Große Hunde, kleine Badewannen und eklige Ratten
Hallo Anwar
Hallo Gordie,
Ein Hund ist genausowenig eine potentielle Gefahr für andere,
wie viele andere Dinge im Leben auch. Um nicht schon wieder
mit dem Auto anzufangen (verursacht enorme personenschäden,
die aber elegant verschwiegen werde), kann man auch Badewannen
als potentiell gefährlich einstufen: ich kann darin
ertri´nken, ich kann mich mit dem Föhn umbringen, ich kann
ausrutschen und mir den Kof anschlagen und bestimmt noch viel
mehr. Aber nutzen wir weiter Badewannen? Aber sicher doch!Das ist ausgemachter Blödsinn
sorry, aber ich bin nur auf Deinen Blödsinn eingegangen
und das weisst Du sicher. Eine
Badewanne stellt überhaupt keine Gefahr für jemanden
dar, der z.B. an Deinem Haus borbeiradelt.
Tja, meine Hunde auch nicht.
Oder? Das
Hundebesitzer (ähnlich wie Badewannenbesitzer) sich in
potentielle Gefahr begeben ist klar, aber auch völlig am Thema
vorbei.
Das Leben ist voller Risiken - aber auch voller schöner Dinge. Wer niemals Risiken eingeht, dem entgeht auch viel Schönes.
Oder badest Du etwa nicht?
Es gibt Rassen ohne ausgeprägtes Revierverhalten, denen man
mühevoll Beibrigen muß, für ein Leckerchen mal einmal
bitteschön Laut zu geben (das übe ich gerade unter anderem) -
also meilenweit entfernt vom anbellen ofder gar agressivem
Anbellen von Passanten.Glaube icht nicht.
Das ist auch keine Frage des Glaubens (wir sind hier ja nicht bei Religion und Ethik). Schau Dich einfach mal um bei den vielen Rassen und lehn Hunde nicht pauschal ab.
Ein Hund ist ein Hund. Und diese Spezies
hat nunmal grundlegende Instinkte.
Das ist unstrittig - aber nicht alle Hunde haben die gleichen Instinkte bzw. sind für die gleichen Aufgaben gezüchtet. Bei einigen gehörte es einfach zum „Job“, ständig Radau (z.B. Hof- und Wachhunde)zu machen und bei anderen war es völlig unwichtig bzw. sogar unerwünscht. Ein Vorstehhund bei der Arbeit, der auch nur einen Mucks von sich gibt, ist völlig untauglich.
Selbst z.B. ein
Deutsch-Kurzhaar, eine wirklich superruhige Hunderasse,
schlägt manchmal an, wenn jemand „falsches“ am Haus
vorbeigeht.
Anfangs war noch die Rede von „nervigem, aggressivem Anbellen von harmlosen Passanten“ und jetzt darf der Hund nicht mal mehr kurz „Wuff“ machen. Gut, Badewannen sind ganz leise, aber Autos (Ich weiß, schon wieder Auto) hupen auch gelegentlich. Drehst Du nicht auch manchmal die Musik etwas lauter als Zimmerlautstärke? Oder machst irgendetwas anderes, was Dritte unbeteiligte hören können?
Bestimmt, da bin ich fest von überzeugt.
Der Hund ist ein domestiziertes (im Gegensatz zum Bären)
Rudeltier (im Gegensatz zur Katze). Er hat also keine Probleme
damit, mich überallhin zu begleiten - er liebt es sogar heiß
und innig. Mein Hund himmelt mich an, tut alles für
Leckerchen, gibt keine Widerworte, läßt sich Kraulen, wenn mir
danach ist - welches andere Haustier kann da mithalten?Ganz so dumm-devot wie ein Hund ist glaube ich kaum ein
anderes Tier.
Oh je, schon wieder Dein glaube. Ich muß Dir leider mitteilen: Gleuben heißt in diesem Fall nicht (aber auch wirklich garnichts) wissen.
Was meinst Du wohl, wie ein Dumm-devoter Hund (ein Border Collie) es schafft, fast 300 verschiedene Gegenstände zu unterscheiden, also ausschließlich auf Hörzeichen zu apportieren?
… Oder ein Blindenhund seinen Menschen sicher zu leiten?
…diese Liste könnte ich jetzt noch reichlich verlängern, aber würde das etwas an Deinem Aberglauben und Deinen Vorurteilen ändern?
Aber wenn Du dieses Kriterium mal auslässt, dann
gibt es da schon einige Tiere, ich z.B. mag Ratten sehr gerne:
Ruddeltiere (kann man zusammenhalten), kann man überall hin
mitnehmen (theoretisch selbst dorthin wo ein
Hundeverbotsschild steht - auch wenn ich selbst diese Schilder
immer als „Tierverbotsschild“ eingestuft habe), lassen sich
„dressieren“, lassen sich kraulen, sind extrem anhänglich und
sogar günstiger im Unterhalt… UND sie fallen keine Menschen
an, auch dann nicht, wenn man sie irgendwohin mitnimmt. Und
glaub mir: Soviele Ratten wie ich kenne, da kann kein
Hundebesitzer mit Hunden mithalten (Züchter mal ausgenommen),
die Meinung ist also nicht auf einige Dutzend Erfahrungen,
sondern auf einige hundert Erfahrungen gestützt. Selbst
„wildfremde“ Ratten kann man meist streicheln, anfassen und
sogar hochnehmen, ohne dass sie etwas tun, das sollte man mal
mit einem Hund probieren.
Dein Statement für Ratten fängt ganz richtig an: Du „magst sie“. Ist o.k. für Dich - aber ich mag sie nicht. Mal abgesehen, daß ich mich für eine ratte Bücken muß zum Kraulen (Du weißt, das mag ich in meinem Alter nicht mehr so gerne), glaube ich Dir schon die positivebn Eigenschaften der ratten.
Aber die Reaktion der Menschen auf Ratten wird sicher ganz anders sein
Wenn ich mit meinen beiden Hunden (angeleint und sitzend) in der Fußgängerzone stehe und warte, kommen ständig Leute auf mich bzw. meine Hunde zu „sind die süüüß“ und kraulen sie ungefragt - die Hunde finden das toll und reagieren sehr positiv. (Sorry, aber ich würde den leuten eine Knallen und das mit Recht). Meine Hunde kann ich auch hochnehmen, wenn ich das möchte (und mein Kreuz das mitmacht) - aber das muß auch nicht sein, das finde ich nicht wichtig.
Warum läßt Du nicht jedem sein Haustier, daß er mag?
Bei Deinem Haustier bekommen sicher einige Leute einen Schreikrampf oder einen Würgreiz - das kannst Du dann nicht verstehen.
Aber alle Hunde als potentiell gefährlich zu bezeichnen, ist auch hochgradiger Käse.
Genauso könnte ich alle Männer als potentielle Triebtäter, Kinderschänder und Vergewaltiger bezeichnen - ist ebenso Schwachsinn.
Schön’n Abend noch
Gordie
