Fereshta Ludin und das Bundesverfassungsgericht

Hallo,

doch, so langsam glaube ich tatsächlich, daß die Welt an ihrem Irrsinn untergehen wird.
Denn es geht ja nicht um Frau Ludin, beim Verfassungsgericht und auch bei einer eventuellen Gesetzgebung geht es um Abstraktion, Anwendbarkeit.
Warum, so frage ich mich, glauben auch in diesem Forum einige, weltanschauliche Neutralität bedeutet nicht religiös. Als erstes müßte man wohl anfangen, zu definieren, was denn Religion überhaupt ist. Tatsächlich könnte doch jemand mit seinem unten erwähnte Coca-Cola-Sticker eine Weltanschauung ausdrücken, denn schließlich könnte das ja für den Glauben (!) an den American Way of Life stehen…
Was ist eigentlich, wenn Mode und religiöse Symbolik sich überschneiden. Die jungen Mädchen tragen ja heute an den unpassendsten (so finde ich) Stellen Kreuze zu Schau…
Warum wird gerne mit dem hinter den Kopftuch stehenden Frauenbild argumentiert? Da frage ich mich wirklich, ob alle verrückt geworden sind. Das Kopftuch wird als Unterdrückung angesehen, aber wehe, es sagt mal einer, er findet Bauchnabefrei nicht gut. Was steht hinter dieser Mode für ein Frauenbild? Wenn junge Mädchen, die auf Schulhöfen interviewt werden, erklären, sie bräuchten ihren freien Bauchnabel, um ihre Individualität auszudrücken, wird mir wirklich Angst und Bange! Ich kenne auch Lehrerinnen, die so rumlaufen. Meinen Kindern bringen die also bei, daß die Individualität einer Fau in ihrem Bauchnabel liegt! Was für eine Weltanschauung! Ab zum Gericht!
Irre an dem ganzen ist, daß man niemals verhindern kann, daß Kinder in der Schule mit den Weltanschauungen ihrer Lehrer konfrontiert werden, religiös oder nicht. Das Kopftuch wird mir fast sympathisch, denn da habe ich - vielleicht - wenigstens eine Ahnung, welche Weltanschauung dahinter steht. Selbst hinter Erziehungsmaßnahmen von Lehrern stehen Weltanschauungen.
Machen wir jetzt Gesetze, die per se irgendwas verbieten, können die nur derartig fehlerhaft sein, daß die Hexenjagd freigegeben ist.
Es ist sicher richtig, daß ein Lehrer in besonderem Maße auf dem Boden des Grundgesetzes stehen muß. Ob aber seine Religion ihn daran hindert, kann nur im Einzelfall geprüft werden.
An meiner Schule gab es einen Lehrer, der ganz normal aussah, aus seinem Kirchenaustritt keinen Hehl machte, also weltanschaulich völlig neutral. Trotzdem war er Nazi. Und Geschichtslehrer! Und es war sehr schwer, ihn loszuwerden…
Kurz: Die Welt geht wirklich unter, wenn sie glaubt, Werte (!) wie ds Grundgesetz durch Äußerlichkeiten absichern zu können.
Grüße,
Taju

Hallo Eli,

bist Du Dir sicher, dass das so ist?

Ja, seit ihr euch da so sicher? Ich meine es handelt sich hier
ja erst einmal nur um Wahrnehmungen.

Ja, das tut es, und darum liegt mir auch zunehmend daran, dass mir genauer anzuschauen.

Wie sieht dieses in

Untersuchungen aus, sind da wirklich Überpräsenz bei Juden?

Es geht ja um die Stärke der Stimme im Verhältnis zu der Anzahl der Anhänger einer Religion.
Wie soll man die Parameter definieren, die das beschreiben?
Mir fällt zunächst mal nicht viel ein, und darum bleibe ich dann an meinen Wahrnehmungen sthen, die, im Gespräch mit anderen durchaus meist geteilt werden.

Ich denke nicht, wenn man realistisch zum Beispiel auch
Äusserung von F. Merz dem Christentum zuordnet.

Welche Äusserung???
Wenn ich von dem höre lese ich gleich nicht weiter, weil ich ihn dermaßen zum kotzen finde…
Magst Du in Kurzform sagen, was der geäussert hat?

Ich habe da meine eigene Theorie und würde darum gerne wissen,
ob nicht vor dem 3ten Reich die Stimme der Juden auch schon
überproportional groß war

Wie kommst Du zu dieser These?

Mein Eindruck beim lesen der verschiedensten Bücher aus der Zeit, über diese Zeit.
Es ist mein Eindruck- den ich überprüfen will- dass die Stimme der Juden im 20ten Jahrhundert oder noch viel länger schon extrem viel stärker war, als es die Anzahl der Juden, die es in der Welt gab vermuten liesse.
Auch die Schlüsselrolle Israels im Nahostdrama, Amerika im Rücken lässt mich so etwas vermuten.

ähnlich, wie es in den USA ist.

Wie kommst du darauf? Wenn man alles hier realisitisch
betrachtet, dann ist die Stellung der Juden hier nicht viel
anders, ausser das halt immer dabei steht, dass X Jude ist.
Passt einfach einmal auf, lest Zeitungen usw. Bei jedem Juden
steht das er Jude ist oder nein, das steht eigentlich nie da,
sondern es wird umschrieben, z. B. dadurch das seine Eltern
jüdisch sind oder ähnlichem. So gesehen halt dieses wohl mehr
mit deutschen Befindlichkeiten zu tun.

Das ist ein interessanter Punkt, der mir bislang überhaupt nicht aufgefallen ist.Und ich denke, es gibt noch weitere Punkte, die wir Nichtjuden übersehen in dieser Richtung.

Dennoch- das kann nicht die einzige und alles erklärende Begründung sein, die deutsche Befindlichkeit.

Es ist dieses ein verdammt sensibles Thema, und ich denke, da ist noch viel notwendige Arbeit auf Seite der Deutschen nicht einmal begonnen worden 8die aber Vorraussetzung für alle weiteren Entwicklungen wäre).

Gerade für mich als Deutsche ist es heikel etwas zu sagen, was auch nur den geringsten Schattenaspekt bezüglich der Juden beinhaltet.
Aber das Thema halte ich für wichtig, und denke, es wird Zeit zu versuchen sich dem Thema endlich mal auch wieder unabhängig vom Holocaust zu nähern, denn der war ein Teil einer sehr viel längeren Geschichte, die mich zu interessieren beginnt.
Vielleicht wird das langsam möglich, wenn die Enkelkinder und nicht mehr die Betroffenen selber und ihre Kinder-auf beiden Seiten- darüber nachdenken.
Das ist ein kleiner Anriss der Gedanken, die mich zu meinem Interesse am Thema, und auch zu diser Frage an Malte gebracht haben.

Es wird Zeit endlich wirklich Frieden zu finden, ihn sich zu erarbeiten,für alle Beteiligten, und das ist, so glaube ich , die gesamte westliche Welt sowie der nahe Osten, wenn es nicht sogar die ganze Welt ist.

Nicht mehr wirklich ein Thema für´s Religionsbrett, aber auch nicht für´s Politikbrett aussschliesslich, es geht halt um viele Bereiche.

Viele Grüße, Flora

PS: Die Überschrift in deinem posting habe ich noch nicht wirklich verstanden.

Hallo Barbara,

Der Zentralrat ist keine religiöse sondern eine politische
Vertretung.

Das ist interessant. Aber der Zentralrat spricht doch für die
Juden in Deutschland, oder sehe ich das falsch?

Ja, aber nicht fuer alle. So haben bis dato liberale Richtungen und Verbaende ein Anerkennungs- und Vertretungsproblem mit dem ZdJ.

Aber dass der
Zentralrat als Vertretung der Juden wahrgenommen wird ist :doch
richtig.

Imho ja.

Und er soll doch so wahrgenommen werden, oder nicht?

Aus seiner Sicht, der des ZdJ, ja, natuerlich :smile:

Wobei auch die Art und Weise, wie der ZdJ wahrgenommen wird, stark tendenziell ist und bei weitem nicht die ganze Arbeit des ZdJ wahrgenommen wird. Faengt schon an bei Fragestellungen an ihn von Journalisten oder sonstwem.

viele Gruesse, Peter

Hallo Flora,

Juden in Bezug auf die Zahl ihrer Anhänger kommt halt durch
den „schlechtes Gewissen“-Bonus.

Hallo Malte,
bist Du Dir sicher, dass das so ist?
Ich habe da meine eigene Theorie und würde darum gerne :wissen,
ob nicht vor dem 3ten Reich die Stimme der Juden auch schon
überproportional groß war, ähnlich, wie es in den USA
ist.Davon, dass es auch hier schon vor dem Holocaust so war,
bin ich immer ausgegangen, irre ich mich da?

Nein, das war sie eben nicht, im Gegenteil, sie war unterproportional. Nur wenige Jahrzehnte frueher war Juden sogar noch der Zugang zu Hochschulen verwehrt und manche Arbeitsstellen, sie wurden ausgegrenzt und sie haben sich auch selbst ausgegrenzt. Das Du ein anderes Bild hast liegt daran, dass allein schon bei einer juedischen Stimme auch damals schon diese als juedische Stimme benannt wurde, eine nichtjuedische Stimme hingegen nicht als nichtjuedisch respektive nicht als christliche Stimme benannt wurde. Weiter hat der Mitte des 19. Jhd. aufkommende politische Antisemitismus mit boshafter Absicht behauptet, dass Juden zuviel Stimme in der Welt haetten.

Heutzutage allerdings ist es richtig, ergo hat sich das Verhaeltnis umgekehrt, wenn man denn ueberhaupt nach Religionszugehoerigkeit trennen wollte (sic!) bei nichtreligioesen Belangen, dass gemessen am relativen Bevoelkerungsanteil Juden eine groessere Stimme haben in den USA vornehmlich.

viele Gruesse, Peter

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Hallo Peter,

Nein, das war sie eben nicht, im Gegenteil, sie war
unterproportional. Nur wenige Jahrzehnte frueher war Juden
sogar noch der Zugang zu Hochschulen verwehrt und manche
Arbeitsstellen, sie wurden ausgegrenzt und sie haben sich auch
selbst ausgegrenzt. Das Du ein anderes Bild hast liegt daran,
dass allein schon bei einer juedischen Stimme auch damals
schon diese als juedische Stimme benannt wurde, eine
nichtjuedische Stimme hingegen nicht als nichtjuedisch
respektive nicht als christliche Stimme benannt wurde.

Ja, hat Eli auch schon gesagt, und würde einiges erklären.So kommt es zu Wahrnehmugsverschiebungen.
ICh weiss viel zu wenig,was das alles betrifft,geschichtliches, habe so meine Eindrücke heutzutage, und weiss aus der Vergangenheit nur, was ich über die Nazizeit gelesen habe, das reicht aber nicht.
Gibt es da gute Literatur, die die Geschichte des jüdischen Volkes in der Welt und insbesondere in Deutschland sachlich wiedergibt?

Weiter

hat der Mitte des 19. Jhd. aufkommende politische
Antisemitismus mit boshafter Absicht behauptet, dass Juden
zuviel Stimme in der Welt haetten.

Warum, wie ist es soweit gekommen?

Heutzutage allerdings ist es richtig, ergo hat sich das
Verhaeltnis umgekehrt, wenn man denn ueberhaupt nach
Religionszugehoerigkeit trennen wollte (sic!) bei
nichtreligioesen Belangen, dass gemessen am relativen
Bevoelkerungsanteil Juden eine groessere Stimme haben in den
USA vornehmlich.

Und das fällt mir eben auch mächtig auf.
Auch die SChlüsselrolle Israels im Nahostkonflikt.
Aber, um wirklich eine profundere Einstellung zu bekommen, möchte ich die Entwicklungen der Vergangenheit verstehen, vielleicht kannst Du mir ein Buch empfehlen.

Viele Grüße,Flora

Moin :smile:

Die Stimme zumindest einer Muslima ist hier zu lesen:
http://www.emma.de/content/c1064396657250.html

Gruss
Marion

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Vielen Dank für diesen link, sehr hilfreich.o.w.T.

Hallo,

solange ich als Christ in der moslemischen Welt meinen Glauben unbestraft ausleben darf - warum sollen Moslems in unserem Land keine Kopftücher tragen…

Gruß

hier war ja seinerzeit hitzig diskutiert worden, ob das
Kopftuchverbot aufrechtzuerhalten sei oder nicht. Das
Bundesverfassungsgericht hat dagegen entschieden: in dieser
Form nicht haltbar.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,2669…

Ich hatte mich vorsichtig in diesem Sinne ausgedrückt und sehe
meine Auffassung bestätigt. Wie seht ihr anderen das? Wird die
Welt untergehen?

Abgesehen davon, wird das Thema uns wohl noch einige Male
beschäftigen, da das Gericht die Politik in die Pflicht nimmt.

Gruß

Sancho

Hallo,

solange ich als Christ in der moslemischen Welt meinen Glauben
unbestraft ausleben darf - warum sollen Moslems in unserem
Land keine Kopftücher tragen…

Gruß

Sehr witzig. Du solltest aber hinzufügen, daß es in den meisten (oder allen?) muslimischen Staaten Christenverfolgungen gibt, teilweise sehr massiv:

Christen in Saudi-Arabien
Die saudiarabische Religionspolitik übt auf seine christlichen Arbeitskräfte vermehrt Druck zur Annahme des Islam aus. Nach allgemein islamischer Auffassung sind die heiligen Muslimstädte Mekka und Medina für Andersgläubige „haram“, das heisst tabu. Diese Staatsideologie wollen jetzt die Saudis auf ihren ganzen Staat ausdehnen.
Saudiarabien hat Mitte August den eritreischen Christen Girmaje Ambaje in seine Heimat abgeschoben. Wie viele seiner Landsleute und christlichen Glaubensgeschwister lebte er als Gastarbeiter in der Hafenstadt Dschedda am Roten Meer. Er war am 25. März von der Strasse weg verhaftet worden, wo er sich in einer Cafeteria mit einem islamischen Bekannten unterhielt – angeblich über Jesus Christus. Die Anklage lautete daher auf „christlichen Prosyletismus“ - Ambaje musste für fünf Monate ins Gefängnis. Ausgewiesen wurde er jetzt aber unter dem Vorwand eines Deliktes im „Strassenverkehr“.
Beter sind „Schwerverbrecher“
Girmaje Ambaje ist seit Anfang 2003 schon der zwölfte eritreische Christ in Dschedda, der wegen seines Glaubens festgenommen, eingesperrt und schliesslich vertrieben wurde. Letzten Sommer waren zehn Eritreer bzw. Äthiopier, zwei Filipinos und ein Nigerianer verhaftet und abgeurteilt worden, weil sie an einem christlichen Gebetstreffen in einer Privatwohnung teilgenommen hatten. Sie wurden auch bei der üblichen Amnestie zum islamischen Fastenmonat Ramadan (Dezember 2002) nicht begnadigt, weil es sich bei ihnen um „Schwerverbrecher“ gehandelt habe.
Saudiarabien zählt heute unter seinen fast 22 Millionen Einwohnern ganze sechs Millionen ausländische Arbeiter. Es wird versucht, sie so weit als möglich aus der islamischen Nachbarschaft zu rekrutieren, so vor allem aus Pakistan, Ägypten und den afrikanischen Sahelstaaten. Für schlechtbezahlte Schwerarbeit, als Haushaltshilfen, aber auch in Spezialberufen holt man auch Christinnen und Christen. Sie bilden heute mit etwa vier Prozent der Gesamtbevölkerung die grösste nicht-islamische Religionsgemeinschaft, gefolgt von Hindus aus Indien. Während sich am Golf und in der Hauptstadt Rijad vor allem asiatische Christen oder ägyptische Kopten finden, geben in den saudiarabischen Rot-Meer-Provinzen christliche Eritreer und Äthiopier den Ton an.
Duldung verwirkt
Vor allem besteht die saudiarabische Religionspolitik darin, auf seine nicht-islamischen und besonders christlichen Arbeitskräfte Druck zur Annahme des Islam auszuüben. Diesem sind besonders Frauen und Mädchen in Haushaltsberufen oder als Krankenschwestern ausgesetzt. Zumindest sollen die Christen aber nicht als solche in Erscheinung treten. Nach allgemein islamischer Auffassung sind die heiligen Muslimstädte Mekka und Medina für Andersgläubige „haram“, d.h. tabu. Die Staatsideologie der Saudis will das auf ihren ganzen Staat ausdehnen. Dazu kommt die Sonderlehre der islamischen Wahhabiten-Konfession, dass die Christen die Bibel verfälscht hätten. Sie haben daher keinen Anspruch mehr auf die begrenzte Duldung, die Mohammed den anderen Buchreligionen eingeräumt hat.
So sind in Saudiarabien heute Bibeln, Kreuze, Gebetbücher, Rosenkränze usw. genauso strikt verboten wie einst nur im kommunistischen Albanien. Untersagt sind aber auch Gebetstreffen in den eigenen vier Wänden, wenn diese über den engsten Familienkreis hinausgehen. Besonders in der Weihnachts- und Osterzeit schnüffelt überall die gefürchtete Religionspolizei „Muttauwa“ herum. Sie war vor über 50 Jahren von flüchtigen Schergen der hitlerdeutschen Gestapo gegründet worden.
Das besonders Tragische an der Heimsendung ihres letzten Opfers, des Bekenners Girmaje Ambaje, steht aber erst bevor; da es sich bei ihm nicht um einen orthodoxen oder katholischen, sondern evangelischen Christen handelt: Diese werden in Eritrea zunehmend auch verfolgt, die Attacken auf Kirchen und Verhaftungen von Pastoren, Predigern und einfachen Gläubigen nehmen seit letztem Frühjahr überhand.
Heinz Gstrein, langjähriger Nahostkorrespondent, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Glaube in der 2. Welt, Zürich.
Autor: Heinz Gstrein
Quelle: http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/152/9838/

solange ich als Christ in der moslemischen Welt meinen Glauben
unbestraft ausleben darf - warum sollen Moslems in unserem
Land keine Kopftücher tragen…

Genau, denn wenn alle anderen sich falsch verhalten, haben wir ja wohl auch das Recht diesen Fehler zu machen. Oder?

SAN

Sehr witzig. Du solltest aber hinzufügen, daß es in den
meisten (oder allen?) muslimischen Staaten
Christenverfolgungen gibt, teilweise sehr massiv:

Hallo,

eben darum ging es mir. Wir als Christen sollen die Moslems in unserem Staat so akzeptieren, wie sie es von ihrem gewohnt sind. Aber gleichzeitig sind sie nicht bereit, auch andere Meinungen gelten zu lassen.

Gruß

Hallo Tobias,

solange ich als Christ in der moslemischen Welt meinen Glauben
unbestraft ausleben darf - warum sollen Moslems in unserem
Land keine Kopftücher tragen…

Ehhh… jetzt hast du glaube ich, deiner Argumentation in den Fuss geschossen :wink:
(ich hoffe, du verzeihst die hinkende Metapher)

Ich wohne in Saudi Arabien. Ich bin getauft, aber kein praktizierender Christ.
Das wuerde mir in SAudi Arabien aber auch SEHR schwer fallen. Bibeln werden konfisziert. Bildbaende mit Kirchen drin werden - wenn sie gefunden werden - konfisziert. Ich kenne jemand, der erzaehlt, seiner Tochter sei (allerdings vor 10) auf dem Flugplatz bei der Einreise die Kinderbibel verbrannt (!) worden.
Die Diplomanten - Achtung, jetzt wird’s lustig, ist aber trotzdem wahr - deren Laender ein Kreuz auf der Flagge haben (z.B. Schweiz) duerfen nicht mit der Standarde am Auto rumfahren.
Kreuz als Schmuck ist nicht erlaubt.
Aber immerhin duerfen wir Getauften wenigstens nach Saudi einreisen (sofern wir einen Arbeitsplatz haben oder mit jemand verheiratet sind, der einen Arbeitsplatz hat, oder von einem Prinz eingeladen werden). Visa sind sehr schwer bis gar nicht zu erhalten fuer Hindus (Vielgoetterei - iiiiiiihhhh!) oder Juden (no comment!) oder aber Atheisten. Ein Kollege meines Mannes, der vor 8 Jahren ins Land kam (von der Firma geschickt) ist nicht getauft. Er bekam kein Visa - bis ein intelligenter Mensch in der Personalabteilung auf die Idee kam, die zustaendigen saudischen Behoerden darauf hinzuweisen, dass der Mann 1943 geboren und nicht getauft sei, weil der Vater Nazi gewesen sei (was nicht stimmt), aber es hat funktioniert (die Gruende hierfuer sind ein anderes trauriges Kapitel in der Geschichte der Intoleranz).

Genauso muss ich mich den hiesigen Kleidervorschriften unterwerfen (auch ohne Lehrerin zu sein, lediglich wenn ich mich aus dem Haus begebe): das bedeutet in unserer Gegend (Al Khobar): schwarzer Umhang, Kopftuch nur wenn man suedlaendisch aussieht oder rote Haare hat. Gesichtsschleier ist ein Privileg, das Musliminen vorbehalten ist.

Gruesse Elke
Gruesse, Elke

Hallo!

Okay, da haett ich mir mein privaten Erfahrungen sparen koennen…
Ich moechte aber hinzufuegen, dass dieser Druck NICHT auf Spezialisten aus dem westlichen Ausland ausgeuebt wird.
Hier gibt es sogar einen Pfarrer (!), der auf dem sehr grossen GEbiet der saudi-amerikanischen Firma Aramco lebt. Dort gibt es regelmaessig sogar Gottesdienste (geduldet von der saudischen Regierung). Allerdings darf er - zumindest nicht in Amtstracht - den Compound verlassen.

Gruesse, Elke

Hallo San,

Genau, denn wenn alle anderen sich falsch verhalten, haben wir
ja wohl auch das Recht diesen Fehler zu machen. Oder?

Da inzwischen auch ich kapiert habe, dass Tobias’ Posting so etwas wie reverse psychology war, moechte ich dir auch noch zustimmen.
Saudi ist das Negativbeispiel, das ich in KEINER Weise auf deutsche Verhaeltnisse uebertragen haben will.
Toleranz kann nur am Beispiel erlernt werden.

Gruesse, Elke

Frage am Rande
Hallo Elke,

Ich wohne in Saudi Arabien. Ich bin getauft, aber kein
praktizierender Christ.
Das wuerde mir in SAudi Arabien aber auch SEHR schwer fallen.
Bibeln werden konfisziert.

ich bin praktizierender Christ, aber dafür brauche ich nicht unbedingt eine Bibel. Ich weiss ja, was drinsteht *g*

Aber wie genau werden Laptops kontrolliert?
Da könnte man ja eine Bibel auf Festplatte mitnehmen.

Gruss Harald

rote Haare
das bedeutet in unserer Gegend (Al

Khobar): schwarzer Umhang, Kopftuch nur wenn man suedlaendisch
aussieht oder rote Haare hat.

Huch, warum denn das ?

Ich meine, ich hatte ja immer schon die Vermutung, dass rote Haare eine enthemmende Wirkung auf die Umgebung ausüben. Ist das jetzt die Bestätigung dafür ? *g*

Gruss
Marion

Toleranz kann nur am Beispiel erlernt werden.

Einfach und wahr!

Liebe Grüße

Ich meine, ich hatte ja immer schon die Vermutung, dass rote
Haare eine enthemmende Wirkung auf die Umgebung ausüben. Ist
das jetzt die Bestätigung dafür ? *g*

Eine enthemmende oder doch eine hemmende Wirkung? :smile:

Einen lieben Gruß aus der Hexenküche

Hallo Marion,

einfache Antwort: ich weiss es nicht.
Ich weiss nur, dass ich ungleich mehr Probleme habe, wenn ich meine Haare mal wieder rot gefaerbt hatte. Allerdings nicht in dem Sinne, dass mich die Mutawas anmachen (die Sittenwaechter) und zur Polizei schleppen (was sie koennen, wenn ich in einem Minirock rumlaufe), sondern weil mich dann junge Saudis anmachen (im ‚normalen‘ Sinn), Autos huppen usw.

Von daher: Peet, es ist - zumindest hier - eher eine ent-hemmende Wirkung.

Gruesse, Elke

Hallo Harald,

die Kontrolle ist 100%, natuerlich nicht. Aber wenn man hierherzieht, geht das Moebel usw. halt durch den Zoll und da werden solche Sachen halt herausgefiltert.
Ich habe im Uebrigen ein neues TEstaement von Joerg Zink, das wohl wegen dem knallroten Einband nicht auffiel und auch eine Bibel in Tsonga (beides, weil es mal Geschenke waren). Da die Zoellner oft keine lateinischen Buchstaben lesen koennen, geschweige denn Deutsch (das ist keine Abwertung, sie sind ja Araber und lesen arabisch), geht vieles, was nur Text ist durch, weshalb Bilder eher gefaehrdet sind.

Was den Computer betrifft: auch die beste landesweite Firewall schuetzt vor Unerwuenschtem nicht. Immerhin komme ich noch zum Religionsbrett bei wer-weiss-was… :wink:

Gruesse, Elke