bei 0%. Aber es gibt wohl
doch welche.

Nö, bei uns El-Ings waren es 4 Prozent, bei den Maschinenbauern lag er bei ca. 1 Prozent. Es gibt also noch Bereiche, wo unsereine als Frau noch Entwicklungshilfe leisten könnte.

Und zu den nicht fördernden Müttern habe ich ja schon in meinem ersten Beitrag was geschrieben (letzter Absatz).

Gruß, Karin

Hallo Jolly,

mit der umgekehrten Situation (mind. ein Elternteil zu Hause)
gibt es auch genügend negative Beispiele. Entscheidend ist, ob
der jeweilige Lebensstil zu der jeweiligen Familie passt. Ein
Elternteil, der zu Hause bleibt, ist noch lange kein Garant
dafür, dass das Kind eine glückliche Kindheit verbringt.

Wenn ein Kind dann glücklich ist, wenn die Eltern nicht da
sind, läuft IMHO irgendwas nicht ganz richtig.

Kinder sind also permanent todunglücklich, sobald ihre Eltern aus dem Zimmer rausgehen. :smile:

Komisch, so viele Frauen argumentieren damit, wie wichtig die
(körperliche) Nähe zwischen Mutter (verm. auch Vater) und Kind
ist, gerade beim Stillen, was auch durch Psychologen belegt
ist. Sie binden sich die Kinder mit Tragtüchern um usw. Wie
kommen die darauf? Spinner sag ich dir…:wink:

„So viele Frauen“ - ich gehöre aber nicht dazu. Was nun?

Du bist der Ansicht, ein Baby braucht die körperliche Nähe der
Mutter/des Vaters nicht?

Du wolltest meine Argumentation mit den Worten „So viele Frauen argumentieren damit,…“ widerlegen und ich sage dir, dass ich nicht der Meinung bin, dass ein Kind rund um die Uhr die Nähe der Eltern benötigt. Ja, vermutlich würde ich in der Anfangszeit (maximal ein Jahr könnte ich mir vorstellen) zu Hause mit dem Kind bleiben, ganz einfach, weil es gestillt werden muss und das auf Arbeit nicht geht. Aber ich finde dennoch nicht, dass ein Baby 24 h lang die Nähe der Eltern benötigt.

Abgesehen davon schließt das Arbeiten die körperliche Nähe
nicht aus.

Ja, in Afrika binden sich Mütter ihre Kinder auf den
Rücken/Bauch. Will ich sehen, wie du das als Vollzeit-Biologin
machen willst.

Ach so, ich verstehe, Nähe kann es nur während der Zeit geben, während der die berufstätige Bevölkerung arbeitet.

Anscheinend haben wir unterschiedliche Ansichten, was diese
„grundlegenden Bedürfnisse“ angeht.

Sehe ich auch so. Wir haben auch unterschiedliche Ansichten,
warum Eltern überhaupt ein Kind haben, wenn sie sich eh nicht
darum kümmern wollen.

Hör doch mal auf, arbeitenden Eltern mangelnde Liebe zu ihren Kindern zu unterstellen! Arbeitende Eltern können sich sehr wohl vollwertig um ihre Kinder kümmern! Wie gesagt, ich konnte mit 3 Jahren schon lesen, weil mein Vater die zwei Jahre davor täglich mit mir gespielt und mir mit zwei im Spiel schon die Buchstaben beigebracht hat. So etwas erfordert mit Sicherheit viel Zeit, Liebe und Ausdauer und die hatte er, obwohl er Vollzeit tätig war. Als Nicht-Kümmern kann man das schon gar nicht bezeichnen.

Was soll denn daran verwerflich sein? Das verstehe ich nicht.
Was soll daran falsch sein, das Kind der liebevollen Oma zu
überlassen, die ja auch schon reichlich Erfahrung im Umgang
mit Kindern hat und sehr viel Liebe dem Kind gegenüber
mitbringt?

Sollte dann nicht lieber Oma noch ein Kind bekommen?
Warum willst du/ihr überhaupt ein Kind, wenn keiner gewillt
ist, sich darum zu kümmern, wenn Omi liebevoller ist als
Mutti?

  1. Die Eltern verbringen morgens, abends, am Wochenende, im Urlaub bei Krankheit etc. die Zeit mit ihrem Kind und treffen alle grundlegenden Entscheidungen. Oben habe ich dir schon an meinem eigenen Beispiel angeführt, dass Berufstätigkeit liebevolles Kümmern um die Kinder keinesfalls ausschließt.

  2. Wieso liebvollER? Genauso liebevoll. Oder liebt deine Mutter deine Kinder weniger als ihr selbst? Wenn ja, dann trifft das aber nicht auf alle Familien zu, bei uns ist der Familienzusammenhalt großgeschrieben. Und wenn du schon oben von anderen Kulturen gesprochen hast (Afrika und so), dann hast du sicher auch schon von solchen gehört, in denen sich gerade die Älteren tagsüber um die Kinder kümmern.

Sollen jetzt alle Mütter ihre Kinder bei erfahrenen Betreuern
abgeben?

Nö, nur die, die es wollen.

Was erwartest du eigentlich vom Muttersein, wenn du
nicht für dein Baby da bist?

Ich BIN doch für mein Baby da! Nur halt nicht 24/7, aber ich halte das auch nicht für notwendig.

Ich rede hier nicht von größeren
Kindern, aber die ersten beiden Jahre sind nun mal sehr
wichtig.

Ach so, und ab 2 Jahren benötigen die Kinder plötzlich nicht mehr die 24/7-Nähe der Eltern? Interessant.

Wie die Eltern sich die Erziehung aufteilen ist
ihre persönliche Sache. Nur halte ich es eben für notwendig,
dass zumindest einer fürs Kind auch da ist.

Diese zwei Sätze stehen im Widerspruch zueinander.

Unsinn, du hast sie nicht verstanden.

Dann hast du sie schlecht erklärt.

Entweder
ist das eine persönliche Sache oder du unterstellst den
arbeitenden Eltern, dass sie nicht genug für ihr Kind tun. Es
mag für deine Familie zutreffen, dass ihr für euch keine
Möglichkeit seht, dem Kind genug zu geben, wenn ihr beide
arbeitet. Es muss auf andere Familien aber nicht zutreffen.

Wie willst du die 10 Stunden, die du auf Arbeit bist aufholen?
Gerade tagsüber.

Siehe mein Beispiel oben. Es geht. Wenn man es denn nur will und nicht völlig fertig von einer Arbeit nach Hause kommt, die einen nur ankotzt und stresst sowie seine Kinder sehr liebt und gewillt ist, sich bestmöglich um sie zu kümmern. Entscheidend ist imho die Qualität der Beziehung und nicht die Quantität (schau dir die vielen Jugendlichen aus den Problembezirken an, deren Eltern meist auch zu Hause sind, weil arbeitslos).

Und Vorwürfe an arbeitende Eltern finde ich absolut
unangemessen. Euer Lebensmodell (das ein Elternteil zu Hause
bleibt) muss nicht das für alle richtige sein.

Ich habe nicht behauptet, dass unser Lebensmodell das einzig
richtige ist.

DOCH. Indem du andere Modelle (beide Eltern Vollzeit) nicht akzeptierst/herunterstufst/den Eltern Lieblosigkeit vorwirfst, stellst du euer Modell als das einzig richtige heraus!

Ich stelle es nur in Frage, ob ein Paar, dass
nicht gewillt ist, sich um ihr eigenes Kind zu kümmern

Berufstätigkeit ist nicht gleich „Nicht kümmern“.
Ebenso verwahrlosen auch Kinder von Eltern, die zu Hause sind.

unbedingt eines in die Welt setzen muss. Sie wollen eines,
wollen sich aber nicht bzw. nur in der Freizeit darum
kümmern…

Was heißt bitte Freizeit? Nachts, wenn das Kind schreit, ist sicher auch Freizeit… aber die Eltern haben sich für das Kind entschieden, mit allen Abstrichen, die sie dafür machen müssen (z.B. durchwachte Nächte). Wenn ich von gewollten Kindern ausgehe, dann muss ich sagen: würden sich die Eltern keine Kinder wünschen, wäre es auch einfacher, gar nicht erst welche zu kriegen.

Sorry, ich verstehe es nicht. Kann man nicht für
wenigstens die ersten beiden Jahre den persönlichen Egoismus
hinten anstellen?

Das hat rein gar nichts mit Egoismus zu tun. Eine unzufriedene, unausgeglichene, gelangweilte Mutter (bzw. umgekehrt ebenso der Vater) ist für die Entwicklung des Kindes ganz sicher nicht förderlicher als eine ausgeglichene, fröhliche, liebevolle Mutter.

Als Vater weiss ich, dass gerade in den
ersten beiden Jahre unglaublich viel passiert, und ich weiss
auch wie schlimm es ist, auch nur einen dieser Momente zu
verpassen. Ihr raubt euch selbst mit eurer „Emanzipation vor
den eigenen Kindern“ die schönsten Erfahrungen des
Elternseins.

Du scheinst das alles ja auch als arbeitender Vater mitbekommen zu haben. :smile:

Und nebenbei nehmt ihr es in Kauf, dass euer
eigenes Kind größtenteils von anderen Aufgezogen wird.

Nö, es wird in der von den Eltern vorgegebenen Richtung von anderen gefördert, nicht erzogen.

Gruß,
Anja

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Hi,

Respekt und *!

Ich weiss ja nicht, woher du deine Wissen(?) hast,

Ich beziehe mein Wissen (!) über die bayerische
Betreuungskatastrophe aus folgenden Quellen:

Hier möchte ich noch ergänzen, dass ich die Suche nach einem KiGa-Platz bei der Familie meines Bruders mitbekommen habe (BaWü). Als sie (er, seine Frau, seine kleine Tochter) aus Berlin hergezogen sind, haben sie dringend einen neuen KiGa-Platz gebraucht, damit seine Frau sofort wieder arbeiten kann. Nun ja, einen KiGa-Platz, bei der Mama mittags das Kind fürs Mittagessen abholen muss, stand tatsächlich zur Verfügung, auf einen Ganztagsplatz mussten sie ca. 1,5-2 Jahre lang warten. Nachdem sie einen bekommen haben, hatte meine Schwägerin aber bereits riesige Probleme, einen Job zu finden. Sie hat jetzt (das Kind ist mittlerweile 5 Jahre alt!) einen Praktikumsplatz gefunden, der sich finanziell eigentlich gar nicht rentiert (nach Steuerabzug und Monatsticketkauf) und zu dem sie in eine Richtung 1,5 h braucht, wobei der Zug wiederum nur alle 2 h fährt. Das ist aber im Moment ihre einzige Chance, Anschluss ans Arbeitsleben zu finden. Sie hätte gerne noch ein Kind, aber vermutlich wird sie keins mehr haben, denn sie ist jetzt 30 und wenn sie jetzt tatsächlich einen vernünftigen Job finden sollte, würde sie ihn mit der Geburt des nächsten Kindes mit ziemlicher Sicherheit wieder loswerden. Findet sie jetzt auf die Schnelle keinen Job, kann sie sich erst recht kein weiteres Kind leisten. Die sehr lange Babypause hat auch zur Folge, dass ihr jetziger Arbeitstag wegen der Fahrtdauer und der Arbeitsbelastung (sie macht absolut alles, nur, um später fest übernommen zu werden) so lang ist, dass sie an manchen Tagen tatsächlich das Kind gar nicht mehr zu Gesicht bekommt, in den KiGa bringt’s mein Bruder und holt es dort abends auch wieder ab. Von einer Teilzeitstelle, die sie vielleicht gern gehabt hätte, kann sowieso keine Rede sein.

Insofern finde ich die Betreuungslage hier „im Westen“ katastrophal. Auf dem Papier mag die Betreuung flächendeckend sein, in der Realität drängt sie den Familien die traditionelle Lebensweise geradezu auf und trägt enorm zum Geburtenrückgang bei. In Berlin z.B. war das anders, dort konnte meine Schwägerin arbeiten, während das Kind tagsüber im KiGa war und es war nicht so schwer, einen KiGa-Platz zu bekommen.

Ansonsten möchte ich mich ausdrücklich der Ansicht zur Qualität als entscheidendem Faktor in der Kindererziehung anschließen. Die Quantität allein macht’s imho nicht.

Liebe Grüße,
Anja

Hallo Elke:

Ich mache dir deinen LEbensplan nicht streitig,
aber bitte: tu’s auch nicht umgekehrt, in dem du
indirekt die Wahl derer abwertest, die sich eben
anders entschieden haben / entscheiden mussten.

Damit disqualifizierst du andere Lebensentwürfe.
Nur weil ich zugunsten der Kinder auf
Berufstätigkeit außer Haus verzichtet habe, sind meine
Kinder nicht sozial beeinträchtigt aufgewachsen.

Du hast völlig Recht!

Mein Geschriebenes richtete ich vorwiegend auf:
Zitat:
„Vieleicht versteh ich es ja falsch - aber zum „Muttersein“ finde ich - gehoert nicht das Kind dann wieder abzuschieben.“ etc. aus.

Ich wollte mit meinem Statement nicht die nächste Mutter kränken.

Bitte verzeih!

Hi Woknap,

ich glaubs dir :smile:
Ich lese nur hier und im Frauenbrett die Aussagen
und aus dem Versuch heraus, Positionen zu erklären,
geht es schon öfter mal in die Richtung, dass
daheimbleibenden Müttern Glucken-Sein vorgeworfen wird.

Grüße
Elke

Hallo Jolly,

Ist es zu viel verlangt, dass ich mich nicht auf die
Mutterrolle reduzieren lassen will?

Du hast ein grundsätzliches Problem mit dem Muttersein.
Es ist keine Reduzierung sondern eine „Beförderung“.

nee, es ist eine Bereicherung, wenn die Mutterrolle DAZUKOMMT. Wenn hier aber ein Elternteil (meist der Mutter) vor die Entweder-Oder-Entscheidung gestellt wird, dann wird diese Person auf EINE Rolle reduziert. Das hat nichts mit Ab- oder Aufwertung der Rolle an sich zu tun. Ich könnte ebenso sagen: Wenn man einem Elternteil (vorzugsweise dem Vater) vorschreibt, er müsse zur Arbeit gehen und dürfe nichts zur Erziehung des Kindes beitragen, weil das Frauensache sei, dann wird er ebenfalls auf nur eine Rolle reduziert, nämlich die des Versorgers/Berufstätigen. Durch den Begriff „Reduzierung“ nehme ich keine Wertung des Inhaltes der Rolle ein. Fakt ist aber, dass von EINE Rolle weniger ist als ZWEI, ergo: Reduzierung (Minus-Rechnung, wie man das in der Grundschule manchmal sagt).

Mütter
sind etwas ganz besonderes, ich habe extremen Respekt vor den
meisten Müttern. Und wenn du hier den Eindruck erweckst,
Mütter sind dumme, unintelligente, unselbständige Hausfrauen
geht mir ehrlich gesagt der Hut hoch.

Wo habe ich so etwas gesagt?

Du sprichst ihnen ihren
Lebensweg ab, verlangst aber, dass man deinen doch gefälligst
akzeptiert.

Wo habe ich irgendjemandem seinen Lebensweg abgesprochen?

Im Gegenteil, ich habe stets betont, dass es kein „Allheilmittel“ gibt, keine Lebensgestaltung, die für jede Familie richtig wäre. Weder ist es für jede Familie richtig, dass ein Elternteil zu Hause bleibt, noch ist es für jede Familie richtig, dass beide Vollzeit arbeiten. Ich halte es für absurd, einem dieser Lebensmodelle (egal welchem) seine Berechtigung abzusprechen und die entsprechenden Eltern für Rabeneltern zu erklären und mit Vorwürfen zu überhäufen.

Mir scheint auch, du glaubst, wenn man zuhause bleibt, dann 18
Jahre lang. Nein, du musst als Mutter nicht 18 Jahre zuhause
sitzen mit Lockenwicklern im Haar.

Leider sieht die Realität aber so aus, dass man nach ein paar Jährchen Pause nur sehr schwer wieder ins Berufsleben hineinkommt. Wie schon woanders geschrieben, sehe ich das bestens am Beispiel meiner Schwägerin.

Die ersten zwei Jahre sind IMHO eben besonders wichtig.

Ach so, und die nächsten 16 nicht? Die Pubertät ist z.B. auch eine sehr wichtige Entwicklungsphase, die Einschulung, der Übergang auf die weiterführende Schule, und zwischendurch gibt es auch immer wieder sensible Phasen… Wenn man deiner Logik folgt, müsste ein Elternteil wirklich für 18 Jahre zu Hause bleiben. Denn die zwei Jahre scheinen mir aus der Luft gegriffen zu sein. Warum nicht 1 Monat oder 5 Jahre?

Wenn
ich aber lese, dass sich manche ihre geliebten Babys in die
Uni zum Stillen bringen lassen, kann ich nur mit dem Kopf
schütteln.

Es mag nicht zu deinem Lebensentwurf passen. Das bedeutet jedoch nicht, dass du das Recht hast, dieser Person Vorwürfe zu machen und sie als Rabenmutter anzusehen. Wie ich schon geschrieben habe, ist aus dem betroffenen Kind ein in allen Facetten erfolgreicher junger Mann geworden, was nicht allen Familien gelingt - weder allen, bei denen beide Eltern arbeiten, noch allen, bei denen jemand zu Hause bleibt. Auf die Qualität kommt es an, darauf, dass das Kind bestmöglich gefördert wird, dass seine Probleme von den Eltern ernstgenommen werden, dass sie dem Kind Liebe schenken, mit ihm spielen etc. Aber das hat nichts damit zu tun, ob die Eltern arbeiten oder nicht. Jessicas Eltern waren auch den ganzen Tag zu Hause, gebracht hat es nur Negatives. Du siehst, ein Patentrezept gibt es nicht.

Gruß,
Anja

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