Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Hallo Martin,

Ja, ich meine das so: Die Inkonkretheit der Angst
erzeugt ja ein Verlorenheitsgefühl wie von Dir beschrieben (so
hatte ich die „erste Angst“ dank Deiner Erläuterungen zu
Heidegger auch verstanden!)
das deutet aber auch auf einen Verlust des Gegenteils hin:
d.h. Heidegger muss also sozusagen eine „konkrete
Geborgenheit“ gekannt/wahrgenommen haben.

ja, das ist so. Diese Geborgenheit fand Heidegger für sich selbst in der Natur und dem Heimatgefühl (ein Punkt, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, aber das ist ja gleichgültig). Er war - wie gesagt - Professor in Freiburg. Als er 1933 einen Ruf auf einen Lehrstuhl an der Universität Berlin bekam, lehnte er diesen Ruf ab, und zwar öffentlich mit einem Zeitungsartikel „Warum bleiben wir in der Provinz?“, in dem er darlegte, dass die Welt seiner Heimat aus seiner Sicht für ihn und seine Art zu denken notwendig sei. (Die genauen Daten habe ich im Moment nicht im Kopf, aber ich meine - aus der Erinnerung - dass es so gewesen ist, kann es aber im Moment nicht nachschlagen - sorry!). Letztendlich führte diese merkwürdige Naturmystik wohl auch zu seiner Verstrickung in den Nationalsozialismus, aber das alles kann ich im Moment nicht darlegen. Im Übrigen ist der Streit um Heideggers Rolle im Nationalsozialismus weder entschieden noch überhaupt wirklich angedacht. Dafür müssten erst alle Fakten auf dem Tisch liegen. In der Gesamtausgabe sind aber erst in diesem Jahr wichtige Texte aus dieser Zeit erschienen. Der Streit wird weitergehen. Die Einen werden sagen, er sei Nationalsozialist gewesen, weil seinem System das schon innewohnte, und die Anderen werden sagen, sein Eintreten für den Nationalsozialismus sei ein Irrtum gewesen. Für beides gibt es Argumente. Ich selbst bin der Meinung, dass er mit dem Nationalsozialismus gebrochen hat, indem er 1934 (als Rektor der Universität) seine Ämter zur Verfügung stellte. Aber das ist (m)eine Meinung - mehr nicht. Es bedarf da - wie gesagt - der Untersuchung der Fakten, und die sind wohl noch nicht alle veröffentlicht.
(Vorläufige Standardliteratur: Victor Farías, Heidegger und der Nationalsozialismus, Frankfurt/M. 1989, franz. 1987)

Es bleibt mir noch mitzuteilen, dass ich Anfang nächster Woche
in Urlaub fahre. Vielleicht schaue ich gelegentlich (aber
bestimmt höchst selten) in ein Internetcafé. Wenn nicht, bin
ich erst ab dem 06. Juni wieder erreichbar (für Nachfragen
oder Diskussionen).

Danke nochmals und
einen sehr schönen und erholsamen Urlaub wünscht

Vielen Dank für die guten Wünsche.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Das Leben ‚danach‘ ist das Leben DAVOR.
Einverstanden: „Erlebtes Nichts“ ist in der Tat ein Widerspruch. Deshalb habe ich auch „wäre“ gesagt. Und das „schrecklich“ kommt daher, dass ich mir Erlebnisse vorgestellt habe, die mit einem schmerzlichen Verlust zusammenhängen. Solche Erlebnisse sind sozusagen entfernte Annäherungen an das „Nichts-Erleben“, das den Verlust von ausnahmslos allem bedeuten würde, was aber wegen der Widersprüchlichkeit nicht möglich ist.

Ebenfalls einverstanden bin ich mit Deiner Aussage, das Leben nach dem Tod sei nicht nichts, sondern eine (andere) Daseinsform. Als Beispiele nennst Du Nirvana und leibliche Auferstehung.

Aus meinen Überlegungen folgt ein anderes Beispiel. Ich behaupte, dass sich der Satz des Epikur auch im Sinne Nietzsches ausdrücken lässt, nämlich so, wie es im Titel dieses Artikels heißt: Das Leben „nach“ dem Tod ist exakt das Leben VOR dem Tod, kein anderes.

Was meinst Du: Kommt in diesem „Fall“ die einmalige Verantwortung für das eigene, einzige, ewig in gleicher Weise wiederkehrende Leben nicht am entschiedensten zum Tragen?

du sagst es: gut genug programmiert, sonst ist es nix!

es war als gegenbeispiel gedacht: durch blosse beobachtung
kannst
du nicht auf das innenleben schliessen.

stimmt, aber die frage wie es (das computerprogramm oder aber das lebewesen) „entstanden“ ist gibt hinweise darauf!

Mit Sprache meinte ich allgemein: Begrifflichkeiten,
Grammatik. Wie sie sich darstellt ist egal.

nein das ist eben nicht egal. das ist eben der unterschied
zwischen denkenden lebenwesen und computern - die begriffe,
nicht
die grammatik. menschen koennen auch ohne grammatik
miteinander
reden, computer nicht.

hmmm… wie meinen?

Fällt dir ein Passwort nicht mehr
ein (=es kommt dir nicht mehr zu Bewußtsein) und tippst du
einfach drauf los, läßt quasi dein Unterbewußtsein die Finger
steuern, so kommt das Passwort auf wundersame Weise zu Tage!

das motorische gedaechtnis ist staerker als das sprachliche.
ist
das das unbewusste? ich habe wirkllich keine ahnung!

nein, es gibt einen unterschied zwischen bewußtsein und unbewußtem, daran liegt es schätze ich

Stimmt, du führst die Diskussion mehr aus theologischer Sicht,
ich mehr aus wissenschaftlicher.

nein, ich versuche beides sauber zu trennen und so
missverstaendnisse auszuraeumen.

ich finde das hatten wir beide versäumt

Ich wette dem ist nicht so. Wie kannst du die arment Tiere nur
auf eine Ebene mit einem Computerprogramm stellen?

das habe ich nicht. es war ein beispiel, um gegen den
behaviorismus zu argumentieren.

natuerlich stehen tiere nicht auf der stufe mit computern.
aber
nicht, weil sie nicht denken, sondern weil sie lebendig sind
und
sehr wahrscheinlich schmerzen empfinden.

na gott (?) sei dank!

so
liegt der Gedanke nahe, dass der Unterschied zwischen Mensch
und Affe ein absoluter ist.

ja, innerhalb der religion stimmt das auch. innerhalb der
ethik
uebrigens auch. wir muessen diesen unterschied postulieren,
weil
es sonst moralisch unbedenklich waere, einen menschen zu
toeten,
um 100 affen leben zu lassen.

Die Ethik der meisten Menschen sollte sich zumindest manchen Tierarten gegenüber ändern finde ich! Vielleicht sollte das jagen von Gorillas als Mord angesehen werden und kein Unterschied zum Mord am Menschen gemacht werden. Eine Diskussion darüber gibt es ja zur Zeit!

Aber laut Wissenschaft stammen wir
vom Affen ab, und somit ist der Unterschied ein gradueller,
darauf deutet einiges hin.

laut dieser theorie ist das bewusstsein ein graduelles
phaenomen.
dafuer spricht so einiges, etwa die beschraenkte faehigkeit
gewisser tiere, mit menschen zu kommunizieren. uebrigens tun
das
delphine auch.

eben!

das widerspricht jedoch in keinster weise obigem postulat -
naemlich dass der mensch als person einen speziellen status
geniesst, der zb. das toetungsverbot miteinschliesst.

All das führt dazu, dass sich die Menschheit noch immer viel zu überlegen fühlt!

Früher war die wissenschaftliche
Meinung auch eher in Richtung absoluter Unterschied, doch der
Trend in die andere Richtung wird immer stärker!

wissenschaftliche trends haben nichts mit ethik oder religion
zu tun.

Sollten diese beiden aber beeinflussen, wie ich meine!

Gemeinsame Geschichte und vergleichbare Beschaffenheit von
Mensch und Affe lassen mich denken, dass er unter Schmerzen
genauso leidet wie ich.

richtig. dem stimme ich zu! kein tier sollte aus purem spass
getoetet werden. einen computer zu zerstoeren waere aber
durchaus
drin.

ja, danach ist mir auch manchmal…

dass du mir aehnlich empfindest, und weniger stark, dass auch
affen aehnlich empfinden. du bist mir sehr sehr aehnlich, der
affe wohl weniger.

*lol* - danke für das Kompliment.

hehe, ups, die unfreiwillige komik ist mir gar nicht
aufgefallen :smile:))

Hoffentlich vergessen sie ihr Passwort nicht…

genau :smile:)

stimmt, aber die frage wie es (das computerprogramm oder aber
das lebewesen) „entstanden“ ist gibt hinweise darauf!

okay, es gibt auch computer, die sich selbst programmieren. aber
das ist doch nebensaechlich. sagt dir der turingtest was? stell
dir vor, du chattest und sollst feststellen, ob du mit einem
menschen oder computer redest. was, wenn dir das nicht gelingt?

die grammatik. menschen koennen auch ohne grammatik
miteinander
reden, computer nicht.

hmmm… wie meinen?

du kannst mit einem menschen ueber etwas reden, fuer das ihr kein
gemeinsames wort habt, solange klar ist, worum es geht. wenn das
nicht ginge, waere das erlernen von sprache gar nicht moeglich.
wie soll ein computer das schaffen? das verstehen, das
verknuepfen von bedeutungen mit der welt, fehlt ihm. um das zu
koennen, muesste er ‚wachsen‘ wie ein kind und lernen durch
sehen, hoeren und beruehren.

nein, es gibt einen unterschied zwischen bewußtsein und
unbewußtem, daran liegt es schätze ich

sollten wir ins psychologiebrett schreiben. wuerde mich
interessieren.

na gott (?) sei dank!

klar. was glaubst du denn? der totale unterschied zwischen mensch
und tier, den die religion lehrt, gibt doch nicht das recht,
tiere einfach so zu quaelen.

Die Ethik der meisten Menschen sollte sich zumindest manchen
Tierarten gegenüber ändern finde ich! Vielleicht sollte das
jagen von Gorillas als Mord angesehen werden und kein
Unterschied zum Mord am Menschen gemacht werden. Eine
Diskussion darüber gibt es ja zur Zeit!

okay… dann waere es okay, einen menschen zu erschiessen, der
damit droht, einen gorilla zu toeten? wie bei entfuehrungen zum
beispiel. nein, einspruch. das wort ‚mord‘ muss der kriminellen
menschentoetung vorbehalten bleiben.

All das führt dazu, dass sich die Menschheit noch immer viel
zu überlegen fühlt!

soll auch so bleiben. tiere, die menschen bedrohen, gehoeren
umgebracht. punkt um. die jagd auf affen gehoert im sinne des
naturschutzes sowieso verboten und streng bestraft. das ‚mord‘ zu
nennen, ist aber ein begriffsmissbrauch.

Sollten diese beiden aber beeinflussen, wie ich meine!

kann sie gar nicht. weil sie sich gar nicht ins gehege kommen.

Was meinst Du: Kommt in diesem „Fall“ die einmalige
Verantwortung für das eigene, einzige, ewig in gleicher Weise
wiederkehrende Leben nicht am entschiedensten zum Tragen?

das verstehe ich nicht ganz. wenn das leben deiner meinung nach
ewig in gleicher weise wiederkehrt, wieso ist es dann einzig?

Versuch, einen ungewohnten Gedanken zu erläutern
Der Gedanke besagt: Das Leben kehrt genau so wieder, wie es einmal gewesen ist. Es wiederholt sich endlos in genau der Form, die es endgültig vor dem Tod angenommen hat.

Die Todesschwelle hat lediglich zur Folge, dass wir die anschließende Wiederholung des soeben zu Ende gegangenen Lebens nicht als solche registrieren.

Wir befinden uns sozusagen bis in alle Ewigkeit in diesem einen, endlichen Leben, weil es sich unendlich wiederholt. Wir sterben in ein und dasselbe Leben immer wieder hinein.

Dieser Gedanke beruht weder auf Erfahrung noch auf Eingebung, sondern auf der reinen Logik der Endlichkeit.

Epikur und Nietzsche gehören meines Erachtens zu den Wenigen, die dieser erregenden Logik gefolgt sind. Die meisten beruhigen sich entweder mit einer religiösen Heilserwartung oder mit der angeblich nüchternen Auffassung, mit dem Tod sei alles aus.

Nein, mit dem Tod ist nicht alles aus. Aber nach dem Tod fängt auch nichts Neues an. Sondern das Alte kehrt wieder …

‚Tot‘ ist nicht dasselbe wie ‚Schluss aus‘.
Näheres dazu in meinen Artikeln weiter oben, z. B. „Versuch, einen ungewohnten Gedanken zu erläutern“

Der Gedanke besagt: Das Leben kehrt genau so wieder, wie es
einmal gewesen ist. Es wiederholt sich endlos in genau der
Form, die es endgültig vor dem Tod angenommen hat.

das heisst, dass es keinen freien willen und keine
gestaltungsmoeglichkeit des lebens gibt? alles steht schon fest?

Dieser Gedanke beruht weder auf Erfahrung noch auf Eingebung,
sondern auf der reinen Logik der Endlichkeit.

ehrlich gesagt verstehe ich das noch immer nicht. endlichkeit
bedeutet zeitlichkeit. das gegenteil waere zeitlosigkeit. warum
ergibt sich daraus wiederholung?

Nein, mit dem Tod ist nicht alles aus. Aber nach dem Tod fängt
auch nichts Neues an. Sondern das Alte kehrt wieder …

eine beaegnstigende vorstellung :smile:

stimmt, aber die frage wie es (das computerprogramm oder aber
das lebewesen) „entstanden“ ist gibt hinweise darauf!

okay, es gibt auch computer, die sich selbst programmieren.
aber
das ist doch nebensaechlich. sagt dir der turingtest was?
stell
dir vor, du chattest und sollst feststellen, ob du mit einem
menschen oder computer redest. was, wenn dir das nicht
gelingt?

natürlich kenne ich den. wozu noch diskutieren, wir sind uns doch eh schon einig, dass es nicht so einfach ist, dass „bewußtsein“ zu definieren.

Die Ethik der meisten Menschen sollte sich zumindest manchen
Tierarten gegenüber ändern finde ich! Vielleicht sollte das
jagen von Gorillas als Mord angesehen werden und kein
Unterschied zum Mord am Menschen gemacht werden. Eine
Diskussion darüber gibt es ja zur Zeit!

okay… dann waere es okay, einen menschen zu erschiessen, der
damit droht, einen gorilla zu toeten? wie bei entfuehrungen
zum
beispiel. nein, einspruch. das wort ‚mord‘ muss der
kriminellen
menschentoetung vorbehalten bleiben.

Hast recht, ein Unterschied muß bleiben. Außerdem sehe es blöd aus, einen Gorilla in den Zeugenstand zu holen.

All das führt dazu, dass sich die Menschheit noch immer viel
zu überlegen fühlt!

soll auch so bleiben. tiere, die menschen bedrohen, gehoeren
umgebracht. punkt um. die jagd auf affen gehoert im sinne des
naturschutzes sowieso verboten und streng bestraft. das ‚mord‘
zu
nennen, ist aber ein begriffsmissbrauch.

warum dürfen menschen tiere aber ungestraft umbringen? die schmerzen sind doch (vermutlich) bei beiden die selben. ok, wenn keine menschenrechte für schimpansen, was kann man dann tun?

[friedvolle uebereinstimmungen geloescht :smile:]

warum dürfen menschen tiere aber ungestraft umbringen?

das stimmt eigentlich ja nicht. wenn ich den nachbarshund
umbringe, gehe ich nicht straffrei aus. erstens gehoert er dem
nachbarn, zweitens habe ich ein von ihm geliebtes wesen getoetet.
also war es sachbeschaedigung, so arg das vielleicht klingt, und
vielleicht muss ich auch ein schmerzensgeld zahlen. man sollte
mich auch psychiatrisch durchtesten - ein mensch, der tiere
einfach umbringt, wirkt verdaechtig.

was wildtiere angeht - naja warum darf man das? weil es einem
keiner verbietet. gewisse arten sind ja geschuetzt, das ist auch
gut so. aber prinzipiell darf jedes tier getoetet werden, wenn es
zum nutzen der menschen ist. warum ist das so? es ist einfach so.
lehrt ja die schoene evolutionsteorie: das recht des staerkeren.

die
schmerzen sind doch (vermutlich) bei beiden die selben. ok,
wenn keine menschenrechte für schimpansen, was kann man dann
tun?

die schutzgesetze so streng wie moeglich machen. artgerechte
haltungen vorschreiben. sinnlose quaelerei (zb. fuer
kosmetikprodukte) verbieten. strengste schutzgesetze fuer
erwiesenermassen sensible tiere wie affen, delphine, elefanten.
aber wo soll die grenze sein? was ist mit den elektrischen
moskitokillmaschinen? problematisch, das ganze.

Zu Deinen drei Bedenken
Zu 1: Dass dasselbe Leben immer wiederkehrt, schließt den freien Willen nicht aus; denn einmal, aber eben nur einmal, steht uns das Leben weitgehend frei. Der Gedanke besagt lediglich, dass wir keine zweite Chance erhalten. Damit verschärft sich sogar der Appell an unsere Freiheit und Verantwortlichkeit.

Zu 2: Dass unser Leben endlich ist, schließt seine endlose Wiederholbarkeit nicht aus; denn unser Leben überwindet deshalb nicht seine zeitlichen Grenzen. Im Gegenteil: Die Begrenztheit wird sogar verewigt.

Zu 3: Dass nach dem Tod keines neues Leben anfängt, sondern das alte wiederkehrt, ist nur für diejenigen beängstigend, die ihr „altes“, einziges Leben zu einem bösen Ende bringen. Je besser ich in diesem Leben für mich sorge, desto willkommener kann mir die „Endlosschleife“ sein.

  • )

Zu 1: Dass dasselbe Leben immer wiederkehrt, schließt den
freien Willen nicht aus; denn einmal, aber eben nur einmal,
steht uns das Leben weitgehend frei. Der Gedanke besagt
lediglich, dass wir keine zweite Chance erhalten. Damit
verschärft sich sogar der Appell an unsere Freiheit und
Verantwortlichkeit.

woher weiss ich aber, ob ich mich im ersten also freien leben
befinde oder aber im zweiten oder tausendsten, in dem alle meine
entscheidungen zwangslaeufig ablaufen?

Zu 2: Dass unser Leben endlich ist, schließt seine endlose
Wiederholbarkeit nicht aus;

ja, wie ein song, der dauernd auf loop laeuft.

Frei oder nicht frei

woher weiss ich aber, ob ich mich im ersten also freien leben
befinde oder aber im zweiten oder tausendsten, in dem alle
meine entscheidungen zwangslaeufig ablaufen?

Du kannst es nicht wissen. So leb’ Dein Leben!

Herzlich grüßt Dich

Leo

woher weiss ich aber, ob ich mich im ersten also freien leben
befinde oder aber im zweiten oder tausendsten, in dem alle
meine entscheidungen zwangslaeufig ablaufen?

Du kannst es nicht wissen. So leb’ Dein Leben!

also ist der freie wille wieder glaubenssache? was wurde mit der
annahme von ewigen lebenswiederholungen dann gewonnen?
interessante theorie, will mir aber nicht so recht in den kopf. :smile:

Freiheit, Glaube, Wiederkehr
Die so spannende wie offene Frage nach der Freiheit kann im Sinne einer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung entschieden, aber auch im Sinne einer „agnostischen“ Philosophie („Ich weiß, dass ich nichts weiß“) spannend und offen gelassen werden.

Für die („sokratische“) Offenheit der Freiheitsfrage steht auch der Gedanke der „ewigen Wiederkehr“. Daher das Motto: „Leb’ Dein Leben!“ Das heißt: Sorge Dich nicht darum, ob Du frei bist oder nicht, sondern tu’ einfach, was Du kannst! Was würde sich denn schon an Deiner Lebensführung ändern, wenn Du um Deine Freiheit oder Unfreiheit wüsstest?! Wenn Du um Deine Unfreiheit wüsstest, wäre doch eh’ nichts zu ändern, und wenn Du um Deine Freiheit wüsstest, würdest Du doch auch nur Dein Leben leben. Oder?

Fatalismus
Hallo Leo! und lehitraot!

*einmisch* mit Verlaub…
und zwar weil ich den Gedanken der ewigen Wiedergeburt persönlich für „falsch“ (obwohl natürlich nicht wiederlegbar) halte und gerne (weiterhin) Eure Meinung erfahren möchte.

1)Er ist mE nicht hilfreich
Er könnte zu einem Fatalismus verleiten, da das Leben (eh) ja vorher schon mal und dazu noch haargleich abgelaufen ist.

2)Er entspricht nicht der (menschlichen) Logik der Zeitlichkeit
das Leben ist in unseren Augen doch gerade offen: eine noch nicht abgeschlossene Erfahrung.

3)Er ist anthropozentrisch
der Gedanke geht davon aus, daß nur wir"außerzeitliche Lebewesen" sind;
Eigentlich sollten konsequenterweise ja auch Insekten,Dinosaurier,Amöben und sämtliches Urgetier (und das seit Urzeiten) wiedergeboren werden. Folglich müssten dann auch unendlich viele Zeiten parallel ablaufen…

und ein paar Gedanken zum posting:

Für die („sokratische“) Offenheit der Freiheitsfrage steht
auch der Gedanke der „ewigen Wiederkehr“. Daher das Motto:
„Leb’ Dein Leben!“ Das heißt: Sorge Dich nicht darum,
ob Du frei bist oder nicht,

Denken und sich „Sorgen machen“ z.B. über diese Frage ist aber auch Teil des menschlichen Lebens!
und aus einer aufrichtigen Sorge kann man auch vieles lernen !!

sondern tu’ einfach, was Du kannst!

Das Denken kann auch als Teil des menschlichen „Tuns“ verstanden werden:
Man denkt über die Freiheit nach, weil „man“ die Möglichkeit dazu entdeckt (wenn die Zeit, Muße, Sorge dazu besteht)

Waswürde sich denn schon an Deiner Lebensführung ändern, wenn Du
um Deine Freiheit oder Unfreiheit wüsstest?!

Da ändert sich mE nun sehr viel (Stichwort:z.B. Fatalismus), denn unsere Gedanken beeinflussen ja letztendlich auch unser Handeln (und sind zudem Teil des Lebens)!
Ist zwar eine Binsenwahrheit-aber wir sollten mE Denken und Handeln hier nicht trennen!

Gruesse
Martin

Das Problem der Menschen, die den jüdischen Glauben pflegen, ist, daß sie nur begreifbares, anfaßbares verehren. Fast so wie die sich katholisch nennenden Christen.

Die wirkliche Zielsetzung Gottes mit Seinen Kindern, uns Menschen, ist es jedoch, wer sich die Mühe macht, die Bibel in AT und NT daraufhin durchzuarbeiten!!! wird es bestätigen, uns Menschen, die wir am Übergang von der materiell-dinglichen Weltgeschichte stehen, mit unsrem verweslichen Körper, hinüber in Seine, Gottes, geistige, geistliche Welten zu holen. Diese aber bestehen in Ewigkeit und sind für uns, Seine Kindlein, vorgesehen, Er will dort mit uns zusammen gemeinsam regieren. Wir Menschen aber, wir sollen uns dazu würdig machen, indem wir lernen, uns von Ihm erziehen, heranbilden lassen - hinüber, Transit, als letztes Wesen der materiellen Wert zum Ersten Wesen der Geisteswelt, der Geisteswelten.

Und dort kommen nur und ausschließlich die unverweslichen, ewig existierenden Seelen hin. Früher oder später. Einige brauchen eben halt etwas länger, wenn sie sich nicht genug Mühe damit machen, den Vater im Himmel zu suchen und zu finden. Seine Verheißung gilt nach wie vor: Wer da suchet, der findet auch!
Und dies ist eine Gottesverheißung!!!
Da gibt es nur zwei Möglichkeiten!!!
Entweder sie stimmt, und ich bezeuge mit meinem eigenen Leben, Erleben, daß sie stimmt.
Oder da hat wer fürchterlich gelogen - und alles ist Käse!
Und damit wäre das Thema Gott und Himmel und Religon für immer abgehakt.

Ich aber habe das geprüft - und Seine Kraft wirken und einwirken lassen - natürlich so wie ER will!!! - und durfte zu Gott finden. Und Er hat mir die bisher nicht von mir geglaubte Sache mit Jesus und warum Jesus erklärt. So bin ich dadurch seit etwa 10 Jahren ununterbrochen zum Christ geworden. Und das heißt logischerweise: Jeder, der ehrlich, in Wahrheit und Demut seinen Gott sucht, so es Ihn denn wirklich geben sollte!!!, der wird Ihn auch finden. Amen.

Spannungsfeld
Hallo Martin!

Gegen den Wiederkehr-Gedanken wendest Du ein:

1)Er ist mE nicht hilfreich
Er könnte zu einem Fatalismus verleiten, da das Leben (eh) ja
vorher schon mal und dazu noch haargleich abgelaufen ist.

Alles, auch zum Beispiel frustrierende Erfahrungen mit der Freiheit, überhaupt das Leben, „könnte zu einem Fatalismus verleiten“ - könnte! Sind wir nicht - Hand aufs Herz! - zwischen dem Lebensgefühl der Freiheit und dem der Notwendigkeit hin- und hergeworfen? Wichtig am Wiederkehr-Gedanken ist die Ungewissheit, ob das jeweilige Leben ein erstmaliges oder ein wiedergekehrtes ist. Daher kann ein Wiederkehr-Denker die Freiheit in keinem Fall ausschließen.

2)Er entspricht nicht der (menschlichen) Logik der
Zeitlichkeit
das Leben ist in unseren Augen doch gerade offen: eine noch
nicht abgeschlossene Erfahrung.

Vor dem Tod erscheint gerade auch dem Wiederkehr-Denker das Leben so offen, wie es nur sein kann. Was willst Du mehr? Was könnte der „Logik der Zeitlichkeit“ angemessener sein als diese Erfahrung? Für unangemessen halte ich sowohl den Gedanken, dass der Tod die Vernichtung des Lebens, als auch den, dass er den Beginn eines neuen Lebens bedeutet. Der Gedanke der Vernichtung geht auf die Sinnlosigkeit, der des Neubeginns auf die Unverbindlichkeit des Lebens. Dagegen geht der Gedanke der Wiederkehr auf die Endgültigkeit und damit Höchstbedeutendheit dieses einen Lebens, das der Tod verewigt.

3)Er ist anthropozentrisch
der Gedanke geht davon aus, daß nur wir"außerzeitliche
Lebewesen" sind;
Eigentlich sollten konsequenterweise ja auch
Insekten,Dinosaurier,Amöben und sämtliches Urgetier (und das
seit Urzeiten) wiedergeboren werden. Folglich müssten dann
auch unendlich viele Zeiten parallel ablaufen…

Die Wiederkehr ist nicht als physisch-biologischer Vorgang, sondern als eine Art virtueller Reproduktion zu verstehen, die sich endlos fortsetzt. So lässt uns die „Ewigkeit des Einmaligen“ keine Zeit übrig, in der wir uns in einem anderen Leben oder „im Nichts“ befinden würden. Es geht also nicht um viele Zeiten, sondern immer nur um die eine Zeit, die jeder Mensch und überhaupt jedes Lebewesen (!) hat. Der Gedanke bringt keine naturwissenschaftlichen Komplikationen, sondern allenfalls metaphysische Missverständnisse mit sich - infolge unserer idealistischen und materialistischen Denkgewohnheiten.

Außerdem hast Du angemerkt:

Denken und sich „Sorgen machen“ z.B. über diese Frage ist aber
auch Teil des menschlichen Lebens!
und aus einer aufrichtigen Sorge kann man auch vieles lernen
!!
Das Denken kann auch als Teil des menschlichen „Tuns“
verstanden werden:
Man denkt über die Freiheit nach, weil „man“ die Möglichkeit
dazu entdeckt (wenn die Zeit, Muße, Sorge dazu besteht)

denn unsere Gedanken beeinflussen ja letztendlich auch unser
Handeln (und sind zudem Teil des Lebens)!
Ist zwar eine Binsenwahrheit-aber wir sollten mE Denken und
Handeln hier nicht trennen!

Nur weil wir nicht wissen, ob wir frei sind oder nicht, schlagen wir uns auf die eine oder andere Seite. Zum Vergleich: Nur weil die Börsianer nicht wissen, ob die Kurse steigen oder fallen, profilieren sie sich als „Bullen“ oder „Bären“. Ich kann nicht auf das Wissen um meine Freiheit oder Unfreiheit warten, ehe ich mein Leben beherzt angehe, denn dann könnte ich ewig warten. Natürlich wäre das auch ein Leben (siehe „Warten auf Godot“); denn es gibt auch kein Warten ohne Herz.

Mit „Herz“ meine ich den Glauben, auf den wir mangels Wissen bauen: den Glauben an die Freiheit, den Glauben an das Schicksal, den Glauben an Gott, den Glauben an nichts, den Glauben an die Wiederkehr … Indem wir (das eine oder andere) glauben, beweisen wir Mut - Lebensmut. Solange wir nicht glauben, sind wir nicht entschieden, und solange wir nicht entschieden sind, handeln wir nicht, sondern zögern wir das Handeln hinaus (siehe „Hamlet“). Dazu passt der Spruch von Kafka: „Es gibt nur das Ziel, keinen Weg. Was wir Weg nennen, ist Zögern.“

Kurz: Ich möchte das Verbindende von Denken und Handeln nicht übertonen, freilich auch das Trennende nicht. Sie bilden ein Spannungsfeld, ähnlich wie der Wiederkehr-Gedanke und die Freiheit, ähnlich auch wie Dein und mein Beitrag zur Diskussion.

Leo

glauben

Das Problem der Menschen, die den jüdischen Glauben pflegen,
ist, daß sie nur begreifbares, anfaßbares verehren. Fast so
wie die sich katholisch nennenden Christen.

diese menschen glauben an gott. und der ist genau das gegenteil
von anfassbar und begreifbar. staerker noch ist das bei den juden

  • dort wird sogar eine ‚menschwerdung‘ gottes abgelehnt. ich
    finde es anmassend, ueber probleme anderer religionen zu urteilen.

Die wirkliche Zielsetzung Gottes mit Seinen Kindern…

tut mir leid, aber glaubensinhalte sind glaubensinhalte und
deswegen keiner diskussion zugaenglich. jeder darf und soll
glauben, was er will, und soll dies auch anderen gestatten.

lieben gruss!

Per aspera ad astra-…zu den Sternen,zum Licht

diese menschen glauben an gott. und der ist genau das
gegenteil von anfassbar und begreifbar.

Aber sicher ist der Gott von vielen Religionen anfaßbar. Mußt nur mal nach Ostasien gehen. Und auf die Inselgruppen. Alles anfaßbar, alles aus Holz oder Stein geschnitzt.

staerker noch ist das bei den juden

  • dort wird sogar eine ‚menschwerdung‘ gottes abgelehnt. ich
    finde es anmassend, ueber probleme anderer religionen zu
    urteilen.

Das bleibt Dir unbenommen, die Probleme anderer Religionen nicht zu verurteilen.
Wir sollten ja auch nicht verurteilen oder urteilen, sondern lernen, bzw. ableiten, was wir selber besser machen können, um nicht dieselben Probleme zu haben - bzw. zu bekommen. Dafür sind die verschiedenen Religionen schließlich da.
Und die beste, für den eigenen Charakter passendste, die sucht man sich dann aus. Und so ist es auch wirklich am besten, übrigens für alle!

Die einen brauchen Vordenker, Stellvertreter, andere nicht!
Das ist eine Feststellung, kein Urteil!

Als echter Christ brauche ich keine Vordenker, Meister, Stellvertreter Christi, sondern nur und ausschließlich Gott in Jesus Christus selber - und zwar live und in meinem Herzen!
Und diese Gnade ist mir von Ihm auch auf mein Bitten hin vergönnt. Halleluja, ich preise den Herrn dafür.

Die wirkliche Zielsetzung Gottes mit Seinen Kindern…

tut mir leid, …

Ich glaube Dir nicht, daß Dir das wirklich leid tun sollte!

…aber glaubensinhalte sind glaubensinhalte und
deswegen keiner diskussion zugaenglich. jeder darf und soll
glauben, was er will, und soll dies auch anderen gestatten.

Selbstverständlich doch. Du versuchst damit, Eulen nach Athen zu tragen! Alles bekannt. - Außerdem, wer will hier DISKUTIEREN darüber? Du? Ich nicht!

Ich stelle nur meinen Jesus Christus hier vor, und einen möglichen Weg, die Gnade und Barmherzigkeit des lebendigen, existierenden und kommunizierenden Gottes selber erfahren zu können.

Wer das ablehnt, der muß es selber wissen. Da bin ich doch nicht dagegen. Ich bin aber sehr dagegen, diesen Gnadenweg, der inneren Seelenfrieden gewährleistet im eigenen Herzen, zu verheimlichen. Das will mein Herrgott nicht. Jeder soll es wissen, und jeder sollte von Ihm wissen. Den einen zur Erlösung, zur Freude, zum Jauchzen - den anderen, leider!!!, zum Ärgernis.

Aber: jeder zieht sich den Schuh an - der Ihm paßt!
Wer beleidigte Leberwurst spielen will - der findet immer einen Anlaß. Ich will niemandem was böses, aber jedem Menschen alles Liebe und Gute, im Namen von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Amen.