Friedwälder

Hallo Fritz,

ich frage mich, ob das wirklich was typisch katholisches oder
evangelisches ist - sondern wohl eher etwas typisch deutsches.

In England ist Asche verstreuen erlaubt und wird gemacht -
ohne grosses Trara und Diskussion. Die Asche eines Freundes
von uns liegt zusammen mit bis jetzt ca. 20 anderen in einem
kleinen Vorplatz einer katholischen Kirche im
suedafrikanischen Durban - dort koennen sich alle
Kirchenmitglieder, die das wuenschen, anonym beerdigen lassen.
Es kommt gar nicht zu Diskussionen.
Ich glaube eher, da geht die deutsche Gruendlichkeit (ALLES
muss von oben geregelt sein, alles muss seine rechte Ordnung
haben) mit dem Sichern von Pfruenden einher. Axel kann
natuerlich sagen: lass sie doch - aber so ist es ja nicht, die
Kirchen bestimmen ja mit, was mit mir passiert, auch wenn ich
sie mein ganzes Leben lang links liegen gelassen habe.

Gruss, Elke
(immer noch geschockt von dir - siehe weiter unten)

Hallo,
ich denke, dass ist eine eher „westdeutsches Problem“. Ich kenne einige Friedhöfe in Berlin (ost) und Halle (Saale), da sind die sog. anonymen Wiesen ganz normal. Ich will mich auch selber dort begraben lassen, aber das nur am Rande.
Grüße Almut

Hallo Joerg,

okay, ich widersprech mir selbst: ich antworte doch noch mal.

ich meine, Dir, mir und vielen anderen ist es wurscht, dass
Menschen an Hunger oder Krankeheiten sterben, die durch eine
5€ Impfung zu verhindern wäre.

Woher kennst du mich? Woher weisst du,was ich in den letzten 25 Jahren gemacht habe. Nur ein Beispiel: in Suedafrika, in den frueher sogenannten Homelandern, sterben die Menschen nicht an mangelnden Impfungen (hoppla, die gibt’s!), sie sterben an Hunger und Folgekrankheiten, sie sterben an AIDS (ja, weil ihre Eltern unsittlich gelebt haben), und sie sterben durch Folgen von GEwalt.

Soll Gott etwa Manna vom Himmel regnen lassen damit Du
„glaubst“?

Nein, ob ich glaube, kann ihm nun wirklich wurscht sein. Aber wie oft bist du bei einem AIDS-kranken Kind im Endstadium am Bett gesessen, dem jeder Schluck weh getan hat?

Mit etwas Komsumverzicht von uns und mit Bildungsoffensiven in
der sogenannten 3. Welt wäre viel zu erreichen, aber wir
wollen es anscheinend nicht.

Wunderbar: ich verzichte (wer sagt, dass ich es nicht tue) und dann?? Eine Kerze, die das Dunkel der Welt erleuchtet.
Weisst du ueberhaupt, wieviele Menschen nur in Suedafrika gerade daran arbeiten? (ich rede ueber das, das ich kenne, deshalb die Konzentration auf diese Gegend) und wie das trotzdem dort aussieht? Und noch nicht einmal mit einbezogen,dass es mehr als eine Meinung gibt, wie man dem Elend entgegentreten kann. Erklaert aber immer noch nicht, warum der Allmaechtige das Elend zulaesst (ausser als Anschauungsunterricht/Beschaeftigungstherapie fuer diejenigen, die etwas aendern koennen).

Es ist halt einfacher (billiger) zu sagen: Warum lässt Gott
das zu?
Frage Dich zuerst, warum Du es zulässt.

Nochmal: wer sagt dir, wie mein Leben aussieht/aussah?

Eins glaube ich bestimmt. Gott ist nichts von den erwähnten
gleichgültig.

Nein, er weint bestimmt Krokodilstraenen ueber die armen, unschuldigen Kindlein,die er dann im Himmelreich nach dem Leben troestet.

„Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dich gespeist?
Oder durstig und gaben dir zu trinken?“

„Was Ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt ,habt Ihr
an MIR getan“

Auf die Frage Jusus´würde er heute bestimmt sagen: Jeden Tag
in der „Tagesschau“.

Ja und ? Soviel Elend, damit die Wohlstandsbuerger in Deutschland sich auf ihre Naechstenliebe berufen koennen und ihr Christentum unter Beweis stellen duerfen (oder auch nicht)?

Nicht ueberzeugend, deine Argumentation. Denn dann waere dem Herrn ja der westeuropaeische Christ wertvoller (er kriegt eine Chance, sich zu bewaehren!), als der verhungernde Christ in Afrika. Ach nein, der kriegt seinen Lohn ja hinterher.

Alle, die noch auf mein Posting antworten:
Ich moechte nicht glauben, ich moechte nicht bekehrt werden, wenn jemand eine Schublade braucht, dann pass ich vielleicht am besten unter Agnostiker, dort fuehle ich mich wohl. Dort duerft ihr mich lassen. Mein Engagement fuer meine Mitmenschen braucht ihr auch nicht in Frage zu stellen. Ich habe eine Vergangenheit und eine Gegenwart, mit der ich leben kann (was nicht heisst, dass ich nicht manches/vieles aendern wuerde, wenn ich es koennte, bzw. bereit bin, mich udn mein Verhalten zu aendern, wenn ich die Notwendigkeit dazu sehe).
Ich finde nur die Diskussionen hier im Brett so wunderbar mitteleuropaeisch und weltfremd (und warum ich hier manchmal mitlese, hat mit ein paar w-w-wler zu tun, von denen ich gerne Postings lese, egal zu welchem Thema).
Sicher ist das hier am Thema vorbei, es war der beruehmte Wassertropfen, der das Fass zum Ueberlaufen brachte (obwohl ich den Strohhalm bevorzuge, der den Ruecken des Kamels brach).

Gruesse,
Elke

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Du kannst natürlich einwenden, in
der DDR hätte es auch Kinderhorte gegeben, sogar mit
Ganztagsbetreuung. Nur ging es hier dem Staat eben gar nicht
den sozialen Aspekt, sondern a) um Früherzeihung und
-Indoktrination

was natürlich bei religiös dominierten sozialen einrichtungen NICHT der fall ist.

sorry konnte ich mir nicht verkneifen.

datafox

Hallo Elke,

Um die Analogie weiterzufuehren: es ist dem „lieben Gott“ aber
offensichtlich wurscht, wenn Millionen verhungern, Millionen
an schrecklichen Krankheiten draufgehen, Millionen im Krieg
verrecken, Millionen von diesen Milliojnen sind Kindern …

es ist ihm nicht wurscht!

Aber jedes Ding hat zwei Seiten.

Die eine Seite ist der „freie Wille“.
Gott hat dem Menschen mit dem Freien Willen auch die Verantwortung für das Leben gegeben. Und er hat den Menschen ganz klar gesagt, was sie zu tun hätten. Und würden sich alle daran halten, gäbe es keine hungernden Kinder, keine Seuchen, keinen Krieg,…
Aber der Mensch weiss ja immer alles besser :frowning:(
Und weil es immer Menschen gibt, die den „lieben Gott“ einen guten Mann sein lassen und machen, was sie wollen, gibt es eben all diese schrecklichen Dinge.

Die andere Seite ist Gottes Gerechtigkeit.
Das Leben ist mit dem Tod nicht zu Ende. Der Mensch wechselt nur von unserer Seite auf Gottes Seite. Und dort gleicht sich dann alles aus. Dort sind keine Kinder krank und hungrig. Und dort müssen die Machthaber dieser Erde, die so viel Leid über die Menschen gebracht haben, für ihre Schuld büßen.

Aber was die Gläubigen betrifft, gebe ich Dir Recht.
Die sogenannten „christlichen“ Organisationen, Parteien und Regierungen sollten etwas gegen Not und Elend tun.
Würde man die Rüstungsausgaben halbieren, hätte die Weltbevölkerung genug zu essen.

Gruss Harald

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Hallo Zusammen!

Ich bin missionierender Atheist!

ich rechne dir diese ehrlichkeit und den grad an
selbstreflexion hoch an. die weitaus meisten postings hier
beginnen irgendwie mit „das ist die wahre reine wahrheit die
ich verkündige und alles andere ist lüge…“

Aber, aber! Verkündet ein missionierender Atheist nicht auch die reine
Wahrheit? Und alles andere ist Lüge und Selbsttäuschung?
*gg*

Gruss
HC

Hallo Harald!

Und weil es immer Menschen gibt, die den „lieben Gott“ einen
guten Mann sein lassen und machen, was sie wollen, gibt es
eben all diese schrecklichen Dinge.

Dann bin ich also für all das Leid auf dieser Welt verantwortlich?

Ich verstehe eins nicht: Auf der einen Seite ist dein Gott allmächtig, fähig alles jederzeit zu sehen.

Auf der anderen Seite ist dein Gott ein kleinbürgerlicher Spießer, der aus Trotz, weil nicht alle Menschen ihm huldigen und bewundern, unabhängig von deren Glauben und Frommigkeit unsagbares Leid über Menschen ausschüttet. Kleinkinder, die noch nicht mal die Möglichkeit hatten deinem narzistischem Geisterwesen zu huldigen.

Das versteh ich nicht. Ein Wesen, von dieser Allmacht - hat es das wirklich nötig? Ist dein Gott ein Narziss, selbstverliebt und egomanisch?

Die andere Seite ist Gottes Gerechtigkeit.
Das Leben ist mit dem Tod nicht zu Ende. Der Mensch wechselt
nur von unserer Seite auf Gottes Seite. Und dort gleicht sich
dann alles aus. Dort sind keine Kinder krank und hungrig. Und
dort müssen die Machthaber dieser Erde, die so viel Leid über
die Menschen gebracht haben, für ihre Schuld büßen.

Ich dachte Jesus liebt die Sünder ganz besonders.

Aber was die Gläubigen betrifft, gebe ich Dir Recht.
Die sogenannten „christlichen“ Organisationen, Parteien und
Regierungen sollten etwas gegen Not und Elend tun.

Sie tun was gegen Elend, manche wirklich und manche nur gegen ihr eigenes.

Würde man die Rüstungsausgaben halbieren, hätte die
Weltbevölkerung genug zu essen.

Solange es Länder gibt, in denen Menschen verhungern, die Herren Chefs aber Krieg führen können…(Rest selbst zensiert)

Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang immer die Frage ob der einzelne Mensch so weit ist wie es die Gesellschaft zu sein scheint?
Wird er jemals so weit sein? Gibt es wirklich Friede, Freude Eierkuchen?

Grüße Dusan

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Moment!
Moment!

Aber, aber! Verkündet ein missionierender Atheist nicht auch
die reine Wahrheit? Und alles andere ist Lüge und Selbsttäuschung?

Nein! Ich wirke nur destruierend! Ich möchte unreflektiert übernommene Ansichten hinterfragen und als Ideologie entlarven.
Ich mache keine positiven Aussagen.

Ich kenne keine feststehende Wahrheit und biete keine „Wahrheiten“ an. Wie der alte Sokrates: Scio me, nihil scire! Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Fritz

Wie der alte Sokrates: Scio me, nihil scire!
Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Dass dieser Sokrates so gebildet war, Lateinisch zu sprechen, hätt ich nicht gedacht …

Täubchen :smile:

Hallo Elke!

>Um die Analogie weiterzufuehren: es ist dem „lieben Gott“ aber offensichtlich wurscht, wenn Millionen verhungern, Millionen an schrecklichen Krankheiten draufgehen, Millionen im Krieg verrecken, Millionen von diesen Milliojnen sind Kindern …

Das ist Gott ganz gewiß nicht wurscht und die Engel weinen, wenn sie sehen, wie die Menschen sich gegenseitig bedrücken und zerfleischen!

Aber: Wir Menschen haben von Gott die völlige Willensfreiheit erhalten, ohne die wir Roboter, wie z. B. die Bienen wären. Das heißt, wir können frei tun zu was uns Gottes Liebe in den 10 Geboten Moses aufruft und was wir nach den zwei Liebesgeboten Jesu und seiner Bergpredigt tun sollen, o d e r , was unser eigenes Genußdenken will.

Nun, der erste Weg ist der kurze, direkte Weg zum Herzen Gottes und zur ewigen Seligkeit. Der zweite Weg ist ein unter Umständen sehr langer Weg, der uns viel Leid verursacht.

Wenn wir nach dem Willen Gottes leben würden, dann wäre die Erde ein Paradies. Alles wäre gut und schön. Keine Trauer, kein Leid, keine Sorge keine Not.

Weil wir aber in der Regel nicht nach Gottes Willen, sondern nach unserem e i g e n e n Willen leben, sieht die Welt so aus wie sie ist. Und Gott läßt es zu, weil ihm die Willensfreiheit seiner Menschenkinder überaus wichtig ist.

>ja, das Elend auf der Welt, laesst mich am Glauben und an den Glaeubigen zweifeln - wenn es einen Gott gibt, dann sind wir entweder wurscht, oder er ist so, dass ich ihn nicht naeher kennenlernen will. Ich vermute aber mal, das Erstere.

Ich schlage vor: fange an Gott, der in der Person Jesu selbst die Erde betrat, in der Tat zu lieben und Du wirst nach und nach erkennen, daß Gott die Liebe ist und daß das Heil unserer Seele ihm überaus am Herzen liegt. Du findest Gott, unseren Vater Jesus, aber nicht da, wo viel Lärm geschlagen wird, sondern in Deinem Inneren, wenn Du stille einkehrst in Dein Herz.

Der Glaube allein ist aber nichts wert, nur die Tat. Denn Glauben ohne Werke ist tot.

Herzliche Grüße
Helmut

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Wer geliebt wird
weiß, dass Liebe über den Tod hinaus geht. Und las Notfallseelsorger, der hier einige Erfahrungen hat, kann ich dir nur sagen: Trauer braucht einen Ort! Nichts ist schlimmer, als wenn ein geliebter Mensch in der Anonymität verschwindet. Hier geht es nicht allein um christliche Kultur, sondern um Trauerkultur - und die sollte „Rücksicht“ (im wörtl. Sinne) auf die nehmen, die zurückbleiben und denen es zur Integration ihrer Trauer ungemein hilft, wenn sie das Grab ihrer Lieben pflegen können. Viele Menschen leiden darunter, dass sie dazu keine Möglichkeit haben, weil sie aus haupts. wirtschaftlichem Zwang heraus zu großer Mobilität gezwungen sind (die Familie ist heutzutage eben weit zerstreut).

Viele Grüße!

Gerd Wagner

Ein missionierender Atheist
ist jemand, der etwas bekämpft, an das er nicht glaubt. Wau, das ist logisch…

Gerd Wagner

Hallo Gerd,

Du magst sicher Recht haben, dass die meisten Menschen einen Ort für ihre Trauer brauchen. Dies hat mit Sicherheit nicht nur individuelle Gründe, sondern imho vor allem gesellschaftliche.
Meine Oma väterlicherseits ist seit ca. 20 Jahren tot. So lange ich denken kann, kümmert sich eine Gärtnerei um das Grab. Putzt die Platte, stellt Blümchen hin und an Allerheigen darfs auch etwas mehr sein. Mein Vater hat seine Mutter geliebt und auch um sie getrauert. Aber ich kann mich nicht an ein einziges mal erinnern, dass er auf den Friedhof gegangen wäre.
Als meine beste Freundin starb ( ich war damals 15/16 )war ich auf ihrer Beerdigung. Kleines Kaff, hunderte von Menschen anwesend, die Verwandschaft hatte gerade so Platz in der Kirche. Während des Gottesdienstes hat man den Sarg runtergelassen, nicht ohne das die „Totengräber“ vorher noch ihre Bierflasche mal eben darauf abgestellt hätten. Von der „Ansprache“ des Pfarres anschließend möchte ich gar nicht reden. Eine einzige Farce.
Ich war nie mehr auf diesem Friedhof.
Ich glaube, unsere Gesellschaft ist geprägt von einem erhobenem Zeigefinger „Das macht man halt so. Das gehört sich so.“
Meine Mutter ( obwohl selbst nicht gläubig ) versucht mich immernoch zu überreden meine Kinder taufen zu lassen. Wenn ich sie frage wozu, kommt ein " na das macht man einfach".
Und aus diesem Grund fragt sich wohl kaum einer, was mit seinen Überresten geschehen soll, wenn er mal nich mehr ist.
Selbst WENN die Trauer einen ( räumlichen ) Ort brauchen sollte, warum dann nicht selbst wählen? Wem schadet man damit, wenn die Asche z.b. im eigenen Garten ruht? Wäre es nicht viel schöner ( eben für die Zurückgebliebenen ), wenn ich einen lieben Menschen an einem Ort besuche, der mit ihm zu tun hatte?
Daher ( siehe Posting weiter unten ) bin persönlich auch nicht so überzeugt von diesen Friedwäldern. Dennoch ist es ein kleiner Fortschritt in der „Sterbekultur“.

Liebe Grüsse
Tanja

Hallo Gerd,

ich stimme dir im Prinzip voll zu - so kenne ich das auch aus dem Süden, von dem kleinen Ort aus dem ich komme. In Berlin sieht es da schon anders aus - da, wo ich jetzt wohne:smile:. Städte sind schon im Leben anonymer, im Tod erst recht. Soviele ungepflegte und verottete Grabstätten hab ich noch nie gesehen, wie hier. Ich finde das manchmal traurig: Durch eine Grabreihe gehen, sich die Grabmäler anschauen und das Vergessen sehen. Fremde Gräber, die geschmückt und liebevoll gepflegt sind, haben für mich etwas tröstliches. Sie sind für mich ein äußeres Zeichen, dass an diesen Menschen noch heute gedacht wird, das die Erinnerung an ihn Bestand hat - lange danach.

Für viele ist eine anonyme Bestattung gerade deshalb das beste: Sie entspricht einmal der Alterseinsamkeit vieler Menschen. Und andererseits ist sie für einige auch eine bewusste Entscheidung gegen ein verwahrlostes Grab: Meine eine Tante z.B. will anonym bestattet werden, weil sie weiß, dass ihre Kinder schon jetzt soweit weg wohnen, dass sie sich nie um das Grab kümmern könnten. eine „praktische“ Entscheidung!

Den Friedwald finde ich persönlich aber eine schöne Idee, kein Verscharren der anonymen Urne im Gras, sondern die Vorstellung, einen Baum zu nähren.

Beste Grüße,

barbara

Hallo Fritz,

was ich darüber denke? Ich finde es gut, dass die Kirchen sich äußern, wie sie es sehen. Das ist sicher eine Aufgabe in der Gesellschaft, die sie für ihre Mitglieder haben. Ob das immer „modern“ und damit angepasst sein muss? Ich meine nicht, wenn es gegen die eigene Überzeugung ist. Wie ich damit umgehe, kann ich ja dann mit meinem christlichen Gewissen abmachen:smile:. Vorgestern war ich bei der Urnenbestattung einer lieben Tante von mir: Sie ist katholisch. Dennoch gab es eine katholische Trauerfeier vor der Kremierung und 3 Wochen später eine sehr schöne Urnenbestattung mit dem katholischen Priester. Die Zeiten der Exkommunikation im Nachhinein sind also vorbei - und deine Wut geht hier ins Leere.:smile:

Viele GRüße,

barbara

Auch Moment!

Nein! Ich wirke nur destruierend! Ich möchte unreflektiert
übernommene Ansichten hinterfragen und als Ideologie
entlarven.
Ich mache keine positiven Aussagen.

Dann bist du auch kein Atheist mein lieber Fritz! A. bedeutet per Def.: Weltanschauung ohne Gott, Verneinung der Existenz Gottes. Und das ist a priori eine unreflektierte Ansicht. Denn reflektiert wäre z.B. erst einmal der Begriff „Gott“ semantisch zu klären. Aber ich denke ich weiss was du meinst, es ist dieser in den infantil-naiven Vorstellungen bestimmter Vertreter hausender Gott der dir nicht behagt. Ich persönlich habe da eher eine agnostische Sicht der Dinge oder des Kant sei gegrüßt „Dings an sich“. Der gute alte Meister Eckhart hat das mal schön formuliert, er verneint die Existenz Gottes ohne sie zu leugnen: Egal wie wir uns Gott vorstellen, es wird immer falsch sein, also besser keinen, als einen falschen!

Ich kenne keine feststehende Wahrheit und biete keine
„Wahrheiten“ an. Wie der alte Sokrates: Scio me, nihil scire!
Ich weiß, dass ich nichts weiß!

Dito, wenn du keine positiven Aussagen machst, kannst du auch keine negativ-positiven (g*) machen! Und das wäre eben Atheismus. Semantik ist mitunter Haarspalterei, aber wem erzähl ich das! :wink:

Immer nett mit dir zu plaudern! :smile:

Gruss
HC

Hallo Dusan,

Und weil es immer Menschen gibt, die den „lieben Gott“ einen
guten Mann sein lassen und machen, was sie wollen, gibt es
eben all diese schrecklichen Dinge.

Dann bin ich also für all das Leid auf dieser Welt
verantwortlich?

fühlst Du Dich schuldig?

Ich verstehe eins nicht: Auf der einen Seite ist dein Gott
allmächtig, fähig alles jederzeit zu sehen.

Ja und?

Auf der anderen Seite ist dein Gott ein kleinbürgerlicher
Spießer, der aus Trotz, weil nicht alle Menschen ihm huldigen
und bewundern, unabhängig von deren Glauben und Frommigkeit
unsagbares Leid über Menschen ausschüttet. Kleinkinder, die
noch nicht mal die Möglichkeit hatten deinem narzistischem
Geisterwesen zu huldigen.

Wer sagt, dass Gott Leid ausschüttet?
Das Leid erzeugen doch die Menschen!

Das versteh ich nicht. Ein Wesen, von dieser Allmacht - hat es
das wirklich nötig? Ist dein Gott ein Narziss, selbstverliebt
und egomanisch?

Gott hat es nicht nötig, dass Ihm jemand huldigt.
Aber wer Gott ablehnt, kann von ihm auch keine Geschenke erwarten.

Die andere Seite ist Gottes Gerechtigkeit.
Das Leben ist mit dem Tod nicht zu Ende. Der Mensch wechselt
nur von unserer Seite auf Gottes Seite. Und dort gleicht sich
dann alles aus. Dort sind keine Kinder krank und hungrig. Und
dort müssen die Machthaber dieser Erde, die so viel Leid über
die Menschen gebracht haben, für ihre Schuld büßen.

Ich dachte Jesus liebt die Sünder ganz besonders.

Klar, deshalb hat er sich auch für die Sünder kreuzigen lassen.
Wenn Du aber seine Liebe ablehnst, was willst Du dann von ihm erwarten?
Gott will nicht den Tod der Sünder, sondern dass sie sich ändern und von ihrem bösen Tun lassen.
Es liegt aber immer in der Entscheidung des Einzelnen.

Solange es Länder gibt, in denen Menschen verhungern, die
Herren Chefs aber Krieg führen können…(Rest
selbst zensiert)

ganz Deiner Meinung!

Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang immer die Frage ob
der einzelne Mensch so weit ist wie es die Gesellschaft zu
sein scheint?

Die Kette ist immer nur so stark, wie das schwächste Glied.

Wird er jemals so weit sein? Gibt es wirklich Friede, Freude
Eierkuchen?

Wenn die Menschen mal das tun werden, was Gott sagt, dann schon.

Gruss Harald

ist jemand, der etwas bekämpft, an das er nicht glaubt.

auch nichtglauben ist ein glauben. auch atheismus weist alle ausdrucksformen einer sgn. religion auf.

datafox

Nein! Ich wirke nur destruierend! Ich möchte unreflektiert
übernommene Ansichten hinterfragen und als Ideologie
entlarven.

auch dies ist ein missionarisches motiv. ein sehr beliebtes, weil es als modern und fortschrittlich gilt. viele vertreten wirken dabei fanatischer als ihre gegner :wink: (nee duuu nicht, aber tip: das esobrett:smile:

Ich mache keine positiven Aussagen.

dann müßtest du dich agnostiker nennen. ein atheist macht definitiv aussagen über die welt: „es gibt keine höheren wesen“.

Ich kenne keine feststehende Wahrheit und biete keine
„Wahrheiten“ an.

= agnostisches credo.

gruß datafox

Den Friedwald finde ich persönlich aber eine schöne Idee, kein
Verscharren der anonymen Urne im Gras, sondern die
Vorstellung, einen Baum zu nähren.

diese art der bestattung paßt zum gegenwärtigen weltbild wie der deckel auf den topf. eigentlich war es zeit, daß es in mode kommt. die meisten menschen glauben ja heute, daß der sinn ihres lebens darin besteht, daß sie geboren werden, ein wenig leben und dann sterben, wobei ihr körper dann verrottet und in den kreislauf der natur zurückgeführt wird. da paßt es doch wunderbar, daß diesem kreislauf auf die sprünge geholfen wird: die eigene leiche als dünger für einen baum!

und das meine ich nichtmal witzig jetzt. es ist ja wirklich so gedacht! das religiöse brimborium stößt immer mehr leute ab. an eine seele glaubt ja fast keiner mehr. was liegt also näher als bestattung mit biologisch abbaubarer entsorgung zu ersetzen?

trotzdem verstehe ich den rummel nicht, den kirchen (die kirche?) deswegen machen. AFAIK ist es doch nach deren auslegung verboten seinen körper verbrennen zu lassen. eine baumbestattung dagegen ist doch eigentlich ganz im sinne einer traditionellen erdbestattung. „aus der erde sind wir geschaffen, zur erde kehren wir zurück.“ die „biologische entsorgung“ ist also dem kirchlichen glauben viel näher als eine urnenbestattung, die jedoch weniger aufsehen erregt.

wieso?

gruß datafox

Friedwald in D./Trauerkultur
Hallo datafox,

es gibt übrigends bereits einen Friedwald in D.:

http://www.ahorn-grieneisen.de/set_all.htm?content/b…

Zu deiner Frage: Du wirst ebenfalls eingeäschert. Da ist kein Unterschied. Zudem war wohl das Thema „anonyme Bestattung“ Anstoß der Diskussion in den Kirchen => siehe 2 Postings über dir, Gerd Wagners Hinweise zur „Trauerkultur“ - nochmal ein anderer Aspekt zur Bestattungskultur.

grüße,

barbara