Lieber S-J!
ok, ist bekannt, dass Hopp sich oft missverstanden fühlt und
sich selbst vorrangig als Wohltäter der gesamten Region sieht,
dem man ständig Knüppel zwischen die Beine wirft, auf dem
steinigen Weg seine Projkete zu realisieren. Immerhin
investiert er hier, wohnt hier und hat diverse Projkete am
Laufen.
Ok, der Aspekt interessiert mich einfach nicht.
So einen Aspekt würde ich eher bei einer Diskussion über das soziale Engagement von Milliardären in den Politikbrettern miteinbeziehen, nicht hier.
Hopp lässt sich keinen Millimeter auf die Kultur und die
Sprache des Fußballs ein, er fegt mit seinem Geld und seinen
persönlichen Kontakten (die über eine solche gigantische Masse
von Geld nun mal leicht generierbar sind) über den Fußball
hinweg wie ein Heuschrecke…
wo siehst Du hier den grundsätzlichen Unterscheid zu Schlacke,
Wolfsburg, Leverkusen oder den Bayern?
In der möglichen Dimension sehe ich einen grundsätzlichen Unterschied.
Keinem der vier genannten Vereine ist es zuzutrauen, sich den sportlichen Erfolg direkt kaufen zu können, weil bei allen vieren zwar massig Kohle reinkommt, bei W. und L. auch massig Kohle auf eine Weise zugeführt wird, die über Sponsoring und Investment weit hinausgeht, aber bei alle vieren sind dieser Zufuhr von Geld letztlich dann doch Grenzen des ökonomischen Kalküls gesetzt.
Bei Hoppelheim ist das prinzipiell anders: Hopp könnte, wenn er wollte, den sportlichen Erfolg direkt kaufen - und zwar so lange, bis ein anderer „Mäzen“ dieser Größenordnung als sein Konkurrent einsteigt, was unwahrscheinlich ist.
M.E. ist diese (mögliche) Loslösung des sportlichen Erfolgs von jedem wirtschaftlichen Kalkül, die durch den Einstieg der Ultrareichen (Abramowitsch, Stronach, Hopp) geschaffen wurde, eine definitiv neue Dimension. Hopp ist m.E. der erste von denen, der es dann dabei auch noch „geschickt“ anstellt.
Was soll das sein, Kultur und Sprache des Fußballs? Du meinst
wahrscheinlich Fan-kultur und Fan-sprache,
ja, das meinte ich.
Wenn der Fan in Dortmund „Hasta la vista, Hopp“ aufs Plakat malt und dessen Konterfei mit einem Fadenkreuz versieht, dann ist das als „Fan-Sprache“ zu verstehen, und nicht im mindesten als einen Aufruf zu Gewalt gegen Hopp.
Das Symbol „Vereinszeichen des Gegners im Fadenkreuz“ ist ein altbekanntes, da aber nun mal Hopp mehr oder weniger das Zeichen von Hoppelheim ist, ist es zwar irgendwie was Neues, dass da eine Person im Fadenkreuz dargestellt wurde, aber irgendwie auch nichts Neues …
Auch hier das Problem wie oben: ab welchem Punkt ist etwas ganz Neues entstanden?
Und überhaupt, warum meinen Stadionfans immer, sie wären die
letzten Aufrechten, die das Fähnlein des echten, ehrlichen
Fußballs tragen, den es gar nicht mehr gibt?
So naiv bin ich nun auch nicht, dass ich das meinen würde.
Es gab zu meinen Lebzeiten nie einen „echten und ehrlichen Profifußball“.
Ich denke aber schon, dass es der Anspruch der Kurven-Fans sein muss, sich für die „richtigen“ zu halten und ihre Perspektive (die auch in sich wiederum durchaus heterogen ist) offensiv zu vertreten.
Aber das hat wohl mit dem Thema Hoppelheim nicht viel zu tun.
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