Hat die Religion das nötig?

Nachfrage
Hi rolf,

Es könnte sehr gut sein, daß diese Absurditäten erst durch die
Mißinterpretationen der Nachfolger eines spirituellen
Lehrkörpers hineingekommen sind.

kannst Du Dir kurz Zeit nehmen mir den Ausdruck ‚spiritueller Lehrkörper‘ zu erklären? Ich kann mir darunter viel oder gar nichts vorstellen.

Grüsse

Y.-

NB: Das ist eine ernst gemeinte Frage und in keinster Weise irgendwie angriffig zu verstehen.

[off topic]

Das mit Celsus war interessant für mich, Morrighan.

Freut mich

Und mir gefällt Deine Vika-Bemerkung „Man muß auch mal auf ein
Opfer verzichten können.“ Das ist gut, das könnte von
NIetzsche sein.

Ich hab’s von einer Zigarrenzeitschrift, Urheber unbekannt *g*
lg
Morrighan

Gruß,
Branden

Hallo Ihr Beiden,

Der Mensch will Wissen, das
ist sein bestreben, um möglichst wenig Glauben zu müssen.

ich muß dazu unbedingt wieder auf die Begriffsproblematik hinweisen, die nämlich den Grund für die Mißverständnisse in diesem Zusammenhang darstellen. Also die unanschaulichen Begriffe.
Wenn man nämlich den Begriff „der Glaube“ benutzt, erkennt man das Problem dahinter nicht.
Ich habe darauf auch schon auf anderen Brettern hingewiesen.
Denn das Problem bei der ganzen Angelegenheit ist ja, wie Kerbi richtig sagt, daß wir alle „wissen“ wollen. Und um etwas „wissen“ zu lernen, muß man immer einen anderen Menschen fragen. Ganz einfach.
Und da liegt das Problem: wem kann ich dann „glauben“ (immer klein schreiben bitte), daß das stimmt, was er mir sagt.
Ein anderes Problem „des glaubens(!)“ gibt es dabei nicht.

Grüße
Gert

1 „Gefällt mir“

Agenten irgendwelcher „Interessen“

hinzustellen, und diese Interessen sind natürlich - aber das
wird nicht ausgesprochen, sondern nur insinuiert - immer
ungut.

Nein, Rolf, das habe ich -wie Du auch schon als Möglichkeit zuläßt- nicht gesagt und so sehe ich das auch nicht. Es ging nur um die ERKLÄRUNG, warum dieses „Jesus lebt“ schon früh initiiert wurde. Ich habe doch nix gegen die frühen Christen, auch nicht als Interessengemeinschaft. Ich sehe ja selber viel Gutes an der Idee des Christentumes und will hier nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Wenn es anders wäre, hätte ich wohl kaum ein solches Thema unter solcher Überschrift vorgeschlagen. Wenn ich das Christentum ganz und gar ablehnte, hätte ich doch nie so ein Thema dermaßen genau angesprochen.
Ich kann nur etwas Anderes gar nicht leiden, und das ist diese seltsame -naja, nennen wir sie ruhig mal „theologische Art zu denken und zu argumentieren“. Da knallt die Theologie nämlich wirklich ziemlich raus aus dem ganzen übrigen Wissenschaftsbereich, man könnte sogar so weit gehen und sagen: Die Theologie ist keine Wissenschaft, jedenfalls nicht in der Art, wie sie sich überwiegend gibt. (Ich nehme hier löbliche Ausnahmen wie Gollwitzer u.a. raus.)
Allein dieses Posting von T. war für mich so von „schwarzer“ Theologie vergiftet, dass ich es verärgert als Gehirnwäsche bezeichnet habe. Ich denke, Du weißt, was ich ich meine.
Gruß, Branden

Sehe ich ähnlich, Rolf.
Gruß, Branden

Für Deine Frage allerdings

gilt dies nur bedingt: sie zeigt bereits in der Formulierung
eine Grundhaltung und weist darauf hin, dass Du bereits eine
Antwort für Dich gefunden hast. Wozu brauchst Du also noch die
Theologie

Die Theologie brauche ich wahrscheinlich in der Tat nicht, Yseult, und möglicherweise hast Du ganz Recht, was meine Grundhaltung betrifft. Diese ist aber (wie bei wohl jedem) früh entstanden. Als Kind hat mich schon die „§Klarheit der Dinge, die für sich stehen“ mehr überzeugt als ein pastorales Über-Pinseln dieser Dinge. Wenn Du verstehst, was ich meine :wink:.
Neben meiner Grundhaltung, die vielleicht schon in Grundzügen naturwissenschaftlich (aber keineswegs mechanistisch) geprägt ist, besteht aber etwa eben so lange eine große Ansprechbartkeit durch „letzte Dinge“ - und dieselben hat nunmal (frecherweise) die Religion sich großenteils geschnappt und versucht über sie zu verfügen. Diese „letzten Fragen“ lassen mich eben keineswegs kalt - im Gegensatz zu einigen anderen Leuten meiner (beruflichen) Provinienz.
Es grüßt Dich
Branden

Hi Yseult!

*fg*

Ernsthaft: ich lasse mich zu einer Gegenfrage hinreissen. Was
ist denn eine gebildete, kritische Gesellschaft? Beinhaltet
der Begriff der Gesell-schaft nicht schon die Heterogeneität?

Aber ja, wie auch ein Körper heterogen ist und doch nur in Homogenität funktionieren kann! Blähungen im Bereich des Solar Plexus:
Unterlegenheit - Überlegenheit lassen ein homogenes wirken nicht zu!

Und wenn Du mir das heterogene Element zugestehst, mein
Lieber, kann ich Dir wiederum ein verkapptes Elitedenken
nachweisen (in Deiner Aussage natürlich nur).

Elitäres Denken halte ich immer dann für legitim, wenn es die Prämisse erfordert.
Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum hat er Stiefel im Gesicht nicht gern, er will unter sich keinen Sklaven sehen und über sich keinen Herrn!
Frei nach Brecht!
Wer die „Wahrheit“ sucht, muß auch danach streben!
„Veritas est adaequatio intellectus et rei“, da ich schon beim zitieren bin. Komme grad aus dem Philobrett und trage den Geist T.v.A. noch in mir! :smile:

Herzliche Grüße
Junktor

Hallo Rolf, Hallo Helge
Hallo Rolf, Hallo Helge
Ich schreib jetzt an Euch beide, weil Helge im Grunde schon einiges von Rolf so beantwortet hat, wie ich es nur bestätigen kann (Sternchen für Helge).

Rolf, das ist das übliche Ablenkungsmanöver etlicher
Kirchenleute, die verzweifelt versuchen, der Theologie in der
heutigen Zeit eine inhaltliche Daseinsberechtigung zu geben:
Die „Verwissenschaftlichung“ von Glauben.

Ein ganz wichtiger Satz, Helge! Trifft den Punkt! Der Versuch der Verwissenschaftlichung von Glauben macht eben aus Glauben noch keine Wissenschaft! Die „Argumee“ von Theologen sind in der Regel keine (Ausnahmen bestätigen die Regel.).
Gruß,
Branden

Der Unsinn einer Religion fängt doch dort an, wo man
Grundwerte als Glaubenswerte verkauft.
Ich denke jede Religion wird unglaubwürdig, wenn sie sich über
Mystik ihr Machtstreben aufbaut. Der Mensch will Wissen, das
ist sein bestreben, um möglichst wenig Glauben zu müssen.

Hallo Kerbi
Dieser Abschnitt von Dir (den ich da oben stehenließ) ist die beste Antwort bisher im ganzen Brett - das lange Nachgrübeln (wie Du schreibst) hat sich also gelohnt, wenigstens in meinen Augen!
Gruß, Branden

kannst Du näher definieren, welche Werke und Reden Jesu Du da
im Auge hast?

Aber gern.
Ich fang mal mit dem an, was ich NICHT so gelungen finde; Die Bergpredigt. Halte ich für -ganz vorsichtig ausgedrückt- überschätzt. Die drohende Gebärde darin erinnert mich an Diktatorengehabe.
Aber jetzt zu dem, was mir zusagt:
Das Neue, das Großartige war unter anderem bei Jesus ja, dass er sich nicht um die Rituale der Religion scherte, wenn es darum ging, im Hier und Jetzt zu helfen. Ich denke da z.B. daran, wie er einem armen Menschen am Sabbat half, wo die orthodoxen Juden sagten: Keine Aktivitäten am Sabbat!
Auch einige seiner Reden gefallen mir, z:B: „Seid wie die Vögel im Hmmel. Sie pflügen nicht , sie ernten nicht , und der himmlische Vater sorgt trotzdem für sie.“
Hat mir als jungem Mann schon mächtig Eindruck gemacht, selbst wenn es im Widerspruch steht zu anderen Reden von ihm (z.B. man soll seine Talente nutzen).

Nur das herauslesen, was

gefällt, ist unredlich.

Ja, aber warum das denn, um Gotteswillen? Wer kömmt denn auf sowas, bitteschön? Dieses alles-oder-nichts-Prinziop halte ich für kindisch, mit Verlaub.

Gruß, Branden

Gesamtheit der Kreuzigung (das Warum!)

incl. der Auferstehung.

Das „Warum“ der Kreuzigung kann man theologisch umdeuten, das ist mir schon klar, und das wird von den Theologen ja auch gerne gemacht. Die Ermordung des „Aufrührers“ Jesus unterscheidet sich aber doch im Prinzip nicht von der Ermordung des „Aufrührers“ Che Guevara, oder?
Gruß, Branden

Hallo Elimelech
Warum sind seine

Reden wichtiger, als die anderer jüdischer Rabbis?

Vielleicht, weil Jesus sich zeitweise über die alten jüdischen festgefahrenen Rituale hinwegsetzte, z.B. als er am Sabbat jemandem half, was von Konservativen als verbotene Aktivität angesehen wurde.

Bei der Gelegenheit hab ich nioch ne andere Frage, die eher das Alte Testament betrifft:
Der psychotische Fast-Kindermörder Abraham wurde noch gestoppt (von innen oder außen), ganz im Gegensatz zu einem psychotischen Patienten, den ich mal hatte - aber wie kommt es eigentlich dazu, dass man den gefährlichsten Schoß des Alten Testamentes, nämlich Abrahams Schoß (ein Schoß, in den man sein Kind nicht geben möchte) als „geborgen“ bezeichnet? Weißt Du eine Antwort?
Gruß,
Branden

Moin, moin Branden,

da bin wohl eher ich zuständig als Elimelech, denn soweit ich mich erinnere kommt der Ausdruck von Abrahams Schoß im Tanach (vulgo Altes Testament) nicht vor, wohl aber im Neuen: in Lukas 16, 19-31 erzählt Jesus das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus, und da heißt es in v 22: Es begab sich aber, daß der Arme starb und daß er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde."

Mein weiteres posting zur Theologie droht Dir immer noch!
Gruß - Rolf

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Es begab sich

aber, daß der Arme starb und daß er von den Engeln in Abrahams
Schoß getragen wurde."

Uii - war der denn so bös, der Arme? Das hat er aber doch nicht verdient, Rolf, oder?
Aber vielen Dank für Deine Aufklärung einstweilen!
Gruß,
Branden

Ganz leicht off-topic, zwischendurch, zur Erholung
Was ganz anderes so zwischendrin: Ich war ja zuerst völlig beeindruckt von Deinem abgefahrenen Nickname! Dass es „COOLEN GROOVE“ gibt, wußte ich ja schon, aber „SCHÄRER BEAT“ knallte natürlich sofort noch mehr ein, war noch coller, wenn Du verstehst, was ich meine.
Erst nach und nach (ob daran die Art Deiner Postings Schuld sind?) dämmerte mir, dass Du Dich vielleicht garnicht BIIIT (wie Beatles) mit i aussprichst (so hatte ich es immer halblaut gelesen),und dass „schärer“ gar nicht als ober-colles Adjektiv gemeint ist, sondern dass Du ja womöge einfach Beat Schärer heißt. My goodness, so kann man sich irren!
Gruß, Branden

  1. Hinter jeder Religion steht eine Person, die auf irgendeine Weise eine Wahrheit vom - nennen wir es Unausprechlichen - gemacht hat; z.B. Jesus, Mohammed, Zarathustra, Buddha usw.

  2. Diese haben versucht sie ihren Schülern beizubringen oder zu erläutern. Das kann man als Kern eines spirituellen Lehrkörpers nehmen. Denn das sind die persönlichen Worte des Erleuchteten, die den Weg aufzeigen.

  3. Alles Andere was später kam, waren Hinzufügungen z.Teil sogar der Schüler selbst, die diese Wahrheit auf ihre Weise interpretierten und eben auch mißinterpretierten. Das ist dann ein Religionskörper, wie er sich im Laufe der Zeit entwickelt, der mit der ursprünglichen Wahrheit nichts oder kaum mehr etwas zu tun hat, weil er das eigentliche der Lehre verfehlt, d.h. die Erlösung, Befreiung oder Vereinigung mit DEM.

gruß
rolf

Hallo Leuts!

Wozu braucht eine Religion Gotteshäuser, die nur den Blick zum Himmel versperren? Warum hat noch nicht jeder Christ mit einem Fernrohr in den Himmel schauen dürfen, wo Gott wohnt, an den er glaubt? Wisst ihr, dass auch Ungläubige und Andersgläubige in Deutschland mit ihren Steuern Priester bezahlen müssen? Wisst ihr, wieviel ein Pfarrer jeden Monat verdient und trotzdem noch für die Kirche betteln geht? Wisst ihr, dass die katholische und evangelische Kirche über ein Milliardenvermögen verfügen? Über die Greueltaten der katholischen Kirche im Mittelalter, die bis heute ungesühnt geblieben sind, möchte ich mich nicht auslassen.
Religion ist, wo ich glücklich bin
Franz

Hallo Branden,

kannst Du näher definieren, welche Werke und Reden Jesu Du da
im Auge hast?

Aber gern.
Ich fang mal mit dem an, was ich NICHT so gelungen finde; Die
Bergpredigt. Halte ich für -ganz vorsichtig ausgedrückt-
überschätzt. Die drohende Gebärde darin erinnert mich an
Diktatorengehabe.

kann es sein, dass Du eine Drohung hineininterpretierst?

Die Bergpredigt beginnt mit den Worten „Selig sind…“, also recht positiv.
Anschließend erläutert Jesus, wie er die Handhabung des Gesetzes erwartet. Dabei wird deutlich, dass es uns Menschen nicht so ganz einfach ist, Gottes Vorstellungen gerecht zu werden. Aber von Drohung lese ich hier nichts.

Aber jetzt zu dem, was mir zusagt:
Das Neue, das Großartige war unter anderem bei Jesus ja, dass
er sich nicht um die Rituale der Religion scherte, wenn es
darum ging, im Hier und Jetzt zu helfen. Ich denke da z.B.
daran, wie er einem armen Menschen am Sabbat half, wo die
orthodoxen Juden sagten: Keine Aktivitäten am Sabbat!

Ja, das finde ich auch gut. Rituale können sehr hilfreich sein, sich im Alltag zurechtzufinden. Aber die Hilfe in der Not muss Priorität haben. Wird auch gut im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter erklärt.

Auch einige seiner Reden gefallen mir, z:B: „Seid wie die
Vögel im Hmmel. Sie pflügen nicht , sie ernten nicht , und der
himmlische Vater sorgt trotzdem für sie.“

Das wiederum halte ich etwas für problematisch. Den Satz aus dem Zusammenhang gerissen, kann man auch so interpretieren, dass Christen nicht mehr arbeiten müssen. Und das wäre ein Trugschluss. Daher ist es gut, dass Jesus auch die Nutzung der Talente erwähnt.

Nur das herauslesen, was

gefällt, ist unredlich.

Ja, aber warum das denn, um Gotteswillen?

Du sagst es ja: „um Gottes Willen“ :wink:

Wenn ich nur das aus Jesu Reden beherzige, was mir in den Kram passt, kann ich vielleicht ein guter Mensch werden (vorausgesetzt, ich lasse nicht zuviel davon weg). Aber zum Christsein gehört eben, dass man Jesus Christus als Autorität anerkennt. Und Deine Frage ging doch darum, was zum Christentum notwendig ist :wink:

Gruss Harald

Hallo Kerbi,

Glauben heißt ja, nichts zu wissen. Sobald ich was weiß,
glaube ich es nicht mehr, ich weiß es.

da muss ich Dich jetzt leider korrigieren.

Du sprichst von dem Verb „glauben“, welches soviel wie „vermuten“ bedeutet.

Beim „Glauben“ handelt es sich aber um ein Subjekt, welches die Bedeutung von „Vertrauen“ hat.

Und es ist gut, dass ich weiss an wen ich glaube (wem ich vertraue).

Gruss Harald

Hallo Harald,

wenn man nach Verbum und Subjekt geht, wird es mit dem Satzanfang
schwierig, außer man schreibt eindeutig „Der“
Das kannst du als Emanze von mir nicht verlangen…mpf!

Glauben heißt ja, nichts zu wissen. Sobald ich was weiß,
glaube ich es nicht mehr, ich weiß es.

da muss ich Dich jetzt leider korrigieren.

Du sprichst von dem Verb „glauben“, welches soviel wie
„vermuten“ bedeutet.

Nicht immer Harald :wink:

Beim „Glauben“ handelt es sich aber um ein Subjekt, welches
die Bedeutung von „Vertrauen“ hat.

An wen oder was?
Gespräche mit Gott, sind doch Selbstgespräche, oder übersehe ich da was Objektives?

Und es ist gut, dass ich weiss an wen ich glaube
(wem ich vertraue).

Ja lieber Gott :wink: du bist in uns.
Ich verziehe mich *gansschnell* aus dem Reli-Brett, ich will den ernst der Diskussion nicht verstehen.

LiGrü
Kerbi