Hallo
Die „pädagogische Ausbildung“ erfolgt beim Menschen
(ähnlich wie bei Primaten) in den ersten vier
Lebensjahren.
Das sollte man nicht unterschätzen. M. W. sind Defizite, die in dieser Zeit entstehen, nicht mehr zu beheben. Die ersten Jahre sind die absolut wichtigsten.
Daran krankt wohl auch unser Erziehungssystem, in dem ja offensichtlich davon ausgegangen wird, dass die Kleinkinderziehung eine weniger hohe Qualifikation und weniger Intelligenz erfordert als die Erziehung älterer Kinder. (Die zweite große Vernachlässigung im pädagogischen System der BRD erfahren die meisten Kinder in der Mittelstufe, also beim Eintritt ins Erwachsenenalter.)
Die meisten Mütter haben vielleicht keine pädagogische Ausbildung, aber sie sind fast immer um vieles motivierter als irgendeine Kinderfrau, die man bei mangelndem Bedarf wieder wegschicken kann. Oder man gibt der Kinderfrau eine Lebensstelle, solange das Kind im Haus ist. So war es ja wohl auch meistens bei den Ammen und Kinderfrauen der Reichen, die hier erwähnt wurden.
Wenn man jedenfalls mal ältere Literatur liest, so scheinen diese Kinder oft eine sehr enge Beziehung zu ihren Ammen gehabt zu haben, und wenn die Amme weggeschickt wurde, dann war dies oft ein sehr dramatisches Geschehen für das Kind, auch wenn es schon älter war. Ich habe jedenfalls schon öfters von solchen Geschichten gelesen.
Viele Grüße
Thea

