Krieg ist ein Job, den man entweder ganz oder gar nicht tut.
in der tat. ich vermute, du schlägst „ganz“ vor.
Im Falle des Irak ja, im Falle von Afghanistan fehlen mir noch immer ein paar Fakten um eine endgültige Meinung zu bilden (weil sich ja das Patschutengebiet in den Norden Pakistans erstreckt ist das strategisch nicht so einfach).
Meine Güte, für Deutschland hatte man sich nach dem
2.Weltkrieg Jahre Zeit genommen um das Land zu
demokratisieren.
die deutschen selbst wussten, was demokratie ist, sie wollten
demokratie und sie wussten, dass sie durch ihre angriffe nach
außen und auf eigene leute großen schaden verursacht haben.
Sie haben ja erst ein paar Jahre zuvor erfolgreich eine eigene Demokratie zur Strecke gebracht, richtig. Und was das deutsche „Schuldbewußtsein“ anging, so wurde das erst später gezüchtet. Noch 1954 sprach ein deutsches Gericht einen Kapitän frei, der bei der Selbstversenkung seines Schiffes einen Gefangenen hatte in einer verschlossenen Kammer mit untergehen lassen. Begründung: „Der Kapitän konnte in dem Tod durch Ertrinken nichts Unehrenhaftes erkennen, handelte es sich doch um den Seemannstod, dem er und seine Männer aurf jeder Fahrt selbst ins Auge sahen“. Ohne Dich beleidigen zu wollen, aber vielleicht solltest Du, bevor Du solche Annahmen wie „die Detuschen kannten Demokratie und waren schuldbewußt“ als Tatsachen verwendest, etwass mehr Recherche betreiben.
sie hatten den krieg satt, denn das ganze land war davon
übersäht. deshalb hat es keine 5 jahre gedauert, um eine
demokratie zu schaffen.
Es hat auf dem Papier bis zur ersten Wahl vier Jahre gedauert. Adenauer wurde September 1949 Bundeskanzler. Und bis sich Demokratie wirklich durchgesetzt hat, anstatt einfach aufoptruiert zu werden, waren wir schon beinahe in den sechzigern. Erneut: Mach Dich bitte schlau.
Und das war keine Stammesgesellschaft, da gab
es nicht zwei große blutig miteinander verfeindete
Religionsgruppen, die sich in ein Dutzend gewaltbereite
Fraktionen splitteten und keine Nachbarn, die diese Gruppen
ständig mit Waffen und Kämpfern versorgten. Aber im Irak, wo
es das alles gab, hat man versucht, das alles in ein paar
Monaten durchzuziehen um die „tief betroffenen“ Wegseher der
Welt zufriedenzustellen. Und das hat, neben den
Terroranschlägen ebenfalls eine Menge Menschenleben gekostet.
völlig richtig, aber du liest gar nicht oder du verstehst mich
nicht. wir, die westliche welt, haben im irak nichts zu
suchen. die westliche welt hat in keinem land etwas zu suchen,
in dem bürgerkrieg oder massenmord herrscht. wir können nur
ländern helfen, die stabil sind und denen die stabilität droht
wegzukippen. das ist und das war aber in noch keinem land so.
auch in deutschland war es nicht so. deutschland konnte nur
gesunden, weil alle mehr oder weniger einer meinung waren. in
deutschland gab es nichts mehr, alles war tot und musste neu
aufgebaut werden.
Du klingst wie ein Kreditsachbearbeiter bei der Bank: Sie kriegen nur einen Kredit, wenn sie keinen brauchen. Und Deutschland konnte nur gesunden weil alles einer Meinung war? von welchen Detuschland redest Du? Von Ost, von West? Von dem Deutschland eines Adenauer, dem einer Odessa, dem eines Wolfgang Neuss? Vielleicht dem eines Berthold Brecht?
Natürlich kriegt man nicht alles
militärisch gelöst.
oh…naja…natürlich…man muss auch mal ne ausnahme
machen…gell…
Natürlich, militärische Operationen haben immer was mit Logik
zu tun. Es geht um Verhältnismäßigkeiten und es geht um
Risikoabschätzungen. Genau das, was Du verweigerst. Du sagst
wegschauen sei die Lösung. Das mag ja in Deutschland einfach
sein, denn nicht einmal Al-Queida nimmt Deutschland wirklich
ernst.
du weißt gar nicht, wie mich das beruhigt.
Dann denk mal nach. Stell Dir mal vor, als rein theoretisches Denkbeispiel, Al-Queida könnte Amerika bezwingen. Was meinst Du, wäre Deutschland dann noch sicher? Es ist Teil des „dekadenten Westens“. Es steht auf der Liste. Die Terroristen sehen es nur nicht mir hoher Priorität, weil Unfähigkeit der Behörden und eine allgemeine Wegschauhaltung es zu einem geeigneten Bereitstellungsraum gemacht haben. Ist ja nicht neu, schon Carlos hat das so gemacht.
Für Amerika, das Prioritätsziel ist, sehen die Dinge
geringfügig anders aus.
und darüber sollten wir nachdenken. schließlich machen wir
erst seit wenigen jahren richtig mit. amerika macht das schon
40 jahre oder länger.
Also Schwanz einklemmen und jeden Mörder machen lassen? Ist das Deine Lösung? Und die Amis sind die Bösen Buben weil sie das nicht so hinnehmen?
Und wenn man dann mit der
stillschweigenden Unterstützung der Wegseher im Irak eine
Atombombe gebastelt hat, dann wird die wohl kaum vom
iranischen Militär sondern wohl eher von den Hilfstruppen
verwendet werden. Z.B. Hisbollah. Und wenn dann so ein
häßlicher Pilz über New York steht, dann bist Du tief
betroffen und schaust wieder weg. Das hat auch was mit Logik
zu tun.
dazu wird es nicht kommen, auch wenn der iran atomwaffen
besitzt. du kannst das glauben oder nicht. aber ich vertraue
putin.
Putin ist Geschichte, mach dich mal über die aktuelle Entwicklung schlau. Und selbst wenn, welchen Einfluß hat er denn darauf? Mal wieder völlig Glaube an der Realität vorbei.
Du sagst, wir schauen längst weg und es ist richtig so. Ich
sage, etliche Länder, aber bei weitem nicht alle, schauen weg
und suchen verzweifelt Begründungen dafür, dass sie
wegschauen.
ich brauche keine begründung zum wegschauen. ich brauche eine,
um einen millitärischen einsatz zu rechtfertigen. und da waren
alle beteiligten ziemlich einfallsreich, um das volk zu
überzeugen. schließlich leben wir ja in einer demokratie des
friedens:wink:
Na ja, wenn Du offen sagst, lass die Terroristen, die
Massenmörder, die Daiktatoren der Welt machen, wenn Du offen
sagst, die Opfer in anderen Teilen der Welt gehen Dich nichts
an, wenn Du Dich offen dazu bekennst, Dir der Tatsache bewußt
zu sein, dass Dein Wegsehen tötet und solcher Mörder erst
möglich macht, aber Du es trotzdem für richtig hältst, dann
ist da zu wohl nichts mehr zu sagen.
blut fließt, ob wir wegsehen oder nicht.
von daher bin ich dafür, die milliarden in den umbau unseres
rentensystems zu stecken und den abbau der bürokratie.
Alles für Deutschland, lass den Rest der Welt verrecken. Bravo! Aber da ich ohnehin nicht mehr in Deutschland lebe, was solls? Da mache ich es wie Osama und nehm dieses kleine drittklassige Land nicht ernst. Gefährlich wirds ja erst, wenn Deutschland seinen ständigen Sitz bekommt.
p.s.: es sind übrigens nicht soldaten, die ich nicht schätze,
sondern politiker, die meinen, sie müssten deutschland an die
spitze der weltpolizei bringen. berühmtheiten stehe immer im
fadenkreuz. man sollte daran denken.
Wir leben in einer globalisierten Welt. Ich habe also ernsthaft meine Zweifel, dass man sich immer wird raushalten können. Und die internationalen Verflechtungen und Abhängigkeiten sind so stark, dass man sich nicht einmal den Gesichtsverlust immer leisten kann. Selbst wenn Deutsche über Begriffe wie Ehre und Stolz überheblich lächeln, es gibt andere Teile der Welt (tatsächlich sehr große Teile) in denen auch das Beweggründe sind. Deutschland sollte, auch wenn es keine Ehre und keinen Stolz hat, zumindest versuchen, das insoweit zu begreifen, dass es diese Parameter versteht und wieder ins Kalkül zieht.
Peter B.