2008 ist ein besonderes Börsenjahr
Hallo Lia,
ich möchte für meinen zweijährigen Sohn die hübsche Summe von
12.000 Euro anlegen, zur Sicherung von Ausbildung/Studium. Das
Geld kann auch auf lange Sicht (10, 15 Jahre) angelegt werden.
Die Jahre wird man auch brauchen, wenn man bedenkt, wie teuer eine Ausbildung bzw. ein Studium heute sein kann bzw. ist 
Im vergangenen Jahr habe ich das Geld als Festgeld mit
einjähriger Laufzeit angelegt, da es für die Aktienmärkte
nicht gut aussah, was sich ja auch bestätigt hat. Nun wird das
Geld demnächst frei, und ich weiß im MOment nicht, was ich tun
soll. Nochmal ein Jahr als Festgeld anlegen, weil auch für
dieses Jahr häufig Kursverluste prognostiziert werden?
Gerade das sollte doch dazu anregen in gesunkene Kurse zu investieren, wenn man doch sowieso langfristig orientiert ist, oder wie siehst Du das !?
Tatsache ist nunmal, dass Aktien die beste Rendite ermöglichen. Und da kann man, wenn man sich richtig und eben langfristig verhält, einen sehr guten Schnitt machen.
Aktuelles Beispiel: Siemens. Die Aktie hat an einem Tag über 12 Euro an Wert verloren. Anfang des Jahres stand das Papier noch bei über 100 Euro, jetzt sind es „nur noch“ 65 Euro. Was passierte daraufhin ?
Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG und sein Finanzchef haben unverzüglich in die Privatschatulle gegriffen, um den Aktienkurs „zu nutzen“ ähm … in völliger Selbstlosigkeit natürlich „zu stützen“
)
Aber im Ernst: Diese Leute wissen, dass das Unternehmen zu diesem Kurs unterbewertet ist. Und wenn der Markt davon nicht überzeugt ist, wird man „ihn“ auch noch davon überzeugen. Gut, das wird dann vielleicht wieder „den ein oder anderen Arbeitsplatz“ kosten aber … na ja.
Worauf es aber nun letztlich ankommt ist folgendes:
2008 ist aus vielerlei Hinsicht ein besonderes Börsenjahr. Zum einen haben wir die Krise an den int. Finanzmärkten ausgelöst durch die Konsumjunkees aus dem Land der scheinbar nun doch nur noch begrenzten Möglichkeiten.
Den totalen Crash haben wir noch nicht gesehen. Fakt ist aber, dass Aktien in Zukunft deutlicher billiger werden dürften. Wann dieser Zeitpunkt eintritt, ist momentan natürlich noch nicht abzusehen. Jedoch werden Aktien in 2008 billiger. Teilweise gibt es jetzt schon Einstiegskurse, wenngleich auch auf einem höheren Nieveau.
Der zweite wichtige Askept ist aber, dass ein Crash in 2008 auf jeden Fall auch steuerlich toll wäre. Dann könnte man nämlich noch einmal vor der sog. Abgeltungssteuer (kommt 2009) zugreifen und anlegen und somit eine Radikalbesteuerung auf Dividenden und v.a. Kursgewinne vermeiden.
Beispiel: Man kauft nach dem Crash Aktien und hält sie länger als ein Jahr. Dann bleiben alle Gewinne steuerfrei. Da man sowieso eine Weile warten muss, bis die Kurse wieder „verkaufsfähig“ sind (bei Deinem Anlagehorizont durchaus passend), stellt dies kein Problem dar. Dabei gilt das für Fondsbeteiligungen natürlich gleichermaßen.
Aktien sind nichts für mich, da kenne ich mich einfach zu wenig aus.
Okay, das ist ein Grund aber kein Hindernis … oder wie heisst das. Hier kann entweder ein geeigneter Berater bei einem Geldinstitut Deines Vertrauens helfen oder aber eigene Überlegungen. Geht man von dem Crash-Szenario aus und investiert nach einem solchen lediglich in „sichere Werte“ (also aus dem DAX-30, BASF, Dt. Bank, Siemens), kann man selbst bei wenig eigenem Wissen und entsprechend langem Anlagehorizont nur wenig falsch machen.
Fazit: Unter den genannten Umständen und Vorgaben könnten Aktien für Dich tatsächlich eine sehr interessante Option darstellen. Da solltest Du auf jeden Fall drüber nachdenken.
In Zeiten wo es gut läuft, kann man als relativ unwissender Anleger i.d.R. nur mit Fondsbeteiligungen Überrenditen erzielen. In 2008 könnte man aber selbst wieder zum „Fondsmanager“ werden.
VG
Sebastian