Hallo Branden,
kannst Du näher definieren, welche Werke und Reden Jesu Du da
im Auge hast?
Aber gern.
Ich fang mal mit dem an, was ich NICHT so gelungen finde; Die
Bergpredigt. Halte ich für -ganz vorsichtig ausgedrückt-
überschätzt. Die drohende Gebärde darin erinnert mich an
Diktatorengehabe.
kann es sein, dass Du eine Drohung hineininterpretierst?
Die Bergpredigt beginnt mit den Worten „Selig sind…“, also recht positiv.
Anschließend erläutert Jesus, wie er die Handhabung des Gesetzes erwartet. Dabei wird deutlich, dass es uns Menschen nicht so ganz einfach ist, Gottes Vorstellungen gerecht zu werden. Aber von Drohung lese ich hier nichts.
Aber jetzt zu dem, was mir zusagt:
Das Neue, das Großartige war unter anderem bei Jesus ja, dass
er sich nicht um die Rituale der Religion scherte, wenn es
darum ging, im Hier und Jetzt zu helfen. Ich denke da z.B.
daran, wie er einem armen Menschen am Sabbat half, wo die
orthodoxen Juden sagten: Keine Aktivitäten am Sabbat!
Ja, das finde ich auch gut. Rituale können sehr hilfreich sein, sich im Alltag zurechtzufinden. Aber die Hilfe in der Not muss Priorität haben. Wird auch gut im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter erklärt.
Auch einige seiner Reden gefallen mir, z:B: „Seid wie die
Vögel im Hmmel. Sie pflügen nicht , sie ernten nicht , und der
himmlische Vater sorgt trotzdem für sie.“
Das wiederum halte ich etwas für problematisch. Den Satz aus dem Zusammenhang gerissen, kann man auch so interpretieren, dass Christen nicht mehr arbeiten müssen. Und das wäre ein Trugschluss. Daher ist es gut, dass Jesus auch die Nutzung der Talente erwähnt.
Nur das herauslesen, was
gefällt, ist unredlich.
Ja, aber warum das denn, um Gotteswillen?
Du sagst es ja: „um Gottes Willen“ 
Wenn ich nur das aus Jesu Reden beherzige, was mir in den Kram passt, kann ich vielleicht ein guter Mensch werden (vorausgesetzt, ich lasse nicht zuviel davon weg). Aber zum Christsein gehört eben, dass man Jesus Christus als Autorität anerkennt. Und Deine Frage ging doch darum, was zum Christentum notwendig ist 
Gruss Harald