Euro-amerikanische Kreuzzüge

Aber wahrscheinlich willst Du
die Leute lieber in Badehose mit Anglerkappe losschicken?

ich würde sie überhaupt nicht losschicken. immer diese sprüche, dass man mit nichts-tun alles nur noch schlimmer macht. wunderbare sätze, um kriege zu rechtfertigen. seit wann schaffen soldaten denn frieden??? man sagt einfach, der feind könnte zum nächsten hitler mutieren und schon stimmen alle zu.

Bitte bitte, wisch Dir den Schaum vom Mund und bleibe bei den Fakten. „Der Feind“ wie Du das so schön nennst war schon da. Er war in Amerika und hat das WTC zerlegt, er war in London und hat die U-Bahn attackiert, er war in Spanien und hat die Vorortzüge in die Luft gejagt. Er war auch schon in Deutschland, nur Deutschland hat Glück gehabt. Und wenn Du mir eine Möglichkeit nennst, mit diesen Burschen fertig zu werden ohne ihre Infrastruktur zu zerstörenm sprich auf friedlichem Wege wirklich ein Ergebnis zu erreichen, dann lasse ich Dich hochleben und erkläre Dich für genial. Aber es muss wirklich ein gangbarer Weg sein. Niemanf hat gesagt, dass Osama bin Laden zum nächsten Hitler mutieren würde. Mir reicht er schon als Osama.
Also ich erwarte Deine KONKRETEN Handlungsvorschläge.

Gruß
Peter B.

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Wie gesagt, erst den Schaum vom Mund wischen. Dann denken, dann reden. Deine ständigen Polemikfeldzüge zeigen nämlich im Grunde nur an, dass Du keine Idee hast, wie man das Problem lösen könnte.
Peinlicher noch wenn ein Deutscher sich darüber beschwert, dass seine Freiheit mit dem Blut anderer verteidigt wird. Das deutsche „Engagement“ in Afghanistan ist auf sogenannte sichere Gebiete begrenzt. Bluten tun die anderen.
Was Deutschland angeht, kamen die Bombendrohungen erst nach dem Afghanistaneinsatz, richtig. Und was Amerika angeht, so sollen doch die „bösen“ Amis sehen wie sie fertig werden. Die waren ja sowieso schon so blöde uns während des kalten Krieges ein paar Jahrzehnte auf ihre Kosten verteidigungstechnisch über Wasser zu halten. Keine gute Tat gegenüber Deutschland soll ungesühnt bleiben, richtig?
Ansosnten, es ist sehr lange her, dass ich dort war, vielleicht warst Du ja in letzter Zeit im Patschutengebiet oder im nördlichen Pakistan unterwegs und kennst das Land und die Leute besser? Dann mal los! Klär mich auf, aber bitte mit was KONKRETEM.

Gruß
Peter B.

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Nun ja, es waren keine Panzer in der Bundesbahn … es waren Bomben. Weil Taliban und Al-Queida natürlich keinen Krieg gegen Soldaten führen, das wäre ja auch zu gefährlich. Die versuchen sich lieber an Zivilisten.

und die bombendrohungen kamen vor oder nach dem unserem
einsatz in afghanistan?

Die Ausrede der Täter für den Bombenanschlag auf die
Bundesbahn war die Veröffentlichung der Mohamed-Karrikaturen
in deutschen Zeitungen gewesen. Nix mit Afghanistan, man
fühlte sich (angeblich) durch die hier herrschende Presse- und
Meinungsfreiheit beleidigt.

Ich wusste, dass dieser Typ, den das BKA festgenommen hatte (ich hab seinen Namen vergessen) das ausgesagt hat, aber ich wusste nicht, dass er glaubwürdig in diesem Punkt war? Hast Du da nähere Infos, tät mich interessieren.

und wenn uns jemand mit bomben droht, schicken für 3mrd euro
jahresetat eine armee in irgendein land, am besten in das
land, in das er vorher telefoniert hat.

Ja, vor allem dann, wenn er dort ausgebildet ist, dort die Leute sitzen, die ihn finanzieren und informationstechnisch unterstützen. Denn dann ist dort seine Infrastruktur.

Und wer hat die Armee dorthin geschickt? Nicht irgendein
Militär sondern unsere schwarz-rot-grünen Volksvertreter. Die
Soldaten die du hier als Kindermörder hinstellst haben
bestimmt auch besseres mit ihrem Leben vor als sich in
Afghanistan den Arsch wegschießen zu lassen oder sich vor
Somalia oder den Libanon zum Hampelmann zu machen.

Vor allem die Libanondebatte war ja so peinlich. Kontrolliert das Waffenembargo, wenn jemand eine Rakete auf Euch schießt, dürft ihr die Rakete abschießen, aber auf keinen Fall die Basis von der die Rakete kam. Und wenn’s ne Granate ist, werden wir das als tragisches Unglück werten. Soldaten in einen Krieg zu schicken ist schon so ein Ding, aber Soldaten in einen Krieg zu schicken und ihnen ausdrücklich verbieten zurückzuschießen ist ein Ding, das wirklich nur der deutschen „permanenten Betroffenheit“ einfallen kann.

aber was reg ich mich auf…es lebe die freiheit! verteidigen
wir sie staatsgesteuert mit dem blut anderer.

Den Blutzoll der Auslandseinsätze hatte bisher hauptsächlich
die Bundeswehr selbst zu tragen.

Und andere Armeen, die wollen wir mal nicht vergessen. Damit sich Typen wie Chat zurücklehnen können und auf die bösen Soldaten schimpfen können.

Gruß
Peter B.

Und wer hat die Armee dorthin geschickt? Nicht irgendein
Militär sondern unsere schwarz-rot-grünen Volksvertreter.

ich hätte nichts dagegen, afghanistan in den wahlkampf
aufzunehmen. das wäre die chance für beck, ohne schweiß
kanzler zu werden.

Dann würde Deutschland sich weiter fein raus halten und die Deutschen können weiterhin risikolos alles besser wissen. Und solange Al-Queida noch mit Amerika beschäftigt ist haben die gar keine Zeit für eine drittklassige Nation und deswegen ist Deutschland sicher. Sollte das schiefgehen, kann man es ja immer noch als Kollateralschaden verbuchen und furchtbar betroffen sein.

Die
Soldaten die du hier als Kindermörder hinstellst

die aussage kam von einem soldaten hier im forum. ich habe es
nur nicht revidiert.

Ich sprach über die Tradition bestimmter links-pazifistischer Gruppen und vor allem grüner Extrempazifisten, Soldaten als Kindermörder und Folterknechte hinzustellen. Du hattest dazu geschrieben, dass Du hoffst, diese Tradition würde nicht abebben.
Weißt Du, das Dumme am Dasein des Soldaten ist, dass er nicht auswählen darf. Der kann nicht sagen, ich kämpfe nicht für Chatliner, weil der hat mich unterste Kategorie beleidigt. Der MUSS Dich verteidigen, das ist Teil seines Jobs. Vielleicht, nur aus Überlegungen zu Ehrlichkeit und Fairness heraus, solltest Du deshalb mal versuchen, irgendetwas Konkretes beizutragen, statt immer nur zu verteufeln. Ehrlichkeit und Fairness … Du weißt, was ich meine?

haben
bestimmt auch besseres mit ihrem Leben vor als sich in
Afghanistan den Arsch wegschießen zu lassen oder sich vor
Somalia oder den Libanon zum Hampelmann zu machen.

es steht jedem frei, ob er das will oder nicht. wir haben
keinen millitärzwang.

Vor allem haben wir keinen Zwang für Wehrpflichtige zu Auslandseinsätzen. Ja, es gibt genügend Freiwillige. Und Zeit- oder Berufssoldaten sind ja nach Deiner Meinung sowieso keine Menschen, Chat?
Der Unterschied ist, dass die etwas tun, etliche auch freiwillig. Während Du in sicherheit bei einem heißen Kaffee sitzt und sie beschimpfst. Als ehemaliger Soldat kann ich es akzeptieren wenn jemand sagt, ich will keinen Dienst mit der Waffe leisten. Wenn das jemand aus Gewissensgründen tut, dann habe ich davor große Hochachtung. Wenn es jemand tut um einen kuscheligeren Job statt Wehrpflicht zu kriegen, na ja, es gibt auch in jeder Armee Etappen- und Druckposten. Selbst das mag also legitim sein.
Wenn jemand wie Du hergeht, nichts, aber auch gar nichts an Ideen und Argumenten liefert, auf keinen Fall was riskiert und dann den guten Mann spielt, der immer schon gegen die bösen Soldaten war, dann komme ich ins Grübeln. Wenn Du wirklich an all das glaubst, was Du so schwafelst, könntenst Du Dich ja bei einer der vielen Hilfsorganisationen engagieren. Es gibt haufenweise Einsätze in Afghanistan die nicht mit dem Tragen einer Waffe verbunden sind. Was hältst Du davon? Ich meine, vor solchen Leuten habe ich wirklich Hochachtung. Aber nicht vor dem schlauen Wohnzimmerpazifisten.

Gruß
Peter B.

Zum Beispiel den nächsten. Denn irgendwann muss man sich ja mal mit Ahminedschad und seinem Atomprogramm auseinandersetzen. Als der anfing, war er so etwa 15 Jahre von der Bombe entfernt. Jetzt wird bereits im achten Jahr verhandelt und er ist nur noch ungefähr sieben Jahre vom Ziel entfernt. Man könnte sagen, er liegt im Projektplan und die ganze diplomatische Friendensaktivität hat ihn bisher nicht einen Tag fortschritt gekostet. Also, KONKRETE Ideen?

Gruß
Peter B.

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Hallo PB,

[A.] Als der anfing, war er so etwa 15 Jahre von
der Bombe entfernt. Jetzt wird bereits im achten Jahr
verhandelt und er ist nur noch ungefähr sieben Jahre vom Ziel
entfernt. Man könnte sagen, er liegt im Projektplan und die
ganze diplomatische Friendensaktivität hat ihn bisher nicht
einen Tag fortschritt gekostet. Also, KONKRETE Ideen?

Nichts gegen Deinen tendenziösen "Friendensaktivität"s-
Glauben, aber Du solltest an dieser Stelle nicht vergessen,
daß sein Nachbarland auf Betreiben Israels hin von der der-
zeitigen Supermacht (auch gegen den Widerstand Europas)
mit großen Mengen von modernen Dirlewangerbrigaden überzogen
wurde, deren Blutzoll in die Millionen geht.

siehe: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,548868,…
und natürlich http://www.usatoday.com/news/world/iraq/2007-10-07-b…

Der Iran wird seine Atomwaffen bekommen und die Russen
werden dabei helfen. Das ist so und da ist das letzte
Wort gesprochen. Das haben sich die Israelis selber
eingebrockt. Was waren das für Zeiten, als sie mit dem
Ayatollah Khomeini zusammen gegen den Irak Saddams
stritten …

Grüße

CMБ

Hallo Peter

Noch beliebter das Seminar: „Wie sichere ich den
steigenden Opiumbedarf des Westens für die nächsten
100 Jahre“.

Verdammter Sch…krieg, der macht das Dope teuer! Nein, aber
mal im Ernst, die Finanzierungsmethoden einiger Leute fallen
auch schon unter unfreundlichen Akt, jedenfalls meiner Ansicht
nach.

Das wird aber von der Regierung geduldet, weil man sich
nicht leisten kann, die Stammesfürsten gegen sich
aufzubringen. Natürlich werden auch „plakative“ Aktionen
dagegen vor der Weltöffentlichkeit vor/durchgeführt …

Du wirfst hier ein paar Sachen durcheinander. Das Mohammed
Atta in Afghanistan ausgebildet wurde und später in
Deutschland studiert hat, ist doch ein Fakt.

Nee, das war genau anders herum. Danach ist er dann in
die USA gegangen Kreativität ist schon
gut, aber
bitte am richtigen Platz :wink:

Atta ist 1999 zusammen mit Alshehhi in Afghanistan gewesen.
Aber er war ja wohl bis 2001 in Hamburg eingeschrieben, obwohl
er zu dieser Zeit laut Zeugen „viel unterwegs war“. Insofern
keine Kreativität sondern lediglich das, was ich so den
Quellen entnehmen kann. Wenn Du andere Daten hast, lass hören.

Er war in den USA viel unterwegs (Flugkurse etc.).
Sein Studium hat er da nicht mehr betrieben. Das steht doch
bei Wikipedia und ähnlichen öffentlich zugänglichen Quellen!?

Die Deutschen waren nur eher bereit, in einen Krieg zu ziehen,
statt eine Meinung zu äußern. Es war ja auch viel einfacher,
plakative Sprüche einfach nachzuplappern.

Das mag zwar vorgekommen sein, ich halte es jedoch nicht
für charakteristisch oder zutreffend. Lies mal Shirer oder
sowas in der Art, dann wirst Du feststellen, daß 1939 kaum
ein Deutscher einen Krieg wollte. Kein Vergleich zu 1914.

Das ist richtig, keiner wollte den Krieg. Darüber habe ich ja
schon mit Laika diskutiert. Und das stellt ja nicht nur Shirer
so auch richtig dar.
Die Frage ist, wenn kaum ein Deutscher einen Krieg wollte,
warum sind sie dann nicht aufgestanden und haben etwas getan
als der böse Hitler einen anzettelte. Die Antwort liegt für
mich auf der Hand: Etwas zu tun oder auch nur zu sagen, wäre
unbequem und mit Risiko verbunden gewesen. Das war in
Deutschland schon immer so. Wenn sich einer aus dem Fenster
lehnt, dann kann er gewiß sein, dass er in die Pfanne gehauen
wird und die große Mehrheit trotz gleicher Meinung keinen
Finger krumm machen wird um ihm zu helfen. Und da jeder das
weiß, will sich keiner aus dem Fenster lehnen oder erst, wenn
es zu spät ist. Dann haben wir zwar, nachdem das Kind im
Brunnen ist, ein paar Märtyrer und hochgelobte Gestalten für
die Geschichtsbücher, aber das war es auch schon.

Das kannst Du nicht so streng sagen, imho. In einer
*totalitären Struktur* hat der einzelne ganz andere
Probleme als ‚to connect the dots‘. Die Situation
in Deutschland konnte sich ja so entwickeln, weil
dieser Totalitarismus die Existenz des Einzelnen
beherrschte. Auch wenn der Einzelne keinen Krieg
wollte, fügte er sich doch am Ende der vorherrschenden
Sitte und deren Implikationen.

Nett, dass Bonhoeffer seine Meinung äußerte. Traurig, dass er
dafür umgebracht wurde. Aber wenn ich natürlich dann seine
Ansichten aus der frühen Phase des Nationalsozialismus
durchgehe, dann gibt es da auch so was wie einen Grauschleier.
Denn er hat offensichtlich seine Meinung nicht rechtzeitig
gesagt.

OK

Auch Stauffenberg gilt als honoriger Mann, nur halten wir
ruhig auch einmal fest, dass er, bis er endlich bereit war, zu
handeln, bereits 4 Jahre Krieg mitgemacht hatte.

Haha Stauffenberg, ein *Offizier* von der *Ostfront*, der
gegen Hitler war, weil er *Monarchist* war (wenn ich mich
korrekt erinnere).

Die Liste läßt sich fortsetzen. Signifikant ist, dass die
fehlgeschlagenen Widerstandsversuche in unseren
Geschichtsbüchern so etwas wie eine Alibifunktion erfüllen.

Erstens das und zweitens bekam die SS ein paradigmatisches
Stigma verpaßt. SS => böse, Deutsche => gut.

Nicht mehr. Die Masse ist nach wie vor bequem und unwillig für
die Sachen einzustehen, die ihnen angeblich so wichtig sind.

Stimmt, das hat aber heute ganz andere Ursachen als 1933-39, lies
mal Anders (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Anders)

Bei Dir bin ich mir nicht sicher. Recht hellsichtige
Passagen werden manchmal jäh von (dem Klang nach-)
mediengemachter Propaganda verdorben.

Wir schimpfen heute so auf die Medien.

Hehe das war schon ein polemischer Angriff auf Dich
persönlich, da kannst Du schon zurückschießen … :wink:

Dabei haben wir heute doch eine so große Anzahl von
Möglichkeiten, daß es einfach wäre, die Dinge von
verschiedenen Seiten zu beleuchten und sich eine
Meinung zu bilden. Zugegeben, das ist mit Arbeit
verbunden. Wenn also jemand auf einer Linie liegt,
gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder er hat sich
eine Meinung gebildet oder er war nur einfach zu
faul nach weiteren Informationen zu suchen. Was
sich dann wiederum einfach überprüfen läßt.

Erstens ist das ungeheuer schwierig, weil die
Medienproduzenten einen gehörigen Aufwand
inverstieren um Dir das eben schwer zu machen
(und deren jeweilige Sicht als „natürlich“
und „wahr“ widerstandslos zu konsumieren).
Zweitens ist das Thema bereits erschöpfend
von F. Hacker („Feiheit die Sie Meinen“, ISBN: 3442112540 Buch anschauen) und
G. Anders (in der „Antiquiertheit II“, ISBN: 3406476457 Buch anschauen)
abgehandelt, so daß ich dazu keine Romane schreiben werde :wink:

Nur, wenn jemand versucht, durch einen der ältesten Tricks
einfach mal Hitler und GWB nebeneinander zu stellen, kein
Argument bringt sondern nur darauf hin arbeitet, die beiden
Namen optisch zusammenzustellen, dann sehe ich das als
Manipulationsversuch, und das mag ich nicht.

OK, wenn das so simpel ist, sehe ich das ein.
Das grenzt klar an Beleidigung des Andenkens
Verstorbener :wink:

Kriege sind ja nahezu immer von solchen irrationalen
Dingen (lies: Schlauheiten) geprägt. Auch der Bau
des A4 war nicht kriegsrelevant, aber nahezu jeder
hat geglaubt, daß es „kriegsrelevant“ sein
würde
wenn …

Jetzt erwischt Du mich auf dem linken Bein. Ich hab nicht
einmal gewußt, dass die kriegsrelevant gewesen sein soll. Die
geht ja von Aachen Richtung Sauerland (bzw auch umgekehrt,
natürlich).

Hilfe!

DAS A4, nicht DIE A4 (LOL).

Wenn man die zu Kriegszwecken geplant hätte,
müsste sie ja eher Richtung Einschede oder so zielen?
Halten wir mal fest, dass nicht alles, was WÄHREND des
2.Weltkrieges (im Sinne einer Zeit) passierte, auch wirklich
kriegsrelevant war.

Jetzt ist mir beinahe die Tasse auf die Tastatur gefallen.

Krieg an sich ist immer eine recht logische Angelegenheit
(das kann man an Hand der Kriege der Vergangenheit auch
nachvollziehen). die Abläufe erscheinen nur
im Nachhinein als unlogisch weil einer Pech gehabt hat, die
Lage falsch einschätzte oder einfach etwas nicht wusste.

Das glaube ich nicht. Sicher wird man im Krieg „wissenschaftlich“
vorgehen, sofern es der jeweilige Wissensstand zuläßt - aber
wenn von vorneherein alles auf der Hand liegt, dann kommt es
eher gar nicht zum Krieg, weil der Gegner die Logik nach-
vollziehen kann. Es sei denn, er handelt unlogisch …

Pech, wie die Japaner mit dem Aufklärer des Kreuzers Tone vor
Midway, falsch einschätzte

Das ist doch normales „kalkuliertes Risiko“. Für die Japaner
hätte Midway durchaus anders ausgehen können, wenn sie nicht
solche (vorher nie aufgetretenen) Verluste durch die US-Träger-
flugzeuge abbekommen hätten. Das war neu.

wie z.B. Adolf mit dem Ansatz der Panzergruppe Hooth vor
Stalingrad oder etwas nicht wusste, wie die Deutschen bevor
die Landung in der Normandie kam. Aber innerhalb dieser
Parameter hat eigentlich jeder, was den rein
militärischen Ablauf anging, logisch gehandelt. Kritisch wurde
es immer, wenn die Politik mitmischte, weil die anderen
Parametern unterliegt.

Auch hier. Das hätte alles anders ausgehen können: Hoth/
Wintergewitter: mehr Waffen-SS, Rommel/Normandie:
andere Positionierung der Waffen-SS-Divisionen. Hier
hatte die eine Seite Glück, die andere Pech. Das Prob-
lem Deiner Logikdefinition ist hier, dass sie niemals
„klar“ sein kann. Verschiedene perspektiven ergeben
verschiedene Logiken. Daher auch „Schlauheiten“
imho treffender.

Was die Judenvernichtung anging, so kämpfte der
kleine Mann, dessen Zufall der Geburt ihn gerade
nach Deutschland verschlagen hatte, offensichtlich
gegen solche ungeheuren Gegner wie „das Finanzjudentum“
und den „jüdischen Bolschewismus“. Sofern er zumindest
der herrschenden Sitte, die solches Wissen diktierte,
folgte.
Oder?

Glaube ich nicht. Da wird der Wert der Propaganda
überbewertet. Wenn der Meier aus Frankfort an der Oder in den
Krieg zog, dann, weil er einen Einberufungsbefehl bekommen
hatte. Er konnte das Ding nicht einfach verbrennen, weil dann
wäre es abgegangen vors Kriegsgericht und er wusste ja, dass
seine Landsleute ihre Einberufungsbefehle auch nicht
verbrannten sondern eher in einem Erschießungskommando
gestanden hätten als sich gegen die eigene Obrigkeit
aufzulehnen. Während der Shoa wurden etwa 6 Millionen Juden
getötet, davon mehr als die Hälfte aus besetzten Gebieten.
Halte das einmal gegen eine Gesamtbevölkerung von über 100 Mio
und Du kommst recht einfach zu der Erkenntnis, dass viele
Deutschen kaum einen Juden kannten oder sich darüber jemals
Gedanken gemacht haben. Und als die Rassengesetze erstmal da
waren, wäre es ja wieder unbequem und riskant gewesen, was zu
sagen.

Eben *weil* die meisten keinen Juden kannten, konnten
sie die Juden so kennen, wie es die Meinungsbildung
vorschrub. Eben in ihrer „Eigenschaft“ als Träger
dieses oder jenes Bösen - das wollte ich sagen.

Grüße & Dank für Deine umfangreiche Antwort

CMБ

MOD: Hinweis
Hallo
Nur zur Erinnerung:
Hier ist das Brett „Geschichte“
Natürlich gehört auch Zeitgeschichte zur Geschichte, aber die Diskussion über aktuelle Militäreinsätze am Hindukusch passt meine Meinung nach eher in das Brett „Militärpolitik“.

Also…
Bitte kratzt langsam wieder die Kurve zum Brettthema.

Danke Schön

Mike
[MOD]

MOD: Hüstel
Hi
Ad 1: Das wird langsam schon sehr off topic
Ad 2: Mir beginnt der Tonfall langsam nicht mehr zu behagen.
(Ich weiß, wer Dirlewanger war… )
Ein Vergleich der US-Army* mit den von diesem aufgestellten Mörderbanden ist schon SEHR grenzwertig. Weitere derartige Vergleiche werden nicht geduldet.

*EDIT: und auch Blackwater und Co,
Gruß
Mike
[MOD]

P.S. Die Moderation ist stets und gerne bereit, eventuelle Frage per mail und nur per mail zu beantworten.

Hallo Peter,

Die Ausrede der Täter für den Bombenanschlag auf die
Bundesbahn war die Veröffentlichung der Mohamed-Karrikaturen
in deutschen Zeitungen gewesen. Nix mit Afghanistan, man
fühlte sich (angeblich) durch die hier herrschende Presse- und
Meinungsfreiheit beleidigt.

Ich wusste, dass dieser Typ, den das BKA festgenommen hatte
(ich hab seinen Namen vergessen) das ausgesagt hat, aber ich
wusste nicht, dass er glaubwürdig in diesem Punkt war? Hast Du
da nähere Infos, tät mich interessieren.

Nein habe ich nicht. Aber von den zwei blödesten Ausreden für die Bombenanschläge (Deutsches Engagement in Afghanistan und Mohamed-Karrikaturen) hat er sich für die zweitere Variante entschieden.

Vor allem die Libanondebatte war ja so peinlich. Kontrolliert
das Waffenembargo, wenn jemand eine Rakete auf Euch schießt,
dürft ihr die Rakete abschießen, aber auf keinen Fall die
Basis von der die Rakete kam.

Oder vor’m Horn von Afrika: Waffenlieferungen unterbinden, aber an Bord von Schiffen (z.B. zwecks Kontrolle der Ladung) darf man nur nach Einverständnis des Kapitäns.

Den Blutzoll der Auslandseinsätze hatte bisher hauptsächlich

die Bundeswehr selbst zu tragen.

Und andere Armeen, die wollen wir mal nicht vergessen.

Ich wollte ausdrücken, daß die Wahrscheinlichkeit für einen BW-Soldaten im Auslandseinsatz getötet zu werden größer ist, als daß er jemanden töten muß.

Gruß

„Der Feind“ wie Du das so schön nennst war schon da.

den kann ich dir nicht geben, wenn du davon überzeugt bist, dass der feind schon da ist und du erst als 2ter auf die welt kommst.

Er war in Amerika und hat das WTC zerlegt, er war in London
und hat die U-Bahn attackiert, er war in Spanien und hat die
Vorortzüge in die Luft gejagt. Er war auch schon in
Deutschland, nur Deutschland hat Glück gehabt.

das hat nichts mit glück zu tun. aber davon werde ich dich nicht überzeugen können.

ich hatte zuerst noch mehr geschrieben, aber das ufert ja
immer so sehr aus…

Es geht darum, einen weiteren Krieg zu verhindern.

mich würde eigentlich nur interessieren, welchen krieg du
verhindern willst?

Zum Beispiel den nächsten. Denn irgendwann muss man sich ja
mal mit Ahminedschad und seinem Atomprogramm
auseinandersetzen.

KONKRETE Ideen?

dürfte ich putin mal ins spiel bringen?

ist der dumm/naiv oder wahnsinnig/ein judenhasser?

oder aber stimmt etwas nicht mit unserem bild?

@mod
könnte man den baum, wie er ist, an das militärpolitikbrett verlegen?

mfg:smile:
rené

vielleicht warst Du ja in letzter Zeit im Patschutengebiet
oder im nördlichen Pakistan unterwegs und kennst das Land und
die Leute besser? Dann mal los! Klär mich auf, aber bitte mit
was KONKRETEM.

du wirst von mir als lösung hören, eine nichteinmischung in innerpolitische probleme anderer länder ANZUSTREBEN. aber diese lösung strebt man nicht mal an. man rechtfertigt blutvergießen und krieg mit den worten: wir können doch nicht zuschauen, im hinterkopf wohl wissend, dass es nur um bodenschätze geht.

ich werde dir zu innerpolitischen problemen nichts schreiben, weil sie mich auch nichts angehen, das gilt für nepal genauso wie für china, den irak oder afghanistan usw.

wenn du das als wegschauen betrachtest, dann kann ich das leider nicht ändern.
eins ist sicher, aber die beweise sind ja offensichtlich nicht offensichtlich genug. china ist einer unserer radikalsten partner, genauso wie amerika und jeder akzepiert die menschenrechtsverstöße, weil es unser wirtschaft gefährdet, wenn wir dagegen vorgehen würden.

also bitte keine sätze mehr wie: wir können doch nicht zuschaun. WIR TUN ES LÄNGST und das ist auch richtig so. wir müssen es.

ich rede dabei nicht über grenzfälle wie hitler.

Hallo,

und wenn ich darauf jetzt antworte, beantragst Du alles auf das Brett „Militärpolitik“ zu verlegen?
Aber trotzdem. Es geht also um Bodenschätze? Um den ungeheuren Reichtum Afghanistans? Lachhaft.
Nichteinmischung in innere Angelegenheiten? Das betrachte ich allerdings in etlichen Fällen als „wegschauen“. Es bedeutet in diesem Zusammenhang nur, jedem drittklassigen Potentaten vom Range eines Saddam Hussein einen Freibrief auszustellen, Leute umbringen zu dürfen. Natürlich kriegt man nicht alles militärisch gelöst. Der Versuch, das mit China zu wagen würde wahrscheinlich den dritten Weltkrieg auslösen. Gerade in dem Fall ist bisher nicht mehr gelungen als eine Wanderung auf einem schmalen Grad.
Du sagst, wir schauen längst weg und es ist richtig so. Ich sage, etliche Länder, aber bei weitem nicht alle, schauen weg und suchen verzweifelt Begründungen dafür, dass sie wegschauen. Besonders peinlich ist das bei Deutschland, dass ja gleichzeitig einen Sitz im Weltsicherheitsrat wünscht. Einen Ort mehr, an dem man warme Luft verströmen kann ohne sich um die Konsequenzen des eigenen Nichtstuns scheren zu müssen.

Gruß
Peter B.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

„Der Feind“ wie Du das so schön nennst war schon da.

den kann ich dir nicht geben, wenn du davon überzeugt bist,
dass der feind schon da ist und du erst als 2ter auf die welt
kommst.

Ich war schon da, ich habe nur keine Bomben gebaut.

Er war in Amerika und hat das WTC zerlegt, er war in London
und hat die U-Bahn attackiert, er war in Spanien und hat die
Vorortzüge in die Luft gejagt. Er war auch schon in
Deutschland, nur Deutschland hat Glück gehabt.

das hat nichts mit glück zu tun. aber davon werde ich dich
nicht überzeugen können.

Na ja, vielleicht auch mit Unfähigkeit. Die Bomben waren gebaut, sie waren platziert, nur die Zünder funktionierten nicht. Ich würde sagen, die Reisenden haben Glück gehabt. Was mich allerdings durchaus zu der Frage bringt, ob du immer noch wegschauen könntest, wenn die Zünder funktioniert hätten. Wärst Du unter den Reisenden gewesen, dann, da gebe ich Dir Recht, würde Dich das Problem nichts mehr angehen.

Gruß
Peter B.

Die Bomben waren
gebaut, sie waren platziert, nur die Zünder funktionierten
nicht.

ich dachte, wir hatten uns darauf geeinigt, dass deutschland vor den bomben in afghanistan war. sie war eine reaktion auf unser „engagement“.

und wenn ich darauf jetzt antworte, beantragst Du alles auf
das Brett „Militärpolitik“ zu verlegen?

ich wollte, dass es nicht vom mod unterbrochen wird. aber zieh nur schlussfolgerungen. darin bist du ja gut:smile:

Nichteinmischung in innere Angelegenheiten? Das betrachte ich
allerdings in etlichen Fällen als „wegschauen“. Es bedeutet in
diesem Zusammenhang nur, jedem drittklassigen Potentaten vom
Range eines Saddam Hussein einen Freibrief auszustellen, Leute
umbringen zu dürfen.

wieviel menschen sind mittlerweile im irak gestorben. von afghanistan hört man ja nicht so viel. wieviel in vietnam und im sudan und was weiß ich wo. was hat unser „handeln“ gebracht außer tote? freiheit? leben? reichtum? essen? nenn mir nur eine sache, die diese kriege für den weltfrieden oder etwas ähnliches gebracht haben?

Natürlich kriegt man nicht alles
militärisch gelöst.

oh…naja…natürlich…man muss auch mal ne ausnahme machen…gell…

Du sagst, wir schauen längst weg und es ist richtig so. Ich
sage, etliche Länder, aber bei weitem nicht alle, schauen weg
und suchen verzweifelt Begründungen dafür, dass sie
wegschauen.

ich brauche keine begründung zum wegschauen. ich brauche eine, um einen millitärischen einsatz zu rechtfertigen. und da waren alle beteiligten ziemlich einfallsreich, um das volk zu überzeugen. schließlich leben wir ja in einer demokratie des friedens:wink:

ich hätte nichts dagegen, afghanistan in den wahlkampf
aufzunehmen. das wäre die chance für beck, ohne schweiß
kanzler zu werden.

vor allem mit seiner Parole „waschen + rasieren = Arbeit“ wird er dort Bomben-Ergebnisse einfahren

die aussage kam von einem soldaten hier im forum. ich habe es
nur nicht revidiert.

dann wolltest Du mit

…und ich hoffe, dass das nicht abebbt.

also gar nicht deine Zustimmung signalisieren? Ist klar…

es steht jedem frei, ob er das will oder nicht. wir haben
keinen millitärzwang.

Es steht auch jedem frei ob er Gerüstbauer werden will und trotzdem kann sich jeder Gerüstbauer gegen die Anweisung vom Chef verwehren in Stöckelschuhen bei Windstärke 8 seiner Arbeit nachzugehen.